
Am Samstagabend steigt in Berlin Das deutsche Finale 2026. Neun Acts wollen nach Wien. Sechs von ihnen verbindet dieselbe Entstehungsgeschichte: Sie waren Teil eines vom SWR organisierten Songwriting Camps in Südfrankreich. Ein siebter Act – Nachrücker Bela – kommt ebenfalls aus einem Camp mit erweitertem SWR-Bezug, nämlich der Popakademie Baden-Württemberg. Übrig bleiben genau zwei Acts ohne direkte Camp-Erfahrung: Sarah Engels und Ragazzki.
Das ist von außen betrachtet erst einmal nichts Ungewöhnliches. Songwriting Camps sind ein etabliertes Instrument im ESC-Kosmos – und können kreative Qualität bündeln. Schon der NDR hat damit gearbeitet, 2019 sogar ausschließlich. Wer international konkurrenzfähige Titel will, setzt auf professionelle Schreibteams, Austausch und Effizienz. So weit, so branchenüblich.
Bemerkenswert wird es beim Blick auf die Relationen. Nach Angaben des SWR gab es rund 400 Bewerbungen für Das deutsche Finale 2026. Ob es 351 oder 449 waren, ob Songs oder Acts gezählt wurden – exakt kommuniziert wurde es nicht. Auch nicht auf Nachfrage. Aus diesem großen Pool wurden 60 Titel SWR-intern ausgewählt und anschließend einer internationalen Marktforschung beim Institut Kantar vorgelegt. Wie diese Vorauswahl genau zustande kam, wie die Marktforschung konkret durchgeführt wurde, welche Titel wie abschnitten – all das bleibt unter Verschluss. Öffentlich heißt es lediglich: Alle neun Finaltitel hätten in der Marktforschung gut performt.
Am Ende ergibt sich trotzdem ein eindeutiges Bild: Zwei Drittel des Finalfeldes stammen aus einem Camp, das der ausrichtende Sender selbst organisiert hat. Zählt man den Nachrücker hinzu, sind es sieben von neun Acts mit Camp-Vergangenheit. Das bedeutet im Umkehrschluss: Von den hunderten weiteren Bewerbungen haben es nur zwei ohne Camp-Station ins Finale geschafft – die prominentesten im Startfeld.
Man kann das als Beleg für die hohe Qualität der Camp-Ergebnisse lesen. Man kann aber auch die strukturelle Frage stellen, ob hier von Anfang an ungleiche Startbedingungen bestanden haben. Rein gedanklich – ohne jemandem unlautere Motive zu unterstellen – wäre ein derart geballter Anteil einer vergleichsweise kleinen Gruppe in einer großen Gesamtmenge zumindest erklärungsbedürftig. Vor allem dann, wenn der Sender selbst Veranstalter dieses Camps war.
Der SWR sagt selbst, dass die Auswahl der Final-Acts nicht (allein) auf Basis der Marktforschung erfolgt sei. Warum dann das Ganze überhaupt? Klar, die Ergebnisse der Marktforschung können zur internen Meinungsbildung über die Beiträge dienen. Der Verweis auf die Kantar-Untersuchung kann aber auch als ein Baustein im Rückversicherungskonzept des SWR für ein schlechtes Abschneiden beim ESC in Wien genutzt werden.
Und davon gibt es weitere: Neben der internen Jury und der internationalen Testphase wird es im Finale eine internationale Jury mit 20 Expert*innen aus 20 Ländern geben, die sechs Acts eliminieren wird. Erst danach entscheidet das Publikum zwischen drei verbliebenen Songs über das Ticket nach Wien. Ein mehrstufiges Verfahren, das Professionalität signalisiert – und im Zweifel Verantwortung so verteilt, dass man nicht mehr weiß, wer eigentlich der Verursacher ist, wenn etwas schief läuft.
Sollte der deutsche Beitrag in Wien überzeugen, wird man die strategische Kombination aus Camp, Marktforschung und internationaler Jury als Erfolgsmodell präsentieren. Sollte es wieder einmal enttäuschend laufen, lässt sich argumentieren, dass Marktforschung, internationale Expert*innen und das Publikum entschieden haben. Die Verantwortung liegt dann nicht bei Einzelpersonen im Sender, sondern in einem System aus mehreren Ebenen. Der SWR ist immer fein raus.
Andere Länder gehen offensiver mit Zuständigkeiten um. In Schweden stehen vier klar benannte Verantwortliche für die künstlerische Linie des Melodifestivalen ein. In Italien trägt der jeweilige künstlerische Leiter von Sanremo sichtbar die Verantwortung. In der Ukraine ist transparent, wer die musikalische Handschrift von Vidbir prägt. Erfolg und Misserfolg sind dort personalisierbar.
Beim SWR wirkt das Verfahren eher wie ein Sicherheitsparcours mit mehreren Netzen. Das kann man klug nennen – zumal in einem System wie der ARD. Man kann es aber auch als Kommunikationsstrategie verstehen, die auf maximale Absicherung setzt. Wenn ein offener Bewerbungsprozess mit rund 400 Einreichungen am Ende zu einem Finale führt, in dem sechs – mit Nachrücker sieben – Beiträge aus sendernah organisierten Formaten stammen, entsteht jedenfalls eine berechtigte Nachfrage nach Transparenz. Diese wird vom SWR aber nicht geschaffen. Da war selbst der NDR kommunikativer.
Niemand verlangt, dass ein Songwriting Camp nicht erfolgreich sein darf. Aber wer einen offenen Wettbewerb ausruft, sollte erklären können, wie offen er am Ende tatsächlich war. Transparenz würde hier nicht schaden – sie würde Vertrauen schaffen. Und genau darum geht es bei einem Verfahren eines öffentlich-rechtlichen Senders, für den wir alle Gebühren bezahlen.
Spätestens am Samstagabend wird sich zeigen, ob das SWR-Konzept auch auf der Bühne trägt. In Wien entscheidet sich dann, ob das Songwriting-Camp als Erfolgsstory in die ESC-Geschichte eingeht – oder als besonders gut abgesichertes (Rückendeckungs-)System für die Verantwortlichen beim SWR.
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So, nun geht es ihr Schlag auf Schlag mit den Infos zum Vorentscheid und auch den Interpreten!
