Referenden geplant – Das steckt hinter dem Widerstand gegen den Eurovision Song Contest 2025 in der Schweiz

Bild: Corinne Cumming / EBU

Bis zum 30. Juni hatten Städte in der Schweiz Zeit, sich um die Durchführung des Eurovision Song Contest 2025 zu bewerben. Insgesamt vier Bewerbungen wurden eingereicht: Zürich, Basel und Genf sowie Bern und Biel in einer gemeinsamen Bewerbung wollen den Contest als Gastgeberstadt ausrichten.

Diverse Medien in der Schweiz und mittlerweile auch in Deutschland berichten nun diese Woche über angekündigte oder bereits ergriffene Referenden gegen die Finanzierung des ESC 2025 durch die öffentliche Hand. Wir ordnen ein, was das voraussichtlich für die Durchführung des Wettbewerbs in der Schweiz bedeutet.

Um welche Summen geht es?

Um welche Summen es in den einzelnen Bewerberstädten geht, ist sehr unterschiedlich. Vor allem die Finazierung der erwarteten Ausgaben ist bei jeder Bewerbung sehr unterschiedlich strukturiert.

Zürich

In Zürich wurde auf Stadtebene ein Rahmenkredit von 20 Millionen Franken beschlossen. Ein Rahmenkredit dient vor allem der Absicherung und muss nicht zwingend aufgebraucht werden. Rückzahlungen sind üblich, auch wenn nicht ganz klar ist, aus welchen Mitteln diese im konkreten Fall des ESC gelsietet würden. Auf Kantonsebene kommen dazu 5 Millionen Franken aus dem gemeinnützigen Fonds. Zudem sollen 3 Millionen Franken an Sicherheitskosten, die die Kantonspolizei aufbringen muss, per Nachtragskredit beantragt werden.

Basel/Genf

In Basel und Genf wird über die Finanzierung anscheinend erst entschieden, wenn die Städte den Zuschlag bekommen sollten. Die beiden könnten aber leicht im Vorteil sein, da die Stadt- und Kantonsebene politisch vereint sind. Das würde aber auch bedeuten, dass über die Referenden ebenfalls erst später abgestimmt würde.

Bern und Biel

In Bern soll die Schweizerische Eidgenossenschaft durch Verzicht für 16 Millionen Franken an Sicherheitskosten aufkommen. 11 Millionen Franken der Sicherheitskosten soll der Kanton Bern bezahlen. Die Stadt Bern will 7 Millionen Franken mittels Gebührenbefreiung beisteuern. Die Stadt Biel würde auf eine Million Franken Gebühren verzichten.

Wieso die Sicherheitskosten in Bern so viel höher sein sollten als in Zürich, bleibt unklar. Insgesamt gibt die Bewerbung von Bern/Biel aber die meisten Indizien über die ungefähre finanzielle Größenordnung des ESC Um die 40 Millionen Franken werden angepeilt.

Während Bern/Biel bisher die einzige Bewerbung ist, die Bundesmittel beanspruchen will, dürfte dies bei den anderen Dossiers bei einem positiven Bescheid ebenfalls zum Thema werden.

Was ist ein Referendum?

Was hat es also mit den angekündigten Referenden auf sich? Ein Referendum ist ein Mittel der direkten Demokratie. Gewählte Vertreter in Stadt- und Kantonsparlamenten treffen Entscheidungen. Bei Entscheidungen, die gewisse Beiträge überschreiten, tritt in der Schweiz ein automatisches Referendum ein. Das heißt, über diese Beiträge muss automatisch vom Volk abgestimmt werden. Bei anderen Entscheidungen können Referenden mittels Unterschriftensammlung zustande kommen. Nur wenn diese in einer bestimmten Zeit die nötige Anzahl amtlich beglaubigter Unterschriften sammeln, kommt das Anliegen zu Abstimmung.

Wer will das Referendum ergreifen?

Bei den Organisatoren der aktuell angekündigten Referenden handelt es sich um diverse Gruppierungen:

Was ist die Motivation für die Referenden?

