
Bulgarien hat den Eurovision Song Contest 2026 gewonnen. DARA begeisterte mit ihrem „Bangaranga“ sowohl die Jurys als auch die Zuschauer*innen in ganz Europa und Australien. Dieser Konsens ist für einen ESC-Sieg nahezu zwingend notwendig. Viele andere Beiträge polarisierten dagegen in diesem Jahr stark und verpassten dadurch die Chance, ganz vorne mitzuspielen. Wieder andere Acts wie der deutsche oder britische Beitrag waren hingegen praktisch unsichtbar. In einer ersten Analyse des ESC-Finalergebnisses blicken wir auf Strukturen und Auffälligkeiten – und ziehen erste Schlussfolgerungen.
Bulgarien hat den Eurovision Song Contest 2026 nicht dank eines einzelnen Votingblocks gewonnen, sondern durch breite Zustimmung in ganz Europa – sowohl bei den Jurys als auch im Televoting. Aus jedem einzelnen Land kamen Zuschauerpunkte, und zwar fast durchgängig hohe Wertungen. Die vier Punkte aus der Ukraine und fünf Punkte aus Italien waren dabei bereits die Ausreißer nach unten. Insgesamt gab es im Televoting zehnmal die Höchstwertung. Bei den Jurys gingen die Wertungen zwar etwas weiter auseinander, aber nur vier Jurys – aus der Ukraine, Portugal, Finnland und Österreich – vergaben keinen einzigen Punkt an Bulgarien.
Selbstverständlich ist ein derart großer Zuspruch bei Jurys und Publikum keineswegs. Das zeigt schon ein Blick auf die Top 5. Israel kam in diesem Jahr erstaunlich gut bei den Jurys an und erhielt dort 123 Punkte, während das Publikum mit 220 Punkten fast doppelt so viele Zähler vergab. Im vergangenen Jahr hatte Israel das Televoting mit 297 Punkten sogar gewonnen. Möglicherweise hat die Beschränkung auf zehn statt zwanzig Votes pro Land und Endgerät hier tatsächlich Wirkung gezeigt. In sechs Ländern – darunter auch Deutschland – gab es dennoch die Höchstwertung im Televoting.
Rumänien konnte zwar auch bei den Jurys punkten (64), landete am Ende aber vor allem deshalb auf Platz drei, weil „Choke Me“ beim Publikum extrem gut funktionierte und dort 232 Punkte holte. Der einzige Televoting-12er kam dabei aus Moldau – ein erster Fingerzeig Richtung Nachbarschaftsvoting (siehe unten). Australien wiederum galt laut Wettbüros als großer Favorit auf den Sieg bei den Jurys. Tatsächlich musste sich Delta Goodrem mit „Eclipse“ aber DARA aus Bulgarien geschlagen geben. Im Televoting kam der Beitrag zwar gut, aber nicht überragend an. Italien erwies sich einmal mehr als beliebter Allrounder bei Jury (134 Punkte) und Publikum (147), die den Beitrag fast identisch bewerteten. Das Land scheint eine Art ESC-Formel gefunden zu haben: genug musikalischer Anspruch für die Jurys, gleichzeitig aber ausreichend Emotionalität und Zugänglichkeit für die Zuschauer*innen.
Ein Wort an dieser Stelle noch zu Finnland: Die großen Favoriten wurden am Ende „nur“ Sechste. Dabei erreichten Linda Lampenius und Pete Parkkonen ein fast perfekt ausgeglichenes Ergebnis bei Jury (141 Punkte) und Publikum (138) – nur war dieses insgesamt nicht stark genug, um ganz vorne mitzuspielen. Möglicherweise blieb die Aussage der Performance doch zu unklar.
Damit kommen wir zu den größten Diskrepanzen zwischen Jury- und Televoting. Frankreich etwa bekam starke 144 Jury-Punkte – aber gerade einmal 14 Punkte vom Publikum. Kaum ein Song wurde also von den Jurys so respektiert und von den Zuschauer*innen gleichzeitig so ignoriert. Ähnlich lief es für Polen – und das trotz eigentlich starker Diaspora –, Tschechien und Norwegen. Diese Beiträge hatten etwas gemeinsam: Sie waren technisch stark oder professionell produziert, konnten aber offenbar emotional kaum Verbindung zum Publikum aufbauen.
Auf der anderen Seite standen Songs wie die aus Rumänien oder Moldau. Rumänien holte massive 232 Punkte im Televoting, aber nur 64 bei den Jurys. Moldau kam sogar auf 183 Publikumspunkte bei lediglich 43 Jury-Punkten. Genau solche Beiträge zeigen, wie stark Zuschauer*innen auf auffällige Performances, klare Identitäten und erinnerbare Momente reagieren. Den Jurys mag das zu plump erscheinen oder qualitativ nicht hochwertig genug in Komposition und Interpretation.
Während die bisher genannten Beiträge entweder bei den Jurys oder beim Publikum besonders gut ankamen, gab es natürlich auch Songs, die nirgends richtig punkten konnten – so wie Deutschland mit zwölf Jury-Punkten und null Punkten im Televoting. Noch weniger zimperlich gingen Jurys und Publikum mit dem Vereinigten Königreich um, das insgesamt nur einen einzigen Punkt von den Jurys erhielt. Auch Österreich entging der Null-Punkte-Blamage im Televoting nur knapp: Cosmó bekam im Televoting ausschließlich fünf Punkte aus Deutschland.
Tatsächlich könnte man übrigens Lion Ceccah aus Litauen auch als Null-Punkte-Kandidaten sehen. Schon seine 10 Punkte bei den Jurys waren nicht viel. Das einzige Land, aus dem er Televoting-Zähler erhielt, war vom Nachbarn Lettland. Da kam dann aber auch gleich die Höchstwertung mit 12 Punkten. Bei allen anderen Votings ging er leer aus.
Interessant ist dabei auch der Fall Belgien. Auch ESSYLA erhielt im Televoting keinen einzigen Punkt. Allerdings hatten die Jurys dem Beitrag zuvor immerhin 36 Punkte gegeben. Dort verfing die kühle und subtile Arthouse-Inszenierung zumindest teilweise. Vom Publikum wurde sie offenbar genau deshalb nicht gewählt.
Nicht nur Österreich wurde durch Nachbarschaftsvoting vor der Null bewahrt. Auch andere Länder profitierten sichtbar davon – und das nicht nur im Televoting. Tatsächlich stellt sich die Frage, welchen Zweck die Jurys noch erfüllen sollen, wenn sie ihre Höchstwertungen teilweise genauso erwartbar an Nachbarländer vergeben wie das Publikum. Beispiele dafür lieferten erneut Zypern und Griechenland, aber auch die gegenseitigen Wertungen im ehemaligen jugoslawischen Raum (Serbien-Kroatien-Montenegro) oder zwischen Norwegen und Dänemark.
Gleichzeitig zeigten sich an manchen Stellen in diesem Jahr auch deutliche Risse – vor allem in Skandinavien. Besonders auffällig war dabei Schweden. Nur 35 Jury- und 16 Publikumspunkte sind für ESC-Verhältnisse beinahe ein Absturz. Selbst aus dem nordischen Raum kam vergleichsweise wenig Unterstützung. Das dürfte Diskussionen auslösen – auch mit Blick auf den schwedischen Vorentscheid Melodifestivalen und die Frage, ob Europa inzwischen kritischer auf den lange dominierenden „schwedischen ESC-Sound“ reagiert.
Ein weiterer auffälliger Votingraum bestand zwischen Rumänien, Moldau und der Ukraine – womöglich mit Bulgarien als zusätzlichem Faktor. Gemeinsame Sprache, Migrationserfahrungen und die Auswirkungen des Krieges sorgen hier offenbar weiterhin für gegenseitige Sympathien. Gleichzeitig befanden sich in diesem Raum auch mehrere ESC-Rückkehrer, die am Ende weit vorne landeten. Möglicherweise hat die EBU auch den starken Beiträgen aus diesen Ländern zu verdanken, dass nun nicht die Diskussion geführt werden muss, ob der ESC im kommenden Jahr in Israel stattfindet.