Nun geht es auch Schlag auf Schlag mit den inhaltsleeren Kommentaren.
Du bist doch vor kurzem erst einen „Insider“ angegangen, der genau das gesagt hat (7 aus 9 Teilnehmer aus dem Camp). Vielleicht nächstes Mal etwas vorsichtiger mit den Anschuldigungen.
Das war kein „Insider“!
Würde mich nicht als insider bezeichnen . Hab nur durch insta von der lieben Molly Sue gescrollt und den Songwritingcamp Post mit dem coolen Gruppenfoto von ihr in meiner Story geteilt was sie sogar gesehen und es mit gefällt mir markiert hat . Zu dem Zeitpunkt haben die anderen auch einen Beitrag gepostet wo sie beschrieben haben wie cool es in Limoux ist und dass sie ne gute und kreative zeit dort hatten
Warst ja der erste der gesagt hatte dass das ja alles erlogen sei ..Wer so viel zeit hat , dass er ja jeden Artikel hier als erster kommentieren kann hätte ja auch über sein insta selbst nachforschen können um festzustellen dass das mit dem Songwritingcamp vom SWR in Limoux und dem Songwritingcamp von der Popakademie BW stimmt;)
Ich möchte noch für den Artikel anmerken, dass 2019 zunächst alle Kanditat*innen gemeinsam über ein Songcamp liefen, jedoch die S!sters über Universal nachnominiert wurden. Was daraus wurde, wissen wir 😀 Letzte Startnummer, persönlich befangene Jury, weitere Universal vertretene Personen in der Jury… ach wie hat mich dieser Vorentscheid in 2019 gebrochen 🙁 Wear your love!
Surprise! 😉
Wie sehr trauere ich immer noch Lilly among clouds hinterher 😔
ich trauere mit 🙁
Damals war ich einfach nur fassungslos. Was für ein Juvel ist uns entgangen!
Nicht über Universal!
Der Vertriebs(!)deal kam erst hinterher, als sie schon im Line-up waren.
Deine geliebte Aly Ryan hatte übrigens auch einen.
So sehr liebe ich Aly Ryan gar nicht, aber Wear Your Love höre ich als Song heute noch zum Sporteln 🙂
Ich war damals auch Team Aly, inzwischen glaube ich aber, die Nummer wäre in Tel Aviv auch gefloppt, so suboptimal, wie der VE-Auftritt lief.
Ich mochte lediglich Lily.
Finds krass wie Wear Your Love sich selbst heute noch moderner anhört als alle Songs aus denen wir dieses Jahr die Wahl haben.
Ja und 2019 wurde „Surprise“ nicht im Camp geschrieben.
Stimmt. Sie war zwar auch im Camp, hatte den Song aber schon weitestgehend vorher fertig.
das habe ich auch so in erinnerung.
sie hat nur die hilfe eines musikproduzenten (Udo Rinklin) in anspruch genommen.
Der Song war aber schon vorher da. Man hat diesen Song unbedingt dabei haben wollen weil man davon überzeugt war. Die Startreihenfolge spielt kaum eine Rolle wie man in so vielen Entscheidungen sehen kann.
Dss hat sich bei Jury und Televoter stark durchgesetzt. Selbst bei der Fanjury kamen dafür noch 6 Punkte raus.
Du meinst der Song Sister? Der Song war tatsächlich schon „vorher da“ und stammte aus einem schweizerischen Songwriting-Camp. Dort haben angeblich die Sängerinnen gefehlt, weshalb der Song nicht in die engere Auswahl kam. Aber es scheint eine Art Transfer in Schreibers Schublade für solche Songs gegeben zu haben. Auch Black Smoke stammte aus ebendieser Schublade.
Richtig. Deswegen erwähne ich das. Ich kann mich halt noch an das Leuchten in den Augen der damals verantwortlichen erinnern als die von dem Song sprachen. Und man sagte ja auch, wenn man einen Song hat von dem man so überzeugt ist, dann wäre es doch extrem nachlässig den nicht mit in die Auswahl zu nehmen. Fast genau mit diesen Worten. Aber am Ende musste sich der Song trotzdem durch votings durchsetzen und das hat er leider geschafft.
Ich war da auch „befangen“. Carlotta kenne ich seit 2011. Sie war harter Lena (ML)-Fan und doubelte sie 😉 Laura war langjährige Backgroundsängerin von Lena (ML).
Ich finde den Song selbst, von beiden in der Studioversion, nicht schlecht. Beim VE kam der Auftritt auch gut rüber. Nicht umsonst wurde dafür gevotet.
Aber für den ESC hätte es ein noch stärkeres Staging geben müssen. Vielleicht hätte es dann für ein paar Punkte mehr gereicht.
Ich kanns verstehen. Habe Carlotta zum ersten Mal bei The Voice Kids gesehen und dann weitere Infos zu ihr gefunden. Auch dass sie vorher schon Preise gewonnen hat und als großes Talent gehandelt wurde. Das schwingt ja immer ein wenig mit. Man wünscht es ihr dann auch, ist vertraut mit ihr. Ja das staging war echt supoptimal, aber auch der Gesang der beiden klang einfach nicht ideal.
Der ganze Auftritt war suboptimal und die beiden sahen in den nehme ich mal wieder an Klamotten aus dem eigenen Schrank eher nach Betriebsfest aus. Sollte es nicht irgendwas spektakuläres mit Boxring beim ESC geben(wie auch immer das passen sollte)? Da hab’s ja ne große Ankündigung und dann als Nix kam meine ich keine Erklärung.
So sieht’s aus
Ich fand die beiden auch sympathisch, aber die ganze Nummer war nicht sehr authentisch und ich denke dass das auch der Knackpunkt war.
„Haltung statt Song“ war die Devise und das wurde mit so wenigen Punkten „belohnt“. Dass das ganze Staging dann noch eine Powerpoint Präsentation mit Random Faces war und man die ganze Zeit nur die Hinterteile auf der Drehbühne gesehen hat (ähnlich wie bei Black Smoke [ohne Drehbühne] übrigens), hat dem ganzen dann noch den Rest gegeben.