Seien wir ehrlich: Es geht vor allem darum, dass sich die konservativen Gruppierungen in der Öffentlichkeit mit „culture war“-Argumenten bei ihren Wählern in Erinnerung rufen. „Culture War“ ist eine Strategie der modernen Rechten. Es wird suggeriert, dass die Gleichberechtigung von Minderheiten und andere progressive Ideen zwingend die Daseinsberechtigung von Nicht-Minderheiten in Frage stellt. Dafür werden Begriffe wie „Woke-Diktatur“ genutzt. Besonders beliebt ist dieses Vorgehen in den USA, aber auch Politiker*innen in Europa lassen sich davon inspirieren, um Gräben zu schaffen und sachliche Diskussionen zu verunmöglichen.

Da der Contest einen hohen Anteil an Diversität aufweist, ist er das perfekte Ziel dafür. Das finanzielle Argument ist eine Nebelkerze: Der Contest schafft für die veranstaltende Stadt und die umliegende Region einiges mehr an Wert als er kostet. Und andere, weniger internationale Events werden von den konservativen Gruppierungen auch problemlos unterstützt.

Wie stehen die Chancen, dass tatsächlich finanzielle Mittel blockiert werden?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich finanzielle Mittel blockiert werden, ist eher gering. Alle Städte, die sich um die Austragung des Eurovision Song Contest bewerben, sind stark von einer linken Wählerschaft geprägt.

Quelle: SRF

Zudem ist die Wertschöpfung durch den Contest für die Stadt und die Region unbestritten und kann in eventuellen Abstimmungsunterlagen sehr einfach mit Quellen belegt werden.

Wie wirken sich die Referenden auf den Auswahlprozess aus?

Auch auf den Auswahlprozess wirken sich die Referenden vermutlich eher wenig aus. Wenn versucht wird, alle Kredite zu verhindern, ist der tatsächliche Unterschied Null.

Edi Estermann, Sprecher der Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) sagt dazu:

„Finanzielle Zusagen ohne Referendumspflicht sind natürlich risikoarmer und bieten uns mehr Planungssicherheit. Letztlich ist das aber nur ein Aspekt eines umfangreichen Anforderungskataloges.“

Nahezu kein Betrag, der auf Stadt-, Kantons- oder Bundesebene beschlossen wird, ist letztlich vom demokratischen Prozess ausgeschlossen. Zudem gelten bei den meisten Referenden Fristen, vor deren Ablauf unklar ist, ob sie überhaupt zustande kommen. Es dürfte also keine Stadt wegen der Finanzen alleine aus dem Rennen fallen.

Außerdem ist zu beachten, dass die SRG selbst einen jährlichen Umsatz von ungefähr 1.54 Milliarden Franken macht. Die Produktion der bisher teuersten SRF-Serie „Davos 1917“ kostete insgesamt 18 Millionen Franken, wovon die SRG 7 Millionen Franken selbst übernahm. Die Gelder können also höchstwahrscheinlich auch erst einmal vorgeschossen werden, bis der politische Prozess abgeschlossen ist. Eine Durchführung des ESC in der Schweiz sollte aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr sein.

Die SRG plant, Ende Juli die Bewerbungen auf zwei Städte zu reduzieren, und den endgültigen Beschluss über die Gastgeberstadt für den ESC 2025 Ende August kommunizieren zu können.



Entdecke mehr von ESC kompakt

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

60 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
norbert
norbert
1 Jahr zuvor

Offtopic: Der Name „Albert Rösti“ geht ja richtig steil.

Zwelfbungt - Lucas
Zwelfbungt - Lucas
1 Jahr zuvor
Reply to  norbert

Schon mal was vom sogenannten „Röstigraben“ gehört?

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6stigraben

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor

Könnte die Regierung für den Fall, dass es zu Referenden kommt, eine Garantie/Bürgschaft für die Kosten übernehmen. Aus Risk Management Sicht scheint es mir etwas riskant, darauf zu warten, dass die Wähler im Winter (!) darüber entscheiden.

blueeye
blueeye
1 Jahr zuvor

Theoretisch könnte der Bund das machen. Wurde in den Medien schon diskutiert. Aber anscheinend läuft da noch nichts, zumindest nicht öffentlich.

