
Es war ein typisches Ergebnis für Spanien beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel, doch der Sturm danach war eher unüblich. Aber zunächst: Die spanische Rundfunkanstalt RTVE hat am Mittwochnachmittag die neuen Teilnahmebedingungen für das Benidorm Fest veröffentlicht, die ab der Ausgabe im kommenden Jahr gelten werden. Bereits vor der Veröffentlichung des neuen Reglements sorgte die Aussage des RTVE-Präsidenten José Pablo López am vergangenen Wochenende für Schlagzeilen: Der Sieger-Act des kommenden spanischen ESC-Vorentscheids 2026 erhalte ein Preisgeld von 150.000 Euro.
Heute wurde dies noch einmal aufgeklärt: Der Sieger-Act des Benidorm Fest 2026 selbst soll 100.000 Euro und das Songwriting-Team 50.000 Euro bekommen. Der Sender will so mehr Anreize zur Teilnahme für etablierte Künstler*innen schaffen, zudem wird Newcomern ein besserer Start in die Musikbranche ermöglicht – sofern sie Benidorm gewinnen. Die mediale Hürde, am ESC(-Vorentscheid) teilzunehmen, ist in Spanien jedoch noch immer sehr hoch. Dazu tragen Melodys Abschneiden in Basel und der Shitstorm, den sie gerade aushalten muss, weiter bei.
Der Spott war groß nach Melodys Platzierung in Basel. Sie ist einer der bekanntesten Namen, die in den vergangenen Jahren für Spanien am ESC teilgenommen haben. Die Erwartungen waren hoch. Der Beitrag „Esa Diva“ selbst zählte nie zu den großen Favoriten, aber im Inland sprachen sehr gute Streaming-Zahlen für sich. So war der 24. Platz in Basel eine Enttäuschung – und anders als bei Nebulossa auch eine kleine Überraschung, da viele mit einer höheren Platzierung gerechnet hatten. Nach dem Finale folgte eine mediale Schlammschlacht: Melody tauchte zunächst ab und hielt eine Woche nach dem Finale eine Pressekonferenz bei RTVE ab, in der sie ordentlich austeilte – auch gegen den Sender RTVE selbst, gegen die Head of Delegation sowie die Programmchefin. Die beiden Letztgenannten saßen während der gesamten Pressekonferenz übrigens neben Melody.
Die Sängerin gab an, dass sie weder mit dem Revamp noch mit dem Staging einverstanden gewesen sei. Sie habe nach Benidorm nur wenig Mitspracherecht gehabt. Beispielsweise habe sie erst in Basel kurz vor der Probe mitbekommen, welche Hintergründe (säulenartige Strukturen) im Backdrop zu sehen sein würden. Es folgte nur noch mehr Häme für Melody, die sich nun unter anderem im offenen Schlagabtausch mit der RTVE-eigenen Late-Night-Show La Revuelta befindet. Show-Host Broncano machte sich ungehemmt über Melody und ihre kurze Auszeit nach dem ESC lustig, was die Sevillanerin scharf kritisierte. Die Künstlerin will am Mittwochabend beim größten Primetime-Konkurrenten von RTVE wieder nachlegen, nachdem Broncano am vergangenen Montag den jüngsten Schlag gesetzt hatte.
Um wieder auf die neuen Benidorm-Regeln zurückzukommen: Genau so eine Schlammschlacht kurz nach dem ESC will das spanische Fernsehen im kommenden Jahr möglichst verhindern. Aus diesem Grund verpflichtet sich der nächste Benidorm-Sieger-Act dazu, bis zu zwei Monate nach dem Finale in Österreich jeden Auftritt mit RTVE zu vereinbaren und nur in Ausnahmefällen für andere Sender verfügbar zu sein. Eine weitere Änderung ist eher ein Revival: Nach einem Jahr Pause kehrt die demoskopische Jury zurück. Somit erhält das Televoting wieder lediglich 25 Prozent Stimmkraft. Die Gewichtung der Jury beträgt erneut 50 Prozent, zudem gibt es die neue Regel, dass bei einem Unentschieden die Wertung der Jury überwiegt.
