
Nach jedem schwachen deutschen Abschneiden beim Eurovision Song Contest in Wien wird wieder einmal reflexartig gefragt, warum uns keiner mag und weshalb es erneut (fast) punktlos ans Tabellenende ging. Dabei sind viele Probleme hausgemacht. Auch der Wechsel der ESC-Verantwortung innerhalb der ARD vom NDR zum SWR hat daran bislang wenig verändert.
Noch immer wird zu kurzfristig gedacht, zu viel intern abgestimmt und zu oft nach der berühmten eierlegenden Wollmilchsau gesucht: einem Beitrag, der allen ein bisschen gefällt und gleichzeitig irgendwie modern wirkt. Genau dieser scheinbar sichere Kompromiss wird beim ESC jedoch seit Jahren konsequent abgestraft. Dabei gäbe es durchaus einige konkrete Drehschrauben, an denen der SWR jetzt arbeiten sollte, um Deutschlands Chancen beim ESC 2027 deutlich zu verbessern.
1. Mit der ESC-Planung sofort beginnen – nicht erst im Herbst
Eines der größten Probleme Deutschlands ist der fehlende langfristige Ansatz. Jahr für Jahr wirkt es so, als würde die ESC-Strategie komplett neu gestartet werden. Zuständigkeiten müssen geklärt, Konzepte abgestimmt und Entscheidungen intern neu verhandelt werden. Genau dadurch verliert Deutschland wertvolle Zeit. Das bestätigte letztlich auch die ehemalige Delegationsleiterin Alexandra Wolfslast beim Fanclubtreffen im Januar in München.
Andere Länder arbeiten ganzjährig am ESC. Dort werden frühzeitig Künstler*innen angesprochen, Songs entwickelt, Staging-Ideen getestet und internationale Strategien aufgebaut. Deutschland dagegen beginnt oft erst dann ernsthaft mit der Vorbereitung, wenn die Sommerpause vorbei ist und alle ARD-Gremien zugestimmt haben. Wer beim ESC erfolgreich sein will, darf aber nicht erst im Herbst anfangen.
2. Weniger Gremien – mehr kreative Verantwortung
Der ESC ist kein Verwaltungsprojekt. Genau so wirkt die deutsche Herangehensweise aber häufig. Zu viele Entscheidungen entstehen im Konsens. Ideen werden diskutiert, abgeschwächt oder verworfen, weil sie zu speziell sein könnten oder Teile des Publikums irritieren würden. Das Ergebnis sind glatte, vermeintlich sichere und oft austauschbare Beiträge.
Viele deutsche ESC-Shows sehen ähnlich aus, arbeiten mit denselben Gesichtern und denselben Mechanismen. Wirklich innovative Ansätze fehlen dagegen häufig. Dabei zeigt der ESC jedes Jahr aufs Neue, dass gerade mutige, eigenständige und klar profilierte Konzepte Aufmerksamkeit erzeugen. Der Wettbewerb belohnt keine Kompromisslösungen aus Redaktionskonferenzen, sondern klare kreative Entscheidungen.
3. Den Vorentscheid konsequent auf den echten ESC ausrichten
Der deutsche Vorentscheid funktioniert bisweilen nach völlig anderen Regeln als der ESC selbst. Das beginnt schon bei der Zielgruppe. Nur rund zehn Prozent der Zuschauer*innen des deutschen Vorentscheids waren unter 30 Jahre alt. Viele jüngere Menschen, die beim internationalen ESC selbstverständlich dabei sind und abstimmen, wussten vom deutschen Vorentscheid dagegen kaum etwas.
Gleichzeitig hat die EBU die internationalen Jurys bewusst verjüngt und vorgeschrieben, dass mindestens zwei der sieben Juror*innen unter 25 Jahren alt sein müssen. Deutschland produziert also einen Vorentscheid für ein Publikum, das mit dem tatsächlichen ESC-Publikum immer weniger zu tun hat.
Hinzu kommt das Abstimmungssystem. Beim deutschen Finale entschieden zunächst allein internationale Expert*innen über die Top 3 – erst danach durfte das Publikum abstimmen. Beim ESC selbst passiert genau das aber parallel. Entsprechend logisch wäre es, dieses System auch national abzubilden.
Wenn der SWR erfolgreich sein will, muss der Vorentscheid stärker auf die Realität des ESC ausgerichtet werden. Für das Altersdilemma wären etwa stärker integrierte Social-Media-Votings oder Modelle wie in Schweden denkbar, wo verschiedene Altersgruppen separat gewichtet werden.
4. Aufhören, „ganz gute“ Songs zu suchen
Deutschland versucht zu oft, einen möglichst ungefährlichen Kompromiss zu finden: etwas modern, etwas radiofreundlich, etwas emotional, etwas international. Heraus kommen Songs, die professionell produziert sind – aber kaum Begeisterung auslösen.
Der SWR ließ die Beiträge des Vorentscheids in diesem Jahr vorab von Kantar testen. Später war inoffiziell zu hören, die letztlich ausgewählten Songs seien nicht identisch mit den neun bestplatzierten der Marktforschung gewesen – aber alle seien „gut“ gewesen. Genau darin steckt das Problem: „gut“ reicht beim ESC nicht. Denn weder Zuschauer*innen noch Jurys vergeben Punkte für solide Durchschnittlichkeit. Sie stimmen für ihre absoluten Favoriten ab. Wer überall nur auf Platz elf landet, verliert.
Dabei sollte man sich auch die Frage stellen: Soll der Beitrag vor allem Jurys überzeugen? Soll er maximal im Televoting zünden? Oder schafft er wirklich beides? Sich irgendwie durchzuwurschteln und darauf zu hoffen, dass am Ende schon genügend Punkte zusammenkommen, funktioniert beim ESC nicht.
5. Mehr Mut zu klaren Profilen und echten Nischen
Das diesjährige Televoting im ESC-Finale hat erneut gezeigt, wie wichtig klare Identitäten geworden sind. Bulgarien punktete mit innovativem Mainstream-Pop, Rumänien war am besten in der Rock-Nische, Moldau zündete mit maximaler Party-Energie und Griechenland mit einer völlig überdrehten Spaßnummer. Man muss diese Beiträge nicht persönlich mögen. Aber sie hatten alle etwas Eigenes, an das man sich erinnerte.
Der Wettbewerb belohnt genau diese Exzellenz in einer klaren Nische. Erfolgreiche Beiträge haben starke Persönlichkeiten, kulturelle Eigenheiten, ungewöhnliche Ideen oder eine radikale Konsequenz in ihrer Inszenierung. Genau deshalb funktionierte übrigens auch „Baller“ im vergangenen Jahr deutlich besser: Der Beitrag hatte Ecken, Kanten sowie Wiedererkennungswert und Identifikationspotenzial. Oder anders formuliert: weniger Austauschbarkeit, mehr Exzellenz in der Nische (die Thomas Mohr vom ESC Update seit Jahren predigt).
Hinzu kommt: Der ESC ist längst nicht mehr nur ein Musikwettbewerb. Erfolgreiche Beiträge funktionieren heute oft genauso stark über Bilder, Inszenierung, Kamera-Momente und Social-Media-Wiedererkennbarkeit wie über den Song selbst. Deutschland bewertet Beiträge dagegen häufig noch zu sehr nach klassischer Radio- oder Fernsehtauglichkeit. Beim ESC reicht das längst nicht mehr aus.
6. ESC-Kompetenz wichtiger nehmen als Betriebslogik
Natürlich arbeiten in der ARD viele erfahrene und kompetente Menschen. Aber nicht jede gute Fernsehredakteurin und nicht jeder erfolgreiche Show-Produzent ist automatisch auch ESC-Expert*in. Der Wettbewerb folgt eigenen Regeln, Dynamiken und Ästhetiken – und sollte auch entsprechend professionell behandelt werden.
Trotzdem entsteht häufig der Eindruck, dass personelle Entscheidungen innerhalb der ARD über Jahre fortgeschrieben werden – unabhängig von den Ergebnissen. In anderen Unternehmungen würde man nach mehreren schwachen Resultaten automatisch hinterfragen, ob bestimmte kreative oder strategische Ansätze wirklich funktionieren. Wenn Staging, Kameraarbeit oder visuelle Konzepte international wiederholt nicht konkurrenzfähig wirken, muss man sich irgendwann ehrlich fragen, ob andere kreative Impulse sinnvoll wären.
7. Den deutschen Beitrag international stärker vermarkten
Viele Länder betreiben für den ESC gezielte internationale Markenpflege. Sie bauen früh Fan-Communities auf, bespielen Social Media strategisch und nutzen regionale Verbindungen bewusst aus. Deutschland unterschätzt diesen Faktor.