Durch die Drehbühne hatte sie zumindest als einziger ULfI-Act eine schlüssige Inzenierung, was sicherlich auch zum Televoting-Sieg beigetragen hat.
Diese dann ersatzlos zu streichen, war der endgültige Todesstoß.
Wobei die Hürde der NDR selber gestellt haben müsste. Der Song hat nicht direkt gegen andere konkurriert, sondern war einer von vielen, von denen vielleicht mehrere es schaffen oder keiner.
Black Smoke war auf einem damaligen Album von Ivy Quainoo.
Nee,
sie hat den Song zwar eingesungen (wahrscheinlich schon für ihr erstes Album 2012), aber er wurde natürlich nicht verwendet.
Im Übrigen war ja auch Ann-Sophie total schockverliebt in den Song und wollte ihn unbedingt singen.
Ok. Wenn nicht auf dem Album, dann irgendwo im Netz gehört.
Genau. War in der Woche nach dem ESC in Wien kurze Zeit bei Soundcloud online und ist seitdem leider wieder verschollen.
Ich fand die Ivy-Version echt gut.
Es gibt viele solcher Songs .
Irgendwo geistern sie bestimmt noch rum . Schubladensongs wie Beautiful oder Sober
Unter Schreiber hat reger Austausch geherrscht. Soweit ich weiß hat einer aus den 2019er-Auswahl sogar die ESC-Bühne gefunden. Der maltesische Junior ESC Beitrag, der Letzter wurde. Es war auch einer von dem Songwriter von „I’ve been waiting for this night“ dabei gewesen, der auch bei diversen anderen ESC-Songs involviert war.
Sisters kamen doch aus der Modder-Schublade von Thomas Schreiber… Er wollte diesen Titel ja UNBEDINGT haben…
Die haben für den song bei Labels nach Sängerinnen gefragt. Eine davon war unter anderem Anica Russo , die aber abgelehnt hatte .
Sind dann bei Carlotta Truman und Laura Kästel fündig geworden
Ganz genau!
Songwritingcamp veranstaltet nur um dann einen Song einzukaufen den man mit allen Mitteln nach TelAviv gepushed hat.
Ja das war alles merkwürdig.Bis heute weis keiner warum man dieses Lied S!sters noch zugelassen hat.Besonders auffällig die schlechteste Bühnenpräsenz im Finale,sehr amateurhaft. Lilly war mein Favorit.
Daher wohl auch kein offizieller Bewerbungsaufruf. 💡
Und sich mit Intransparenz gegen die kritischen ESC- Fans abzusichern , ist nur allzu verständlich.😉
Da fordere ich aber eine Abstimmung, welcher Blogger das Amt übernehmen soll.
Danke für die genauere Ausführung. Das sind schon überproportional viele Titel aus Songcamps.
Ach wie gerne ich mal Mäuschen beim SWR spielen würde, um Einblick in die ganzen Abläufe und auch Informationen zu den anderen Bewerbungen zu bekommen.
Bei 2-3 Acts vom Camp kann ich irgendwie noch nachvollziehen, warum sie im VE sind, aber vielen eben gar nicht. Man hat das Gefühl, das dort menschen am Werke sind, die vom ESC NULL Ahnung haben.
Danke für die Informationen. Daraus jedoch den Konjunktiv abzuleiten, dass alles nur zur Sicherheit bei Versagen dienen könnte, ist leider nicht schlüssig.
Die Benennung eines musikalischen Entscheiders (der auch ersetzt werden kann, und nicht wie Schreiber gottgegeben war) sollten wir aber als eine unserer Hauptforderungen ansehen. Damit hätte der SWR dann wirklich eine Versicherung, nicht allein an einem schlechten Abschneiden schuld zu sein.
Mir ist der Ablauf nicht klar. Oder weiß man auch das schlicht nicht?
Wie kommt dieses Songwritingcamp zustande?
Sind die Teilnahmer (a) Leute, die der SWR von sich aus kontaktiert hat, weil einem Fernseh-, Radio- oder Online-Team des SWR bestimmte Leute in letzter Zeit als vielversprechend aufgefallen sind?
Oder hat der SWR (b) einen Teil der rund 400 Bewerber zu diesem Songwritingcamp eingeladen, damit man mit ihnen arbeiten und an Songs feilen kann, die vermeintlich für den ESC geeignet sind?
Ich denke, beides.
Aus den Interviews wurde ja klar, dass bereits im Sommer Künstler angesprochen wurden und es ein Bewerbungsverfahren für ein Songwritingcamp gab, dass Ende September in Südfrankreich stattgefunden hat.
Ein weiteres Camp war dann, mumaaßlich später, in Mannheim, wohl mit Künstlern, die sich mit anderen Songs beworben hatten, so auch Bela.
Sehr guter Artikel. Das wirkt doch eindeutig so, als solle die MaFo lediglich als Feigenblatt fürs gewünschte Teilnehmerfeld dienen.
Die andere Frage aber ist: Wenn fast alle Songs aus einem Songwriting Camp extra für den ESC stammen – warum ist nichts wirklich ESC-tauglich?
ich würde sagen, das Hauptproblem war, dass man nicht auf ESC-erfahrene Songwriter zurückgegriffen hat, sondern überwiegend auf britische Komponisten, von denen zwar einige schonmal einen Beitrag beim ESC hatten (Louis Schoorl, Iain James), aber das dürfte eher „zufällig“ passiert sein.
Hätte man im Camp Leute wie Teya, Elsie Bay, Tom Oehler oder Julie Aagaard gehabt, sähen die Resultate wohl anders aus.
Dass die Songs alkle nicht geeignet sind, würde ich auch nicht sagen; mindestens „Black Glitter“ und „Optimist“ würde ich schon grundsätzliche ESC-Tauglichkeit bescheinigen.
„Black Glitter“ kann man gelten lassen. Aber das Gefühl, dass der Titel mit dem Ziel eines ESC-Siegs geschrieben wurde, vermittelt auch der nicht. Der wäre halt einfach dabei und würde nicht weiter unangenehm auffallen.
Vertrauen, welches Vertrauen?
Es ist und bleibt die ARD, die in der Verantwortung steht.
