
In Luxemburg geht es an diesem Oktober-Wochenende heiß her, denn die Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest 2027 in Burgas geht in eine ganz entscheidende Phase. Vom 16. bis 18. Oktober finden in den RTL-Studios des Großherzugtums die sogenannten Auditions statt. Dort werden 80 Künstler*innen auf eine erfolgreiche Vorstellung hoffen, um Chancen auf die Teilnahme am Luxembourg Song Contest 2027 zu haben – dem entscheidenden Schritt in Richtung Burgas.
Die Anzahl von 80 Teilnehmenden an den Auditions dieses Wochenende wurde erst heute bekanntgegeben und ist auch für RTL Luxemburg eine große Zahl. Als Grund für den Anstieg von möglichen LSC-Acts wurde die eingeführte Verfahrensänderung genannt. Anders als zuvor konnten sich diesmal auch Bewerberinnen und Bewerber ohne fertigen Song anmelden und bei den Auditions erst einmal (ein Cover?) singen. Im letzten Jahr wurden 83 Lieder von 58 Künstler*innen eingereicht. Acts ohne Song hatten keine Chancen. Die Verfahrensänderung hat also durchaus weitere interessierte Acts erreichen können.
Für die Teilnahme an den diesjährigen Auditions musste mindestens eines von drei Kriterien erfüllt sein: luxemburgische Staatsbürgerschaft, mindestens dreijähriger Wohnsitz in Luxemburg oder eine nachweisbare Verbindung zur luxemburgischen Kultur- und Musikszene. RTL hat heute auch die Zusammensetzung der Auditions veröffentlicht: Rund 70 Prozent der Acts besitzen die luxemburgische Staatsbürgerschaft oder eine doppelte Staatsbürgerschaft, 20 Prozent qualifizieren sich über den Wohnsitz und 10 Prozent über ihre kulturelle Verbindung. Viele stammen aus Belgien und Frankreich sowie aus Mittelmeerländern wie Portugal, Italien, Spanien, Malta und Griechenland. So berichtet der Sender selbst in einer Pressemitteilung. Neben angeblichen zahlreichen Rückkehrerinnen und Rückkehrern (bisher noch ein Geheimnis, wer das ist) treten auch viele neue Talente erstmals an.
In der ersten Phase der Auditions werden Gesang, künstlerische Identität und Bühnenpräsenz bewertet. Die ausgewählten Interpretinnen und Interpreten werden kurz nach den Auditions bekannt gegeben. Parallel läuft bis zum 29. Oktober die Einreichungsphase für Songs: Mehr als 300 Titel sind bereits eingegangen; auch die vorausgewählten Künstler*innen können eigene Songs einreichen. Insofern versucht unser Nachbar, auf verschiedenen Wegen an Songs zu kommen. In Phase eins findet also nur die Act-Auswahl statt und in Phase zwei kommt dann der Song dazu.
In einer neuen dritten Phase, dem „Pairing Workshop“ Anfang November, werden geeignete Künstler*innen-Song-Kombinationen erarbeitet. Die daraus hervorgehenden Finalistinnen und Finalisten werden Mitte November bekannt gegeben. Das Ergebnis dieser Phase sehen wir dann am 30. Januar 2027 in der Rockhal beim Luxembourg Song Contest.
80 potenzielle Acts und 300 potenzielle ESC-Beiträge. Das sind erstmal gute Zahlen. Dieses neue Verfahren aus Luxemburg ist durchaus spannend. So kann man ja immer kritisch anmerken, ob die Trennung von Act und Song (und die spätere Zusammenführung) eine Erfolgsidee ist oder eher zu einem Authentizitätsproblem führt. Gleichzeitig hat der LSC die eigene Reichweite erhöht, da auch Bewerber*innen ohne fertigen Song teilnehmen können. So findet man vielleicht auch neue Talente.
Spannend ist in Phase zwei natürlich auch, dass sowohl nationale als auch internationale Songwriter*innen Beiträge einreichen können. So stammte ja auch der diesjährige Beitrag in Wien, „Mother Nature“ von Eva Marija, aus dänischer Feder, was nicht unbedingt ein Erfolgsgarant war. Der Erfolg für 2027 wird sich noch zeigen.
Welche Erwartungen hast Du an die luxemburgische Auswahl für 2027? Findest Du das Verfahren und die bisherigen Informationen zum Verlauf vielversprechend? Wen vermutest Du bei den Auditions? Lass uns Deine Einschätzungen gerne in den Kommentaren wissen!
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Mehr als 300 eingereichte Songs im kleinen Luxemburg… Und in Deutschland 400 ??? Das macht nachdenklich.
Erster 🙂
Das gibt Ärger!😉
Beschämend für Deutschland. Das im kleinen Luxemburg fast soviele Songs eingereicht worden sind wie in Deutschland.
In Lux gabs ja eine offene Bewerbung und in Deutschland nicht.
Lieber Klasse statt Masse!
Der 30.01.2027 scheint der erste Super Saturday der Saison zu werden.
Da ist ja auch das Benidorm Finale.
Aber die Luxemburger werden wahrscheinlich fertig sein, bis es in Spanien so richtig los geht.
Leider findet wahrscheinlich Eesti Laul zur gleichen Uhrzeit statt wie in der LSC.
Gab es nicht schon Pairing Workshops im Vorfeld des deutschen Vorentscheides?