Benidorm Fest 2026: Neue Regeln und Preisgeld beim ESC-Vorentscheid in Spanien

Bild: EBU/ Sarah Louise Bennett

Es war ein typisches Ergebnis für Spanien beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel, doch der Sturm danach war eher unüblich. Aber zunächst: Die spanische Rundfunkanstalt RTVE hat am Mittwochnachmittag die neuen Teilnahmebedingungen für das Benidorm Fest veröffentlicht, die ab der Ausgabe im kommenden Jahr gelten werden. Bereits vor der Veröffentlichung des neuen Reglements sorgte die Aussage des RTVE-Präsidenten José Pablo López am vergangenen Wochenende für Schlagzeilen: Der Sieger-Act des kommenden spanischen ESC-Vorentscheids 2026 erhalte ein Preisgeld von 150.000 Euro.

Heute wurde dies noch einmal aufgeklärt: Der Sieger-Act des Benidorm Fest 2026 selbst soll 100.000 Euro und das Songwriting-Team 50.000 Euro bekommen. Der Sender will so mehr Anreize zur Teilnahme für etablierte Künstler*innen schaffen, zudem wird Newcomern ein besserer Start in die Musikbranche ermöglicht – sofern sie Benidorm gewinnen. Die mediale Hürde, am ESC(-Vorentscheid) teilzunehmen, ist in Spanien jedoch noch immer sehr hoch. Dazu tragen Melodys Abschneiden in Basel und der Shitstorm, den sie gerade aushalten muss, weiter bei.

Der Spott war groß nach Melodys Platzierung in Basel. Sie ist einer der bekanntesten Namen, die in den vergangenen Jahren für Spanien am ESC teilgenommen haben. Die Erwartungen waren hoch. Der Beitrag „Esa Diva“ selbst zählte nie zu den großen Favoriten, aber im Inland sprachen sehr gute Streaming-Zahlen für sich. So war der 24. Platz in Basel eine Enttäuschung – und anders als bei Nebulossa auch eine kleine Überraschung, da viele mit einer höheren Platzierung gerechnet hatten. Nach dem Finale folgte eine mediale Schlammschlacht: Melody tauchte zunächst ab und hielt eine Woche nach dem Finale eine Pressekonferenz bei RTVE ab, in der sie ordentlich austeilte – auch gegen den Sender RTVE selbst, gegen die Head of Delegation sowie die Programmchefin. Die beiden Letztgenannten saßen während der gesamten Pressekonferenz übrigens neben Melody.

Die Sängerin gab an, dass sie weder mit dem Revamp noch mit dem Staging einverstanden gewesen sei. Sie habe nach Benidorm nur wenig Mitspracherecht gehabt. Beispielsweise habe sie erst in Basel kurz vor der Probe mitbekommen, welche Hintergründe (säulenartige Strukturen) im Backdrop zu sehen sein würden. Es folgte nur noch mehr Häme für Melody, die sich nun unter anderem im offenen Schlagabtausch mit der RTVE-eigenen Late-Night-Show La Revuelta befindet. Show-Host Broncano machte sich ungehemmt über Melody und ihre kurze Auszeit nach dem ESC lustig, was die Sevillanerin scharf kritisierte. Die Künstlerin will am Mittwochabend beim größten Primetime-Konkurrenten von RTVE wieder nachlegen, nachdem Broncano am vergangenen Montag den jüngsten Schlag gesetzt hatte.

Um wieder auf die neuen Benidorm-Regeln zurückzukommen: Genau so eine Schlammschlacht kurz nach dem ESC will das spanische Fernsehen im kommenden Jahr möglichst verhindern. Aus diesem Grund verpflichtet sich der nächste Benidorm-Sieger-Act dazu, bis zu zwei Monate nach dem Finale in Österreich jeden Auftritt mit RTVE zu vereinbaren und nur in Ausnahmefällen für andere Sender verfügbar zu sein. Eine weitere Änderung ist eher ein Revival: Nach einem Jahr Pause kehrt die demoskopische Jury zurück. Somit erhält das Televoting wieder lediglich 25 Prozent Stimmkraft. Die Gewichtung der Jury beträgt erneut 50 Prozent, zudem gibt es die neue Regel, dass bei einem Unentschieden die Wertung der Jury überwiegt.

Neu ist auch, dass das Benidorm Fest 2026 einen Art Director haben wird. So will RTVE sicherstellen, dass budgetunabhängig jeder Act die Chance auf ein gutes Staging hat. Allerdings ist es den Teilnehmenden freigestellt, selbst durch ein eigenes Staging-Team Vorschläge einzubringen. Diese müssen jedoch durch den Art Director abgesegnet und in „Benidorm-Form“ gegossen werden. Einen Namen hierzu gibt es noch nicht, heiß gehandelt wird jedoch Sergio Jaen, der für JJs Staging in Basel verantwortlich war und mit Österreich den Sieg holte. In Malmö 2024 war er auch für den aufsehenerregenden Auftritt von Bambie Thug für Irland verantwortlich.

Zuletzt wurde heute auch bekannt, dass RTVE sich die Option offen hält, insgesamt 20 statt den bisher 16 Acts am Benidorm Fest teilnehmen zu lassen. Das wollen die Verantwortlichen an der Qualität der Beiträge festmachen und individuell für jedes Jahr entscheiden. Erkennen Zuschauer*innen zukünftig einen schlechten Jahrgang also an der Anzahl der teilnehmenden Acts?

Was hältst Du von den Benidorm-Neuerungen? Sollte die Jury mehr Macht haben als das Publikum? Lass‘ es uns in den Kommentaren wissen!



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