Songcheck „Das Deutsche Finale 2026“ (1): „A OK“ von Myle

Bild: ARD/SWR/Claudius Pflug

Es ist wieder Songcheck-Zeit! In elf Tagen steigt Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale 2026, die Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest in Wien, und deshalb werden wir in den kommenden neun Tagen alle DDF-Beiträge ausführlich unter die Lupe nehmen: Wer sind die Künstler*innen hinter dem Beitrag? Wie hören sich die Lieder an? Und vor allem: Wie bewerten wir die Beiträge und welche Chancen räumen wir ihnen ein? All das werden wir in unseren Songchecks ausführlich analysieren. Los geht es mit „A OK“ von Myle.

MYLE (25) aus Berlin verbindet in seinem gitarrengetragenen Pop ehrliche Emotionen mit einer warmen, hoffnungsvollen Grundstimmung. Der deutsch-amerikanische Künstler schöpft seine Inspiration aus persönlichen Begegnungen, wie auch bei seinem DDF-Song „A OK“. Dieser entstand nach dem intensiven Austausch mit einem Fan, der sich in einer mentalen Krise befand. Das Ergebnis ist ein musikalisches Versprechen: dass es selbst an den dunkelsten Tagen wieder besser werden kann. MYLE hat für seinen Song „What If“ bereits mit ESC-Teilnehmer ISAAK zusammengearbeitet.

Das Lied

Seinen DDF-Beitrag „A OK“ hat Milo „MYLE“ Hoelz gemeinsam mit Iain James, Bovvary und Sacha Rudy geschrieben. Laut SWR-Pressemitteilung ist „A OK“ ein persönlicher Hoffnungsschimmer und das leise Versprechen, dass auch nach traurigen oder schlimmen Tagen ein Weitermachen möglich ist und es irgendwann wieder „A OK“ sein kann.

Musikalisch startet der Beitrag mit einem opulenten und fast Filmmusik-artigen Intro und endet auch wieder so. Dazwischen singt Myle balladige Strophen und einen hymnischen Refrain, bei dem seine Stimme mit der Instrumentierung und den Backgroundstimmen verschmilzt. Zum Schluss steigert sich der Song in ein großes Finale, bevor er a cappella und ganz zurückgenommen endet.

Der Check

So haben die ESC-kompakt-Leser*innen gewertet:

Song allgemein: 6,3/12 Punkten
Eignung des Songs für den ESC: 2,4/5 Punkten
Eignung des Künstlers für den ESC: 3,7/5 Punkten
Gesamtpaket: 3,1/5 Punkten

Im Hinblick darauf, welcher DDF-Beitrag Euch am besten gefällt, liegt „A OK“ auf Platz 7 von 9.

Benny: Eines der großen Fragezeichen in diesem Wettbewerb. Die berührende Geschichte hinter dem Song wird für mich ohne das Hintergrundwissen nicht transportiert und der fehlende Refrain, in dem MYLEs Stimme fast nicht zu hören ist, erschließt sich mir auch nicht. MYLE kann richtig gute Songs schreiben – wieso es „A OK“ für den Vorentscheid wurde, bleibt wohl ein Rätsel. 3 Punkte

Bennet: Myle hat eine schöne Stimme, die zum Song passt. Ich bin zwischen Trauer und aufgeschlossenem Optimismus hin und her gerissen. Ansonsten reißt mich die Ballade nicht vom Hocker. Sie ist „A Ok“. 5 Punkte

Berenike: „A OK“ ist ein schöner Mutmachsong, der auf jeden Fall seine Berechtigung hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass er genau das Richtige ist, wenn man in einer Krise steckt, weil er etwas sehr Beruhigendes an sich hat und die Message nicht mit dem Holzhammer vermittelt. Wie die Hälfte der Songs im Startfeld von Das Deutsche Finale ist er aber viel zu unauffällig, um im ESC-Finale herauszustechen. Deshalb nur ein „OK“ und 4 Punkte von mir.

Danio: Die Strophen gehen noch, der Refrain wirkt aber leider total anstrengend auf mich. Und obwohl er mit immer den gleichen zwei Worten, die sich wiederholen, maximales Ohrwurmpotential haben sollte, vergesse ich den Song jedes Mal wieder. 2 Punkte

Douze Points: Ich würde so gerne jemanden wie MYLE für Deutschland beim ESC sehen – ein Sympathieträger mit Charisma und toller Stimme. Bei „A OK“ geht mir nicht mal seine Kopfstimme auf die Nerven. Ansonsten hätte ich mir etwas mehr Drive für den Song gewünscht, gerade um das Hymnische besser herauszuarbeiten. So ist das Lied schnell auserzählt und man bleibt nicht wirklich bei der Sache. 5 Punkte

Giulia: Die Anfangsklänge von „A OK“ finde ich sehr schön und kann mir vorstellen, dass das auf einer Bühne mir passender Licht-Stimmung berührend melancholisch wirken kann. Allerdings plätschert das Lied im weiteren Verlauf für mich einfach nur dahin und der Refrain ist einschläfernd. Da hält mich auch das charming Lächeln von Myle nicht wach. 2 Punkte

Laureen: Ich mag an diesem Song nicht einmal die Message. „Es wird schon wieder“ ist so ungefähr der schlechteste Ratschlag, den man so geben kann. Auch musikalisch macht es der Beitrag für mich nicht besser. Immerhin ist Myle sympathisch. 1 Punkt

Marcel: Der Song könnte für eine Überraschung im deutschen Finale sorgen. Anfang und Ende sind überraschend episch – nur der Mittelteil bleibt leider etwas zu lange etwas zu flach. Trotzdem ist „A OK“ ein Song wie ein Sonnenaufgang. Ob er genug wärmt, wird die Inszenierung entscheiden. 5 Punkte

Max: Ein schönes Lied, das zwar episch anfängt, aber dann leider nicht wirklich ausbricht. Live kann das natürlich trotzdem ganz gut wirken, zumal auch Myle sehr sympathisch rüberkommt und da einige Stimmen einfangen wird. Das Lied an sich hat ein paar gute Ansätze, es fehlt allerdings hier und da der letzte Funke, der leider bei mir nicht übergesprungen ist. 5 Punkte

Peter: „A OK“ hat einen schönen Spannungsbogen, die Tempiwechsel machen Spaß und die starke Stimme und gute Ausstrahlung von Myle sind sympathisch. Allein: Das ist alles in allem gefälliger Radiopop, der nicht herausragt und beim ESC chancenlos ist. 5 Punkte

Rick: Myle ist so sympathisch und ich würde seinen Song echt gerne mögen, aber das klappt bei „A OK“ einfach nicht. Die Strophen sind noch in Ordnung, aber der Refrain wäre selbst fürs Radio zu belanglos. Beim ESC würde sowas kein bisschen herausstechen, weil die Nummer einfach keinen erkennbaren Charakter hat. Es ist einer der Vorentscheid-Songs, bei denen ich wirklich nicht glauben kann, dass er mehrere Auswahlstufen überstanden hat. ESC-tauglichkeit: NULL! 2 Punkte

Gesamtpunktzahl: 39/132 Punkten

Wie gefällt Dir „A OK“? Wie sollte Myle den Song beim Vorentscheid präsentieren, um weit vorne zu landen? Schreib uns gerne Deine Meinung in die Kommentare!



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147 Comments
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Matty
Matty
1 Monat zuvor
Uriellus
Uriellus
1 Monat zuvor

Mir gefällt das Lied echt gut und Myle könnte mit seinem sympathischen Lachen, seiner guten Stimme und einer geeigneten Performance die Herzen Europas erobern. Es kann aber sein, dass der Song allzu gefällig rüberkommt und im wilden ESC-Getanze und -Gekreische untergehen wird.

Prometheus
Prometheus
1 Monat zuvor

Ist tatsächlich in den letzten Tagen noch in meine Top 4 geklettert (auf Platz 4), weil der Song trotz seiner unbestreitbaren Schwächen dennoch ESC-geeignet ist. Es ist zwar radiotauglich, was per se nichts schlimmes ist, wenn der Song auch außerhalb des Radios funktionieren kann. Und „a ok“ ist offensichtlich mit Blick auf eine Bühnen-Performance geschrieben. Der Song ist vor allem mit dem hymnenartigen Refrain und den langgezogenen Silben dankbares Material für eine Inszenierung.

Wenn man die richtigen Entscheidungen in diesem Bereich trifft, dann kann das ein grundsolider Auftritt mit Potenzial zum Überraschungseffekt werden. Wobei es natürlich auch drauf ankommen wird, was Myles Platz in der Startreihenfolge ist.

Es wurden schon Vergleiche zu Duncan Lawrence gezogen, wobei dem Song dann doch so ein bisschen die Höhepunkte fehlen, und im Vergleich mit ISAAK ist der Song wohl etwas zu leise.

Wenn man sich etwas näher mit den Lyrics befasst, dann erscheint es leider ein bisschen blöd, um es so direkt zu sagen. Ein etwas naiver Umgang mit dem Thema Trauer, Depression und emotionaler Niedergeschlagenheit. Ein einfaches „Alles wird gut“ reicht eben einfach nicht.

Insgesamt ein solider Song, bei dem ich mir das ein oder andere Szenario vorstellen kann, in dem in Wien Jury-Points regnen werden. Damit hat der Song den meisten anderen schon mal etwas voraus, denn dort kann ich mir solche Szenarien nicht vorstellen.

Myle hätte sich ruhig trauen können, etwas mutiger zu sein.

Platz 9: 7/12 Punkte

Anna01
Anna01
1 Monat zuvor

Beim ersten Hören habe ich nkcht verstanden, warum die Kommentardpalte diesen Song so feiern. Es ist für mich das langweiligste und belangloseste Lied von allen. Weiß auch nicht mehr wie der geht. Nix ist hängen geblieben.

Sturmi
Sturmi
1 Monat zuvor

Lästerlicher Cover-Edit. Ist das Krankenkassenwerbung?
https://imgur.com/gallery/eurovision-2026-german-entry-myle-aok-3nJCtr7