Live-Blog: 40 Jahre „Ein Bisschen Frieden“ – Vorentscheidung „Ein Lied für Harrogate“ … Again

Heute auf den Tag genau vor 40 Jahren nahm Nicole den größten Schritt auf ihrem Weg zum ersten deutschen Sieg beim Eurovision Song Contest, der damals noch regelmäßig „Grand Prix“ genannt wurde. Mit ihrem Song „Ein bisschen Frieden“, der heute aktueller ist denn je, gewann sie die von Carolin Reiber moderierte Vorentscheidung „Ein Lied für Harrogate“. In Anlehnung an das Format „Eurovision Again“, bei dem alte ESC gemeinsam geschaut und kommentiert werden, möchten wir heute Abend ab 20:15 Uhr in Erinnerungen schwelgen und gemeinsam mit Euch auf Youtube die Vorentscheidung sehen. Wir begleiten die Sendung mit einem Live-Blog und freuen uns auf Eure Kommentare!

In den Jahren von 1977 bis 1987 hatte Deutschland eine bisher einmalige Erfolgsserie beim ESC. Das Jahr 1982 sollte da keine Ausnahme sein. Die Vorentscheidung war großartig besetzt mit Künstler/innen, die auch heute noch zum Teil im Musikgeschäft sind; zumindest sind die meisten Namen aber geläufig: die ESC-Siegerin Séverine, die ESC-Dritte Mary Roos, die ESC-Fünfte Paola, Marianne Rosenberg, Jürgen Marcus, Gaby Baginsky, Gottllieb Wendehals…

Wir drehen heute Abend die Uhr exakt 40 Jahre zurück und verfolgen mit Start um 20:15 Uhr die Vorentscheidung, die seinerzeit aus dem Fernsehstudio 4 des Bayerischen Rundfunks in München übertragen wurde.

Auf vielfachen Wunsch starten wir noch eine Umfrage nach Euren Favoriten für „Ein Lied für Harrogate“.

Welche maximal drei Songs von "Ein Lied für Harrogate" (Vorentscheidung 1982) gefallen Dir am besten?

  • Nicole „Ein bißchen Frieden“ (27%, 101 Votes)
  • Paola „Peter Pan“ (17%, 65 Votes)
  • Mary Roos & David Hanselmann „Lady“ (17%, 65 Votes)
  • Hannes Schöner „Nun sag‘ schon Adieu“ (12%, 46 Votes)
  • Marianne Rosenberg „Blue-Jeans-Kinder“ (8%, 29 Votes)
  • Denise „Die Nacht der Lüge“ (5%, 19 Votes)
  • Séverine „Ich glaub’ an meine Träume“ (5%, 17 Votes)
  • Jennifer Kemp „Wie Phönix aus der Asche“ (3%, 10 Votes)
  • Jürgen Marcus „Ich würde gerne bei Dir sein“ (2%, 9 Votes)
  • Gaby Baginsky „So wie Du bist“ (1%, 5 Votes)
  • Mel Jersey „Schenk‘ mir eine Nacht“ (1%, 4 Votes)
  • Gottlieb Wendehals „Der Ohrwurm“ (1%, 4 Votes)

Total Voters: 151

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Guten Abend aus Hamburg-Hohenfelde. Gleich beginnt die deutsche Endausscheidung in München. Wir haben Rotkäppchensekt (den gab es 1982 bereits, wenn auch nicht so verbreitet in Westdeutschland) kaltgestellt und freuen uns auf die Show. Gleich, um 20:15 Uhr fahren wir auf YouTube das Band ab.

Und jetzt geht es los. Samstagabend, 20:15 Uhr. Beste Sendezeit! Im Studio werden wir mit beschwingter Musik begrüßt. Im Hintergrund ist das alte Logo des Bayerischen Rundfunks zusehen. Und schon begrüßt uns Caroline Reiber im Studio 4. Es geht um den deutschen Beitrag für 27. Grand Prix.

