ESC-kompakt-Interview mit Barbara Schöneberger vor „Unser Lied für Israel“

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Kurz vor Beginn der „Unser Lied für Israel“-Generalprobe hatten die ESC-kompakt-Blogger Benny und Peter die Chance, eine bestens gelaunte Barbara Schöneberger in Ihrer Garderobe zum ESC-Only-Talk zu sprechen.

Hej Barbara, danke für die Zeit, wie ist der Stand der Dinge in Adlershof?

Das Gute ist diesmal – und vielleicht auch das Schlechte – wir haben eine ganze Woche geblockt. Bei den meisten großen Sendungen kommt man eigentlich morgens und macht’s abends. Hier haben wir viel mehr Zeit. Gestern hatten wir eine Stellprobe. Danach hat man immer das Gefühl, das wird im Leben nichts. Lustigerweise kriegt man es aber mit ein bisschen Übung super hin, dass ich abends ganz genau weiß, wann ich wo sein muss. Ich verknüpfe dann Orte mit Inhalten.

Ich kann jetzt auch nicht sagen, dass ich mich heute morgen total verrückt gemacht hätte. Ich habe ausgiebig geduscht und dann habe ich mich nochmal ins Bett gelegt und danach draußen im Garten herumgewurschtelt. Jetzt mache ich es einfach mit guter Laune. Ich bin nicht allein, was natürlich toll ist – sondern moderiere mit Linda zusammen. Wir haben jetzt auch nicht überprobt. Wenn Du Dir alles Wort für Wort reinprügelst, das wäre nicht das Beste für eine Doppelmoderation.

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Ist in diesem Jahr etwas fundamental anders als in den Jahren davor?

Für mich ist es natürlich toll, dass ich diesmal Heimschläfer bin, das war ich noch nie. Berlin als Austragungsort ist schon einmal toll. Der Vorentscheid ist jedes Mal eine sehr, sehr große Sache. Ich moderiere ja viele große Sachen, aber diese Sendung hat die meiste Beachtung und die meiste Resonanz.

Auch die Leute, die sagen, ich gucke ja gar kein fern, wissen dann zum Beispiel doch, dass es auf der Reeperbahn immer regnet. Die Eurovision haben sie alle auf dem Schirm.

Was ist die beste Erinnerung aus Deiner ESC Zeit?

Ich denke sehr gern an den letzten Vorentscheid zurück, den ich in Köln gemacht haben. Da haben wir dieses lustige Opening mit den Tänzerinnen gemacht. Da wollte ich den Tänzerinnen mal zeigen, was ’ne Harke ist und hab‘ ganz doll mit meinem Hintern geschlackert. So heftig, dass ich das Gefühl hatte, es sei mir ein etwas größeres Band in der Hüfte gerissen. Aber trotzdem war das toll. Ich habe immer beim deutschen ESC-Finale die Möglichkeit gehabt, ein großartiges Opening zu machen. Ich hoffe, dass man mir noch lange diese Möglichkeit gibt und nicht irgendwann eine Fremdtanztruppe kommt.

Heute Abend machst Du also auch ein großen Opening?

Ja, wir machen auch heute Abend ein bisschen was.

Und nach der Frage nach den schönsten Erinnerungen: Was war die anstrengenste Erinnerung aus Deiner ESC Zeit?

Du willst auf Andreas Kümmert raus?

Ich will auf den Ann-Sophie-Moment raus.

Ich fand, das war für mich nicht anstrengend. Das war für den NDR, glaube ich, anstrengender. Wenn einer disqualifiziert wird oder sich selbst disqualifiziert, dann kommt eben der Nächste dran. Der ESC-Vorentscheid ist ja auch die einzige Sendung, wo ich einen Knopf im Ohr habe, ich erfahre dann immer schon etwa 30 Sekunden früher was auf mich zukommt.

Ich finde eigentlich toll, wenn die Sachen nicht so laufen, wie sie von allen Profis vorher geplant wurden. Ich messe mich auch daran, ob ich das aushalte und ob mir dann auch etwas einfällt. Ich mag es ganz gerne, wenn man vorne auf der Stuhlkante sitzen muss.

Ich mochte den Kümmert-Song sehr gerne, aber mein Gefühl ist, wir hätten ihm und uns keinen Gefallen getan, wenn wir ihn da hingezerrt hätten.

Fans haben uns gebeten, Dich zu fragen, wie tief persönlich Dein Herz für den ESC schlägt?