Dabei zeigte das Ergebnis von Sarah Engels, dass ihre besten Televoting-Platzierungen genau aus den Ländern kamen, in denen sie bereits bekannt war: Luxemburg, Österreich und der Schweiz. Man braucht keine einmaligen Promo-Aktionen in vielen Ländern, in denen deutsche Künstler*innen ohnehin kaum wahrgenommen werden. Zielführender wäre eine systematische und langfristige Öffentlichkeitsarbeit in wenigen Ländern, in denen Deutschland kulturelle oder mediale Anknüpfungspunkte hat.
Das heißt nicht, dass man die ESC-Pre-Partys komplett vernachlässigen sollte. Dort kann der deutsche Act mit den Teilnehmenden aus anderen Ländern connecten und wertvolle Erfahrungen mit der ESC-Bubble sammeln. Nachhaltige Wirkung auf das tatsächliche Voting-Ergebnis erzielt man dort allerdings nur äußerst begrenzt.
Welche der sieben „Drehschrauben“ hältst Du für die wichtigste – und welche anderen siehst Du noch? Braucht Deutschland beim ESC vor allem mutigere Songs – oder eher neue Strukturen hinter den Kulissen? Und was müsste der SWR aus Deiner Sicht bis zum ESC 2027 konkret verändern? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
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Bulgarien war innovativ? Wo? Die ist genauso rumgehopst wie Sarah. Ich sehe da keinerlei qualitätsunterschiede. Oh ja, Dara startete für Bulgarien, Sarah Engels für Deutschland. Wäre es umgekehrt gewesen, würde die Ergebnisse wohl anderes aussehen.
🥱 🙄
Du erkennst also keinen Unterschied zwischen Fire und Bangaranga? Oh je, dann wird mir so manches klarer.
Doch Fire war bedeutend niveauvoller als Bangaranga. Gegenüber diesem Song sind alle Ballermansongs phonetische Meisterwerke.
Wie definiert sich hier „Niveau“?
War es der sexy Tanz?
War es der Liedtext mit den revolutionären Reimen „Fire“ und „Liar“?
Du scheinst mir ein niemals versiegender Quell von Unsinn zu sein, dessen Ausguss durch vorgefertigte Schablonen läuft …
Wie oft hat Bulgarien schon gewonnen?
Außerdem: Dara = 2026 / Sarah = 2004 (Peter hat neulich ja Düm tek tek aus dem Jahrgang 2009 erwähnt. Habe ich mir daraufhin extra noch mal angeschaut. Das wirkt moderner als 🔥)
Selbst Du kannst nicht ernsthaft behaupten, dass das Ergebnis daran liegt, dass Bulgarien beliebter ist als Deutschland, die meisten Leute wissen doch nicht mal, wo das liegt.
Was ich kann oder was nicht kann, hat mir niemand vorzuschreiben Punkt. Das ist meine Meinung, deal with it.
FOAD, incel.
Tja, eine Meinung ist eben auch nur das: eine Meinung.
WOW! Eine eigene Meinung äußern, wie bspw. „Ich persönlich finde zwischen Bulgarien und Deutschland keinen Innovationsunterschied.“
oder einfach Antistimmung wie bei deinem Post zu verbreiten, sind meilenweite Unterschiede. Und genau das darf und sollte man kritisieren und dir anlasten. Meinungsfreiheit ja, aber dann bitte auch als deine Meinung kennzeichnen und nicht hetzen. Ich hoffe du bist alt genug, dass du solch einfache Grundlage wissen solltest.
Der Unterschied ist, dass der Beitrag mit dem Titel Fire leider nicht das Feuer entfachen konnte wie der andere Titel. Alles recycelte Ideen. Bulgarien hat sich für die Bühne was einfallen lassen und hatte kurze Tempowechsel im Song und das klang im ganzen nach mehr und vor allem deuzlich moderner.
Schau dir Italien an, das war ganz sicher nicht modern. Der Song war aber deutlich retro und das passte alles gut zusammen. Fire war einfach kein Retro aber trotzdem alt.
Es spielt keine Rolle wer da für welches Land auftritt. Schweden ist auch hinten gelandet. England ist auch hinten gelandet und Österreich auch obwohl sie den letzten ESC gewonnen haben.
Fire hatte auch Tempowechsel genauso wie Bangaranga. Und es ist ja nicht so das sich Sarah nix ausgedacht hat. Bangaranga hatte genau die gleiche ESC-Typische Inzenierung wie Deutschland. Also hör mir auf damit das Bulgarien 2026 ja sooo viel moderner gewesen sein wäre. Bulgarien 2026 ist für mich der schlechteste ESC-Sieger seit 1975. Der unterbietet jedes Ballermannlied. Das Sarah sogar schlechter abgeschnitten hat als Zypern ist besonders hart. Eine Jury muss doch erkennen können das die Antigoni nicht einen Ton halten konnte. Vielleicht sollte man der Jury sagen, das die Körbchengröße kein Bewertungskriterium beim ESC sein sollte.Ich bin zwar kein großer Fan vom italienischen Song. Der hat mir aber immer noch besser gefallen als Bulgarien.
Faszinierend. Wie du drauf kommst, dass das GENAU die GLEICHE ESC-typische Inszenierung war ist mir ein Rätsel. Jut, ist halt deine Meinung.
Aber ich geb dir mal nen Tipp: es zählt die Gesamtperformance und in der Hauptsache der Song. Da können auch nal Töne daneben sein. War bei Lena damals auch nicht anders.
Selbst wenn du singst wie ein Trennschleifer kannst du trotzdem gewinnen odee zumindest weit vorne landen.
Du scheinst dich zu sehr auf deinen eigenen Geschmack zu beziehen und der muss nicht zwangsläufig mit dem überein stimmen was der Rest der Votenden denkt und bevorzugt.
Ich hab es vermutlich leichter, ich freu mich über gute Songs und Performances egal von wem die sind und aus welchem Land.
😂😂😂 Die Unterschiede fangen schon bei den Songtiteln an. Sogar der Titel „Fire“ ist altbacken und uninspiriert!
Ich habe dir das schon vor Jahren geschrieben, als du noch als „esc-fan05“ (oder so ähnlich) gepostet hast und du dich nach deutschen Misserfolgen für eine Zeit lang zurückgezogen hattest: Versuche mal die Deutschland-Brille abzulegen. Das hilft bei der Einschätzung der Realität.
Ich komme aus Österreich und sah dieses Jahr absolut keine Chance für eine gute Platzierung von „Tanzschein“. Rang 24 ist es geworden. Und jetzt? Die Welt dreht sich weiter.
Viele deutsche ESC-Fans haben „Fire“ richtig eingeschätzt. Der Song kam Jahre zu spät.
In Österreich habe ich den Eindruck, dass sich der ORF immer wieder mal etwas traut. Das kann ordentlich in die Hose gehen, aber auch zum Sieg reichen wie 2014 oder 2025.
Bei Deutschland frage ich mich seit vielen Jahren, warum nicht bessere Acts zum ESC geschickt werden. Ein Land mit über 80 Millionen Menschen müsste doch besseres liefern können…
Nächstes Jahr wird bei uns besser! Der Fan schreibt unseren Song zusammen mit Lothar Matthäus!
Tanzschein war wenigstens speziell, auch wenn es nicht honoriert wurde.
Ich glaube kaum, das ich mir was von einem Österreicher vorschreiben lasse. Darf ich mal daran erinnern wie lange Österreich beim ESC ausgesetzt hat? Nach dem ESC wissen sie alle alles besser. Und wenn Deutschland den ESC verlässt, dreht sich die Welt auch weiter.
Ich weiß schon: Das was Österreich und Deutschland am meisten trennt, ist die gemeinsame Sprache.
Mit „Versuche mal die Deutschland-Brille abzulegen“ wird in Österreich niemandem etwas vorgeschrieben, es ist lediglich als Tipp gemeint. Wird das in Deutschland schon als „vorschreiben“ verstanden? Interessant 😄😉
Völlig richtig: Wir haben Jahre lang nicht mitgemacht. Österreich hat 58 mal teilgenommen, Deutschland 69 mal. Deutschland hatte also 11 mal mehr die Chance zu gewinnen…. Nochmals: Bei über 80 Millionen Menschen muss einfach mehr kommen.
Einfach zeitgemäße und bessere Acts schicken, dann kann Deutschland wieder vorne mitmischen. 2027 gibt es ja schon wieder eine Gelegenheit dazu.
Das fragen wir uns glaub ich alle.
Dir ist wirklich nicht mehr zu helfen … das ist dieses typische: Uns mag sowieso keiner! Und wie erklärst du dir den 12. Platz von Isaak und den letztjährigen 15. Platz? Schau der Realität ins Auge: Fire war grottenschlecht. Punkt.
Einfach ignorieren, dieser User wird sich nie ändern.
