Advent der liebsten Blogger-ESC-Momente (1): Mein „erstes Mal“

Vielleicht hat sich der ein oder andere schon gewundert, dass wir in diesem Jahr keine Umfrage für unseren Adventskalender durchführten. Und vielleicht hat der ein oder andere befürchtet, dass es in diesem Jahr keinen Kalender geben würde. Doch nichts da, wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, Euch durch die Vorweihnachtszeit zu begleiten.

In diesem Jahr dürft Ihr Euch über die liebsten, ganz persönlichen ESC-Momente von uns freuen! Und natürlich seid ihr auch wieder in den Kommentaren aufgerufen, mit uns in vergangen Momenten zu schwelgen. Ab heute werden also wieder viele Türchen geöffnet, deren Inhalte sich zum Glück nicht auf die Hüften legen: Los geht’s mit unserem virtuellem ESC-kompakt-Adventskalender!

 

Blicken wir ein paar Jahr zurück, genauer gesagt in das Jahr 2015. Conchita Wurst gewann im Vorjahr nachhaltig beeindruckend den ESC in Kopenhagen und so lud der ausrichtende ORF zum 60. Eurovision Songs Contest in Wien ein. Blicke ich zurück, empfinde ich es eigentlich als unglaublich, dass ich erst 2015 live beim Song Contest mit dabei war. Als großer Fan hatte ich schon seit Jahren davon geträumt, für den ESC in Düsseldorf besaß ich sogar Karten, musste die aber ein paar Tage vor dem Contest leider verschenken.

Mit Eintrittskarten für beide Halbfinale und das Finale, sowie den jeweiligen Generalproben im Gepäck (danke an den Fanclub ECG!) reisten wir am 18. Mai zu dritt ins herausgeputzte Wien. Zusammen erkundeten wir nicht nur die beeindruckende Hauptstadt und genossen die heimischen Spezialitäten, sondern erlebten trotz unperfektem Wetter natürlich auch das Eurovision Village direkt auf dem Wiener Rathausplatz. In den begehrten Euroclub schafften wir es zwar nicht (hierfür musste man sich tagsüber stundenlang anstellen), aber auch die Partys des ortsansässigen ESC-Fanclubs boten diverse Starauftritte und reichlich Musik vergangener und des bevorstehenden Contests bis spät in den frühen Morgen. Auch wenn Måns Zelmerlöw als einer der großen Favoriten auf den Sieg nach Wien kam, wurde ihm Bojana Stamenov aus Serbien und vor allem Nadav Guedj aus Israel zumindest auf der Tanzfläche sehr gefährlich. Jedes Mal kochte zu diesen Klängen der Saal. Da konnten auch die britischen Electro-Velvet-Fans mit eigens einstudierter Choreographie kaum mithalten.

Schon einen Tag nach der Anreise war es soweit – die Wiener Stadthalle öffnete die Pforten für uns und sollte mir einen ganz besonderen ESC-Moment schenken, den ich wohl nicht mehr vergessen werde. Das erste Halbfinale stand bevor – und wir direkt vor der Bühne.

Manuel in Extase!

Schon vorab sprang ich gefühlt wie ein Flummi zwischen den Fans hin und her, während das Programm zum Anheizen des Publikums noch nicht vollends Früchte trug. Als dann aber um kurz vor 21 Uhr der Countdown startete, der auf den Bildschirmen in der Halle alle ESC-Gewinner sekündlich zeigte, zählte jeder in der Halle laut mit. Immer wieder wurde bei einzelnen Siegern laut gejubelt, immer lauter zählte das gesamte Publikum in der Halle mit. Es war elektrisierend.

Bei der Einblendung von Conchita und dem Ende des Countdowns brach in der Halle schließlich lauter Jubel aus, das Licht ging aus, das Bühnenlicht an – das erste Halbfinale meines ersten Live-vor-Ort Eurovision Song Contest begann mit der Eurovisionsfanfare „Te deum“ von Marc-Antoine Charpentier. Gänsehaut am ganzen Körper – mit dickem Kloß im Hals und vielleicht sogar einer Träne vor Glück im Auge stand ich da und genoss diesen Moment in vollen Zügen.

Nach einem kurzen Vorfilm öffnete sich auf einmal die LED-Wand hinter der Bühne und offenbarte das dort sitzende ORF-Radio-Symphonieorchester Wien, unter der Leitung des Dirigenten Peter Pejtsik. Conchita betrat in einem Traum aus weiß und in hellem weißen Licht getaucht die Bühne… ach, schaut es Euch einfach nochmal selbst an (Video oben). Eine fantastische Eröffnung!

Um diese Eröffnung zu toppen, mussten Conchita im Finale dann schon „Flügel wachsen“ und das heute fast schon zum emotionalen Kult für einige Fans gewordene extra komponierte „Building Bridges“ der ESC Vienna All Stars performt werden.

„Building Bridges“, das Motto des 60. Eurovision Song Contest entstand übrigens, da Österreich historisch schon oft als Brücke zwischen Ost und West fungierte und der Gedanke von Toleranz, für den Conchita steht, weitergeführt werden sollte. Der Eurovision Song Contest verbindet noch heute über die Musik unterschiedliche Länder, Kulturen und Sprachen miteinander.

Ganz egal, zu was für einem Event der Contest in den kommenden Jahren noch werden wird – auch dieser Grundgedanke wird mir stets im Herzen bleiben.


29 Kommentare

  1. Danke, Manu! Freue mich schon auf die nächsten Geschichten, mit denen lhr Blogger uns die Zeit vor Weihnachten versüßen werdet!

  2. Ich habe ein Adventskalender von Douglas. Heute am 1.12. war hinter dem „Türchen“ eine Herren Hand Creme. Na toll 🤔

  3. Danke Manu für die schöne Überraschung. Ich bin ehrlich ich hab gar nicht darüber nachgedacht ob es einen ESC Kompakt Adventskalender gibt und was das Thema ist. Umso schöner die Überraschung als ich heute Morgen meine Mails checkte und dein Türchen öffnete. Ich bin nun gespannt was uns jeden Tag für interessante Geschichten geschenkt werden

  4. Super, dass es auch dieses Jahr wieder einen ESCK-Adventskalender gibt, und da ich eh kein Fan von Süßigkeiten bin, aber Geschichten liebe, ist dieser Kalender für mich perfekt.
    Außerdem bekomme ich noch immer jedes Jahr einen Adventskalender von meinen Eltern: Heute fiel eine Packung Fisherman’s Friend Mint raus, als ich das Türchen öffnete. 🙂

  5. Normalerweise fühle ich mich eigentlich schon zu alt für Adventskalender, aber den hier finde ich sehr gut. Vielen Dank an Manu! 🙂 Liebe Grüße

  6. Mein erstes Mal war der ESC in Düsseldorf. War aber nur das Juryfinale am Freitag. Wir sassen sehr weit weg von der Bühne und sahen die Show von daher eigentlich nur über die Leinwände, auf der Bühne waren quasi Strichmännchen.
    Deswegen fand ich das Finale am Samstag auf dem heimischen Sofa mit rumquatschendenTöchtern und optimaler Sicht dann doch besser.

    • Na dann bin ich ja doch froh, dass Düsseldorf nicht mein erster ESC war. Hatte dort auch Karten ganz weit hinten… Allerdings schwärmen die, die dort waren mir oft vor was für eine geile Stimmung da im Finale war

  7. Oh, super, es gibt wieder einen Adventskalender. Vielen lieben Dank dafür.
    Und Manu, ich kann mich auch noch sehr gut an Wien erinnern. Wir waren auch vor Ort. Eine grandiose und für mich auch eine der besten Eröffnungen. Ich kann mich auch noch erinnern, dass es viel in diesen Tagen geregnet hat und ich war schrecklich krank mit Fieber und allem Zipp und Zapp. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis, an das ich immer gerne zurückdenke.

  8. Oh wie schön! Ich freu mich!

    Und ja, das erste Mal in der Halle vergisst man niemals. Ich hatte damals (2011 in Düsseldorf) auch was im Auge und hätte am liebsten den Boden küssen mögen. War absolut überwältigend.

  9. Lieber Manu, vielen lieben Dank das du mit uns diesen Moment teilst. Dieses opening ist für mich auch eines der besten und die mit Abstand beste Moderation in Wien die anderen Damen waren doch sehr blass.

  10. Mein erster (und bisher einziger ESC) vor Ort war der in Zagreb, und da war ich noch ein ganz blutjunges Mädsche. 😎 Mein Favorit damals war nicht „Insieme: 1992“ und ganz bestimmt nicht das biedere „Frei zu leben“ sondern Tajči mit „Hajde da ludujemo“. Viele Jahre später befanden wir uns beide zufällig in derselben Stadt in den USA, und ich wäre fast auf eines ihrer Konzerte gegangen, bevor mich ein Freund aufklärte, dass ihre Musik wohl mittlerweile mehr in die christliche Richtung gehe. Tja, das war es dann für mich.
    PS: Für Adventskalender ist man nie zu alt. Einmal im Jahr darf man sich etwas gönnen. Für alle, die es brennend interessiert: Im Weinkalender war ein italienischer Chardonnay, und im, äh, „Beauty-Kalender“ eine Wimperntusche namens Big Ego. Huch, kennen die mich? 😉
    Manu, danke auch dieses Jahr wieder für 24 Erinnerungen rund um den ESC. „Rise like a phoenix“ war zwar das Jahr zuvor, ist aber einer meiner All-Time-Faves.
    Ich war jetzt ja richtig geschwätzig. Man möge mir verzeihen. Blame it on the Chardonnay! 🙈

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