1978 gab es in Deutschland 60 Lieder zur Auswahl, die zum ESC wollten. In diesem Jahr – also 1982 – waren es 807! Carolin Reiber berichtet von den großen deutschen Erfolgen beim ESC in den letzten (sehr erfolgreichen) Jahren. Vor einem Jahr hat Lena Valaitis nur um 5 Punkte den Sieg verpasst. Der Sieg beim Grand Prix wird als wichtigster Preis der Musikwelt angesehen.

Eine Fachjury hat aus 807 Lieder 24 ausgewählt, die im Radio vorgestellt wurden. Die Hörer/innen konnten dann ihre Lieblingsbeiträge auswählen. Oder waren es doch nur die 500 repräsentativen Personen, die vorher ausgewählt wurden? Im Studio ist das Dieter Reit Orchester und die Streichergruppe des Symphonieorchesters Gromke (oder so). Die Startreihenfolge der Lieder heute abends wurde ausgelost.

Und schon geht es los mit dem ersten Beitrag. Carolin Reiber stellt den Künstler vor und nennt die Komponisten/Texter.

1. Gottlieb Wendehals „Der Ohrwurm“ 
Musik: Harald Wolff Berg; Text: Beppo Pohlmann

Was für ein Auftakt: Spaßmusik gleich zum Auftakt. Das Publikum ist noch etwas reserviert. Gottlieb Wendehals trägt sein Schachbrett-Sakko mit rosafarbenen Hemd. Das Lied steht in bester Tradition von der Polonäse Blankenese, die im Frühjahr des Jahres die deutschen Charts angeführt hat. Oh, Prop: Der Ohrwurm steckt in einer Tuba. Diese wird von einem Musiker gespielt, der genauso gekleidet ist wie Gottlieb. „Immer in die Ohr’n will sicher bohr’n. Dieses Tier braucht keinen Bohrturm“. Die letzten Wiederholungen singt Gottlieb mit der Ohrwurm-Puppe auf dem Arm. Durchgedreht, aber lustig.

8 Punkte

Guter Applaus und ich meine auch ein, zwei Bravo-Rufe gehört zu haben. Nach einer kurzen Ankündigung geht es auch schon weiter mit dem nächsten Beitrag.

2. Séverine „Ich glaub’ an meine Träume“
Musik: Jack White; Text: Kurt Hertha

Die Sängerin trägt ein ausladendes Abendkleid in schwarz und weiß. Sie spielt bestens mit den Kameras und weiß, wo sie hinschauen muss. Die Stimme ist gut und natürlich ist der französische Akzent da. „Ich glaub‘ an meine Träumen, denn ich glaub‘ an Dich“ – gut, das kann auch Logik sein. Der Refrain ist beschwingter als die Strophe. Der Viervierteltakt hat durchaus Dynamik. Die Instrumentierung ist gut und es gibt einen Tonartwechsel! Love it. Séverine unterstreicht das schön mit ihren Armen. Großes Finale.

7 Punkte

Toll, wie Carolin Reiber das Mikro hält (übrigens ein Funkmikro – 1982 muss man das dazusagen).

3. Jennifer Kemp „Wie Phönix aus der Asche“
Musik: Alexander Gordan; Text: Norbert Hammerschmidt

Von der Sängerin hatte ich abgesehen von der Vorentscheidung noch nicht so viel gehört. Die Stimme ist tiefer als vorher die von Séverine. Ach, das baut sich schon zum Refrain auf. Wie melodiös (und auch ein bisschen vorhersehbar), aber toll. Jennifer trägt einen schwarzen Anzug mit Glitzer-Sakko und darunter eine rosa Satin-Bluse. Sie hat langes blondes Haar. Auch sie arbeitet aktiv mit der Kamera. „Und nun liegst Du neben mir“ – ja, Liebesträume können sich noch erfüllen. Toll, jetzt sehe ich auch die Glockenröhren. Phantastisch! Die könnte man auch beim ESC heute mal wieder einsetzen. War da gerade ein Tonartwechsel? Ach, ich bin ganz angetan.

