Kein Juryvoting in den Halbfinals, „Rest der Welt“-Televoting: Neuerungen beim Abstimmungsverfahren für den ESC 2023

Es ist die wohl größte Änderung der Abstimmungsregeln des Eurovision Song Contests der vergangenen Jahre. In der heute Mittag veröffentlichten Mitteilung gab die European Broadcasting Union (EBU) zahlreiche Änderungen für das Voting der beiden Halbfinalshows und dem Finale bekannt, nachdem diese heute Vormittag von der Reference Group, dem obersten Entscheidungsgremium des ESC, beschlossen worden waren. Diese Änderungen greifen bereits für den Wettbewerb im Mai 2023 in Liverpool.

Konkret geht es um drei Neuerungen, die zum ESC 2023 umgesetzt werden.

Die erste Änderung betrifft das Voting in den beiden Halbfinals. Bislang setzte sich dieses gleichermaßen aus Jury- und Publikumsvoting zusammen, die somit jeweils zur Hälfte darüber entschieden, welche zehn Länder bzw. Beiträge in das Finale einziehen. Dies wird sich im kommenden Jahr ändern: In den Halbfinals werden ab sofort nur noch die Zuschauerinnen und Zuschauer abstimmen, das Juryvoting entfällt also komplett. Seit 2009 war dies noch bis zum Wettbewerb in Turin in diesem Jahr der Fall.

Gänzlich entfallen die Juries allerdings nicht. Im Finale wird weiterhin auf sie gesetzt, sodass dort weiterhin eine Hälfte des Endergebnisses von den Juries der Teilnehmerländer und die andere Hälfte über das Televoting vergeben wird. Damit wird auch das Schema der Punktevergabe beibehalten: Die Spokespersons werden Land für Land abgeklappert und geben die Juryergebnisse ihres Landes bekannt. Danach folgt in einer Sequenz die Bekanntgabe der Publikumsstimmen, wobei mit dem Land begonnen wird, das im Juryvoting auf dem letzten Platz gelandet ist, ehe dann am Ende der Gewinneract feststeht.

Eine weitere Neuerung: Erstmals werden auch Personen, die nicht aus den Teilnehmerländern stammen, abstimmen können. Ihre Stimmen werden gebündelt als „Rest of the world“-Vote und vergleichbar mit der Einzelwertung eines Landes im Televoting hinzugefügt. Dies greift sowohl in den Halbfinals als auch im Finale. Das Abstimmungsverfahren soll über eine sichere Onlineplattform mithilfe von Kreditkartendaten durchgeführt werden.

Zu den Neuerungen des Abstimmungsverfahren beim ESC sagt EBU Executive Supervisor Martin Österdahl:

„In seiner 67-jährigen Geschichte hat sich der Eurovision Song Contest ständig weiterentwickelt, um relevant und spannend zu bleiben. Diese Änderungen würdigen die immense Popularität der Show, indem sie dem Publikum des größten Live-Musik-Events der Welt mehr Macht verleihen. Im Jahr 2023 werden nur die Zuschauer des Eurovision Song Contest entscheiden, welche Länder es ins große Finale schaffen, und angesichts der globalen Auswirkungen der Veranstaltung kann jeder, der die Show verfolgt, unabhängig davon, wo auf der Welt er lebt, seine Stimme für seinen Lieblingssong abgeben. Durch die Einbeziehung von Jurys aus Musikprofis in die Entscheidung über das Endergebnis können alle Songs des Großen Finales nach möglichst breiten Kriterien bewertet werden. Wir können auch die Tradition beibehalten, durch Europa und Australien zu reisen, um Punkte zu sammeln und eine spannende Abstimmungssequenz zu gewährleisten, bei der der Gewinner erst ganz am Ende der Show bekannt gegeben wird.“

Wären diese Änderungen bereits für den ESC 2022 inkraft getreten, hätte sich das Teilnehmerfeld im Finale leicht unterschieden: Aus dem ersten Halbfinale wäre Ronela Hajati für Albanien weitergekommen, während Marius Bear für die Schweiz auf der Strecke geblieben wäre. Im zweiten Halbfinale wiederum hätte sich Andromache aus Zypern über den Finaleinzug freuen dürfen, während die Reise für Nadir Rustamli aus Aserbaidschan im Halbfinale beendet gewesen wäre.

Wie bewertet Ihr die Neuerungen des Abstimmungsverfahrens? Hätten die Jurys gänzlich aus dem Wettbewerb genommen werden sollen, oder erachtet Ihr die Unterscheidung zwischen Halbfinals und Finale als sinnvoll? Welche Auswirkungen wird die Hinzunahme des „Rest of the world“-Votings auf den ESC insgesamt haben? Schreibt uns gerne Eure Meinung in die Kommentare!


172 Kommentare

  1. Ich finde es gut. Es kam schon öfters vor, dass Lieder durch die Jury nicht ins Finale kamen und der Aufschrei gross war.

    Klar wird ein 10. Platzierter im Semi auch im Finale nichts reissen, aber immerhin sind sie dabei.

    Rest of the World scheint mir ein Versuch zu sein andere Länder an den ESC zu binden. Da ich aber sehe, dass diese Votes zusammengezählt und wie ein einziges Land zählen, wird der Einfluss nicht grosss sein. Und wenn, dann zu Gunsten der Zuschauer und nicht Jurys.

    • Das ist auch schon anders herum oft passiert und der Aufschrei war groß. Jeder maltesische Beitrag, der im Halbfinale rausflog, hat das den Zuschauern zu verdanken.

  2. Interessante Änderung, die ich erstmal neutral betrachten möchte, aber mir anders gewünscht hätte. Viel lieber hätte ich Änderungen bei der Jury gesehen und sie dafür für alle Shows behalten, wie Erweiterung der Mitgliederzahl, eine vorgeschriebene Diversifizierung der Expertise der Jury und vor allem bessere Korruptionsprävention. Ich finde es auch schade, dass die Jury in ihrer alten Art jetzt fürs Finale einfach so bestehen bleibt. Aaaaber, warten wir ab, was das reine Televoting so mit sich bringen wird. Lasse mich gern davon überzeugen, dass das eine gute Idee ist.

    Die ROTW-Änderung finde ich spannend, muss aber „richtig“ gemacht werden und so ganz kann ich mir das noch nicht vorstellen. Freue mich auf weitere Informationen dazu.