Auch wenn diese erste Analyse noch nicht jeden Aspekt bis ins Detail beleuchten kann, bestätigt sie doch Entwicklungen der vergangenen Jahre, die sich gerade auch Deutschland zu Herzen nehmen sollte: Mittelmaß wird beim ESC härter bestraft als Polarisierung. Viele der erfolgreichsten Songs waren auffällig, emotional, identitätsstark oder maximal erinnerbar. Beiträge dagegen, die weder musikalisch noch performativ klare Akzente setzen konnten, verschwanden oft komplett aus dem Bewusstsein von Jurys und Publikum.
Welche Voting-Ergebnisse haben Dich am meisten überrascht? Hast Du das Gefühl, dass Jury und Publikum beim ESC inzwischen immer weiter auseinanderdriften? Und welche Songs wurden zu Unrecht übersehen? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
Über das Ergebnis des Finales des Eurovision Song Contest 2026 sprechen wir heute ausführlich um 14:00 Uhr in unserem ESC kompakt LIVE.
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Hat jemand eine schlüssige Erklärung dafür warum teilweise die nationalen Jurys im Halbfinale komplett anders abstimmen als im Finale? Israel gibt beispielsweise im HF 12 Punkte am Polen und im Finale 0. Es sind doch die gleichen Jurymitglieder oder?
Bulgarien wird nur 5. bei den Jurys im HF und gewinnt dann aber im Finale die Jurywertung?
Der Effekt ist tatsächlich jedes Jahr zu beobachten und dürfte hauptsächlich daran liegen, dass im Semifinale nur Juries aus stimmberechtigten Ländern abstimmen. Die Juries bewerten dabei jeden zur Verfügung stehenden Beitrag.
Mathematisch gesehen kann es daher passieren, dass ein Beitrag im Semifinale noch mit 12 Punkten auf Rang 1 landet, im Finale jedoch von zehn anderen Beiträgen überholt wird, die im entsprechenden Semifinale gar nicht zur Verfügung standen. Diese Beiträge erhalten dann 0 Punkte, da alles ab Rang 11 bis X keine Punkte bekommt.
Hinzu kommt, dass die Juries die Momentaufnahme bewerten sollen. Das bedeutet: Sind die Töne im Semifinale noch stimmig, im Finale jedoch nicht, wird der Beitrag entsprechend weniger Punkte erhalten.
Gleichzeitig können auch unvorhergesehene Effekte auftreten. So ist es möglich, dass Juries taktisch voten oder Nachbarschaftsdienste leisten. Dabei kann es also vorkommen, dass ein Beitrag gezielt ins Finale gebracht, dort aber „absaufen“ gelassen wird.
In der Theorie gibt es demnach sowohl seriöse als auch unseriöse Gründe für solche Unterschiede. Da die Bewertung von Musik und Kunst vermutlich immer subjektiv bleiben wird, ist ein eindeutiger Nachweis dafür nahezu unmöglich.
Da kann man nur spekulieren (oder, je nachdem, wie man drauf ist, auch Verschwörungstheorien basteln), finde ich aber auch spannend. Andererseits verändert sich unser Ranking ja auch im Laufe der Saison immer wieder, je nachdem, ob wir uns einzelne Beiträge schön- oder schlimmgehört haben. So oder so ist es für mich nullkommanull transparent, wie die Jury genau wertet: Einerseits wurden beide Ohren, sorry, Augen zugedrückt (Zypern), andererseits tolle Stimmen (Polen, Frankreich) belohnt, bei denen die Songs und Inszenierungen ganz sicher nicht zu den Top 5 gehörten (subjektive Meinung). Und dass gerade bei den Jurys teils wirklich peinliche Punktehin- und Herschieberei betrieben wurde ist bestimmt auch schon vor mir 880 Leuten hier aufgefallen.
Ich bin nun auch wieder aus Wien zurück und will nochmal mein eigenes Fazit ziehen:
Ersteinmal herzlichen Glückwunsch an Dara und ihr Team, die völlig überraschend, aber ebenso verdient eine der vielleicht größten Underdog-Geschichten der modernen Zeit des Contests hingelegt haben. Kaum ein Song hat so eine Reise durchgemacht: Vom leicht belächelten Guilty Pleasure vieler Fans zu einem Bubble-Liebling nach den Proben bis hin zum absoluten Sieg von Jury und Televote und dem Brechen gleich mehrere Rekorde. Aus diesem unkonventionellen Girl-Bop ein regelrecht künstlerisches Inszenierungwerk zu schaffen, verdient wirklich einen Applaus und ich kann meinen imaginären Hut vor dieser Leistung nur ziehen.