ESCFrank
ESCFrank
1 Jahr zuvor

Und wieder mal spielen sich die extremen Rechten als Retter der Nation auf.
Kann die mal jemand einschläfern oder zurück in die Löcher treiben, aus denen sie seit einiger Zeit hervorgekrochen sind 🙄
Ich hatte das auch in der engen Familie, AfD-Anhänger. Aber selbst die sind inzwischen aufgewacht und fassen sich nur noch an den Kopf, was sie eigentlich unterstützt haben.
Seit dem sind Gespräche und Diskussionen wieder möglich 🙋‍♂️

Geri
Geri
1 Jahr zuvor
Reply to  ESCFrank

Einschlaefern??

ESCFrank
ESCFrank
1 Jahr zuvor
Reply to  Geri

Ok, medikamentös ruhig stellen. Man sollte es nicht übertreiben. Da hast du recht 👍🏻🙋‍♂️

blueeye
blueeye
1 Jahr zuvor

Anfügen kann man vielleicht noch, dass in Zürich die Sammlung der Unterschriften für das Referendum schon läuft. Bis zum 9. September müssen 2000 Unterschriften zusammen kommen, damit über die finanzielle Beteiligung abgestimmt werden muss. Ausgenommen sind 2 Mio die der Stadtrat in Eigenregie budgetieren kann, die 5 Mio des Kantons und die 3 Mio Erhöhung für die Polizei. Diese Gelder können nicht bekämpft werden. Eine Abstimmung in Zürich wäre ab ca. November möglich.
In Bern wurde der Entscheid für die Gelder zwar gefällt, aber noch nicht amtlich veröffentlich. Die Sammlung der Unterschriften kann erst danach beginnen. Wahrscheinlich wird das in den nächsten Wochen der Fall sein. Eine Abstimmung wäre nicht vor 2025 möglich.
In Basel und Genf können die Gegner auch erst sammeln, wenn der Budgetentscheid gefällt ist. Das ist aber nicht vor September. Abstimmung dann auch erst 2025.
Wie sich das auf die Städtewahl auswirkt? Keine Ahnung. Aber keine Stadt wird die Gelder ablehnen. Kritisch ist höchstens Bern, da für den Kantonsbeitrag der ganze Kanton abstimmen kann. Und die Landbevölkerung ist bei Weitem konservativer, als die der Stadt.

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor
Reply to  blueeye

Danke für die ganzen Infos. Hoffen wir, dass es sich bald klärt, man stelle sich den Aufstand vor, wenn das in Rumänien oder Polen so wäre. Ich wähne mich auch sicher bezüglich der Wähler in den Städten, ging mir bei Brexit und Trump aber auch so. Hauptrisiko ist, dass die Rechten ihre Wähler mobilisieren während die links-liberalen denken „guck ich sowieso nicht.
Zur Not übernimmt Freiburg 😜

blueeye
blueeye
1 Jahr zuvor

Klären wird es sich erst, wenn man weiss, ob die Referenden zu Stande kommen oder nicht. Dh frühestens im September. Aber bis dann soll ja schon entschieden sein, wo es hin geht. Es wird also auch nach dem Entscheid noch Ungewissheit geben.

Zwelfbungt - Lucas
Zwelfbungt - Lucas
1 Jahr zuvor

Was wir sehen:
Rechtskonservative gegen den Eurovision Song Contest!

Was die EDU sieht:
Christen gegen Satanisten!

ESC1994
ESC1994
1 Jahr zuvor

Joa, da sieht man dass es verblendete Christen nicht nur in der amerikanischen Politik gibt.

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor
Reply to  ESC1994

Ich bin mir sicher, auch Chrupalla sieht sich als guten Christen.
Fun fact: Keir Starmer ist Atheist. Seine Frau Rebecca ist praktizierende Jüdin, von daher versucht die Familie immer, den Start des Shabbat und die High Holy Days zusammen zu verbringen.

