
Heute auf den Tag genau vor 40 Jahren nahm Nicole den größten Schritt auf ihrem Weg zum ersten deutschen Sieg beim Eurovision Song Contest, der damals noch regelmäßig „Grand Prix“ genannt wurde. Mit ihrem Song „Ein bisschen Frieden“, der heute aktueller ist denn je, gewann sie die von Carolin Reiber moderierte Vorentscheidung „Ein Lied für Harrogate“. In Anlehnung an das Format „Eurovision Again“, bei dem alte ESC gemeinsam geschaut und kommentiert werden, möchten wir heute Abend ab 20:15 Uhr in Erinnerungen schwelgen und gemeinsam mit Euch auf Youtube die Vorentscheidung sehen. Wir begleiten die Sendung mit einem Live-Blog und freuen uns auf Eure Kommentare!
In den Jahren von 1977 bis 1987 hatte Deutschland eine bisher einmalige Erfolgsserie beim ESC. Das Jahr 1982 sollte da keine Ausnahme sein. Die Vorentscheidung war großartig besetzt mit Künstler/innen, die auch heute noch zum Teil im Musikgeschäft sind; zumindest sind die meisten Namen aber geläufig: die ESC-Siegerin Séverine, die ESC-Dritte Mary Roos, die ESC-Fünfte Paola, Marianne Rosenberg, Jürgen Marcus, Gaby Baginsky, Gottllieb Wendehals…
Wir drehen heute Abend die Uhr exakt 40 Jahre zurück und verfolgen mit Start um 20:15 Uhr die Vorentscheidung, die seinerzeit aus dem Fernsehstudio 4 des Bayerischen Rundfunks in München übertragen wurde.
Auf vielfachen Wunsch starten wir noch eine Umfrage nach Euren Favoriten für „Ein Lied für Harrogate“.
Welche maximal drei Songs von "Ein Lied für Harrogate" (Vorentscheidung 1982) gefallen Dir am besten?
- Nicole „Ein bißchen Frieden“ (27%, 101 Votes)
- Paola „Peter Pan“ (17%, 65 Votes)
- Mary Roos & David Hanselmann „Lady“ (17%, 65 Votes)
- Hannes Schöner „Nun sag‘ schon Adieu“ (12%, 46 Votes)
- Marianne Rosenberg „Blue-Jeans-Kinder“ (8%, 29 Votes)
- Denise „Die Nacht der Lüge“ (5%, 19 Votes)
- Séverine „Ich glaub’ an meine Träume“ (5%, 17 Votes)
- Jennifer Kemp „Wie Phönix aus der Asche“ (3%, 10 Votes)
- Jürgen Marcus „Ich würde gerne bei Dir sein“ (2%, 9 Votes)
- Gaby Baginsky „So wie Du bist“ (1%, 5 Votes)
- Mel Jersey „Schenk‘ mir eine Nacht“ (1%, 4 Votes)
- Gottlieb Wendehals „Der Ohrwurm“ (1%, 4 Votes)
Total Voters: 151
Guten Abend aus Hamburg-Hohenfelde. Gleich beginnt die deutsche Endausscheidung in München. Wir haben Rotkäppchensekt (den gab es 1982 bereits, wenn auch nicht so verbreitet in Westdeutschland) kaltgestellt und freuen uns auf die Show. Gleich, um 20:15 Uhr fahren wir auf YouTube das Band ab.
Und jetzt geht es los. Samstagabend, 20:15 Uhr. Beste Sendezeit! Im Studio werden wir mit beschwingter Musik begrüßt. Im Hintergrund ist das alte Logo des Bayerischen Rundfunks zusehen. Und schon begrüßt uns Caroline Reiber im Studio 4. Es geht um den deutschen Beitrag für 27. Grand Prix.
1978 gab es in Deutschland 60 Lieder zur Auswahl, die zum ESC wollten. In diesem Jahr – also 1982 – waren es 807! Carolin Reiber berichtet von den großen deutschen Erfolgen beim ESC in den letzten (sehr erfolgreichen) Jahren. Vor einem Jahr hat Lena Valaitis nur um 5 Punkte den Sieg verpasst. Der Sieg beim Grand Prix wird als wichtigster Preis der Musikwelt angesehen.
Eine Fachjury hat aus 807 Lieder 24 ausgewählt, die im Radio vorgestellt wurden. Die Hörer/innen konnten dann ihre Lieblingsbeiträge auswählen. Oder waren es doch nur die 500 repräsentativen Personen, die vorher ausgewählt wurden? Im Studio ist das Dieter Reit Orchester und die Streichergruppe des Symphonieorchesters Gromke (oder so). Die Startreihenfolge der Lieder heute abends wurde ausgelost.
Und schon geht es los mit dem ersten Beitrag. Carolin Reiber stellt den Künstler vor und nennt die Komponisten/Texter.
1. Gottlieb Wendehals „Der Ohrwurm“
Musik: Harald Wolff Berg; Text: Beppo Pohlmann
Was für ein Auftakt: Spaßmusik gleich zum Auftakt. Das Publikum ist noch etwas reserviert. Gottlieb Wendehals trägt sein Schachbrett-Sakko mit rosafarbenen Hemd. Das Lied steht in bester Tradition von der Polonäse Blankenese, die im Frühjahr des Jahres die deutschen Charts angeführt hat. Oh, Prop: Der Ohrwurm steckt in einer Tuba. Diese wird von einem Musiker gespielt, der genauso gekleidet ist wie Gottlieb. „Immer in die Ohr’n will sicher bohr’n. Dieses Tier braucht keinen Bohrturm“. Die letzten Wiederholungen singt Gottlieb mit der Ohrwurm-Puppe auf dem Arm. Durchgedreht, aber lustig.
8 Punkte
Guter Applaus und ich meine auch ein, zwei Bravo-Rufe gehört zu haben. Nach einer kurzen Ankündigung geht es auch schon weiter mit dem nächsten Beitrag.