Sowohl der Sieg Bulgariens als auch die restlichen Ergebnisse werden im Contest wohl ihre Spuren hinterlassen.
Was wir aus der 70. Edition des ESCs lernen können:
– Der Contest ist ständig in Bewegung und es einfach nicht mehr derselbe wie noch 2020. Ein gutes Beispiel dafür ist der Zeitraum von 2010 bis 2016, in dem sich ebenfalls unglaublich viel gewandelt hat. Dieser Wandel zeigt sich vielleicht auch gut an dem mäßigen Abschneiden von Finnland und Australien, die man vielleicht noch zu dieser „älteren Schule“ von großen epischen Werken zählen kann, welche auch immer noch ganz gut ankommen. Aber der Puls der Zeit verlangte wohl einfach nach etwas Neuerem, Modernerem, in gewisser Weise auch Nahbarerem, und das wurde mit Bangaranga wohl gefunden.
– Die Verjüngung der Jury-Mitglieder wird das Voting wohl auf längere Zeit verändern, wobei auch die Hinzufügung weiterer Hintergründe der Mitglieder eine Veränderung herbeiführen wird und auch schon hat. Damit bekommt die Jury teils schon Züge einer demoskopischen Jury und weicht damit immer mehr von dem üblichen Schema ab, nachdem vor allem die klassischen und professionell gesungenen Songs punkten konnten. Jetzt wurde scheinbar auch mehr Wert auf neue Faktoren gelegt, wie z.B. Kreativität und Eingängigkeit.
– Diese Veränderung und die Ergebnisse stellen zugleich die Relevanz der Wettquoten in Frage und fordern die Wahrnehmung und Vorhersagen der Bubble von Beiträgen heraus. Fast alle größeren Favoriten kamen nicht so gut an wie zuvor gedacht und ein Song, der vor kurzem noch auf Platz 16 bei den Odds war, rennt mit den Punkten davon. Einfach unglaublich und eine Erinnerung daran, dass eigentlich alles möglich ist.
Bangaranga könnte – ohne übertreiben zu wollen – eine neue Ära des ESCs eingeleitet haben, deren Ausmaß bis jetzt noch schwer absehbar ist.
Mit dem Abschneiden meiner persönlichen Favoriten bin ich eigentlich recht zufrieden. Dänemark kann sich trotz des fatalen Startplatzes über einen super Top 10-Platz freuen, Albanien ebenso mit Platz 13 und einem tollen 10. Platz im Televote. Für Tschechien und Malta hätte es zwar besser laufen können, aber trotzdem ist doch alles recht gut ausgegangen. Außerdem ist es fantastisch, dass die Rückkehrer alle phänomenale Top 10-Platzierungen erreichen konnten.
Die 0 für UK und Belgien tut mir sehr Leid, aber das wichtigste ist wohl einfach nicht den Kopf hängen zu lassen.
Dass die Schweiz es sowohl mit Jury als auch mit Televote seperat es ins Finale geschafft hätte, schmerzt mein Herz, allerdings beweist das nur noch einmal, dass Veronica einen super Auftritt hingelegt hat.
Generell können alle Artists wirklich Stolz auf sich sein, wie auch immer das Ergebnis ausgegangen sein mag. Unterstützung und Wertschätzung wurden aber zum Glück wieder großgeschrieben, zumindest was den Umgang zwischen den Acts betraf, soweit ich das beurteilen kann.
Nun freue ich mich vor allem auf die Rückkehr eines ESCs in den Balkan, den SCC und selbstverständlich darauf, zu sehen, wie sich die Class of 2026 nun so schlagen wird.
Meine Zeit in Wien war ebenfalls einfach nur schön, wenn auch herausfordernd an manchen Stellen, aber letzendlich war auch 2026 wieder ein wahnsinnig gelungenes ESC-Jahr, das so viel mehr ausgemacht hat als „nur“ 35 Songs.