Oh je, ein Die Deutschen sind unbeliebt-Verfechter. So unbeliebt, dass Lena gewinnt, Schulte Platz 4 holt und Baller deutlich besser funktioniert hat, obwohl es doch in der am wenigsten erfolgreichsten Sprache beim ESC gesungen wurde. Komisch! Nein, sorry. „Fire“ ist Plastikpop, den Suno dir in nicht mal fünf Minuten ähnlich gut komponiert und ChatGPT liefert den Text dazu. Nach dem ersten Chorus brauchst du da nicht weiterhören, denn man weiß genau, wie es weiter- und ausgeht. Da ist nichts dran innovativ. Eine Nummer wie Bangaranga suchst du im Formatradio garantiert vergebens. Nenn mir einen vergleichbaren Titel. Halbnackte Mädels zu Feuer tanzen zu lassen, das funktioniert heute nicht mehr beim ESC. Fuego hat da wirklich eine Büchse der Pandora geöffnet und mir war von Anfang an klar, dass die Nummer in die Hose geht. Letztlich ist genau das rausgesprungen, was ich mir gedacht hatte: Keine 0, ein paar Trostpunkte für den Gesang, singen kann sie ja – der Song war nichts.
Bangaranga war vielleicht nicht der stärkste Song des Jahrgangs – aber die mit Abstand beste Performance. Dagegen war selbst Finnland gar nichts. Und ja, die Inszenierung war innovativ und erinnerungswürdig. Bei Deutschland war sie es nicht. Da war einfach nur Feuer und Tänzerinnen – wie bei gefühlt mindestens 80 anderen Beiträgen der 2020er auch (und vielleicht reicht das nicht mal). Gähn. Dabei hätte man durchaus eine bessere Inszenierung aus dem Song rausholen können, bspw. mit einer Art Kampf zwischen Sarah und einem verhüllten Mann. Einfach ein bisschen Story, mehr fürs Auge, wenns schon nichts fürs Ohr gab. Der durchschnittliche ESC-Zuschauer sieht und hört die 25 Finalbeiträge am Samstagabend zum ersten Mal und votet dafür, was am meisten kleben bleibt. Und bei Sarah war da einfach nichts Kreatives. Essyla aus Belgien hat’s doch überhaupt erst ins Finale geschafft, weil sie das völlig ausgelutschte Feuer durch Eis ersetzte. Das war mal was anderes. Könnte sie besser singen, wäre sie unter Garantie auch höher gelandet. Also hör bitte auf mit deinem „Deutschland mag halt keiner“. Sogar das allmächtige Schweden ist dieses Jahr mit Ohrenkrebs-Felicia auf die Schnauze gefallen. Abgesehen von Israel und den üblichen Nachbarschaftsvotings war das votingtechnisch der fairste ESC seit langer Zeit.
Das Paradoxe ist, dass ich Bangaranga inzwischen durchaus zutraue, ein Hit zu werden. Fire ist zumindest bis dato keiner geworden.
Bangaranga Platz 1 der Spotify Daily Charts Germany.
https://charts.spotify.com/charts/view/regional-de-daily/2026-05-17
Diese sieben Punkte wären schon mal ein guter Neuanfang. Aber ich fürchte, die ARD ist ein schwerer und manövrierunfähiger Tanker. Zu viele reden mit – wie im Beitrag schon erwähnt – man wagt nicht, eine vom ESC „besessene“ Figur zu suchen und zu finden, die für die Sache brennt. Christer B. aus Schweden lässt grüßen. Eine solche Person muss die Fäden in der Hand halten und Kontroversen aushalten. Der Mut zu richtig guten Songs, Songs, die eine entsprechende Inszenierung förmlich evoieren, der fehlt. Das können crazy, arthouse oder gefällige Sachen sein, wenn sie nur zünden! Solange alle irgendwie für den ESC Verantwortlichen in der ARD sicher ihr Gehalt kriegen, ebal, ob sie reüssieren oder nicht, wird sich nichts tun. Solange da Leute sitzen und das Sagen haben, die Barbara Sch. für die ideale Besetzung halten, den Vorentscheid zu moderieren, wird sich nichts tun. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt!
Im Westen nichts neues.
Der beinahe alljährliche Kommentar.
Neue Ansätze findet man hier nicht wirklich.
Ist eben auch jedes Jahr wieder richtig.
Beim ARD wird sich halt leider auch in 50 Jahren nichts ändern.
Wenn es dann noch ARD gibt…
Diesselbe Suppe schmeckt bei sechstenmal nicht mehr.
Aber wenn der Koch nur das eine Gericht kann,
bekommt es halt jedesmal neu serviert.
Ach, das ist alles seit Jahren bekannt und führt zu nichts.
Was funktioniert hat, das war der Blick von außen, d.h. dies ist der eigentliche Punkt 8.
Hier ist explizit jemand wie Stefan Raab gemeint, jemand, der nicht betriebsblind ist.
Noch besser wäre es allerdings, Jan Böhmermann o.ä. die Verantwortung mit allen Konsequenzen zu übergeben.
Wie gesagt, Punkt 8 wäre am wichtigsten. Die anderen sieben Punkte sind systemisch und die bekommt man aus der ARD nicht herausgelöst.
Würde mir eher jemanden wünschen, der im entsprechenden Musikgenre Erfahrung hat. Es nützt nichts einen Schlagerprofi einen Rocksong inszenieren zu lassen. Deswegen sollte nach rechtzeitiger Songauswahl erst derjenige gesucht werden der die Künstler berät. Zum VE können gerne jeder Künstler sein eigenen Berater fürs staging usw dabei haben.
Naja, danach weiß es jeder besser.
Ich denke so gut wurden wir schon lange nicht mehr vertreten.
Sarah hat ihre Sache sehr gut gemacht.
Leider war das Lied vielleicht nicht gut genug, ich fand das Gesamtpaket super.
Man sollte Sarah nochmal mit einen tollen Song schicken.
So wie Australien….das schafft Sarah auch.
Ich bin auch enttäuscht, nicht vom Ergebnis, sondern Sarah hätte mehr verdient.
Grundsätzlich fand ich den Esc sehr gut.
Nur die Siegerehrung war doch eine Katastrophe, niemand war auf der Bühne, niemand hat gratuliert, nur JJ der gar nicht recht wusste was er machen soll…
Wurde der Sieger nicht immer auf die Bühne geholt, Siegerehrung, Sieger durfte was sagen und nochmal singen.
So fand ich es fast respektlos.
Hoffe es ist nächstes Jahr wieder anders.
Und nach Esc ist vor Esc.
Lassen wir uns nicht die Freude daran kaputt machen..
Liebe Grüße
Ich werde ungern hier in diesem Blog persönlich, aber Du bist neu im ESC-Universum?
„This is all history repeating“ wie Shirley Bassey mal sang und ich mag ergänzen „und das seit mindestens 20 Jahren…“.
Wie meinst du das?
Das, was DP schreibt, wird in jedem Jahr geschrieben, mal mit mehr, mal mit weniger Abweichungen zum eigentlichen Subtext: Die ARD kann bzw. will bzw. darf es nicht können – der ESC ist in der Wahrnehmung eine Witzveranstaltung, die kräftig Quote bringt, aber ansonsten wie jedes spießige deutsche Showformat behandelt wird. Der Wettbewerbsgedanke geht der ARD leider komplett ab, anders ist die mangelnde Qualität der ausgesuchten Lieder Jahr für Jahr nicht zu erklären, mit einigen wenigen Ausnahmen natürlich.
Unter Thomas Schreiber hatte man noch so etwas wie eine Verbindung zwischen den Fans und dem NDR. Seit seinem Weggang ist da wenig bis nichts mehr. Gerade der Übergang zum SWR zeigt deutlich auf, daß man auf der Seite des ÖRR überhaupt nicht an „Einmischung“ interessiert ist, so unsichtbar wie der SWR in der laufenden Saison agiert hat.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, der SWR macht das Schlechte vom NDR in Bezug auf den ESC noch schlechter, aber jetzt garniert mit einer totalen Funkstille bzw. Selbstbeweihräucherung nach dem Event und einem beherzten „weiter so!“. Wenigstens hat man den Anstand, nicht wie sonst die Umstände (Deutschland, Startnummer, Politker) zur Schadensbegrenzung einzuspannen, denn „es war ja eine tolle Zeit in Wien“.
ESC bei der ARD heißt in Stein gemeißelt „Barbara S. + Thorsten S. + Marvin D + ein lausig-lustiger VE mit Couch + nichtrelevanten Talkgästen auf derselbigen + vielen musikalischen Novizen, die noch nie auf der Bühne gestanden haben“. Finde den Fehler selbst bei dieser Aufstellung.
DP versucht in seinen Vorschlägen konstruktiv zu sein, schön, das erkenne ich an. Aber um das eigentliche Problemchen tanzt er leider drum herum, auch dafür habe ich Verständnis, wenn man an einer wie auch immer gearteten Zusammenarbeit mit dem ÖRR interessiert ist.
Zielführend ist das alles aber nicht.
Die Fans werden weiter leidensfähig sein müssen.
2027 wird wie 2026 wird wie 2024 wird wie 2023 wird wie 2022 wird wie 2021 wird wie 2019 wird wie… (das Raab-Jahr lasse ich mal aus, aber die Reihe kann ruhig so bis 2013 weitergehen).
