Wettquoten-Update ESC 2024: Israel übernimmt Führung beim Televoting, Schweiz auf Platz 1 der Jurys

Foto: Sarah Louise Bennett / EBU

Nachdem die Israelin Eden Golan nach ihrem Auftritt im zweiten Halbfinale auf Platz zwei der ESC-Sieg-Wettquoten vorgeprescht ist, zeigt sich jetzt auch deutlich, warum die Wettenden das glauben: Israel wird deutlich das Televoting gewinnen! Der Favorit der Jurys soll derweilen Nemo aus der Schweiz sein. Als Kompromisssieger könnte Kroatien aus dem ESC-Finale herausgehen, der von den Wettbüros beim Televoting auf Platz 2 und bei den Jurys auf Platz 3 gesehen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Israel am Samstagabend das Televoting beim ESC-Finale gewinnt, liegt aktuell bei 43%. Vor vier Tagen lag die Vertreterin des Landes noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% auf Platz 5. Eden Golan liegt damit acht Punkte vor Baby Lasagna aus Kroatien. Wenn es nach diesen Quoten geht, dürfte kein anderer Beitrag Chancen auf den ersten Platz im Televoting haben. Allerdings haben wir in den letzten zwei Jahren auch viele Televoting-Stimmen für die Ukraine gesehen. Der Beitrag könnte hier auch stark abräumen. Deutschland liegt in diesem Ranking übrigens auf Platz 25 von 26.

Screenshot: EurovisionWorld.com, Stand: 10. Mai 2024, 17:25 Uhr

Dass Israel beim Televoting abräumt, ist nicht unwahrscheinlich. Das liegt auch am Abstimmungssystem. In 37 Ländern kann gevotet werden und das für 25 bzw. 26 Beiträge (je nachdem, ob das eigene Land im Finale steht oder nicht). Kann für 25 Songs gevotet werden, entfallen im Durchschnitt 4% der Stimmen auf jeden einzelnen Beitrag. Wenn jede zehnt Stimme nu auf einen Beitrag entfällt – was möglich ist, wenn alle Unterstützer dieses Songs/Landes sich einig sind – ist nicht unmöglich. Die Supporter Israels könnten diese Aktivierung zusammenbekommen. Die Kritiker Israels haben hingegen keinen klaren Gegenkandidaten – sondern 24. Sie können also nicht gegen Israel voten.

Auch wenn die Rai das mittlerweile relativiert hat: Das veröffentlichte Televoting-Ergebnis aus dem zweiten Halbfinale spricht eine deutliche Sprach: 39,3% der Stimmen entfielen auf Eden Golan. Der Zweitplatzierte Joost Klein kam nur auf 7,3%. Diesen Effekt werden wir sicher nicht in diesem Ausmaß in allen Ländern erleben.

Bei den Jurys führt mit großem Abstand Nemo aus der Schweiz. Der Act war vor vier Tagen noch auf Augenhöhe mit Slimane aus Frankreich. Der Auftritt von Nemo im zweiten Halbfinale scheint aber Wirkung entfaltet zu haben. Denn jetzt liegt die Schweiz 18 Prozentpunkte vor dem Franzosen. Weniger Chancen auf den Sieg bei den Jurys dürften Kroatien und Angelina Mango haben; sie könnten aber noch etliche Punkte auch in diesem Voting einsammeln. ISAAK aus Deutschland liegt bei dieser Wette auf Platz 15, Österreich auf Platz 21.

Screenshot: EurovisionWorld.com, Stand: 10. Mai 2024, 17:25 Uhr

Bei den Wettquoten auf den ESC-Sieg liegt weiter liegt wie in der Nacht deutlich Baby Lasagna auf Platz 1 – eben der mögliche Kompromisskandidat. Auf den Plätzen folgen Eden Golan aus Israel und Nemo aus der Schweiz. Frankreich, Ukraine und Irland haben aktuell nur Außenseiterchancen auf den Sieg.

