
Knapp eine Woche nachdem Marcus & Martinus das Finale des Melodifestivalen 2024 mit dem Song „Unforgettable“ für sich entschieden haben, zieht der schwedische Sender SVT sein Fazit zum diesjährigen Vorentscheid. Und das fällt außerordentlich positiv aus. Außerdem berichten wir in diesem Artikel über die ebenfalls veröffentlichten detaillierten Abstimmungsergebnisse der Vorrunden und des Finales.
Die Verantwortlichen haben Grund zur Freude: Die im Finale abgegebenen Stimmen sind im Vergleich zum Finale 2023 nochmals um 6 Prozent gestiegen. Das wiederum ist neuer Rekord. Im Durchschnitt haben über 3 Millionen Menschen in Schweden zu den Vorrunden und dem Finale eingeschaltet. Pro Sekunde wurden bis zu 60.000 Stimmen per App abgegeben, über die mit einer Beteiligung von einem Viertel aller Zuschauenden im Finale ebenfalls eine neue Rekordbeteiligung erzielt wurde. Vor Ort berichteten akkreditierte Medien aus 18 Ländern. Das Melodifestivalen ist zunehmend auch auf TikTok präsent: Dort erreichte man über 12 Millionen Zuschauer mit Inhalten zum Vorentscheid. Dazu sagt Thomas Strindberg, der für Online-Content verantwortlich ist, dass „das Interesse am Melodifestivalen wahrscheinlich noch nie so groß war, und das Engagement sehr schnell wächst, vor allem auf neuen Plattformen“. Für Radiohjälpen kamen in diesem Jahr fast 5 Millionen Schwedische Kronen in den Vorrunden für die Kampagne Världens Barn zusammen, im Finale waren es nochmal 4,3 Millionen.
In der Pressemitteilung hat der Sender auch die kompletten Abstimmungsergebnisse aller sechs Shows veröffentlicht. Diese sehen wie folgt aus:
Erste Vorrunde

Trotz der viertmeisten Stimmen reichte es für Samir & Viktor am Ende nicht. Elisa Lindström hatte nach Umrechnung der Stimmen über alle Altersgruppen in der zweiten Abstimmungsrunde die zweitmeisten Punkte, obwohl sie in der ersten Abstimmungsrunde nur auf Platz drei lag. Klar vorne lagen Smash Into Pieces und Lisa Ajax auf den Finalplätzen. Insgesamt haben in der ersten Vorrunde 12 Prozent weniger Menschen an der Abstimmung teilgenommen als im Vorjahr.
Das Ergebnis der zweiten Votingrunde:
- Lisa Ajax – „Awful Liar“ – 610.447 Stimmen – 86 Punkte
- Elisa Lindström – „Forever Yours“ – 342.421 Stimmen – 69 Punkte
- Adam Woods – „Supernatural“ – 479.236 Stimmen – 66 Punkte
- Samir & Viktor – „Hela världen väntar“ – 401.125 Stimmen – 57 Punkte
- Melina Borglowe – „Min melodi“ – 169.677 Stimmen – 26 Punkte
Zweite Vorrunde

LIAMOO hat die erste Abstimmungsrunde klar gewonnen und auch Maria Sur lag mit Abstand vor Fröken Snusk. Rein nach abgegebenen Stimmen in der zweiten Runde hätte Fröken Snusk den Finaleinzug geschafft. Insgesamt gab es mit knapp 600.000 Menschen einen Zuwachs von 12 Prozent, die abgestimmt haben.
Das Ergebnis der zweiten Votingrunde:
- Maria Sur – „When I’m Gone“ – 927.960 Stimmen – 94 Punkte
- Dear Sara – „The Silence After You“ – 607.351 Stimmen – 61 Punkte
- Fröken Snusk – „Unga & fria“ – 695.207 Stimmen – 58 Punkte
- C-Joe – „Ahumma“ – 556.581 Stimmen – 58 Punkte
- Engmans Kapell – „Norrland“ – 281.283 Stimmen – 38 Punkte
Dritte Vorrunde