2. Séverine „Ich glaub’ an meine Träume“
Musik: Jack White; Text: Kurt Hertha
Die Sängerin trägt ein ausladendes Abendkleid in schwarz und weiß. Sie spielt bestens mit den Kameras und weiß, wo sie hinschauen muss. Die Stimme ist gut und natürlich ist der französische Akzent da. „Ich glaub‘ an meine Träumen, denn ich glaub‘ an Dich“ – gut, das kann auch Logik sein. Der Refrain ist beschwingter als die Strophe. Der Viervierteltakt hat durchaus Dynamik. Die Instrumentierung ist gut und es gibt einen Tonartwechsel! Love it. Séverine unterstreicht das schön mit ihren Armen. Großes Finale.
7 Punkte
Toll, wie Carolin Reiber das Mikro hält (übrigens ein Funkmikro – 1982 muss man das dazusagen).
3. Jennifer Kemp „Wie Phönix aus der Asche“
Musik: Alexander Gordan; Text: Norbert Hammerschmidt
Von der Sängerin hatte ich abgesehen von der Vorentscheidung noch nicht so viel gehört. Die Stimme ist tiefer als vorher die von Séverine. Ach, das baut sich schon zum Refrain auf. Wie melodiös (und auch ein bisschen vorhersehbar), aber toll. Jennifer trägt einen schwarzen Anzug mit Glitzer-Sakko und darunter eine rosa Satin-Bluse. Sie hat langes blondes Haar. Auch sie arbeitet aktiv mit der Kamera. „Und nun liegst Du neben mir“ – ja, Liebesträume können sich noch erfüllen. Toll, jetzt sehe ich auch die Glockenröhren. Phantastisch! Die könnte man auch beim ESC heute mal wieder einsetzen. War da gerade ein Tonartwechsel? Ach, ich bin ganz angetan.
9 Punkte
Leider ruft dieses Mal keiner Bravo. Dann mache ich das eben. Was für ein Tempo haben wir hier eigentlich? Die Show ist kaum 15 Minuten alt und schon haben wir drei Songs erlebt.
4. Mel Jersey „Schenk‘ mir eine Nacht“
Musik: Mel Jersey; Text: Judith Jupe
Hier singt der Komponist noch selbst. Mel trägt einen cremefarbend-beigen Anzug, weißes Hemd und anthrazitfarbene Fliege und Weste. Ach, der Refrain klingt wie ein sehr typischer Schlager aus den späten 70ern (oder eben doch 80ern). Wenig überraschend geht es hier auch mal wieder um Liebe bzw. den Austausch von Körperflüssigkeiten. Oder? Er ruft doch eher nach einem One-Night-Stand. Bei der melodischen Instrumentierung kann man sich diese deutliche Botschaft kaum vorstellen. Die Stimme ist sauber und kräftig, schmeichelt aber nicht zu sehr. „Liebe – das ist wie ein Sturm, der vorüberzieht.“
6 Punkte
5. Gaby Baginsky „So wie Du bist“
Musik: Dietmar Kawohl; Text: Michael Kunze
Ihren Hit „Der Rum von Barbados“ hatte sie doch vorher, oder? Die Strophe hat eine Art Country-Sound. Der Refrain hat dann Walzercharakter. Da kann man gut zu tanzen. Die Sängerin trägt ein apricot-cremefarbendes Trägerkleid. Inhaltlich scheint sie ziemlich von ihrem Typen enttäuscht zu sein und man fragt sich, was der ihr denn eigentlich gibt. Heute würde man das wohl toxische Beziehung nennen. Oder ist das einfach ein Aufruf an Ehefrauen, in Bezug auf die Männer Fünfe grade sein zu lassen, damit die Scheidungsraten nicht explodieren? Da scheint sich gesellschaftlich in den letzten 40 Jahren dann doch viel getan zu haben.
5 Punkte
Und jetzt kommt das erste Siegel-Meinunger-Lied. Und wie heute schon jemand kommentiert hat, mochte Marianne das Lied überhaupt nicht. Mal schauen, wie überzeugend sie es transportiert.
6. Marianne Rosenberg „Blue-Jeans-Kinder“
Musik: Ralph Siegel; Text: Bernd Meinunger
Oh, schon mit ersten Zeile wird deutlich, dass das anspruchsvoll zu singen ist, auch wenn die Melodie nicht so kompliziert klingt. Da sieht man aber auch, was Marianne Rosenberg musikalisch so drauf hat. Sie steht in einem blauen Kleid mit Puffärmeln auf der Bühne. Inhaltlich geht es ja auch zurück in die bessere Zeiten – ein bisschen wie bei Malik in diesem Jahr. Das Ganze ist schon sehr melancholisch. Ja, und dann die Auflösung mit Tonartwechsel. Schönes Outro. Der Titel ist trotzdem etwas gewollt.
6 Punkte (2 davon für Marianne als Künstlerin)
Begeisterte Rufe im Publikum. Und wir haben die Hälfte schon geschafft. Hammer-Tempo. Und weiter geht es mit Mary, die schon den dritten Platz beim ESC geholt hatte.
7. Mary Roos & David Hanselmann „Lady“
Musik: Werner Böhm-Thorn; Text: Michael Chambosse
Mary trägt lilafarbenes Trägerkleid mit einem Schal um die Hüfte, er trägt Anzug mit Fliege. Seine Stimme ist schon sehr hoch, dass man manchmal nicht weiß, ob er oder sie singt. Ach, der Refrain …. ein Traum!!! Und wie die beiden dabei strahlen. Ich finde sowieso, dass ihr Zusammenspiel prima ist. Musikalisch könnte der Song problemlos zu der Zeit (oder etwas früher) auch in den USA ein Hit gewesen sein können. Lustig, dass auch hier wieder ein Aufruf gestartet wird, dass man dem Partner seinen Freiraum geben soll, auch wenn man mal getrennte Wege geht (wo genau die auch hinführen). Laaange Töne zum Schluss und ein begeistertes Publikum.
