Airplay-Check ESC 2022: „Rockstars“ weiter stark. SWR 3 wird mit „Snap“ und „Space Man“ zum ESC-Radio

Der Eurovision Song Contest 2022 liegt nun bereits fast zwei Monate zurück – und doch lässt er auch die deutschen Radiosender nicht ganz los. Und das liegt nicht nur am eigenen Beitrag „Rockstars“ von Malik Harris, der weiterhin konstant Platz 20 der deutschen Airplay-Charts belegt. In dessen Windschatten kann sich der Brite Sam Ryder weiter über Erfolge freuen. Und auch das Phänomen „Snap“ von Rosa Linn aus Armenien geht nicht spurlos an den deutschen Radiosendern vorüber.

Knapp 23.000 Mal wurde „Rockstars“ bereits von Radiostationen in Deutschland gespielt. Spitzenreiter als Einzelsender ist dabei Radio Galaxy aus Maliks Heimat Bayern. Dort allein war der Titel bis einschließlich letzten Donnerstag 1.062 Mal zu hören; in der letzten Kalenderwoche 108 Mal. Bei sieben Tagen in einer Woche sind das 15 Einsätze am Tag. Doch auch die Jugendsender der Energy-Gruppen setzen stark auf den Track und haben ihn bereits über 700 Mal gespielt – jeweils knapp 60 Mal in der letzten Kalenderwoche.

Die Mainstream-Sender, zu denen ja auch die ARD-Popwellen gehören, setzen „Rockstars“ nicht so stark ein, halten aber weiterhin zu ihm – wenn auch mit etwas abnehmender Begeisterung. Der ESC-Haussender NDR 2 hatte den Song in der KW28 nur noch elf Mal im Programm – nach noch 17 Einsätzen in der KW25. WDR 2 hält sich bei zwölf und hr3 bei elf Airplays. Die größte Begeisterung gibt es bei MDR JUMP (29 Einsätze) sowie in in Maliks bayerischer Heimat: Auf BAYERN 3 erklingt der Song weiterhin 20 Mal pro Woche. 

SWR3 hingegen verabschiedet den deutschen ESC-Beitrag gerade aus dem Programm (nur noch ein Airplay in der KW 28). Dafür zeigt der Sender im Südwesten besondere Begeisterung für zwei andere ESC-Beiträge aus Turin. Bei keiner anderen deutschen Radiostation war Sam Ryders „Space Man“ bisher so oft zu hören wir bei SWR3 – bis einschließlich letzten Donnerstag exakt 101 Mal. Und das mit konstant 13 bis 14 Airplays pro Woche.

Ähnlich überzeugt zeigte sich vom britischen Beitrag auch mal Bremen 4. Allerdings spielte der Sender den Song zuletzt nur noch drei Mal pro Woche. Damit befinden sich die Hanseaten in guter Gesellschaft von MDR Jump, NDR 2, rbb 88.8, SR1 und WDR2 – (fast) alles ARD-Popwellen, die bei der deutschen Vorentscheidung mitvoten durften. Insgesamt erreichte „Space Man“ damit als höchste Airplay-Chart-Platzierung den Platz 134; aktuell liegt er auf Platz 156.

Ganz so erfolgreich ist die Armenierin Rosa Linn (Aufmacherfoto) bei den deutschen Radiosendern noch nicht gewesen. Ihre höchste Airplay-Chart-Platzierung war Rang 192. Allerdings kann sie sich über doch sehr prominente Unterstützung aus dem Radiokreis freuen – allen voran SWR3. Die Südwestdeutschen haben auch diesen ESC-Beitrag bisher am zweithäufigsten gespielt, nämlich bereits 33 Mal. Pro Woche war er zuletzt sieben Mal zu hören, also einmal am Tag.

Rosa Linn – Snap (Armenien 2022)

Noch begeisterter zeigen sich die Macher des Lokalsenders Radio Gong 106,9 Würzburg. Hier hatte „Snap“ bereits 83 Einsätze. Dabei wurde in der gerade beendeten KW28 ein Höchststand mit 18 Airplays erreicht. Dass daneben die öffentlich-rechtlichen Sender Bremen Vier, hr1, hr3, MDR Jump, rbb 88.8, SR 1 und WDR 2 jeweils auf elf Einsätze mit der exakt gleichen Verteilung über die Wochen kommen, liegt schlicht an der gemeinsamen ARD-Popnacht. Denn bei allen Sendern wurde der Song nur nachts zwischen 0 und 6 Uhr gespielt. NDR 2 wagte sich darüber hinaus an vier zusätzliche Einsätze zwischen 20 und 24 Uhr.

