Live-Blog Schweden: 2. Halbfinale Melodifestivalen 2021

Die Mutter aller mehrteiligen ESC-Vorentscheidungen geht in die zweite Runde. Das Startfeld ist wieder recht bunt und nur Dotter steht wohl eindeutig als Finalistin fest. Der Rest ist ziemlich offen. Das kann spannend werden. Und dann sind da die Black Horses namens Eva und Ewa, deren Choreographie zu „Rena rama ding dong“ in den nächsten Jahr immer wieder auf dem Dancefloor von schwedischen Fanparties zu sehen sein wird.

Natürlich kommt auch dieses Halbfinale aus dem Annexet in Stockholm. Die Moderation wird wie immer von Christer Björkman übernommen. Nach der großartigen Lena Philipsson stehen ihm in dieser Woche Anis Don Demina und Oscar Zia zur Seite. Beide haben eigene Mello-Erfahrung… und einen ziemlichen Social-Media-Haudrauf-Humor. Die Kids werden es lieben. Zu Lena wird’s ein großer Unterschied.

Alle Macht geht auch in Schweden vom Volke aus und so entscheiden allein die per App vergebenen Herzen sowie das Televoting über das heutige Ergebnis. Alle weiteren Infos zur Show gibt’s gebündelt hier.

Diese Beiträge und Acts treten im heutigen Halbfinale an:

1. Anton Ewald – New Religion
Jonas Wallin, Joe Killington, Anton Ewald, Maja Strömstedt

2. Julia Alfrida – Rich
Julia Alfrida, Jimmy Jansson, Melanie Wehbe

3. WAHL feat. SAMI – 90-talet
Sami Rekik, Christopher Wahlberg, Josefin Glenmark, Jesper Welander, Andreas Larsson

4. Frida Green – The Silence
Anna Bergendahl, Bobby Ljunggren, David Lindgren Zacharias, Joy Deb

5. Eva Rydberg & Ewa Roos – Rena rama ding dong
Göran Sparrdal, Kalle Rydberg, Ari Lehtonen

6. Patrik Jean – Tears Run Dry
Herman Gardarfve, Patrik Jean, Melanie Wehbe

7. Dotter – Little Tot
Johanna ”Dotter” Jansson, Dino Medanhodzic

Alle Lieder haben wir bereits in einem Quickcheck genauer unter die Lupe genommen. Einminütige Audio-Schnipsel der Lieder gibt es hier zu hören; 30-sekündige Eindrücke aus den Proben gibt es hier zu sehen.

Das zweite Halbfinale des Melodifestivalen 2021 beginnt heute Abend um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit und wird hier im Livestream zu sehen sein. Wir bloggen die Show an dieser Stelle live und Ihr habt die Möglichkeit, die Geschehnisse vor, während und nach der Sendung unter diesem Beitrag zu kommentieren.

Welche zwei Beiträge qualifizieren sich aus dem 2. Semi für das Finale des Melodifestivalen 2021? (die Umfrage ist bis 20 Uhr geöffnet)

  • Dotter - Little Tot (50%, 121 Votes)
  • Anton Ewald - New Religion (22%, 54 Votes)
  • Eva Rydberg & Ewa Roos - Rena rama ding dong (13%, 31 Votes)
  • Patrik Jean - Tears Run Dry (8%, 19 Votes)
  • WAHL feat. SAMI - 90-talet (3%, 7 Votes)
  • Frida Green - The Silence (3%, 7 Votes)
  • Julia Alfrida - Rich (2%, 4 Votes)

Total Voters: 134

Loading ... Loading ...

Welche zwei Beiträge qualifizieren sich aus dem 2. Semi für die Andra Chansen des Melodifestivalen 2021? (die Umfrage ist bis 20 Uhr geöffnet)

  • Eva Rydberg & Ewa Roos - Rena rama ding dong (22%, 42 Votes)
  • Anton Ewald - New Religion (21%, 40 Votes)
  • Patrik Jean - Tears Run Dry (18%, 35 Votes)
  • WAHL feat. SAMI - 90-talet (14%, 27 Votes)
  • Frida Green - The Silence (14%, 26 Votes)
  • Julia Alfrida - Rich (7%, 13 Votes)
  • Dotter - Little Tot (4%, 7 Votes)

Total Voters: 101

Loading ... Loading ...