Ach lassen wir das.
Das sehe ich doch ganz genauso und denke mir oft warum sind Leute auf dem Sofa die sich eigentlich gar nicht echt für esc interessieren.
Und ich wünschte mir auch was anderes…
Ich wollte doch nur sagen, dass Sarah gut war und es nicht verdient hat.
Sonst nichts….
Sagt ja auch niemand, dass es an Sarah lag. Sie hat das Beste aus dem Song gemacht. Der Song war das Problem wie so häufig. Vorhersehbar, ohne Ecken, ohne Besonderheiten.
Barbara Schöneberger und Thorsten Schorn wählen nicht die Kandidaten, sie sind nur die Gesichter.
Ach ich bin nicht neu im Esc Universum.
Ich schau seit 1976 und bin Mitglied im OGAE Fanclub….
Viele hier auf dem Blog (Blogger und Leser) haben es bereits gewusst als die Vorentscheidungssongs bekannt wurden.
Ich bin seit 1976 begeistert vom esc.
Und ich hätte mir auch andere Lieder gewünscht.
Aber trotzdem sollte man den Ehrgeiz und die Leistung von Sarah erkennen…
Tun wir. Ich habe mich von Sarah als Person sehr gut vertreten gefühlt. Damit gewinnt man nur leider nichts.
Die Freude am ESC ist spätestens seit Samstag vollkommen verflogen. Punkt. Nach dem deutschen Televotingergebnis habe ich abgeschaltet.
Warum nicht schon nach dem Britischen? Das waren ja auch 0 Punkte, und LMNC war früher dran.
(Rhetorische Frage …)
Das war Uk, bin kein Brite, sondern Deutscher. Vielleicht sollte das Votingsystem geändert werden. Warum gibt man nicht Punkte von 1 bis 25 oder 26. Einblenden kann man das ja auch und Spokesperson verkündet dann wer die Höchstpunktzahl bekommt. Ich finde es schon brutal, wenn Künstler soviel Arbeit in ihre Auftritte gesteckt haben und dann kommt dann 0 Punkte. Einen ersten und einen letzten würde es ja dann auch geben.
Dann kann es mit der Liebe zum ESC aber nicht weit her sein.
Das ist ein wenig wie, wenn man im Fußball ein Elfmeterschießen nach dem 1. Fehlschuss des Lieblingsspielers abschaltet und somit nicht mitbekommt, wer gewinnt. Das kann man natürlich gerne machen, hat dann aber wenig damit zu tun, wie ich das ganze konsumiere.
Ganz ehrlich, diese blöde „nachher wissen es alle besser“ Platitude kannst du nehmen und dir… Den Rest gerne denken.
Es haben nämlich die mit Ahnung schon vorher und währenddessen all das genau so vorhergesagt.
Nur hat man auf diese Leute nicht gehört, denn es waren ja Hater.
Und so geht der toxisch positive Circlej**k weiter und das Ergebnis ist bekannt.
Ich verstehe nicht warum man hier gleich so angemacht wird.
Ich darf doch auch meine Meinung sagen.
Mir hat auch Italien gut gefallen von Anfang an und jeder hat mich ausgelacht…
Und Platz 5
Und ich denke ich habe auch Ahnung vom esc…
Das war die beste Winner’s Performance ever! Wie sie spontan die Thonet-Stühle im Kaffeehaus-Greenroom schnappte und mit ihren Tänzer:innen die Sitz-Choreo performte mit den anderen Acts im Hintergrund und dann noch über den langen Laufsteg durch das Publikum bis zur Main-Stage – da hat man alles richtig gemacht. Das muss sogar ich zugeben, der mit dem Song noch immer nichts anfangen kann.
Ich meinte ja auch nicht Dara.. die hat es super gemacht.
Ich meinte eher die Ehrung auf der Bühne.
Ich schreib hier sehr selten und versteh nicht warum mein Beitrag so zerlegt wird… Schade…
Dachte esc Fans halten zusammen….
Tun sie auch.
Du hast nur aufgrund Deiner Nachricht den Eindruck eines Novizen gemacht, der den ESC erst einmal oder zweimal gesehen hat und sich jetzt wundert, warum das passiert ist was passiert ist.
Wie jemand oben sagte, man gibt Sarah Engels nicht per se die Schuld. Das Gesamtpaket war von Anfang an zum Scheitern verurteilt und es wurde von sehr vielen hier darauf hingewiesen, und natürlich reagiert der Sarah-Fan-Club dann im Prozess allergisch auf jede noch so objektive Kritik. Das ist halt auch eine Art der Kommunikation 🙂
Mir stoßen ja Sätze wie „sie hat es nicht verdient“ immer sauer auf, das ist wohl eine Generationssache. Ich frag dann immer spontan, womit hat sie es denn verdient, mit der entsprechenden Betonung auf womit und denn. Meiner erster ESC war übrigens 1974 nur zur Einordnung für Dich.
Also, Kopf hoch, freuen wir uns über einen richtigen Banger als Siegerlied, der allem Anschein nach in 2026 ein richtiger HIT werden wird. Das wird dem ESC gut tun.
Tun wir auch, aber Missverständnisse kommen halt immer wieder vor.
Willkommen in der Realität.
Manche stehen über den Dingen.
Damit muss man leben.
Mit dem „danach“ würde ich auch widersprechen. Immerhin hat hier fast niemand eine gute Platzierung prognostiziert (schau einfach mal in die Bloggerprognosen oder Wettquoten).
Ich denke auch, dass Deutschland gut vertreten wurde. Das mit „lange nicht mehr“ würde ich aber streichen, da Abor und Tynna im letzten Jahr einen klasse Job gemacht haben. Ihr Auftritt im Euroclub letzte Woche Montag hat mir gezeigt, welches weitere ESC-Potenzial da noch schlummern würde. Davon mal abgesehen stimme ich dir aber gerne zu.
Sarah Engels irgendwann nochmal mit einem besseren Lied zu schicken, kann man meiner Meinung gerne machen, da sie als Künstlerin einen guten Job gemacht hat. Dass sie stimmlich oder von der Ausstrahlung her an Delta Goodrem herankommt, würde ich nicht erwarten. Aber das liegt vielleicht an meinem neuentdeckten Delta-Fantum.
Die Trophäenübergabe war für mich ehrlicherweise eine positive Überraschung. Die Sieger-Performance ohne die Props aus der eigentlich Inszenierung zu beginnen hat alles stark beschleunigt: Es hat Dara vor einem hektischen Vorbereiten für die Choreographie und uns Zuschauer vor der entsprechenden Wartezeit bewahrt. Das JJ dann erst danach die Trophäe überreicht hat, fand ich auch super, weil Dara die Trophäe sonst erstmal wieder vor der Siegerperformance aus der Hand hätte geben müssten. Wirkte für mich daher alles flüssiger und unkomplizierter.
Jetzt war es viel Widerspruch meinerseits zu deinen Worten, aber das Wichtigste ist das hier:
„Und nach Esc ist vor Esc.
Lassen wir uns nicht die Freude daran kaputt machen..“
Weise Worte. Das ist wirklich das Wichtigste!
Fassen wir es doch mal kurz zusammen: ein Beitrag wie „Bangaranga“ (Bulgarien) oder „Ferto“ (Griechenland) würden doch überhaupt nicht zum Vorentscheid in Deutschland zugelassen werden. Selbiges gilt auch für „Choke Me“ (Rumänien) – oh, damit würden wir einen Skandal wegen dem Text auslösen.
Statt dessen gibt es wie immer den Einheitsbrei (mal mit Früchten und mal ohne) – schmeckt zwar niemandem wirklich gut, aber macht immerhin satt.
Ganz genau, sogar Electric Callboy wurden noch nicht mal zugelassen, was meiner Meinung nach ein grosser Fehler war.
War es. Das Problem waren ja sogar weniger die Radiosender, die ja den Auftrag hatten potenzielle Radiohits auszuwählen.
Wer überhaupt die Idee hat, dass Radiohits beim ESC funktionieren hat schlicht keine Ahnung, wie der ESC in diesem Jahrtausend funktioniert.
Meine Rede und ich glaube wir brauchen Electric Callboy. War die ganze Woche in Wien und dachte mir: was würden die Menschen hier Electric Callboy feiern. Jetzt mit neuen Namen spricht nichts dagegen- keine Ahnung ob es ein Win wäre, aber ich würde definitiv von Top 5 ausgehen. Es wäre mutig und im ESC immer noch neu. Und so viel neues gibt es nicht mehr
Genau! Das ist genau der Knackpunkt!
Und genau deswegen jammern wir auch bis zum Ende aller Tage über die verpasste Chance mit Electric Callboy.
Es bewerben sich sicherlich nicht häufig solche abgefahrenen Titel wie „We got the moves“, „Cha Cha Cha“ oder die von dir genannten. Wenn man dann so eine Chance bekommt und die trotzdem in den Sand setzt, weil man aus irgendwelchen bekloppten Gründen sagt, dass die nicht „ins diesjährige Konzept passen“, will man wohl einfach nicht gewinnen. Nervig.
