Throwback Thursday ESC kompakt Edition: Erinnerungen in Bildern (2)

„Die Erinnerung ist das Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.“ Wer immer das gesagt hat, hat Recht. Dieser Devise folgend wollen wir Euch den ESC-nachrichtenarmen Sommer mit „Memories of Eurovision“ versüßen, um Gedanken an die PED erst gar nicht aufkommen zu lassen. Konkret gemeint sind „Signature“-Bilder, die der Autor dieser Reihe in den letzten zwölf ESC-Jahren gemacht hat, zum größten Teil unveröffentlicht, zum anderen Teil mehrere Jahre nicht mehr „on air“, nachdem der PRINZ-Blog offline ging. Anknüpfend an den Throwback Thursday auf Insta & Co. gibt es bei uns jetzt einmal wöchentlich am Donnerstag eine Zeitreise mit ein bis zwei Dutzend Bildern aus knapp einem Dutzend ESC Jahren.

Wir kehren auch zu Beginn der zweiten Folge noch einmal nach Oslo zurück, wo Lena (Aufmacher) ESC Geschichte geschrieben hat. Schon in 2010 gab es das Amsterdamer Promotreffen „Eurovision In Concert“ und bei eben diesem hatten wir Jon Lilygreen kennen und schätzen gelernt. Was dazu führte, dass wir uns an einem probenfreien Nachmittag in der Osloer City versammelten und vor einem Bronzetiger eine relativ spontane Photosession veranstalteten. Diese Bilder haben wir nie veröffentlicht, sie sind aber eine schöne Erinnerung an Jon Lilygreen and the Islanders. Die Band war zu diesem Zeitpunkt sehr euphorisch, weil sie sich etwas unerwartet für das Finale qualifiziert hatte. Dort musste sich Jon in der Kategorie „Junger Mann mit Gitarre“ allerdings Tom Dice aus Belgien geschlagen geben. Tom wurde 6., Jon 21.

Ein Jahr später in Düsseldorf hat Eric Saade die Eye-Candy-Category dominiert. Nicht einmal die Anhänger von Lena haben das Bild vor der Halle so geprägt wie die schwedischen Fans, die in größter Zahl aller teilnehmenden Länder angereist waren. Wir kehren noch häufiger ins D´dorf Jahr 2011 zurück, beginnen aber mit einigen Bildern der Fans, die Volli und ich vor der Halle am Finalabend gemacht haben. 2011 war Vollis Fotografenpremiere vor Ort und man sieht ihm auf dem Bild überhaupt nicht an, dass er zu dieser Zeit mit der Bubble noch ein wenig gefremdelt hat.

Wir springen ins Jahr 2016. Das Berliner „Eurovision Weekend“-Team hatte zum dreitägigen Sommerfest geladen. Am Showabend traten Esther Hard (ESC 2003) und Sandra Reemer (ESC 1972, 1976, 1979) aus den Niederlanden auf – und aus Wien war Zoë Straub (13. Platz für Österreich beim ESC 2016) angereist und hatte ihren bf Kaspar Leuhusen mitgebracht!

Matthias (hier rechts mit Kaspar) und ich nutzten den Sonntagmittag nach der Gala-Nacht für eine Standtour mit Zoë und Kaspar, die inzwischen glückliche Eltern sind, wie wir bei den Recherchen zu diesem Beitrag erfahren haben. Sohn Viktor kam am 4. Februar 2020 zur Welt, in eine Welt, die – wie wir heute wissen – wenige Tage später eine andere war als jemals zuvor und vorstellbar.

Während unseres Berliner Stadtrundgangs war die Familienplanung allerdings noch kein Thema, stattdessen dominierte die Pokémon-App das Geschehen. Den Bildern ist anzusehen, dass Zoë sehr darauf konzentriert war, möglichst viele Fabelwesen einzufangen. Der Algorithmus der App war wohl darauf angelegt, bei Standortwechseln Aktivitäten zu entfachen, insofern gab es viel zu tun für Viktors Mama während unseres Location-Hoppings in der Hauptstadt.

Hab‘ ich das letzte Bild jemals veröffentlicht? Es ist das Einzige hier nicht von mir, es stammt aus Kaspars Zeit als Model. Ich habe ihn gefragt, ob es für ihn ok ist, wenn ich es bringe und er fand es sehr ok, „das gehört ja zu meinem Leben“.

Krasser Szenenwechsel von Berlin nach München, aus dem Pokémon-Jahr 2016 in den Kurz-Vor-Corona-Januar 2020. Diesen Gruppenfoto (SuRie, Rasmussen und eine von zwei Baccara-Kombinationen) liegt noch gar nicht so lange zurück und doch wirkt es wie aus einer anderen Zeit. Die Photosession mit Zoë und Kaspar wäre heute sogar wieder möglich, aber ein OGAE-Clubtreffen wie dieses definitiv nicht:

200 Menschen in einem leidlich gelüfteten Festsaal in einem bayerischen Wirtshaus dicht gedrängt auf Bänken – UNDENKBAR. Am 25. Januar 2020 war Wuhan bereits Thema in den Nachrichten (unter „und auch noch zu berichten“), aber gaaaanz weit weg. Niemand konnte sich vorstellen, wie sich die Schlagzeilen kurz danach überschlagen haben. Und in München feierten wir noch unbedarft das klassische Crossover aus „Old School“ und „Very Old School“ im Mix mit der jungen ESC-Generation.