9 Punkte

Leider ruft dieses Mal keiner Bravo. Dann mache ich das eben. Was für ein Tempo haben wir hier eigentlich? Die Show ist kaum 15 Minuten alt und schon haben wir drei Songs erlebt.

4. Mel Jersey „Schenk‘ mir eine Nacht“
Musik: Mel Jersey; Text: Judith Jupe

Hier singt der Komponist noch selbst. Mel trägt einen cremefarbend-beigen Anzug, weißes Hemd und anthrazitfarbene Fliege und Weste. Ach, der Refrain klingt wie ein sehr typischer Schlager aus den späten 70ern (oder eben doch 80ern). Wenig überraschend geht es hier auch mal wieder um Liebe bzw. den Austausch von Körperflüssigkeiten. Oder? Er ruft doch eher nach einem One-Night-Stand. Bei der melodischen Instrumentierung kann man sich diese deutliche Botschaft kaum vorstellen. Die Stimme ist sauber und kräftig, schmeichelt aber nicht zu sehr. „Liebe – das ist wie ein Sturm, der vorüberzieht.“

6 Punkte

5. Gaby Baginsky „So wie Du bist“
Musik: Dietmar Kawohl; Text: Michael Kunze

Ihren Hit „Der Rum von Barbados“ hatte sie doch vorher, oder? Die Strophe hat eine Art Country-Sound. Der Refrain hat dann Walzercharakter. Da kann man gut zu tanzen. Die Sängerin trägt ein apricot-cremefarbendes Trägerkleid. Inhaltlich scheint sie ziemlich von ihrem Typen enttäuscht zu sein und man fragt sich, was der ihr denn eigentlich gibt. Heute würde man das wohl toxische Beziehung nennen. Oder ist das einfach ein Aufruf an Ehefrauen, in Bezug auf die Männer Fünfe grade sein zu lassen, damit die Scheidungsraten nicht explodieren? Da scheint sich gesellschaftlich in den letzten 40 Jahren dann doch viel getan zu haben.

5 Punkte

Und jetzt kommt das erste Siegel-Meinunger-Lied. Und wie heute schon jemand kommentiert hat, mochte Marianne das Lied überhaupt nicht. Mal schauen, wie überzeugend sie es transportiert.

6. Marianne Rosenberg „Blue-Jeans-Kinder“
Musik: Ralph Siegel; Text: Bernd Meinunger

Oh, schon mit ersten Zeile wird deutlich, dass das anspruchsvoll zu singen ist, auch wenn die Melodie nicht so kompliziert klingt. Da sieht man aber auch, was Marianne Rosenberg musikalisch so drauf hat. Sie steht in einem blauen Kleid mit Puffärmeln auf der Bühne. Inhaltlich geht es ja auch zurück in die bessere Zeiten – ein bisschen wie bei Malik in diesem Jahr. Das Ganze ist schon sehr melancholisch. Ja, und dann die Auflösung mit Tonartwechsel. Schönes Outro. Der Titel ist trotzdem etwas gewollt.

6 Punkte (2 davon für Marianne als Künstlerin)

Begeisterte Rufe im Publikum. Und wir haben die Hälfte schon geschafft. Hammer-Tempo. Und weiter geht es mit Mary, die schon den dritten Platz beim ESC geholt hatte.

7. Mary Roos & David Hanselmann „Lady“
Musik: Werner Böhm-Thorn; Text: Michael Chambosse

Mary trägt lilafarbenes Trägerkleid mit einem Schal um die Hüfte, er trägt Anzug mit Fliege. Seine Stimme ist schon sehr hoch, dass man manchmal nicht weiß, ob er oder sie singt. Ach, der Refrain …. ein Traum!!! Und wie die beiden dabei strahlen. Ich finde sowieso, dass ihr Zusammenspiel prima ist. Musikalisch könnte der Song problemlos zu der Zeit (oder etwas früher) auch in den USA ein Hit gewesen sein können. Lustig, dass auch hier wieder ein Aufruf gestartet wird, dass man dem Partner seinen Freiraum geben soll, auch wenn man mal getrennte Wege geht (wo genau die auch hinführen). Laaange Töne zum Schluss und ein begeistertes Publikum.

