
Insgesamt 21 Acts aus der ganzen Welt kämpfen heute darum, den Zwergstaat San Marino beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien zu vertreten. Darunter ist auch ein san-marinesischer Act: Marco Cerve (Aufmacherbild) mit dem Titel „Shine“.
Die 21 Finalisten haben auf unterschiedlichen Wegen in das heutige Finale gefunden. Zehn „etablierte Acts“ wurden direkt für das Finale nominiert. Fünf Acts qualifizierten sich über das erste Halbfinale, fünf weitere Acts über das zweite Halbfinale. Den Halbfinals war die umfangreiche Vorauswahl Dreaming San Marino Contest 2026 vorausgegangen. Von über 800 Bewerber*innen aus über 40 Ländern erreichten hier 291 die Auditions-Phase. Aus dieser qualifizierten sich 240 Acts aus 27 Ländern für die sogenannte „Stage & Live Academy“-Phase, welche vom 12. bis zum 15. Februar hinter verschlossenen Türen stattfand. Die Acts traten hier in 30er-Gruppen („Stages“) vor einer Jury auf. Ausgestrahlt wurden die Auftritte, anders als in den Vorjahren, nicht. Aus jeder „Stage“ wählte eine Jury fünf Acts für die Halbfinals des San Marino Song Contest aus, welche am Mittwoch und Donnerstag ausgestrahlt wurden.
Und schließlich wurde Marco Cerve aus San Marino Anfang der Woche von SMRTV für das Finale nachnominiert. Dies war möglich, weil das Regelwerk des Vorentscheids vorsah, dass zusätzlich zu den zehn direkt nominierten Künstler*innen noch ein Act aus dem Zwergstaat selbst von SMRTV benannt werden durfte. Somit sehen wir heute Abend also 21 Sänger*innen und Bands auf der Bühne des Teatro Nuovo Dogana.
Diese Acts treten im Finale von San Marino Song Contest 2026 an:
- Pilgrim Pibigas – The day that (Italien)
- Magdalena Tul – I’ll be around (Polend)
- Klem – Ok respira (Italien)
- Molella ft Maxè – Fever (Italien)
- IUNA – Freedom calling (Italien)
- Paolo Belli – Bellissima (Italien)
- Orphy – Rise again (Tschechien)
- Andreas Habib ft AURA – All we need is love (Vereinigte Arabische Emirate – Griechenland)
- Dolcenera – My love (Italien)
- Miky – Outta tune (Italien)
- Kelly Joice – Oh la la (Frankreich)
- Luka Basi – Chicolo (Slowenien)
- Anna Smith – Bruised (Schweiz)
- Matias Ferreira – Paura (Spanien)
- Rosa Chemical – Mammamì (Italien)
- The Orchestraccia – Cara madre mia (Italien)
- Senhit ft. Boy George – Superstar (Italien / Vereinigtes Königreich)
- Inis Neziri – In my head (Albanien)
- Edward Maya ft. William Imola – Balla (Rumänien / Italien)
- Maya Azucena – My sin (USA)
- Marco – Shine (San Marino)
Boy George wird heute allerdings nicht auftreten, wie Senhit in einem Interview mit Wiwiblogs verriet. Der Sänger ist gerade auf US-Tournee.
Abstimmen wird heute wie in San Marino üblich eine Jury, die anders zusammengesetzt ist als die Jury der Halbfinals und die Jury der Vorrunden. Das sind die Jury-Mitglieder:
- Federica Gentile (Juryvorsitzende): Moderatorin und Musikkritikerin
- Roberto Sergio: Generaldirektor von SMRTV
- Andrea Ettorre: Marketingdirektor der SIAE (die „italienische GEMA“)
- Massimo Zanotti: Dirigent, Musiker und Komponist
- Beppe D’Onghi: Dirigent, Musiker und Komponist
Es wird außerdem eine sogenannte „Qualitätsjury“ geben, die die Teilnehmer ebenfalls bewertet, aber nicht an der Bestimmung des Gewinners beteiligt ist. Die Juroren sind:
- Iva Zanicchi: italienische Sängerin
- Morgan: italienischer Sänger
- Red Ronnie: italienischer Journalist
Parallel zur ESC-Entscheidung zeichnet des Weiteren eine Kritikerjury einen Beitrag mit einem Sonderpreis aus.
Moderieren wird heute Abend die italienische Moderatorin Simona Ventura. Als Stargäste sind Tommy Cash, Elettra Lamborghini, Al Bano und Cristiano Malgioglio angekündigt.