God kväll aus Hamburg-Hohenfelde zum zweiten Halbfinale des Melodifestivalen 2021! Wir warten noch die letzten Minuten, bis die Show beginnt. Ich werde heute allein Punkte vergeben – von 0 bis 10. Mal schauen, ob sich Eure Favoriten durchsetzen.  Wenn es danach geht, kommen Dotter und Anton Ewald ins Finale. Für die beiden Evas und Patrik Jean bliebe die Andra Chansen. We’ll see.

Die Show startet mit „Stad i ljus“, das sich in den letzten Jahren zu einem Super-Partyabschluss-Hit in Schweden gemausert hat. Vorgetragen wird es von Oscar Zia. Aber schon nach einer Strophe ist es vorbei und es startet Partymusik mit Anis Don Demina. Das ist ein ganz anderer Start als letzte Woche. Viel jünger und clubbiger. Nice. Und es ist noch mehr Applaus zu hören als letzte Woche. Die scheinen einiges optimiert zu haben nach dem Auftakt letzten Samstag. Die beiden Moderatoren sind modisch schon ziemlich speziell unterwegs…

Oh, es werden sogar Lacher aus dem Publikum eingespielt. Wirkt ein bisschen wie bei einer 90er-Comedy-Show aus den USA. Christer Björkman muss ohne seine Sofas auskommen. Das macht die Anmutung der Sendung auch moderner. Och NU KÖR VI!

Lustige, selbstironische Gay-Witze von Oscar. Und die Vorstellung der Künstler ist ganz anders. Das sind sehr unterhaltsame Interviews. Sehr nicer Backstage-Talk. Und auch ein bisschen sexy.

1. Anton Ewald – New Religion
Jonas Wallin, Joe Killington, Anton Ewald, Maja Strömstedt

Anton trägt eine schwierige Jacke, die mit ihrem Goldbesatz an einen Torero erinnert. Im Hintergrund gibt’s gute Lasereffekte. Das Lied baut sich schön auf; nichts Innovatives, aber gut gemacht. Und zusammen mit den beiden Tänzern macht die Show schon was her. Die langen Töne nach der Brücke sind aber eher daneben, oder habe ich das falsch gehört?

6 Punkte

Und schon kommt der erste Einspieler. Anis und Oscar machen sich auf den Weg zu einem Star-Roadtrip. Erste Station ist Siw Malmkvist. Und sie ist auch wirklich da. Oder? Auf jeden Fall nimmt sie Reißaus. Sehr amüsant und selbstironisch. Wie immer in Schweden.

2. Julia Alfrida – Rich
Julia Alfrida, Jimmy Jansson, Melanie Wehbe

Die Nummer beginnt auf einer roten Bühne. Julia trägt einen ähnlich grünen Anzug wie Oscar. Der Hintergrund wird bespielt wie bei einer Kunstausstellung mit verschiedenen Personen. Julia wirkt etwas verbissen. Ihr Auftritt wertet das Lied auf und macht es interessanter. Im Gegensatz zu Antons Lied ist das ein richtiger Wettbewerbsbeitrag. Tolle Lasereffekte in der Brücke. Ich mag’s mehr als ich dachte.

7,5 Punkte

Und jetzt kommt der 1.000 Mello-Beitrag.

3. WAHL feat. SAMI – 90-talet
Sami Rekik, Christopher Wahlberg, Josefin Glenmark, Jesper Welander, Andreas Larsson

Die 90er sind zurück. In der Strophe gibt es viele Erinnerungen an die lustige Zeit. Und dann explodiert der Refrain, der alle musikalisch eher an die 80er erinnert. Das Lied ist aber wie gemacht für alle Ü30-Jährigen, wenn sie sich beim Feiern jung fühlen und mitsingen wollen. Die Tänzer sehen aus wie aus einer ESC-Nummer von Ralph Siegel. Aber es passiert viel und ist unterhaltsam. Und ich wippe mit und sehe mich dazu schon bei der nächsten Party in Schweden mit einem GT auf der Tanzfläche.