Nur knapp 43.000 Stimmen lag Jacqline in der ersten Votingrunde vor Cazzi Opeia. In der zweiten Votingrunde schob sich Klaudy an Gunilla Persson vorbei, am Ergebnis (der Qualifikation für die Finalkvald) änderte das für beide jedoch nichts. Auch hier gab es einen Zuwachs der abstimmenden Personen um 11 Prozent.
Das Ergebnis der zweiten Votingrunde:
- Cazzi Opeia – „Give My Heart a Break“ – 886.306 Stimmen – 92 Punkte
- Klaudy – „För dig“ – 462.679 Stimmen – 59 Punkte
- Gunilla Persson – „I Won’t Shake (La La Gunilla)“ – 565.585 Stimmen – 56 Punkte
- Clara Klingenström – „Aldrig mär“ – 381.143 Stimmen – 52 Punkte
- Kim Cesarion – „Take My Breath Away“ – 429.362 Stimmen – 45 Punkte
Vierte Vorrunde

Deutlich vorne lag Danny Saucedo in der vierten Vorrunde. Vor Gewichtung der Stimmen anhand der Altersgruppen hätte Lia Larsson den Einzug in die Finalkvald anstelle von Albin Tingwall geschafft. In dieser Vorrunde haben etwa 2 Prozent mehr Menschen abgestimmt als im Vorjahr.
Das Ergebnis der zweiten Votingrunde:
- Dotter – „It’s Not Easy to Write a Love Song“ – 667.671 Stimmen – 84 Punkte
- Albin Tingwall – „Done Getting Over You“ – 509.376 Stimmen – 63 Punkte
- SCARLET – „Circus X“ – 559.235 Stimmen – 60 Punkte
- Lia Larsson – „30 km/h“ – 547.654 Stimmen – 49 Punkte
- Lasse Stefanz – „En sång om sommaren“ – 334.002 Stimmen – 48 Punkte
Fünfte Vorrunde

In Vorrunde fünf gab es für Marcus & Martinus den größten Vorsprung , denn sie lagen in der ersten Abstimmungsrunde knapp 400.000 Stimmen vor Medina. Trotz des sehr knappen Ergebnisses in der zweiten Abstimmungsrunde lagen Medina fast 200.000 Stimmen vor Annika Wickihalder, die in der ersten Votingrunde sogar noch hinter Jay Smith lag. Hier haben 10 Prozent mehr Menschen an der Abstimmung teilgenommen als im Vorjahr.
Das Ergebnis der zweiten Votingrunde:
- Medina – „Que Sera“ – 853.794 Stimmen – 82 Punkte
- Annika Wickihalder – „Light“ – 665.667 Stimmen – 79 Punkte
- Jay Smith – „Back to My Roots“ – 624.639 Stimmen – 73 Punkte
- Chelsea Muco – „Controlla“ – 459.399 Stimmen – 42 Punkte
- Elecktra – „Banne maj“ – 399.506 Stimmen – 28 Punkte
Finalkval

In der Finalqualifikationsrunde „Finalkval“ lag Annika Wickihalder knapp 60.000 Stimmen vor Jay Smith. Für Fröken Snusk, die am Ende punktgleich mit Jay Smith war, wurden die 35.000 Stimmen Unterschied in der Finalkval zum Verhängnis, denn in ihrer Vorrunde hatte sie noch 58.000 Stimmen mehr als Jay Smith in der fünften Vorrunde bekommen. Er hatte außerdem das bessere Verhältnis von abgegebenen Stimmen und abstimmenden Personen (pro Song können bis zu 5 Stimmen abgegeben werden). Nur 13.000 Stimmen dahinter lagen SCARLET. Deutlich nicht gereicht hat es für Gunilla Persson auf Rang 5, nochmal deutlich vor die dahinter platzierten Acts.
Finale

