Australia Decides 2023 – Ja oder nein oder vielleicht?

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Australien beim Eurovision Song Contest – das ist eine Erfolgsgeschichte, denn nur einmal schaffte es das Land nicht vom Halbfinale ins Finale und bei sieben Teilnahmen (ohne 2020) sprangen nicht weniger als vier Top-10-Platzierungen heraus. Die australische Vorentscheidung „Eurovision – Australia Decides“ steht dem in nichts nach: Zweimal traten über dieses Format ausgewählte Beiträge beim ESC an (Montaignes Teilnahme 2020/2021 wieder ausgeklammert); beide Male konnte sich Australien für das Finale qualifizieren, einmal als Zweitplatzierter („Not the Same“ von Sheldon Riley (Aufmacherfoto)), einmal sogar als Sieger im Halbfinale („Zero Gravity“ von Kate Miller-Heidke). Am Ende landeten die über „Australia Decides“ ausgewählten Beiträge auf Platz 9 („Zero Gravity“) bzw. Platz 15 („Not the Same“).

In der vergangenen Woche geisterte nun aber das Gerücht durch einige Fanseiten, dass Australien im kommenden Jahr auf seine beliebte Vorentscheidung verzichten könnte. Der Grund: „Eurovision – Australia Decides“ ist in der aktuellen Programmplanung der Rundfunkanstalt SBS für das kommende Jahr nicht gelistet, sondern wird stattdessen als „abwesend“ geführt. Außerdem gibt es bislang keinerlei Informationen über die Vorentscheidung und auch keine Möglichkeit, sich zu bewerben. Stattdessen, so geht das Gerücht weiter, könnte Dami Im direkt für den ESC 2023 in Liverpool nominiert werden. Die Sängerin hat bekanntlich Interesse an einer zweiten ESC-Teilnahme.

Die australische Fanseite Aussievision hat mit diesen Gerüchten allerdings mittlerweile weitestgehend aufgeräumt und geht – wenn man zwischen den Zeilen liest – eher davon aus, dass es auch 2023 wieder eine öffentliche ESC-Vorentscheidung in Australien geben wird. Demnach sei der Grund dafür, dass SBS bislang keine Informationen zu „Australia Decides“ veröffentlicht hat, dass aktuell noch Vertragsverhandlungen stattfinden. Allerdings könnte es schon in dieser Woche offizielle Nachrichten geben und dann auch ein Bewerbungsportal online gehen.

Die Erwartung ist, dass die australische Vorentscheidung im kommenden Jahr nicht am traditionellen Februar-Termin stattfindet, sondern stattdessen erst im März. Als wahrscheinlich wird hier der 11. März angegeben, also der Samstag, an dem auch das Finale des schwedischen Melodifestivalen stattfindet. Für diese Variante spricht, dass Vorentscheidungsmoderatorin Myf Warhurst ihr „The Rocky Horror Picture Show“-Engagement zwischen dem 8. und dem 12. März aussetzen wird – wegen einer früheren Zusage.

Die Chancen stehen also gut, dass es in Australien auch 2023 wieder eine ESC-Vorentscheidung geben wird. Bestätigt ist bislang allerdings nichts. Sobald es offizielle Neuigkeiten gibt, halten wir Euch natürlich hier bei ESC kompakt auf dem Laufenden.


30 Kommentare

  1. Der 11. März wär witzig, dann kann man bis spätabends Mello gucken und am nächsten Morgen mit Katerfrühstück Australia Decides 😀

  2. Ich fänds schade wenns den australia-brunch nicht mehr geben würde. Da könnte doch deutschland einspringen und den esc-ve im frühstücksfernsehen machen. Halbfinal von 6.00- 7.30 und final 8.30-9.00.

  3. Von zuhause aus bis zum Gold Coast Exhibition Centre sind es zwei Stunden mit dem Zug ☺️ würde mich freuen, das mal erleben zu dürfen, solange ich dort mein Gastspiel zu absolvieren habe. Ich hoffe also sehr, dass es auch diesmal einen VE gibt.

    • Ich drück dir die Daumen Chris das es eine VE gibt und du die Chance erhältst das Live zu sehen. Ich hoffe dann von dir hier ein Gastbeitrag davon zu lesen.

  4. Ganz gleich welches Format die Australier wählen, hoffe ich vor allem, dass dabei endlich mal ein Beitrag herauskommt, der mich wirklich begeistert. Bislang mochte ich nur das australische Debüt; alle anderen ESC-Beiträge finde ich mehr oder weniger nervtötend; leider schließt dieses Urteil auch die häufig so gnadenlos überschätzte Dami Im mit ihrer Standardschreiballade ein.
    Aus den verschiedenen Vorentscheiden haben es allerdings 3 Lieder in meine Playlist geschafft. Vielleicht doch besser ein VE?