Es ist wie früher zu meiner Zeit in einem großen Unternehmen: Steigen die Umsätze, war‘s das Marketing, sinken die Umsätze waren es z.B. das Wetter (besonders beliebt in der Produktkategorie Eiscreme), die Konjunktur (so generell bei allen Produktkategorien) oder das veränderte Verbraucherverhalten (besonders bei fehlerhaft durchgeführter Marktforschung und anschließend mangelnder technischer Umsetzung, egal in welcher Form).
Kürzer gesagt: Erfolg wird adoptiert, bei Misserfolg waren’s die anderen, die dabei waren.
Aber Vertrauen, nein, Vertrauen habe ich zum jetzigen Zeitpunkt gar keins in den SWR, s. oben. Am Samstag wissen wir mehr.
Irgendwie find ich das grauenhaft. So viel Aufwand und Geld wird da reingesteckt in dieses komplexe Verfahren und dann noch dieses ganze Marktforschungsblabla, nur damit man am Ende das Gefühl hat, dass jeder Rando auf der Straße ne bessere Auswahl getroffen hätte und das sogar kostenlos.
Ohne Mist, lasst doch einfach irgendeinen zufällig dahergelaufenen Fan ne Vorauswahl von 20 Songs treffen, zwei Halbfinals, 100% Televoting, gib ihm. Das Ergebnis kann gar nicht schlechter sein und man rettet Dreamboys, Emily Roberts, Jendrik und co vor einer unnötigen Blamage.
Drück das Plus, wenn die Jury 2027 aus 40 ESC-Kompakt lesern bestehen soll 😀
Das wäre doch mal ein schönes Experiment. Aber wer sucht die zu bewertenden Künstler aus? Soll es einfach eine freie Bewerbung nach bestimmten Kriterien geben?
Dann wird in mehreren Stufen durch ESC-Kompakt ESC Experten ausgesiebt.
Dann noch ein geeignetes Songwriting Camp… Vielleicht eines worüber hier schon mal geschrieben wurde 😉
Nein danke.
Die sind teilweise noch blinder bezüglich tauglicher Songs.
ob man den SWR wohl mit ein paar lecker 🥕🥕 bestechen kann? 🐰
Eventuell mit Katjes. *lach‘
😂👍
Drückt das Plus für eine Vorentscheid Revolution
Sofort
Natürlich kann man die Verantwortung auf den SWR schieben… die haben sich das Prozedere ja schließlich ausgedacht.
Dass ein hoher Teil der Beiträge allerdings aus dem eigenen Songcamp kommt ist nachvollziehbar, schließlich hat der SWR das ja auch vermutlich mit viel Geld finanziert.
Ich halte von Songcamps für den ESC ja gar nichts, dort enstehen im besten Fall zwar sogenannte ESC-taugliche Songs, die sich in der Regel aber immer ähneln und Innovationen eher verhindern. Aktuelle Trends werden meistens vermieden bzw. kommen erst in den Folgejahren vor.
Allerdings ist es auch nicht ratsam, nur Plattenfirmen und Labels entscheiden zu lassen, die schicken erfahrungsgemäß nur Acts ein, die entweder gänzlich unbekannt oder schon auf dem absteigenden Ast sind.
Meiner Meinung nach müssten wirklich Talentscouts eingesetzt werden, die sich auf die Suche nach geeigneten Acts machen… entweder aktiv in der Szene oder bei Bewerbungen von Interpreten… dann besteht durchaus die Chance, Acts wie Abor & Tynna, Galant oder LOTL zu finden.
Rede!
Malou hat gleich ihre erste Probe
Slopwriting-Camps abschaffen
Vor allem führt dieses mehrstufige Verfahren dazu, dass jegliche Ecken und Kanten im Bewerberfeld abgeschliffen werden, alles was irgendwie besonders, ungewöhnlich, innovativ oder polarisierend ist rausfliegt und am Ende nur noch Mainstreamiges übrig bleibt.
Große Zustimmung! Verantwortung zu übernehmen scheint im laufe der Jahre ein Fremdwort geworden zu sein.
Ich fürchte, dass das kein alleiniges Problem des ÖRR ist sondern ein gesamtgesellschaftliches. Die Risikobereitschaft ist relativ gering weil man etwas zu verlieren hat oder meint etwas verlieren zu können. Wir haben eine relativ penible Fehlertoleranz entwickelt. Wenn ein Fehler passiert wird sofort nach Rücktritten und Konsequenzen gerufen.
Auf der anderen Seite scheinen wir uns im Wohlstand an Sicherheit gewöhnt zu haben. Etwas neues wagen bedeutet dann eher Gefahr.
Hinzu kommt, dass ja irgendwie immer noch ein gewisses Grundgefühl von „Es ist ja ok so“ vorzuherrschen scheint. Auch wenn es bei immer mehr Menschen anders ist. Die Veränderunsgbereitschaft ist noch nicht so gegeben. Manchmal denke ich an Rocky 3 – The Eye Of The Tiger. Wir scheinen immer noch gesättigt genug. Es gibt keinen starken Antrieb, keine starke Motivation. Es gibt kein Feuer.
Es hat sich einiges verkrustet. Ich kann nicht erkennen wie sich das mal ändern soll.
Es ist sehr ausgeprägt in Deutschland , eine Sache, die mich hier kirre macht.
😢 🤷 🤯
Ausnahme: Stefan Raab, zumindest teilweise beim letzten VE 😉
Du meinst weil er sagte, er übernimmt die volle Verantwortung?
Ich kann eher die Tendenz erkennen, Fehler auszusitzen und keine persönlichen Konsequenzen mehr zu ziehen bzw. andere jahrelang weiter mit mäßigem Erfolg walten zu lassen. Natürlich kommt es dann zu Rücktrittsforderungen, wenn kein Umsteuern erkennbar ist.
Ja genau deswegen. Wir sind darauf bedacht Sicherheit herzustellen/beizubehalten. Und alles was diese Sicherheit gefährdet wird vermieden bzw. beseitigt.
Und wenn es nicht vermieden oder verändert werden kann wird es geleugnet.
im Zweifel liegt es immer am System und damit in diesem Fall dem SWR.
OFF TOPIC !!!
Jetzt wissen wir warum sich Tamara Flores bei Vienna Calling zurückgezogen hat, wegen rassistischen Hass Kommentaren im Netz,sehr traurig das ganze.