10 Punkte (Höchstwertung)

Ich war ja noch nie ein Fan von Peter Pan, also der Figur. Insofern schaue ich mal, ob mich Paola, die ich natürlich verehre, hier überzeugen kann.

8. Paola „Peter Pan“
Musik: Ralph Siegel; Text: Bernd Meinunger

Sie trägt eine Kombination aus Apricot-Oberteil mit fluffigem Kragen und Ärmeln und weinroten Hosen. Sie hat fünf Mädchen mit auf der Bühne, die wirken als wären sie aus der „Nesthäkchen“-Verfilmung übrig geblieben. Ganz schlimm aus der Zeit gefallen. Aber Paola agiert schön mit ihnen. Und überhaupt: Zu der Zeit durften also noch Kinder auf die Bühne. Man vergisst ja schnell, dass nicht immer verboten war. Also, Paola, wenn Du mir schon eine Geschichte in einem Lied erzählen willst, dann doch lieber die vom „Teufel und dem jungen Mann“. Oh, nein, jetzt noch ein Chor mit den Mädchen. Aber Paolos Stimme und Ausstrahlung gleicht einiges aus. Und ins Ohr geht die Melodie natürlich.

7 Punkte

Wieder begeisterte Rufe im Publikum. Hätte man gar nicht gedacht, so schick wie da gekleidet sind.

9. Denise „Die Nacht der Lüge“
Musik: Joachim Heider; Text: Michael Kunze

Und es geht schon wieder um einen Fehltritt. Dieses Mal aber von einer Frau. Also wirklich, das muss Anfang der 80er ein ganz großes Thema gewesen sein. Denise trägt ein Oberteil wie das von Cornelia Jakobs vor einer Woche – nur mit gelben Lametta. Tolle Stimme hat sie, grrrr … so verrucht. Ich finde, dass ihre Gesichtssprache zu fröhlich ist für den Text und ihr Liebesgeständnis. „Frag nicht, was geschah, ich bin wieder da“ – willkommen in der Welt der offenen Partnerschaften. Schöner Herzschlag bei der Instrumentierung. Ach, das meintet Ihr mit den Ähnlichkeiten zu Roland Kaiser. Stimmt total! Geil, sie deutet den Fehltritt nicht nur an, sondern singt es ganz konkret. Aber es war ein Mann. Heute wäre das vielleicht eine Frau gewesen. Bei dem Text achtet man kaum auf die Musik. Die begleitet gut, ist aber nicht sooo überzeugend. Trotzdem toll.

8 Punkte

10. Hannes Schöner „Nun sag‘ schon Adieu“
Musik: Bernhard Vonficht, Harald Steinhauer; Text: Andrea Andergast

Hier bin ich ja voreingenommen. Als ich das Lied vor etlichen Jahren zum ersten Mal gehört habe, war ich total geflasht. Jetzt sind wir auch wirklich voll in den 80ern. Dazu Uptempo und dann noch ein Text, den man schön umdeuten kann. Wenn ich das richtig verstanden habe, war der Song seinerzeit auch ein Hit in der männlichen LGBT-Community. Mit Recht! Hannes trägt ein blaues Sakko, dazu ein gelbes Hemd mit einer ebensolchen Krawatte. Untenrum eine schwarze Lederhose? Druckvolle Instrumentierung beim Refrain. Ich liebe es immer noch. Und dann noch ein schönes Zwischenspiel. An Hannes‘ Ausstrahlung könnte man noch arbeiten. Sein Gesang ist sicher, seine Stimme passt, ist aber nicht außergewöhnlich. Ah, die Fassung ist auf 3 Minuten gekürzt.

