Israel will sich vom ESC 2024 zurückziehen, wenn der Text seines Beitrags geändert werden muss

Bild: Instagram @golaneden

Eden Golan (Aufmacherbild) soll im Mai Israel beim Eurovision Song Contest in Malmö mit dem Lied „October Rain“ vertreten. Nun hat die EBU offenbar Befürchtungen geäußert, dass der Text des Liedes nicht unpolitisch sei, wie es das Reglement vorsieht, und deshalb geändert werden müsse. Die israelische Rundfunkstation hat Änderungen am Lied und seinem Text hingegen ausgeschlossen. Eher wolle man sich vom ESC zurückziehen.

Die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest ist in diesem Jahr ein ständig wiederkehrendes Diskussionsthema. Der Grund hierfür ist das anhaltende militärische Agieren Israels im Gaza-Streifen nach der Terrorattacke der Hamas auf das Land am 7. Oktober, bei dem mehr als 1.000 Menschen getötet wurden. Gerade erst heute hat sich die frisch gekürte dänische ESC-Vertreterin in Malmö, Saba, in einem Instagram-Post erklärt, warum sie am Event teilnehmen wolle, auch wenn Israel dabei wäre.

Vor einer Woche hatte die EBU noch einmal bestätigt, dass Israel nicht wegen der Militäraktionen im Gazastreifen vom ESC ausgeschlossen werden wird, da der teilnehmende Rundfunksender regierungsfern sei und ansonsten alle Anforderungen für eine Teilnahme erfülle.

Nun kommen jedoch andere Signale von der EBU, die die Teilnahme Israels fraglich erscheinen lassen: Demnach habe man den Text des für Malmö gemeldeten Beitrags „October Rain“ geprüft und festgestellt, dass dieser politische Aussagen enthalte. Sollten diese nicht geändert werden, würde Israel vom ESC ausgeschlossen werden müssen. Wie ynet meldet, soll es nun aber einen Beschluss des israelischen Rundfunks geben: „Wir werden weder den Text noch das Lied ändern, auch nicht um den Preis, dass Israel dieses Jahr nicht am Eurovision Song Contest teilnimmt.“

Wie EurovisionFun unter Berufung auf ynet berichtet, ist es nicht ungewöhnlich, dass Israel gebeten wird, seine Beiträge vor der Veröffentlichung bei der EBU einzureichen. Diese Regelung scheint seit einigen Jahren zwischen EBU und dem israelischen Rundfunk vereinbart worden zu sein. Bei dieser Prüfung ist nun also die politische Aussage im Liedtext aufgefallen. Weiterhin heißt es dort, dass sich das israelische Fernsehen und die EBU in einem Austausch zur Causa befänden.

Die Fronten verhärten sich nun also zunehmend. Zwar hatte die EBU in der letzten Woche eine große Geste in Richtung Israel gesendet mit der Aussage, dass das Land teilnehmen könne. Israel selbst scheint jetzt aber auf seiner Seite den Konflikt zu befeuern und riskiert damit letztlich doch die ESC-Teilnahme. Das wäre – so schlimm es klingt – sicher keine Lösung im Sinne des ESC-Mottos „United by Music“. Allerdings könnten alle Beteiligten ihr Gesicht wahren, wenn sich Israel zurückzöge. Nicht zuletzt die Veranstalter in Malmö müssten sich dann auch etwas geringere Sorgen um die Sicherheit aller ESC-Beteiligten machen.

Wir bitten Euch, von polarisierenden Kommentaren zu diesem Thema Abstand zu nehmen und die Netiquette zu wahren.



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Tamara
Mitglied
Tamara
2 Jahre zuvor

Bitte alle nochmal Douzes letzten Satz im Artikel lesen und beherzigen. Merci. Die Situation ist ohnehin schlimm genug, und einfaches schwarz-weiß greift hier leider in beide Richtungen nicht.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor

Übrigens sollte man im Artikel noch m.E. noch ergänzen, dass sich die Songschreiber untereinander beharken und noch gar nicht sicher ist, ob der Song „October Rain“ deshalb überhaupt im Wettbewerb bleibt.

Dietmar Werner
Dietmar Werner
2 Jahre zuvor

Wie soll man da noch die Fassung bewahren bei solch einer Meldung?

Lieber Boykott des ESC als Text ändern!

ESC is lost!

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor
Reply to  Dietmar Werner

Zu 100% ja!!!!

Nelis
Nelis
2 Jahre zuvor

Es gab schon viel früher (z.B. in den 70ern) politische Texte beim ESC. Ich finde da auch nix verwerfliches dran.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Nelis

Greichenlands allererster Beitrag drehte sich komplett um die Invasion der Türkei auf Zypern und es wurde u.a. von Napalm und Flüchtlingszelten gesungen… Um nur ein Beispiel zu nennen.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  Christian W

Ach, krass. Davon lese ich zum ersten Mal.