Kann jetzt schon den Beginn der VE-Saison kaum erwarten, auch wenn ich jetzt erstmal allen eine frohe Off-Saison wünsche. 🎶
War schön. Und alles einfach ein bisschen Bangaranga. 😝☺️
Dafür sollte die EBU mal eine Art Wildcard-Regel einführen. Kroatien ist das 2021 doch auch passiert. Wer in beiden Instanzen in den Top Ten ist, sollte sich qualifizieren, selbst wenn man den mathematischen 10. Platz damit verdrängt.
Klar, auch im Finale kann es passieren, dass man mit einem 12. und einem 11. Platz dann auf Platz 13 landet, aber das ist immer noch etwas anderes als eine Qualifikation. Kann man doch keinem erklären wenn jemand von beiden Instanzen weiter gesehen wird und dann trotzdem rausfliegt.
Also wird zuerst nach Übereinstimmungen in den Top10 bei Juries und Publikum geschaut und diese qualifizieren sich automatisch, während der Rest mit der „kombinierten“ Wertung aufgefüllt wird? Interessanter Vorschlag!
Auch wenn ich es gerne hätte, dass die Top 5 jeder Wertung in jedem Fall weiter kommen sollten. Aber da haben wir es wieder, dass was sich „gerecht“ anfühlt, ziemlich subjektiv sein kann!
Nein das hat nichts mit neuer Ära zu tun. Lieder mit Fokus auf Tanz haben ja in den letzten Jahren immer stark abgeschnitten, zumindest wenn sie was Neues brachten. Ich vermute eher, das Ergebnis war dieses Jahr so deutlich, weil der ESC musikalisch eher unterdurchschnittlich war, um es mal noch höflich auszudrücken. Ob sich Dara gegen Duncan, Loreen oder Memo durchgesetzt hätte, halte ich für fraglich.
Europa oder besser gesagt wir Fans haben mit Dara einen neuen Eurovisions- Star gefunden. Wenn ich nun daran denke, ihre Teilnahme stand kurz auf der Kippe, nachdem sie im Vorentscheid siegte. Gott sei Dank gab es ein HAPPY End. Wie in einem Hollywood- Film 😀
Schöne Analyse, Douze Points! Mich würde ja auch nochmal ein grösser angelegtes Fazit, bzw. Analyse zur Produktionsqualität interessieren.
Da hat sich der ORF nämlich in so ziemlich fast allen Belange nur mit äusserst wenig Ruhm bekleckert.
Visuelles Konzept, Keyvisual, Show-Script, Moderatoren, Produktionsabläufe, Produktionsdesign, Arena-Design…
Da war schon sehr viel ziemlich inkongruent, gestalterisch überfordert und teils auch…fragwürdig.
So toll und wegweisend der Sieg Bulgariens auch sein mag, ich fand diesen krassen Unterschied zu fast allen vorherigen Produktionen – Basel, Malmö, Liverpool, sogar Turin! – schon ziemlich betrachtenswert.
Die Abstimmung muss von Grund auf neu reformiert werden, denn die stimmen für Israel sind überwiegend Sympathie stimmen.
Uninteresantes Event,nur Krach und fast nackte Tänzer.Wenn ich da an ABBA,Waterloo, denke.
Viel zu teuer,Geld besser in den Tierschutz.Die Politisierung gehört nicht in ein Pop Event.
Einfach überflüssig.PS Ich habe rs natürlich nicht angeschaut,aber in den Nachrichten etc. wird ja jeder darüber informiert,ob man will oder nicht.
Die Frage ist was du dann auf einem ESC-Fanblog machst 😀
Ähnliche „Hühner“ haben in den 70er Jahren über „Waterloo“ genau dasselbe gesagt
Lustig, dieses Tierschutzding liest man genau einmal jährlich hier! Steht dir frei.
Offensichtlich hast du ohnehin nur den deutschen Auftritt gesehen. Denn im Finale gab es rund 3x explizit Haut zeigende Tanzbegleitung. Und dann waren es auch noch eher Tänzerinnen. Alle anderen waren robust bekleidet, je nach Songthema. Der ESC ist was das betrifft nämlich schon längst prüder geworden.
Erstmal danke für die Zusammenfassung, ich dachte schon es geht wie üblich ohne wirkliche Analyse ins nächste Jahr.