Die Youngster wurden vertreten von SuRie aus UK (ESC 2018) und Rasmussen aus DK (ebenfalls ESC 2018) und die sind beide auch gar nicht mehr so jung, senkten aber den Altersdurchschnitt im Wirtshaus spürbar. Für die im Publikum, die schon in den 70ern vor dem elterlichen Fernseher live beim ESC dabei waren (moi), gab es Brotherhood of Men (Sieger beim ESC 1976) und Baccara.

Wieso es heute 2x Baccara gibt, hat ein bissel etwas von den Nebeln von Norwegen. Die beiden Gründungs-Baccara-Damen haben sich wohl irgendwann verkracht und jeweils mit einer neuen Partnerin weitergesungen. Wie dann der exakte Kontext ist zur Baccara-Besetzung 1978, als Baccara für Luxemburg ins ESC Rennen gingen, wurde damals am 25. Januar 2020 gut erklärt, aber ich habe es vergessen. Vielleicht kann jemand aus der Leserschaft helfen?

I love BoM. Und ich muss mich bei Frank, Klaus und Reinhard entschuldigen, dass es meine Bilder von Eurem Clubtreffen erst jetzt erstmals zu sehen gibt. Aber irgendwie gab es damals Anfang 2020 in jenen turbulenten Tagen andere ToDos in meinem Leben als das Bloggen und so finden die Bilder jetzt den Weg in die Öffentlichkeit in dieser „Throwback Thursday“ Serie.

Es gibt noch viele mehr Pics aus dem Wirtshaus zum Isartal. Die OGAE-Clubtreffen zeichnet ja immer auch aus, dass das OGAE-Team auch viele Ikonen unserer Jugend am VIP-Tisch versammelt, die keine aktive Rolle auf der Bühne habe (von Penny McLean über Carolin Reiber bis Max Schautzer). Auch diese Bilder werden wir in einer späteren ThTh-Folge zeigen, wenn etwas mehr Platz ist.

Der Vollständigkeit halber sei aber noch hinzugefügt, dass sowohl der OGAE als auch der ECG schon wieder vorsichtig nach vorne schauen und ein Clubtreffen-Revival ins Auge fassen. Der ECG hat das Kölner Gloria für den 20. November 2021 reserviert, der OGAE plant für den 22. Januar 2022 (neue Location: Waldheim in München).

Ob die Events dann in guter Tradition und bewährter Art und Weise tatsächlich stattfinden können, verliert sich heute noch in den vielzitierten Nebeln von Norwegen. Speziell ECG-Clubpräsident Michael Sonneck wagt nur eine vorsichtige Prognose. Er ist nämlich Arzt (im wahren Leben).

Drücken wir die Daumen, dass wir uns in einem halben Jahr in Köln und/oder München wiedersehen können. Oder ob wir uns weitere Monate stattdessen mit TikTok vergnügen müssen/dürfen. Dort hat Rob-Lowe-Lookalike und #CougarCrush whiteyy18 inzwischen Taylor Dayne für sich entdeckt („awesome“ wurde Lena sagen) und Taylor hat William zurückentdeckt und ein TT-Duett daraus gemacht. Logo, er hat 300x so viele Follower wie die Dancefloor-Ikone, die 1988 an der Spitze der deutschen Charts stand.

Mit diesem Sprung in die Neuzeit schließen wir den zweiten Throwback-Donnerstag. Nächste Woche setzen wir unsere Zeitreise fort und bis dahin danke ich Euch für das Miteinander-Eintauchen in die jüngere ESC-Vergangenheit. Hugs from HH.

Bereits in dieser Reihe erschienen:

Throwback Thurday Folge 1: u.a. Lena in Oslo (Cheffes ESC-Premiere), der Euroclub in Kiew (inkl. Gogos in perfekter Harmonie mit DJ Douze Points)

Preview: In der kommenden Woche gibt es ein Wiedersehen mit Chris (DK) sowie Insights über die Ratschläge, die Getty Kaspers Brendan Murray gegeben hat.


7 Kommentare

  1. In der Tat entzückend. Nur dieses konstante Pushen des Bleachingmaskottchens empfinde ich milde formuliert ziemlich anstrengend. Gut aussehende Jungs gibt’s ja nun wirklich an jeder Ecke (wie man auch auf diesen Fotos sieht).

    • Gab ja etliche Zoëmaniacs in der Community, hatte den Zuckerschnutenhype nie so ganz verstanden.

      Credits an Pete für die süffisant-ironische Kommentierung vom Oldschool & Very Oldschool Meeting in MUC.

      • „Loin d’ici“, ein Meisterwerk! Konnte nie verstehen, wie einem das NICHT gefallen kann 🙂

  2. Das wäre sehr schön wenn wieder beide Clubtreffen stattfinden könnten. Köln und München sind immer eine Reise wert.

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