Australien sagt Vorentscheidung „Australia Decides“ für 2023 endgültig ab und wählt ESC-Act intern

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Allen positiven Anzeichen zum Trotz haben sich die Befürchtungen bestätigt, über die wir bereits in der vergangenen Woche berichtet haben. Die australische Rundfunkanstalt SBS hat ihre beliebte und erfolgreiche ESC-Vorentscheidung „Eurovision – Australia Decides“ für 2023 abgesagt. Das berichtet heute die Fanseite Aussievision. Stattdessen wird Australien seinen Act für den Eurovision Song Contest 2023 intern auswählen, wie es auch schon in den Jahren 2015 bis 2018 der Fall war.

Interessanterweise scheint SBS keine aktive Entscheidung gegen „Australia Decides“ getroffen zu haben, stattdessen sollen verschiedene Faktoren eine öffentliche Vorentscheidung unmöglich gemacht haben – was auch immer das bedeutet. Aussievision jedenfalls spricht – wie schon in der vergangenen Woche – von „Vertragsverhandlungen“, die zu dieser sehr späten Entscheidung geführt hätten.

SBS hat zur „Australia Decides“-Absage folgendes (nebulöse) Statement abgegeben:

„Wir freuen uns, bestätigen zu können, dass Australien nächstes Jahr wieder am 67. Eurovision Song Contest teilnehmen wird, mit den Gastgebern Myf Warhurst und Joel Creasey an der Spitze. Nach drei Jahren des Feierns und der Zusammenarbeit mit lokalen Musikkünstlern im Rahmen unserer ESC-Vorentscheidung „Eurovision – Australia Decides“ haben wir jedoch die schwierige Entscheidung getroffen, das Programm 2023 nicht fortzusetzen.

In den letzten Monaten haben wir nach Wegen gesucht, wie wir die Veranstaltung im nächsten Jahr dem australischen Publikum präsentieren könnten, aber eine Vielzahl von Faktoren haben zu dieser Entscheidung beigetragen.

Wir sind stolz darauf, weiterhin die Heimat des Eurovision Song Contest zu sein, und wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr 40 Jahre Eurovision für alle Australier zu feiern.“

Damit dürften nun die Spekulationen wieder an Fahrt gewinnen, die davon ausgehen, dass im kommenden Jahr Dami Im erneut für Australien beim Eurovision Song Contest an den Start gehen könnte. Wir werden die Entwicklungen natürlich weiterhin beobachten und Euch hier auf ESC kompakt auf dem Laufenden halten.

Welche Künstler*innen würdet Ihr gerne für Australien beim ESC 2023 in Liverpool auf der Bühne sehen? Und welche Gründen könnten Eurer Meinung nach hinter der Entscheidung von SBS stecken? Schreibt uns Eure Gedanken gerne in die Kommentare.


59 Kommentare

  1. Was ist eigentlich aus diesem Asien-ESC geworden wo Australien Gastgeber sein wollte? Davon hört und sieht man auch nichts mehr.

  2. Neben Dami Im würde ich mich über eine direkte Nominierung von Jaguar Jonze freuen. Sensationell wäre natürlich Kylie Minogue oder Danii Minogue

    • Jaguar Jonze wäre auch eine Idee. Das brennende Kleid ist Legendär, der Song war auch ganz gut. Aber das Problem von Jaguar Jonze ist, das ihre Songs leider von der Melodie her nicht so catchy sind wie die von Dami Im.

  3. Dami Im wollte ja schon 2021 am Vorentscheid Teilnehmen, als aber klar wurde, dass Montaigne nochmals für Australien antritt, hat sie diesen Song veröffentlicht und der hätte mir auf der ESC Bühne auch sehr gefallen. Ich persönlich habe nichts gegen eine erneute Teilnahme von Dami

    • Ein toller Song. Schade das es dazu nie kam. Damit hätte sie locker ihren zweiten Platz von 2016 halten, wenn nicht sogar gewinnen können.
      Aber ob Dami Im intern wirklich noch mal ausgewählt werden wird??? Ich glaube die Verantwortlichen werden eher einem neuem Gesicht die Chance geben am ESC teilzunehmen.

