Erste Probe beim ESC 2022: Ochman mit „River“ für Polen

 

Foto: EBU / Nathan Reinds

Nach der Mittagspause geht es weiter in den nächsten Probenblock. Den Auftakt macht Ochman für Polen mit seinem Song „River“. Wird es eine reduzierte und emotionale Performance? Oder gibt es Überraschungen?

Bei den Pre-Parties hat Ochman vor allem seinen Gesang in den Mittelpunkt gestellt. Es ist also gut möglich, dass es er auch auf der Bühne in Turin im Fokus stehen wird. Bei seiner Vorentscheidungsperformance wurde er von einem Pianisten, Streichern und einem Trommelspieler begleitet und stand auf einem Podest – all das könnte natürlich in viel größerem Ausmaß in Turin inszeniert werden.

Wie wir bereits geschrieben haben, läuft in diesem Jahr einiges anders, als wir das gewohnt sind. Die ersten Proben können auch wir als Presse nicht sehen und sind deshalb auf die Informationen, Bilder und Videos angewiesen, die über die offiziellen Kanäle von eurovision.tv zur Verfügung gestellt werden – und natürlich auf die Meet & Greets, die jeweils zwei Stunden nach Beginn der jeweiligen Probe stattfinden. Entsprechend werden auch unsere Probenblogs keinen abgeschlossenen Artikel sein, sondern ungefähr im Zeitraum dieser zwei Stunden immer weiter wachsen. Wann welches Material zur Verfügung gestellt wird, liegt wie ihr wisst nicht in unserer Hand und bekommen wir selbst auch erst im Laufe dieses Tages raus – besonders bei den TikTok-Videos kann es zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Seid also ein bisschen nachsichtig mit uns und wir freuen uns natürlich über Hinweise in den Kommentaren, wenn Ihr Informationen im Internet findet.

Zur ersten Probe:

Im Live-Blog wird schon geschrieben, dass „River“ „Arcade“-Vibes erzeuge. Na dann mal los…

Foto: EBU / Nathan Reinds

Ochman trägt einen (stylischen) schwarzen Anzug und steht mit vier Tänzern, die schwarze Outfits mit Masken tragen, auf der Bühne. Es gibt dem Auftritt eine ätherische Stimmung, die Tänzer kommen wie Geister rüber. Der Auftritt sei visuell kraftvoll, vor allem in Kombination mit den Lichteffekten und Ochmans Gesangsleistung. Zudem ist es der erste Song, der Wasser thematisiert, dementsprechend sind auch die Grafiken gestaltet. Mehr Infos gibt es dann wohl nicht aus dem Live-Blog, damit müssen wir nun wieder etwas warten, bis es mit den Fotos die nächsten Impressionen zur Probe von Ochman gibt.

Foto: EBU / Nathan Reinds

Gut zu sehen auf den Bildern sind die vier schwarz gekleideten Tänzer, die neben Ochman auf der Bühne sind. Die Beleuchtung ist komplett auf ihn im Zentrum der Bühne gerichtet.

Foto: EBU / Nathan Reinds

Insgesamt dominieren dunkle Blautöne gepaart mit schwarz in der Performance.

Foto: EBU / Nathan Reinds

Im TikTok-Video ist zudem zu erkennen, dass Ochmans Gesicht auf die LED-Wand projiziert wird. Im Refrain folgt ein wahres Lichtspektakel im Bühnenzentrum. Die Tänzer nutzen auch die B-Stage, während Ochman im Mittelkreis der Bühne bleibt.

@eurovision

Let the water carry me away 🌊 ⚡️ @OCHMAN first rehearsal had amazing lightning and water effects 🇵🇱 #EurovisionTikTok #Eurovision2022 #Eurovision

♬ original sound – Eurovision

Infos aus dem Meet and Greet: 

Ein kurzer Zwischenstand: Eigentlich sollte es um 15:40 losgehen, jetzt ist es 16:03 Uhr und es ist immer noch nichts passiert – und in 7 Minuten sollte das Meet & Greet eigentlich enden. Entweder hier ist irgendwas in den Nebeln von Norwegen verschwunden, oder aber die weiteren Meet and Greets verschieben sich nach hinten…

Ochman spielte in der High School in den USA den Prinzen Topher in Cinderella. Schauspieler wäre für ihn neben seiner Karriere als Musiker auch eine Option.

Die Geschichte hinter dem Staging: Es gab viele Ideen, aber zunächst muss man es selbst sehen um zu entscheiden, was funktioniert. Es war ein langsamer, aber fortschreitender Prozess. Er möchte nicht nur durch den Gesang, sondern auch durch das minimalistische Staging, mit gezielten Elementen, Emotionen auslösen.