10 Punkte (Höchstwertung)
Ich war ja noch nie ein Fan von Peter Pan, also der Figur. Insofern schaue ich mal, ob mich Paola, die ich natürlich verehre, hier überzeugen kann.
8. Paola „Peter Pan“
Musik: Ralph Siegel; Text: Bernd Meinunger
Sie trägt eine Kombination aus Apricot-Oberteil mit fluffigem Kragen und Ärmeln und weinroten Hosen. Sie hat fünf Mädchen mit auf der Bühne, die wirken als wären sie aus der „Nesthäkchen“-Verfilmung übrig geblieben. Ganz schlimm aus der Zeit gefallen. Aber Paola agiert schön mit ihnen. Und überhaupt: Zu der Zeit durften also noch Kinder auf die Bühne. Man vergisst ja schnell, dass nicht immer verboten war. Also, Paola, wenn Du mir schon eine Geschichte in einem Lied erzählen willst, dann doch lieber die vom „Teufel und dem jungen Mann“. Oh, nein, jetzt noch ein Chor mit den Mädchen. Aber Paolos Stimme und Ausstrahlung gleicht einiges aus. Und ins Ohr geht die Melodie natürlich.
7 Punkte
Wieder begeisterte Rufe im Publikum. Hätte man gar nicht gedacht, so schick wie da gekleidet sind.
9. Denise „Die Nacht der Lüge“
Musik: Joachim Heider; Text: Michael Kunze
Und es geht schon wieder um einen Fehltritt. Dieses Mal aber von einer Frau. Also wirklich, das muss Anfang der 80er ein ganz großes Thema gewesen sein. Denise trägt ein Oberteil wie das von Cornelia Jakobs vor einer Woche – nur mit gelben Lametta. Tolle Stimme hat sie, grrrr … so verrucht. Ich finde, dass ihre Gesichtssprache zu fröhlich ist für den Text und ihr Liebesgeständnis. „Frag nicht, was geschah, ich bin wieder da“ – willkommen in der Welt der offenen Partnerschaften. Schöner Herzschlag bei der Instrumentierung. Ach, das meintet Ihr mit den Ähnlichkeiten zu Roland Kaiser. Stimmt total! Geil, sie deutet den Fehltritt nicht nur an, sondern singt es ganz konkret. Aber es war ein Mann. Heute wäre das vielleicht eine Frau gewesen. Bei dem Text achtet man kaum auf die Musik. Die begleitet gut, ist aber nicht sooo überzeugend. Trotzdem toll.
8 Punkte
10. Hannes Schöner „Nun sag‘ schon Adieu“
Musik: Bernhard Vonficht, Harald Steinhauer; Text: Andrea Andergast
Hier bin ich ja voreingenommen. Als ich das Lied vor etlichen Jahren zum ersten Mal gehört habe, war ich total geflasht. Jetzt sind wir auch wirklich voll in den 80ern. Dazu Uptempo und dann noch ein Text, den man schön umdeuten kann. Wenn ich das richtig verstanden habe, war der Song seinerzeit auch ein Hit in der männlichen LGBT-Community. Mit Recht! Hannes trägt ein blaues Sakko, dazu ein gelbes Hemd mit einer ebensolchen Krawatte. Untenrum eine schwarze Lederhose? Druckvolle Instrumentierung beim Refrain. Ich liebe es immer noch. Und dann noch ein schönes Zwischenspiel. An Hannes‘ Ausstrahlung könnte man noch arbeiten. Sein Gesang ist sicher, seine Stimme passt, ist aber nicht außergewöhnlich. Ah, die Fassung ist auf 3 Minuten gekürzt.
10 Punkte
11. Jürgen Marcus „Ich würde gerne bei Dir sein“
Musik: Thomas Fuchsberger; Text: Joachim Fuchsberger
Der Sänger trägt einen mittelblauen Anzug, weißes Hamed und eine fliederfarbene Krawatte. Wie vorher schon Hannes hat er auch volles Haar bis zu den Schultern. Oh und weiße Schuhe. Das ging damals! Eine schöne Melodie, die aber vom Text lebt – finde ich zumindest. Und der ist etwas komisch, da er an seine Liebe immer dann denkt, wenn in der Natur was passiert. Naja, da fällt mir jetzt nicht mehr zu sein. Die Melodie ist schnell vergessen.
6 Punkte
Aber viele Bravo-Rufe im Publikum. Das taut jetzt ja richtig auf. Damit kommen wir dann zum Höhepunkt, warum wir hier heute versammelt sind. Was für ein Glück Nicole bei der Auslosung hatte. Es war wohl alles eine Fügung des Schicksals.
12. Nicole „Ein bißchen Frieden“
Musik: Ralph Siegel; Text: Bernd Meinunger
Das Lied kennen wir natürlich ALLE. Nicole sitzt mit ihrem ikonischen Kleid und der weißen Gitarre auf der Bühne und singt in die Kamera. Im Hintergrund ist eine große Harfe zu sehen. Nicole singt sauber und ihre Stimme ist natürlich sofort zu erkennen. Bei den ganz höhen Tönen wird sie etwas wackelig. Ein wahrer Moment der Gänsehaut und des Innehaltens. Wie kann ein Song auch 40 Jahre später noch so relevant und eben auch zeitlos sein. Der NDR muss sie einfach am 14. Mai in seinen Sendungen um den ESC aus Turin auftreten lassen. Natürlich jetzt noch die Tonartänderung und der Aufruf mit ihr zu singen. Das ist alles schon sehr geschickt gemacht. Und es zeigt, dass der Auftritt einfach auch wahnsinnig wichtig ist, damit es in der TV-Show funktioniert.
12 Punkte (auch wenn es nur 10 gibt)
Begeisterung auch hier im Publikum.
