Das deutsche Finale 2026: Eure Meinung – Diese Acts sind Eure Favoriten für Deutschland beim ESC 2026

wavvyboi, Sarah Engels, Molly Sue, Ragazzki – Bilder: ARD/SWR/Claudius Pflug

Wie gut ist das Startfeld von Das deutsche Finale 2026? (DDF), der deutschen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest 2026? Welcher Act ist am besten geeignet, Deutschland in Wien zu vertreten und dort ein anständiges Ergebnis einzufahren? Eure Meinung ist dabei recht eindeutig: Es gibt nicht den Überfliegerbeitrag, aber drei fast gleichstarke Herausforderer sowie „Caio Ragazzki“ – und die internationale Jury als Verhinderer oder Ermöglicher.

Am 28. Februar wählt Deutschland aus neun Acts seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest in Wien. Also fast. Denn tatsächlich hat beim deutschen Vorentscheid erst einmal eine internationale Jury das Sagen. Sie räumt sechs der neun Beiträge ab, erst dann darf TV-Deutschland über die verbliebenen drei abstimmen. Das dann aber tatsächlich ganz allein – mit allen Konsequenzen. Lässt die Jury etwa einen Act mit großer und aktivierbarer Fanbase durch, könnte sich dieser das ESC-Ticket schnappen. Wird dieser Act vorher aussortiert, hat möglicherweise ein Beitrag eine Chance, der seine Fans erst in der Vorentscheidung findet – und damit am Ende besser für den ESC geeignet wäre.

Doch nicht nur das zweistufige Abstimmungsfahren in der Vorentscheidung ist ein deutscher Sonderweg. Auch dass die neun Beiträge nicht zeitgleich veröffentlicht wurden, ist international eher ungewöhnlich. In anderen Ländern gilt es als Zeichen der Fairness, wenn für alle dieselben Regeln und eben auch Deadlines gelten. Sei’s drum.

Aufgrund der Gegebenheiten konnten wir Euch nicht auf einen Schlag nach Eurer (spontanen) Meinung zu allen Beiträgen fragen. Stattdessen haben wir für jeden neu veröffentlichten Song einen eigenen Artikel erstellt und jeweils dieselben Fragen gestellt: nach dem Gefallen des Songs, seiner Eignung für den ESC, nach der Eignung des/der Künstler/in für den ESC und nach dem Gefallen des Gesamtpakets. Ihr hattet jeweils 48 Stunden nach der Songveröffentlichung Zeit, die Fragen zu beantworten. Jetzt präsentieren wir Euch hier die Ergebnisse im Vergleich.

Auffällig ist zunächst, dass unterschiedlich viele Personen die Fragen zu den Beiträgen beantwortet haben. Besonders groß war die Aktivierung bei dem ersten veröffentlichten Song „Ciao Ragazzki“. Ebenfalls über 500 Antworten erhielten wir dann etwas später für Sarah Engels „Fire“. Als mehrere Songs auf einen Schlag veröffentlicht wurden, fiel die Response Rate deutlich. Am geringsten war die Beteiligung bei „Jeanie“ von Dreamboys The Band. Wir haben die Daten soweit bereinigt, wie wir konnten, und haben z.B. doppelte Stimmabgaben eliminiert.

Bei der Frage nach dem Gefallen der Songs generell, konntet Ihr nach dem ESC-Schema werten und 1 bis 12 Punkte vergeben. Jede/r Vierte (26%) von Euch hat dabei „Fire“ von Sarah Engels die Höchstpunktzahl gegeben. Aber auch „Black Glitter“ von wavvyboi hat viele von Euch überzeugt: Hier gab es von 23% die Höchstwertung. Weitere 27% von Euch haben dem Lied 10 Punkte gegeben – deutlich mehr als bei Sarah Engels (15%). Das führt dann dazu, dass am Ende die durchschnittliche Punktzahl für „Black Glitter“ mit 8,3 höher ist als die für „Fire“ (7,8).

Tatsächlich kann sich auch Molly Sue mit ihrem Titel „Optimist (Ha Ha Ha)“ mit 8,1 Punkten über eine bessere durchschnittliche Bewertung freuen als Sarah Engels. Und auch sonst liegt die Norddeutsche mit ihrem Beitrag nicht weit hinter wavvyboi.

Die im Vorfeld hoch gehandelten Ragazzki kommen beim Anteil der Höchstwertungen (13%) nur auf einen geteilten Rang 5 zusammen mit BELAs „Herz“. Da „Ciao Ragazzki“ aber stärker polarisiert und mehr 1 Punkte-Wertungen erhalten hat, liegt BELA beim Durchschnitt sogar recht deutlich vor Ragazzki. Den vierten Platz hat sich in aller Stille MYLE mit „A OK“ gesichert. Am wenigsten überzeugen konnte Euch „Jeanie“ von Dreamboys The Band.

Neben dieser rein persönlichen Wertung eines jeden von Euch geht es bei den Beiträgen aber darum, was sie beim ESC in Wien erreichen können. Hier seht Ihr das größte Potenzial bei „Fire“ von Sarah Engels, jede/r Dritte (35%) hält das Lied für sehr gut für den ESC geeignet. Bei wavvybois „Black Glitter“ sagen das 28% und bei Molly Sues „Optimist (Ha Ha Ha)“ auch noch 25%. Betrachtet man den Durchschnittswert, liegen die drei Beiträge allerdings sehr dicht beieinander. Einiges Vertrauen hättet ihr auch noch in „Ciao Ragazzki“.