Wenn ich ehrlich bin ich auch froh, wenn sowas nicht in die VE kommt. Choke Me könnte ich mir eher schon in einer deutschen VE vorstellen.
Ich fürchte, die meisten Punkte dürften ein Problem der gesamten Fernsehunterhaltung in Deutschland sein.
Der letzte Punkt nützt nichts, wenn man die ersten Punkte ignoriert hat.
Ich würde mir wünschen das wir einfach mehr Acts und mehr Variation im deutschen Vorentscheid haben, das wäre schonmal ein Riesen Schritt. Ich bleibe positiv der swr hat ja zumindest ein paar Sachen besser als der MDR gemacht. Meiner Meinung nach ist der wichtigste Punkt aber das wir mal viele Junge Leute die Verantwortung geben.
Also, die MDR-Jahre waren mit Axel Bulthaupt und die gelten als „gute Jahre“ schon allein wegen seiner freundlich-distanzierten Moderation, die niemanden bloßstellte. Und ohne Couch, wenn ich mich recht erinnere.
Du meinst sicher die NDR-Jahre.
Der ESC ist in Deutschland seit Jahren auf dem Tiefpunkt, das zeigen nicht nur die Platzierungen, sondern wie der ESC allgemein in Deutschland ankommt. Deutschland ist von Grundauf ein Veränderungsresistentes Land, das sieht man an der Wirtschaft, in der Politik, in der Gesellschaft… Janu, eigentlich überall. Und genau so ist es mit dem ESC. Man denkt, man könne mit irgendwelchen Songs, die vor 15 Jahren schon nicht gezündet haben, einen sich stetig von Veränderungen geprägten Wettbewerb gewinnen. Man muss von Grund auf den ESC in Deutschland ganz anders etablieren und vermarkten, das dauert natürlich eine Weile, ist aber essentiell für den Erfolg. Egal welcher Punkt, man muss endlich konkurrenzfähige Songs und Interpreten finden, mehr Mut und nicht diese Songs, die irgendwie allen gefallen sollen. Was auch ganz wichtig ist, ist die Kultur des Landes mehr repräsentieren, also bitte bitte mehr Gewicht auf die deutsche Sprache, kein Mainstream, vielleicht auch mal einen Schlager, einen guten eigenständigen Rocksong. Eigentlich sowas wie Electric Callboy wenn es ums Thema eigenständig und mutig geht. Aber wir diskutieren jedes Jahr darüber und dann kommt das böse Erwachen. Vielleicht sollte sich der SWR Unterstützung von ESC Profis holen, es muss ja kein Raab sein aber diese verstaubten Menschen dort haben scheinbar keine Ahnung.
Danke für die sehr gute Rezession. Vor allem sollte man mit den Vorbereitungen so früh wie möglich beginnen. Wenn der verantwortliche Sender selbst keine leidenschaftlichen Fans unser seien Reihen hat, die bereit sind, Verantwortung für die Auswahl des Vorentscheids zu übernehmen, vielleicht sollten sie sich einfach mal Hilfe bei den Fanclubs suchen.
Muss ganz ehrlich sagen: Mittlerweile habe ich auch nichts mehr gegen eine Direktnominierung. Einige Länder haben damit schon sehr gute Erfahrung gemacht. Dann braucht man aber auch ein Team, das sich wirklich mit dem ESC auskennt, und auch die Leidenschaft besitzt, etwas zu erreichen. Ruhig wirklich mal in der Nische suchen, das deutsche Publikum wählt in der Regel nach Bekanntheit und „Radiotauglichkeit“ aus. Insofern war es schon okay, dass in der diesjährigen VE eine internationale Jury zum Einsatz kam. Die drei ins Finale eingezogenen Acts waren wirklich die besten, bezweifle nämlich, ob es „Black Glitter“ ins Finale geschafft hätte.
Natürlich, Demokratie ist ein sehr hohes Gut, und ich bin normalerweise auch dafür. Sehr schade… Sarah Engels ist eine tolle Künstlerin, sie hatte leider ein sehr uninspiriertes Lied. Ließ sich kaum durch die gute Performance kaschieren. Bitte in Zukunft wirklich ein Augenmerk auf die Songs werfen. Die sollten IMMER das Wichtigste sein.
Wünsche auf jeden Fall Sarah und ihrer Familie alles Liebe und Gute für die Zukunft.
Ich wünsche Sarah Engels auch alles gute. Bin aber komplett gegen eine Interne Nominierung. Das hat für Deutschland bis auf 1994 nie funktioniert. Außerdem ohne eine VE ist das Interesse am ESC in Deutschland noch schlechter als mit VE. Außerdem so ein Künstler würde meine Unterstützung auch nie haben. Wär Deutschland beim ESC vertreten will, der hat sich einer VE zu stellen. Punkt. Anscheinend haben hier viele User Probleme mit Demokratischen Entscheidungen. Man hätte in der Televotingrunde für seinen Favoriten anrufen können. Wer das nicht tut, soll sich nicht im nachhinein beschweren. Die Deutschen stehen sich doch immer selbst im Weg. Anstatt den Künstler der die VE gewonnen hat bis zum Enderergebnis zu unterstützen, gibt es im Netz nur Hetzkampagne und Häme. Am Samstag habe ich mich über Thomas Herrmanns tierisch aufgeregt, als er den eigenen Song vor dem potentiellen österreichischen und schweizerischen Televotern schlecht gemacht hat. Wenn man nix positives zu dem eigenen Song zu sagen hat, hätte er lieber mal die Klappe halten sollen oder bei Sarah Engels ist eine tolle Persönlichkeit, aufhören sollen. Fakt ist die Mehrheit beim Vorentscheid war von Sarah Engels überzeugt. Daher ist sie vollkommen zurecht zum ESC gefahren. Ich finde es daher unangemessen die deutschen Televoter zu kritisieren.
Was soll eine Direktnominierung denn ändern? In der Jury dort sind doch dieselben Personen, die die VE-Songs auswählen.
Ganz klar braucht es Leute, die sich mit dem ESC wirklich auseinandersetzen und die für das Thema „brennen“. Österreich und die Schweiz waren doch auch schon mit Direktnominierungen sehr erfolgreich, das funktioniert aber nur mit Mut zum Risiko. Jedenfalls… Demokratie in allen Ehren … aber das deutsche Fernsehpublikum wählt in der Regel nicht mutig. Nimm eine Vorentscheidung mit vielen unterschiedlichen (auch kreativen) Songs, die wir ja durchaus auch schon in Deutschland hatten. Das Publikum wählt zielsicher genau den Sound, den sie aus dem Radio gewohnt sind. Natürlich, das ist deren gutes Recht, wir haben ja Demokratie, aber dann darf man sich hinterher auch nicht beschweren, wenn es beim ESC die Quittung gibt. Im Grunde bräuchte man einen Vorentscheid mit acht bis zehn wirklich außergewöhnlichen Songs, dann müsste aber jeder Song für sich gut und außergewöhnlich sein, sonst wird wieder der „kleinste gemeinsame Nenner“ gewählt. Halte ich aber für utopisch, dass es diese Wahnsinns-Vorentscheide (mit acht bis zehn wirklich wettbewerbsfähigen Songs, die man alle zum ESC schicken könnte) in Deutschland geben wird.
Nun bin ich weder ein Fan von Nemo noch von JJ, aber der österreichische und der Schweizer Rundfunk haben wirklich Mut bewiesen, ich bezweifle nämlich auch, dass sie ihre jeweilige Vorentscheidung gewonnen hätten. In Deutschland wären sie erst gar nicht zugelassen worden.
Das wichtigste ist das diese Songwritingcamps verschwinden .
Es gibt genug talentierte Künstler in Deutschland, die schon Ihren eigenen Stil haben und selber gute Songs schreiben können .
Das sehe ich ganz subjektiv natürlich auch so. Aber manchmal clasht es dann eben doch – Beispiel Dänemark. Mit Myrkur ist eine Künstlerin im DMGP angetreten, die seit mehr als einem Jahrzehnt in ihrem Segment und mit einem ganz eigenen Stil (der aber auch durchaus ESC-tauglich ist) weltweit erfolgreich ist. Ins Finale schaffen es aber 3 Songs, die (zum Teil unter enormem Zeitdruck) in Songwritingcamps entstanden sind und der Sieger ist dann auch Mitfavorit beim ESC. Mein Fazit: Ich bin auch für mehr authentische Musik beim Wettbewerb, auch um den Ruf des ESC zu verbessern – das ist aber wiederum kein Erfolgsrezept. Ich muss mich damit abfinden, dass ein origineller, eigener Ansatz ein Risiko ist und auch mal gegen eher konstruierte Beiträge verlieren wird.
Das ist auch ein Artikel, den ihr immer wieder recyclen könnt, oder? Leider!
