
Etwa vier Prozentpunkte vor dem zweitplatzierten wavvyboi haben Sarah Engels im Superfinale von Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2026 zum deutschen Ticket für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien verholfen. Im Superfinale entschied allein das TV-Publikum. Zuvor hatte eine 20-köpfige Expertenjury Sarah neben wavvyboi und Molly Sue ins Superfinale gewählt. Über die konkreten Abstimmungsergebnisse der Jury hüllt der SWR den Mantel des Schweigens und hat damit in Europa eine gewisse unpopuläre Alleinstellung.
Im Superfinale von Das deutsche Finale holte sich Sarah Engels mit „Fire“ 38,3% der Televoting-Stimmen. wavvyboi kam mit „black glitter auf 34,2% und Molly Sue mit „Optimist (Ha Ha Ha) auf 27,6%. Der nach Reichweite und Bekanntheit größte Name hatte sich also wie erwartet durchgesetzt.
Denn Sarah ist durch einen vielfältigen, bunt-kreativen, boulevardstarken und erfolgreichen künstlerischen Lebensweg in Deutschland sehr populär. 2011 wurde sie durch ihre Teilnahme bei Deutschland sucht den Superstar einem Millionenpublikum in Lichtgeschwindigkeit bekannt, denn ihre DSDS-Teilnahme war neben dem Erfolg als Zweitplatzierte auch mit einer emotionalen Love-Story zwischen ihr und dem damaligen Erstplatzierten Pietro Lombardi verknüpft. Mit ihrer von Dieter Bohlen produzierten Final-Single „Call My Name“ erreichte Sarah auf Anhieb Platz 2 der deutschen Charts.
Ihre Vielseitigkeit macht Sarah Engels zu einer der gefragtesten Künstlerinnen Deutschlands: Vom 2. Platz bei Let’s Dance über ihre Siege bei den TV-Quotenhits Das große Promibacken (2018), The Masked Singer (2020) und Dancing on Ice (2019) bis hin zu Engagements als Moderatorin, Schauspielerin und Synchronsprecherin. Zwischen November 2025 und Januar 2026 stand Sarah im wunderbaren Broadway-Musical Moulin Rouge in Köln auf der Bühne. Nach dem ESC wird sie ab dem 20. Mai 2026 noch einmal 24 Termine im Kölner Musical Dome spielen. Von ihrer Bühnenerfahrung und der Musical-Challenge, Tanz und Musik harmonisch zu verbunden, die sie exzellent beherrscht, wird Sarah definitiv auch beim ESC Finale in Wien profitieren.
Das Lied
„Fire“, Sarah Engels englischsprachiger Dancesong, für den ESC 2026 in Wien, ist für Deutschland ein neues ESC-Gesamtkonzept, in der ESC-Geschichte gibt es jedoch viele Vorbilder, etwa „Fuego“ von Eleni Foureira (Zypern 2018), „Sugar“ von Natalia Gordienko (Moldau 2021), „Solo“ von Blanca (Polen 2023), „Show me your love“ von Tina Karol (Ukraine 2006), „Be my guest“ von Gaitana (Ukraine 2012), „Moja štikla“ von Severina (Kroatien 2006), „This is love“ von Demy (Griechenland 2017), „SloMo“ von Chanel (Spanien 2022), „Unicorn“ von (Hamburgs populärster Spielfrau) Noa Kirel (Israel 2023), „Be my valentine“ von Switlana Loboda (Ukraine 2009), „Hero“ von Charlotte Perrelli (Schweiden 2008) oder „Shady Lady“ von Ani Lorak (Ukraine 2008), um nur einige der populäreren Dance-Vorbilder der letzten zwanzig Jahre zu nennen.
Inhaltlich geht es um die Befreiung aus einer toxischen Beziehung, darum, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und das eigene innere Feuer zurückzugewinnen. Der Refrain arbeitet mit der Gegenüberstellung „I’m on fire / you are a liar“ und setzt damit ein klares Statement für Selbstachtung und Unabhängigkeit. Female Empowerment Botschaften sind auch der rote Faden auf Sarahs im August 2025 erschienenen Album „Strong Girls Club“.