Screenshot: EurovisionWorld.com, Stand: 10. Mai 2024, 17:25 Uhr

Kannst Du Dir vorstellen, dass Eden Golan aus Israel das Televoting gewinnt oder siehst Du da eher einen anderen Beitrag? Und was sagst Du zum möglichen Sieg beim Jury-Voting durch Nemo? Ist das realistisch? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.



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222 Comments
Andi
Andi
2 Jahre zuvor

Ich weiß ja nicht mehr wo ich das schreiben soll und vielleicht steht es auch schon woanders. Aber wir haben einen FFF 2024 gefunden. Der arme Musti musste dran glauben. Bei Belgien handelt es sich eindeutig um ein FFF. Und mit Irland haben wir ein Dark Horse. Mal schauen was der Abend morgen so bringt.

Erener
Erener
2 Jahre zuvor

Gruppierungen? Welche Verschwörungstheorien gehen bitte jetzt? Muss ich mir ab übermorgen Sorgen um den ESC machen?
Im Ernst: der Auftritt von Eden Golan ist nicht irgendeiner. Er hat politisch sehr stark polarisiert in seinem Ursprung, also die First Version of Performance. Aber jetzt, jetzt ist er besser denn je.
Eden kann die gewinnende Dritte im Favoritenkreis sein. Ob Kroatien wirklich so haushoch im Televoting abschneidet, muss erst noch bewiesen werden. Das sehe ich jetzt überhaupt noch nicht. Auch nicht in Bezug auf die Startplatznummer.
Nemo kann es noch sehr gut reißen.

Last edited 2 Jahre zuvor by Erener
Chriss
Chriss
2 Jahre zuvor

Alle Künstler, die jetzt schon ausgeschieden und abgereist sind, können im Prinzip froh sein dass sie diesen Quatsch nicht mehr mitmachen müssen falls es wirklich so kommen sollte, dass Eden Golan aus politischen Gründen siegt. Meiner Meinung nach würde das nur wegen den massiven Protesten gegen die israelische Teilnahme passieren, und nicht weil alle plötzlich den Song so absolut toll finden.
Der Wettbewerb wäre dann schon sehr unfair gegenüber den bisherigen Favoriten.
Ich hoffe ja trotzdem sehr auf einen Sieg von Kroatien oder Nemo. Oder Portugal.
Die Stimmung ist aber gerade auf einen Tiefpunkt angekommen, sehr traurig.
Man kann sich jetzt gar nicht richtig auf das Finale freuen. Geht mir zumindest so.

Spaceman04
Spaceman04
2 Jahre zuvor
Reply to  Chriss

Mir gefällt der Beitrag sehr gut und die stürmische Eden gefällt mir besser als die Babylasagne oder den Drehscheiben Nemo.

The Happy Hans
The Happy Hans
2 Jahre zuvor
Reply to  Chriss

Du musst den Song ja nicht gut finden, aber akzeptiere, wenn ihn andere gut finden. Die Wirkung von Musik ist oft eine sehr persönliche Sache.
Mich selbst haben drei Songs im Innern berührt – und das ist alles, was ein guter Song in 3 Minuten leisten kann -, Teresa & Maria, Doomsday Blue und eben Hurricane. Christentum, Judentum und Satanismus – passt ja gut zueinander (ich bin nix davon). Doomsday Blue wünsche ich eine gute Platzierung, aber irgendwie nicht den Sieg, falsches Format.
Portugal reicht nicht ganz. Der Umtata-Song geht wirklich gar nicht, sorry, obwohl ich Rammstein mag, aber das Vorbild ist eine ganz andere Liga. Nemo ist beeindruckend, erreicht mich aber nicht. Er singt halt nur von sich und ich kann mich mit dem Zeugs nicht identifizieren. Ich kann mir aber vorstellen und akzeptieren, daß das andere Menschen anders empfinden, und deswegen wird er IMHO auch gewinnen.
Hurricane hat so oder so schon gewonnen, egal welche Platzierung morgen herauskommt. Das Lied ist bereits zum Zeitdokument geworden, das ist größte, was so ein kleines Liedchen überhaupt erreichen kann. Und die hohe Qualität kann man doch schon daran erkennen, wie sich die Leute daran reiben. Hätte Israel chancenlosen Schrott gemeldet, würde das doch keinen kümmern.
Ansonsten denke ich, daß diese Kontroverse die beste Werbung für den ESC seit Jahren ist. Begraben könnt ihr den ESC deshalb noch lange nicht, mache sich niemand falsche Hoffnungen!