Ich finde es toll, dass der ESC dann doch noch überraschen kann auch wenn der Sieger letztlich der Titel war, mit dem ich am Wenigsten anfangen konnte. Scheinbar geht es weiter in Richtung Show-Contest was besonders nun auch für die Jury-Wertungen gilt. Denn Kompolition und Gesang sollten ja ein wichtiges Kriterium sein, aber da war der Auftritt wohl zu stark, als dass diese dann noch daran gedacht haben. Wir müssen hier das „Jury-Futter“ neu definieren in Richtung überzeugende Produktion.
Zweiter erstaunlicher Aspekt war das fast Semis-Aus von Schweden. Außer in D. kamen da keine automatischen Punkte mehr von den Juroren, das ist eine gute Entwicklung. „Schwedenproduktionen“ werden aber weiter von den Jurys geliebt, siehe Australien, die den Sieg wohl auch durch eine seltsamen Auftritt versemmelt haben: Was sollte das Klavier und dann auch noch der Lift? Eine rein schwedische Produktion hätte das mit mehr Fokus auf die Künstlerin ohne unnötiges Zeuchs auf der Bühne besser hinbekommen.
Und Rock hat es immer noch schwer bei den Juroren, das hat Rumänien den zweiten Platz gekostet. Insgesamt ist der Ostbalkan mit Bulgarien, Rumänien und Moldau Platz 1, 2 und 4 das Powerhouse der 2026 Zuschauervotings. Hätte auch nie einer gedacht.
Bitte nicht so kritisch: Die dt. Jury hat ihre Schwedenpunkte binnen Jahren gezwölftelt!
SWE inzwischen der kranke Mann der skandinavischen Familie. Shocking! 😉
Und der verarmte Seitenarm des schwedischen Musikadels hausiert im Kaukasus – auch vor Jahren angesichts des früher betriebenen Aufwands undenkbar!
Eine Sache, die zum schwedischen Flop beitrug ist, dass die Nordics üblicherweise einen klaren Favoriten haben, dem die 10er und 12er zufliegen. Das war dieses Jahr nicht so, es verteilte sich mehr zwischen den 4en (die alle aus unterschiedlichen Gründen „schwierig“ waren.
Wenn der Großteil der Beiträge an Musik und der schlimme Kostümball der Moderatoren den Europäischen Musikalischen Geschmack wiederspiegeln sollen,
ist das Ende nah.
Aber es ist wohl so, nur wer auf diesen Affenzirkus steht, votieret überhaupt mit und die Masse tut sich das gar nicht erst an dafür Telefongebühren zu verplempern.
Mal eine Frage. Ist noch jemandem aufgefallen, wie viele Parallelen das Ergebnis mit dem von 2017 aufweist?
So war 2017 das letzte mal, das ein Lied gewonnen hat, das vor der ESC-Woche noch weit abgeschlagen in den Prognosen war. Es war aber auch das letzte Mal, dass ein Song sowohl im Televoting als auch bei den Jurys gewinnen konnte (und das jeweils mit deutlichem Abstand). Außerdem war es das letzte Mal, dass ein Rückkehrerland (damals kam Portugal ja nach einer einjährigen Pause zurück) gewinnt. Auch war 2017 das letzte Mal, dass ein Land zum ersten Mal gewinnt.
Es war auch das letzte Mal, dass der Sieganwärter, der die ganze Saison die ESC-Polls dominiert hatte und in den Wettquoten vorne lag, nicht einmal in die TOP5 kam (beides Mal Platz 6), und dabei weder im Televoting noch bei den Jurys unter die Top3 kam.
Es war auch das letzte Mal, dass Bulgarien unter die top 10 kam. Mit Platz 2 war man damals schon nah dran am Sieg.
Ich finde diese Parallelen schon erstaunlich. Ich kam darauf, weil ich mich gestern fragte, wann gab es eigentlich zuletzt beim ESC dieses oder jenes und landete immer wieder bei 2017.
Damals nach dem Sieg von Salvador Sobral sagten ja viele, es würde den ESC nachhaltig verändern. Ein Jahr später gewann Israel mit einer ziemlich klamaukigen Nummer. Vielleicht wird Israel ja 2027 auch dann wieder die Trophäe nach Hause holen.
Clever gedacht!