Nur 50 Minuten nach Sendungsbeginn haben wir alle zwölf Songs erlebt. Im Hintergrund ist schon die Punktetabelle zu sehen. Der Chor „Munich Voices“ wird vorgestellt. Es folgt ein Medley aus den zwölf Songs in umgekehrter Reihenfolge. Was es alles gibt! Die Künstler/innen kommen jeweils auf die Bühne, während ihr Song gespielt/gesungen wird und nehmen den Applaus entgegen. Das heißt für das Publikum jetzt, dass viel und lange geklatscht werden muss.
Aber wirklich, wie toll ist dieses Medley? Da hat sich Dieter Reit wirklich selbst übertroffen. Und beim Ohrwurm klatschen natürlich alle im Rhythmus mit. So muss es sein. Großes Finale des Medleys. So zelebriert man Musik!
Jetzt wird Rudolf Rohlinger, der Experte in Sachen Demoskopie, auf die Bühne geholt. Was für eine Hammer-Raucherstimme hat er eigentlich? Der hat aber auch einen Clown gefrühstückt. Infratest hat die 500 Vertreter „für uns alle“ ausgewählt. Jetzt erst nach dem Hören der Songs dürfen sie alle Lieder in eine Reihenfolge bringen. 150 Infratest-Mitarbeiter/innen nehmen die Wertungen „sicherheitshalber auf zwei Computern“ entgegen. Jetzt müssen wir aber warten.
Die Pausenunterhaltung übernimmt der Magier Vito Lupo. Er macht alles pantomimisch. Seine Kleidung ist sehr klassisch für einen Unterhaltungszauberer. Die Tricks sind auch zeitlos. Ich glaube aber, das könnte man bei der deutschen Vorentscheidung heute so nicht mehr bringen. Zumindest nicht in der Länge. So, nun ist er fertig und es gibt einen großen Tusch.
Und da kommt Rudolf Rohlinger mit einem Blatt Papier auf die Bühne. Bisher haben 53 Leute ihre Punkte abgegeben. Lady geht nach vorn. Aber Peter Pan übertrifft das noch. Haha, die 505 müssen korrigiert werden, es waren doch nur 405. Gleich dahinter die Nacht der Lüge. Und Nun Sag schon Adieu sogar noch mehr. Aber „Ein bisschen Frieden“ geht ganz klar in Führung.

Rudolf Rohlinger erklärt das Verfahren. Der Favorit der Zuschauer hat 12 Punkte bekommen, der Song auf dem 12. Platz nur einen Punkt. Die Auszählung erfolgt per „doppelt geprüfter Maschinenrechnung“. Bis zur nächsten Zwischenwertung muss jetzt Zeit überbrückt werden. Rohlinger zückt eine Zigarette (damals konnte man noch in Fernsehshows rauchen). Zauberer Vito Lupo kommt dazu und macht Tricks mit ihm, seiner Zigarette und dem Einstecktuch. Rolinger kommentiert die Tricks, da Vito ja nichts sagt. Teilweise moderiert er auf Englisch, wenn er mit dem Magier spricht.
Ein weiterer Tusch und es gibt den nächsten Zwischenstand. Jetzt mit 153 von 500 Stimmen. Entsprechend sind die Werte natürlich deutlich höher. Die Punkte werden wieder in der Startreihenfolge vorgetragen. „Schenk‘ mir eine Nacht“ geht als erster Song über die 1.000 Punkte-Schwelle. Peter Pan geht mit 1.251 Punkten deutlich nach vorn. Aber insgesamt waren die stärken Songs wohl am Ende dran. Rohlinger erkennt jetzt schon eine Tendenz.

Rolinger sagt, dass Deutschland 1956 beim ESC mit dem „Wartesaal zum großen Glück“ den zweiten Platz erreicht hätte. Und die Zahlen der letzten Jahre zeigen auch, dass wir fast immer die schlechtesten Bewertungen aus Österreich und der Schweiz bekommen haben. In den Kulissen sieht man jetzt auch die beiden Computer. Jetzt haben 258 Personen ihre Wertung abgegeben. Etwas mehr als die Hälfte also. Die Tendenzen verfestigen sich jetzt. „Peter Pan“ geht als erster über 2.000 Punkte.

Carolin Reiber meldet sich aus den Kulissen und führte kurze Interviews mit den Künstler/innen. „Nicole soll doch nicht so ernst schauen“, fordert Carolin. Ach, die Acts stehen alle auf der Bühne. Mitten im Interview kommt ein Tusch. Jetzt ist das Endergebnis da.

Mary Roos ist gerührt. Auch die Kinder von Paola freuen sich über mehr als 4.000 Punkte. Und dann geht es über 5.000 Punkte für „Ein bißchen Frieden“. Das ist der Gewinner! Carolin Reiber holt Ralph Siegel und Bernd Meinunger auf die Bühne zum Siegerinterview (Bild unten). Ja, Carolin, wir drücken alle die Daumen für Harrogate am 24. April 1982.

Nicole umarmt einige der Künstler – und auch Ralph Siegel. Dann darf sie noch einmal ran. Sie nimmt ihre Gitarre und geht auf ihren Hocker. Es erklingt zum zweiten Mal heute „Ein bisschen Frieden“ in voller Länger. Herzlichen Glückwunsch, Nicole – sowie Ralph Siegel und Bernd Meinunger! Mit diesem Erfolg seid Ihr für die deutschen ESC-Fans unsterblich geworden. Lustigerweise wird beim Siegerauftritt noch einmal die Startnummer 12 mit eingeblendet.
Nach dem Vortrag ist Nicole sichtlich gerührt. Und dann setzt auch schon wieder das Orchester ein und die Show ist vorbei. Wir wissen natürlich, wie es anschließend weiterging in Harrogate. Aber es ist schön, sich einmal an die Situation vor 40 Jahren zurückzuerinnern.
Vielen Dank an alle, die heute Abend mit dabei waren und mitkommentiert haben. Kommt gut in die Nacht und hoffen wir, dass das Lied bald wahr wird und wir sogar noch mehr als nur ein bisschen Frieden haben, nämlich vollständigen Frieden. Gute Nacht aus Hamburg!