Die Tänzer auf der Bühne sollen Dämonen darstellen, was das Konzept des Songs darstellt, um den vielen Geräuschen in unseren Köpfen zu entfliehen und zur inneren Ruhe zu finden. Die Dämonen repräsentieren den Prozess, die Umgebung, wohin es sich entwickeln kann.

Sein schlimmster Dämon ist natürlicher Stress – das Leben wäre langweilig, wenn alles perfekt wäre und man sich um nichts sorgen würde. Auch wenn das Leben nie perfekt werde, möchte er so nah wie möglich daran kommen.

Er verspürt keinen Druck über die vermeintliche Favoritenrolle – er denkt daran gar nicht. Alle Acts wären toll, es gäbe viele unterschätzte Länder, die ihr Potenzial zeigen, wenn die Semis und das Finale anstehen. Er fokussiert sich auf seinen Gesang und die Präsentation des Songs.

Seine Hoffnung ist, für den Rest seines Lebens seine Gesangskarriere zu leben. Er möchte besser werden und ist deshalb sehr froh, mit seinem Gesangslehrer einen sehr guten Ansprechpartner zu haben, der sich um ihn und seine Stimme kümmert. Klassischer Gesang ist für ihn die beste Form des Gesangs, er unterstützte ihn sehr dabei. Auch sein Großvater hat ihm sehr in seiner Gesangsausbildung geholfen.

Nach dem ESC möchte er Konzerte spielen, außerdem schreiten die Arbeiten an seinem zweiten Album voran. Vor dem ESC wird noch eine EP erscheinen. Er habe viele Pläne, die in den nächsten Monaten anstehen.

Seine Mutter ist seine größte Unterstützerin, gleichzeitig scheut sie aber auch vor kritischen Worten nicht zurück.

Um seine Stimme zu schonen, ist Schlaf besonders wichtig. Er trinkt am Tag viel Wasser, auch Ernährung ist wichtig. 2 Stunden, bevor er anfängt zu singen, meistens am Morgen, wärmt er seine Stimme auf.

Er freut sich am meisten, Ronela aus Albanien zu treffen.

Dann darf Ochman noch aus einigen Opern singen und auch eine Kostprobe seines ESC-Beitrags darf nicht fehlen. Damit geht das Meet und Greet auch zu Ende.

Über die erste polnische Probe sprechen wir außerdem ausführlich in unserem ESC Kompakt LIVE auf YouTube, das in der ersten Probenwoche täglich um 20 Uhr stattfindet. Einen Überblick über alle Proben des heutigen Tages findet ihr hier.

 


54 Kommentare

  1. Puh, ich will @ESC1994 nicht noch mehr verärgern.😉
    Wird schon werden, Ochman hat viele Fans, und es ist das schwächere Semi. Alles Gute, unseren östlichen Nachbarn.🙂

  2. Mr. Power-Voice und Mr. Sexy-Eyes in Personalunion ! Bei Ochman ist das Bühnendesign eher Nebensache. Zwar wichtig aber andererseits nicht so wichtig 😉

  3. Och Mann, meistens kann ich ja verstehen, warum Lieder so gut ankommen oder zu den Favoriten gezählt werden, selbst wenn sie mir persönlich nicht gefallen, aber Polens Beitrag dieses Jahr ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln …

    • @togravus ceterum

      Puh, hast du ernsthaft diesen Wortwitz gebracht??

      Falls es dch tröstet, geht mir mit Serbien genauso. 😉

      • Mir geht´s mit Serbien ähnlich. Soviel Euphorie für die Händewasch-Nummer ? Musikalisch hat die ja auch sonst außer Monotonie nichts zu bieten.

    • Ich mag den auch null und verstehe die Euphorie keinesfalls.
      Vielleicht der FFF?
      Aber ich wiederhole mich: Lieber Polen als Belgien 😀

      • „Vielleicht der FFF?“

        Hoffentlich,aber leider ist noch nicht Weihnachten.

  4. Die stärkste Komposition dieses Jahrgangs sollte mit Leichtigkeit ins Finale kommen. Wahscheinlich auch der Gewinner von Semi 2.

      • Mit Sicherheit nicht. Für mich eine faszinierende Nummer. Schöne Melodie, guter Text. Da stimmt einfach alles. Ist für mich der mit Abstand beste Beitrag in diesem Jahrgang.

      • Wie recht Du hast @Steffen – bei Polen kann man von einer wahren Perle sprechen und die sind sehr rar geworden beim ESC.