Quelle: Eberhard Forcher auf Facebook und OE24.
Das tut mir leid für sie, aber mit so was muss man heutzutage leider rechnen. If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.
Rassismus hat in einer Küche ebenso wenig verloren.
Es ist einfach nur zum K*****
Der Kommentar hat mich auch sehr verstört.
Die Häufung ist auf jeden Fall sehr auffällig. Ohne nähere Informationen zu den Abläufen lässt sich da aber nicht viel mehr zu sagen. Grundsätzlich finde ich, dass man den Auswahprozess vor allem danach bewerten sollte, was dabei rauskommt, und das ist in dem Fall nun mal nix.
Back in da house (mit Meinung zu den VE-Songs hier: Sixtus sagt miau)!
Puh, der Artikel bestätigt oder unterfüttert ja so gewisse Befürchtungen … uff.
Aber mal andere Frage: Ist eigentlich was bekannt über ein Inszenierungscamp? Denn wenn man sich mal die Wettbewerbe über die Jahre anschaut, dann fallen zwei Sachen auf:
Zum einen wird die Inszenierung immer wichtiger und entscheidet zuweilen sogar über Wohl und Wehe. Das mag man mögen oder nicht, aber wenn man auf dieser größten aller Bühnen bestehen will, dann muss die Inszenierung in jedem Detail perfekt sitzen.
Zum anderen ist Schland, was die Inszenierungen angeht, eher kein Powerhouse. Die letzten beiden Jahre waren vielversprechende Ansätze, aber generell tun wir uns mit diesem ganzen Brimborium drumherum doch eher schwer, seien wir ehrlich. Was tun wir dagegen?
Deshalb bin ich mit diesen Songwritingcamps auch so ein bisschen über Kreuz. Ja, kann man machen, kommt auch schöne Musik bei raus, aber: Wie bringste es denn dann auf die Bühne? Zumal auf die ESC-Bühne? Wird da in den Camps auch schon drüber nachgedacht, wie das gehen könnte? Bei zweien der VE-Songs sehe ich auch mit bester Inszenierung keine Chance, und es gibt nur einen Song, wo das Staging schon jetzt einigermaßen klar sein dürfte.
Ich hoffe, ich werde am Samstag diesbezüglich von allen überrascht. Ach, was sag ich, überrascht, ich will aus den Schuhen gekloppt werden! Ich will mit offenem Mund vor der Kiste sitzen! Ich will mir ein Loch in die Mütze freuen, weil alle neune so super sind, dass man gar nicht weiß, wen man schicken soll! Solang wir träumen, leben wir … (DVE 85, letzter Platz).
Ich hoffe mal, dass es uns nicht aus ganz anderen Gründen aus den Schuhen haut 😉
Hängt vieles mit dem Geld zusammen. Gute Leute für eine Inszenierung kosten Geld und auch eine aufwendige Inszenierung kostet Geld.
Wenn wir uns Baller als Inszenierung anschauen war es eine gute Idee, da wäre aber noch mehr gegangen, denn die Ausführung war eher auf der günstigen Seite . Ein paar Rahmen, eine Treppe und Tänzer, das war es im Grunde.
Da bin ich anderer Meinung. Guck Dir mal den letztjährigen Bronzemedaillengewinner an. Keine Treppe, keine Rahmen, lediglich zwei Kaffeebecher, vier als Security verkleidete Tänzer, ein paar brilliante Ideen im Backdrop (ich mag den Song wirklich nicht besonders, aber beim flügelschlagenden Flugzeug hat er mich gehabt) und dann noch die Sache mit dem „Fan“ auf der Bühne … das war alles andere als aufwändig, aber super durchdacht mit mega viel Liebe zum Detail. Und es hat funktioniert, denn an der Qualität von Song und Sänger lag der dritte Platz garantiert nicht. Anderes Beispiel: Ukraine 2006, „Show me your love“. Ein Song, der in seiner Einfalt und Einfallslosigkeit einfach nur eine Frechheit ist. Aber: Eine fantastisch singende und fantastisch aussehende Sängerin mit irrer Bühnenpräsenz, fünf Tänzer, fünf Tambourins und ein Springseil. Das wars. Und das hat den Beitrag so geadelt, dass er am Ende auf Platz 7 gelandet ist. Man braucht meiner Meinung nicht viel Geld für eine gute Inszenierung, aber man muss sie ernst nehmen und Gehirnschmalz reinstecken. Jede Entscheidung bezüglich dessen, was da auf der Bühne passiert, sollte bewusst getroffen und nicht dem Zufall überlassen werden. Abgesehen davon finde ich das Geld-Argument bei einem Big5-Land schlicht armselig.
Edit: Mit „armselig“ meine ich natürlich nicht Deinen Hinweis, dass es mit dem Geld zusammenhängt, sondern diejenigen, die tatsächlich so argumentieren und das als Hindernis für eine gute Inszenierung ins Feld führen.
Die Choreographen mit den richtig guten Ideen kosten viel Geld , das meinte ich.
Oder willst den Ideengeber vom Sommergarten den Auftritt entwerfen lassen? Dann haben wir Blumen und Büsche auf der Bühne mit Rosengitter im Hintergrund.
Auch ein Backdrop ist nicht billig beim designen, obwohl inzwischen KI das deutlich vereinfacht und vergünstigen sollte, dennoch braucht es die Idee.
Sicher gibt’s gute Ideen die günstig umzusetzen sind, da muß aber auch daran gearbeitet werden damit der Auftritt perfekt wird. Dschingis Khan hat glaube ich an ihrem Auftritt damals wochenlang geprobt, das fehlt glaube ich inzwischen etwas, weil inzwischen PR vom Künstler erwartet wird was auch Zeit kostet die dann zum Proben fehlt.