Der Vollständigkeit halber haben wir auch noch einmal auf den spanischen Beitrag „SloMo“ von Chanel geschaut. Diesem Song hält seit Wochen nur noch der Jugendsender Bremen NEXT die Treue – mit zwei bis vier Einsätzen pro Woche.

Airplay Checks zum ESC 2022

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Juni: Airplay-Check ESC 2022: Radiosender lassen „Rockstars“ nicht fallen – Weitere Songs ohne Relevanz


13 Kommentare

  1. Also bei meinen Sender N-joy ( NDR) läuft Rockstars auch noch oft , es vergeht irgendwie kein Tag wo ich Ihn nicht hören . Ist halt ein guter Radiosong .
    Snap usw hab ich dort bisher nicht wirklich gehört.

  2. Das „Phänomen“ Snap ist leicht zu erklären, denn ähnlich wie der schwedische Beitrag aus dem Jahr 2016 klingt Snap wie eine Kopie eines anderen bereits sehr erfolgreichen Radio-Songs. Der Name fällt mir zwar momentan nicht mehr ein, aber so wie es Frans gelang, sich durch das Kopieren eines bereits erfolgreichen (Radio)Songs Airplay Einsatz zu gewinnen, hat bei Snap auch der durch die Ähnlichkeit mit einem anderen Song aus dem gleichen Genre kreierte Social Media Hype sehr geholfen, den Song auch ohne ESC-Hype zusätzlich bekannter zu machen.

  3. „Snap!“ und „Spaceman“ – ausgerechnet die beiden Songs, die ich am wenigsten mag, kommen so gut bei den Mainstream-Popwellen an. Ich weiss schon, warum ich diese typischen Chartsender nicht mehr höre. Dabei gab es dieses Jahr so klasse Songs – aber okay, nicht so „radiotauglich“.😉
    Aber hey, wir wollen mal nicht so vermessen sein: Es ist natürlich toll, dass der ESC überhaupt noch stattfindet im Radio.🙂

    • @Gaby

      Also beim Sender meines Vertrauens (Bayern 3) habe ich weder den einen noch den anderen Song bisher gehört, wobei mich „Snap“ nicht stören würde im Gegensatz zur überbewerteten Tinnitusorgie aus Großbritannien.

      • Da gebe ich Dir recht: „Snap“ ist einfach nur langweiliges Gedudel, was man noch nebenbei hören kann. „Spaceman“ hingegen tut einfach nur in den Ohren weh.

      • @Gaby

        Im Radio funktioniert „Spaceman“ nochmal schlechter als live, da man hier Sam nur hört und nicht sieht was für eine Erscheinung er ist.

      • Ja okay, ein gewisses Charisma konnte man Sam Ryder nicht absprechen, denke mal, das hat erheblich zu seinem Erfolg beigetragen. Du hast recht, der optische Eindruck fällt schonmal im Radio weg, bin schon etwas erstaunt, dass „Spaceman“ Gnade unter den Ohren der Verantwortlichen von einigen Formatradiosendern findet. Dass sie auf „Snap“ anspringen, wundert mich hingegen in keinster Weise. Das Bemerkenswerteste finde ich, dass eine armenische Künstlerin im deutschen Radio stattfindet. Gab es das eigentlich schonmal. Bin zwar auch kein Fan von Chanel, aber ich hätte mir noch vorstellen können, dass „SloMo“ irgendwie im Radio funktioniert.

      • @Gaby

        Ne, finde „SloMo“ funktioniert nur mit Performance, ohne die klingt er einfach wie ein 0815-Latinpopsong den es in den Sommermonaten häufiger gibt.

      • „Jezebel“ hätte ich mir auch gut im Radio vorstellen können, im absolut positiven Sinne, ist mMn eine schöne Nummer. Leider kamen The Rasmus nicht so gut auf der Bühne rüber, insofern wurde der Titel weit unter Wert geschlagen.

  4. Ich freue mich sehr für den Song Snap. Für mich einfach ein toller Song, klar für den ESC zu glatt gebügelt, aber ich liebe einfach diese leichte Art von Country Gitarren Pop. Und es zeigt auch das Songs jenseits des Siegertreppchens eine Chance im Markt haben können.

  5. Morgen gibt es wieder den ZDF-Fernsehgarten und unter den Gästen sind der Schweizer ESC-Teilnehmer Luca Hänni, der mit Sarah Engels (Gewinnerin von The Masked Singer“) duettet und die Gruppe Marquess, die mal am ESC-Vorentscheid teilnahm.

  6. 15-mal am Tag dasselbe Lied – da weiß man (ganz unabhängig von „Rockstars“), dass man diesen Sender meiden sollte wie der Teufel das Weihwasser. Wer kuratiert denn bitte deren Playlist? Die Tracklist der vorletzten Bravo Hits? Schlimm …

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