  4. Fakt ist, ich finde es unsäglich das man die VE abgesagt hat und jetzt den Australischen Fans einfach irgendeinen Künstler vorsetzt. Unabhängig davon wer da nominiert werden wird und abhängig davon wie gut abschneiden wird. Ich weiß ja nicht, ob man in Australien für SBS Gebühren zahlen muss, wenn ja, ist es unsäglich so zu entscheiden. Lieber ein Act aus ner Vorentscheidung als so ne Billiglösung. Selbst wenn der Act aus der Vorentscheidung schlecht abschneidet, ist mir das noch immer lieber als so ne popelige interne Nominierung ohne Abstimmung der Televoter.

    • Belgien, die Niederlande und die Schweiz sind meistens mit Direktnominierungen sehr gut gefahren, scheinbar haben die Verantwortlichen dort ein gutes Händchen für den ESC und trendige Musik (im Gegensatz zu Deutschland😉).
      Wenn dabei was Ordentliches bei raus kommt, soll’s mir recht sein. Dieses Jahr hat mich die australische VE so gar nicht angesprochen, schau’n wir mal.

      Kylie Minogue und Nick Cave hatten in den 1990ern ein sehr schönes Lied. So etwas in der Art würde mir auch mal gefallen für Australien.🙂

      • @escfrust: Hast nicht du deinen Nickname von „fan“ in „frust“ umgewandelt, nachdem Deutschland wieder einmal schlecht angeschnitten hat – und das nach einer öffentlichen Vorentscheidung? 😉

  5. Wenn Australien bzw. SBS bereits eine Künstlerin hat, von der man überzeugt ist -wovon ich ausgehe, denn ich kann mir sonst die ganzen Spekulationen rund um Dami Im nicht erklären- dann kann man bzw. ich diese Entscheidung, dass man „Australia Decides“ absagt, voll und ganz nachvollziehen.

  6. Ihr seid ja teilweise sehr optimistisch, dass schon ein Act feststeht, der so gut ist, dass SBS sogar die Vorentscheidung dafür opfert. Ist natürlich auch nicht auszuschließen, aber aus dem Statement kann ich das jedenfalls nicht lesen. Die Tatsache, dass die australischen Fans, die sehr nah dran sind, vergangene Woche Spekulationen über die Absetzung mit Bezug zu Quellen im Sender fast schon dementiert haben, deutet für mich eher darauf hin, dass SBS bis letzte Woche tatsächlich noch versucht hat, eine VE auf die Beine zu stellen – und jetzt kurzfristig eine Lösung finden muss.

  7. Ich war bekanntlich noch nie Fam von Down Under beimESC – das könnte sich aber ändern,wenn entweder Jaguar Jogze oder Voyager nominiert werden.

      • @Thilo mit Bobby

        Bloß nicht Tones and I, dieses nervige „Dance Monkey“ verfolgt mich bis heute und die Stimme ist auch richtig schlimm!!

      • Der Song und das Video zu diesem Song ist toll und ich hoffe, daß sie nächstes Jahr beim ESC mitmachen! Mit passender Inszenierung könnte das mit Sicherheit gut abschneiden!

      • „Bloß nicht Tones and I, dieses nervige „Dance Monkey“ verfolgt mich bis heute und die Stimme ist auch richtig schlimm!!“

        Es ist tröstlich zu wissen,das man nicht alleine ist.

      • @elkracho

        Meine Eltern haben immer den Sender gewechselt wenn das kam, diese quietschige Stimme ist richtig schlimm und das Video zum Song ist nicht weniger bescheuert.

      • @ ESC1994

        Gefühlt läuft es ja mittlerweile weniger.
        Aber ne zeitlang lief es gefühlt alle zwei bis drei Stunden,bei der örtlichen Dudelwelle.
        Mit Zoe Wees war/ist es teilweise dasselbe.

