Erste Probe ASERBAIDSCHAN: Efendi – Mata Hari

Aserbaidschan lässt sich bei der szenischen Umsetzung seiner ESC-Beiträge ja nie lumpen. Insofern sind wir ganz gespannt, wie Efendi ihr Cleopatra Mata Hari präsentieren wird. Nachdem nun schon Kroatien und Israel mit einem recht ähnlichen Ansatz ins Rennen gehen, hoffen wir hier auf etwas anderes.

Bis es soweit ist, kommen hier noch ein paar andere Updates. Ich bin ja heute morgen nach Benny zur Halle aufgebrochen und habe einen Teil des Weges mit der Tram zurückgelegt. Dabei ging es auch im Sonnenschein über die Erasmusbrücke (Foto unten).

Hier in der Halle bereitet man sich schon auf die Probleme mit der Platzzuweisung vor: Gerade eben wurden vor dem Pressecenter Aufkleber auf dem Fußboden geklebt, wo man bitte mit Abstand warten soll. Man kann nur hoffen, dass die andere Option (mehr Mitarbeiter an der Stelle) auch erwogen wird.

Von dem Gang aus kann man auch den sonnigen Raucherbereich sehen. Heute ist wohl der wärmste Tag unserer zwei Wochen hier in Rotterdam. Im gut gelüfteten Pressezentrum ist davon nicht viel zu spüren.

Außerdem haben wir den Vergleichstest gemacht: Der Café Lungo (für Benny) und der Café Latte (für Douze Points) ist von der Espresso Bar im Eingangsbereich der Arena deutlich besser als von der Cafeteria, die direkt ins Pressezentrum verkauft.

So, und damit dann hoffentlich gleich zurück zu Efendi und der Probe von Aserbaidschan.

Efendi steht mit mehreren Tänzerinnen auf der Bühne. Sie sind alle sehr sexy gekleidet. Die Outfits sind schwarz, glänzen und lassen viel Haut (vor allem Bein) sehen. Außerdem tragen alle hohe High Heels.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Der Backdrop ist zunächst goldfarben, später kommen auch hier neon-grün und lila dazu. Es bleibt die ganze Zeit eine riesige goldene Kugel zu sehen, in der zeitweise eine Kobra angedeutet wird.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Efendi und die Tänzerinnen bleiben die meiste Zeit auf ihren Positionen und tanzen. Zur Brücke stellen sie sich hintereinander und machen diese Figur mit den vielen Armen (die indische Göttin Kali). Sieht immer super aus, ist jetzt aber auch nicht sooo originell.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Wenn es einer ganz böse will, könnte man sagen, dass die Mischung aus Outfit und Tanz an ein exquisites orientalisches Freudenhaus erinnert.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Die Stimme von Efendi ist eher dünn. Sie gibt wohl noch nicht alles. Auch die Bewegungen wirken noch etwas lasch. Aber das lässt sich ja schnell abstellen. Außerdem saßen definitiv noch nicht alle Kamerawinkel.

Zum Ende wird die goldene Kugel hochgefahren, explodiert und daraus wird ein Auge. Was immer uns das sagen soll. Es könnte ein Nazar-Amulett sein. Das wäre dann eine religiöse Aussage oder eher ein Bezug auf magische Fähigkeiten?

Foto: EBU / Thomas Hanses

Benny fand den Auftritt auf den ersten Blick „underwhelming“. Ich bin durchaus angetan, hätte aber mehr kreative Umsetzungen erwartet. Andererseits: Sex sells. Und damit setzen die Azeris schon mal nicht aufs falsche Pferd.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Beim zweiten Durchgang sind Benny und ich etwas gelangweilt. Vielleicht sind wir nicht die Zielgruppe.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Außerdem wirkt der Auftritt nicht so dynamisch. Das kann an den langen Kamerafahrten liegen. Denn wir haben bei Fuego oder Armenien 2016 ja gesehen, was man mit den richtigen Schnitten machen kann, um Dynamik in den Auftritt zu bringen, ohne dass die Sängerin völlig außer Atem ist.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Auf die Frage an Benny, ob der Gesang beim zweiten Durchgang besser gewesen sei, sagt er: „Zumindest ist er mir nicht negativ aufgefallen.“ In der Tat ist das schon mal was.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Und noch ein dritter Durchgang. Da wurde jetzt nicht lange zwischen gesprochen, um etwaige Änderungen umzusetzen. Benny und ich reden aktuell schon über die verschieden bestrumpften Beine der fünf Frauen. Die Strumpfhosen und Strapse sind nicht einheitlich. Das dürfte so gewollt sein.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Insgesamt bleibt Aserbaidschan mit dem Auftritt etwas unter den Erwartungen – und auch hinter den Möglichkeiten zurück, die das Land sonst schon gezeigt hat. Dass sie so rein auf Sex setzen, ist ok und kann sicher sein Publikum finden. Die Chancen fürs Finale sind wohl gewahrt, aber eine vordere Platzierung sehe ich damit nicht.


30 Kommentare

  1. Wie ist denn derzeit das Wetter in Rotterdam?
    Wir haben mit 25°C und vollem Sonnenschein perfektes Muttertagswetter! 😊

  2. Efendi hat jetzt wirklich das Problem die vierte Tanzchoreographie-Probe an diesem Tag zu sein… Ich fühle mich etwas gelangweilt. Das ist alles nicht schlecht, aber wieder „orientalisch angehauchte euovisionäre Hausmannskost“. Genau das, was man erwarten würde, professionell gemacht, aber auch ohne Wow-Effekt.