Tommy Cash vertrat Estland beim ESC 2025 mit „Espresso Macchiato“ und belegte den dritten Platz. Elettra Lamborghini ist eine Sängerin aus Italien, die in diesem Jahr und 2020 am Festival di Sanremo teilnahm. Al Bano zählt zu den bekanntesten italienischen Sängern. Er nahm 15 Mal sowohl solo als auch im Duett mit Romina Power am Sanremo-Festival teil und gewann das Festival 1984 mit „Ci sarà“. Außerdem vertrat er Italien beim ESC 1976 und 1985 zusammen mit Romina Power und erreichte beide Male den siebten Platz. In der Vergangenheit war er schon mehrmals Jury-Mitglied beim san-marinesischen Vorentscheid. Cristiano Malgioglio ist ein bekannter italienischer Fernsehmoderator, Sänger und Songwriter. Er kommentierte den ESC 2022 zusammen mit Gabriele Corsi für RAI und war schon im letzten Jahr Gast beim Vorentscheid.
Der san-marinesische Vorentscheid San Marino Song Contest 2026 wird vom Sender SMRTV von 20:30 bis 23:59 übertragen. Einen Live-Stream findest Du bei RaiPlay und auf der Website von SMRTV. Wir werden die Show in diesem Live-Blog mitverfolgen. Vor, während und nach der Sendung kannst Du die Geschehnisse unter diesem Beitrag kommentieren.
Buonasera a tutti! Herzlich willkommen zum Live-Blog vom Finale des San Marino Song Contest! Noch läuft Werbung, aber gleich geht es los. Ich kämpfe mal wieder mit technischen Problemen und bekomme den Stream nicht auf dem Fernseher zum Laufen… Martin versucht es jetzt weiter und hoffentlich kann ich dann noch wechseln.
Jetzt stockt es auch am Laptop. Mal sehen, was das wird. Nach Neuladen sehe ich aber jetzt Simona Ventura, die die Zuschauende begrüßt und die Nationalhymne ankündigt. Die höre ich aber schon wieder nicht, weil der Stream dauernd einfriert. Ich probiere jetzt einen inoffiziellen YouTube-Stream (siehe Kommentare).
Jetzt habe ich das bestimmt ganz tolle Intro von Simona im Supermarkt vollkommen verpasst, aber dafür scheint der Stream jetzt auf dem TV zu laufen und ich kann jetzt auf dem Sofa tippen. Zum Glück ist noch nicht Wichtiges passiert.
Simona stellt jetzt die Jury aus fünf Personen vor. Meiner Ansicht nach sind das zu wenig, der Sender sollte die Jury deutlich vergrößern, das Problem an den san-marinesischen Vorentscheiden in der Vergangenheit war selten der Vorentscheid selbst sondern welcher Beitrag zum ESC-Teilnehmer gekürt wurde. Warum hat man z.B. zusätzlich eine „Qualitätsjury“, die etwas sagen, aber nicht abstimmen darf? Jetzt aber genug gemeckert und volle Konzentration auf die Acts.
Pellegrina Pibigas – Il giorno che (Italien)
Gleich zu Anfang wird es elektronisch und rockig. Und sehr grün: die ganze Bühne erstrahlt in grünem Neon-Licht. Die beiden Bandmitglieder tragen Sturmmasken mit Katzenohren. Dem Lied fehlt etwas die Power, dafür, dass es so viele Rockanteile hat, genauso wie der Performance. Die Bühne wirkt leer. Das vermittelt eher noch das Gefühl eines Auftritts aus den Auditions. 3 Punkte zum Auftakt.
Ich bin jetzt zu RaiPlay gewechselt, weil der Ton bei YouTube so schlecht war. Da scheint der Stream nur einige Minuten weiter zu sein, jetzt fehlt mir die der Anfang von Magdalena Tul. Der Ton und die Qualität ist aber deutlich besser.
Magdalena Tul – I’ll Be Around (Polen)
Der Teil, den ich gesehen habe, überzeugt mich aber schon mehr. Magdalena hat eine tolle Stimme. Der Refrain ist recht eingängig, auch wenn er schon fast ins Schlager-artige abgleitet. Magdalena trägt ein tolles glitzerndes Kleid und hat deutlich mehr Bühnenpräsenz als die Acts vor Ihr. Da fühlt sich die Bühne nicht mehr leer an, auch wenn sie letztendlich auch nur allein dort steht. 6 Punkte.