10 Punkte

11. Jürgen Marcus „Ich würde gerne bei Dir sein“
Musik: Thomas Fuchsberger; Text: Joachim Fuchsberger

Der Sänger trägt einen mittelblauen Anzug, weißes Hamed und eine fliederfarbene Krawatte. Wie vorher schon Hannes hat er auch volles Haar bis zu den Schultern. Oh und weiße Schuhe. Das ging damals! Eine schöne Melodie, die aber vom Text lebt – finde ich zumindest. Und der ist etwas komisch, da er an seine Liebe immer dann denkt, wenn in der Natur was passiert. Naja, da fällt mir jetzt nicht mehr zu sein. Die Melodie ist schnell vergessen.

6 Punkte

Aber viele Bravo-Rufe im Publikum. Das taut jetzt ja richtig auf. Damit kommen wir dann zum Höhepunkt, warum wir hier heute versammelt sind. Was für ein Glück Nicole bei der Auslosung hatte. Es war wohl alles eine Fügung des Schicksals.

12. Nicole „Ein bißchen Frieden“
Musik: Ralph Siegel; Text: Bernd Meinunger

Das Lied kennen wir natürlich ALLE. Nicole sitzt mit ihrem ikonischen Kleid und der weißen Gitarre auf der Bühne und singt in die Kamera. Im Hintergrund ist eine große Harfe zu sehen. Nicole singt sauber und ihre Stimme ist natürlich sofort zu erkennen. Bei den ganz höhen Tönen wird sie etwas wackelig. Ein wahrer Moment der Gänsehaut und des Innehaltens. Wie kann ein Song auch 40 Jahre später noch so relevant und eben auch zeitlos sein. Der NDR muss sie einfach am 14. Mai in seinen Sendungen um den ESC aus Turin auftreten lassen. Natürlich jetzt noch die Tonartänderung und der Aufruf mit ihr zu singen. Das ist alles schon sehr geschickt gemacht. Und es zeigt, dass der Auftritt einfach auch wahnsinnig wichtig ist, damit es in der TV-Show funktioniert.

12 Punkte (auch wenn es nur 10 gibt)

Begeisterung auch hier im Publikum.

Nur 50 Minuten nach Sendungsbeginn haben wir alle zwölf Songs erlebt. Im Hintergrund ist schon die Punktetabelle zu sehen. Der Chor „Munich Voices“ wird vorgestellt. Es folgt ein Medley aus den zwölf Songs in umgekehrter Reihenfolge. Was es alles gibt! Die Künstler/innen kommen jeweils auf die Bühne, während ihr Song gespielt/gesungen wird und nehmen den Applaus entgegen. Das heißt für das Publikum jetzt, dass viel und lange geklatscht werden muss.

Aber wirklich, wie toll ist dieses Medley? Da hat sich Dieter Reit wirklich selbst übertroffen. Und beim Ohrwurm klatschen natürlich alle im Rhythmus mit. So muss es sein. Großes Finale des Medleys. So zelebriert man Musik!

Jetzt wird Rudolf Rohlinger, der Experte in Sachen Demoskopie, auf die Bühne geholt. Was für eine Hammer-Raucherstimme hat er eigentlich? Der hat aber auch einen Clown gefrühstückt. Infratest hat die 500 Vertreter „für uns alle“ ausgewählt. Jetzt erst nach dem Hören der Songs dürfen sie alle Lieder in eine Reihenfolge bringen. 150 Infratest-Mitarbeiter/innen nehmen die Wertungen „sicherheitshalber auf zwei Computern“ entgegen. Jetzt müssen wir aber warten.

Die Pausenunterhaltung übernimmt der Magier Vito Lupo. Er macht alles pantomimisch. Seine Kleidung ist sehr klassisch für einen Unterhaltungszauberer. Die Tricks sind auch zeitlos. Ich glaube aber, das könnte man bei der deutschen Vorentscheidung heute so nicht mehr bringen. Zumindest nicht in der Länge. So, nun ist er fertig und es gibt einen großen Tusch.