„Der SWR ließ die Beiträge des Vorentscheids in diesem Jahr vorab von Kantar testen. Später war inoffiziell zu hören, die letztlich ausgewählten Songs seien nicht identisch mit den neun bestplatzierten der Marktforschung gewesen – aber alle seien „gut“ gewesen.“
Stimmt das wirklich? Habe das irgendwie anders in Erinnerung. SWR-Chef Bratzler und die Head of Delegation Tina haben doch gemeint, die Marktforschung habe die besten Lieder international getestet, oder? 🤔 Warum sollten dann nicht auch die besten Lieder für die Vorentscheidung genommen werden, wenn man schon ein Marktforschungsinstitut mit der Suche teuer beauftragt?
Auch die Sache mit der internationalen Vermarktung verstehe ich nicht. Sarah Engels ist Instagram-affin und Dara kannte doch in Europa und Australien niemand vor dem diesjährigen ESC-Auftritt. Oder habe ich was verpasst? Wo und wie wurde Dara denn international vermarktet vorher? Aidan aus Malta war gefühlt überall in Europa und Australien und am Ende die mickrigen Punkte vom Televoting. Der Grieche war im serbischen Vorentscheid und kriegt am Ende von der serbischen Jury 12 Punkte. Aber die meisten anderen Acts waren doch auch nur regional unterwegs und die Finnen, die sogar im britischen Frühstücksfernsehen waren, landeten auch nur auf Platz 6 am Ende. Es muss halt auch an anderen Sachen liegen und Promo in anderen Ländern hilft nicht immer viel weiter. Ähnliche Fälle gab es auch schon beim ESC vor dem Jahr 2020, wo viele Auftritte und Promotion in anderen Ländern nichts half.
Was man aber zugeben muss. Das Staging von Dara sah schon sehr professionell aus und wurde bestimmt sehr lange vor dem ESC entwickelt und eingeübt. Man erinne sich, wie manche Acts des deutschen Vorentscheids nicht mal Tage vor dem Vorentscheid wussten, wie ihr Staging aussieht und wie sie sich zu bewegen hatten.
Es wäre schön, wenn man neuen kreativen Köpfen im deutschen ESC-Team eine Chance geben würde.
Siehst du, genau diese Frage fasst das gesamte Problem und die Planlosigkeit von SWR/ARD in Sachen ESC wunderbar zusammen.
OFF TOPIC
Bangaranga ist auf Platz 12 der täglichen Spotify Global Charts und Platz 1 in Deutschland!
Wir haben einen Hit 🙂
Super! 💃💃💃
Bezüglich „Vorentscheid konsequent auf den echten ESC ausrichten“. Italien macht mit Sanremo genau das Gegenteil und ist sehr erfolgreich damit.
Danke für die sehr gute Zusammenfassung und Strukturierung.
Der Artikel ist letztlich wohl weniger für die eifrigen Leser hier auf dem Blog gedacht, sondern für alle Journalisten die ab und an „ESC Deutschland Ergebnisse“ googlen und dann hier mit fundierten Informationen versorgt werden.
Alle regelmäßigen Leser von ESC kompakt wissen um die Missstände – DP versteht es jedes Jahr, diese Dinge prägnant zusammenzufassen.
Sorry, das genaue Gegenteil:
Bringt endlich ein nationales Songfestival auf den Weg, das nicht explizit auf den ESC ausgerichtet ist! ❗ Denn dessen Siegertitel würden international garantiert wesentlich besser abschneiden als jedes krampfige ESC-Konstrukt. It’s as easy as that …
Ich hätte damals den Bundesvision Song Contest gern als Vorentscheid gehabt. Obwohl es natürlich von der Art sehr an den ESC erinnert hat, gab es richtig gute Songs.
Bei FM4 hat Jan Böhmermann am Samstag nochmals erwähnt, dass er und sein Team (Bild und Ton Fabrik) große Lust hätten den deutschen Vorentscheid zu produzieren und sich an der Song Auswahl zu beteiligen.
Man mag von Herrn Böhmermann halten was man will, aber die musikalischen Gäste seiner Show sowie die Inszenierung sind meist sehr gelungen.
Der Auftritt von Stromae war z.B. sehr schön…oder Nina Chuba mit 3 Uhr nachts. Das ist professioneller gefilmt als in den Vorentscheiden.
Da steckt mehr Liebe drin als bei der ARD.
Eine Kooperation SWR und ZDF wäre ja auch mal interessant.
Warum eigentlich nicht. Er polarisiert schon, was natürlich immer gut ist, um Gesprächsstoff zu entwickeln. Der ESC muss in Deutschland auch übers Jahr über viel präsenter sein
Die gibt es 2027 auch indirekt mit dem Kanal ZDF- Neo. Dieser ZDF Spartensender wird ab kommenden Jahr gemeinsam von ARD/ ZDF betrieben. Während ONE eingestellt wird.
Er und sein Team können ja mal fragen. Mehr als „Nein“ sagen können sie nicht.
Wenn dann alle Beteiligte auf den Gegenwind vorbereitet sind, die eine Beteiligung von Jan Böhmermann, der ja nicht ohne Kontroverse ist, nach sich ziehen würde.
Aber ich glaube ein Jan Böhmermann heute ist nicht sonderlich kontroverser als es ein Stefan Raab in den späten 90ern und frühen 2000ern war. Nur bei ihm ist es weitaus politischer.
Ein Böhmermann und sein Team könnte vielleicht an bestimmte Künstler und Produzenten in der Szene rankommen bzw. „streicheln“ und sich einschleimen, um diese zu einer Teilnahme zu bewegen.
Irgendein großes Gesicht braucht es schon, auf den man dann die ganze Verantwortung abwälzen kann
Jan Böhmermann könnte ich mir auch gut vorstellen. War ja auch hier im Forum schon mal im Gespräch, bevor Raab zurückkam, glaube ich.
Ach, ehrlich gesagt hab ich die Hoffnung aufgegeben, dass da nochmal eine Einsicht und kluge Vorgehensweise erfolgt. Seit Jahrzehnten (!) weisen ESC-Fans und -Experten die Verantwortlichen beim NDR oder jetzt beim SWR darauf hin, worauf es ankommt und was sie tun sollten, um endlich erfolgreich zu sein.
Es kann mir keiner erzählen, dass die das nicht schon längst mal mitbekommen haben. Spätestens wenn man den Contest einmal gesehen hat, weiß man doch, was funktioniert und was eben nicht.
Das bringt mich zu zwei Schlussfolgerungen:
Stattdessen geht man den Weg, den man eben geht und macht gute Miene zum bösen Spiel. Jeder wusste, dass Sarah komplett untergehen wird; dass es hier letztlich nur um die Frage geht, welchen der letzten fünf Plätze sie einnehmen wird (oder anders gesagt: Wie viele Länder außer uns (und UK) dieses Jahr ebenfalls ungeeignete, schwache Titel schicken). Das wussten wir schon, als der Song noch gar nicht in der Vorentscheidung performt wurde. Die Fans wussten das, die Experten wussten das, die ESC-Blogger wussten das, wahrscheinlich wussten das auch die Verantwortlichen beim SWR (sofern sie den ESC vorab wenigstens zwei, drei Mal gesehen hatten). Aber man will den eigenen Beitrag ja nicht schlechtreden, die Künstlerin unterstützen und die letzte Hoffnung nicht aufgeben. Geschenkt.
Und dann freut man sich eben über Platzierungen wie die von Isaak, wenn der 12. wird, oder Abor & Tynna, wenn die Platz 15 erreichen. „Man hat dann ja wohl doch nicht alles falsch gemacht!“ – nur weil es mal kein Totalausfall war. Letztlich sind das aber doch trotzdem schlechte Platzierungen.
Aber so ein Titel wie der diesjährige von Sarah war einfach von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wenn ich weiß: Oh, da tritt eine bekannte Künstlerin mit einem ungeeigneten, altbackenen Song an, dann lässt man die gefälligst nicht im Vorentscheid antreten. Man weiß doch, dass die den Vorentscheid dann nur aufgrund ihrer Popularität gewinnt, der Song dann beim ESC aber durchfallen wird.
Aber was soll’s – letztlich ist mir die deutsche Platzierung eigentlich relativ egal, weil ich den ESC nie verfolgt habe, um „uns“ siegen zu sehen. Mich verbindet doch mit einer Sarah Engels letztlich auch nichts mehr als mit einer Dara oder mit einem Cosmo. Ich gucke den ESC, weil ich die Musik, die Show und die Stimmung liebe. Natürlich ist es frustrierend, wenn die Verantwortlichen dämliche Entscheidungen treffen und einfach nicht dazu lernen (können/wollen, s.o.). Aber deswegen lasse ich mir den Contest ja nicht vermiesen. Solange die anderen Länder den ESC verstehen, bekomme ich ja weiterhin alljährlich meine zwei Dutzend großartigen ESC-Songs in meine Playlisten gespült 🙂
Super geschrieben! Ich habe den Eindruck, das ist so gewollt. Also mir kann doch niemand erklären, wie man Jahr für Jahr immer die gleichen Fehler machen kann. Solange der ESC ordentlich Einschaltquoten bringt, ist doch alles gut.