  3. Der Aufschrei wird groß falls das „Rest of the world“ voting am Ende den Sieg eines Landes verhindert das die Teilnehmer auserkoren hatten !

    • Das kann passieren wird aber vermutlich nur den wenigsten auffallen, da ja das nicht extra verkündet wird und man so erst mal rechnen muss wie das Ergebnis ohne das ROW Voting wäre.

      • Naja, 22 sind es schon, möglicherweise 12 beim einen Teilnehmer verhindert + 10 für einen anderen vergeben.

      • Du hast schon gesehen, dass die auch in den Semis mitstimmen dürfen, oder? Da war es des öfteren schon sehr knapp, zuletzt 2021 im ersten Semi (TIX hatte fünf Punkte mehr als Albina). Im Finale gab es das seit 2003 nicht mehr, aber die Halbfinals sind hier der kritische Punkt.

  4. ich finde das total daneben,insbesondere weil die saison ja schon angefangen hat und bei reinen televoting im semi sich (langfristig) die musikalische ausrichtung diverser länder ändern wird.
    das geht klar zu lasten von etwas ernsthafterer musik und ist ein plus für alles aus dem „keiinouniversum“.
    und wenn ich sowas dann schon mache dann bitteschön auch für das finale!
    da sind die länder,welche im prinzip schon die acts für ihre vorausscheidung schon festgelegt haben,jetzt doch ordentlich in den hintern gekniffen.
    und eine kreditkartenabfrage für ein onlinevoting?
    plem-plem!
    EBU – EU ect. kannste alle in der pfeife rauchen!

      • ich hätte ja auch tiktok… schreiben können – beides schwer zu verdauen.

      • In der Tat – bei KEIINO bekomme auch ich ganz schlimme Zustände….Für mich ein Arguemnt, daß im Finale die Juries durchaus ihre Berechtigung haben.

    • Hm, natürlich könnte das sein, aber ich habe schon das Gefühl, dass sich die musikalische Qualität des ESC die letzten Jahre durchaus verbessert hat, man müsste nun mal nachrechnen, ob das alleine an den Juroren liegt.
      Ich vermute eher, dass der ESC einfach als weltweites Pop-Erreignis wahrgenommen wird, das dann auch für Künster interessant ist. die vor 15 Jahre das Ganze noch belächelt haben.
      Aber klar, ich finde es auch schade, dass mein fast jährlicher Favorit Georgien immer rausfliegt, obwohl das immer tolle Musik war, aber eben nichts für die Masse.

    • Als wenn normale Leute das nicht bewerten könnten. Und wieviele Jurys bewerten das denn ehrlich. Bei dem Jurys ist genauso persönlicher Geschmack dabei

      • Können und tun sind aber zwei komplett unterschiedliche sachen. Die jury ist doch explizit dazu da, die stimmen und die kompositionen zu bewerten, was sie meiner meinung nach auch ziemlich gut gemacht haben die letzten jahren.

      • Für mich ist der Wegfall der Semi-Juries ein extrem smarter Move, um ungewollte Kollaborationen so wie dieses Jahr zu verhindern. Im Finale ist der Anreiz dafür ohnehin geringer, weil dies dann kurzfristiger wäre und 50-60 „abgesprochene“ Punkte einem im Finale auch nicht in die Top 10 bringen.
        Außerdem ist gerade Aserbaidschan dieses Jahr für mich ein gutes Beispiel für einen Song, den die Juries unverdient ins Finale gehieft haben.

        Die Rest of the world Abstimmung ist ein nettes Feature, was bei 76 parallelen Votings aber auch wenig relevant ist. Als Zeichen an „die Welt da draußen“ aber natürlich nett.
        Wenn die Reference-Group in der Kreditkarten-Überprüfung den einzigen Weg sieht, um die Fairness zu wahren glaube ich dies mangels besseren Wissens einfach mal.

    • War er das jemals? Es geht doch immer um das Gesamtpaket aus Stimme, Musik, Text und Auftritt. Ein gutes Lied, charismatisch vorgetragen kann auch mit durchschnittlichem Gesang zünden.

  5. Das ist einerseits richtig gut , global Voting👍, andererseits muss man abwarten was für ne Wirkung das im Finale hat wenn die Jurys nur im Finale abstimmen. (Publikumslieblinge im Halbfinale könnten im Finale runtergevotet werden von der Jury) könnte aber auch spannender werden. Ich bin auch gespannt wie sich das auf die auswirkt die schon im Finale sind

    • Keine Wirkung? Zumindest im Vergleich zu vorher. Diskrepanzen zwischen Jury und Publikumslieblingen gibt es jetzt auch schon. Das einzige, was sich ändert ist doch nur, dass ca. 1 Finalqualifikant pro Semi anders wäre als mit 50/50-Wertung. Dass diese im Finale dann mehr Publikums- als Jury-Stimmen bekommen, klar. Aber wir werden nie erfahren, welche Acts das gewesen wären. Denn wie gesagt, Unterschiede gab es immer schon.

  6. Das mit dem ROTW habe ich noch nicht ganz verstanden. Wie viel Stimmkraft haben sie? Wie ein zusätzliches Land (also bis zu 24 Punkte) oder nur wie das Televoting eines Landes (also bis zu 12 Punkte)?

  7. Rest of the world finde ich gut; dort werden zweifellos mehr Leute abstimmen, als in einigen Teilnehmerländern.Nachteil, ist natürlich leicht, für zB Azerbaijan zu manipulieren.
    Keine Juries im Semi – finde ich jetzt nicht so gut, Potenzial für mehr billige Showeffekte statt Song im Finale. Wäre sicher nicht so gemacht worden, wenn Russland und mehr ex-YU Staaten dabei wären.

  8. Ich weiß nicht was ich von diesem Welt-Voting halten soll, finde es allerdings gut dass die Jurys jetzt keine Songs mehr ins Finale pushen können die im Televoting völlig durchfallen wie dieses Jahr Aserbaidschan.

  9. Rest of fhe world voting find ich ne tolle Idee, so können auch Zuschauer aus Ländern noch mitmachen, wie Ungarn, Bulgarien. Luxemburg, Monaco !!!!, die keine Wettbewerbsbeiträge
    mehr schicken.

    • Vermutlich werden besonders ehemalige Teilnehmerländer wie die Türkei mitmachen, bei Russland wird das schon schwierig wegen der Kreditkarten.