Ulrich
Ulrich
2 Jahre zuvor
Reply to  Christian W

Nee, das war die zweite Teilnahme 1976 (Panaghia mou). Die erste war 1974 mit einem harmlosen Liedchen über Wein, das Meer und den Boyfriend (Krasi, Thalasa kai t’agori mou)

Haraldur
Haraldur
2 Jahre zuvor

Es wäre eine elegante Lösung, ich fände es aber trotzdem sehr schade. Der ESC sollte die Menschen zusammenführen, dazu passen Boykott oder Rückzug nicht.

Jana Yael
Jana Yael
2 Jahre zuvor

Das Gesicht wahren, wenn Israel sich zurückzieht. 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤮🤮🤮🤮

Immanuel
Immanuel
2 Jahre zuvor

Die Teilnehmer beim ESC sollten demokratisch sein und das Völkerrecht achten. Terror mit dem platt machen von Städten zu beantworten sowie ein beispielloses Besatzungsregime seit zwei Generationen zu führen gehört nicht dazu. Solange soll Israel ausgeschlossen bleiben bis sie ihre Hausaufgaben gemacht haben.

ESC1994
ESC1994
2 Jahre zuvor
Reply to  Immanuel

Was sind dass eigentlich für komische Leute die immer nur unter den Israel-Artikeln hervorkommen??

Trust
Trust
2 Jahre zuvor
Reply to  ESC1994

Leute mir Integrität und Moral.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Trust

Wo ist denn bei Antisemitismus die Integrität und die Moral?

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  Trust

Lustig, wie du „Antisemiten“ schreibst.

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor
Reply to  Immanuel

Und Mord, Vergewaltigung, Entführung und Hundeschlachten? Statt Aufbau von Infrastruktur ein Tunnelsystem !! Systematische Erziehung zum Terror an Schulen durch UNRWA und die EU finanziert dies auch noch? Die ganze Welt fällt auf die hamaSS-Lügen herein!! Geht’s noch?!!!

Peace
Peace
2 Jahre zuvor
Reply to  Andreas

Nun man sollte fair genug bleiben, das die extremistische Erziehung auf beiden Seiten geschieht. Hass wird auf beiden Seiten geschürt. Mit dem Unterschied, daß die einen als Besatzer fungieren, die anderen das Gefühl haben man habe Ihnen alles genommen. Bei einem Konflikt gibt es immer zwei Seiten, und es ist nie einer Schuld daran. Vielleicht sollte man etwas mehr über den Tellerrand schauen, bevor man einseitige Propaganda nachplappert. Peace für beide Seiten, und Extremisten auf beiden Seiten solle der Kampf angesagt werden.

undeuxtrois
undeuxtrois
2 Jahre zuvor

Ey sham

Bonello
Bonello
2 Jahre zuvor

Wir werden in den kommenden Tagen/Wochen die Meldung lesen, dass Israel nicht am ESC teilnehmen wird. Das lässt sich klar an den Ankündigungen herauslesen.

Thomas2000
Thomas2000
2 Jahre zuvor

Es kann doch bitte nicht so schwer sein,ein paar Wörter gemäß Ebu Regeln abzuändern.

Was bezweckt der israelische Sender wirklich?

Last edited 2 Jahre zuvor by Thomas2000
Matty
Matty
2 Jahre zuvor

Da es hier um Songtexte geht: es gibt Neuigkeiten aus Estland! Estoni Kohver von der Gruppe 5Miinust hat in einem Interview mit dem Sender Raadio 2 verkündet, daß am Songtext des ESC-Wettbewerbsbeitrages etwas geändert wird:

https://eurovoix.com/2024/02/21/estonia-eurovision-2024-lyric-change/

Genauer gesagt geht es um das Wort „Lay’s“, bei dem es sich um eine bekannte internationale Kartoffelchipsmarke handelt.

Trust
Trust
2 Jahre zuvor

Das wäre das klügste was KAN und EBU machen könnten. Israel kann momentan einfach nicht am Eurovision teilnehmen. Das Blatt wendet sich, Kritik wird immer lauter. Da tut einem schon fast die Künstlerin leid, ähnlich wie die russischen Zwillinge damals. Ein Jahr aussetzen, nächstes Jahr mit einem unpolitischen Song wieder teilnehmen und gut ist. Wir brauchen auch Abstand von dem Krieg

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor
Reply to  Trust

Die BIG 5 sollten boykottieren!!!

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor
Reply to  Andreas

Die BIG 5 sollten ebenfalls nicht teilnehmen!!!

