
Erstmals seit vielen Jahren hat die deutsche Delegation die Namen der Mitglieder der deutschen Jury beim Eurovision Song Contest nicht schon am Tag des großen Finales veröffentlicht. Erst am frühen Sonntagmorgen fanden sich die Namen der sieben Personen, die in diesem Jahr über die Jury-Punkte Deutschlands entschieden haben, versteckt auf der offiziellen ESC-Webseite eurovision.com. Knappe zwei Wochen nach dem ESC-Finale in Wien gab es dann einen Instagram-Post von eurovision.de zum Thema (s. unten).
Wir haben die Namen der sieben Juror*innen zwar bereits in der Finalnacht berichtet, allerdings nur ziemlich versteckt und nicht in einem eigenständigen Artikel, weil es in in dieser Nacht einfach wichtigere Nachrichten gab, um die wir uns mit unseren begrenzten Ressourcen kümmern mussten und wollten (Fun Fact: Die erste Version dieses Artikels wurde von mir am 17. Mai um 5:11 Uhr am Wiener Flughafen erstellt). Aus Chronistenpflicht dokumentieren wir die Namen der sieben deutschen Juror*innen 2026 jetzt noch im Rahmen unserer Rückblickserie Viva Vienna.
Im Vergleich zum ESC 2025 wurden die Regeln für die Zusammensetzung der nationalen Jurys beim Eurovision Song Contest 2026 maßgeblich geändert. So wurde die Anzahl der Jurymitglieder auf sieben Personen erhöht. Bisher waren die Jurys fünfköpfig. Zudem wurde das Spektrum der möglichen Berufsfelder der Jurymitglieder erweitert und umfasst nun auch Musikjournalist*innen und Musikkritiker*innen, Musiklehrer*innen, Kreativschaffende wie Choreograf*innen und für Inszenierungen verantwortliche Bühnenregisseur*innen sowie erfahrene Persönlichkeiten der Musikbranche. Um den Wettbewerb auch für ein jüngeres Publikum attraktiver zu gestalten, müssen außerdem mindestens zwei Juror*innen im Alter von 18 bis 25 Jahren Teil jeder Länderjury sein.
So hat der in Deutschland verantwortliche SWR seine Jury besetzt:
- Alina Stiegler
- Bela Marton
- Hajat Joy Berhanu
- Jules Kalmbacher
- Len Clare
- Sophia Gruber
- Udo Dahmen

Alina Stiegler ist Fernsehmoderatorin und hat 10 Jahre lang vom Eurovision Song Contest berichtet. Sie war unter NDR-Federführung eines der Gesichter von eurovision.de und war Songcheckerin bei den ESC kompakt Reactions.
Bela Marton (Aufmacherfoto) ist Musiker und Produzent und nahm als Bela mit „Herz“ an Das deutsche Finale 2026 teil. Zuletzt hat er die Single „In deinen Armen“ veröffentlicht.
Hajat Joy Berhanu ist Kreativproduzentin für diverse Fernsehformate und hat unter anderem für Germany’s Next Topmodel, die Bambi-Verleihung und den Deutschen Fernsehpreis gearbeitet.
Jules Kalmbacher ist Songwriter, Musikproduzent sowie Filmkomponist und hat unter anderem bereits mit Max Mutzke, Emily Roberts und Will Church zusammengearbeitet. Er war auch an dem Lied „Kleiner Finger Schwur“ beteiligt, mit dem sich Florian Künstler 2023 für den ESC-Vorentscheid beworben hat. Er ist Teil des Expert*innnen-Teams des SWR, das die Teilnehmer*innen der deutschen ESC-Vorentscheidung Das deutsche Finale 2027 (mit-)auswählen soll.
Len Clare ist Songwriter und Produzent und vor allem für seine Zusammenarbeit mit Zartmann (u.a. beim Hit „Tau mich auf“) bekannt.
Sophia Gruber arbeitet als Künstlermanagerin beim Musiklabel Live from Earth, das unter anderem Pashanim und RIN im Portfolio hat.
Udo Dahmen war früher künstlerischer Direktor der Popakademie Baden-Württemberg. Von Haus aus ist er Schlagzeuger und hat unter anderem mit Sting, Nina Hagen und Sarah Brightman gespielt.
Was sagt Ihr zum diesjährigen Line-Up der deutschen Jury beim ESC? Ist dem SWR hier eine gute Mischung gelungen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.
In unserer Reihe Viva Vienna bereits erschienen:
- (1) Die schönsten Wien-Bilder der Blogger*innen
- (2) Mein erster Eurovision Song Contest vor Ort
- (3) Wie war Wien als Gastgeberstadt 2026?
- (4) Das „Eurovision at 70“-All-Star-Medley beim ESC 2026 in Wien – ein neuer Klassiker
- (5) ESC 2026 in Wien: All My Life for a Night Like
- (6) Tagebuch ESC 2026: Mini-Storys aus meiner Zeit in Wien
- (7) Bevor wir heimgehen … Sechs Nächte im Euroclub
- (8) Zero points – Wie nah dran Sarah Engels, Essyla und UK an Televotingpunkten waren
- (9) Machen die neuen Jury-Regeln das ESC-Endergebnis unvorhersehbar?