8 Punkte

Die Moderationsrolle von Christer Björkman ist heute wirklich sehr reduziert. Die beiden jungen sind aber schon aktiv genug… Die Gespräche mit den Künstler*innen sind wirklich sehr lustig.

4. Frida Green – The Silence
Anna Bergendahl, Bobby Ljunggren, David Lindgren Zacharias, Joy Deb

Frida arbeitet in ihrer Heimatstadt Ystad in einem Supermarkt. Nun steht sie in einem etwas arg klassischen, dunkelgrünen Abendkleid auf der Bühne. Das passt toll zu ihren roten Haaren. Auch das sonstige Licht ist darauf abgestimmt. Und damit zum Lied: eine Midtempo-Ballade, wenn es das gibt. Sie kann zumindest am Ende ihre stimmlichen Qualitäten ausspielen. Ganz schön. Aber ob das wirklich reicht?

7 Punkte

5. Eva Rydberg & Ewa Roos – Rena rama ding dong
Göran Sparrdal, Kalle Rydberg, Ari Lehtonen

Jetzt wird’s clownig. Das ist schon von Anfang an komplett aus der Zeit gefallen – musikalisch wie von der Show her. Die rothaarige Eva kann ihre Choreographie deutlich besser; man merkt, dass sie schon mal beim Mello dabei war. Ganz schlimm sind die auf alt gemachten Hintergrund-„Tänzer*innen“. Eigentlich ist es eine Zumutung. Aber wenn man sich auf das Lied als Spaß einlässt, ist es richtig herrlich bekloppt. Und die beiden sehen wir auf jeden Fall im Sommer bei Allsång på Skansen wieder.

6 Punkte

Nächstes Ziel der Star-Tour. Jetzt geht es zu … Nanne Grönvall, die gerade mit ihrem Hund unterwegs ist. Verrückt wie immer. Und dann treffen sie noch auf Robin Bengtsson und tanzen mit ihm vor dem Tourbus. Toll.

6. Patrik Jean – Tears Run Dry
Herman Gardarfve, Patrik Jean, Melanie Wehbe

Ein sehr androgyner Auftritt des schwulen Sängers, der ja auch schon beim deutschen Vorentscheid dabei war. Er selbst trägt einen weißen Anzug und ein transparentes Hemd. Die Tänzer sind oberkörperfrei und tragen lange Rücke mit Blumen. Das Licht macht beim Refrain schöne Effekte. Das Lied ist modern und auf eine gewisse Art Uptempo. In der Brücke startet schon der Falsettteil. Das tut mir ja immer etwas weh und wäre für das Lied gar nicht notwendig. Insgesamt aber sehr rund.

8 Punkte

Dann kommt jetzt die große Favoritin des Abends.

7. Dotter – Little Tot
Johanna ”Dotter” Jansson, Dino Medanhodzic

Cleverer Schachzug, das Lied mit der Hookline zu beginnen. Von Anfang an ist Zug im Titel. Das Outfit ist sehr martialisch. Dotter wirkt auch nicht sehr sympathisch. Das Lied macht musikalische Wendungen, dass man zeitweise denkt, es ist ein neuer Titel. Auch die Tänzer sind ganz in schwarz, das ist schon eine dunkle Nummer. Das ist wirklich interessant und gut gesungen. So ganz kaufe ich ihr das aber (noch nicht) ab.

8 Punkte

Der Aufruf zum Voten wird gerappt. Dann kommt der erste Schnelldurchlauf. Julia und Dotter scheinen beide denselben Friseur zu haben, der gern Wetlook-Frisuren macht. Im Durchlauf merkt man dann erstmal wieder, dass das doch ein recht abwechslungsreicher Abend war – auch ohne Rockmusik.

Weiter geht die Start-Tour. Diesmal sind sie bei den Hedlund-Schwestern. Nun haben wir gesehen, wie die Schlagersterne wohnen.