Neu ist auch, dass das Benidorm Fest 2026 einen Art Director haben wird. So will RTVE sicherstellen, dass budgetunabhängig jeder Act die Chance auf ein gutes Staging hat. Allerdings ist es den Teilnehmenden freigestellt, selbst durch ein eigenes Staging-Team Vorschläge einzubringen. Diese müssen jedoch durch den Art Director abgesegnet und in „Benidorm-Form“ gegossen werden. Einen Namen hierzu gibt es noch nicht, heiß gehandelt wird jedoch Sergio Jaen, der für JJs Staging in Basel verantwortlich war und mit Österreich den Sieg holte. In Malmö 2024 war er auch für den aufsehenerregenden Auftritt von Bambie Thug für Irland verantwortlich.
Zuletzt wurde heute auch bekannt, dass RTVE sich die Option offen hält, insgesamt 20 statt den bisher 16 Acts am Benidorm Fest teilnehmen zu lassen. Das wollen die Verantwortlichen an der Qualität der Beiträge festmachen und individuell für jedes Jahr entscheiden. Erkennen Zuschauer*innen zukünftig einen schlechten Jahrgang also an der Anzahl der teilnehmenden Acts?
Was hältst Du von den Benidorm-Neuerungen? Sollte die Jury mehr Macht haben als das Publikum? Lass‘ es uns in den Kommentaren wissen!
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Melody die Beinah-Gewinnerin des ESC 2025. 😀
Gewinnerin der Herzen.
Zumindest hat sie mein Herz gewonnen. 😀
Das freut mich für dich. 😀
Ein „M“ als erster Post hätte vollkommen gereicht.
Also der Song ist nicht schlecht und solange er im eigenen Land gut ankommt ist es doch gut.
Das ist auch wieder wahr.
Verstehe ich das richtig? Das spanische Fernsehen verlangt von den Künstlern irgendwelche Revamps, mit denen diese nicht einverstanden sind? Man stellt sie vor vollendete Tatsachen wenn es um Staging, Backdrop etc. geht? Da wäre ich als Künstler auch nicht besonders happy.
Das Preisgeld ist eine gute Idee. So bekommt man vielleicht ein besseres Kaliber als Provinz-Dragnummern wie Daniela Blasco oder Sonya & Selena.
Oder Karaoke trällernde Seniorinnen wie Nebulossa. 😅
Sexy!
Also das war herrlich verrucht
Als ob etablierte Künstler das Preisgeld jucken würde, das ist nur interessant für Künstler die erst anfangen Musik zu machen bzw für alle die von ihrer Musik nicht leben können.
Ich glaube 100.000€ werden auch etablierte Künstler schon gerne mitnehmen wollen, die Höhe ist also nicht das Problem.
Würde aber auch eher Geldpreise für die ersten 3 Plätze ausloben, da ansonsten ein knapper 2. Platz eine noch größere Niederlage würde als bislang (und etablierte Künstler wollen ja auch die öffentliche Demütigung vermeiden). Mit einem (überschaubaren) Preisgeld steigt vielleicht auch noch der Wert eines 2. 3. Platzes beim Festival.
Ist aber nur mein spontaner Gedanke. Vielleicht bin ich da auch etwas zu optimistisch.
Eine sehr gute Idee. Man könnte es zumindest noch erweitern um eine Art Gage für den Auftritt ( weiß nicht ob es das vielleicht sogar schon gibt ) und dieses aus den eventuell vorhandenen Eintrittsgeldern finanzieren.
Ich hoffe immer noch auf Pablo Alboran….
Da bin ich dabei. 😎
Mir egal wie die neue Regeln für das Benidorm Fest 2026 aussehen.
Hauptsache J. Kbello macht nächstes Jahr nochmal mit. 😀
Melody, ich finde dich und deinen Song „Esa Diva“ klasse. 😀
Du magst ja auch immer noch Ramazotti. Die Musik ist ja aus derselben Ära.
Auf emotionaler Ebene betrachtet stimmt das. 😀
Eh nix gegen Ramazzotti. 😀
Es ist ja immer noch der Standard in vielen Italo-Restaurants. Das oder der Celentano/Ricchi e Poveri/80er Mix. Ich hab einen Lieblingsitaliener und die schalten die unweigerlich laufende Eros-CD sofort ab, wenn ich reingehe. Der Chef hat die wohl gerne für Zielgruppe unsere Mütter, aber die Kellner macht das natürlich froh, von daher sind die ganz froh, dass ich mich da mehrfach beschwert habe, dann können die auf Streaming gehen.
Das da läuft auch oft:
Bei der italienischen Eisbar im letzten Jahr wo ich war lief Marco Mengoni, The Kolors, Mahmood u.a.