Eine Voraussetzung wäre auch, den ESC in gewissem Sinne ernster zu nehmen. Damit meine ich nicht, verbissen auf die Platzierung zu gucken oder darüber zu philosophieren, warum uns Nachbar x wieder keine Punkte gegeben hat. Es wäre aber ein Fortschritt, wenn die ARD sich dazu durchringen könnte, den ESC in ihren eigenen Formaten als seriösen Musikwettbewerb darzustellen und dazu zu stehen. Bei den aktuellen Gesichtern bzw. Stimmen des ESC im deutschen Fernsehen (Schöneberger, Schorn) hat man den Eindruck, dass sie glauben, ohne schlechte Witze oder Schenkelklopfer über merkwürdige Outfits würde es nicht gehen. Im Unterton schwingt immer (mal wieder) ein „guck mal, ne ganz schöne Freakshow“ mit. Ich hab den leisen Verdacht, dass dieser Blick auf den ESC auch in den Entscheidungsgremien verbreitet sein könnte.
Ansonsten zu Deiner Frage oben: Meiner Ansicht nach geht es vor allem darum, einen außergewöhnlich guten Song zu finden. Das kann auf Knopfdruck kaum klappen, deswegen spucken die Songwritingcamps auch so viel Stangenware für den Vorentscheid aus.
Am wichtigsten sind die Punkte 2 und 6. Der ESC inklusive Vorentscheid gehört in die Verantwortung einer kleinen kompetenten Gruppe von Mitarbeitern. Diese bekommt einen Rahmen gesetzt wie Sendetermine und Budget und innerhalb dieses Rahmens darf niemand sonst aus der ARD reinquatschen. Die Arbeit dieser Gruppe muss sich ausschließlich auf den ESC ausrichten. Es muss darum gehen, den bestmöglichen Act für den ESC zu finden und nicht nicht darum die Popwellen einzubinden, die Mediatheken zu stärken, den Stammzuschauern bekannte und beliebte Gesichter aus dem Nicht-ESC-Umfeld zu zeigen oder um die Quote des Vorentscheids. .
Was hatten die Kebekus und der Sigl beim Vorentscheid zu suchen? Paola und Michael Schulte konnte ich noch nachvollziehen. Wenn man bei 70 Jahren ESC nicht in der Lage ist Nicole und Ralf Siegel einzuladen, bei dem stimmt wirklich etwas nicht. Da hätte man sich die teure internationale Jury sparen können und gleich Paola, Michael Schulte, Nicole und Ralf Siegel als Jury nehmen können.
Wozu braucht es überhaupt irgendwelche Gäste beim Vorentscheid, die sich nicht für den ESC bewerben? Die haben null Mehrwert für die Suche nach einem erfolgreichen Beitrag. Das ist rausgeschmissenes Geld. Also weg damit. Vorjahresvertreter eröffnet die Show, dann ein zusätzlicher Act aus dem ESC-Universum als Intervalact und sonst volle Konzentration auf die Teilnehmenden.
Am eichtigsten wäre es, wenn Deutschland die Mecker Mentalität ablegen wūrde und begeistert hinter dem Beitrag steht, auch wenn die Geschmäcker verschieden sind. Diese Miesepetrigkeit beeinflusst auch die Außenwahrnehmung massiv.
Und wenn wir alle zu Jubelpersern werden, dann regnet es endlich Punkte aus anderen Ländern? 🤣
Das Argument der nationalen Begeisterung habe ich noch nie so ganz verstanden.
Wieso sollte ein Lied international besser abkommen, nur weil die Deutschen ihren Song feiern? Komplett egal. Wenn der Song Grütze ist und/oder nicht für den ESC geeignet ist, wird er so oder so ganz hinten landen.
Ich gebe dir aber recht, dass die Mecker-Mentalität an anderer Stelle ein Problem ist: Eben weil es potentiell tolle Künstler:innen mit potentiell erfolgreichen, guten Songs davon abhält, sich zu bewerben.
Ganz genau, weil wer will sich dem ganzen hate stellen…? Und wenn es im Vorfeld schon heißt :“das wird eh nix“, hat man Lust drauf…? 😭
Vergangenes Jahr wurde aber gar nicht so viel gemeckert …
Deshalb wurde es auch ein sehr guter Platz 15. Wenn wir nächstes Jahr in Geschlossenheit unseren Beitrag huldigen, dann klappt das mit einem Top 5 Ergebnis 😉
Deal!
Wo kann man sich für Kurse im Jubelpersern anmelden?
Bei Italien funktionierts, die können jeden Mist hinschicken und die Euphorie ist ungebremst..😁. Da stehen quasi alle hinter ihrem Act und feiern, sieht man ja jedes Jahr an den Streaming Zahlen…😂
Insgesamt kann ich allen Punkten nur zustimmen!
Was das ganze noch absurder macht, ist, dass man mit Leuten wie Marcel Stober, Thomas Moor, Alina oder auch Consi ja sogar ESC-Expertise im Haus hätte.
Nix gegen die genannten Personen. Aber ich glaube die wären Voreingenommen und „Betriebsblind“. So wie ich es auch bin. Ich würde einen Pool an Leuten nehmen, die ihr Handwerk verstehen, aber bisher nix mit dem ESC- Universum zu tun hatten.
„Später war inoffiziell zu hören, die letztlich ausgewählten Songs seien nicht identisch mit den neun bestplatzierten der Marktforschung gewesen“ – Ich war fast geneigt zu fragen, ob das ein schlechter Scherz ist, wäre aber deutlich überraschter, wenn es keiner ist.
Wahrscheinlich erfahren wir dann in ein paar Wochen, dass wir irgendwas in Richtung „Bangaranga“ aussortiert haben, weil das ja viel zu modern und nicht massentauglich genug war…
Das Wörtchen das hier wichtig ist: „Inoffiziell“.
Wenn man den VE so lässt, wie er ist, müsste man das Vorauswahlverfahren transparenter gestalten, die neun ausgewählten Acts 2026 waren ja nicht schlecht, aber kein Banger…
Die Vorbereitung fängt außerdem viel zu spät an, da müsste das die Frau Sikorski jemanden ins Boot holen, der den ESC besser kennt, scheitert das am Budget? Sie hat ja wahrscheinlich nicht so viel Erfahrung..? Werbung ist ziemlich sicher ebenfalls wichtig und nicht nur im Ausland…, da hätte man Consi, der den ESC doch gut kennt..🤔
Das Voting im VE braucht ebenfalls eine Änderung, mehr Transparenz und keine ausländische Jury, (war einen Versuch wert, die hat aber die Auswahl nicht besser hinbekommen, hat bestimmt einiges an Budget verbraucht) und die Vorauswahl…,
da kann man Artists mit sehr großer Fanbase in D. heimschicken, denn das ist auch eine Art Wettbewerbsverzerrung🤔
Mit zu klaren Profilen und auch authentisch zu bleiben ist bestimmt ein wichtiger Aspekt,…, nichts zu kopieren, was nicht passt, keine langweiligen Klischees, was innovatives und wenn man einen modernen Ralph Siegel finden muss😂 ! Auf jeden Fall auch weniger verkopft, bürokratisch und viel mehr „baller“ oder banger , kein 🔥💃🤠
Deutschland sollte wirklich auf eine interne Auswahl umschwenken und auf ein kleines Team mit guten Kontakten in die Musikszene und einem guten Gespür für den ESC vertrauen.
Das wäre dann die einfachste und meiner Meinung nach „feigste“ Lösung, nämlich intern zu entscheiden.
Wenn man auch wiedermal einen Sieg haben will, wird es aber wahrscheinlich nicht anders gehen – die Schweiz und Österreich haben es vorgemacht wie es funktioniert: wettbewerbsfähiger Song, TOP Musik-Video relativ spät veröffentlichen um schon einen Vor-Hype zu erzeugen, und vielleicht das wichtigste – am besten schon im Dezember mit einem sehr guten, erfahrenen Creativ Director die Inszenierung planen! Das alles geht aber nicht mit einem späten VE!
Apropos intern, weiß man schon wie es in Österreich weiter geht? Nachdem Herr Forcher aufgehört hat, gibt es einen Nachfolger?
Da war Peter Schreiber sowieso schon federführend, auch C. Sampson hat gescoutet.
Wer ist eigentlich Peter Schreiber? Herr Forcher war bzw ist bei Ö3 tätig.