Klem – Ok Respira (Italien)
Jetzt ist die Bühne voller: Klem tritt mit vier Tänzern auf. Der Song hat einen schöne Rhythmus, der mich mitwippen lässt. Und natürlich gibt es einen Pluspunkt für das Italienische. Das war gar nicht so schlecht – aber jetzt auch nichts mit Wow-Effekt. 6 Punkte.
Die Qualitätsjury sitzt auf keinem Sofa, sondern ziemlich „abgeschoben“ auf einem Balkon in der Ecke. Diskutiert dort aber sehr „italienisch“ voller Emotionen und mit sehr vielen Gesten. Einige Kommentatoren fühlen sich an Statler und Waldorf der Muppets Show auf dem Balkon erinnert. Und in der Tat: Genauso wirkt die Jury (auch vom Alter her), nur halt zu dritt. Diese Jury darf aber nicht abstimmen heute, sondern nur schlaue Kommentare abgeben.
Molella ft Maxè – Fever (Italien)
Ein DJ-Act. Damit ist San Marino ja nur bedingt gut gefahren im letzten Jahr. Und auch hier zeigt sich das Problem an DJ-Acts: die wirken einfach nicht live. Das Lied an sich gefällt mir jedoch. Da kann man sicher gut zu tanzen und eine markante Synthesizerspur hat es auch. 5 Punkte.
Wenn ich Simona richtig verstanden habe, ist übrigens ein Teil dieser Kollaboration (der Sänger?) aus Deutschland.
IUNA – Freedom calling (Italien)
Ganz anders geht es weiter: Gospel folgt auf DJ. Der Anfang mit deutlichem Chorgesang klang gut, dann verliert sich der Song aber. Iunas Stimme finde ich leider nicht so angenehm und nicht so zu Gospel passend, auch wenn sie singen kann. Ich glaube, ich hätte die Backgroundsängerinnern allein besser gefunden. 4 Punkte.
Paolo Belli – Bellissima (Italien)
Oh, das gefällt mir. „Bellissima“ ist ein beschwingt-flotter Song, der mir gleich gute Laune macht. Der Sänger ist ein älterer Jahrgang, aber wer weiß, vielleicht ist das ja das Jahr der älteren Italiener? Eingängig war das auf jeden Fall auch, allein als Simona Ventura das Wort „belissima“ im Kurzinterview fallen lässt, spielt der Refrain in meinem Kopf weiter. 9 Punkte.
Es folgt gleich noch ein älterer italienischer Herr: Al Bano kommt auf die Bühne. Mal sehen, wie viele Lieder er jetzt singen darf, im letzten Jahr waren die Intervall-Acts ja manchmal halbe Konzerte… Einen Blumentopf würde Al Bano wahrscheinlich beim ESC auch nicht mehr gewinnen.
Tatsächlich, die Kommentatoren haben recht: Al Bano hat genau das Gleiche wie im letzten Jahr an. Kann er sich wirklich keinen zweiten Schlips mehr leisten? Iva Zanicchi versucht jetzt Al Bano davon zu überzeugen nächstes Jahr am Festival di Sanremo teilzunehmen. Bitte nicht! Beim San Marino Song Contest (wo er ja ein Dauer- Gast-Abonnement zu haben scheint) reicht vollkommen.
Endlich, es geht weiter:
Orphy – Rise again (Tschechien)
„Rise again“ ist eine Pop-Ballade, die recht „schwedisch“ klingt. Das wirkt wie schon oft gehört, aber trotzdem nicht zu langweilig, weil der Song einen interessanten dunklen Touch hat. Orphy ist allein auf der Bühne. Da könnte man natürlich noch mehr draus machen. Ein paar gute Ansätze hatte das aber auf jeden Fall. 6 Punkte.
Andreas Habib ft AURA – All we need is love (Vereinigte Arabische Emirate / Griechenland)
Hat schon mal irgendjemand aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an irgendeinen Vorentscheid teilgenommen oder ist das eine Novität? Das Lied hat auch einen leichten orientalischen Touch. Und ist auf jeden Fall tanzbar. Mich verstört nur etwas, dass nicht so viel echt scheint an den beiden Duett-Mitgliedern. 4 Punkte.
Dolcenera – My love (Italien)
Tolle rauchig-tiefe Röhrenstimme! Und insgesamt spannende Kombination: Dolcenera steht an einem Klavier, hat aber aber ein sehr punkiges Äußeres, was man ja so auf den ersten Blick nicht miteinander verbindet. „My love“ ist im Pop-Rock-Bereich angesiedelt und solide gemacht. 8 Punkte.