Aber bitte nur die flüssige Ausgabe.
Nein. 😀 So etwas trinke ich nicht.
Ich hatte vor Jahren mal so ne Ramazzotti-Phase. Heute ist mir das zu gehaltvoll.
Limoncello ist meine Präferenz!
So habe ich das noch gar nicht gesehen. 😀
Das schräge ist, dass die meisten Kunden zB R&P nicht mal kennen. Die denken wahrscheinlich, das ist aktuelle italienische Musik.
Die hatten ja auch vor 1 oder 2 Jahren ein mittelmäßigen Charterfolg bei Spotify. 🤓
Aber klingt doch völlig anders. Ramazotti ist mir viel zu schmalzig, Melodys Lied mag ich.
Was ist eigentlich an Musik aus einer anderen „Ära“ schlecht?
Spanien muss seine Herangehensweise dringend überdenken, so wie es momentan läuft geht es jedenfalls nicht weiter. Das Entmachten des Publikums könnte da vielleicht helfen, habe schon oft gelesen dass das abstimmende Publikum in Benidorm überwiegend aus homosexuellen Männern über 40 besteht die total auf diese verstaubten Divanummern stehen die beim ESC aber überhaupt nix reißen.
Und da zählt auch Melodys Beitrag dazu. Sorry, aber dass man wirklich glaubte mit diesem altbackenen und klischeehaften Fernsehgarten-Schlager irgendwas holen zu können sorgt bei mir je nach Laune entweder für Kopfschütteln oder einen Lachkrampf. 🤣
Spanischer Fernsehgarten-Schlager für homosexuelle Männer Ü40. 😀 Vielleicht sollte man beim Benidorm nächstes Jahr nach dem Ausschlussverfahren vorgehen und es mal ohne dieses Zielgruppen-Genre versuchen. 🙂
Mist ich werde bald 40. 🫣
Du Jungspund.
😀
Als homosexueller Mann über 40, der total auf diese Art „spanischer Fernsehgarten-Schlager“ steht, fühle ich mich ein wenig gedisst. 😉
Einerseits verstehe ich die Kritik , anderseits erwartet nicht halb Europa einen „typischen spanischen“ Song der fast immer eine Ballade ist ?
Scheinbar nicht wenn man die Ergebnisse anschaut.
Stimmt auch wieder. Trotzdem sollten sie immer noch als spanischer Beitrag erkannt werden und nicht nur an der Sprache. Wie klingt eigentlich spanischer Rap 🤔 als Beispiel
Was Leute hier für spanische Musik halten, ist meistens aus Lateinamerika und auch in Spanien populär.
Und Lateinamerika ist geprägt von spanischer Auswanderung, denn Spanien war mal eine große Seefahrernation und hatte in viele Länder Kolonien errichtet, deswegen wird dort oft die spanische Kultur inklusive Musik „gefeiert“.
Tja, der beste Song in Benidorm war übrigens „Amor barato“. So etwas könnte auch gut für den internationalen Latinomarkt produziert werden. Beim Festival allerdings komplett chancenlos…. Da hat man die Diskrepanz gemerkt. Ich fand „Esa Diva“ ziemlich lächerlich.
Schrägerweise war im 2. Semi als 2. auch eine gute männliche Ballade, auch nicht durchgekommen. Man wundert sich fast schon, dass Sonya & Selena nicht durchgekommen sind 🥴😵💫
Europa möchte modernen Latin Pop aus Spanien wie Slomo oder Fuego… aber das eigentlich nicht wirklich spanisch :’D
Hoffentlich ändert Europa da seinen Geschmack bald mal wieder. Die „verstaubten Divanummern für homosexuelle Männer über 40“ sind doch so viel besser als diese langweiligen Latin-Pop-Po-Wackel-Nummern.
Warum soll der Zuschauer überhaupt Geld für den Telefonanruf ausgeben, wenn es praktisch nix mehr zu sagen hat? Auch Juries können irren. Vielleicht dann mal bessere Songs zu Benidorm Festival zu lassen, dann klappts ja auch mit einem guten Ergebniss. Anstatt dem Publikum die Schuld zu geben für die schwachen Platzierungen der letzten Jahre seit Slomo.
Ja auch richtig. Die HoD scheint konsequent alle guten Beiträge vorher auszusortieren, die abgesehen von 2022/23 seit 2017 HoD ist. Und joah, das korreliert ziemlich gut mit den Ergebnissen.