Wer nicht warten oder beim Live-Blog dabei sein konnte, kann die Vorentscheidung natürlich jederzeit einfach so sehen. Hier ist die Ausstrahlung, die vor einiger Zeit auf ONE lief. Alle, die dabei sein wollen, drücken erst um 20:15 Uhr auf Start und verfolgen die Show dann gemeinsam mit uns in normaler Geschwindigkeit – so, wie sie am 20. März 1982 ausgestrahlt wurde.
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Gibt‘s einen Twitter Hashtag? Dann kann man schön über die nicht Nicoles herziehen 🌚
Jk, coole Idee von euch. Ich mach mit.
Was hat das jetzt bitte mit Masked Singer zu tun?
Nichts.😀😉
Die Startnummer 10 heißt Hannes Schöner (nicht Schröder) und war 30 Jahre Mitglied der Kölner Band Höhner.
Jawohl!!!!
Einfach undenkbar, Hey Kölle ohne ihn….
Danke für den Hinweis, ist korrigiert.
Wow da muss der Tatorr tatsächlich mal später nachgeholt werden, klasse Idee !!!!
Auf Eurovisionagain gibts dann immer eine neue aktuelle Abstimmung !?!?
.
Mein Tipp Marianne gewinnt und wir bringen uns – wie später dann so oft – mal wieder um den Sieg 😋
Oder jedenfalls um einen halbwegs erträglichen Platz
Andererseits war mit dem Sieg der Grand Prix in D. auf lange Zeit fest in Schlagerhand, obwohl in diesem Jahrzehnt soviel in der deutschen Musikszene passiert ist, und Schlager eigentlich nur noch ein Randphänomen war. Ok, mir war das damals egal, ich hatte wirklich besseres zu tun, ab zurückblicken hätte das auch anders laufen köennen
Der Tatort läuft quasi direkt im Anschluss auf ONE (21:45 Uhr).
Danke für den Tipp, muss aber in die Heia, nehm ich lieber auf für Montag dann
Ach, diese Nicole mag vielleicht der Fan-Favourite sein, aber die gewinnt das niemals, letzter Startplatz hin oder her. Bei den ganzen großen Namen im Feld wird sie es als relative Newcomerin sehr schwer haben 😉
Sehe ich auch so. Schliesslich ist sie ja auch „nur ein Mädchen, das sagt, was es fühlt“
Ich könnte mir vorstellen, das Denise ( geboren als Heike Hilscher ) heute Abend nicht startet.
Bei ihrem Lied ist soviel von Roland Kaiser geklaut, das er es eigentlich gleich selber singen sollte .. 😉
Aber wer kann es den Autoren von „Dich zu lieben“ (u.a.Joachim Heider ) verübeln.
Der Song war 1981 ja echt erfolgreich und meine Mama hat es ständig geträllert …
Fun Fact Werner Böhm komponiert ein Lied für seine damalige Frau Mary Roos und singt selbst als Gottlieb Wendehals ein Lied von jemand anderem
Noch mehr Verwandtschaft:
Mel Jersey und Texterin Judith Jupe sind ein Ehepaar und in der Volksmusik als Heimatduo Judith und Mel bekannt
Thomas und Texter Joachim “Blacky”Fuchsberger sind Sohn und Vater
Als kleine Ergänzung hier noch ein schöner Song, der leider in der Radio-Vorrunde hängen geblieben ist (dabei hat es der BR ja sonst fast jedes Jahr geschafft, einen heimischen Mundart-Song in die Show zu bringen). Nach Harrogate wären The Days so oder so nicht gefahren, aber sie hätten das Feld sicherlich mehr bereichert als dieses schlimme Wendehals-Macherk.
Wie geil! Es gab statt Schnelldurchlauf eine Medley in umgekehrter Reihenfolge vom Orchester Dieter Reith gesungen von den Munich Voices. Ganz großes Kino!
Der von Jennifer Kemp besungene Phönix aus der Asche hat einer anderen Lady 32 Jahre später viel mehr Glück gebracht.
Lady? Dass ich nicht lache :DDD
Was ganz anderes zum Streamen: Die ukrainische Band Beton hat „London calling“ von The Clash gecovert, sehr guter Text. Gerne öfter streamen, alles Geld geht an Ukrainer – Kyiv calling.
https://youtu.be/9guzUoTNxeE
Schade, das schaffe ich leider nicht. Ganz viel Spaß heute Abend.
Super Idee, dieser Liveblog! Ich glaube, ich war damals für Paola mit Peter Pan. Obwohl – natürlich war ich eigentlich 1982 noch gar nicht geboren… hüstel
Du warst bestimmt ein reizendes Neugeborenes mit exquisitem Musikgeschmack. 😉
Ich war gerade halb sieben als das lief😉 ich kann mich nicht dran erinnern ob ich das gucken durfte oder ob das bei uns geguckt wurde
WTF … super Idee! Ich versuche, dabei zu sein.
Super idee! Ich würde mir sowas für die älteren esc’s wünschen.
Ich würde gerne mitkommentieren und mitlästern. Ich finde es hier aber schwierig, weil die kommentare ziemlich lange brauchen bis sie erscheinen und so eine diskussion fast unmöglich wird.
Ich dachte das liegt an meinen Geräten🤔 gut zu wissen das das Oroblrm wohl andere auch haben
Thilo, vor allem wenns viele user hat, wirds schwierig. Bei mir dauert es manchmal bis 10 minuten.
Hallo zusammen, das liegt aber nicht an der Seite, sondern an den Browsern, die ihr verwendet. Ihr könnt zum Beispiel mal versuchen, die Seite statt mit F5 mit Strg+F5 zu aktualisieren oder einen anderen Browser zu verwenden. https://www.lichtweb.ch/aenderungen-website-werden-nicht-angezeigt/ Bei mit werden die Änderungen mobil und in Chrome zum Beispiel immer sofort angezeigt, in Safari auf dem Mac aber nur zeitverzögert. Das ist aber dann nicht Kommentar-spezifisch, sondern gilt etwa auch für neu veröffentlichte Artikel.