MYKY – Outta tune (Italien)
Camp-Alarm. Der Beitrag scheint einer Schwulendisco am Übergang von den 70ern zu den 80ern entsprungen. Das fällt optisch auf jeden Fall auf. Vom Lied her nicht ganz so sehr, da waren die drei DJs vom Anfang besser meiner Meinung nach. 5 Punkte.
Kelly Joice – Oh la la (Frankreich)
Wir bleiben im Theme: das klingt irgendwie auch wie 70er-Jahre-Disco. Jedoch mit Moulin-Rouge-Einschlag. Und dominanter Trompete. Das ist auch recht flott. Es fällt langsam auf, das kaum was Langsames bisher dabei ist. Das Lied enthält nur sehr viele „Oh la la“s…. 4 Punkte.
Luka Basi – Chicolo (Slowenien)
Es geht flott und tanzbar weiter. Am Ende gewinnt hier noch die einzige Ballade im Feld? Luka Basi gibt den Ober-Macker. Was mich eher abstößt. Gibt es irgendeine „Chica“, die auf so jemanden stehen würde? Wahrscheinlich ist das lustig gemeint, trifft meinen Humor aber nicht. Zumindest Eingängigkeit kann man dem Titel aber nicht abstreiten. 2 Punkte.
Elettra Lamborghini ist der nächste Intervall-Act. Ob sie jetzt auch so viele Lieder singen darf wie Al Bano vorhin? Das ist jetzt vielleicht etwas gemein, aber ihr Lied passt eigentlich auch eher in den San Marino Song Contest als zu Sanremo.
Nein, sie scheint nur ihren Sanremo-Beitrag gesungen zu haben und erhält nach etwas Parlavern mit der Qualitätsjury schon einen riesigen Blumenstrauße. Da sind die Sanremo-Blumensträuße ja Sträußchen dagegen.
Anna Smith – Bruised (Schweiz)
Oh, Annas Mikro funktioniert nicht zu Anfang. Das scheint sie aber nicht so richtig zu merken und bekommt gar nicht mit, dass Simona Ventura auf die Bühne kommt, um zu unterbrechen. Versuch 2 jetzt, diesmal funktioniert das Mikro. Endlich kommt auch mal eine ganz klassische Ballade mit Klavieruntermalung, die rein durch den Abwechslungseffekt vielleicht besser wirkt, als sie eigentlich ist. Leider trägt Annas Stimme das Lied nicht richtig, mit einer Hammer-Stimme hätte das sehr gut rüber kommen können. Dafür überzeugt immerhin ihr Disney-Kleid. 6 Punkte.
Matias Ferreira – Paura (Spanien)
„Paura“ (italienisch „Angst“) ist ja in unserem Zuhause ein Running Gag. Eigentlich aber bei italienischen Songs, wo es gefühlt jeder zweite im Text enthält. Aber vielleicht sind die Spanier da noch extremer, wenn ein Spanier ein Lied mit „Paura“ als Songtitel präsentiert? Ja, ich schreibe gerade viel Nebensächliches… Was vielleicht daran liegt, dass der Song jetzt nicht so viel her gibt. Da hilft auch nicht das Wegfetzen der Kleidung mit Zeigen des durchscheinenden Unterhemds. 2 Punkte.
Rosa Chemical – Mammamì (Italien)
„Mammamì“ passt zum diesjährigen SMSC, auch das ist etwas Flotteres. Es sticht nur etwas aus der Fülle ähnlicher Beiträge heraus, weil es professioneller produziert als andere Beiträge wirkt und man Rosa Chemical Bühnenerfahrung ansieht. Ich hätte es irgendwie cool gefunden, wenn da noch ein flotter Trompeter mit auf der Bühne gestanden hätte, nicht nur Tänzerinnen. Mamas auf die Bühne zu holen scheint auch gerade Mode in Italien und den innen liegenden Zwergstaaten zu sein. Aha, die Mutti heißt Rosa und Rosa Chemical hat sich den Künstlernamen wegen ihr gegeben. Dann wäre ich Gudrun Chemical… Passt sogar, meine Mutti ist Chemikerin. Jedenfalls, 7 Punkte an Rosa Chemical.