In der Mello-Historia geht es heute um die Schlager-Königinnen. Los geht es natürlich mit Carola, die 1991 ihren Siegeszug über den Kontinent antrat. Ihre Nachfolgerin war Lena Ph, nur um dann wieder die Krone an Carola abgeben zu müssen. Aber auch das ging nur eine Weile gut, weil 2008 Charlotte Perrelli kam (die ja auch nächste Woche im Mello wieder antreten wird). 2012 kam dann die letzte Königin, Loreen.

Sverige, vi har vårt första resultat. Weiter sind Anton Ewald, Frida Green, Patrik Jean und Dotter. Und nun kommt der fünfte Beitrag. Es ist … Rena rama ding dong! Die Rapper sind raus?!?!? Wenn die beiden Damen dann doch noch ins Finale durchstarten sollten, das wäre was.

Und der nächste Schnelldurchlauf.

Anis und Oscar reden übers Mello der 00er Jahre. Natürlich sind mal wieder die Bransta City Släckers das Thema. Dann beginnt Anis auf der Gitarre zu singen. Oscar will eher Shuffla Shuffla tanzen. Etwas aufgesetzt das Ganze, aber lustig. Cameo-Auftritt von Edvard af Sillén. Oh, und Oscar singt, dass das Mello ihn gay gemacht hat.

Damit kommen wir zum Endergebnis. Christer wird ständig von Oscar gestört und geht mit dem Kommentar „Dieser Raum ist nicht groß genug für zwei Schwule“ von der Bühne. Oscar übernimmt und sagt, das Dotter im Finale ist. Gleich tritt sie noch einmal auf.

Nun erfahren wir, wer in die Andra Chancen kommt: Frida Green und Eva Rydberg & Ewa Roos.

Im Finale ist dann auch noch: Anton Ewald. So hattet Ihr es auch vorhergesagt.

Patrik Jean ist damit auf Platz 5 ausgeschieden.

Anton Ewald ist so gerührt, dass er nicht singen kann. Er hat einen totalen Aussetzer. Was ist da los. Hatte er den Text vergessen? Die Tanzschritte funktionieren noch und in der zweiten Strophe fängt er sich. Aber da hat man auch gehört, wie stark der unterstützende Gesang von Band ist. Zum Ende singt er gar nicht mehr, sondern ruft nur noch Tack så mycket. Im Interview hat er Tränen in den Augen und sagt, dass es vor allem Erleichterung ist.

Damit haben wir das Ende der Show erreicht. Es kommt wie immer die Anzahl der Personen, die ihre Stimme abgegeben haben. Dann kommt noch der Ausblick auf die Sendung in der nächsten Woche. NU SLUTAR VI!

Ich bedanke mich bei allen, die mitkommentiert haben. Jetzt schnell rüber nach Kroatien!


193 Kommentare

  1. Wow das passiert selten: Meine beiden Favoriten haben es direkt ins Finale geschafft. Für mich war es ein starkes Semi, die Golden Girls werden es denke ich mal auch durchs Andra schaffen. Freue mich sehr für Anton und Dotter.

  2. Soweit so erwartbar. Die richtig große Begeisterung kommt bei beiden Beiträgen nicht auf. Schlecht sind sie aber auch nicht

  3. Okay…

    Liebe Schweden… ab nächster Woche bitte die guten Songs.

    Wobei ich gestehen muss, dass ich Little Tot gar nicht so schlecht finde.
    In Rotterdam will ich Dotter aber trotzdem nicht sehen!

  4. Dotter und Anton sind heute durchaus berechtigt ins Finale eingezogen – gewinnen wird dieses aber vermutlich wer anderes …

  5. Ist das noch Live Gesang, der durch Pre recorded backing vocals unterstützt wird oder haben wir inzwischen playback, das durch live genuschel unterstützt wird ?

  6. Das war heute alles auf Dotter ausgerichtet. Sie dürfte das Semi haushoch gewonnen haben. Trotzdem catcht mich der Song nicht so wie Bulletproof. Ich glaube nicht an Dotterdam 2021.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.