Das ist wirklich das erste Mal überhaupt, dass ein Mac-Fan sagt, dass etwas da nicht absolut perfekt ist – Glückwunsch 😉 xx.
Ich habe nicht mal einen Mac 🙂
Ich wunderte mich schon… wir down to earth guys haben die ja eher nicht. Ich hab auch ne gewisse Verzögerung bei den Kommentaren im Firefox, ist aber nicht tragisch. Ihr macht das immer alles sehr gut, danke!
Bei mir lief es über Safari eigentlich bis letzten Donnerstag perfekt. Aber dann habe ich ein Update von meinem Mac gemacht, und seitdem hängt es auch bei mir ab und zu.
Auch escradio verabschiedet sich nach ca. drei Liedern.
Wobei escape perfekt läuft, höre ich seitdem eigentlich nur noch auf dem Rechner. Finde ich mittlerweile sowieso besser.🙂
Ich hätte einen Verbesserungsvorschlag wie man zumindest den deutschen VE bezugnehmend auf die Moderation wieder auf Vordermann bringen kann:
Man nehme eine aus der Volksmusik-Szene etablierte Moderatorin und lässt sie den deutschen VE moderieren. Für all diejenigen, denen dieser Vorschlag jetzt etwas zu hard-core erscheint denen sei gesagt, dass man es alternativ auch mit einer Tagesschau-Sprecherin namens Judith Rakers versuchen könnte (der Alternativ-Vorschlag war meinerseits wiederum ernst gemeint).
Ich kann mich an die Moderatorin Caroline Reiber gar nicht mehr erinnern. Eigentlich überhaupt nicht mehr. Der erste ESC, den ich wahrgenommen habe war ohnehin derjenige von 1986 aus Bergen. Dasselbe gilt auch für den dazugehörigen deutschen VE.
Wenn es Leute gibt, die offen zu ihrem Alter stehen, die können mir ja Mal antworten wie den die Moderatorin Caroline Reiber von der Öffentlichkeit so wahrgenommen wurde. Das würde mich wirklich mal interessieren. Ich habe extra deswegen gerade eben mit meiner Mutter genau wegen dieser Frage telefoniert und die empfand Caroline Reiber als eine Frau, die stets in ihrer „eigenen heilen Welt“ gelebt hat aber ihre sehr sympathische Art konnte man ihr trotzdem nicht absprechen.
Eine Tagesschau-Sprecherin als Moderatorin des Vorentscheids hatten wir erst (2018?) und das war ein Reinfall erster Güte.
@inga:
Ich habe mich konkret auf Judith Rakers bezogen und nicht auf irgendwelche anderen. Aber so schlecht fand ich Linda Zervakis jetzt gar nicht. Ich denke man könnte auch eine Person nehmen, die noch keine Erfahrungen als Moderatorin gesammelt hat wie Sophia Thomalla. Hauptsache mal jemand ganz anderes als Barbara Schöneberger. Ich finde sie zwar durchaus gut. Aber ich glaube auch eine Abwechslung in der Moderation tät dem VE mal ganz gut.
@Inga
„Reinfall erster Güte“ fand ich gar nicht. Fand ich eigentlich sehr angenehm. Besser als die Jahre davor und danach.😉
Wie oft verstehe ich deinen kommentar nicht ganz. Wenn 1986 dein erster esc war, den du wahrgenommen hast, müsstest du mind.jahrgang 82 haben. Dann müsstest du caroline reiber aber kennen.
@ Rainer 1:
Ich bin sogar Jahrgang 1975. Natürlich kenne ich erst Mal Caroline Reiber namentlich. Aber nicht als Moderatorin. Bei uns lieg zu Hause sehr selten Fernseher. Mein Vater war damals in seiner Freizeit noch aktiv in unserem Dorfverein als Fußballer und meine Mutter fand daran durchaus gefallen, dass sie immer mit ging. Da ich selbst aktives Mitglied unseres örtlichen Leichtathletik-Vereins war und aktiver 800-Meter-Läufer war ich außerhalb der Schule auch stets auf dem Sportplatz, um entweder zu trainieren oder an irgendwelchen Wettkämpfen teilzunehmen.
Ich weiß noch, dass es ein permanenter Streit mit meinen Eltern war bis ich mit SIEBZEHN Jahren endlich meinen eigenen Fernseher in mein Zimmer bekam.
Aber in meiner Kindheit lief, wenn der Fernseher eingeschaltet wurde eigentlich nur die Tagesschau, die Sportschau, die Schwazwaldklinik, diese Drombuschs, Wetten dass, Verstehen Sie spaß mit Kurt Felix und Paola oder unter der Woche Aktenzeichen XY ungelöst oder der große Preis mit Wim Thoelke.
Ich bin da wirklich sehr harmonisch aufgewachsen und mein Leben mit meinen Eltern spielte sich entweder im Sportverein ab und wenn wir zu Hause waren liefen nur die oben genannten Sendungen oder es lief das Radio. Da ich Schwabe bin war das natürlich SWR 3 und da war eine Caroline Reiber nicht präsent. Jetzt sind auch heute noch meine Eltern kein Fan der Volksmusik und daher wurden die Sendungen mit einer Caroline Reiber nicht eingeschaltet.
Ich kenne sie daher wirklich nur vom Namen her, aber nicht als tatsächliche Moderatorin.
Schwabe war klar – gut dass Du im Norden Asyl bekommen hast ;-). Reiber war furchtbar steif, ein Produkt der Nachkriegszeit – aber trotzdem besser als die mich dauerhaft nervende Schöneberger.
1993 moderierte Frau Reiber übrigens u.a. auch „Der große Preis“.
Ich habe Caroline Reiber als sehr hölzern und humorbefreit in Erinnerung, als Kind mochte ich sie nicht.
