
Die Slowakei könnte dem Eurovision Song Contest womöglich näher sein als in den vergangenen Jahren. Neue Berichte deuten darauf hin, dass der neue öffentlich-rechtliche Sender STVR bereits eine Rückkehr zum ESC für das Jahr 2026 geprüft haben soll. Vertreter des Senders waren offenbar auch in Wien vor Ort. Eine Teilnahme scheiterte am Ende zwar erneut – dennoch scheint sich die Haltung zum Wettbewerb in der Slowakei etwas verändert zu haben.
Die Slowakei hat im Jahr 2012 das letzte Mal am Eurovision Song Contest teil. Danach zog sich der damalige Sender RTVS wegen hoher Kosten und enttäuschender Ergebnisse zurück. In den vergangenen Jahren gab es zwar immer wieder Fan-Hoffnungen auf ein Comeback, konkrete Signale blieben jedoch meist aus.
Nun könnte erstmals wieder etwas Bewegung in die Sache kommen. Mehrere ESC-Medien berichten übereinstimmend, dass der neue slowakische Rundfunk STVR intern eine Rückkehr zum ESC 2026 geprüft haben soll. Laut Aussagen von Jindřich Bardan gegenüber der Zeitung Denník N war sogar eine kleine Delegation des Senders beim ESC 2026 in Wien vor Ort.
Dabei kursiert inzwischen auch ein längeres Zitat Bardans, das mehrere ESC-Portale unter Berufung auf Denník N wiedergeben. Eine offizielle englische oder deutsche Version liegt zwar nicht vor, weshalb es je nach Übersetzung leichte Unterschiede im Wortlaut geben kann. Inhaltlich fällt die Aussage aber deutlich optimistischer aus als frühere Stellungnahmen aus der Slowakei:
„Wir haben ernsthaft geprüft, ob wir zum Eurovision Song Contest 2026 zurückkehren können. Wir waren auch persönlich in Wien vor Ort, um Gespräche zu führen und uns anzusehen, wie der Wettbewerb heute funktioniert. Ich glaube, dass die Slowakei in Zukunft zum Eurovision Song Contest zurückkehren wird.“
Allein diese Aussagen werten viele ESC-Fans bereits als deutliches Signal. Denn in den vergangenen Jahren hatte sich die Slowakei oft sehr distanziert zum Wettbewerb gezeigt. Nun scheint man sich zumindest wieder ernsthaft mit einer möglichen Teilnahme auseinanderzusetzen.
Dabei hat sich offenbar auch die Argumentation verändert. Früher wurden Absagen meist recht knapp mit fehlendem Budget begründet. Jetzt wird laut verschiedenen Berichten deutlich differenzierter diskutiert. So soll STVR inzwischen sogar Möglichkeiten geprüft haben, Teile der ESC-Teilnahme über Sponsoren oder andere Finanzierungsmodelle abzusichern.
Gleichzeitig bleibt Geld weiterhin das größte Problem. Laut den Berichten hält der Sender die Kosten einer Teilnahme nach wie vor für hoch – insbesondere mit Blick auf Produktion, Vorentscheid, Delegation und internationale Vermarktung. Auch die Frage, welchen konkreten Nutzen der ESC für einen vergleichsweise kleinen Markt wie die Slowakei bringt, soll intern diskutiert worden sein.
Hinzu kommt die schwierige Situation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks selbst. Erst vor kurzer Zeit wurde RTVS politisch umgebaut und durch den neuen Sender STVR ersetzt. In einer solchen Phase stehen typischerweise zunächst strukturelle und finanzielle Stabilität im Vordergrund und nicht kostspielige internationale Unterhaltungsprojekte.
Trotzdem gibt es inzwischen auch Argumente, die für eine Rückkehr sprechen könnten. Der ESC hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und ist digital deutlich präsenter geworden. Gerade jüngere Zielgruppen erreicht der Wettbewerb heute weit über die klassische TV-Übertragung hinaus. Dazu kommt: Viele kleinere Länder konnten zuletzt wieder positive ESC-Geschichten schreiben – nach der Schweiz und Österreich nun auch noch Bulgarien.
Ob die Slowakei tatsächlich bereits im nächsten zum ESC zurückkehrt, ist derzeit offen. Manchmal wird man ja überrascht, wie schnell es dann gehen kann. Und wie weit es dann bei der Punktevergabe geben kann, haben die diesjährigen Rückkehr Bulgarien, Rumänien und Moldau beeindruckend gezeigt.
Wünscht Du Dir eine Rückkehr der Slowakei zum Eurovision Song Contest? Welche slowakischen ESC-Beiträge sind Dir besonders in Erinnerung geblieben? Und hätte die Slowakei heute bessere Chancen auf Erfolg als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
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