    • Also der Text des polnischen Beitrags mag ja viel sein… „Gut“ gehört jetzt nicht unbedingt zu den Prädikaten, die ich dieser künstlichen Phrasendrescherei verleihen würde. Das ist seelenloser Popbrei, wie er zu Dutzenden beim ESC Jahr für Jahr antritt und einzig und allein dafür komponiert wird, den Zuhörer in jedem Fall unbedingt zu beeindrucken.

  5. Wenn ich nur sein dauerleidendes Gesicht schon wieder sehe…
    Ich denke, bei dem Auftritt werde ich escfan05 auf der Toilette Gesellschaft leisten.

  6. Also während hier viele eine Pinkelpause machen,werde ich diesen tollen Song und diesen Wahnsinnssänger mit Gänsehaut genießen.

    • Ich auch :-).

      Der polnische Beitrag dürfte wohl derjenige sein dies Jahr, welcher am meisten polarisiert – man liebt es oder man hasst es – dazwischen gibts wohl nix.

      Ich hoffe nur dass es nicht zuuuuu düster über den Schirm kommt.

      • Nö, ich finds so mittel. Aber mich stört, dass er die ganze Zeit die Augen nicht aufbekommt – ist was anderes als Schlafzimmerblick…

  7. Einer meiner Favoriten , toller Song , toller Künstler mit einer mega Stimme 🙂 Sollte sicher ins Finale einziehen 🙂 Ganz viel Liebe .

  8. Auch wieder so ein Schmachtfetzen. Ausstrahlung gleich null trotz guter Stimme. Ein Langweiler vor dem Herrn. Bitte das gleiche wie bei Australien, liebe Jury Gebt sowenig Punkte wie möglich.

    • Schmachtfetzen muss ja nichts Schlechtes sein, aber hier wird irgendwie ohne Sinn und Verstand geschmachtet, denn was er da herbeijault, gibt der recht einfältige Text eingentlich überhaupt nicht her. Der dient nur dazu, ihn seine Stimme ausstellen zu lassen und das finde ich künstlich und berührt mich absolut nicht.

  9. Hmm… Irgendwie geben mir die Probenbilder kein gutes Gefühl für Ochman.
    Außerdem werde ich wohl nie verstehen, warum Polen und Montenegro hintereinander in der Startreihenfolge gesetzt wurden – und nun sind auch noch beide auf der Bühne in tiefes blau gehüllt…

    Schwierig…

  10. Ich schlage vor, das ochmann mit sheldon riley ein duett bildet und den song “ not one the same river“ zum besten gibt. Was für ein berührender moment, ein brautpaar beim esc

  11. Ich finde das Bühnenbild sehr beeindruckend, gefällt mir wirklich sehr. Der Song ist ohnehin Spitzenklasse. Sollte für eine Top-Platzierung reichen.

  12. Ach du je… Ich hab ja gestern schon gesagt, dass ich ein Problem mit Ausdruckstanz habe, und wenn die Tänzer dann auch noch als Geister verkleidet sind, macht es das nicht besser. Dazu der schlimm altbackene Anzug und die Probleme mit der Bühne. Aus diesem sehr guten Popsong hätte man so viel mehr machen können. Fürs Finale reicht das aber trotzdem. Hoffentlich…

  13. Schaut wirklich überzeugend aus.
    Die leicht düstere Atmosphäre passt ja zum Song, und dass er noch Tänzer dabei hat finde ich auch nicht schlecht.
    Denn gerade seine Ausstrahlung hatte ich beim Vorentscheid bemangelt.
    Das ist mit den Dämonen gut gelöst, da auf der Bühne nun ständig was passiert und von seiner kaum vorhandenen Mimik abgelenkt ist.

  14. Erst dachte ich: Sehr klassisch. Schön. Aber dann habe ich diese zotteligen Tänzer gesehen …

  15. Optisch erinnert es schon fast an Oper. Und wohl nicht nur optisch, auch seine Stimme scheint ja gut geölt zu sein. Wird spannend. Auch wenn das Lied nicht zu meinen Favoriten gehört, aber so etwas kann ich jedenfalls ernst nehmen. Wenn ich da an die Performances von Albanien und San Marino denke…

  16. Wunderschöner Song, atemberaubende Performance und ein Hauch frischer Luft zwischen überwältigendem Kitch und schlechter Qualität, der beim diesjährigen Contest serviert wird

    • Na, also wenn das einfallslose 08-15-Gesülze kein Kitsch ist, dann weiß ich es aber wirklich nicht…

  17. Bin ja nach der Probe doch guter (!) Hoffnung,
    das der Song nicht weit kommt.
    Finale lässt sich wohl nicht verhindern.

  18. Noch eine der zahlreichen Castingshow-Balladen, öde. Immerhin sieht er gut aus, aber das ist es auch.

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