Tom Badil
Tom Badil
2 Jahre zuvor
Reply to  Chriss

Naja. Letztlich ist es derselbe Quatsch wie immer – nur eben diesesmal Andersherum. Sonst voten diverse Interessengruppen mit 20 Anrufen pro Nase und Telefon etwa für einen blassen Jungen im Tütü, dieses Mal eben für Israel.

Mir ist das schon seit vielen Jahren egal, denn es sieht nicht so aus, als die ESC-Verantwortlichen die Zahl der Stimmenabgabe pro Gerät auf genau Eine reduzieren und damit auf die Einnahmen des Televotings verzichten wollen.

Ich freue mich einfach auf ein paar schöne Songs, und jede Menge Skandalgeschichten, die man dann auf der Party zum Besten geben kann.
Mein Tip? Natürlich Israel^^

Murzel2003
Mitglied
Murzel2003
2 Jahre zuvor

Mir ist alles recht – Hauptsache, die Ukraine gewinnt nicht. Ich werde 20x für Israel voten. Mögen Andere es anders machen – WTF

drehmaamherd
drehmaamherd
2 Jahre zuvor
Reply to  Murzel2003

Warum nicht?

KellyTV
KellyTV
2 Jahre zuvor
Reply to  Murzel2003

Das Lied von der Ukraine finde ich persönlich sehr schön:) Aber warum willst du nicht das sie gewinnen?

Gaby
Gaby
2 Jahre zuvor

Eden Golan hat wunderbar abgeliefert, trotz dem Gegenwind, der ihr kräftig entgegenbläst. Kann ich nur meinen Hut vor ziehen. Sie wird gut abschneiden, an einen Sieg glaube ich aber nicht.
Aber ich glaube, dass Kroatien beim Televoting abräumen wird, und die Schweiz zusammen mit Frankreich die Jurystimmen kassieren wird.

Kontrapunkt
Kontrapunkt
2 Jahre zuvor

Meine Güte, bin ich froh, dass ich den ESC dieses Jahr boykottiere. Klar, ich gucke mir die Ergebnisse und eine (sehr kleine) Auswahl an Beiträgen an. Aber ich habe keins der Halbfinals geschaut und werde auch morgen Abend was Besseres tun als mir diese Farce anzuschauen. Bin froh wenn Sonntag und der Spuk rum ist und man nicht mehr in jedem zweiten Satz was von NemX liest.
Ich würd’s ja geil finden, wenn Israel gewinnt. Das wäre für mich ein guter Gewinner. Guter Song und im Gegensatz zu Kroatien halt auch ne gute Live-Performance. Außerdem würde das ganze Ding so dermaßen implodieren, dass man den Wettbewerb vielleicht endlich mal zwangsweise auf Vordermann bringen müsste. Ich kann ich nur alle, die jetzt schon das Ende des ESC kommen sehen, beruhigen: das wird nicht passieren. Selbst WENN Israel das Televoting gewänne (was ich nicht glaube, anders als es bei der Ukraine war, sehe ich bei Israel keine große Welle der Solidarisierung, die politische Situation ist da auch noch mal komplizierter als es in der Ukraine der Fall ist): in den Jurys werden genug Israel-Hater (vor allem in Nordeuropa) sitzen, die den Beitrag absichtlich so weit runter werten werden, dass er keine Chance auf Sieg hat. Das könnte dann wieder eine gute Nachricht für Kroatien sein, da angesichts des Standes in den Wetten durchaus möglich ist, dass man dann – um „gegen“ Israel zu werten – Kroatien als aussichtsreichster Alternative einen Boost gibt. Zum Glück glaubt keiner daran, dass NemX im Televoting was reißen wird, so dass man eher dem wahrscheinlichen Televoting-Gewinner Kroatien einen Jury-Bonus geben wird und NemX davon wohl eher nicht profitieren wird. Das wäre zumindest meine „Verschwörungstheorie“, wenn man davon ausgehen will, dass der israelische Beitrag politisch bewertet werden wird.