Und da kommt Rudolf Rohlinger mit einem Blatt Papier auf die Bühne. Bisher haben 53 Leute ihre Punkte abgegeben. Lady geht nach vorn. Aber Peter Pan übertrifft das noch. Haha, die 505 müssen korrigiert werden, es waren doch nur 405. Gleich dahinter die Nacht der Lüge. Und Nun Sag schon Adieu sogar noch mehr. Aber „Ein bisschen Frieden“ geht ganz klar in Führung.

Rudolf Rohlinger erklärt das Verfahren. Der Favorit der Zuschauer hat 12 Punkte bekommen, der Song auf dem 12. Platz nur einen Punkt. Die Auszählung erfolgt per „doppelt geprüfter Maschinenrechnung“. Bis zur nächsten Zwischenwertung muss jetzt Zeit überbrückt werden. Rohlinger zückt eine Zigarette (damals konnte man noch in Fernsehshows rauchen). Zauberer Vito Lupo kommt dazu und macht Tricks mit ihm, seiner Zigarette und dem Einstecktuch. Rolinger kommentiert die Tricks, da Vito ja nichts sagt. Teilweise moderiert er auf Englisch, wenn er mit dem Magier spricht.

Ein weiterer Tusch und es gibt den nächsten Zwischenstand. Jetzt mit 153 von 500 Stimmen. Entsprechend sind die Werte natürlich deutlich höher. Die Punkte werden wieder in der Startreihenfolge vorgetragen. „Schenk‘ mir eine Nacht“ geht als erster Song über die 1.000 Punkte-Schwelle. Peter Pan geht mit 1.251 Punkten deutlich nach vorn. Aber insgesamt waren die stärken Songs wohl am Ende dran. Rohlinger erkennt jetzt schon eine Tendenz.

Rolinger sagt, dass Deutschland 1956 beim ESC mit dem „Wartesaal zum großen Glück“ den zweiten Platz erreicht hätte. Und die Zahlen der letzten Jahre zeigen auch, dass wir fast immer die schlechtesten Bewertungen aus Österreich und der Schweiz bekommen haben. In den Kulissen sieht man jetzt auch die beiden Computer. Jetzt haben 258 Personen ihre Wertung abgegeben. Etwas mehr als die Hälfte also. Die Tendenzen verfestigen sich jetzt. „Peter Pan“ geht als erster über 2.000 Punkte.

Carolin Reiber meldet sich aus den Kulissen und führte kurze Interviews mit den Künstler/innen. „Nicole soll doch nicht so ernst schauen“, fordert Carolin. Ach, die Acts stehen alle auf der Bühne. Mitten im Interview kommt ein Tusch. Jetzt ist das Endergebnis da.

Mary Roos ist gerührt. Auch die Kinder von Paola freuen sich über mehr als 4.000 Punkte. Und dann geht es über 5.000 Punkte für „Ein bißchen Frieden“. Das ist der Gewinner! Carolin Reiber holt Ralph Siegel und Bernd Meinunger auf die Bühne zum Siegerinterview (Bild unten). Ja, Carolin, wir drücken alle die Daumen für Harrogate am 24. April 1982.

Nicole umarmt einige der Künstler – und auch Ralph Siegel. Dann darf sie noch einmal ran. Sie nimmt ihre Gitarre und geht auf ihren Hocker. Es erklingt zum zweiten Mal heute „Ein bisschen Frieden“ in voller Länger. Herzlichen Glückwunsch, Nicole – sowie Ralph Siegel und Bernd Meinunger! Mit diesem Erfolg seid Ihr für die deutschen ESC-Fans unsterblich geworden. Lustigerweise wird beim Siegerauftritt noch einmal die Startnummer 12 mit eingeblendet.

Nach dem Vortrag ist Nicole sichtlich gerührt. Und dann setzt auch schon wieder das Orchester ein und die Show ist vorbei. Wir wissen natürlich, wie es anschließend weiterging in Harrogate. Aber es ist schön, sich einmal an die Situation vor 40 Jahren zurückzuerinnern.