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Trust

Warum sollte man denn dem Hamas-Terror und seinen Helfern nachgeben? das hat mir noch niemand erklärt. und natürlich kann Israel teilnehmen. Ihr könntet ja eure billige Hetze einstellen und euch stattdessen mal damit beschäftigen, irgendwas gegen die Hamas zu unternehmen, die an all dem schuld ist. Hupsi.

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor

Dann schlage ich vor, zumindest Deutschland zieht sich zurück oder die BIG 5 ziehen sich gemeinsam zurück!!!!

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  Andreas

Ich schlage vor, die sogenannten „Fans“, die den Ausschluss anderer Länder fordern, sollten sich zurück ziehen. Aber ganz schnell …!

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

+1

Nicolas
Nicolas
2 Jahre zuvor

Zu dämlich in der Situation nicht noch eine offensichtlich billige Propagandaballade zu schicken… Wen wunderts

Last edited 2 Jahre zuvor by Nicolas
Rainer Knuth
Rainer Knuth
2 Jahre zuvor

Denke das wird mein einziger Post zu diesem Thema. Könnte auch sein das ich mit meiner Meinung einigen vor dem Kopf stoße.

Meine Meinung ist: der ESC Veranstalter stellt Regeln auf die für alle Teilnehmer gleichermaßen gelten. Verstößt ein Teilnehmer gegen irgendeine Regel und im „Katalog“ zu diesem Verstoß steht als Strafe der Ausschluss des Teilnehmers , dann sollte sich daran auch gehalten werden. Natürlich sollte alles rechtmäßig und mit Fristen und Einspruch usw geschehen nur irgendwann sollte das Endergebnis dann wirklich stehen das alle Bescheid wissen.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor

Wenn ich einige Kommentare hier sehe, tun mir die Blogger echt leid. Die investieren viel Zeit, und dann wird hier so viel Unsinn (verwende bewusst kein härteres Wort …) gepostet. Andererseits generiert das natürlich Traffic auf ESCK, aber persönlich hätte ich lieber weniger Traffic als Kommentare, die die Lebensqualität aller vernünftigen Leser und Leserinnen beschädigen.

Irina
Irina
2 Jahre zuvor

Das Wort“Oktober “ kommt jetzt für Israel nicht in Frage und darf nicht erwähnen werden?))) Wieso wundert mich der antisemitische Zynismus gar nicht.

Robyyn
Robyyn
2 Jahre zuvor

Die Sängerin hat sich nach einem durch Israel illegal besetzten Teil von Palästina benannt (den Golan Heights) , alleine das ist schon eine stark politische Äußerung und zeigt das Israel den Esc nur als Propaganda-Vehikel benutzen möchte

Rantanplanlos
Rantanplanlos
2 Jahre zuvor
Reply to  Robyyn

Erstens sind die Golanhöhen völkerrechtlich ein Teil Syriens, zweitens hat sich die Sängerin nicht selbst so genannt sondern ihre Eltern, bzw. Familienname ist halt Familienname. Drittens ist sehr wohl klar ersichtlich, dass Israel grundsätzlich mit vielen Werten des Esc d’accord geht. „Propaganda“ ist sowieso schwer nachzuweisen, siehe bspw die erwähnte Gagarina und Russland. Und sollte eine politische Botschaft nicht abgeändert werden wird darauf ja auch reagiert.

Rike
Rike
2 Jahre zuvor
Reply to  Robyyn

Der NachnameGolan ist im hebräischen Sprachraum üblich und hat seine Wurzeln in der jüdischen Kultur. Es kommt aus dem Wort “golan”, was übersetzt “Eroberer” oder auch “Eroberer” bedeutet. Golan ist eine sonderbare Art des Nachnamens, da er nicht direkt auf eine professionelle Familie zurückgeht.
Einfach mal googeln, bevor man etwas behauptet😉

Thomas O.
Thomas O.
2 Jahre zuvor

Eden Golan wird bezüglich einer Textänderung nicht gefragt?

Mir tut in diesem Konflikt an erster Stelle die Künstlerin leid auf deren Rücken das jetzt ausgetragen wird.

Textänderungen aus unterschiedlichsten Gründen (Politik/Werbung/anstößige Sprache etc.) sind jetzt wirklich nichts ungewöhnliches beim ESC

Malzahn
Malzahn
2 Jahre zuvor

Ich würde sagen: der Grund über die Diskussion eines Ausschluss Israels ist in dem Post falsch dargestellt. Der Wunsch nach Ausschluss basiert nicht auf einer Terror-Attacke gegen Israel, sondern Israels vollkommen inakzeptabler Reaktion inkl Völkermord.

Marina
Marina
2 Jahre zuvor

Die erste gute Entscheidung von Israel. Politik hat beim ESC nix zu suchen.