Die muss irgendwie sehr gut vernetzt sein, dass sie die Frau, die Chanel als HoD mitverantwortete, loswurden, um stattdessen wieder Señora Erfolglos dahinsetzten. Ich mein, die ist jetzt auch in der reference group.
Estoy acuerdo contigo !
„Klischeehafter Fernsehgarten-Schlager“ trifft es genau !
Genau sowas will ich auch unbedingt weiterhin bei meinem heißgeliebten tantenhaften Schlager-Grand-Prix dabei haben 🙂
Ich meine, so viel haben sie nicht zu verlieren, also warum nicht ein paar Neuerungen ausprobieren?
Ob das Preisgeld am Ende wirklich so viel bringen wird, ist fraglich, aber jeder Schritt in die richtige Richtung sollte begrüßt werden.
Dass die Jury mehr Macht bekommen sollen, kann man so oder so sehen. Immerhin haben die VE-Jurys Spanien 2022 den dritten Platz beschert, danach ging es runter auf die rechte Seite der Tabelle.
Ganz grob kann man meiner Meinung nach sagen: Weniger Diva und weniger Angestaubtes, mehr Qualität und Modernes bitte in Zukunft.
Aber ich bin auch wirklich nicht die Benidorm-Zielgruppe um das mal festzuhalten.
Also zusammengefasst: weniger angestaubte Diven niedriger Qualität. 😛
OT Nachher ab 23:40 kommt bei Arte ein Konzert von der Band „Architects“ vom Summerbreeze Festival 2024. 😀
Ich lieg doch schon im Bett. 🙁
Ah. Die Lösung:
https://www.arte.tv/de/videos/122175-000-A/architects/
Siehste. Es gibt für alles eine Lösung. 😀
Vielleicht über der Videothek im Internet noch auffindbar.
Ja. Hab ich eben gepostet. 😀
Ich bin mir sicher Enrique Iglesias wird sich bestimmt jetzt bewerben.
Yo tampoco (ich auch nicht). Ich finde es nur schade, daß ein so tolles Land sich beim ESC immer dermaßen unter Wert verkauft. OK, „Eaea“ war natürlich klasse…
Zahlen die das Preisgeld auch auf eine deutsche Kontonummer? Spanische Kontoführungsgebühren sind so exorbitant teuer geworden! Frage für einen Freund.
Eine Regelanpassung hätten sie aber noch machen können: Bei nur 25% Anteil des Televotings sollten die Preise dafür vielleicht mal gesenkt werden. Die armen Hardcore-Fans und Familienmitglieder werden bisher völlig ausgenommen!
Koks ist aber billig in Spanien, gleicht sich also für die Zielgruppe aus.
Vermutlich wird das intern als Vermittlungscourtage für die Bubble in der Halle und Entschädigung für Toilettenmissbrauch verbucht.
Bleibt aber Abzocke, wenn man eh schon so wenig damit beeinflussen kann.
Glaube nicht, das dadurch die Ergebnisse besser werden.
Aber lass sie mal machen.
OT: Zelenskyy hat vorhin mit Merz telefoniert, der fliegt nach DC. Deutschland wird hier zum key player.
https://x.com/ZelenskyyUa/status/1930266475278864794?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Etweet
Danke für die Nachricht, aber könnten eventuell politische Nachrichten die überhaupt nichts mit dem ESC zu tun haben hier mal nicht gepostet werden ?
Weiß es ist ein wichtiges Thema und auch voll im Zeitgeschehen, nur sollte es hier eigentlich nur um den ESC gehen.
Danke für dein eventuelles Verständnis für mein Anliegen.
Du kannst es ja überspringen, wie ich auch die langatmig-selbstverliebten Traktate einiger User (nicht Du) überspringe.
OT Portugal hat gegen Deutschland 2:1 gewonnen. Das halbe Spiel war gefühlt nur Ronaldo im Bild 🤢🤢🤢. Was findet die Welt an den toll , dass werde ich wohl nie verstehen.
Somit spielt Deutschland im kleinen Finale der Nations League.
Sie hätten statt Ronaldo den sexy portugiesischen Torhüter Diego Costa zeigen sollen!
Eben. 😀
„Was findet die Welt an den toll , dass werde ich wohl nie verstehen.“
guckst du 220 länderspiele und 127 treffer.
der kann mit fast 40 immer noch mithalten – haste sein hochschrauben beim kopfball gesehen?