Ich bin durch die Jahre durch unterschiedliche Phasen gegangen. Als Kind hat man den ESC immer geguckt. Für mein Gefühl hat das immer Désirée Nosbusch moderiert, obwohl sie es, glaube ich, nur einmal gemacht hat. Wir haben das in dieser Zeit immer geguckt.

Danach habe ich den ESC eine Zeit lang aus den Augen verloren. Als dann nach einer Quatschphase der ESC immer mehr gute Popmusik hervorgebracht hat, bin ich ja auch professionell wieder eingestiegen. Inzwischen hat die Veranstaltung für mich daneben eine politische Bedeutung. Der friedliche und integrative Charakter der Show ist ja auch genau das, was wir haben wollen. Dass Europa zusammen feiert, ist wichtig.

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Hast Du persönliche ESC-Lieblingslieder.

Ja, Roman Lobs „Standing still“ und Max Mutzkes „Can’t wait until tonight“. Und ich verbinde den ESC irgendwie auch mit Viktor Lazlo, auch wenn diese ihn „nur“ moderiert hat.

Ein großer Barbara-Fan aus dem Ausland gab uns die folgende Frage mit auf den Weg: Do you know that you are a gay icon?

Jaja, immer wenn man in die Jahre kommt, ergeht es einem wie Liza Minnelli, Céline Dion & Co., man wird zur Ikone der Community.

Ich mag die Partystimmung und die positive Energie in der ESC-Community, deshalb gehe ich auch so gerne ins Publikum bei den Shows, und ich mag meine schwulen Fans sehr, nicht umsonst spielen wir das letzte Konzert meiner Tourneen immer in Köln. Freunde haben mir berichtet, dass mein Song „Ich steh‘ auf Jungs“ eine regelrechte Partyhymne geworden ist.

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Wenn Du einmal eine Autobiografie schreibst, welche Rolle wird der ESC darin spielen?

Ein ganzes Kapitel, mindestens. Eigentlich könnte das Buch heißen „Mein Leben vor, während und nach dem ESC“.

Gibt es eine Frage, die Du immer schon beantworten wolltest, die Du aber noch nicht gestellt gekommen hast?

Also eigentlich bin ich schon alles gefragt worden. Und ich danke euch, dass ihr euch auf den ESC konzentriert habt und nicht auch noch gefragt habt, wie man Beruf und Familie unter einen Hut kriegt.

Barbara Schöneberger geht im März mit ihrem aktuellen Album „Eine Frau gibt Auskunft“ auf Tour durch Deutschland. Hier alle Termine:

07. März 2019: Hamburg – Mehr! Theater
08. März 2019: Hannover – Kuppelsaal
09. März 2019: Bremen – Metropol Theater – (AUSVERKAUFT!)
11. März 2019: Essen – Colosseum
12. März 2019: Frankfurt – Alte Oper
13. März 2019: München – Kleine Olympiahalle
17. März 2019: Berlin – Tempodrom
18. März 2019: Leipzig – Gewandhaus (AUSVERKAUFT!)
19. März 2019: Chemnitz – Stadthalle
20. März 2019: Köln – E-Werk (AUSVERKAUFT!)

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12 Kommentare

  1. Ach, die Barbara! Ich mag sie so gern (schon seit „Blondes Gift“!)! Bin daher sehr froh, dass sie heute Abend wieder (mit)moderiert und freu mich drauf!
    Danke für das Interview!

  2. Ich habe meinen Tipp abgegeben, fand es aber sehr schwer meinen Geschmack mit den Geschmack von anderen einzuschätzen. Mal schauen wie mein Tipp liegt, habe ja einen ziemlich eindeutigen Fave. 😀

  3. Ich liebe sie einfach! ❤ Sie hat mal gesagt, es sei ein bisschen ungeschickt, dass in ihre VE-Moderationszeit nur vergleichsweise hintere Ränge beim ESC fielen und kaum war sie letztes Jahr einmal weg, Platz 4. Darum sollten wir Barbara dieses Jahr mit einem guten VE inklusive guter Platzierung im Mai belohnen 😉

  4. Ein sehr rundes und positives Interview, Barbara ist schon ne tolle! Danke Euch für die schöne Ergänzung zur Vorentscheidung. Klasse!

  5. Da die Schöneberger noch ne ganz gute Sängerin ist, hätte ich mal gefragt, ob sie selbst mal daran gedacht hat für Deutschland beim ESC teilzunehmen.

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