Er ist Musik-Journalist und hat auf W24-TV eine Musiksendung und ist eben schon mehrere Jahre ESC-Scout der aktiv Musiker anspricht und sie ermutigt, einen ESC-Song einzureichen.
wann startet denn der SCC allerfrühestens?
brauche gewohnte ablenkung – dieser massive 140 jurypunkte unterschied zwischen bulgarien und rumänien im finale,obwohl es im semi 2 nur zarte 7 punkte waren,macht mir magengrummeln.😺
Erst kommt doch der JSCC! Da sind so Luder wie Alexandra eh nicht zugelassen.
alexandra ist nicht mein typ. 😛
lasse bleibt bei der go_a sängerin,maruv sängerin und manesken basserin.
ich mag aber echte „luders“. 😻
ich tausche ein „e“ für ein „i“.
Die Mühe habe ich mir auch für dich gemacht: https://esc-kompakt.de/analyse-des-esc-ergebnisses-2026-wie-bulgarien-gewann-und-deutschland-uebersehen-wurde/comment-page-2/#comment-804799
„Wir sind, wie man in früheren Jahren gesagt hätte, die Sieger der Herzen, und ich denke, das ist viel wichtiger als irgendwelche vergebenen Noten.“
100%
…das wird auch bubblediskussionsstoff für die nächsten jahre – rumänien hat im juryfinale laut Matt (der ist mit bulgarien jetzt bestimmten im siebten ESC-himmel) im livehotelzimmerstream absolut abgeliefert.
daher nur blödes bla-bla entschuldigungsgelaber,zumal im semi die jurygesamtbewertung ja fast gleich war.
die nicht ganz unwichtige „sieger der herzen“ krone ist jedenfalls von tommy cash zu alexandra gewechselt und das sehr verdient.
„FIRE“ ist ein ordentlicher Song, der aber in ähnlicher Weise in den letzten 20 Jahren ca. 50 x zu hören war und bis auf „FUEGO“ niemals einen Spitzenplatz erreichte.
Alle Erst-Plazierten der letzten Jahre zeichnete etwas besonderes aus, dass sie aus der Masse abhob.
ups. Sollte hier nicht hin
Das mag ja alles irgendwie stimmen, aber ich glaube das größte Problem ist, dass die Musik s******* ist….
Guter Text.
Ich hatte das Verewaltungsmonster ARD wohl unterschätzt. Da scheint es wohl noch tiefer sitzende Probleme zu geben, als ich mir ursprünglich vorgestellt hatte. Sollte da nicht von extern neue Unterstützung alá Raab geholt werden, sehe ich für die nächsten Jahre erstmal weiterhin schwarz.
Zu letzterem: Man kann diese Zusammenarbeiten mit RTL sehr gerne aufgrund verschiedenster Dinge kritisieren. Aber ich finde dort wurde mit „Baller“ der innovativste Beitrag der letzten 14 Jahre hervorgebracht. Und das traue ich egal wem in der ARD einfach nicht mehr zu.
Es ist wieder soweit……es gibt soviele Ansätze……aber es fehlen die Menschen, die sie auch so richtig in Angriff nehmen. Der ESC in Deutschland läuft irgendwie immer nur so nebenher, keiner mag sich so richtig drum kümmern. Bin gespannt, ob sich dieses Mal irgendetwas ändert. Bleibe aber optimistisch😉.
ESC-Vernachlässigung sollte mMn ein Straftatbestand sein! 😉
… und Punkt 8:
„Anstatt KANTAR, wird ein ausgewähltes ESC-Kompakt Team die Einreichungen vorab prüfen und ranken. ESC-Kompakt bietet sich hierfür proaktiv an.“
Ich denke, wir sollten nicht mehr um den heißen Brei herum reden. „Fire“ war eben KEIN ordentlicher Songs. Er war langweilig, öde, abgeranzt, uninspiriert. Nix daran war „ordentlich“.
Sorry, ist so. Sollte man auch so sagen, sonst wird sich gar nix ändern.
Das gleiche gilt für die anderen vielen Nieten, die wir in den letzten 20 Jahren da am Start hatten. Bis auf wenige Ausnahmen alles Songs, die nicht mal in Deutschland einen Hauch von Aufmerksamkeit erreicht hatten. Warum? Weil sie einfach alle durch die Bank richtig schlecht waren.
Genauso die VE dieses Jahr (mal wieder). Durch die Bank schlechte Musik. Alle Songs waren komplett ESC-ungeeignet. Ja schon ungeeignet um im eigenen Land sowas wie erfolgreich zu sein.
Man kann „Stellschrauben“ drehen wie man will, anders organisieren. Sicher, gehört alles dazu.
Nur, so lange wir SO schlechte „Songs“ vorgesetzt bekommen, wird sich nichts ändern.
Das hat auch alles nichts mit „Hate“ zu tun, wenn man das einfach mal offen so ausspricht. Noch liegen die schlechten deutschen Plätze daran, das „Europa uns nicht mag“. So ein Quatsch.
Es liegt nur an der richtig schlechten Musik.
„Deutschland sollte nicht mehr mitmachen“
Eine lustige Reddit-Diskussion über die jährlichen Kommentare findet ihr hier:
https://www.reddit.com/r/luftablassen/s/91WJkIbC5r
Am Anfang war der Song ….✨️
SWR/ARD bitte lesen und umsetzen!!!!!
Danke für diesen Artikel, DP, besser kann man es nicht zusammenfassen.
Das einzige was ich anders sehe: Bitte kein Voting nach Altersklassen, das halte ich auch beim Mello für schwierig. Hätte fast zu einem Sieg der Feuerwehr geführt 😂
Ganz braver Douze Points! Legt sich wieder voll ins Zeug. Obwohl man schon frustriert sein müsste. Weil einfach nix passiert und man sich im Kreise dreht. Vielen Dank für den Kommentar, weil der ARD einmal mehr der Spiegel vorgehalten wird. Besonders 1 bis 3 plus 5 finde ich sehr wichtig.
Was mich frustriert ist, diese Anregungen landen bei den Verantwortlichen (ESC- Kompakt hat Connection), aber es passiert nichts. Zumindest in der Vergangenheit.
Als LENA später gewann, gab es einen wochenlangen Vorentscheid, über den so nach und nach Spannung und Neugier gesteigert wurden, und letztlich Lena auch verdient nominiert wurde. Der ESC war Thema über viele Wochen vorab.
Alles perfekt zusammengefasst. Das könnte man mit Briefmarke draufgeklebt an den SWR schicken. Nur leider hätten die dafür zuständigen Menschen Verständnisprobleme befürchte ich. Ich sehe auch für 2027 stand jetzt schwarz, weil ich auch keine Ahnung habe wer da Verantwortung übernimmt
Denke ihr trefft es hier ziemlich auf den Punkt – es wäre auch eine Option ganz auf einen Vorentscheid zu verzichten und einfach mit einem mutigen Konzept, Song und Künstler*in (oder Mehrzahl) ins Rennen gehen. Es gäbe genug spannende Künstler*innen in Deutschland, die man mit einer engen Zusammenarbeit sicher überzeugen könnte, anstatt diese durch einen Zeit und Kräfteaufreibenden Auswahlprozess mit hoher Fehlschlagquote zu treiben. Da winken halt viele ab. Ich habe tatsächlich Electric Callboy im Kopf- sie hatten ja schonmal Interesse am ESC gehabt und wurden wegen fehlender Radio Tauglichkeit abgelehnt (und eventuell auch wegen den schlechten ehemaligen Namen). Electric Callboy ist inzwischen international etabliert und benötigt den ESC nicht unbedingt, aber ich glaube Deutschland braucht Electric Callboy für den ESC.
Einfach Nina Chuba feat. Mahmood intern mit einem von Teya (Teodora Špirić) und Davide Simonetta (Producer und Komponist von Marco Mengonis „Due Vite“ und Annalisas „Sinceramente“) komponierten und produzierten Song nominieren. 😀
Nina Chuba hat auch schon gesagt dass sie kein Interesse hat.
Im Grunde könnte ich diesen Artikel von Douze Points einfach nur mit „Ja!“ beantworten! Wir haben bereits seit einigen Wochen die Zusage für einen Vorentscheid 2027, vielleicht wird dort hinter den Kulissen bereits dran gearbeitet, dann ist dieser Punkt schon mal weg. Das man in dem Vorentscheid nicht die bestplatzierten Songs der Marktforschung hatte fand ich für einen Fehler. Aber aus Fehlern lernt man und dies kann man dann in der nächsten Saison besser machen.
Wie ich bereits in einigen Kommentaren geschrieben habe, bin ich ein Fan für eine interne Auswahl für Deutschland. Dann kann man sich von an Anfang auf einen Act und einen Song konzentrieren, anstatt für die Vorentscheid-Show mehrere Songs auszuwählen und dabei auch noch auf verschiedene Kriterien zu achten. Aber nächste Saison haben wir jedenfalls eine Vorentscheid-Show und hier kann man dann ja die Kritik nehmen und schauen was man ändert. Ich denke hier jetzt einfach mal positiv was dies betrifft.
Ich finde Sarah Engels, ihre Tänzerinnen und überhaupt ihr ganzes Team haben uns wunderbar beim ESC vertreten. Der Song ist ja auch gut, aber für den ESC eher weniger.