Hab grad mal gespickt, sorry, konnte nicht anders. Interessanterweise nennt sich die Sendung Endausscheidung und nicht Vorentscheid.
Das macht Sinn, denn falls es 1982 genauso lief wie in den Jahren darauf, wurden aus 24 Titeln in zwei RadioVORausscheidungen 12 Titel, die dann in die deutsche FernsehENDausscheidung kamen (und Floppy1992s Kommentar weiter oben legt dies nahe).
Die deutsche „Endausscheidung“ 1982 war das Erste, was ich jemals vom Grand Prix im Fernsehen gesehen habe. Ich war damals für „Die Nacht der Lüge“ von Denise, nicht weil ich irgendeine Ähnlichkeit zu Roland Kaiser erkannt hätte, sondern weil mir der Name „Denise“ irgendwie gefiel und auch die Ansage von Carolin Reiber – nun, inzwischen haben sich meine Kriterien zur Bewertung von Grand-Prix-Songs glücklicherweise etwas weiter entwickelt 🙂
Leider durfte ich 1982 den internationalen Grand Prix nicht anschauen, 1983 musste ich am Grand-Prix-Termin mit meinen Eltern zu einer Theateraufführung von „Professor Unrat“ (interessanterweise mit Katja Ebstein), ich konnte nur noch die letzten Minuten der Wertung miterleben, sodass ich bis 1984 für meinen ersten „richtigen“ Grand Prix warten musste. Seitdem habe ich keinen mehr verpasst.
Ah interessant. Danke der Aufklärung.
Brave Eltern, die ihren Bub frühzeitig richtige Kultur beibringen.
Bestimmt auch mit dem Hintergrund du sollst aus deinem Leben was machen und nicht so viele triviale „Singsangsong „Shows sehen und dann vielleicht enden wie Rosa ( Lola-Lola) … 😂 😉
Ich fand Paola damals toll, wenn ich es heute sehe finde ich diese Kindershow ganz gruselig. Und Wie Phönix aus der Asche wegen der Röhrenglocken die zum Einsatz kamen. Beim ESC hatte ich dann Konfirmation am nächsten Tag und die ganze Verwandtschaft hat während der Show nur reingequatscht und sich nicht wirklich dafür interessiert…
@goynen67:
Ich hab mir gerade eben den VE hier auf ESC kompakt angesehen und muss sagen, dass ich das Lied von Paola auch besser finde als Nicole und ein bisschen Frieden. Wobei ich dieses Lied auch einen wirklich schönen ESC-Siegersong finde. Aber hätte ich mir damals den VE angesehen und mit gevotet, dann wäre meine Stimme wohl an Paola Felix gegangen. Aber vielleicht bin ich jetzt auch nicht objektiv. Du weißt ja, als emotionaler Italiener hat eine Halb-Italienerin bei mir ohnehin die besseren Karten, als eine Saarländerin. Wenn mir beide Lieder sehr gut gefallen, dann spielen solche Sachen eben eine Rolle.
Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern und dennoch fühlt es sich an, wie aus einem anderen Leben, weil schon so lange her. Nicole kannte ich vorher durch „Flieg nicht so auch“, sie trat damit glaube ich im Musikclub auf. Wir kamen damals von einer Hochzeitsfeier, als Nicole den Vorentscheid gewann. Die gute alte Zeit 🙂
„Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund“ mag ich viel lieber.
Ich kann aus österreichischer Sicht etwas beitragen: 1982 war der zweite ESC den ich in voller Länge mitverfolgt habe. Für Österreich trat damals das Duo Mess mit „Sonntag“ an. Ich war ein großer Fan davon und sehr über den neunten Platz enttäuscht. Ich kann mich erinnern, dass sie in den Wetten auf Platz 4 lagen. Ich kann mich auch erinnern, dass in österreichischen Zeitungen berichtet wurde, dass sich Nicole abfällig über den kurzen Rock der österreichischen Sängerin geäußert hat 😉 und an das Raunen im Saal als Österreich Deutschland einen Punkt gab.
Mann, waren das noch Zeiten, als man seinen ESC Beitrag erst wenige Wochen vor dem ESC wählte und nicht alle Beiträge schon bis Mitte März feststehen mussten. Früher war alles so viel einfacher und besser!
Vor der TV-Sendung „Ein Lied für Harrogate“ gab es vier Wochen zuvor die zweistündige Radiovorentscheidung bei allen ARD-Hörfunksendern mit 24 Liedern. Die Radiohörer wurden nach dem Abspielen der 24 Titeln aufgefordert per Postkarte für ihren Favoriten abzustimmen. Nicoles „Ein bisschen Frieden“ kam nach der Auszählung auf Platz 12 und nur wenige Stimmen mehr als der Dreizehnte. So hätte Nicole im ungünstigen Fall es nicht zum Finale geschafft. Aber egal. Die Geschichte wurde geschrieben wie bekannt!
Von allen Songwritern ist wohl Bernd Meinunger (Textdichter von „Ein bisschen Frieden“) nach wie vor ganz gut im Geschäft, denn viele Künstler haben bei ihren Songs einen Text von ihm. Nicht nur aus der Schlagerbranche, denn auch für die Songs vom Comeback-Album von „Vanilla Ninja“ im letzten Jahr war er -unter seinem Pseudonym John O’Flynn- beteiligt! Unter diesem Pseudonym schreibt Bernd Meinunger seine englischen Songtexte.
Hier findet ihr, nach Jahren geordent, eine Liste seiner geschrieben Songs bzw. Songtexte:
https://hitparade.ch/showperson.asp?name=Bernd+Meinunger&order=year
Danke für den Link. Die Liste ist ja der Hammer, was da alles für Songs bei sind. Wow, was für ein kreativer Kopf.
Wie geil, er hat auch einen Song zu Hui Buh geschrieben, der von Michael Schanze und Hans Clarin gesungen wird. Das wusste ich gar nicht, obwohl ich die Hörspiele so geliebt habe 🙂
Schade, dass es Marianne Rosenberg nie zum ESC geschafft hat.