Ich hab ja manchmal das Gefühl, dass der Ideengeber vom Sommergarten tatsächlich den Auftritt entwirft … lassen wir das. Ich geb Dir in allen Punkten Recht, aber dann stellen sich doch direkt zwei Fragen: Erstens: Warum schaffen die anderen das mit den guten Ideen und dem Geld für die guten Choreographen? Aus meiner Sicht ist das eine Frage der Priorisierung! Ich brauch keine Marktforschung, von der wir noch nicht mal wissen, was sie überhaupt geforscht hat, wenn das Geld vielleicht für einen Choreographen viel besser angelegt wäre. Und die zweite Frage: Wenn ich erst im November oder Dezember einsteige, dann fehlt mir natürlich die Zeit! Wenn ich aber rechtzeitig mit der Vorbereitung anfange, dann hab ich die Zeit dafür, den Auftritt zu proben, die Choreo einzustudieren, mir das Staging zu überlegen bzw das tun zu lassen UND noch PR zu machen. Die ESC-Saison 2027 beginnt in der Nacht vom 16. auf den 17 Mai 2026 und nicht erst irgendwann im Spätherbst!
Hallo Tamara, schön dass du wieder da bist 🙂.
<3 <3 <3 (Herzchen-Emojis gesucht und nicht gefunden …)
Da sich nichts grundlegendes an den Strukturen und Verantwortlichkeiten ändern wird versuche ich mal bei den Optimierungsmöglichkeiten anzusetzen:
1. Interessenabfragen schon im zeitlichen Umfeld des aktuellen ESC-Finales bei Labels und Acts.
2. Kommunikation erster SWC für Termine spätestens im Juni und Interessenten einladen.
3. Weitere Termine für die Überarbeitung/Optimierung der entstandenen Songs.
4. Simple live videos erzeugen, wie schon in früheren Auswahlen.
5. Auswahl durch wen auch immer.
Achja, was mir auch wichtig wäre ist etwas für Songwriter anzubieten, die Songs haben aber dafür keine Interpreten.
Was mich auch interessiert ist ob und wieviele Acts im Verfahren aus welchen Gründen auch immer abgesprungen sind. Bela meinte doch, dass er erst ne Absage erhalten hat und später kurz vor Weihnachten die Info, dass er doch dabei ist. Die Acts standen aber alle schon Anfang Dezember fest wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Also ist jemand abgesprungen oder man hat einen zusätzlichen Platz geschaffen um eine weitere Farbe dabei zu haben.
Ich finde dieses Jahr lediglich „Black Glitter“, „Optimist“ und „Fire“ international anschlussfähig und kein Totalausfall im ESC-Kontext, aber auch hier: Das ist eher B-Ware und wäre in den Vorentscheiden anderer Länder nicht mal Teil des erweiterten Favoritenkreises.
Man weiß ja nicht, nach welchen Kriterien der SWR die 400 Kandidaten auf 60 reduziert hat und wie viele mögliche Perlen allein durch diesen Schritt bereits verloren gegangen sind. Und der internationale Marktforschungsprozess ist auch eher schlecht als recht. Nach welchen Kriterien wird dort entschieden? Zudem der ESC auch kein Markt ist, sondern ein einzigartiger Wettbewerb, bei dem eine Abkehr vom Mainstream oft belohnt wird. So viele erfolgreiche ESC-Songs haben kommerziell überhaupt nichts gerissen, aber waren an dem einen Abend einfach der Richtige. ESC-Songs sind oft ein Fall von „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ und sowas kann Marktforschung niemals antizipieren. Es ist auch eine Sache von Glück.
Der SWR hat doch nur mal wieder Songs gesucht, die für Mainstream-Ohren ertragbar sind und man gut im ÖRR-Radio-Zyklus abspielen kann. Und dann mit „Ciao Ragazzki“ noch der Alibi-Witz-Song, durch den man behaupten kann „Seht mal, wir haben uns was getraut. Wir haben auch Humor“.
Bei diesem Songwriting-Camp in Frankreich wurde anscheinend eine kuschelige Atmosphäre ähnlich eines Sommercamps geschaffen. Außergewöhnliches kann jedoch nur unter außergewöhnlichen Bedingungen entstehen. Selbst „Black Glitter“ und „Optimist“, die kompetitivsten Songs, sind mir zu soft, zu konventionell und zu vorhersehbar. Keine Überraschungen, kein Mut und kein „out of the box“. Es scheint, keiner von den Acts wurde wirklich gekitzelt und angespornt, aus sich herauszukommen.
Der SWR (vorher NDR) will einfach nicht den ESC gewinnen, weil keiner im ÖRR bereit ist, die Hebel in Bewegung zu setzen, um eine erfolgs- und leistungsorientierte Kultur zu schaffen. Aber irgendeiner muss sich um das leidige Thema ESC kümmern, obwohl sich alle davor drücken, persönlich damit in Verbindung gebracht zu werden. Deshalb gibt es eine intransparente Verteilung von Verantwortung und Kompetenzen und am Ende „darf“ Deutschland „entscheiden“.
Bin da wohl in der Minderheit, aber black glitter und optimist sind mMn um Meilen besser als das meiste bisher ausgewählte, auch als der Topfavorit aus Schweden
Da gehe ich mit …!
Mit „My System“ aus Schweden, falls der es denn werden sollte, kann ich auch nicht viel anfangen. Aber Schweden ist eben Schweden, und Deutschland ist eben Deutschland. Deutschland muss etwas so Gutes hinschicken, dass die Leute vergessen, dass es sich um Deutschland handelt, und die Leute über diesen Umstand hinwegsehen.
Da muss ich jetzt aber auch mal fragen, wo denn die anderen Länder ihre ganzen mutigen „Out-of-the-Box“-Beiträge verstecken?
Bisher ist der Jahrgang doch sehr konventionell, selbst „Ferto“ setzt nur eine Linie fort.
Da gebe ich dir Recht. Dieser Jahrgang ist wirklich konventioneller als die Jahrgänge davor, und damit wohl auch schwächer. Das ist dann natürlich gut für Deutschland, wenn die anderen Länder auch mal nicht so abliefern, bzw. dann ist die Top-15 deutlicher in Reichweite.
So ein Abstieg kann auch bloß Zufall sein. Nach starken Jahren muss es auch mal schwächere Jahre geben.
Aber ich denke, es hat doch viel damit zu tun, dass die Musik- und Kulturszene in den den meisten Teilnehmerländern tendenziell israelkritisch ist und daher den ESC boykottiert. Oder Künstler wären eigentlich interessiert, aber fürchten einen Shitstorm in den sozialen Medien. Wavvyboi hat auch schon solche Nachrichten von seiner Community abbekommen.