Auch im Finale konnten mehr Menschen zur Abstimmung gebracht werden als im vergangenen Jahr, mit 1,028 Millionen wurde zudem die Millionenmarke überschritten. Von den rund 26,6 Millionen abgegebenen Stimmen bekamen Marcus & Martinus knapp 3,2 Millionen. Medina haben vor allem im Votingfenster nach Verkündung der internationalen Jurypunkte nochmal anziehen können und Smash Into Pieces überholt. Auch Cazzi Opeia, die bei den internationalen Jurys auf Platz 2 lag, konnte davon offensichtlich profitieren. Im Vergleich zu den von den Altersgruppen und den Telefonstimmen vergebenen Punkten fällt auf, dass Danny Saucedo die sechstmeisten Punkte vom Publikum bekam, obwohl er bei den abgegebenen Stimmen nur auf Platz 9 gekommen ist. Nicht profitiert hat hingegen Maria Sur, die trotz der fünftmeisten Stimmen nur die siebtmeisten Punkt bekam. Jacqline hat mehr Stimmen als Danny Saucedo, Jay Smith und Annika Wickihalder bekommen, aber weniger Punkte.
In den Vorrunden und auch im Finale gab es also teilweise deutliche Unterschiede zwischen den abgegebenen Stimmen und den gewichteten Punkten über die Altersgruppen und das Telefonvoting. Konkret ausgewirkt hat sich das auf Samir & Viktor in der ersten Vorrunde und Lia Larsson in der vierten Vorrunde, die bei reiner Betrachtung der abgegebenen Stimmen anstelle von Elisa Lindström beziehungsweise Albin Tingwall die Finalkval erreicht hätten.
Was sagt Ihr zu den veröffentlichten Ergebnissen des Melodifestivalen 2024? Gibt es für Euch Überraschungen im Abstimmungsergebnis? Und wie sollte daraus möglicherweise mit Blick auf die „Finalkval“ im kommenden Jahr reagiert werden? Braucht es hier eine Anpassung oder sogar die Rückkehr der „Andra Chansen“? Schreibt uns gerne Eure Eindrücke in die Kommentare.
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Danke für die Info. Nächstes Jahr sollte Schweden wieder zum Modus aus dem Jahr 2023 wechseln mit vier Vorrunden, einer Ehrenrunde und Finale und Carina Berg moderiert wieder.
Carina Berg bitte nie wieder. Ansonsten gerne wieder Andra Chansen.
Ich verfolge das Melodifestivalen erst seit kurzem. Ich frage mich die ganze Zeit schon , wie kontrolliert wird, die jeweilige Altersgruppe bei den Televotern richtig zuzuordnen. Kann mich mal jemand aufklären? Es kann doch die Oma auch bei der Altersgruppe 3-9 anrufen.
Die Televoter haben mit der Gruppe „Telefon“ eine eigene Gruppe. Die sieben Altersgruppen werden nur beim Voting über die App erfasst. Da dies zusammen acht Votinggruppen bei den Zuschauern sind gibt es auch acht Jurygruppen im Finale.
Und wie wird kontrolliert, ob man in der richtigen Altersgruppe abstimmt?
Geburtsdatum
Aber woher bekommen die die Information? Kann man nicht einfach das falsche Datum angeben?
Ja, man kann ein falsches Datum angeben. Die App verbindet einen aber auch mit Freunden, d.h. solange man die Funktion davon nutzt (und vor allem die Gruppen, die im Schulalter sind, tun es wohl) schützt das ein wenig vor Betrug.
Wenn man ein anderes Geburtstag angibt, so das man in eine andere Altersgruppe kommt. Die 8 Altersgruppen kann man sich doch eigentlich sparen, meiner Meinung nach.
Das Fazit fällt Positiv aus, obwohl die diesjährige Konzeptänderung bei der Nachrückrunde in der Kritik stand bzw. steht? Hoffentlich macht SVT jetzt bei der Kritik nicht den NDR und überhört diese! Ja man kann -dies sage ich jetzt natürlich nur als ESC-Fan, welcher nicht in Schweden wohnhaft ist- auch mit dem diesjährigen Mello ansonsten zufrieden sein, aber ich hätte mir vielleicht dann eben doch gewünscht, dass man ein wenig auf die Kritik zur diesjährigen Nachrückrunde eingeht.
Ist bereits erfolgt und SVT wird das neue Konzept überarbeiten.