1975 „Er gehört zur mir“, 1978 „Nein, weinen werd‘ ich nicht“ und „Lieder der Nacht“ in franz. für Luxemburg,
1981 „Ich werd‘ da sein wenn es Sturm gibt“ und das furchtbare „Blue Jeans Kinder“ 1982, dass sie nur auf Druck der Plattenfirma sang.
https://www.stadlpost.at/marianne-rosenberg-dieses-lied-moechte-sie-nicht-mehr-singen/
Ich werd‘ da sein wenn es Sturm gibt war 1980
korrekt !
Erstaunt mich, dass Blacky Fuchsberger mal zum ESC wollte. 1982 war der perfekte Zeitpunkt zum Gewinnen des ESC. Die VEs danach waren deutlich schwächer.
Mir haben die Vorentscheidungen von 1985 und 1986 auch noch sehr gut gefallen. Wenn man sieht wie erfolgreich Deutschland in dieser Zeit war obwohl die Vorentscheidungen auch total Abseits des aktuellen Musikgeschehens waren ist man aus heutiger Sicht schon erstaunt. Naja der ESC selber war damals natürlich auch nicht auf der Höhe der ( musikalischen) Zeit….
Kann mich an die beiden VEs auch noch gut erinnern. Fand ich auch ganz gut. 1985 war das Moderationsduo, glaube ich, auf Rollschuhen unterwegs. Wahrscheinlich kam deshalb die Moderation ziemlich hölzern daher, weil sie sich darauf konzentrieren mußten, dass sie nicht stürzen.
Überhaupt fand ich die VEs, die der Bayerische Rundfunk organisiert hat, sehr unterhaltsam, und auch vom musikalischen Angebot gar nicht mal so schlecht.
Okay, Caroline Reiber – spießiger ging es schon fast gar nicht mehr, aber immer noch besser als eine hyperaktive, dauerschreiende Barbara Schöneberger (mMn).
@Gaby:
Also meine Eltern – und da sind sie sich beide darin einig – sagen – dass der deutsche VE 1985 sowohl was die Songauswahl betraf, als auch die Moderation selbst der beste VE war den es gab. Wenn sogar mein Vater mir das bestätigt hat, dessen ESC-Interesse gleich null ist und er nur deswegen den ESC und die VE-Shows ansieht, weil meine Mutter dies macht, dann hat das zumindest für mich echt was zu bedeuten.
Aber der ESC 1985 war eben noch vor meiner zeit, da der erste ESC und die erste VE für mich erst 1986 war, was ich zur Kenntnis genommen habe.
Mister Fisto -Rein und klar wie es früher war. Das war der absolute Schrei ……Ich lach mich immer noch kaputt über diesen Auftritt.
Wäre toll, wenn mal jemand die B-Seite auf YouTube hochladen könnte („Die Musik ist zu laut“).
Der Song war einfach ein Meisterwerk! 🙂 Einer der besten Vorentscheidslieder für mich.
Hannes oder gar nix! 😉
Dreimal Zustimmung zu Beiträgen drüber:
– Mister Fisto (1986) waren in der Tat toll
– 1985 war der beste deutsche Vorentscheid, den ich kenne
– „Nun sag‘ schon Adieu“ von Hannes Schöner ist super
E gab schon einige Perlen beim Vorentscheid in der 80 Jahren, Die Nacht der Lüge, König und Dame, Nun sag schon Adieu,Unendlich weit,Ich wird da sein wenn es Sturm gibt,Mein Transistor Radio, Sternenland,Pan und einige mehr
[…] bisschen Frieden“ eingespielt, wie die Hamburger MoPo zu berichten weiß. Und das Portal ESC-aktuell erinnert auch an das 40-jährige Jubiläum von „Ein Lied für […]
esc-aktuell kannte ich noch gar nicht, danke für den Tipp! 😉
Uhrenvergleich: https://www.timeanddate.de/uhrzeit/
Manchmal sind bei ESC Stuff leider die Lieder nicht verfügbar und entweder stumm oder rausgeschnitten, vermutlich, weil es irgendwo irgendwelche Copyright-Probleme gibt. Hoffentlich ist dem nicht so bei 1982. Ich bin gespannt, die VE habe ich noch nicht komplett geschaut. Die Bühne sah aber toll aus!
Und los …
Guten abend. Mir sind alle lieder ausser nicole und paola neu..
Internationale Endausscheidung…
Unter Endausscheidung stelle ich mir eigentlich etwas anderes vor…
Fürs Protokoll: 12 aus 807
Carolin Reiber lässt Bayrisch (ist das Bayrisch) so unattraktiv wirken, herrlich.
Guten Abend
Ich hab auch echt keine Ahnung, ob ich irgendein Lied bereits kenne, ausser den Siegertitel, deswegen konnte ich auch noch nicht abstimmen, wie lange sind die Leitungen heute offen ?
Mitglied der Rentnerband … das freut das Rentnerforum.
500-800 mio. Das waren noch zeiten
Das Publikum rast vor Begeisterung.
Gottfried macht mir Angst. Immerhin erinnert seine Show etwas an Guildo Horn.
2 Stimmen hat dieses Lied im Blog bekommen…. 🤔 Man hat sich wahrscheinlich vertippt….
Ohrwurm passt ja wohl eher auf ne Karnevalsbühne
…vielleicht 1974… heute auf keinen Fall….
„Reihenfolge notariell verlost?“ *Hust*
Severine hat ja 11 Jahre zuvor den ESC tatsächlich gewonnen mit so einem richtig miesen Song. Hoffentlich ist der Song weniger fürchterlich.
„Ich wundere mich, wie ich das ertrag'“ – Ja, das denke ich bei Deinem 1971-Song auch.
Séverine mit den Vorhängen vom
Holiday Inn. Das Lied gehört zu den besseren des Abends.