- (10) Zu viel Drama, zu wenig Bangaranga? Warum die Favoriten 2026 scheiterten
- (11) So haben sich Juryvoting und Televoting beim ESC 2026 unterschieden
- (12) Eigentlich nur ESC – Ein Reisebericht zu meinem ersten ESC vor Ort
- (13) Deutschlands erstes ESC-Jahr unter Federführung des SWR – Die ultimative Bilanz
- (14) Absturz beim ESC 2026: Was ist mit Schweden passiert? Und wie geht es weiter?
- (15) Nicht im Finale, aber längst in unseren Herzen
- (16) Wie eine Inszenierung einen Song verändern kann – Die Magie hinter dem Staging von „Bangaranga“
- (17) Sarah Engels im Wonderland: In die ESC-Bubble gekommen, um zu bleiben?
- (18) Producers Curse? Diese Sache mit den Startplätzen beim ESC
- (19) All aboard – Die Eurofan Cruises auf der Donau
- (20) Die Bedeutung von Fanblogs für den ESC – die Diskussion, die niemand hören und sehen wollte
- (21) Die Dancefloor-Hits vom ESC 2026 – Die Wettbewerbssongs aus diesem Jahr
- (22) Die Dancefloor-Hits vom ESC 2026 – Die Vorentscheidssongs aus diesem Jahr
- (23) Der ESC 2026 in Memes: Momente vom Teppich und Co.
- (24) Werden Public Viewings in der ESC-Gastgeberstadt immer wichtiger?
- (25) Songs in Landessprache gewinnen den Eurovision Song Contest nicht mehr
- (26) Das waren die Fan Favourite Fails und Dark Horses des ESC 2026
- (27) So sähe das Ergebnis des ESC 2026 nach einer Wertungen nach Platzierungen aus
- (28) Highlights der ESC-kompakt-LIVE-Youtube-Saison 2026
- (29) Musical Acts beim ESC – Wann stirbt der Trend denn wieder?
Diese Rückblickserien sind bereits erschienen:
- Bye Bye Basel: Unser Rückblick auf den ESC 2025
- Malmö Memories: Unser Rückblick auf den ESC 2024
- Leaving Liverpool: Unser Rückblick auf den ESC 2023
- Torniamo a Torino: Unser Rückblick auf den ESC 2022
- Replay Rotterdam: Unser Rückblick auf den ESC 2021
- Talking Tel Aviv: Unser Rückblick auf den ESC 2019
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Danke für die Info! Dem SWR ist wirklich eine gute Mischung gelungen! Statt der Stieglee hätte ich besser erkennen andere Person in der Jury gesehen, und zwar die ehemalige Vorentscheidteilnehmerin Madeline Juno.
In der Headline hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen…🤓
Mir etwas unverständlich, wie die 12 Jurypunkte an Polen gehen konnte.
Aber Geschmäcker können unterschiedlich sein. 🤔
Der Stiegler sei Dank hat Italien wohl die 10 Punkte bekommen. 🙄
Ach ja, es müsste „war“ statt „was“ in der Überschrift heißen.
Ich finde, dass die deutsche Jury die Bewertung Italiens sehr gut gemacht hat. 😀
Negativ. Sorry, aber hätte Spanien (in einem Paralleluniversum) eine ähnliche Nummer geschickt wären das 0 Punkte gewesen, aber Italien-Groupie Alina durfte natürlich den Rest der Jury bearbeiten. 🙄
Dass die Jury-Mitglieder sich gegenseitig beeinflussen können ist allerdings eine unbewiesene Vermutung. Da gibt es doch bestimmt ein Regelwerk wie das abzulaufen hat.
Und du glaubst wirklich die halten sich alle daran?? Ich sage nur Zypern-Griechenland.
Das Beispiel ist aber keine Beeinflussung der Mitglieder untereinander, sondern eine komplette Volksfreundschaft. Daraus würde ich noch nichts schließen.
Es bezog sich auf deinen Punkt mit dem Regelwerk. Armenien-Aserbaidschan ist auch so ein Beispiel dass manche das eher optional auslegen.
Danke für den Artikel und die Verlinkung. Hatte mir damals das Ergebnis nicht so im Detail angeschaut. Aber wie kommt man denn auf 10 Punkte für Italien? Sind die deutschen Musikschaffenden tatsächlich so schlagergeschädigt? Oder hatte Sal beim Juryfinale gesanglich seinen guten Tag? 🙈
Zwei Wörter: Alina Stiegler
Was für Kapazunder
Für mich liest sich die Kurzbeschreibung der Juroren (m/w/d) der deutschen Jury wirklich gut und halte sie daher auch für fähig ein fachlich kompetentes sowie emotionales Urteil abzugeben. 😀
Was soll vermutlich war heißen? Polen 12 Punkte verstehe ich nicht wirklich.
Da wurde hauptsächlich die gesangliche Leistung goutiert und weniger das Lied.