    • Also Dami Im ist mein australischer Lieblingsbeitrag und hätte gewinnen müssen. Das war Qualität in jeder Note. Wenn sie 2023 wieder dabei wäre würde ich mich sehr freuen auch wenn es schade wäre wenn es keinen VE gäbe. Aber vllt planen sie ja eine VE Australia decides Dami‘s Song

      • So können die Meinungen auseinandergehen. 🙂 Mann, war ich froh, dass Jamala damals gewonnen hat! Meine Freude war 2017 übrigens noch größer, weil ich „Beautiful Mess“ ein ganz schlimmes Machwerk finde (sentimentale Plastikware … so was wie ’ne Heulbarbie … 😉)

      • @togravus ceterum

        Und ich hätte wiederum lieber Poli aus Bulgarien als Siegerin gesehen, Jamalas Song finde ich bis heute schwer anhörbar und hat dem ESC so eine unnötig aufgeheizte Note gegeben. Dami dagegen fand ich damals super aber mit einigen Jahren Abstand kann ich schon verstehen warum viele den Song nicht mögen, da wäre weniger doch mehr gewesen. Ich nenne das die „Castingshow-Krankheit“, das Missverständnis das nicht nur aber vor allem Frauen haben, nämlich das lang und laut schreien gleichbdeutend mit gutem Gesang ist, ein „tonaler Schwanzvergleich“ quasi. Ich bin da auch raus wenn dadurch die Gefühle auf der Strecke bleiben.

  5. Australien liebt den ESC und alles was dazugehört. Daher kann ich es mir kaum vorstellen, dass es in Australien „nur“ eine interne Entscheidung gibt und man den Vorentscheid unter den Tisch fallen lässt.

    Die australischen ESC-Beiträge fand im Großen und Ganzen nicht schlecht. Mehr aber auch nicht. Dies allerdings auch nur so für den Moment, als die ESC-Phase auf Hochtouren lief. Dauerhaft in Erinnerung geblieben – so dass ich sie mir auch heute noch anhöre – sind sie mir nicht. Wenn überhaupt dann am ehesten noch Guy Sebastian.

  6. Schauen wir mal was rauskommt, kann nur besser werden da „Not The Same“ der bisherige Tiefpunkt Australiens beim ESC war, hasse diese pseudodramatische Heularie wie die Pest!!🤢

    • @ESC1994

      Da bin ich bei Dir, eigentlich konnte mich Australien aber beim ESC nie wirklich überzeugen. Aber „Not The Same“ hat noch alles unterboten.

      • @Gaby

        Also „Tonight Again“ mochte ich wahnsinnig gerne, „Sound of Silence“ war auch noch ganz ok aber stimmlich halt total überperformt, alles was danach kam war nicht meins, neben 2022 fand ich ja noch „We Got Love“ richtig schlimm.

      • „Sound of Silence“ war rückblickend in der Tat noch einer der besseren australischen Songs, wirkte aber wie aus dem „Musik Leistungskurs“, zwar technisch perfekt, aber auch völlig unterkühlt.

    • Für mich war „Not the same“ der beste australische Beitrag, gefolgt von Dami Im. „Not the same“ höre ich fast immer noch täglich und bei eigentlich jedes Mal gerührt.
      So verschieden können Geschmäcker sein. 😀

  7. @ ESC1994

    „tonaler Schwanzvergleich“ 🤣🤣🤣

    Mit Polis Œuvre kann ich leider überhaupt nichts anfangen. Das, was sie macht, macht sie sicherlich gut, aber ich gehöre hier ganz einfach nicht zur Zielgruppe. „Na inat“ ist mir nicht hart genug (außerdem finde ich die Melodie unangenehm sperrig) und „If Love Was a Crime“ setzt mir musikalisch wie visuell zu sehr auf konventionelle und leicht überzeichnete Effekte.

    • @togravus ceterum

      Schön dass ich dich zum Lachen bringen konnte. Aber es ist doch so, oder?? Wenn es nur noch darum geht zu zeigen wie lang man die Töne halten kann und nicht mehr darum Emotionen zu erzeugen??

  8. „…Australien beim Eurovision Song Contest – das ist eine Erfolgsgeschichte…“ Das Land bekommt jedes Jahr Extra-Sonder-Punkte, weil es soweit weg von Europa ist. Ob es an den Beiträgen liegt, wäre möglich wie spekulativ. Es ist noch ein kein australischer Titel im Nachgang hängengeblieben. Wie sagt man so schön „Star für ein Abend“.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.