[Video fehlt aktuell noch]
The Orchestraccia – Cara madre mia (Italien)
Es bleibt weiter flott. Diesmal etwas an Shanty erinnernd. Es steht eine ganze Band auf der Bühne, hatten wir so heute zumindest noch nicht. Die Gruppe ist wahrscheinlich sonst eher nicht auf so großen Bühnen zu Hause und wahrscheinlich wäre sie von der noch größeren ESC-Bühne ziemlich überfordert. Wertschätzen kann ich zumindest, dass es mehr in die handgemachte Richtung geht. 5 Punkte.
Senhit ft. (nicht) Boy George – Superstar (Italien – Vereinigtes Königreich)
Vorher hätte ich ja gesagt, dass Senhit nur wegen der Kollaboration mit Boy George gewonnen hätte, falls sie heute das Ticket nach Wien löst. Jetzt muss ich sagen, dass das schon zu dem besseren Beiträgen heute Abend zählt. Senhit verbreitet auf jeden Fall gute Stimmung. Boy George ist nicht live mit dabei, sondern „singt“ nur als schematische Einblendung auf dem LED-Screen. Das ist natürlich schon irgendwie schwierig, da kann die Jury ja nicht wirklich bewerten, wie das als echtes Featuring wirken würde. 7 Punkte.
Inis Neziri – In my head (Albanien)
Endlich! Eine Ballade. Und sogar eine recht gelungene. Inis hat eine tolle kräftige Stimme. Hier hätte ich mir aber noch Backgroundsängerinnen auf der Bühne gewünscht, das wirkt etwas strange, wenn die nur vom Band kommen, weil sie auch recht dominant sind. Das könnte beim ESC bei den Jurys gut ankommen. 7 Punkte.
Es geht erst mal nicht weiter mit den Beiträgen, stattdessen kommt Alessandro Baudo, der Sohn von Pippo Baudo, auf die Bühne. Pippo Baudo ist ein bekannter italienischer Moderator, der unter anderem das Sanremo-Festival geleitet hat. Und der offensichtlich auch oft bei SMRTV zu sehen war. Er ist im letzten Jahr verstorben.
Große Enttäuschung für alle (mich eingeschlossen), die gehofft haben, dass es jetzt weiter geht. Das ist nicht der Fall. Es folgt ein ernster Monolog. Da fällt mir auf, bei Sanremo gab es dieses Jahr gar keinen Monolog. Was war denn da los? Aber San Marino spring ja ein. Die vorgestellte Organisation ist eine Stiftung für Waisenkinder.
Jetzt geht es immer noch nicht weiter. Stattdessen kommt Cristiano Malgioglio auf die Bühne. Der hat wahrscheinlich das zweite Abo-Ticket nach Al Bano, der ist auch nicht zum ersten Mal beim san-marinesischen Vorentscheid zu sehen. Jetzt singt er auch noch. Ich beschwere mich nie wieder, dass Sanremo lang gehen würde, da kamen die teilnehmenden Acts im Vergleich ja Schlag auf Schlag.
Ja, ja, Sal da Vinci hat zu Recht gewonnen. Ist ja nett, dass Du Dich so für ihn einsetzt, aber langsam reicht es, Cristiano. Na gut, noch kurz die Übergabe eine Prämie, dann reicht es aber wirklich.
Ich fass es nicht, es geht weiter!
Edward Maya ft. William Imola – Balla (Rumänien – Italien)
Edward May hat auch ganz schönen Vorentscheidungsstress. Mittwoch noch in Rumänien aufgetreten, heute dann in San Marino. Der Beitrag gefällt mir besser als der aus Rumänien. Akkordeon geht immer. Der Leadsänger steht etwas angeklebt auf der Bühne. Das passt jetzt nicht so zu einer Nummer, die „Balla“ heißt. Hhm… Eigentlich war jetzt nur das Akkordeon gut, der Rest nicht. Das Lied wie alle in dem Vorentscheid flott, aber nichts besonderes. 4 Punkte.
Maya Azucena – My sin (USA)
Wer hat denn dieses Line-up zusammen gestellt? Wir sehen den zehntausendsten flotten Beitrag des Wettbewerbs. Die Sängerin sieht sehr nach 70er-Jahr-Disco aus. Das Lied ist dagegen etwas schlagerhaft. Bleibt nicht hängen. Vielleicht aber auch, weil ich nicht mehr aufnahmefähig bin. 2 Punkte.