Wenn man das Ganze aber mal oberflächlich betrachtet: Nicht, dass sie 1:1 dieselben Genres abbilden, aber viele der DDF-Songs haben doch starke internationale Konkurrenz, die in gleichen oder ähnlichen Fahrwassern schwimmen:
Bei „Ciao Ragazzki“ gibt es „Ferto“, bei „Fire“ gibt es „Jalla“, bei „Black Glitter“ könnte „Choke Me“ von Rumänien ein Konkurrent im Rock-Bereich werden, und es werden sich sicherlich noch mehrere Balladen finden, die „Optimist“ Konkurrenz machen.
Selbst in einem schwachen Jahrgang bleibt Deutschland immer noch schwächer und uninspirierter als der Rest. Der deutsche Vorentscheid wird international überhaupt nicht mit Interesse verfolgt. Niemand erwartet, dass da was Großes bei rumkommt.
Definition von „camp“:
Es ist die „Liebe zum Künstlichen“, oft als „so schlecht, dass es schon wieder gut ist“ beschrieben.
☺️
Danke für den sehr guten Beitrag.
Alles am deutschen VE dieses Jahr wirkt auf mich verlogen. Zuerst werden wir monatelang im Dunkeln gelassen. Es gab wirklich ewig keine Informationen zum Auswahlverfahren, zur Show oder irgendwas. Das Einzige was kommuniziert wurde ist das man sich von Chefsache distanziert…was gelogen ist, denn man übernimmt das furchtbare Votingsystem vom letzten Jahr zu 100%.
Dann kommt der Tag der Wahrheit. Aus dem Nichts werden in einer Pressemitteilung die teilnehmenden Acts vorgestellt und mit „vorgestellt“ meine ich jeder Act bekommt so eine Zeile für sich, weil es ja wichtiger ist die Moderatorinnen Barbara Schöneberger und Hazel Brugger in den Vordergrund zu rücken. Dass keinerlei Interesse an den Acts besteht, sieht man auch darin wie die Songveröffentlichungen gehandhabt wurden. Nach dem Release der 10 sekündigen Teasern wurden die Künstler*innen sich selbst überlassen und wir als Fans im Regen stehen gelassen. Wieso hat man es nicht geschafft die Songs gebündelt zu veröffentlichen? Alle anderen Länder schaffen es doch auch? Außerdem ist es unfair uns Fans und den Künstlern gegenüber. Durch dieses Chaos kam weder eine „Vor-dem-Vorentscheids“-Stimmung auf, noch hatten alle Acts die gleiche Zeit unsere Gunst zu gewinnen.
Hinzu kommt, dass die meisten der Songs im Teilnehmerfeld ESC untauglich sind. Das soll das Ergebnis eines zweistufigen Verfahrens sein, bei dem Experten aus 400 Einsendungen die Besten ausgewählt haben? Und aus den neun Acts kommen sieben aus einem Songwritingcamp mit Bezug zum SWR selbst? Sicher nur ein Zufall. Dass man anscheinend die Ergebnisse der Marktforschung eher locker genommen hat, hat sicherlich auch damit zu tun, dass die internen Experten des SWRs alles besser wissen.
Und wenn wir schon von „besser wissen“ sprechen, gut dass man uns im Finale sagt, für welche drei der neun Songs wir voten dürfen. Man kann dem Publikum ja nicht trauen. Die Idioten voten vielleicht noch für einen der zwei Beiträge, die nicht in einem Songwriting Camp mit SWR Bezug geschrieben wurden. Gott sei Dank haben wir eine dritte Stufe in der Experten (die ersten Zwei waren ja nicht genug) für uns eine Vorauswahl treffen und so das Publikum davor bewahrt einfach nur für den bekanntesten Act zu stimmen. Aber nett von Sarah Engels und Marti Fischer, dass sie mit ihren Namen ein paar mehr Zuschauer vor die Glotze ziehen.
Und am Ende hat man auch noch die perfekte Ausrede für jede Art von Ergebnis beim ESC. Falls unser Act sich gut schlägt? „Das Auswahlverfahren des SWRs hat sich bewiesen!“. Falls der Act scheitert? „Haben wir wohl die falsche Auswahl getroffen.“ So nach dem Motto „Gewinne werden privatisiert. Verluste werden sozialisiert.“ Perfekt.
Es ist so schlimm. Der SWR handelt hier im Eigeninteresse. Gesicht bewahren und vielleicht noch irgendeinen Gewinn aus der Sache ziehen. Die Kandidaten/Kandidatinnen interessieren nicht und die Zuschauer schon gar nicht. Nach all den Jahren mit dem NDR dachte ich eigentlich, dass es nicht schlimmer geht, aber was uns dieses Jahr an Lustlosigkeit und Intransparenz präsentiert wurde schlägt dem Fass den Boden aus.
Sorry für den Rant. Ich bin diesen Zirkus jedes Jahr einfach Leid.
DP in Höchstform – das darf man dann wohl einen investigativen Blogbeitrag nennen. Und dieser latente Vorausblick zwischen den Zeilen…geradezu unheimlich ;-)…
die sogenannten songwriting camps bedeuten für mich automatisch eine genrevielfaltslimitierung – bei diesen camps gibt es gefühlt immer nur 3 typen:
ballade
popsong (flotter)
zwitter „balladenpopsong“
finde dieses system nicht gerade qualitätsfördernd.🥴
Die reine Anzahl verwundert schon das 7 der 9 Songs aus Camps stammen und dennoch verwundert es mich etwas weniger.
Grund dafür ist, ich erinnere mich an die Zeit zurück an dem die Teilnehmer unteranderem auf YouTube gesucht wurden mit #esc Bewerbung oder so sich beworben haben. Da war die Qualität der Songs teilweise so niedrig das man diese Songs nicht einmal auf dem Dorffest haben wollen würde. Mit dieser Qualität rechne ich auch persönlich bei den ca 400 eingereichten Songs.
Man sollte aus allen Bewerbungen erstmal die besten 20 bis 60 Songs heraussuchen und diese dann erstmal in ein Camp stecken und danach erst die Marktforschung/ internationale Jury zu diesem Ergebnis befragen , so wird Qualität die auch ESC tauglich ist erzeugt.
Man konnte sich ja nur bewerben, wenn man eine gewissen Professionalität als Musiker nachgewiesen hat, ich denke das sollte die komplette Schrottwelle an Bewerbungen verhindern. Wissen wir, dass es nicht genauso gelaufen ist, wie Du im letzten Absatz beschreibst?
Ja, da wird sicher viel Grütz eingereicht, aber auch einiges, was den poplastigen Sendern nicht behagt.
Wenn ich daran denke, dass sich 2022 Electric Callboy und LOTL beworben hatten, frage ich mich, was für Künstler oder Bands noch nicht genommen wurden.
Dieses Jahr gab’s (soweit ich das verstanden hatte) keinen öffentlichen Aufruf, sondern es wurden gezielt Künstler oder Lables angesprochen. Und ich schätze mal, dass sie nicht bei Napalm Records oder Nuclear Blast oder Century Media Records angefragt haben.
Ja, ich möchte gute Rock- oder Metal-Songs im Angebot haben, aber auch gerne aus anderen Genres, solange sie was Interessantes mitbringen.
Deswegen ist „Black Glitter“ dieses Jahr der einzige echte Lichtblick für mich.
In den letzten Jahren war es ja noch öffentlicher, da wurde ja jeder Beitrag mit # als eine Bewerbung betrachtet. Und ja, da war zum großen Teil viel Grütze dabei. Aber auch Gutes. Ich glaube es war das Isaak-Jahr, wo hier auf dem Blog bestimmt 50 nennenswerte Bewerbungen genannt wurden und aus denen hätte man durchaus einen mittelwertigen Vorentscheid mit 8 Leuten zusammenstellen können. Und das waren ja nur 50. Leider hat sich das im finalen Lineup Null gezeigt.
Ich denke, dass wir zwischen der Grütze echt gute Bewerber haben, aber die sind dann zu kantig oder was auch immer und werden aussortiert.
Die Entscheidungsträger sind so krass out of touch mit echter moderne Musik geworden und suchen immer noch nach Casting-Songs.
Barbara und Consi folgen ESC kompakt auf Insta, der SWR leider nicht.
Hoffentlich bekommen sie trotzdem mit, wie hier diskutiert wird.
Nur helfen wird es leider nicht.
kennste das tiefe tal der allerwertesten? 😄
Malou hatte gerade Probe
Und im Hintergrund hat man eine Frau gehört die sagte here is our guest area und das war oben beim Publikum. Also denke es ist kein Sofa was schonmal gut ist. Aber die Gäste müssen halt irgendwo sitzen. Was mir Hoffnung macht ist das jeder sein eigenes Team hat mit dem er arbeitet. Und es scheint auch international zu sein weil bisher was ich gehört habe war immer englisch. Bin schon gespannt was wir bekommen am Samstag wenn es schon keine Proben Bilder gibt
Das sah aber nicht nach oben im Publikum aus. Die sind doch unten lang gegangen. Oder hab ich da was missverstanden?
Aber die machen ja keine Couch dorthin wo das Publikum steht. Sie stand auf der ersten Stufe oder so und guckte ja auch nach oben
Hmm, ich dachte sie schaute zuerst zur Seite. Naja, mal sehen. Wüsste nicht wie das ohne Couch mit Gästen laufen soll. Vielleicht haben die irgendwie im Zuschauerraum auch ne Plattform einegebaut worauf die Couch stehen kann. Möglich ist vieles.
Schau mal ganz links auf mittlerer Tribühnenhöhe in dem clip. Da scheint der Bereich zu sein, weil da auch ein bunter Hintergrund aufgestellt ist. Vermutlich ist das die Guest zone:
https://vm.tiktok.com/ZGdu2Nb9Q/
Solange die Songs gut sind ist es mir egal ob sie aus einem Songwritingcamp stammen, oder nicht. Und bei der Songauswahl insgesamt würde ich nicht unbedingt von einem erfolgreichen Ergebnis sprechen…
Ein sehr guter Artikel , und ja Transparenz ist anders , da kommen einem schon Zweifel , ob alles so seine Richtigkeit hatte beim Auswahlverfahren.
Von mir aus sollte man diese Songwriting Camps abschaffen, das hat dem ESC bisher eher geschadet . Musikalischer Einheitsbrei.
Vorgabe ans Camp: Unauffälliges Tralala, das in der Masse nicht auffällt, nicht wehtut und gleich wieder vergessen wird.
Ahh, jetzt ist auch mir klar, warum manche Songs dabei sind:
es sind eben NICHT die, die bei einer rein objektiven Marktforschung tatsächlich als die beliebtesten und besten Beiträge gewählt werden würden!
Ganz ehrlich, ich habe nichts gegen Camps. Letztlich ist es mir egal, wo der Song entsteht. Und wenn einem die geniale Idee auf dem Klo gekommen ist, go for it!
Aber am Ende müssen einfach die Acts zur Auswahl gestellt werden, die…
eine musikalische Bandbreite darstellen,
die gesamte deutsche Musiklandschaft abbilden,
auch Neues wagen,
Singen UND Performen können
einen wirklich NEUTRALEN und OFFENEN Marktforschungsprozess durchlaufen (z.B. Zuschauer nach Jahrgängen gestaffelt wie in Schweden).
Wenn man dann noch einen Vorentscheid macht, als große Show, gerne auch mit Halbfinals, wo die Musik im Vordergrund steht, kein langes Gelaber und am Ende alle Zuschauer über jeden Act mitentscheiden dürfen, würde man doch hier schon überglücklich sein!
OTBN
Am 8. Mai 2026 beginnt im Nationalen Wissenschafts- und Medienmuseum in der englischen Stadt Bradford eine Ausstellung über das 70-jährige Jubiläum des ESC:
https://www.eurovision.com/stories/eurovision-exhibition-national-science-media-museum/
Sie dauert bis Februar 2027.
Also ich sag mal so – bei über 80 Millionen Einwohnern die Bewerbungen auf ca. 400 zu drücken, ist schon eine herausragend schlechte Leistung. Als Gegenargument könnte kommen, dass man gezielt gesucht hat. In jedem Fall war es nicht gezielt genug, um richtig gut zu sein.