Ich kann Ronaldo einfach nicht ab.
guck dir auch mal noch den joker an,der unseren sascha gerade schwindelig spielt…ich kann dafür den messi nicht ab.😺
Messi ist ähnlich schlimm.🫣
Der Ronaldo ist so ein ekelhaft schmieriger Typ. Der ist so selbstverliebt das er sich selbst ein Liebesbrief schreibt.
Juhu! Mein Lieblingsland hat gewonnen! 🤩 🇵🇹🇵🇹🇵🇹
Glaube wenn ich das richtig gelesen habe, also Infos der „Schlammschlacht“ plus neue Regeln des BeniDorm , dann denke ich wird der Event noch unattraktiver für Künstler, zumindest für die Sieger. Alle anderen könnten durch die „kostenlose“ Promo durchaus Gewinne erzielen indem sie bekannter werden.
Meine damit , mitmachen ja aber keinesfalls gewinnen.
Es ist schon irgendwie amüsant. Die Spanier haben ja schon öfter Songs ins Rennen geschickt von denen sie absolut gehyped waren und sich große Chancen ausgerechnet haben und das obwohl Europa ihnen bereits im Vorfeld klar gezeigt hat, dass nichts aus einer Top Platzierung wird. Ich erinnere mich noch genau an Edurne und den Aufschrei der Spanier und jetzt dasselbe bei Melody, obwohl das Ergebnis bei beiden absehbar war.
Irgendwie sind die Spanier auch in ihrem eigenen Kosmos gefangen. Die schicken immer was total aus der Zeit gefallenes oder was total spezielles, wie der Schrei-Song von Blanca aus der Hölle und regen sich dann auf, dass es keiner hören will. Wenn sie wirklich gewinnen wollen, dann müssen sie anfangen dem europäischen Zeitgeist zu folgen. Ansonsten sollten sie sich einfach mal an Portugal orientieren. Die machen immer ihr eigenes Ding, das nur selten ankommt, regen sich dann über die Platzierung aber auch nicht auf.
Portugal steckt aber auch irgendwie in einer Blase fest. Immer etwas schicken was „künstlerisch wertvoll“ ist aber selten den Zeitgeist trifft.
Nur weil es 1x funktioniert hat, muß es nicht nochmal klappen.
Das meinte ich ja auch. Spanien schickt halt immer etwas aus dem eigenen Kosmos, was nicht zeitgemäß ist, regt sich dann aber auf, dass es nicht gut ankommt. Portugal macht dasselbe, aber denen ist die Platzierung dann auch egal.
Ich stimme dir da zu, allerdings ist Portugal damit eigentlich seit ihrem Sieg immer gut bis mittelmäßig gefahren, 2019 mal als die große Ausnahme.
Seit 2017 hatten sie 2 Top 10-Platzierungen, 1x mal ein Ergebnis knapp außerhalb der Top 10, 2 Bottom 5-Plätze sowie einen NQ und einen (unverdienten) letzten Platz im Finale 2018.
Also durchwachsen mit Ausreißern nach oben. Allerdings eine sehr gute Qualifikationsrate seit 2017, das ist auch schon viel Wert.
Spanien hat dasselbe Problem wie Deutschland und UK. An sich ein großes Land, in dem aber viele Künstler den ESC eher meiden. Ab und zu gelingen ihnen aber auch Wunder wie 2022 im Fall von Spanien.
Die Big 5 haben aber auch den Nachteil das sie schon automatisch qualifiziert sind und somit bei einigen Zuschauern schon dadurch sozusagen Minuspunkte erhalten. Frankreich und Italien rettet oft die schöne melodische Sprache für ein besseres Ergebnis als der Rest der Big 5.
Edurne hatte es ja ähnlich wie Baller erwischt, aber noch viel stärker. Nach Durchschnitten wäre Spanien damit um den 11. herum gelandet glaube ich. Das war einfach unglücklich.
Ich kann das den Spaniern aber gut nachfühlen. Ich habe – soweit ich das überblicken – nun keinen einzigen Spanier in meiner Abstammungslinie, aber ich liebe! fast alle spanischen Eurovisionsbeiträge und bin jedes Jahr maßlos empört und endlos enttäuscht darüber, wie ignorant Europa mit den dargebotenen iberischen Pop-Präsenten umgeht. Das Land wird nach meinem Dafürhalten seit seiner Erstteilnahme praktisch konsequent jedes Jahr um durchschnittlich zehn Positionen zu schlecht bewertet. Mindestens 1990 und 1995 hätte ihm ein weiterer ESC-Sieg zugestanden. Blanca fand ich zum Niederknien und hätte mindestens von den Juries eine Top-Platzierung für den künstlerisch wertvollen „Schrei-Song“ fest erwartet. Und ich liebe sowohl die biligen Arschwackelnummern als auch den herrlich mitreißenden „Fernsehgartenschlager“ für die schwule Ü40-Zielgruppe, und alle Kreuzungen dazwischen.