Marco – Shine (San Marino)
Zum Abschluss der einzige Act, der aus San Marino stammt. Okay, ohne Direktnominierung hätte er es wahrscheinlich nicht geschafft. Der kann überhaupt nicht singen. Die Produktion klingt auch eher wie auf dem Keyboard drei vorgespeicherte Tonspuren abgespielt. Ich fände es ja toll, wenn San Marino mal wieder jemanden aus San Marino schicken würde. Das muss wohl doch Valentina noch mal richten… 1 Punkt.
Dieses Jahr ist die Auswahl beim San Marino Song Contest nicht gelungen. Viel zu viel in eine Richtung und nichts wirklich Starkes dabei. Was denke ich da sehnsuchtsvoll an The Rumpled, Pierdavide Carone und Tutta L’Italia zurück (das trotz schlechter Inszenierung ja als Song ein Hit ist). Von den heute vorgestellten ist wohl Dolcenera (objektiv gesehen) am besten. Auch wenn ich mehr Punkte an Paolo Belli vergeben habe, aber das ist eher mein verquerer, nicht massenkompatibler Geschmack.
Tommy Cash. Lasst uns Tommy Cash für San Marino nach Wien schicken! Eigentlich mag ich „Espresso Macchiato“ gar nicht, aber jetzt wirkt es ziemlich gut.
Tommy und Simona trinken einen Expresso Machiato zusammen. Also, doch nicht, Tommy lehnt dankend ab. Er kann ihn an mich geben, ich brauche langsam auch einen um das bis zum Schluss durchzuhalten.
Schnelli! Die Nummer mit den drei DJs ist ein schneller Grower, die finde ich auf einmal überraschend gut. Der Tscheche hätte vielleicht auch Chancen die Halbfinals in Wien zu überleben, wenn man an der Inszenierung feilt. Im Schnelldurchlauf hat mich Dolcenera jetzt nicht mehr so überzeugt, Rosa Chemical kommt da besser rüber. Der Tiefpunkt heute ist schon der Chicolo… Inis sticht mit der einzigen guten Ballade des Abends heraus. Und ich denke mittlerweile, dass Senhit gewinnt.
Mein TV wollte gerade in den Sleep-Modus gehen. Ich fühle mit Dir, Fernseher…
Bevor wir das Voting der Jury erfahren, wird erst mal ein Sonderpreis verliehen. Er geht an: Pilgrim Pibigas. Es ist ihr erster Preis überhaupt, entsprechend erfreut und überwältigt sind sie.
Noch ein anderer Sonderpreis wird verliehen, diesmal von den dreien vom Balkon. Dolcenera ist die Glückliche. Meist gewinnen die Sonderpreisgewinner nicht, oder?
Ein dritter von einer Supermarktkette gesponserter Sonderpreis wird Maya Azucena verliehen.
Noch eine Sonderprämie. Diesmal vom Casino gesponsert. Werden jetzt so lange Preise vergeben, bis jeder einen erhalten hat? Rosa Chemical wird geehrt.
Wahrscheinlich geht das jetzt wirklich so lange, bis jeder ausgezeichnet. Noch ein Spezialpreis, diesmal im Namen der SIAE (der „italienischen GEMA“). Den erhält ebenfalls Dolcenera.
Wir scheinen durch mit den Extra-Preisen. Simona Ventura erklärt, dass es diesmal keine Rangliste gibt, stattdessen werden die besten fünf aufgerufen.
Es sind:
- Kelly Joice – Oh la la (Frankreich)
- Maya Azucena – My sin (USA)
- Paolo Belli – Bellissima (Italien)
- Senhit ft. Boy George – Superstar (Italien / Vereinigtes Königreich)
- Inis Neziri – In my head (Albanien)
Teilweise sehr seltsame Auswahl meiner Ansicht nach…
Werbung ist vorbei. Jetzt kommt eine Rangliste:
- Platz 5: Maya Azucena – My sin (USA)
- Platz 4: Inis Neziri – In my head (Albanien)
- Platz 3: Paolo Belli – Bellissima (Italien)
Es entscheidet sich also zwischen Kelly Joice und Senhit. Damit sollte Senhit das im Sack haben.
Senhit (heute ohne) Boy George gewinnt den San Marino Song Contest 2026 mit „Superstar“.
Damit tritt sie zum dritten mal für den Zwergstaat an. Ob sie bald eingebürgert wird?
Jetzt darf sie natürlich noch mal ran. Damit bewahrheitet sich wirklich: Wir sehen Boy George beim ESC! Was der wohl zu seinem Glück sagt?
Damit verabschiede ich mich. Bis vielleicht morgen in Polen.
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