Der Vorteil von Israel – aber auch von Kroatien wegen der starken Diaspora – wird aber das neue alte System sein, dass man vor dem Durchlauf aller Beiträge schon anrufen kann. Wer da konzentriert einen bestimmten Beitrag „pushen“ will, hat da deutlich mehr Möglichkeiten.

Mitch
Mitch
2 Jahre zuvor
Reply to  Kontrapunkt

Den letzten Absatz verstehe ich nicht ganz. Soweit mir bekannt ist, darf man von jedem Anschluß aus maximal x-mal (20?) anrufen. Wenn ich nun unbedingt 20mal für den gleichen Titel anrufen will, ist es doch völlig wumpe, ob ich dafür 5 Minuten oder 100 Minuten Zeit habe, oder?

Max00
Max00
2 Jahre zuvor
Reply to  Kontrapunkt

Warum so respektlos? Manche Menschen kann man echt nicht verstehen…

Schädler
Schädler
2 Jahre zuvor
Reply to  Kontrapunkt

Dafür, dass Sie es boykottieren schreiben Sie aber eine ganze Menge…..

Mareike Kaa
Mareike Kaa
2 Jahre zuvor
Reply to  Schädler

Haha, wollte ich auch sagen. Wenn das schon Boykott ist, habe ich letztes Jahr auch den ESC bpykottiert. (Weil mein einziger Favorit im Semi hängen geblieben ist.)

Schädler
Schädler
2 Jahre zuvor

Warum um himmelswillen muss der ESC politisch und gendermässig so schwergewichtig sein? Kann man denn nicht einfach einmal ganz unvoreingenommen die Qualität der Künstler und Künstlerinnen beurteilen? Ist doch eine Schande ….

dirtsa
dirtsa
2 Jahre zuvor

So, ich habe mir jetzt sehr viele Kommentare durchgelesen und habe beschlossen so zu voten, wie ich es auch ursprünglich vorhatte:
Über 50% für Norwegen, und einige für die Schweiz und Irland und vielleicht auch noch Serbien und Armenien. Wahrscheinlich benutze ich Festnetz und Handy.
Ich hatte bisher nicht vor für Israels Song zu voten und auch nicht vornehmlich für einen Favoriten, sondern für meine persönlichen Favoriten.
Ich hoffe das handhabt jeder so und läßt die Politik außen vor.

Schlippschlapp
Schlippschlapp
2 Jahre zuvor
Reply to  dirtsa

Es ist auch Sinn der Sache, daß man für die persönlichen Favoriten anruft. Bei mir sind das unter anderem Portugal und Slowenien, Norwegen finde ich auch sehr stark.

Schlippschlapp
Schlippschlapp
2 Jahre zuvor
Reply to  Schlippschlapp

Konstrakta ist übrigens heute nicht mehr in der serbischen Delegation, sondern Punktesprecherin.

dirtsa
dirtsa
2 Jahre zuvor
Reply to  Schlippschlapp

oh ja, Slowenien habe ich vergessen! Die bekommen sicher auch noch einen Anruf!
Aber man kann ja nicht für alle anrufen!