Songcheck Eurovision Song Contest 2026 (2) – Georgien: „On Replay“ von Bzikebi

Das Trio um Bzikebi. Quelle: eurovision.tv

Georgien setzt beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien auf echte ESC-Gewinner. Nunja, Junior-ESC-Gewinner. Der diesjährige georgische Beitrag stammt nämlich von Bzikebi. Das Trio wird vielen ESC-Fans noch bekannt sein wird als die Kids, die im Jahr 2008 den Junior Eurovision Song Contest mit einem sehr speziellen Song gewinnen konnten. Das georgische Fernsehen will mit dieser internen Nominierung die georgische Durststrecke beenden: Seit 2016 konnte man sich lediglich einmal für das Finale qualifizieren. Ob das Trio die Wende schafft?

Die Gruppe Bzikebi besteht aus Giorgi Shiolashvili sowie den beiden Sängerinnen Mariam Kikuashvili und Mariam Tatulashvili. Das Trio wurde ursprünglich gezielt für den JESC zusammengestellt – drei talentierte Kinder, die einzeln am damaligen Vorentscheid teilgenommen hatten und dann zu einem Konzept-Act (den „Wespen“) kombiniert wurden. Nach ihrem Sieg waren sie zunächst sehr präsent im georgischen Fernsehen und traten weiterhin bei Events auf, zogen sich aber ab etwa 2012 weitgehend zurück, um sich auf die Schule und die persönliche Entwicklung zu konzentrieren.

Giorgi Shiolashvili hat seine musikalische Laufbahn ernsthaft weiterverfolgt und sich auf klassische Musik spezialisiert. Er studierte unter anderem Klavier am Konservatorium in Tiflis und setzte seine Ausbildung später international fort – unter anderem in Norwegen und Schweden. Zudem trat er in mehreren europäischen Ländern auf und entwickelte sich auch im Bereich Jazzgesang weiter.

Die beiden anderen Mitglieder, Mariam Kikuashvili und Mariam Tatulashvili, sind deutlich weniger im Rampenlicht geblieben. Sie leben weiterhin in Georgien und haben zwar den Bezug zur Musik nie ganz verloren, aber keine vergleichbar öffentliche Karriere verfolgt. Dadurch wirkt das Comeback 2026 auch ein bisschen wie ein „Wiederfinden“ der Gruppe nach vielen Jahren.

Das Lied

Der Wettbewerbsbeitrag trägt den Namen „On Replay“ und ist klar im modernen, Pop anzusiedeln – wobei auch Elemente von K-Pop wiederzufinden sind. Hinter dem Song steht mit Giga Kukhianidze ein erfahrener Name, der bereits mehrfach im Junior-ESC-Kontext erfolgreich war. Der Song setzt stark auf Uptempo-Strukturen und eine Hook, die ihrem Namen alle Ehre macht – sie bleibt schnell im Ohr und lädt tatsächlich zum wiederholten Hören ein. Im Gegensatz zu vielen früheren georgischen ESC-Beiträgen, die häufig experimentell, düster oder künstlerisch anspruchsvoll waren, ist „On Replay“ deutlich zugänglicher und radiotauglicher.

Dennoch wirkt das Lied wie ein kalkulierter Schritt in Richtung Mainstream, ohne dabei komplett die eigene musikalische Identität aufzugeben. Die Rückkehr eines bekannten Acts sorgt für eine gewisse Wiedererkennung, vor allem innerhalb der ESC-Community, während der Song selbst versucht, ein breiteres Publikum anzusprechen und aktuelle Trends verfolgt.

Bzikebi werden in der ersten Hälfte des ersten Halbfinals auftreten.

Der Check

Song: 3/5 Punkten
Stimme: 3/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten

Benny: Die Wespen sind wieder los. Das Lied bewegt sich irgendwo zwischen modern, energetisch, nervig und repetitiv. Schade, ich glaube, da hätte es mehr Potenzial gegeben, wenn ich mir etwa den letzten JESC-Intervallact der drei anschaue. So ist das Mittelmaß. 5 Punkte.

Berenike: Teilweise mag ich es, teilweise nervt es mich. Ich finde die Songstruktur, die nicht nach 0815-Schema verläuft, aber trotzdem nicht wirr wirkt, spannend. Die vielen „La la las” und sonstigen Lautiterationen überschreiten die Grenze des Nervigen für mich dann aber. Es fehlt hier die Coolness der Wiederholungen des Bienen-Songs. 5 Punkte.

Douze Points: Eigentlich hat das Lied alle Zutaten, die es für mich zu einem Hit machen sollten. Uptempo, einigermaßen modern, gute Künstler*innen. Trotzdem zündet es nicht. Vielleicht fehlt mir einfach eine Melodie, die mehr ist als der Stakkato-hafte Refrain. Do I „Keep it on replay“? Nay. 6 Punkte.

Rick: Rein musikalisch gefällt mir „On Replay“ sehr gut. Die Nummer erinnert mich stilistisch, nicht zuletzt wegen der im Musikvideo zu sehenden Choreo, an Songs von Lady Gaga – auch einen Hauch K-Pop höre ich heraus. Als mir aber bewusst wurde, wie inhaltslos und unverständlich der Songtext ist, ist der Song in meinem Ranking etwas gesunken – aber immerhin bleibt sich Georgien in diesem Punkt treu. Dennoch sehr catchy und massentauglich. 7 Punkte.

Max: Der Song fühlt sich an wie die natürliche, ausgewachsene Fortsetzung ihres summenden Sieger-Liedes vom JESC. Es stört mich jedoch etwas, dass man hier den roten Faden vergeblich sucht, vor allem in den Strophen (?). Insgesamt bleibt der Song bei mir nur bei einem „nett“ und ist dann nicht edgy genug, um zu polarisieren wie ich fürchte. 5 Punkte.

Punktzahlen der anderen Blogger*innen:

  • Manu: 4 Punkte
  • Peter: 7 Punkte
  • Giulia: 5 Punkte
  • Laureen: 4 Punkte
  • Marcel: 8 Punkte
  • Bennet: 3 Punkte

Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 59/132

Beim ESC-kompakt-Index landet „On Replay“ auf Platz 16.

Umfrage: Wie schneidet der georgische Beitrag "On Replay" von Bzikebi ab?

View Results

Wird geladen ... Wird geladen ...

Bisherige Songchecks:



Entdecke mehr von ESC kompakt

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

111 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen