ESC kompakt Second Chance Contest 2026: Dame, König, As, Songpate – Ein Gastbeitrag

Aisté – Foto: Instagram @aisteworldfamous

Ein Gastbeitrag von ESC-kompakt-Leser Dennis_Duesseldorf zum Start des Second Chance Contest 2026

Kann man einen exakten Zeitpunkt benennen, seit wann man verliebt ist? Oder wann genau man verrückt geworden ist? Und überhaupt: Sind Liebe und Wahnsinn nicht eigentlich das Gleiche? Wenn man dem großen Philosophen und Denker Friedrich Nietzsche Glauben schenken mag: Ja! Denn in seinem berühmten Werk „Also sprach Zarathustra“ schreibt er: „Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe“.

Zu der Frage nach dem exakten Zeitpunkt findet sich bei Nietzsche allerdings keine befriedigende Antwort. Na toll. Von wegen ein großer Philosoph und Denker… Aber dafür hat man ja Freunde. Die können einem offenbar besser Auskunft geben: „Seit wann du diese Delle in der Bimmel hast, fragst du, Dennis?“. Im Zusammenhang mit meiner Person gefällt mir zwar Nietzsches Vokabular von der Liebe und dem Wahnsinn besser, aber die Formulierung Delle in der Bimmel scheint mir ebenso treffend – und nicht minder philosophisch. „Können wir dir genau sagen: Seit dem 27.06.2024“. Das nenne ich mal einen exakten Zeitpunkt! Und mir dämmert, wie mein Umfeld darauf kommt.

Mehr oder weniger zufällig bin ich auf den wundervollen Blog von ESC kompakt genau zu der Zeit gestoßen, als der Auftakt zum Second Chance Contest 2024 unmittelbar bevorstand. Den besten Act der Vorentscheide aus ganz Europa wählen, der es nicht zum ESC geschafft hat? Als Songpate einen eigenen Act für dieses Spiel nominieren? Was eine geniale Idee, was eine liebenswerte Hommage an die Künstler! Keine Frage: Da wollte ich unbedingt dabei sein.

Die Deadline für die Einreichung der Songlisten war aber schon abgelaufen, sodass mir nur noch die letzte Ausfahrt blieb: Die sagenumwobene Resterampe. An sich kannte ich sie gut, diese Resterampe, stand ich in früheren Jahren in dem ein oder anderen Club doch selbst darauf, zur Abholung bereit. Aber im Zusammenhang mit dem ESC oder besser: dem SCC? Man durfte gespannt sein.

Ein wenig erschlagen von der noch immer üppigen Auswahl an Acts, habe ich mich zunächst auf Beiträge aus der Region konzentriert, deren Vorentscheide mir in letzter Zeit in guter Erinnerung geblieben waren, sprich das Baltikum. Und was habe ich dort einen Volltreffer gelandet! Denn unglaublich, aber wahr: Die fantastische Aistè aus Litauen und ihr herrlicher Song „We will rule the world“ waren noch verfügbar. Sofort war klar: Das wird mein SCC-Patenkind! So viel Freude, Leichtigkeit und positive Ausstrahlung! Eine schmissige Melodie, eine starke Stimme – was will man denn mehr für so ein Spiel? Vor meinem geistigen Auge sah ich schon, wie Aistè das Finale des SCC 2024 gewinnt und ich in einer feierlichen Prozession von Berenike den SCC-Pokal überreicht bekomme. Heute wissen wir: Es kam anders. Ganz anders.

Am 27.06.2024 war es soweit. Schon in der ersten Woche des SCC 2024 stellte sich Aistè in Quintell 3 den Lesern von ESC kompakt zur Wahl. Moment mal! Der 27.06. 2024? War da nicht was? Natürlich! Der Tag der Liebe! Der Tag des Wahnsinns! Der Tag der Delle in der Bimmel! Und in der Tat, mit dem Startschuss für mein SCC-Patenkind, begann auch meine große Liebe für den SCC.

Gepackt von der Begeisterung für das Spiel, für die großartige SCC-Community hier auf ESC kompakt, rief ich gleich mehrere (fiktive) Institutionen in den Kommentaren zum SCC ins Leben: Die SCC -Wahlkampfagentur, das SCC-Radio und die SCC-Songpatengewerkschaft. Verrückt? Vermutlich. Aber alles aus Liebe zum Spiel! Und ich liebe dieses Spiel tatsächlich. Wie könnte man die Zeit bis zum nächsten ESC besser überbrücken als mit einem zweiten Contest? Mit wem könnte man sich besser über die Musik des Eurovisions-Kosmos austauschen als mit anderen Songpaten? Und wo sollte man bessere musikalische Perlen entdecken als auf der Bühne des SCC?

Bis heute hält diese Liebe zum SCC ungebrochen an, selbst nachdem der Traum vom Gewinn des SCC 2024 jäh geplatzt war – schon in der ersten Runde schied ich mit Aistè aus. Ein dunkles Kapitel in der Geschichte dieses Blogs. Aber hey, man darf sich selbst und den eigenen Geschmack nicht so wichtig nehmen, dann spielt es sich ganz entspannt und fröhlich weiter. Auch andere Paten haben tolle Patenkinder!

Nun steht der SCC 2026 vor der Tür und das geliebte Spiel geht wieder von vorne los. Endlich! Es wird inzwischen meine dritte Teilnahme und dank Losfee Benny trete ich, wie seinerzeit mit Aistè, erneut mit einem meiner Lieblings-Acts des gesamten ESC-Jahres an. Einem Act, der von einigen sogar als Mitfavorit gehandelt wird.

Könnte der Traum, den SCC zu gewinnen, doch noch wahr werden?! Spielt ehrlich gesagt gar keine große Rolle mehr. Wenn ich eines über den SCC gelernt habe die letzten beiden Jahre, dann: Dabei sein ist alles! Dieses Motto trifft auf den SCC noch besser zu, als auf die Olympischen Spiele! Denn kann es in der Musik wirklich Gewinner und Verlierer geben? Wohl nicht. Die Geschmäcker und Gemüter sind verschieden, die eigene Rezeption eines Liedes und seines Textes individuell. Und viel schöner als jeder Sieg ist doch, sich mit Gleichgesinnten über die musikalische Vielfalt Europas zu freuen und über Musik zu diskutieren und zu lachen.

Und zu lachen, gibt es immer viel. Die Kreativität der Songpaten in den Kommentaren zum SCC, mit der um Aufmerksamkeit, Zuneigung und Punkte für den eigenen Act geworben wird, zählt für mich stets zu den Höhepunkten dieses Blogs. Ich bin offenkundig bei weitem nicht der Einzige, der sich wahnsinnig in den SCC verliebt hat! Aber sind wir denn nun alle verrückt, oder wie? Da kann ich alle SCC-Liebhaber beruhigen, denn das Zitat von Friedrich Nietzsche geht noch weiter: „Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn“.

Also, an all die Verrückten da draußen: Happy SCC 2026!

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