Vielen Dank an alle, die heute Abend mit dabei waren und mitkommentiert haben. Kommt gut in die Nacht und hoffen wir, dass das Lied bald wahr wird und wir sogar noch mehr als nur ein bisschen Frieden haben, nämlich vollständigen Frieden. Gute Nacht aus Hamburg! 

Wer nicht warten oder beim Live-Blog dabei sein konnte, kann die Vorentscheidung natürlich jederzeit einfach so sehen. Hier ist die Ausstrahlung, die vor einiger Zeit auf ONE lief. Alle, die dabei sein wollen, drücken erst um 20:15 Uhr auf Start und verfolgen die Show dann gemeinsam mit uns in normaler Geschwindigkeit – so, wie sie am 20. März 1982 ausgestrahlt wurde.



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229 Comments
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Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Das publikum geht aber voll ab…..hatte er sein gummihuhn noch nicht dabei?

Karin
Karin
4 Jahre zuvor

Severines Song auch so gar nicht mein Ding

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

Ihre Stimme empfinde ich immer noch als maximal unerträglich, aber immerhin kreischt sie nicht die vollen 3 Minuten wild durch wie vor 11 Jahren. Schönes Lied, und schönes Kleid.

MoleL
MoleL
4 Jahre zuvor

Severines Akzent ist echt entzückend

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor
Reply to  Douze Points

Mein Beileid. 😉

Uli Wagner
Uli Wagner
4 Jahre zuvor
Reply to  Douze Points

Das war der erste Grand Prix, den ich gesehen habe…

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor
Reply to  Douze Points

Ich auch sogar sehr

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Ein schöner akzent war damals voll in aber dieser vorhang ist scheusslich

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor

Also Severine macht das richtig gut. Man merkt die Erfahrung

goynen67
4 Jahre zuvor

Ich auch, aber es ging danach nur bergab….

Karin
Karin
4 Jahre zuvor

Jennifer, schöne tiefe Stimme, könnte meine Nr. 1 werden

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor
Reply to  Karin

Erinnert mich irgendwie an Margot Werner

Uli Wagner
Uli Wagner
4 Jahre zuvor
goynen67
4 Jahre zuvor

Oh das mochte ich damals

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

„Schenk‘ mir eine Nacht“ ist aber eine schöne Umschreibung für „Lass mich bitte ran“

Dina
Dina
4 Jahre zuvor
Reply to  Cali

😂

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor

Das schöne ist ja das alles in Landessprache ist 😊

italojeck
italojeck
4 Jahre zuvor

👏👍👏👍

Karin
Karin
4 Jahre zuvor

Mit dem Sturm, das hatten wir ja später noch mal besser, Mel

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Jennifer kemp hat mir sehr gut gefallen. Hätte sich in harrogate sicher auch gut gemacht.

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

Oh, Gabys Song klingt voll nach Spongebob. Ich mag es.

Uli Wagner
Uli Wagner
4 Jahre zuvor

Marianne singt ein Lied, das besser zu Nicole gepasst hätte, oder zu Andrea Jürgens…

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor

Ach du meine Güte da war Gaby Baginsky noch sehr jung und sehr nervös scheint mir

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

Hatte Marianne Rosenberg eigentlich jemals einen guten Vorentscheidssong? Selbst „Er gehört zu mir“ fand ich noch nie so pralle.

goynen67
4 Jahre zuvor

Rosenberg fand ich damals so gruselig, heute kann ich den Song schon besser hören, aber Sie ist so absolut nicht mein Fall, weder die Stimme, noch Sie als Künstlerin…

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Und schön braun waren sie alle damals))

Karin
Karin
4 Jahre zuvor

Mariannes Lied hat was von amazing grace und western, hat sie wirklich bessere Songs gehabt

inga
inga
4 Jahre zuvor

Ui, das Punlikum explodiert regelrecht.

inga
inga
4 Jahre zuvor

David Hanselmann? Loriot?

inga
inga
4 Jahre zuvor

Ach du meine Güte, ich kenne tatsächlich jedes Lied.