  10. Irgendwann werden an den Universitäten im Studiengang Musikwissenschaft Doktorarbeiten zum Thema „Schleichende Abqualifizierung beim dem ESC und dem Festival di Sanremo. Historische, gegenwärtige und zukünftige qualitative Standortbestimmungen beider Wettbewerbe im Vergleich“.

    Der ESC könnte im Gegensatz zum Festival di Sanremo in der Executive Summary nicht wirklich gut dabei wegkommen, wenn das so weiter geht. 😭

    Juryvotings mit kompetenten Personen besetzt haben ihren Sinn und sind deswegen unverzichtbar (nach meiner Meinung) !

  11. Wenn ich mir anschaue was die Zuschauer in den letzten Jahren so alles ins Finale gewählt hätte und die Jurys (zum Glück) durch bessere Songs ersetzt hat, wird mir richtig schlecht bei einer solchen Nachricht. Der ESC selbst ist die letzte Zeit einfach nicht mehr das was er mal war…. Mir geht die Freude daran immer mehr verloren. Mir reichen die Vorentscheidungen komplett aus die letzten Jahre.
    Rückblickend muss ich sogar sagen, ich bin froh dass 2020 ausgefallen ist. Dass man die Songs mal genießen konnte, ohne sie am Ende in einen Wettbewerb zu stellen, war überraschend angenehm. Sorry, aber leider meine Meinung zur Zeit…

  12. Die Melloisierung des ESC schreitet voran. Mal sehen, wann man auf vier Halbfinals aufstockt und eine Zweite-Chance-Runde einführt…
    Aber im Ernst: Auch wenn ich das Melodifestivalen sehr mag, sehe ich 100 Prozent Televoting im Halbfinale kritisch. Wenn es blöd läuft, führt das zu einer Welle von Spaßbeiträgen, weil die Länder nur noch irgendwie ins Finale kommen wollen.
    Die musikalische Qualität beim ESC hat in den vergangenen Jahren so stark zugenommen, und das lag meines Erachtens zum großen Teil am 50/50-Votingsystem. Schade, dass man diese positive Entwicklung jetzt aufs Spiel setzt.

      • Für mich einer der schlimmsten ESCs überhaupt, siehe Russland, Spanien, Lettland, Irland, Schweiz, Griechenland, Deutschland..

      • 2008 war für mich ein durchwachsener Jahrgang. Am besten haben mir Serbien, Norwegen, die Türkei, San Marino, Island und Portugal gefallen. Die Schweiz hatte eigentlich einen schönen Song, aber die Stimme des Sängers klang mir zu gepreßt, fand ich irgendwie unangenehm. Lettland fand ich audio sogar ganz witzig, aber live war das gar nichts.
        Ganz schlimm fand ich den Sieger und Griechenland, auch die Ukraine hat mich nicht begeistern können, fand ich irgendwie zu abgehackt, wirkte fast ein bißchen. Weitere Schrecklichkeiten für mich Estland, Spanien, Deutschland und Irland. Der Rest war eher … na ja nicht der Rede wert.

      • So, ich zieh mal Boxhandschuhe an und haue den Pinguin. Schweiz 2008 ist bei mir ganz ganz GANZ weit oben im persönlichen Ranking! Was erlauben Pinguin? (Und natürlich ist dann vielleicht nachvollziehbar, dass 2008 für mich DAS große ESC-Trauma war. Das Finale hat mich nur noch marginal interessiert und ging ja auch im Endeffekt denkbar desaströs aus.)

        Sixtus? Schläft. Ich konnte zwischendrin nicht mehr aus Gründen, die hier nix zu suchen haben, deshalb leider dieses Jahr wieder keine Nachlese. Ich war auch zwischendrin ernsthaft versucht aufzuhören. Aber jetzt lassen wir es erstmal weiter laufen. Werden sehen, was die Zeit bringt. 2022 ist halt einfach kein gutes Jahr.

    • @tomudu

      Gut, das könnte natürlich sein dass sowas passiert, also Länder nur so „Klamauk“ schicken. Andererseits glaube ich irgendwie nicht dass solche Songs noch großartig ziehen.

      Wir müssen wohl einfach abwarten.

      • Das ist dann zumindest massentauglicher „Klamauk“ und hat somit zumindest irgendwie seine Berechtigung. Kreisiraadio und Dustin the Turkey sind dagegen zu Recht untergangen. Selbst mit Televoting. Sitzen ja nicht nur Trolle vor dem Bildschirm. 😉

      • @togravus ceterum

        Na danke, diese Nummern hatte ich erfolgreich verdrängt und jetzt hocke ich vor- und zurückwippend in der Ecke. 😉

      • Glaube eigentlich auch, dass die Zeit der „Klamauk“-Beiträge vorbei ist.
        Ach, na ja, ich bin da eher zwiegespalten, mal der Meinung der Televoter, mal die der Jurys. Mir hätte es z. B. sehr leid getan, wenn „The Wrong Place“ 2021 durch das Televoting ausgeschieden wäre. Gibt bestimmt noch mehr Beispiele, dass vermeintlich unscheinbare Acts das Nachsehen gehabt hätten. Andererseits haben wir den Jurys dieses Jahr den Beitrag Aserbaidschans im Finale zu „verdanken“. Die Juries haben ja auch Griechenland 2018 nach Hause geschickt, bin ich ihnen heute noch böse🙁 Das war der beste griechische Beitrag seit 2010, und ausgerechnet der ist ausgeschieden…

  13. Das haben die korrupten Jurys ja super hinbekommen … *Sarkasmus aus*
    Vielen Dank, Griechenland, Moldau, Bulgarien und alle Skandinavier. (Und jetzt kommt mir bitte nicht mit den Ex-Yugos … dort ist das Televoting das Problem, nicht die Jurys, die ihre Top-Punkte häufig in weit entfernte Gefilde senden).

  14. Nachdem wir dieses Jahr „dank“ der Jurys Aserbaidschan und Schweiz im Finale ertragen mussten, finde ich die Änderung großartig und überfällig. Ich bin immer noch der Meinung, dass bei einer Fernsehshow auftreten sollte, wer den Zuschauern und nicht der Jury gefällt. Auch in Sachen Korruption mag diese Änderung helfen, ist es doch schwerer im Vorfeld Koalitionen zu bilden, wenn man noch gar nicht weiß, ob im Finale für alle Verschwörer überhaupt abgestimmt werden kann.

    ROTW kann man machen, ist für die weltweite Vermarktung nicht verkehrt und diese globalere Ausrichtung mag auch Künstler bewegen, sich für den ESC zu bewerben. Kritisch ist natürlich der Termin der Entscheidung, da bei vielen Sendern die Planungen schon recht weit fortgeschritten sind.

  15. Schön, dass wenigstens im Finale die Juries bleiben. So bekommen nach wie vor Kandidaten wie Tamara Todevska vor dreieinhalb Jahren, was sie verdienen. Ich habe die Juries lange nicht gemocht, aber bei einem reinen Televoting gibt es halt nun einmal unfaire Vorteile für einige Länder wie die Diasporas, da weiß man die Juroren zu schätzen. Und gerade in diesem Jahr bewahrte uns die Verkündung der Jurystimmen vor der vermutlich langweiligsten Punktevergabe der ESC-Geschichte.

    • Dafür wäre 2011 das Rennen um den Sieg zwischen Schweden und Aserbaidschan ohne Jurys superspannend gewesen. Man ist also jetzt quitt. 😉

  16. Ein, aus meiner Sicht, wichtiger Schritt dahingehend die Jurys komplett abzuschaffen, also auch im Finale, denn -wie ich es bereits schon so oft geschrieben habe- ist das Voting durch die Jurys nicht fairer geworden, sondern eher das Gegenteil davon!

    Auch das „Rest of the World“-Voting finde ich sehr interessant. Als zusätzliches „Land“ könnte es hier natürlich vor allem bei knappen Entscheidungen ihren Einfluss haben. Mal schauen ob für dieses „Rest of the World“-Voting dann auch wieder die „Tally“-Votingplattform von Digame verwendet wird. Sie wurde ja bereits dieses Jahr in Australien verwendet, denn hier darf das Publikum beim ESC ja bereits online voten. Außerdem wurden für die „Radio-Online-Votings“ von unserem deutschen Vorentscheid in diesem Jahr „Tally“ verwendet und auch beim tschechischen Vorentscheid wurde sie verwendet.

    Jetzt bin ich beim JuniorESC gespannt, ob die „Steering Group“ (so heißt die „Reference Group“ beim JESC) auch hier eine Neuigkeit bezüglich des Votings hat. Am liebsten wäre mir hier erstmal eine Änderung dahingehend, dass man sich beim Online-Voting -übrigens ebenfalls über die „Tally“-Votingplattform- auch hier irgendwie verifizieren muss. Natürlich nicht per Kreditkarte, sondern über E-Mail und/oder Handynummer. Hiermit könnte man Powervoting sehr stark schon mal einschränken.
    Aber auch und vor allem beim JESC hätte ich gerne die Abschaffung der Jury! Sogar noch mehr als wie beim ESC, denn hier gibt es weniger Teilnehmerländer und somit hat die Jury eines Landes dann doch mehr Einfluss.

  17. Ich finde, das sind alles drei gute Ideen! Innovationen gehören nun mal zum Leben dazu. Jegliche Veränderungen sind für ESC-Fans aber immer sehr schwer zu verkraften… Drama, Baby, Drama!

    • Ich lese ja immer von drei Änderungen, auch im Text. Ich finde aber nur zwei: Keine Juries in den Halbfinals und Restoftheworldpunkte. Die vermeintliche und nur scheinbare Dritte ist aber doch, dass im Finale die Juries – wie vorher auch – mit dabei sind…

  18. Wenigstens hat man nicht schon die Ukraine zum automatischen Sieger erklärt.

    ROTW – egal, ein Land mehr.
    Keine Jurys im Semi – na ja, macht keinen großen Unterschied, unterstützt aber die Diaspora-Votes

    Die Zuschauer wählen im Großen und Ganzen ganz in Ordnung, und Länder, die jedes Jahr jetzt absolut massenkompatible Lieder schicken werden, man denke nur an die Armada von weißgekleideten Tanznummern aus 2021, werden eh abgestraft, weil es langweilt.

    Ich wiederhole meinen ersten Punkt:
    Wenigstens wurde die Ukraine nicht schon automatisch zum Sieger 2023 erklärt.

  19. @ 4porcelli,
    2008 ist ein seltsamer Jahrgang. Da gab es all den Schrott, den Du erwähnst, dann aber eben auch eine Reihe von Meisterwerken: TUR (mMn der beste ESC-Rocksong jemals …), SMR (wie konnte diese tolle Rockballade nur den letzten Platz belegen?), SRB, PRT, ISR, ISL, ALB … Und persönlich mag aich auch MKD, UKR und ARM (fliegt, Brüste, fliegt!) sehr gerne.

    • Mir gefielen 2008 eigentlich nur Israel und Azerbaijan wirklich, mit Abstrichen Portugal und Island. Armenien hätte mir von der Papierform her eigenlich gefallen sollen, war mir dann doch aber ein wenig hektisch.

      • Was gefiel Dir nicht an „Deli“? Das ist mMn eines der ganz großen ESC Meisterwerke und bekam, weil Rock (und kein Schlagerrock wie Lordi), natürlich viel zu wenig Punkte. AZE08 gehört für mein Dafürhalten zu den 20 schlimmsten Acts, die wir beim ESC je ertragen musste. Das ist doch nur unstrukturiertes um die Wette Schreien? Oder sehe/höre ich da was nicht?

      • LOL ich bin tatsächlich der einzige Mensch, den ich kenne, der Day after day mag. Deli hab ich überhaupt nicht in Erinnerung, also ist es wohl an mir vorbeigegangen. Allgemein gefallen mir immer so 4-6 Somgs worklich, 8-10 finde ich Schrott und der Rest bleibt mir nicht in Erinnerung.

      • Schwankt bei ir auch, das waren Mittelwerte. 2008 war aber der Tiefpunkt für mich.

      • Für mich war der Tiefpunkt 2006. Da fand ich nur 2 Lieder richtig gut (BIH, NOR). DEU, DNK, HRV und SNV (*blush*) mag ich persönlich gerne, auch wenn ich sie musikalisch nicht für den Knüller halte. Mein Mittelfeld 2006 ist kaum existent (vielleicht RUS und AND, letzteres abzüglich der Liveperformance). Der Rest ist für die Tonne.

      • @4porcelli: Nö, wir sind 2, ich find „Day after Day“ auch ganz ganz großartig – und werd deshalb mit einem Häckeldeckchen von Tante Gertrud gewürgt.
        „Deli“ und „Miodio“ hat mir aber auch sehr gefallen. Und „Oro“ und „Senhora do Mar“. Boaz mochte ich auch, nicht nur, aber auch wegen des Gesangs…
        Und auch Laka und Ishtar war ich gewogen.

      • Cool, ich kam mir schon ganz alleine auf der Welt ausserhalb von AZE vor. Und Boaz – woof!

    • Wobei ich nicht genau weiß, was schlimmer ist. Dass Complice letzter geworden ist, oder dass sich San Marino seitdem komplett von jedem Anspruch verabschiedet hat…

  20. Ich befürworte die Änderungen und kann die Beweggründe nachvollziehen. Die EBU will ein Finale, dass möglichst viele Menschen einschalten. Auch das Voting für ROTW finde ich gut – damit können Länder, die gerade pausieren an den ESC gebunden werden.
    Klar lässt sich alles stets kritisieren – der ESC hat jedoch immer wieder Bereitschaft gezeigt sich zu ändern und andere Dinge auszuprobieren. Falls das neue Verfahren nicht überzeugt, wird es wieder abgeschafft…. Das Lamentieren über musikalische Qualität, das angeblich über die Jurys sichergestellt wird … glaub ich im Leben nicht dran. Dem Publikum zu vertrauen ist definitiv nicht verwerflich.

    • „Dem Publikum zu vertrauen ist definitiv nicht verwerflich.“

      Das stimmt. Aber die Mischung macht ’s eben aus. Das Publikum, das mit spontanen emotionalen Flashs votet ist nicht schlechter als eine Jury. Denn die Zuschauer (m/w/d) kaufen und streamen ja letztendlich den Song.

      Den Fehler sehe ich hier wirklich, dass das Juryvoting ersatzlos gestrichen wurde, anstatt die Gefahr der Manipulation in Griff zu kriegen und eben die Jury mit wirklich kompetenten Personen (m/w/d) zu besetzen.

    • „Dem Publikum zu vertrauen ist definitiv nicht verwerflich.“

      Ganz mutige Aussage, wo wir in Deutschland doch regelmäßig damit auf die Schnauze fallen.
      Und sicher wird das wieder geändert. Genauso wie auch das Playback wieder entfernt wurde.

  21. Eigentlich dreimal unnützer und unlogischer Bullsh*t.

    Im Semifinale kommen dann also Trash-Beiträge weiter, die im Finale zwangsweise einbrechen werden, während Beiträge, die nicht sofort zünden, aussortiert werden. Dann kann man sich die Jury im Finale aber auch sparen, wenn man schon „Power to the People“ propagiert. Wozu man überhaupt noch abstimmt, wenn offenbar x-beliebige Klick-Center aus China oder sonstwo den Sieger per Onlinevoting mitbestimmen dürfen, weiß ich allerdings sowieso nicht.

    Seit Jahren stören sich viele Menschen schon an Australien beim ESC und jetzt soll da „Rest of the World“ abstimmen? Auf Englisch nennt man sowas ‚tone-deaf‘.

  22. Mit Betrugsversuchen von Jurys ist also nur noch im Finale zu rechnen.
    Irgendwie muss ja die EBU dieser Entwicklung in den Semifinals entgegenwirken.😳

  23. Ach du liebe Güte. Wer zum Donner hat sich denn das ausgedacht? Die „Rest-of-the-world-Jury“: was für ein Blödsinn. Das heißt im Umkehrschluss, dass aus wirtschaftlicher Sicht x-Millionen Euro verdient werden. Einzige Profiteure werden die zahlreichen Telefonanbieter sein, die sich ordentlich gesund stoßen werden. Denen ist der Sieger ***egal. Die Kasse wird klingeln.

    • Ich denke in der weltweiten ESC-Blase wird das gut ankommen.Wir unterschätzen einfach, wiel viele Menschen den ESC weltweit schauen. Und es ist ein großer Unterschied, ob man nur schauen oder auch mitbestimmen darf.

  24. Die Punkte vom Televoting von Rest Of The World werden ja zu den anderen Televoting Ergebnissen hinzu addiert und eigentlich kann man das erst später nachlesen wie ROTW abgestimmt haben.

    Oder wird man während der Show das Televoting von ROTW irgendwie bekannt geben ?
    Müsste man eigentlich machen.

      • Ja schon. Aber während der Show werden ja nur die einzelnen Juryvotes bekanntgegeben. Wie welches Land im Televoting abgestimmt hat, kann man nur später nachlesen (außer dem eigenen Land).
        Wenn sie schon ROTW abstimmen lassen, sollten sie schon das Ergebnis in der Show bekannt geben, oder ?

  25. Positiv ist, dass die EBU sich mit der Kritik bezüglich der Juryergebnisse der Halbfinals auseinander gesetzt.
    Aber wenn man A sagt, muss man auch B sagen, also entweder die gesamte Jurywertung abschaffen, oder durch strengere Kontrollen etc. geheime Absprachen und Punkteschieberei zwischen einzelnen oder mehreren Ländern verhindern.

    Das „Rest of the World“ Voting sehe ich ebenfalls eher kritisch, vor allem wie das durchgeführt werden soll.

  26. Was ein absolut bescheuerter Müll. Wohin soll das denn führen? Ich sehe jetzt schon, wie irgendwelche schwulen Trash-Nummern, die kein Mensch braucht und von den Jurys im Semi problemlos verhindert worden wären im Finale dann mit den Jurys auf dem Boden der Tatsachen landen. Den Fans wird das nicht gefallen und es wird protestiert, bis die EBU Jurys komplett raus wirft.
    Die Rest of the World Aktion ist auch kompletter Blödsinn. Wie groß ist der Anteil am Gesamtergebnis? Macht doch am besten 50% wie beim JESC. Das ist doch auch nur ein Schritt in Richtug mehr Teilnehmerländer außerhalb der EBU. Mehr Länder, die beim ESC nichts zu suchen haben. Mir reicht Australien vollkommen und dass ernsthaft über ein Debüt von Kasachstan diskutiert wird, ist für mich bereits zu viel. Hier gehts leider nur noch um Profit
    Ich brauche die Änderungen nicht. Macht den ESC immer mehr kaputt.

    • Trash-Nummern sind schwul? Bei vielen wie Pirates of the sea, Jendrik, We are the winners stelle ich mir eher begeistert mitgrölende besoffene Hetero-Tpen vor.

      • Nimm ’s locker / keep cool / calmati !

        Vielleicht ist er ja so einer, der sich früher jeden Jenny Elvers Schnipsel auf RTL angesehen hat oder vielleicht schon ein Andrea-Berg-Konzert wegen ihrer „billig-trashigen“ Klamotten besucht hat oder für den Kim Kardashian alles aber nicht trashig ist.

        Steh drüber ! 😎 😉

    • Vielleicht erst einmal abwarten und sich dann beschweren. Um bei dem Beispiel schwule Trash-Nummer zu bleiben: Auch Slavko Kalezic ist 2017 im Semi im Televoting als 11. gescheitert. Und noch nicht einmal knapp (39 zu 51 Punkte). Stattdessen hat uns die Jury Isaiah Firebrace statt Norma John im Finale beschert.

      Und dieses Jahr war Michael Ben David im Televoting nur 13. im Semi, dafür 11. bei den Jurys.

  27. So so, der ROTW Voter darf also mitmachen, wenn er sich mit CreditCard identifiziert?!! Das klingt danach, als wolle die EBU hier noch eine zusätzliche Finanzierungsquelle aufmachen? Mal gucken, was es (ROTW) kostet abzustimmen…
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    Eines ist gut am ROTW Konzept: Das Interesse bei Aussetzern wird in Grenzen aufrecht erhalten, eine Rückkehr von Bulgarien & Co. wird hoffentlich wahrscheinlicher.
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    Und die EBU braucht auch dringend wieder steigende Quoten und die ROTW-Initiative ist dazu angehalten, der Quotenerosion bei den großen Reichweitenbringern entgegenzuwirken. Und von den Quoten hängen die Sponsorenerlöse ab.
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    Möglicherweise reicht es doch nicht, was TikTok dafür zahlt, die etablierten und die Fanmedien in den ersten Probentagen auszusperren. Ich habe unsere HoD gefragt, was sie davon hält, dass die EBU den Content an TikTok verscherbelt, dessen Produktionskosten die EBU Mitglieder vorfinanzieren, aber sie zieht es vor, mir darauf nicht zu antworten.

  28. Schaut man auf die Jahre seit 2016, also seit der separaten Berechnung von Jury- und Televoting, hätten sich diese Länder über ein reines Televoting für das Finale qualifiziert, die durch das bisherige System ausscheiden mussten:
    2016: „Ljubav je“, „Dona“ und „Help You Fly“
    2017: „Blackbird“, „Verona“ und „Apollo“
    2018: „Oniro Mou“ und „Light Me Up“
    2019: „Fire Of Love“ und „Run With The Lions“
    2021: „Tick-Tock“ und „Ove os pa hinanden“
    2022: „Sekret“ und „Ela“
    Ausgeschieden wären dafür:
    2016: „I Stand“, „Midnight Gold“ und „Made Of Stars“
    2017: „Don’t Come Easy“, „Running On Air“ und „Where I Am“
    2018: „Mall“ und „Outlaw In Em“
    2019: „Like It“ und „Love Is Forever“
    2021: „The Wrong Place“ und „Karma“
    2022: „Boys Do Cry“ und „Fade To Black“
    Bubblefavoriten scheinen durch die Neuerung auf den ersten Blick bevorzugt zu werden, auch unabhängig ihres Genres („Blackbird“ assoziiere ich zum Beispiel nicht mit billiger 0815-Musik), auch hätten im Televoting tendenziell starke Nationen wie Polen oder die ehemaligen Staaten Jugoslawiens wohl einen Vorteil. Auch wenn mir persönlich bei weitem nicht alle Änderungen besser gefallen hätten, legt der Blick auf die Vergangenheit nicht den Untergang des Abendlandes nahe.
    Heißt aber natürlich nichts für die Zukunft. Da alle Nationen ja davon wissen, dass im Halbfinale die Jurys nichts mehr zu sagen haben, ist die Gefahr zumindest gegeben, dass mehr direkt herausstechende Beiträge nominiert werden und die Genrevielfalt sowie die in den letzten Jahren in meinen Augen hohe Qualität der Beiträge nachlassen. Das könnte den ESC einseitiger machen, wenngleich ruhigere Songs dann nicht mehr gegen allzu viele im selben Gewässer fischende Beiträge anzutreten hätten und dementsprechend nicht zwangsweise schlechter abschneiden müssten als heutzutage. Die Zeit wird zeigen, wie sich die Neuerung wirklich einfügt.

      • In der Tta, Gaby…. So langsam bin ich ein wenig am Zweifeln, olb die Regelung wirklich so ideal ist.

      • … und „Midnight Gold“ war im Finale auch goldrichtig aufgehoben.

        „Blackbird“, „Fire of Love“ und „Oneiro mou“ rücken die vermeintlichen Experten der Jurys allerdings dann doch in ein ganz schlechtes Licht.

        Die Frage ist aber, ob kleinere Länder ohne eigene Diaspora oder zahlreiche Nachbarn, z. B. San Marino, durch die neue (alte) Regelung nicht benachteiligt werden. Und klar ist auch, dass Aserbaidschan so schnell nicht wieder im Halbfinale ausscheiden wird.

  29. Also was wird das bringen? Keine kleine länder -wie Belgien, Holland, Malta, San Marino- mehr im Finale…und ein Circus akt wird gewinnen….Tolle änderung EBU!

    • @Tim: nicht das ich diese Entscheidung besonders begrüße, aber dennoch liegst Du mit dieser Annahme falsch. Betrachten wir die Jahre seit 2016
      Belgien wäre nur zusätzlich im vergangenen Jahr ausgeschieden, in allen anderen Fällen aber auch im Publikumsvoting in den Top 10 gewesen und die Niederlande wären auch nur 2018 zusätzlich ausgeschieden. Demgegenüber stehen jeweils drei Qualifizierungen, die auch über das Televote erfolgt wären.
      San Marino ist bislang noch nie aufgrund des Zuschauervotings ausgeschieden, im Gegenteil, 2019 ist Serhat nur aufgrund des Televotes weiter gekommen. Ansonsten decken sich Qualifizierung und Nichtqualifzierung im Jury- und Televote.
      Bei Malta wiederum wurde tatsächlich einmal (2018) die Qualifikation durch das Televote verhindert, was in dieser Rechnung wiederum egal wäre, da es ja auch so nicht gereicht hat (Christabelle wäre ja nur bei einem reinen Juryvoting weiter gekommen). Alle anderen Qualifikationen und Nichqualifikationen waren durch das Televote gedeckt.
      Heißt kurz….wirklich gute Beiträge haben in der Regel nichts zu befürchten, egal wo sie her kommen.

  30. Erst einmal finde ich die Änderungen alle gut, auch wenn da natürlich ein gewisses Kalkül dahintersteckt.
    Habe nur ein bisschen Angst, dass der Anteil von schönen Balladen sich entgegen dem von Uptempo-Songs entwickeln wird.
    Außerdem wird die Chance von kleinen Ländern bzw. in den Medien unterrepräsentierten Länder (vor allem Balkanländer) kleiner, ins Finale einzuziehen.
    Möchte da jetzt aber auch noch nicht zu viel werten, bevor das neue System zum ersten Mal angewendet wurde.

  31. Lustig finde ich ja, dass wir todsicher dieselbe Diskussion jetzt hier hätten, wenn beschlossen worden wäre, dass nur die Jurys die Finalisten bestimmen. Nur eben mit Kommentatoren aus dem komplett anderen Lager.

  32. Dieses „Rest of the World“-Voting finde ich gut. Was ich davon halten soll, dass die Jurys im Semifinale kein Mitspracherecht mehr haben sollen, – hm – grundsätzlich finde ich es gut, dass sie ein bißchen „entmachtet“ werden, zumal man ja auch immer mal wieder sieht, dass sie auch nicht unvoreingenommen sind, und es in der Vergangenheit öfter zu Mauscheleien kam.
    Allerdings könnte es wohl wieder Diskussionen geben, falls z. B. ein Land mit großer Diaspora ins Finale rutscht (auch wenn der Song noch so belanglos ist) während andere Länder, dessen Bürger nicht auf dem ganzen Kontinent verstreut leben, evtl. das Nachsehen haben. Nun, das perfekte Voting wird es wohl nie geben, aber ich finde, es geht schon in die richtige Richtung.👍

    • Bin noch mal kurz in mich gegangen: Ich hätte den umgekehrten Fall noch besser gefunden, also, dass die Jurys in den Semis abstimmen können, dafür aber im Finale reines Televoting gilt. So haben es kleinere Länder wie San Marino evtl. etwas leichter, das Finale zu erreichen, oder auch Länder, die es früher tendenziell etwas schwerer hatten wie die Schweiz.

  33. ich finde auch die kurzfristigkeit dieser entscheidung fragwürdig, zumal einige länder ihre beiträge schon bestimmt haben. Zumindest für für länder die sich qualifizieren müssen heisst es ab sofort: “ juryfutter verboten“. Eigentlich sogar ein vorteil für die big 5, weil sie auch einen song schicken könnten, der hauptsächlich für die jury ist.

  34. Sad day für Aze: 2014, 2015 und 2022 wären sie raus gewesen. Bye bye Bakschisch !

    Aber auch Albanien hätte es 3 mal getroffen: 2015, 2018 und 2021. Besonders schade wäre es um „Mall“ gewesen. Dafür wären sie aber dieses Jahr drin gewesen.

    Wenn ich mir so die Liste anschaue, welche Songs bei reinem Televoting seit 2008 drin bzw. draus gewesen wären, entspricht mein Musikgeschmack viel eher den Juries.
    Somit bedaure ich die neuen Regeln der EBU !

  35. OK, Albanien 2018 ist natürlich ein ganz starkes Argument…

    Ich las

    War ja immerhin in jenem Jahr zusammen mit Italien mein Favorit.
    Aserbaidschan dieses Jahr wiederum spricht allerdings für die Juries…
    Ich lasse mich erst mal überraschen, wie es dann in der Praxis aussieht. Etwas ratlos bin ich bei der Berücksichtigung vom „Rest der Welt“.

    Solange es im Finale eine Jurywertung gibt, bin ich ganz beruhigt. Die Ergebnisse mir reinem Televoting waren damals oft gruselig und vorhersehbar.

  36. Ich denke die EBU hält es für sinnvoll das ein Juryvoting nur einmal durchgeführt wird um dem Thema Korruption vorzubeugen bzw. keine Diskussionsgründe zu liefern. Denn es gab ja schon häufig deutliche Unterschiede zwischen dem Juryvoting von einzelnen Titeln bei Halbfinale vs. Finale. Zudem tauchen ja immer häufiger Unregelmäßigkeiten bei Jurys auf und das ist nicht gut für den Punkt Kompetenz bei den sogenannten Fachjurys. Leider hat jedes Modell Licht und Schatten.

    • Diese Unregelmäßigkeiten sind aber sehr zu vernachlässigen und werden dadurch abgedämpft, dass eine Jury aus 6 Juroren besteht (was auch mehr sein könnten) und diese eine Jury nur eine von 40 Wertungen ausmacht.
      Wenn da einer oder zwei anders abstimmen als vorher, ändert das am Ergebnis wenig.

  37. RotW-Voting finde ich ok, sofern es nicht übertrieben viel Gewicht bekommt. Macht den ESC in den nicht teilnehmenden Ländern interessanter. Und wer daran verdient, ist mir wurscht. Wird ja niemand zum Anrufen gezwungen…

    Dass die Jurys teilweise abgeschafft werden, gefällt mir hingegen nicht. Mauscheln hin oder her, besser wäre gewesen, die Jurys zu vergrößern. Ich teile die Bedenken, dass dann kaum noch eine Rolle spielt, ob jemand die Töne trifft und ob ein Stück musikalisch „hochwertig“ ist. Nichts gegen den Spaßfaktor – ich wäre genauso gegen eine Abschaffung des Televotings. Die Mischung finde ich gerade richtig.
    Hoffe sehr, dass das NICHT der erste Schritt ist, um die Jurys komplett abzuschaffen…

  38. Ich finde es nach wie vor einen Skandal, dass nach dem bisherigen System fünf Personen (m/w/d), also z.B. Michelle, Max Giesinger, Jessica Schöne, Tokunbo und Christian Brost, das selbe Stimmengewicht haben wie 82 Mio. in Deutschland lebende Personen (m/w/d). Das Stimmengewicht eines Jury-Mitglieds ist also 16,4-millionenmal so groß wie das Stimmengewicht eines ESC-Fans. Ich bestreite, dass Max Giesinger 16,4-millionenmal so kompetent ist, wie ich.

    Demokratie führt manchmal zu komischen Ergebnissen, aber ich glaube nach wie vor daran. Also freue ich mich auf den Tag, an dem die Jurys hoffentlich wieder ganz abgeschafft werden. Auch sollten die Big 5 in das Semi (ohne Jury), dann würden uns in den nächsten Jahren viele unsägliche Beiträge aus D und GB im Finale erspart bleiben. Um I, F und E muss man sich ja eher keine Gedanken machen, sofern F und E dauerhaft interessante und vielfältige Vorentscheidungen auf die Beine stellen.

  39. wenn in den semis nur noch „volkspop“ tiktok und 2 minuten spotify gefragt ist,werden viele qualitätsacts von sich aus davon absehen ihren hut in den jahresring zu werfen.
    die jurys nur im semi abzuschaffen bedeutet doch auch steuerung – man will wohl mehr leichte kost.
    das mag ja neue zielgruppen erschließen,man verliert aber auch welche.
    der markenkern des ESC und damit der kult geht m.e. dadurch auch verloren.
    das ist besonders bitter wenn man auf die letzten 12-18 jahre zurückblickt,wo auch dank der osteuropäer das niveau und die vielfalt enorm angezogen haben.
    jetzt wird das alles ohne not dem neumodischen tiktokgott geopfert!
    wo ist die petition?
    her damit!
    🏴‍☠️

  40. Ob sich diese Änderungen als gut oder nicht herausstellen, wird man wohl erst nach ein-, zweimaligen Ausprobieren wissen. Sicherlich werden aus den Halsfinals andere Lieder weiterkommen, als mit Juryabstimmung. Es ist ja oft schon erschreckend im Finale zu sehen, wie Televoting und Jury auseinandergehen! Allerdings frage ich mich, ob der Charakter des ESC nicht durch den Wegfall der Jury in den Halsfinals verloren geht!? Immerhin ist der ESC ja kein Gesangswettbewerb sondern ein Komponistenwettstreit. Für mich muss neben dem breiten Publikum auch eine Fachjury entscheiden!
    Positiv finde ich aber, dass auch nicht-teilnehmende Länder, diese, die z.B. pausieren müssen, trotzdem mitvoten dürfen. Ja, vielleicht spielt auch das Geld eine Rolle, aber man kann auch sehen, dass viele Länder, die nicht mitmachen, trotzdem zuschauen und mitvoten wolllen. Ich fand die Sichtweise, ihr schickt keinen, dann seit ihr halt ganz raus, sowieso ein bischen ESCunwürdig.

  41. Übrigens war die Wiedereinführung der Jurys doch nur darauf zurückzuführen, dass Deutschland und einige andere reiche westeuropäische Nationen zurecht schlechte Platzierungen für katastrophale Beiträge eingefahren hatten. Wir waren einfach nur schlechte Verlierer und wollten qualitativ hochwertigere „Ostblock-Beiträge“ runterwerten.

    Ich finde es wirklich ekelhaft, das noch mit „Qualität“ zu begründen. Was soll denn objektive Qualität in der Musik sein? Wenn in Deutschland viele Punkte z.B. für Serbien und Griechenland (früher auch besonders die Türkei) abgegeben werden, dann ist das lediglich die logische Konsequenz daraus, dass unsere Gesellschaft nicht mehr ausschließlich aus Bio-Deutschen in der 100sten Generation besteht.

    Für mich mit Abstand der stärkste ESC war Helsinki 2007. Nach dem Sieg von Lordi haben sich viele Länder mal was getraut und tolle und sehr unterschiedliche Beiträge geschickt. Solche Zeiten wünsche ich mir zurück. Mit Jurys bekommt man das nicht.

    https://www.stern.de/kultur/musik/eurovision-song-contest/eurovision-song-contest-jury-soll–ostblockmafia–knacken-3736626.html

  42. Wäre es nicht günstiger man hätte nur im Finale am Samstag Televoting + ROTW Online Voting? So würde zumindes der Quatsch aus den Semis gesiebt, welche ja nun höhere Chancen haben durchzurutschen.

  43. Die Jury-Abschaffung in den Semis finde ich gar keine so schlechte Idee, das haben sich die Kollaborateure dieses Jahr einfach kaputt gemacht.
    Und jetzt zu jammern, dass nur noch Trash ins Finale kommt, ist Blödsinn. 2022 wären auch bei reinem Televoting San Marino, Lettland und Georgien genau so gescheitert, wie Portugal und Island ins Finale gekommen wären. So großartig haben sich die Votings, was die Top 10 an sich angeht, ja ohnehin nie unterschieden.
    ROTW ist ein nettes Gimmick, aber letztlich, wenn es wirklich nur wie ein weiteres Land zählt, nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    • Die Jury-Abschaffung in den Semis finde ich auch in Ordnung.Mal sehen wie sich das ganze entwickelt .Ein Urteil kann man sich nach dem Contest bilden.Änderungen sind immer schwer zu akzeptieren.

  44. Jurys im HF abschaffen wird nicht wirklich Auswirkungen haben. Ich denke das hat mit den Machenschaften im letzten Jahr zu tun und außerdem ist die Arbeit der Juroren leichter, wenn sie nur noch an einem Abend zuschauen müssen. Ich vermute mal, dass man die Jurys ganz abschaffen wollte, aber dann würde die Punktevergabe wieder nach dem alten System funktionieren, und das will man scheinbar nicht. Übrigens bin ich weiterhin dafür, wieder die alte Punktevergabe einzuführen.

    Bei dem Weltvotum habe ich auch keine Bedenken. Man muss offen für Neues sein, da wurde ja in einigen Ländern schon in den Vorentscheiden experimentiert.

    Traurig ist aber weiterhin, dass man die „Sonderaktion nur wegen der Pandemie“, also das erweiterte Playback scheinbar ohne Begründung einfach weiter laufen lässt.

  45. Rest-of-world-voting… hört sich für mich so an, wie „undefinierbar“, daher ist das ja noch anfälliger für Betrügereien.
    Wenn ich mir vorstelle, dass Russen und Chinesen uns den schlechtesten Beitrag nach vorne voten…

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