Der letzte ESC-Sieger bzw. die letzten beiden, die mir wirklich gefallen haben und wo ich wirklich dachte „wow“, das waren Portugal 2017 und Israel 2018. Beide Lieder waren live grandios, besonders Netta in der Halle in Lissabon, das war definitiv anders.
Danach kam wieder rührseliger Quatsch, Rockgeschrammel, das unverdiente „ABBA déja vu“, der politische Sieg und noch zwei vergessenswerte Genderbeauftrage, die das Tor zur Oper nicht gefunden haben. Für mich sechs sehr schwierige Jahre und der ESC drohte zum Sprachrohr des politischen Zeitgeistes zu verkommen. Vielleicht hat er tatsächlich gerade noch so die Kurve gekriegt.
So betrachtet ist der Sieg von Bulgarien sehr erfrischend, beim Lied tippe ich mal auf Hit und vielleicht ist das gut für den ESC der Zukunft.
Die derzeit Verantwortlichen sollen ausgetauscht werden. Weil es hat sich beim Wechsel vom NDR zum SWR nichts geändert. Im Gegenteil, man war noch weniger transparent bei Entscheidungen. Der SWR soll Leute damit beauftragen, die absolut mit Herzblut und großen Engagement an die Sache rangehen. Dieses Team soll ein Budget erhalten und dann Schalten und Walten wie es das für richtig hält. Und niemand anderer darf mitbestimmen bzw reinreden.
Ich würde zu dem Herzblut noch ein bisschen ESC-Verstand geben wollen.
Der ÖRR hat sich doch auf die Schultern geklopft, sich für den tollen und bezahlten Urlaub in Wien bekannt und wird gar nicht daran denken, irgendetwas zu ändern.
Herr und Frau S. sollten m.M.n. schleunigst ausgetauscht werden, Herr D. gleich hinterher. Bildregie samt Kreativteam müssten mal dringend ein Praktikum in Bulgarien machen, um zu sehen wie TV heutzutage so geht.
Die Schwachstelle wird das Lied bleiben: hierzulande sind immer noch Helene F., Giovanni Z. und Beatrice E. die „Goldstandards der TV-Unterhaltung“ und der Fernsehgarten das Nonplusultra an playbackgesungenem Frontalfernsehen.
Der ÖRR hat den Wettbewerbsgedanken beim ESC so erfolgreich verdrängt, das wird auf absehbare Zeit nichts.
Meine Prognose: es bleibt alles so wie es ist. Der nächste deutsche Vertreter ist dann selbst schuld, falls er da freiwillig mitmacht, ohne daß sich alle anderen Punkte signifikant ändern.
Ich wiederhole mich gerne: wer unteres Mittelmaß schickt, der landet unten.
Schon im letzten Jahr fiel mir auf, dass die etwa 6 Sekunden Ausschnitt für den Schnelldurchlauf für Deutschland miserabel gewählt wurden. Und dieses Jahr war es noch schlimmer: Anstatt des Refrains, war nur ein langer Ton von Sarah Engels zu hören! So bleibt das Lied nicht in den Ohren der Zuschauer! Wer entscheidet den Kurzausschnitt? Der ORF?
Den Ausschnitt bestimmt jede Delegation/Künstler natürlich selbst.
Ich habe mich ja jetzt im ersten ESC-Jahr vom SWR zurückgehalten mit meiner Meinung, weil es für das SWR-Team eben die erste Saison beim ESC war. Jetzt kann man das Konzept nochmals durchgehen um Vorschläge für die nächste Saison zu machen. Ich fand es gut, dass der SWR hier, über die GEMA, Songwriter angefragt hat. Dies fand ich gut und sollte auch unbedingt so beibehalten werden. Allerdings bin ich, nach wie vor, ein Freund von einer internen Auswahl für Deutschland. Einfach weil man sich hier auf einen Song sowie einen Act konzentrieren kann und vielleicht dann auch alles etwas intensiver ausarbeiten könnte.
Zu Frankreich muss ich erwähnen, dass die Songs hier in den letzten Jahren, sowohl beim ESC, als auch beim JESC -zumindest für mich- alle musikalisch irgendwie in die gleiche Richtung gehen. Beim JESC und der ESC-Jury mag dies vielleicht (noch) funktionieren, aber beim ESC-Publikum wohl eher weniger.