Uli Wagner
Uli Wagner
4 Jahre zuvor
Reply to  inga

Ich auch!

usain1
usain1
4 Jahre zuvor

Aua, die Gabinsky hatte echt auch schon bessere Songs. Country bei lauwarmem Kaffee an der A4.

Karin
Karin
4 Jahre zuvor

Puh dieser Text haut mich aus den Socken, aber Mary singt einfach toll

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor

Blue Jeans Kinder ist sehr sperrig warum tat Marianne sich das an

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Das geht mir jetzt schon nah. Ersten ist die rosenberg einfach toll und den text kann ich sowas von nachvollziehen, als bluejeans fast schon rebellion war

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

Das Duett ist so schlimm, dass es wieder witzig ist.

usain1
usain1
4 Jahre zuvor

Blue Jeans sagt man heute wohl nicht mehr, oder? Muss die Zeit der Palomino Jeans bei C&A gewesen sein. Das Lied ist lieder etwas öd.

goynen67
4 Jahre zuvor

David und Mary waren glaube ich mit dem Song etwas ihrer Zeit voraus. Fand die Nummer sehr gut.

usain1
usain1
4 Jahre zuvor

David Hanselmann hat definitiv einen Mini-Pli (Dauerwelle für Männer)!

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Der herr hanselmann scheint ja hsv-fan zu sein. HSV FOREVER

Uli Wagner
Uli Wagner
4 Jahre zuvor

Der von den Mädchen gesungene Teil ist unerträglich….

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor

Lady war mir etwas zu viel geschrien

Thomas Frank
Thomas Frank
4 Jahre zuvor

Peter Pan: Da hat Ralph Siegel einfach mal „Su cancion“ von Spanien 1979 kopiert.

Karin
Karin
4 Jahre zuvor

Paolas Song gehört eher in eine Weihnachtsgala, aber es tut gut wie routiniert sie singt

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

Ich liebe Paolas ESC-Songs ja, aber das war mir etwas zu anbiedernd und zu sehr auf Stimmenfang mit Kindern aus. Schlecht war es aber nicht.

ESCHans
ESCHans
4 Jahre zuvor

Ich frag mich gerade, ob Peter Pan ursprüglich für Dschinghis Khan geschrieben wurde?!

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Ich bin mir sicher das paola mit diesem song auch gewonnen hätte. Sie war grad gestern wieder gross im tv. Ich find die so toll, charmant. Ich like sie verry matsch

goynen67
4 Jahre zuvor

Peter Pan war damals mein Favorit. Heute ist es kaum erträglich anzuschauen. Die Show war furchtbar aufgesetzt. Den Song kann ich schon noch gut hören. Paola hat einfach eine tolle Stimme.

Uli Wagner
Uli Wagner
4 Jahre zuvor

Denise siegte 1984 mit Genug ist Genug in der ZDF-Hitparade

usain1
usain1
4 Jahre zuvor
Reply to  Uli Wagner

Und auch das war ein schlimmer Song…

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor

Paola ich mag sie einfach. Und mir gefällt auch Peter Pan. Bisher das beste Lied

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

Denise singt „Die Nacht der Lügen“, vielleicht hatte sie ja einen ONS mit Mel? Aber war der nicht verheiratet (miteinander!). Ich will gar nicht wissen, was so im Hintergrund lief.

inga
inga
4 Jahre zuvor

Ich muss gestehen, ich find die Lieder alle toll. Man muss halt die Zeit dabei im Hinterkopf behalten. 3 Favoriten zu benennen, fällt mir echt schwer.

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
4 Jahre zuvor

Ich bin gerade geflasht von Denise…wow

Uli Wagner
Uli Wagner
4 Jahre zuvor

Nun sag schon adieu war Platz 27 in den deutschen Charts

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Den song von denise kenn ich irgendwoher…aber besser

Cali
Mitglied
Cali
4 Jahre zuvor

Jaaaa, Hannes! Wäre es nach mir gegangen…und so.