  3. Eigentlich mag ich „Mata Hari“ ganz gerne, wobei mir „Cleopatra“ noch einen Tacken besser gefiel.
    Ich wünsche mir, dass Efendi ins Finale kommt und drücke die Daumen.🙂

  4. Wenn ich die songs ohne video höre, könnte ich nicht mal auf anhieb sagen ob es jetzt kroatien, aserbaidschan, israel, san marino, cypern ist. Und die auftritte sind auch ziemich im gleichen style…toll.

    • Glaube die Parts in aserbaidschanischer Sprache und traditionellen Instrumente verraten schon, von wem Mata Hari geschickt wird… Das käme wohl eher nicht aus Kroatien.

  5. Der einzige Song dieses Genres vom ersten Semi, der mir halbwegs zusagt. Klar ist das Trash, hat aber Unterhaltungswert.

  6. Im zweiten Semi gibt es ja auch viele Tanznummern. Ich glaube, dass Balladen im Vorteil sein werden. Hoffentlich kommt auch mal eine Probe, die wirklich positiv überrascht.

  7. Ich hatte mich ja gefragt, wieso um Himmels willen Aserbaidschan einen so ähnlichen Titel zu „Cleopatra“ dieses Jahr schickt und hatte gehofft, dass sie einfach eine geile Bühnenshow/Idee haben und dafür ein ähnlicher Song her musste.

    Aber das scheint ja nun definitiv nicht der Grund sein.

  8. Ich gebe zu ich mir das Kostüm sexyer vorstellt. So wirkt das auch sexy, aber irgendwie wünsche ich mir mehr ja Haut.

  9. Die Touristin vom Kaukasus, die besonders Schwächen beim begehen vom Rrrrrrollkies und Mmmmmmmatschepampe hat, macht sie mit ihren Freundinnen auf den Weg Richtung Nordsee. Anhand ihres Outfits ist es nicht schwer zu erkennen, wie hoch die Temperaturen sein müssen. Doch besonders im Mittelteil ihrer Route ist die Landschaft ziemlich eintönig, meist nur Matschepampe. Während ihrer Wanderung bereitet die junge Touristin ein Referat im Fach Geschichte über die einflussreichsten Frauen in der Weltgeschichte vor.
    Trotz der teilweise recht eintönigen Landschaft ist eine Aufnahme in die engere Auswahl des “ Wanderweg des Jahres “ ziemlich wahrscheinlich.

  10. Ich hatte wie @manu seit letztem Jahr auch immer die Erwartung, dass Efendis Songs einfach nur Grundlage für eine bombastische Bühnenperformance sein würden, die sie von anderen abhebt (ich hatte immer das Cleopatra-Video vor Augen). Insofern ist diese Standard-Performance schon underwhelming. Für mich bislang die größte Enttäuschung, Aserbaidschan steckt jetzt mitten im Kampf mit Zypern, Kroatien und Israel.

    • In der Tat, die Performance ist enttäuschend. Da hätte man dank des Songthemas mehr daraus machen können (vor allem bei der „Army of lovers“). Sinkt in meiner Gunst um einige Plätze.

  11. Wie ich schon mal geschrieben habe…Aserbaidschan,Kroatien,Israel,Zypern alles der gleiche Song. Und jetzt auch noch fast das gleiche Staging…da werden sicherlich zwei davon auf der Strecke bleiben. Welches ist fast wurscht klingt ja alles gleich und der Zuseher weiß gar nicht mehr was er eigentlich gewählt hat…..In dem Einheitsbrei sticht ja eher dann Slowenien oder Nordmazedonien raus…Ukraine sowieso

  12. Belgien sticht heraus ! Nordmazedonien ist trotz der Flut an Dancenummern leider ein Totalausfall. Das klingt nach Slowenien 2017 und Island 2018.

  13. Im Gegensatz zu Malta kann sie diese Klamotte tragen, aber für eine Mata Hari fehlt es mir an Schmuck und Federn. Das hätte orientalischer aussehen müssen. Und die Tänzerinnen wirken eher störend. Mata Hari… das ist ein Soloprogramm.

    Und überhaupt: Wieso treten die alle mit 4-5 Tänzern auf? Ist das neuerdings Vorschrift? Verfügen die Niederländer nicht über trickreiche Bühnenelemente, Lichteffekte etc.?

  14. Wenn schon nuttig, dann doch bitte nicht auf diesem Pfennighurenniveau.

    Ich mag ja das Lied, bin aber entsetzt: Efendi kann ja gar nix, weder singen noch tanzen noch Ausstrahlung.

    Auch Huren dürfen sich gerne von „solider Hausmannskost“ ernähren, aber doch bitte nicht gar so lieblos auf den Teller geworfen.

    War für mich ja ein sicherer Finalkandidat, aber ob nur Sex Sells dafür reicht? Ob sie all die Defizite bis zum Semifinale noch ausgleichen können? Hab da große Zweifel!

  15. Oje, auch hier ein ähnliches Problem wie bei Roxen: Efendi mag eine Süße sein, aber kann sie Mata Hari gut verkörpern? Leider gar nicht. Und den Song kaufe ich ihr auch nicht ab…
    …oh man, gibt es heute IRGENDWAS wirklich Gutes?

  16. Irgendwie ist bei Aserbaidschan die Luft raus als hätten sie selbst keine Lust mehr. Zwei Tänzerinnen links, zwei Tänzerinnen rechts, Powackeln und mehrarmige indische Göttin-Choreografie. Tausend mal gesehen und extrem langweilig.

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