      • @elkracho

        Ist zum Glück ein One Hit-Wonder geblieben.

        Hätte bei deinem Profilbild aber eher gedacht dass du den Song magst.😅

      • betr. “catastrophe”
        mir ist es egal,ob ein ER oder eine SIE oder irgndwas dazwischen singt – der song hat definitiv klasse und ein nachfolger vielleicht dann auch!
        lasse bevorzugt musikalische klasse auf allen musikfeldern und wenn australien da liefern kann und will dann wäre das sicher nicht verkehrt.
        lasse schwimmt ja gerne gegen den strom und ist nach wie vor der meinung,daß dami im 2016 wegen politischen firlefanz um den sieg gebracht wurde. 🤠

  8. Gibts denn keinen berühmten Musiker oder Band, der oder die von den Aboriginees stammt? Ein Lied das beeinflusst wäre, von der Musik der Aboriginees, wäre doch total interessant.

  9. Was die Finnen (m/w/d) können, können die Australier (m/w/d) auch:

    Daher wünsche ich mir ein Comeback für den ESC 2023 von der Band Savage Garden. Am besten mit einem Song im Style von „Truly – Madly – Deeply“. (Das war eigentlich der einige Song von Savage Garden, der mir wirklich gefiel und ich aus dem Schwärmen nicht mehr herauskam)..

    Wer nochmal gerne in seinen Erinnerungen aus den Jahren 1998 / 1999 schwelgen möchte, hier der passende Link von dem Song. 😀

    https://youtu.be/WQnAxOQxQIU

  10. Letzte Woche Freitag gab es das Finale der 12. Staffel der Unterhaltungsshow „Danse avec les stars“ und Carla Lazzari, die vor drei Jahren Frankreich beim JESC vertrat, ist mit ihrem Tanzpartner Pierre Mauduy Zweite geworden:

    https://wiwibloggs.com/2022/11/12/carla-finishes-second-danse-avec-les-stars-2022/273842/

    Ebenfalls mit dabei war auch die ESC-Teilnehmerin von 2012 Anggun (bürgerlich Anggun Cipta Sasmi), die mit ihrem Tanzpartner Adrien Caby den siebten Platz belegte.

  11. Nachtrag:

    Bei „Danse avec les stars“ waren bereits zwei weitere ehmalige ESC-Teilnehmer dabei, und zwar Bilal Hassani (2021) und Loïc Nottet (gewann 2015).

  12. An Dami Im glaube ich nicht wirklich, deren Hype ist auch inzwischen in Australien abgeflaut.
    Über Electric Fields oder Jaguar Jonze würde ich mich zwar sehr freuen, aber ich denke, dass man, wenn man schon intern wählt, nach der durchwachsenen Erfahrung mit Montaigne und Sheldon als Newcomern wahrscheinlich eher wieder auf einen größeren Namen abziehlt.

    • ja dann muß diese altverdiente kapelle halt mal ran.🎸🥳🎸
      wird echt zeit,daß australien mal eine richtige rockkapelle (ganz egal welche) schickt.

  13. Das Problem bei einer internen Nominierung ist, das man sich fast immer fragt, warum man für den Kandidaten, der nominiert worden ist, eine VE absagt. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen, wurden ein bekannter und berühmter Act von einem Land intern nominiert. Meistens ist es doch so wie in Zypern, es wird ein unbekannter Act intern nominiert. Ich frage mich warum sie nicht für 2023 eine VE machen in Zypern. Nur wegen diesem Typen aus Australien? Ich bin mir sicher es wird kein bekannter Act aus Australien nominiert, irgendso ein Castingsternchen, das vor Jahren mal vielleicht Platz 6-10 bei einer Castingshow belegt hat. Toll.

    • Na ja, ich finde , dass es in erster Linie auf den Song ankommt, weniger auf den Namen. Auch bekannte Künstler können enttäuschen, wenn sie auf einmal „Album-Füllmaterial“ präsentieren.😉

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