Sarah hat den Text von „Fire“ gemeinsam mit Valentin Boes, Dario Schürmann, Raphael Lott und Luisa Heinemann geschrieben, die auch für die Komposition verantwortlich zeichnen. „Fire“ war einer von nur zwei Songs im deutschen ESC-Finale, der nicht aus einem SWR-eigenen Songwriting-Camp stammt.
Sarah Engels ist mit „Fire“ für Deutschland bereits für das Finale gesetzt und tritt im ersten ESC-Halbfinale außer Konkurrenz zwischen Startnummer 10 und 11 auf.
Der Check
Song: 3,5/5 Punkten
Stimme: 5/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 3,5/5 Punkten
Benny: Sarah singt super, tanzt toll und hat eine mega Ausstrahlung. „Fire“ war im Line-Up von Das deutsche Finale einer von nur wenigen wettbewerbsfähigen Titeln. Leider kommt der Song selbst beim ESC einige Jahre zu spät und die gute Aussage des Liedes verschwindet stellenweise hinter dem sehr simplen Englisch. Wohlwollende 7 Punkte
Marcel: „Fire“ hat es geschafft, bei mir alle Erinnerungen an Silia Kapsis‘ „Liar“ komplett auszuradieren. Wie ging dieser Song aus Zypern nochmal? Ist auch egal. „Fire“ ist von den Latin-Partysongs dieses Jahres der am wenigsten komplexe. Man kann es auch „eingängig“ nennen. Sarah Engels selbst ist wahnsinnig professionell und wird diese Choreo definitiv zu ihrer machen. Das ändert aber nichts daran, dass das Genre beim ESC auserzählt ist und eine Platzierung jenseits von Platz 22 eine große Überraschung wäre. 6 Punkte
Max: Vielleicht der Inbegriff von „Guilty Pleasure“ in diesem Jahr und dann auch noch aus Deutschland! Der Song lebt von Sarah Engels‘ Performance, an sich ist der Track nicht unfassbar innovativ oder am Puls der Zeit. Aber das muss nicht unbedingt was bedeuten beim ESC, wenn das Gesamtpaket stimmt. Ich bin so gespannt wie nie wie Deutschland hiermit abschneidet. 6 Punkte
Peter: Ich mag die von Berenike als „Hupfdohlen“ bezeichnete Pop-Dance-Kategorie mit Dancebreak und einem Spritzer Folklore sehr. Insofern ist es für mich nicht tragisch, dass „Fire“ eindeutig „more of the same“ ist und schon so oft beim ESC beigemischt war. Ivi Adamou forever sozusagen. Das vorausgeschickt habe ich mich entschieden, den Song proaktiv zu feiern und Sarah für ihre Energie und Professionalität sowieso. 8 Punkte
Rick: Das wichtigste Kriterium eines erfolgreichen ESC-Songs ist Wiedererkennbarkeit. Die fehlt „Fire“ (in seiner jetzigen Version) leider völlig. Der Song wirkt sehr Baukasten-artig zusammengestellt und erinnert nicht umsonst an zahlreiche andere Nummern. Was die Nummer für mich aber rettet: Sarah selbst. Sie ist eine Top-Performerin und hat genau die richtige Einstellung. Ich hoffe wirklich, dass ihr Team bis Mai noch das Beste aus dem Beitrag herausholt, denn das Potenzial ist da. 6 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Bennet: 8 Punkte
- Berenike: 2 Punkte
- Douze Points: 6 Punkte
- Guilia: 6 Punkte
- Laureen: 8 Punkte
- Manu: 4 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 67/132 Punkten
Beim ESC-kompakt-Index landet „Fire“ auf Platz 29.
Bisher erschienene Songchecks:
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
- Belgien: „Dancing on the Ice“ von ESSYLA
- Estland: „Too Epic To Be True“ von Vanilla Ninja
- Israel: „Michelle“ von Noam Bettan
- Litauen: „Sólo quiero más“ von Lion Ceccah
- Montenegro: „Nova zora“ von Tamara Živković
- Polen: „Pray“ von Alicja
- San Marino: Superstar von Senhit feat. Boy George
- Serbien: „Kraj Mene“ von LAVINA
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