
Beim zweiten Anlauf haben sich LELEK das kroatische Ticket zum Eurovision Song Contest gesichert. Konkret werden sie mit dem Titel „Andromeda“ im ersten Halbfinale in Wien antreten. Dabei gibt es die fünfköpfige Gruppe noch nicht einmal zwei Jahre. Dass sie mit ihrer Musik einen Nerv getroffen haben, zeigt nicht nur ihr Ergebnis beim kroatischen Vorentscheid Dora 2026. Ihr Beitrag für den ESC im Mai kommt auch international sehr gut an.
Die kroatische ESC-Vorentscheidung Dora 2026 fand Mitte Februar in Zagreb statt und diente erneut als Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest. Insgesamt nahmen 24 Acts teil, die sich über zwei Halbfinals (am 12. und 13. Februar) für das Finale am 15. Februar qualifizieren mussten. In den Halbfinals entschied ausschließlich das Publikum über die Finalisten, während im Finale ein kombiniertes Voting aus Televoting sowie nationalen und internationalen Jurys zum Einsatz kam.
Die kroatische Gruppe LELEK, die mal in Versalien, mal ganz normal geschrieben wird, wurde im September 2024 gegründet und bewegt sich stilistisch zwischen Ethno und modernem Pop. Ihr Ansatz besteht darin, traditionelle kroatische und allgemein slawische Musikelemente – etwa mehrstimmige Gesänge, folkloristische Harmonien und rhythmische Muster – mit zeitgemäßen Arrangements und elektronischer Produktion zu verbinden. Dabei steht weniger die reine Bewahrung als vielmehr eine Neu-Interpretation kultureller Einflüsse im Vordergrund.
Erste Aufmerksamkeit erhielt die fünfköpfige Formation mit ihrer Debütsingle „Tanani Nani“. Ein breiteres Publikum erreichten sie schließlich durch ihre Teilnahme an Dora 2025, dem kroatischen ESC-Vorentscheid im vergangenen Jahr. Dort präsentierten sie den Titel „The Soul of My Soul“ und belegten den vierten Platz, was ihnen zusätzliche Sichtbarkeit über die Landesgrenzen hinaus verschaffte.
LELEK besteht aus Inka Večerina Perušić, Judita Štorga, Korina Olivia Rogić, Lara Brtan und Marina Ramljak. Sie alle waren auch bei der Dora 2026 zu sehen und werden wohl auch beim ESC in Wien antreten.
Das Lied
„Andromeda“ von LELEK ist – wenig überraschend – ein Ethno-Popsong, der moderne Popstrukturen mit starken folkloristischen Elementen verbindet. Charakteristisch sind dabei mehrstimmige, fast chorale Gesänge sowie ein Arrangement, das stark auf Perkussion und Streicher setzt und damit eine dramatische, fast rituelle Atmosphäre erzeugt. Die Komposition stammt von Filip Lacković, Zorja (Zorica) Pajić und Lazar Pajić. Der Text wurde von Tomislav Roso beigesteuert, der auch der Produzent des Songs war.
„Andromeda“ wird auf Kroatisch gesungen und zeichnet sich durch einen doppelten, ansteigenden Spannungsbogen aus. Der Song beginnt ruhig, dann kommt der harmonische Chor hinzu bevor der Prechorus mit dramatischen Streichern und Trommeln in den imposanten Refrain übergeht. Ein ähnlicher Aufbau folgt ab der zweiten Strophe, wobei hier der kanonartige Gesang mehr in den Vordergrund tritt bevor das Lied zum Ende hin mit dem Einsatz von Elektrosounds seinen explosiven Höhepunkt findet.
LELEK werden mit „Andromeda“ in der ersten Hälfte des ersten Halbfinales auftreten.
Der Check
Song: 3,5/5 Punkten
Stimme: 3,5/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 4/5 Punkten
Bennet: Das Mystische und Außergewöhnliche in Song und Staging machen diesen Beitrag für mich so spannend. Genau so ging es mir letztes Jahr auch mit „Bur man laimi“ – allerdings mochte ich die gesangliche Leistung, das Staging und die Melodie dort mehr. 4 Punkte
Douze Points: Fünfstimmiger Gesang von Frauen in folkoristisch-historisierenden Gewändern… ist alles andere als eine Innovation beim ESC. „Andromeda“ kommt etwas stimmgewaltiger (oder einfach nur lauter) daher als frühere Beiträge mit diesem Set-Up. Ich mag die mystische Umsetzung. Den Song finde ich aber langweilig und die Stimmen hauen mich auch nicht um. 5 Punkte
Giulia: Ich liebe die extreme Mystik und Dramatik des Liedes. Ich hoffe inständig, dass die sich auch in der Inszenierung widerspiegeln wird. Ich glaube, dass das Lied das Potenzial für eine starke Inszenierung bietet, diese aber auch braucht, um zu bestehen. Das „Andromedaaa“ ist sofort wiederzuerkennen. Toll finde ich auch, dass wir wieder einen Beitrag mit fünf starken Frauenstimmen haben, die Kraft und Auflehnung ausstrahlen. Der Beitrag wird, genau wie Tautumeitas im letzten Jahr, seine Fans haben, die für ihn anrufen. Wobei ich Tautumeitas im Vergleich stärker einschätzen würde, da es künstlerischer und besonderer war. 7 Punkte
Laureen: Ich freue mich einfach sehr, dass Lelek es in diesem Jahr geschafft hat und Kroatien beim ESC vertreten darf. „Andromeda“ packt mich emotional und die Harmonie der Stimmen ist einfach ein Schmaus fürs Ohr. Für mich transportiert dieser Beitrag ganz viel (weibliche) Stärke. Frauenpower auf Ethno-Pop eben. Damit bereichert Kroatien den ESC 2026 für mich total. 7 Punkte
Manu: Lelek haben es im zweiten Anlauf zurecht zum ESC geschafft und überzeugen mich mit mystischem Harmoniegsang. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass hier noch mehr musikalische Spannung drin gewesen wäre. 7 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Benny: 8 Punkte
- Berenike: 8 Punkte
- Marcel: 6 Punkte
- Max: 6 Punkte
- Peter: 12 Punkte
- Rick: 6 Punkt
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 76/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Andromeda“ auf Platz 2.