ESC1994
ESC1994
1 Jahr zuvor

Die den Tories in den Allerwertesten kriechende Boulevardpresse hat Starmer deshalb versucht nen Strick draus zu drehen, zum Glück ohne Erfolg.

Besonders freut mich dass es der Chefbigotte Rees-Mogg nicht mehr ins Parlament geschafft hat.

Hier der Moment wo er seinen Sitz verliert, hol dir Popcorn dazu:

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor
Reply to  ESC1994

Ein Highlight, zusammen mit Truss‘s Sturz mein Lieblingsmoment. Immerhin ist er im Gegensatz zu ihr nicht beleidigt von der Bühne geflohen.
Dass das Religionsthema nicht verfängt, war klar. Rish! Ist Hindu und die meisten Leute dort sind etwa so religiös wie bei uns. Scholz, Bärbock und Habeck haben ihren Eid auf die Verfassung abgelegt, was ich ohnehin korrekt finde.

Last edited 1 Jahr zuvor by 4porcelli - Bring Hersh home!
ESC1994
ESC1994
1 Jahr zuvor

Was ich bei der Berichterstattung der BBC immer sehr mag ist das Opening. Seit 1979 wird praktisch immer das Theme „Arthur“ genutzt, immer mal wieder etwas aufpoliert.

Hier kannst du dir alle Intros seit 1945 anschauen:

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
1 Jahr zuvor

Einige Vollpfosten und richtig schlimme Finger haben es aber wieder geschafft: Williamson, Francois, Bravermann, Jendrick, Badenoch, McVey …

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor

Wobei Braverman sich Gottseidank selbst innerhalb der Tories ins Aus schiesst und Badenoch nur noch hysterisch wirkt. Man fragt sich, was fûr Leute in deren Wahlkreisen leben.

Schlippschlapp
Schlippschlapp
1 Jahr zuvor

Priti Patel !

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
1 Jahr zuvor
Reply to  Schlippschlapp

Die auch. 🤢

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor
Reply to  Schlippschlapp

Die ja erschreckenderweise fast schon als moderat gilt.

Gaby
Gaby
1 Jahr zuvor

Denke auch, dass dieses Argument der Finanzen eher scheinheilig vorgeschoben ist. So traurig es auch ist, aber es gibt viele Leute, die Probleme mit unterschiedlichen Lebensmodellen haben. Denn diese Vielfalt drückt der ESC ja aus, dass jeder Mensch so sein darf, wie er oder sie ist. Keine Ahnung, was genau sie für ein Problem haben, aber verstehen kann ich es nicht…

ESC1994
ESC1994
1 Jahr zuvor
Reply to  Gaby

Ich kann dir gut sagen was deren Problem ist. Diese Personen entstammen einer Gesellschaftsschicht die lange Zeit die Vormacht hatte in Europa, in Zeiten von Individualisierung und steigender Austritte aus Religionsgemeinschaften gerät deren Vorherrschaft aber immer mehr ins Wanken, und irgendwie scheinen die sich damit nicht abfinden zu wollen und schlagen dann um sich wie ein tollwütiger Hund.

blueeye
blueeye
1 Jahr zuvor
Reply to  Gaby

Wenn man auf der Webseite der EDU und der Jungen SVP schaut, sieht man klar, dass es nicht ums Geld geht. Das ist nur ein Nebenargument. Aber man kann halt nur gegen das Geld ein Referendum ergreifen und nicht gegen die Veranstaltung. Die Hauptargumente sind wirklich schlimm. Man kann fast nicht glauben, was die schreiben.

Jürgen Kunz
Jürgen Kunz
1 Jahr zuvor
Reply to  blueeye

Die EDV bezeichnet NEMO als eine Gefährdung von Kindern und Bambie Thug als Satanismus

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor

Es gibt tatsächlich gute Nachrichten zum Thema Rechtspopulismus: In Spanien ist die VOX aus sämtlichen Koalitionsregierungen mit der PP ausgetreten, also weg von der Macht.
Sanchez: „Today is a great day for Spain, today we are a better Spain.“
Sanchez ist alles, was Macron sein möchte.

eurovision-berlin
eurovision-berlin
1 Jahr zuvor

Ich glaube, es war eine Schweizer Musikerin, die zutreffend meinte, dass der diesjährige ESC-Sieger wie ein Hofzwerg absolutistischer Feudalherren wirkt. Hofnarr… irgendwie stimmig. Blöd nur, dass nicht die Feudalherren den ESC bezahlen, sondern ungefragt das überrumpelte Publikum. Insofern finde ich Referenden gut, sie sind ein Zeichen von Demokratie.

Nils
Nils
1 Jahr zuvor

Es steht den Schweizern frei, auf die Austragung und die (dort zugegeben nicht zwingend erforderlichen) damit verbundenen Einnahmen zu verzichten. In Zagreb reiben sie sich sicher schon die Hände, wenn sie das lesen.

ESC1994
ESC1994
1 Jahr zuvor
Reply to  Nils

Ich bin allgemein kein großer Fan von so Referenden, manche Themen lassen sich einfach nicht auf ne simple Ja/Nein-Frage runterbrechen. Da schlägt meistens nur die Stunde von Rattenfängern.

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor
Reply to  ESC1994

Referenden finde ich nur auf lokaler Ebene sinnvoll.

Christian W
Christian W
1 Jahr zuvor
Reply to  Nils

Das alles ist ja nur der übliche Populistenschmutz. In der Realität wird schnell deutlich, dass die Ausrichtung eines ESCs in der Regel massive Gewinne für eine Stadt bedeuten. Und so wird auch dieser Quatsch bald in sich zusammenfallen. und wenn nicht: In Zagreb lacht man dann sicher herzlich über so viel banale Dummheit.

Christian W
Christian W
1 Jahr zuvor

Blöd nur, dass du dir nicht einfach endlich ein neues Hobby suchst und dort deine kruden Thesen absonderst. Wo ist es denn ein Zeichen von Demokratie, wenn Rechtsextremisten und religiöse Fanatiker den ESC benutzen, um Stimmung gegen Minderheiten zu machen? Sowas kann auch nur dir einfallen.

Und dein Vergleich ist zwar richtig schön Ulrike-Meinhof-schmissig, macht aber wie deren verkopftes Geschwurbel auch leider so gar keinen Sinn. Denn insbesondere das Publikum in der Schweiz konnte so oder so nicht über den eigenen Beitrag abstimmen. Wenn da jemand überrumpelt wurde, dann wurde ja bisher jedes Publikum in einem Siegerland überrumpelt.

Warum Künstler jetzt Hofnarren sein sollen, weiß ich auch nicht. Wie gesagt: Ein neues Hobby ist seit 20 Jahren absolut überfällig.

eurovision-berlin
eurovision-berlin
1 Jahr zuvor
Reply to  Christian W

Mir geht dein Stalking langsam auf den Wecker.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
1 Jahr zuvor

Was soll ich da erst sagen? Ich habe ständig den Matty am Hals …

Timo1986
Timo1986
1 Jahr zuvor

Ich als tatsächlicher Schwabe, als mittlerweile hanseatisch denkend gewordener Hamburger und emotionaler Italiener habe nie mit Neid auf die direkte Demokratie in der Schweiz geschaut. Ein bißchen darum beneidet habe ich die Schweiz allerdings schon immer.

Soweit ich das beurteilen kann, hat die Schweiz mit ihrem System der direkten Demokratie und den damit verbundenen Volksreferenden bisher keine katastrophalen Fehlentscheidungen getroffen.

Die parlamentarische Demokratie wie es sie in Deutschland gibt, ist hier und da manchmal doch sehr langsam und aufgrund der sechzehn „mitregierenden Bundesländer“ sind einfach zu viele „Vetospieler“ und egoistische Länder- / Ministerpräsidenteninteressen (m/w/d) mit im Spiel bis endlich mal eine – und das kommt ja Gottseidank oft genug vor – eine gute gemeinsam getroffene Konsensentscheidung getroffen wird.

Ob nun eine endlose und manchmal populistische Debattenkultur, wie es jetzt in manchen Schweizer Institutionen, Organisationen und dem im Vergleich zu Deutschland kleinem Schweizer Rundfunk – mit dem Thema „wie bekomme ich gesellschaftliche und sexuelle Minderheiten an den Rand gedrängt“ – eröffnet wird oder durch einen deutschen Ministerpräsident (m/w/d) bzw. der Bild Zeitung in Gang gesetzt wird, ist gleichgültig.

Denn am Ende werden sich immer die Meinungsvielfalt und Toleranz durchsetzen. Egal ob nun in einer direkten Demokratie wie in der Schweiz oder einer parlamentarisch indirekten Demokratie wie hier in Deutschland. 😀

doredo
doredo
1 Jahr zuvor
Reply to  Timo1986

Ich hoffe mit dir.

Nils
Nils
1 Jahr zuvor
Reply to  Timo1986

Ich halte von der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild sehr wenig. Zum einen sehe ich die Gefahr von steigender Wahlmüdigkeit, was nur den Extremisten in die Karten spielt. Zum anderen lädt sowas halt allgemein zu Populismus ein und ich bin mittlerweile eh schon so fatalistisch, dass ich nicht mehr an Schwarmintelligenz, sondern nur noch an Schwarmdummheit glaube.

Was für Blüten das dann nämlich treiben kann, hat die Schweiz ja auch schon gezeigt, als vor ungefähr 15 Jahren nach einer solchen Abstimmung Minarette gesetzlich verboten wurden. Ganz abgesehen von der Xenophobie dahinter, gab es, meine ich, zu dem Zeitpunkt weder ein einziges Minarett in der Schweiz, noch war eines geplant.
Auf gesetzlich verankerte Irrationalität und Widerwärtigkeit verzichte ich dann doch lieber. Denn ich denke mal, hierzulande liefe das oft genauso ab.

Nils
Nils
1 Jahr zuvor
Reply to  Chris

Ah, okay. Sorry!

Christian W
Christian W
1 Jahr zuvor
Reply to  Timo1986

Was haben die Schweizer nicht getroffen? Keine Fehlentscheidungen? Sag das mal den Frauen in einigen Kantonen, die erst Anfang der 90er Jahre ihr Wahlrecht zugesprochen bekommen haben und vorher in Referenden ein ums andere Mal ihres demokratischen Grundrechts beraubt worden sind. Sowas ist einfach einer Demokratie absolut unwürdig.

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor

Sind denn Okkultismus und Satanismus weit verbreitet in der Schweiz? Dürfte Bambie Thug einreisen? Absurde Denke

Timo1986
Timo1986
1 Jahr zuvor

„Dürfte Bambie Thug einreisen?“

Nemo hat ja jetzt gute Kontakte zum Schweizer Justizminister und wird bestimmt ein gutes Wort für Bambie Thug einlegen. 😉


Christian W
Christian W
1 Jahr zuvor

Es geht ja gar nicht um Okkultismus oder Satanismus. es geht darum, ein Event, in dem alle Menschen gleich behandelt und sichtbar sind, zu verhindern. So dämlich ist man ja nicht mal auf der letzten Alm der Schweiz, dass man nicht begreift, dass 2025 neue Beiträge gewählt werden und wahrscheinlich kein Bambie Thug 2.0 dort auftauchen wird.

4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor
Reply to  Christian W

Ironieschalter bitte an.

roxy
roxy
1 Jahr zuvor

Wieder mal typisch, dass hier ein paar deutsche Besserwisser den Schweizern Demokratie erklären wollen.

Nils
Nils
1 Jahr zuvor
Reply to  roxy

Wo erklärt wer wem Demokratie?

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
1 Jahr zuvor
Reply to  Nils

Soll ich loslegen? 😉🤣

Christian W
Christian W
1 Jahr zuvor
Reply to  roxy

Na, ja. Hier durften Frauen schon 1918 wählen und ggf. auch gewählt werden. In der Schweiz erst ab 1971 und in einigen Kantonen dann sogar erst 1990. Sorry, aber Fakten bleiben Fakten. Da bin ich gerne Besserwisser.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
1 Jahr zuvor
Reply to  Christian W

Ob das preußische Dreiklassenwahlrecht nach 1848 dem schweizerischen allgemeinen (Männer)Wahlrecht nach 1848 so klar überlegen war, wage ich zu bezweifeln.

Und in der Schweiz gab es übrigens auch zwischen 1933 und 1945 demokratische Wahlen, zumindest für Männer.

Jürgen Kunz
Jürgen Kunz
1 Jahr zuvor

Es ist schon beschämend für die wohlhabende Schweiz. Wie stolz war man noch bei Lyss Assia und Celine Dion.

Der Thoddy
Der Thoddy
1 Jahr zuvor

Wenn schon die Schweiz den ESC-Geldhahn abdrehen, dann ist es um unseren Wettbewerb nicht gut bestellt. Wie ich schon mal in einem anderen Beitrag schrieb:
a) entweder den ESC abspecken und auch keine Fan-Zone usw. mehr
b) viele finanzstarke Sponsoren ins Boot holen – dann kriegst Du aber sicher auch die VAE, Qatar Airways und so zwielichtige Gestalten — und die wollen sicher auch sicher mitbestimmen.
c) den ESC für mehr Länder außerhalb der EU öffnen (mehr Teilnehmer = weniger Kosten für jedes einzelne Land.)

Last edited 1 Jahr zuvor by Der Thoddy
4porcelli - Bring Hersh home!
4porcelli - Bring Hersh home!
1 Jahr zuvor
Reply to  Der Thoddy

Es geht ja nicht um Geld, sondern um rechtspopulistische Culture wars Rhetorik.
Ansonsten stimme ich Dir zu, dass der ESC abgespeckt werden muss. Ich verstehe das ganze schneller – höher – weiter nicht. Natürlich will keiner zurück in den Sendesaal des hessischen Rundfunks, aber dass Jahr für Jahr Leute meckern, dass die Bühne zu klein sei etc. finde ich absurd.

Last edited 1 Jahr zuvor by 4porcelli - Bring Hersh home!
blueeye
blueeye
1 Jahr zuvor
Reply to  Der Thoddy

Man muss aber auch das sagen, dass das Schweizer Fernsehen, das auch etwas angefacht hat. Sie haben einen Bieterwettbewerb gestartet und kommuniziert, dass ein Entscheidungskriterium bei der Standortwahl die Höhe der gesprochenen Mittel sein wird. Zumindest kam das so in den Medien rüber. Logisch kann dann keine Stadt knausern.

sam
sam
1 Jahr zuvor

OT:
Das Lagerleben war bei uns gestern nicht so schön. Die große Eröffnung vor dem Rathaus konnte noch stattfinden. Doch dann kam ein richtiges Unwetter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel. Und daraufhin sind alle in die Kirchen geflüchtet und das Lagerleben musste von Offizieller Seite abgebrochen werden. Aber die Leute haben sich nicht den Spaß nehmen lassen. In den Kirchen ging es dann ab. Die Tänzelfest Landsknechtstrommler Kaufbeuren haben dann in der Kirche getrommelt. Hoffentlich wird das Wetter heute Abend besser, sodass das Lagerleben ganz regulär stattfinden kann. Die Daumen sind gedrückt.

sam
sam
1 Jahr zuvor
Reply to  sam

Hier das heutige Programm des Tänzelfest 2024:
7:15 Uhr: Fahnenschwingen in den Außenbezirken der Stadt mit der Tänzelfest Knabenkapelle Kaufbeuren.
Von 10 Uhr bis 13 Uhr: Wochenmarkt u.a. mit den Gauklergruppen Artistica Anam Cara e.V. und den Compania Gioccolari. Und der Marktmeister ist unterwegs.
12 Uhr: Standkonzert des Musikvereins Dösingen, des Musikvereins Hirschzell (Stadtteil von Kaufbeuren), des Musikvereins Harmonie Oberbeuren (Stadtteil von Kaufbeuren), der Stadtkapelle Kaufbeuren, Blaskapelle Wiedemann Gruppe Kaufbeuren und D’r Kemnater Musikanten vor dem Rathaus.
Anschließend: Einzug des Festwirts mit sämtlichen Kaufbeurer Schützenvereinen, Trachtenverein D’Wertachtaler, den Schaustellern, dem Festwagen der Aktienbrauerei Kaufbeuren und den oben angeführten Kapellen zum Festplatz.
ca. 13 Uhr: Bierprobe im Festzelt mit Anstich durch Oberbürgermeister Stefan Bosse. Musikalisch untermalt vom Musikverein Dösingen.
14 Uhr: Adlerschießen 2. Durchgang und Ermittlung des Schützenkönigs der Tänzelfestbuben auf dem Festplatz in der Wertachschleife beim Tanzrondell.
16 Uhr: Zunfttänze und Reigen der Tänzelfest-Tanzgruppen im Tanzrondell beim Festplatz.
Anschließend: Die Contrada di San Giorgio aus unserer Italienischen Partnerstadt Ferrara.
Von 18 Uhr bis 1 Uhr: Historisches Lagerleben in der Altstadt. Um 18 Uhr große Eröffnung vor dem Rathaus. Mit dabei sind heute die Kaiser Maximilians Trommler Kaufbeuren, die Tänzelfest Landsknechtstrommler Kaufbeuren, der Fanfarenzug Daugendorf und die Contrada di San Giorgio aus unserer Italienischen Partnerstadt Ferrara. Und die Krönung ist heute das große Feuerspektakel vor dem Rathaus um 22:30 Uhr. Aber auch sonst ist wieder viel vor dem Rathaus geboten. Jede der angegebenen Musikgruppen darf dort auftreten (da gibt es ein extra Programm). Vor dem Rathaus sind auch große Tribünen aufgebaut, wo man sich hinsetzen kann. Aber Sitzkissen sind sehr zu empfehlen.

Das ist also das heutige Programm beim Tänzelfest 2024 in unserer Stadt Kaufbeuren bzw. Buron, wie die Stadt im Mittelalter hieß.

ESCFan87
ESCFan87
1 Jahr zuvor

Wenn ich hier einzelne Kommentare, kann ich nur den Kopf schütteln. Nur weil ein paar Konservative Parteien, die manchen hier nicht ins Weltbild passen, ein Referendum abhalten wollen, wird hier gleich wieder gegen „die Christen“ gehated. Christen mit Rechtsextremisten gleich setzen, mit linken Verschwörungstheorien wie „Culture War“ kommen…
Aber für Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung werben…

Frédéric
Frédéric
1 Jahr zuvor
Reply to  ESCFan87

Und wenn ich hier einzelne Kommentare lese, freue ich mich, dass die manchmal doch ganz schön konservativen Ergebnisse beim Second-Chance-Contest sich auch mal in den Kommentaren spiegeln.
MMn ist der sog. Culture War weder eine linke, noch eine rechte Verschwörungstheorie, sondern ein etwas reisserisches Schlagwort für die Auseinandersetzungen um sozio-politische Veränderungen in unserer Welt (u.a. auch so wie von ESC1994 weiter oben beschrieben).

Seekjesischt
Seekjesischt
1 Jahr zuvor

Das kommt davon, wenn man die Gesellschaft ständig mit non-binärem Gender-Kram nervt.

byJannik
byJannik
1 Jahr zuvor
Reply to  Seekjesischt

Wann passiert das schon mal? Ich glaube eher, dass viele vor Nemo noch nie etwas von Nonbinarität gehört haben. Aber wenn man sich davon schon auf den Schlips getreten fühlt, dann hat vielleicht der Richtige den Code geknackt und gewonnen.
comment image