Eher pessimistisch seht Ihr die Eignung für den ESC von „when I’m with you“ von Malou Lovis und „Jeanie“ von Dreamboys The Band. Diese Tracks hält jede/r Zweite von Euch für gar nicht für den ESC geeignet. Bei so einem Ergebnis muss man sich schon fragen, wofür die vom SWR initiierte „internationale Marktforschung“ gut gewesen ist. Wenn die anderen 51 Songs, die von Kantar getestet worden sind, tatsächlich noch schlechter abgeschnitten haben sollten, stellt sich die Frage nach der ESC-Kompetenz der SWR-internen Jury, die die eingereichten „etwa 400“ Lieder auf 60 reduziert hatte.

Nicht ganz so negativ ist Euer Urteil über die Künstler*innen selbst. Dreamboys The Band werden „nur“ von 18% von Euch als gar nicht für den ESC geeignet angesehen. Immerhin 12% halten sie für sehr oder gut geeignet. ESC-Potenzial lässt sich bei BELA und Laura Nahr ahnen. Als ESC-Acts überzeugen Euch aber in erster Linie wavvyboi und Sarah Engels – jede/r Zweite von Euch meint, dass diese beiden sehr gut für den ESC geeignet seien.

Mit Abstrichen gilt das auch für Ragazzki, MYLE und Molly Sue. Wer immer den deutschen Vorentscheid in diesem Jahr gewinnt – mit den anderen sollte der SWR im Hinblick auf die nächsten Jahre unbedingt zusammenarbeiten. Hier liegt ein großes Potenzial. Wenn man diese Künstler*innen systematisch entwickelt und sich auf die Suche nach einem richtig guten Song macht, kann tatsächlich ein Beitrag herauskommen, der beim ESC erfolgreich sein kann. Der NDR hat in der Vergangenheit lieber immer nach neuen Talenten gesucht, anstatt die ungeschliffenen Diamanten zu entwickeln. Mal sehen, ob der SWR da strategischer denkt.

Wir haben die beiden Abfragen zur Eignung der Songs und der Künstler*innen in einer Matrix zusammengefasst. In den dunkelrotesten Feldern sind weder Song noch Act für den ESC geeignet, in den dunkelgrünen gibt es ein „perfect ESC Match“ aus Song und Interpret. Nun, so etwas haben wir in diesem Jahr leider nicht vorliegen. Am nächsten kommen dem Sarah Engels und wavvyboi, deren Werte wirklich fast identisch sind.

Molly Sue liegt mit „Opitmist (Ha Ha Ha)“ gerade noch in einem grünen Feld, weil ihr Song von Euch stärker ESC-tauglich angesehen wird als „Ciao Ragazzki“. MYLE hat als Künstler größeres ESC-Potenzial als BELA oder Laura Nahr, allerdings ist sein Song Eurer Meinung nach weniger gut für den internationalen Wettbewerb geeignet.

Zum Schluss haben wir Euch noch einmal zum Gefallen des Gesamtpakets gefragt. Hier haben wir wieder das Trio wavvyboi, Sarah Engels und Molly Sue an der Spitze. Das Mittelfeld wird von Ragazzki angeführt. Dort befinden sich dann auch MYLE, BELA und Laura Nahr. Zu Malou Lovis und Dreamboys The Band haben wir bereits alles gesagt. 

Abgesehen von den Einzelbefragungen nach der jeweiligen Songveröffentlichung haben wir dann doch noch einmal Eure Meinung abgefragt, als alle Beiträge vorlagen. Am heutigen Montag war „Black Glitter“ der Song, den die meisten von Euch als persönlichen Favoriten haben, konkret sind es 29%. Auf den Plätzen folgen „Fire“ von Sarah Engels (19%) und – Überraschung – „Wonderland“ von Laura Nahr (15%). Er danach kommen Molly Sue und Ragazzki.

Wie oben beschrieben, hat die internationale Jury beim deutschen Vorentscheid das Recht, erst einmal zwei Drittel des Gesamtangebots aus dem Rennen zu nehmen, bevor die Zuschauer*innen abstimmen dürfen. Ihr wünscht Euch, dass sie wavvyboi, Sarah Engels und Molly Sue im Wettbewerb lassen. Ragazzki und BELA folgen danach gleich auf.

Tatsächlich seid Ihr Euch auch sicher, dass es so etwas wie Gerechtigkeit gibt und es auch genau die drei Lieder sein werden, über die die TV-Zuschauer*innen abstimmen dürfen. Sarah Engels muss sich dabei wohl die geringsten Sorgen machen. Interessanterweise seht ihr hier auf Platz vier „Wonderland“ von Laura Nahr ganz knapp vor Raggazki. Das Lied der Magdeburgerin ist in Euren Augen also potenzielles ESC-Jury-Futter.

Als Siegerin von Das deutsche Finale 2026 erwarten ganze 45% von Euch Sarah Engels mit „Fire“. Jede/r Vierte (23%) geht zum jetzigen Zeitpunkt von einem Sieg von wavvyboi aus. Dass Ragazzki Deutschland beim ESC in Wien vertreten werden, erwarten nur 5% von Euch. Hier könnte auch der Gedanke sein, dass es das Duo dank der internationalen Jury gar nicht erst unter die letzten Drei schafft.

Wie bewertet Ihr die Ergebnisse der Befragung? Stimmt Eure Meinung mit dem hier veröffentlichten Stimmungsbild überein? Wo habt Ihr Zweifel oder seht etwas anders? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Diese Ergebnisse haben wir auch in einem ESC kompakt LIVE ausführlich vorgestellt und diskutiert.



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Matty
Matty
1 Monat zuvor

Heute hat der Sänger André Stade Geburtstag. Er war vor 30 Jahren Teilnehmer am deutschen ESC-Vorentscheid und wird 55 Jahre jung.

Hier ist er mit dem Song „Hab ich Dich, hab ich Alles“: