
Die Rai hat im Rahmen ihrer Programmvorstellung für die TV-Saison 2026/27 erstmals offiziell bestätigt, dass beim Festival di Sanremo 2027 ein eigener Abend über den italienischen ESC-Vertreter entscheiden soll. Wie diese Entscheidung gefällt wird, ist weiter offen. Außerdem steht fest: Am 18. Dezember werden bei der Sendung Sarà Sanremo erstmals alle Campioni, also die Big Acts, gemeinsam auf der Bühne vorgestellt.
Was bisher Spekulation war, hat nun eine offizielle Grundlage. In einem am 3. Juli veröffentlichten Programmdokument stellt die Rai unter anderem die Struktur des Festival di Sanremo 2027 vor und bestätigt damit wesentliche Neuerungen, die auch für den Eurovision Song Contest von Bedeutung sind. Der künstlerische Direktor des Festivals, Stefano De Martino, konkretisierte die Pläne im Rahmen der Programmpräsentation in Ancona.
Die fünf Festivalabende vom 16. bis 20. Februar 2027 werden sich demnach wie folgt gliedern: Am Dienstag und Mittwoch treten alle Campioni mit ihren Wettbewerbsbeiträgen auf. Der Donnerstag bleibt der traditionellen Cover-Night vorbehalten. Am Freitag folgt die wesentliche Neuerung: eine sogenannte Performance Night, bei der die Künstlerinnen und Künstler ihre Beiträge erneut präsentieren, diesmal jedoch mit einer eigenen kreativen Bühneninszenierung. An diesem Abend soll darüber entschieden werden, wer Italien beim Eurovision Song Contest vertritt. Am Samstag wird dann wie gewohnt der eigentliche Gesamtsieger des Festivals gekürt.
Damit bestätigt sich im Kern, was Ende Mai das italienische Online-Magazin Dagospia berichtet hatte: Der vierte Festivalabend, also der Freitag, wird zum ESC-Entscheidungsabend. Allerdings wird die Covernight, die in den vergangenen Jahren an diesem Abend stattfand, nicht gestrichen, sondern auf den Donnerstag vorgezogen. Der Freitag gehört dann vollständig der neuen Performance Night.
Stefano De Martinos Idee geht dabei in die Richtung, dass die Campioni am Freitagabend zeigen, wie sie ihren Beitrag auf der internationalen ESC-Bühne inszenieren würden. Das ist eine wesentliche Änderungen zu dem, was Sanremo ansonsten ausmacht: eher statische Auftritte ohne Beiwerk (Tänzer*innen, Props etc.).
Wie genau die Entscheidung über den italienischen ESC-Act am Freitagabend fallen soll, ist derweil weiter offen. Die Frage ist auch, wie sie sich von der Entscheidung über den oder die Sieger*in des Festivals generell unterscheiden soll. Es ist möglich und vielleicht auch gewünscht, dass zwei unterschiedliche Beiträge gewählt werden. Es bleibt aber abzuwarten, ob die beiden Ergebnisse in der Praxis nicht doch zusammenfallen.
Aus dem Rai-Dokument geht noch eine weitere Neuigkeit hervor: Am 18. Dezember findet in der Primetime von Rai 1 die Sendung Sarà Sanremo statt, die live aus dem Teatro del Casinò di Sanremo kommen soll. Moderiert von Stefano De Martino, sollen dort erstmals alle für das Festival ausgewählten Campioni gemeinsam auf der Bühne stehen. Damit haben wir also einen konkreten Termin, ab dem die Teilnehmerliste des Festivals offiziell bekannt sein wird.
Des Weiteren kündigte Stefano De Martino an, die Zahl der Wettbewerbsbeiträge gegenüber der letzten Ausgabe unter Carlo Conti reduzieren zu wollen. Bei Sanremo 2026 waren es 30 Campioni. Wie viele es 2027 werden, ist noch offen, aber der neue künstlerische Direktor betonte, den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern mehr Raum für ihre Auftritte geben zu wollen.
Ebenfalls bestätigt wurde, dass die Rai aktiv daran arbeitet, internationale Gäste für das Festival zu gewinnen. Stefano De Martino sprach in Ancona davon, dass man bereits in Verhandlungen sei und die Namen bekanntgeben werde, sobald es spruchreif sei. Diese internationalen Acts sind aber scheinbar nicht speziell an den ESC-Abend geknüpft, sondern Teil der generellen Internationalisierungsstrategie, die die Rai für das gesamte Festival verfolgt.
Wie bewertest Du die geplante Trennung von Festivalsieger und ESC-Vertreter? Glaubst Du, dass ein eigener Performance-Abend die ohnehin starke ESC-Bilanz Italiens weiter verbessern kann, oder birgt die Änderung auch Risiken? Lass es uns in den Kommentaren wissen!
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Neuer künstlerischer Leiter und schon ist beim Sanremo Festival die erste Reform fällig! Vielleicht gibt es eine Reduktion der Teilnehmer von 30 in diesem auf maximal 20 im nächsten Jahr? Auf jeden Fall ist in den Medien schon eine Liste potenzieller Teilnehmer aufgetaucht.
ESC 2028 in Neapel oder Seveso!
Ich werde mit meinem bildschönen Verlobten aus Parma dort tänzeln, denn ich liebe dieses Spiel. Wenn die Kamera nicht sabotiert wird
Das ist Fakt!
Und wie stehst du zur Teilnahme der Fußballnationalmannschaft der Frauen beim Tänzelfest? 🤔
Mir wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn sie im Selfiehaus in Füssen auftreten würden. Da beißt das Schoko-Hasi keinen Faden ab.
Geht es dir gut??
Obviously not at all.
Dich habe ich nicht gefragt. 🙄
Gibt es eigentlich einen bestimmten Grund, weshalb Ihr Eure Privatkonversation nicht schon längst auf eine private Ebene verlagert habt? 🤔
(Rhetorical question – for obvious reasons …)
Diese Namen kursieren als die möglichen Teilnehmer am Sanremo Festival 2027:
https://www.libero.it/magazine/news/sanremo-2027-primi-big-cristina-davena-jessica-morlacchi-196458
Eigentlich läufts doch super beim ESC für Italien. Daher verstehe ich die Änderung noch nicht.
Bin aber freudig gespannt!
Vielleicht werden dann beim ESC Abend nur die Acts teilnehmen, die auch Interesse haben, in Sofia dabei zu sein…
Jap war auch mein erster Gedanke. Wenn die dann nächstes Jahr hinten platziert werden würden, hätten wir die Antwort 😁
Annalisa gewinnt den ESC 2027 und Kloppo gewinnt die EM 2028 😎😇
Klingt für mich in der Theorie erstmal gut, denn nicht immer ist der Sanremo-Sieger auch automatisch am geeignetsten für den ESC.
Sollte bei der Wahl des ESC-Beitrags beispielsweise die Pressejury wegfallen, hätten auch Acts, die gerne von der Presse abgestraft werden, die Chance, das ESC-Ticket zu lösen.
Schade mit der Inszenierung. Genau das fand ich immer bei San Remo so toll, dass es mehr um den Künstler und Song ging und weniger um die Probe… Generell lasse ich mich gerne in der ESC Woche von den neuen Inszenierungen überraschen und mag es weniger, wenn alles aus den Vorentscheiden übernommen und nur leicht optimiert wird…
Das Wichtigste zuerst: Stefano De Martino – om nom nom!
Und zur Konzeptänderung: so ein bisschen ist das ja, was Albanien beim FiK auch schon ausprobiert hat. Ob es was bringt? Es wäre jedenfalls eine gute Gelegenheit, am Freitag bei der ESC-Abstimmung die Jury entweder ganz rauszunehmen oder zumindest ihren Einfluss deutlich zu begrenzen. Im Moment fehlt mir auch noch die Fantasie, wie auf der ja zwar glamourösen, aber doch auch relativ kleinen San-Remo-Bühne eine ESC-geeignete Bühnenshow inszeniert werden soll. Ich vermute mal, dass der Freitag dann Orchester-optional ist?
Ein Vorteil: man kann am Freitag direkt sehen, wer von Acts auch tatsächlich zum ESC will und sich Gedanken um die Show gemacht hat und wer den Beitrag ausschließlich ans Heimatpublikum adressiert. Insofern könnten die Chancen für Italien beim ESC noch besser werden, denn die Inszenierung war ja oft der Schwachpunkt. Insofern könnte ich mir schon vorstellen, dass zwei unterschiedliche Sieger:innen rauskommen.
Zunächst einmal muss ich sagen, dass solch eine drastische Neuerung ein ziemlich interessanter Schritt ist, den ich gar nicht von dem doch recht traditionellen Sanremo-Festival erwartet hätte.
Das kommt auch daher, dass es für mich zumindest nicht so aussah, als müssten sie etwas an ihrer ESC-Strategie ändern, da genau dieser Fokus auf den italienischen Markt das Besondere hervorgebracht hat, das beim ESC in der Regel so gut für sie funktioniert hat.
Andererseits kann es sich Italien auch gerade wegen ihres guten Streaks eigentlich leisten, mal ein kleines Experiment zu starten und sehen, was in so einem Szenario passieren würde. Denn wer weiß, ob Acts wie Ditonellapiaga dieses Jahr nicht vielleicht von so einer Regel profitiert hätten und so doch noch ihre Chance auf größere Bekanntheit bekommen hätten?
Eine genaue Bewertung dieser Entscheidung fällt mir aus diesen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer und es sind mir auch noch zu viele Fragen offen. Z.B. ist soweit ich weiß noch nicht bekannt, ob die Acts, die kein Interesse am ESC haben, einfach die Eurovision-Night auslassen oder schlicht als Intervall-Acts auftreten, die außer Bewertung stehen. Auch das Votingsystem an diesem vorletzten Abend ist noch nicht kommuniziert worden soweit ich weiß, was auch noch mal eine große Rolle spielen könnte. Womöglich würde die Bewertung der Acts nämlich gar nicht so anders ausfallen als sonst beim „normalen“ Festival, da die Zuschauer weiterhin für ihr Lieblingscanzone stimmen und den ESC gar nicht in ihre Entscheidung miteinbeziehen.
Auch was die Inszenierungenen betrifft weiß ich noch nicht so recht, wie ich mir das auf der Bühne des Ariston-Theaters vorstellen soll. Schon allein die vielen Treppen dürften den Umgang mit Props ziemlich beschwerlich gestalten und Tänzer waren zwar eher ein relativ seltener Anblick, kamen davor aber doch des öfteren auch schon beim gewöhnlichen Festival vor.
Als Fazit würde ich sagen, dass die Italiener damit wohl ein Experiment starten, bei dem sie nicht allzuviel zu verlieren haben, da sie nach einem Jahr Ausprobierens direkt wieder zu der altem Methode zurückkehren könnten. Also denke ich mir, warum nicht mal etwas Neues wagen?
Was machen die denn mit Künstler*innen, die nicht am ESC teilnehmen wollen (wie etwa in diesem Jahr Levante). Wird dann da wie beim Dschungelcamp eingeblendet *bitte nicht anrufen*?