Bisher erschienene Songchecks:
- Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen – Liekinheitin
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
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Geboren, um sinnlos zu sterben … Für die archaischen Fragen der Menschheit bin ich ja immer zu haben, besonders wenn dabei heidnisches Brauchtum gleichsam in christliche Klöster verlagert wird. Jedenfalls großes und ausgesprochen zeitgemäßes Kino aus Kroatien (obwohl die rein weibliche Perspektive zugegebenermaßen generell nicht unbedingt meins ist).
Prognose:
Platz 16 bis 20 im Grand Final.
Persönliche Wertung:
7 Songcheckpunkte von mir – klar unter meinen Qualifikanten des ersten Semis und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch in meinen Top Ten insgesamt (ca. auf Rang 6 bis 10).
🇫🇮 7 🇬🇪 10 🇬🇷 2 🇭🇷 7
Nationaler Vorentscheid:
Ich selbst hätte logischerweise Lima Len feat. Tomislav Strmečki 💪🏻 mit „Raketa“ nach Wien entsandt. (Endlich mal jemand meines Formats auf der Eurovisionsbühne! 😜)
Meine drei ESC-Lieblingsbeiträge aus Kroatien werden wohl bleiben:
🥉 „Nebo“ – Nina Badrić / Baku 2012
🥈 „Marija Magdalena“ – Doris Dragović / Jerusalem 1999
🥇 „Don’t ever cry“ – Put / Millstreet 1993
Die ersten Assoziationen, die mir zu „Andromeda“ in den Sinn kamen, waren Sternbilder sowie Figuren der griechischen Mythologie. Insofern würde ich den fünf Protagonistinnen eine angekettete Andromeda zur Seite stellen, die sich in das Sternbild verwandelt.
Und ich mußte an ein Wildlife-Video denken, das ich einmal gesehen habe. Es zeigt die Geburt einer Giraffe, die schon kurz danach von einem Löwen verfolgt wird. Das Muttertier flüchtet mit ihr in einen Fluss, wo die kleine Giraffe ertrinkt. Sie wurde also geboren, war auf der Flucht und ertrank noch am Tage ihrer Geburt – aber nicht von dem Löwen gerissen.
Oder anders formuliert, hier geht es um so etwas wie Seelenheil bzw. die Reinheit, das Überleben und Leuchten der Seele …
Ein rundum hochwertiger kroatischer Eurovisionsbeitrag, der eine Brücke spannt von der Antike übers Mittelalter in die Gegenwart. 👏🏼
Doris Dragovic mag ich sowieso sehr. Sie ist übrigens auf den Tag genau zehn Jahre älter als ich.
Will heißen, euer Geburtsmonat steht vor der Tür … 😉
Ich mag tatsächlich beide ESC-Beiträge von ihr, auch wenn „Marija Magdalena“ noch einmal ein ganz anderes Level darstellt als „Željo moja“.
Kroatien ist ja gefühltermaßen in den letzten Jahren auf dem Weg zurück zu alter Stärke, was das Gesamtniveau des nationalen Vorentscheides betrifft. Ende der 90er war die DORA europaweit wohl die Nummer 2 hinter Schwedens Melodifestivalen, während mittlerweile die Ukraine mit Vidbir die Führungsrolle übernommen hat – zumindest würde ich das so einschätzen. Und unglaublich, aber wahr, in den 80ern hatte sie einst Deutschland mit „Ein Lied für …“ inne. 🎶🎵
Verstehe heute noch nicht, warum „Don´t ever cry“ von Put so mies abgeschnitten hat, ist noch immer einer meiner ESC Lieblingssongs.
Freut mich, daß noch jemand „Don’t ever cry“ sehr mag!
