Welcher Beitrag wird der Fan Favorite Fail des Eurovision Song Contest 2026?

Quelle: eurovision.tv

Traditionen soll man nicht brechen. Und so suchen wir auch in diesem Jahr wieder – neben einem möglichen Dark Horse – den vermeintlichen Fan-Favorite-Fail des Eurovision Song Contest 2026 in Wien. Gemeint sind jene Beiträge, die in der ESC-Community gefeiert werden, beim Contest selbst aber hinter den Erwartungen zurückbleiben oder nicht gut performen.

Im vergangenen Jahr traf es – wie berichtet – unter anderem Malta, Dänemark und Tschechien. Auch 2026 gibt es natürlich einige Acts, die dafür infrage kommen. Allerdings fällt eine Besonderheit auf: Anders als in vielen Jahren zuvor decken sich die Favoriten der Wettquoten diesmal weitgehend mit denen der ESC-Bubble. Hier ist unsere Auswahl möglicher Fan-Favorite-Fails für den kommenden ESC:

Bulgarien: DARA – „Bangaranga“

Auch die bulgarische Pop-Diva DARA landet auf dieser Liste. Ihr Song „Bangaranga“ ist – ganz dem Titel entsprechend – ein echter Banger. Die Darbietung im bulgarischen Vorentscheid war solide, für Wien wird es jedoch deutlich mehr brauchen. Denn so gut der Song bei den Fans ankommt, so verhalten fällt bislang die Resonanz in den Wettquoten aus. Hier ist also in beide Richtungen noch einiges möglich. Fest steht aber auch: Vor der ESC-Pause hat Bulgarien mehrfach bewiesen, dass man den Wettbewerb versteht – wenn man das Potenzial konsequent ausschöpft.

Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før Vi Går Hjem“

Dänemark ist ein Jahr nach Basel erneut ein Kandidat für die Kategorie möglicher Fail. Der Song kommt in der ESC-Bubble hervorragend an, der düstere Dance-Pop-Track liegt zudem weit vorne in den Wettquoten. Die Gefahr, dass hier etwas schiefgeht, ist zwar geringer als noch bei Sissal im vergangenen Jahr, ganz ausschließen lässt sie sich aber nicht. Søren hat beim Dansk Melodi Grand Prix gezeigt, dass er ein starker Performer ist. Gegen Ende wurde es jedoch anspruchsvoll – sowohl choreografisch als auch gesanglich mit den hohen Tönen. Sollte er diese Kombination in Wien nicht souverän meistern, könnte ihn das entscheidende Punkte kosten.

Griechenland: Akylas – „Ferto“

Einer der ersten viralen Hits der ESC-Saison ist ausgerechnet auch ein möglicher Fail-Kandidat. „Ferto“ präsentiert sich dynamisch, bunt und bewusst hektisch – mit einem wilden Mix aus schnellen und ruhigen Passagen. Im Zentrum steht dabei Akylas, der als flummiartiger Performer mit Katzenohren sofort im Gedächtnis bleibt. Eine echte Wundertüte also. Genau darin liegt aber auch das Risiko: Das Gesamtpaket könnte für ein breites Publikum schlicht zu schrill oder zu überladen wirken – auch wenn ein Beitrag wie „Cha Cha Cha“ gezeigt hat, dass so etwas durchaus funktionieren kann. Griechenland hat in den vergangenen Jahren konstant stark abgeliefert, doch 2026 könnte es vor allem bei den Jurys eng werden. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass das von Kaleen angedeutete Staging eher überfrachtet als unterstützend wirkt.

Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen – Liekinheitin

Wie bitte?! Finnland als FFF? Die treten doch an, um Finnland nach all den erfolgreichen Jahren endlich den verdienten ESC-Sieg zu sichern. Ja, und genau deshalb haben sie auch das Potenzial besonders tief zu fallen (auch wenn es „nur“ auf Platz 4 oder 5 ist). Die Erwartungen an das Duo aus Feuer und Eis sind dermaßen hoch, dass das auch schnell daneben gehen kann. Denn es sind durchaus Stimmen zu hören, die sagen, dass die Inszenierung für Außenstehende schwer verständlich ist und Linda recht unnahbar wirkt.

Frankreich: Monroe – Regarde !

Frankreich setzt erneut auf seine bewährten ESC-Zutaten: Chanson, große Stimme und ein Hauch Eiffelturm – ein Rezept, mit dem man in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich war. In diesem Jahr kommt noch eine Prise Oper hinzu. Warum auch nicht? Schließlich war genau diese Mischung zuletzt ein entscheidender Faktor für die Siege von Nemo und JJ. Doch stellt sich die Frage: Wollen die Zuschauer*innen das wirklich ein drittes Mal in ähnlicher Form sehen? Oder passiert am Ende genau das Gegenteil von „Regarde !“ – und das Publikum schaut schlicht weg?

Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“

Rumänien hat sich in diesem Jahr eher klammheimlich in einige Favoritenlisten geschoben. Der Song ist bei den Fans beliebt – das zeigt unter anderem die bekannte Scoreboard-App – und auch in den Wettquoten geht es langsam nach oben. Ganz nachvollziehbar ist dieser Hype allerdings nicht. Fest steht: Die Studioversion ist solide und könnte in diesem Jahr durchaus ein „Female-Vocal-Rock“-Publikum ansprechen. Damit das in Wien aufgeht, muss Alexandra live allerdings noch eine Schippe drauflegen. Zudem steht Rumänien vor der Herausforderung, eine Band wirkungsvoll auf die Bühne zu bringen – keine leichte Aufgabe, da solche Performances schnell statisch wirken können.

Schweden: Felicia – „My System“

Felicia reist mit einem Clubhit nach Wien und dürfte – ganz in der Tradition von Kaleen – die Menge zum Raven bringen. Auch inszenatorisch will sie offenbar groß auffahren: Gerüchten zufolge soll ihre Laser-Show sogar noch opulenter ausfallen als beim Finale des Melodifestivalen. So weit, so vielversprechend. Allerdings stößt der Song außerhalb Schwedens bislang auf deutlich weniger Resonanz als im Heimatmarkt. Hinzu kommt, dass ihr Hintergrund – ihre frühere Persona als „Fröken Snusk“ (Fräulein Schmutz), die damit verbundene Phönix-aus-der-Asche-Erzählung und die Bedeutung der Gesichtsmaske – vielen Zuschauer*innen in Europa kaum bekannt sein dürfte. Zwar könnten die Kommentatorinnen während der Postcard für etwas Kontext sorgen, doch ob das ausreicht, bleibt fraglich. Es spricht daher einiges dafür, dass der Beitrag ohne dieses Hintergrundwissen international weniger Anklang findet. Außerdem wirkt der Song nicht unbedingt wie ein typischer Jury-Favorit, was die Ausgangslage zusätzlich erschwert.

Zypern: Antigoni – „Jalla“

Zypern setzt in diesem Jahr wieder voll auf Party, nachdem der Ausflug in die Dramatik im vergangenen Jahr nicht den erhofften Erfolg brachte. Mit dem typischen ESC-Crowd-Pleaser „Jalla“ und der sympathischen Antigoni will man nun zurück auf die Erfolgsspur. Auch die Stagings waren zuletzt meist solide – eigentlich also gute Voraussetzungen für ein starkes Ergebnis. Allerdings haben einige Clips, die in den vergangenen Tagen viral gingen, die Erwartungen etwas gedämpft. Die dort zu sehende Live-Performance von Antigoni wirkt leider alles andere als stabil. Sollte in Wien noch eine intensive Choreografie hinzukommen – wonach „Jalla“ definitiv verlangt –, könnte das schnell problematisch werden. Szenarien wie 2022 oder auch im vergangenen Jahr, als der Finaleinzug verpasst wurde, erscheinen daher nicht ausgeschlossen.

Wir sehen also: Auch beim ESC 2026 gibt es wieder reichlich Potenzial für mögliche Fail-Kandidaten – gleichzeitig ist das Feld in diesem Jahr voller Wundertüten. An dieser Stelle sei betont, dass es hier vor allem darum ging, mögliche Schwachstellen der Beiträge aufzuzeigen. Persönlich finden sich in dieser Liste nämlich größtenteils Songs wieder, die mir eigentlich sehr gut gefallen – leider.

Aber nun seid Ihr gefragt:

Wer wird der Fan-Favorite-Fail beim ESC 2026? Du hast maximal 2 Stimmen.

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Dein Tipp für den Fan-Fail ist nicht dabei? Ihr würdet die Top-Faves Finnland oder Frankreich mit rein nehmen? Lasst uns in den Kommentaren wissen!



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174 Comments
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Zwelfbungt - Lucas
Zwelfbungt - Lucas
19 Stunden zuvor

Bevor ich in medias res gehe: Meine Referenz für die Antwort ist das MyEurovisionScoreboard.

Bin ich der einzige, der darüber erstaunt ist, dass Bulgarien derzeit auf der #1 hier ist? Befindet sich in der Scoreboard-App auf der #10 und wird sicher zwischen #10 und #15 in Wien abschneiden, zumindest nach meinen Büchern, was ich nicht als Fail ansehen würde. Es wird so kommen, 1. weil das TikTok-Brainrot ist, 2. sicher ordentlich inszeniert wird und 3. durch die traditionelle Dimitris Kontopoulos-Votingmanipulation sicherlich einige unerwartete Punkte bekommt.

Bei Schweden gehe ich voll mit, wobei man hier mal definieren muss, was da ein Fail wäre. Bei Platz #3 in der Scoreboard-App würde ich Platz 11 – 15 als Fail ansehen. Und ich denke, dass sich Schweden da wiederfinden wird Mitte Mai.

Neben Schweden war mein zweiter Pick Zypern. Kann mir irgendwie nicht so recht vorstellen, dass das außerhalb der Fan-Bubble wirklich so dermaßen einschlägt.

Bonello
Bonello
12 Stunden zuvor

Bulgarien shock NQ

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
1 Stunde zuvor
Reply to  Bonello

Ich hätte nix dagegen…