Ich hoffe, daß nächstes Jahr Eye-Candy J Kbello wieder beim Benidorm Fest antritt. Sein aktueller Song heißt „La Copia“:
Das ist ja auch schon wieder sowas.
Alles nach Schema F. Da halten es die Spanier wie die Schweden. Der einzige Unterschied: Schweden fährt damit gut und ist erfolgreich.
Was soll das bringen, das Problem liegt wahrscheinlich an den Leuten die, die Songs auswählen. Letztes Jahr gab es einen Rekord an Bewerbungen und die Ausgabe dieses Jahr zählte trotzdem zu den schwächsten bisher. Das soll an den Bewerbern liegen oder wie?
Ab heute dürfen Wettbewerbstitel für das Benidorm Fest eingereicht werden:
https://eurovoix.com/2025/06/05/spain-opens-song-submissions-for-benidorm-fest-2026/
Die Bewerbungszeit endet am 24.09.2025
Glaubt ihr wirklich das „große“ Künstler für das „bisschen“ Preisgeld und dann diesen „Knebelvertrag“ falls sie gewinnen zu unterzeichnen haben, sich beim BeniDorm anmelden?
Tja, wenn man ein etabliertes Format hat, kann man sich auch mal fast 4 Monate allein für die Bewerbungsfrist nehmen. In Deutschland fahren wir wieder auf 2 Wochen im Dezember zu.
Ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk wenn die Bewerbung angenommen wird 🤔🤣
Anstatt das Medien-Korsett der Künstler:innen enger zu schnüren, könnte man ja auch bessere Songs auswählen und mit den Künstler:innen zusammenarbeiten. Aber so schneidet man beim ESC bestimmt auch besser ab (Sarkasmus Ende).
Der Song war nicht schlecht, kann ich mir ganz gut anhören, aber eben auch nicht mehr. Aber einen „Shitstorm“ halte ich doch für reichlich übertrieben. Ist überhaupt eine absolute Unart, wahrscheinlich (auch) der Anonymität des Internets geschuldet 🙁.
Allerdings, sollte es so zutreffen, dass Melody wenig Mitspracherecht beim Staging gehabt haben soll, wäre es schon ein starkes Ding. Ist meistens zum Scheitern verurteilt, da sich dann die Künstler:innen nicht wirklich mit dem Auftritt identifizieren, und eine Rolle spielen müssen, die sie einfach nicht sind. Sehr umauthentisch.
Seit ich den ESC verfolge (2016) denken die Spanier jedes Jahr, dass sie gewinnen und doch kommt jedes Jahr erwartbar die Klatsche. Selbst die Deutschen waren in den dunklen Jahren, in denen die schlechte Platzierung ausschließlich auf „wir sind unbeliebt“ geschoben wurde, nicht so fern von der Realität.
Vielleicht sollten sie mal einen Blick ins Internet wagen und nicht jedes Jahr verstaubte Musik der 80er senden.
Ja wie jetzt? Wollte RTVE nicht noch bisschen die Diva raushängen lassen und so tun als wüssten sie noch nicht, ob sie überhaupt weiter teilnehmen wollen? Snickers anyone?
Spanien – die Diva auf und neben der Bühne. 😀
Ich bin schon gespannt, wer nächstes Jahr am Benidorm Fest teilnehmen wird. Es gibt auch schon einige Künstler, die auf ihrem Instagram-Account bestätigten, daß sie sich beworben haben. Einer davon ist Francisco José Cabrera Martínez, der vor zwei Jahren am Drag Race España unter der Künstlernamen Kelly Roller an der dritten Staffel teilnahm und es bis ins Halbfinale schaffte. Sie veröffentlichte in diesem Jahr den Song „Embrujada“ (Heimgesucht):
https://www.youtube.com/watch?v=DfmPst64O_4
Ein weiterer Bewerber ist Israel Mediterráneo. Er hat vor knapp vier Monaten den Song „Starlite“ veröffentlicht: