Lichtdesign der ESC-Bühne in der Wiener Stadthalle in Video präsentiert

ESC 2026 Bühnendesign – Bild: eurovision.com

Die EBU hat ein Video veröffentlicht, in dem die verschiedenen Licht-Bestandteile der Bühne des Eurovision Song Contest 2026 in Aktion zu sehen sind. Das Bühnendesign für den diesjährigen ESC ist schon länger bekannt. Das Video bringt jetzt Licht ins Dunkel darüber, aus welchen einzelnen Licht-Elementen die Bühne besteht, mit welchen versteckten Features sie ausgestattet ist und welche inszenatorischen Möglichkeiten sich für die Acts daraus in diesem Jahr ergeben.

Besonders an der diesjährigen Bühne in der Wiener Stadthalle ist, dass sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wurde. Damit soll der ESC in diesem Jahr ein positives Beispiel für eine nachhaltig gestaltete TV-Groß-Produktion darstellen.

Verantwortlich für das Design-Konzept ist in diesem Jahr der Lichtdesigner Tim Routledge. Er war schon im vergangenen Jahr in Basel als Lichtdesigner im Einsatz und auch beim ESC 2023 in Liverpool zeichnete er sich für das Lichtdesign verantwortlich.

Insgesamt kommen beim ESC in Wien mehr als 2.100 LED- und Lasereinheiten und über 8.500 einzeln steuerbare LEDs zum Einsatz. Dabei wird erstmals vollständig auf ein Beleuchtungssystem gesetzt, das ausschließlich mit LED- und Lasertechnologie arbeitet. Klassische Leuchtmittel entfallen komplett. Dadurch sollen sowohl der Energieverbrauch als auch Abwärme und Materialaufwand deutlich reduziert werden.

Über seine Kreation sagt Licht-Designer Rim Routledge:

„Der Eurovision Song Contest lebt von großen Momenten. Die Herausforderung bestand darin, etwas zu entwerfen, das beeindruckend und groß wirkt, während es hinter den Kulissen deutlich verantwortungsvoller umgesetzt wird. Der Einsatz von 100 Prozent LED- und Lasertechnologie in diesem Maßstab zeigt, dass beides möglich ist – spektakuläre visuelle Effekte und eine nachhaltige Produktion.“

Am charakteristischsten für die diesjährige Bühne ist sicherlich der Kreis, der sich einmal rund um die Bühne zieht und hinten vom Boden abhebt. Dieser Kreis  kann als „Stage Arch“ bezeichnet werden. Als Stage Arch ein Bühnenelement genannt, das als architektonischer Rahmen dient. Im vergangenen Jahr gab es wortwörtlich einen Rahmen, in diesem Jahr fällt sofort das große kreisförmige Element ins Auge. Damit ist die Bühne dieses Jahr – ähnlich wie beim letzten ESC in Wien im Jahr 2015 – wieder stark auf runde und geschwungene Formen ausgelegt. Der Kreis ist an den zum Publikum ausgerichteten Seiten mit einem LED-Streifen überzogen. Außerdem sind beide Rand-Seiten mit Scheinwerfern bestückt. Hinter der Bühne scheint nur der vordere Rand des Kreises über Scheinwerfer zu verfügen.

Schließlicht ist zu erkennen, dass die Bühne aus einer recht kleine eckigen Plattform besteht. Dieser Bühnenboden scheint mit Inhalten bespielt werden zu können, da er nahtlos in die LED-Wand übergeht, die den Hintergrund der Bühne bildet. Backdrop und Bühnen-Boden sind also ein durchgehendes Element. Von der Boden-Plattform geht ein V-förmiger Runway aus und erstreckt sich bis ins Publikum. Auch dessen Ränder sind mit Scheinwerfer bestückt und sein LED-Boden kann ebenfalls mit Content bespielt werden.

Direkt über dem Bühnenboden befinden sich 80 von der Decke hängende Scheinwerfer. Sie hängen alle an einzelnen Trägern, die sich jeweils individuell hoch und herunter bewegen lassen. (Die Bewegung in dem Video erinnert ein wenig an die schon beim ESC 2015 von der Decke hängenden Lichtkugeln, die sich ebenfalls einzeln haben bewegen lassen.)

Hinter der LED-Wand breitet sich eine Scheinwerfer-Front aus, die eine Flügel-Form hat. Diese erinnert auch an den Hintergrund aus dem vergangenem Jahr. Ebenfalls im Hintergrund befinden sich an den beiden Bühnenseiten weitere Scheinwerfer, die dem steigenden Kreis in ihrer Anordnung leicht nach rechts oben folgen. Ebenso angeordnet sind außerdem kurze, vertikal hängende LED-Streifen. Ein überraschendes Element ist ein fahrbarer Lichtstreifen, der aus dem Bühnenboden kommen kann und zwei Lichtreihen trägt, die mit unterschiedlichen Arten von Scheinwerfern bestückt sind.

Schließlich passiert noch eine Menge an der Hallendecke. An der Decke befinden sich drei Scheinwerferkreise, die nach innen hin kleiner werden. Hier bin ich gespannt, wie gut die einzelnen Elemente zur Geltung kommen, da die Kamera ja in der Regel nur selten die Decke filmt. Im Zuschauerraum sind die Seiten mit einer Scheinwerfer-Linie ausgestattet. Außerdem ist der der Bühne gegenüberliegende Teil der Halle mit mehreren Scheinwerfer-Reihen bestückt.

Im Hintergrund des Videos ist auch das musikalische Thema des diesjährigen Wettbewerbs in einer ausgedehnteren Version zu hören, das Mozarts „Die Zauberflöte“, klassische Orchesterelemente und zeitgenössische Musik miteinander verbindet.

Wie gefällt Dir das Licht-Design für den ESC 2026? Zu welchem Act passt die Bühne besonders gut?  Und wie kann man dort am besten „Fire“ inszenieren? Schreib uns Deine Meinung gerne in die Kommentare.



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