🌧️ 🌦️ 🌥️ ⛅ 🌤️ ☀️
Für das relativ schlechte Abschneiden (immerhin haben Put die Osteuropa-Quali in Ljubljana überstanden, wenn auch mit knapper Not *, und in Millstreet dann auch Kroatiens Startplatz fürs Folgejahr gesichert) gab es vor allem folgende zwei Gründe:
– Erstens der partielle Einsatz der englischen Sprache zu einer Zeit, als die Sprachregelung noch galt, denn das wurde von den Jurys der anderen Länder damals generell nicht gerne gesehen (und hat bspw. Deutschland mit „Planet of blue“ 1996 in der Audio-Vorrunde garantiert die Qualifikation für Oslo gekostet).
– Und zweitens der Umstand, daß man unmittelbar nach den Jugoslawien-Kriegen offenbar noch nicht das Risiko einer ESC-Austragung in einem der betroffenen Nachfolgeländer eingehen wollte. Die Songs aus Bosnien-Herzegowina und Slowenien wurden 1993 ja ebenfalls weit unter Wert geschlagen. 🇧🇦 🇭🇷 🇸🇮
(* Mit einem einzigen Punkt Vorsprung auf die Slowakei, die in der letzten Wertungsrunde zuerst Slowenien, dann Kroatien und zuletzt Bosnien-Herzegowina noch am eigenen Beitrag vorbeiwertete und damit die Qualifikation für Millstreet verpaßte. Drama pur!)
Nach vielen Jahren hat Kroatien wieder mal eine Balkan-Ballade am Start. Die ist auch vollkommen OK. Chorgesang gefällt mir auch immer gut. Jetzt das „Aber“….die Stimmen harmonieren nicht zu 100 Prozent miteinander und kompositorisch gab es schon durchaus stärkere Ethnosongs. Trotzdem..eine schöne Atmosphäre hat der Song allemal und dafür kassieren LELEK 7,8/10 Punkte.
Mein Ranking:
Semi 1:
1. Linda Lampenius x Pete Parkkonen – Liekinheitin 🇫🇮
5. LELEK – Andromeda 🇭🇷
8. Bzikebi – On Replay 🇬🇪
10. Akylas – Ferto 🇬🇷
Finale:
3. Linda Lampenius x Pete Parkkonen – Liekinheitin 🇫🇮
11. LELEK – Andromeda 🇭🇷
19. Bzikebi – On Replay 🇬🇪
24. Akylas – Ferto 🇬🇷 (insgesamt Platz 26)
Mein Tipp:
Alleine schon durch die geballte „Jugoslawien“-Power dürfte eine Qualifikation außer Frage stehen.
Im Finale dann im im Mittfeld, also kein Sieg und keine Top 5. Top 10 auch nur, wenn das stimmlich besser wird.
Ich sag, was Gerd sagt 👍🏻
#TeamRheinland💗
❤️🔥🤗
🥂
Beiträge wie diese gehören einfach zum ESC dazu, auch wenn sie mich eher selten erreichen. Auch diesmal bin ich nicht wirklich überzeugt. Die mystisch-dunkle Atmosphäre macht zwar Eindruck, aber darüber hinaus erreicht mich das Lied leider nicht. Gegen Ende wird es für mich etwas zu anstrengend. Ein Finaleinzug sollte dennoch relativ sicher sein, denke ich.
Ein sehr schöner Wong. Gefällt mir richtig gut. Platz 7 bei mir. Von platz 2 bis platz 10 ist alles ganz eng. Kommt ins finale. Zwischen platz 6 – 10.
LELEK werden bei ihrem Auftritt beim ESC andere Outfits tragen:
https://eurovoix.com/2026/03/27/croatia-lelek-new-outfits-staging-eurovision-2026/
Zudem wird die Inszenierung verändert.
Bitte noch den Song ändern oder austauschen mit Tane. 🫣🤓🙃
Jetzt sind wir wieder in meiner Top Ten. Platz 6, um genau zu sein. Es ist episch, es ist ethnisch und wenn die Tonqualität stimmt, werden sicher auch die Stimmen ausreichend gut harmonieren. Auf dem Tableau sehe ich sie trotzdem eher in der unteren Hälfte des Finales.
Auf Kroatien muss man aufpassen, absolutes Dark Horse.
Nach den Äusserungen des kroatischen Präsidenten zu Israel, die er exakt beschrieb, wird es wohl von der Israel Lobby abgestraft werden
Hier ist eine weitere Version von „Andromeda“:
Heute hat die Sängerin Vesna Pisarović Geburtstag. Sie vertrat vor 24 Jahren Kroatien beim ESC und wird 48 Jahre jung.
Hier ist sie mit ihrem Auftritt beim kroatischen ESC-Vorentscheid Dora mit einem Medley ihrer Songs:
Hier der Liveauftritt von LELEK bei Eurovision in Concert:
Am 22. April 2026 findet die Pesma za Evroviziju Afterparty statt und LELEK, die Kroatien beim ESC dieses Jahr vertreten, sind als Special Guest mit dabei:
https://www.instagram.com/p/DXKOeYNCF41/
Des weiteren treten u. a. die Harem Girls und Zejna auf.