
Wie immer, wenn alle zwei Jahre die frankophone öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RTBF für die Auswahl des belgischen Beitrags für den Eurovision Song Contest verantwortlich ist, wurde auch in diesem Jahr der Beitrag Belgiens intern ausgewählt. Die Wahl fiel auf ESSYLA, die das Königreich im Mai mit „Dancing on the Ice“ in Wien vertreten wird.
ESSYLA (Alice rückwärts gesprochen) heißt eigentlich Alice Van Eesbeeck, stammt ursprünglich aus Perwez in Wallonisch-Brabant und wurde einem breiteren Publikum bekannt, als sie das Finale der neunten Staffel von The Voice Belgique erreichte. Aufgewachsen mit französischen Chansons entwickelte ESSYLA ihren eigenen Musikgeschmack, indem sie den großen Stimmen aus Jazz, Folk, Rock und Funk lauschte. Sie verliebte sich in diese Stimmen und Grooves und war besonders fasziniert von den amerikanischen Musik-Legenden.
Schon in sehr jungen Jahren gründete ESSYLA ihre erste Band. Um sich weiterzuentwickeln, verbesserte sie anschließend ihre Gesangstechnik am Institut supérieur de Musique et Pédagogie (IMEP) in Namur und verfeinerte nach und nach ihre künstlerische Identität. ESSYLA begann ihre professionelle Karriere mit der Veröffentlichung der ersten beiden Singles „Let You Go“ und „Not My Kind of Dude“. Nachdem beide Songs im Radio gut ankamen, folgte ihre Debüt-EP „I’ll Be Okay“. In ihren Texten teilt ESSYLA die Anliegen einer jungen Frau ihrer Zeit, mit einem klaren Schwerpunkt auf weiblicher Selbstermächtigung.
Das Lied
„Dancing on the Ice“ wurde von ESSYLA selbst gemeinsam mit Emil Stengele und Nicolas d’Avell komponiert. Der Text stammt von ESYLLA und Barbara Petitjean.
Der belgische Beitrag beginnt mit einer sehr elektronischen Strophe, in der ESSYLA eher spricht als singt und die stark an (vor allem Frühwerke von) Billie Eilish erinnert. Es folgt ein Pre-Chorus, bevor es dann in den Refrain geht, der nur aus einer Zeile besteht und vor allem von seinem markanten Instrumental lebt. Hier erinnert „Dancing on the Ice“ stellenweise an „Siren Song“ von Maruv. Auch die Bridge, die kurz vor Ende des Liedes zu hören ist, besteht aus keinen richtigen Worten. Stattdessen singt ESSYLA Laute, die sich fast wie ein Wirbelsturm (Wicked-Referenz!) steigern, um sich dann im letzten Refrain zu entladen. Vor allem diese letzte Passage dürfte viel Potenzial für eine gute Inszenierung mitbringen.
Inhaltlich geht es in dem Lied um eine Person, die sich nicht festlegen will oder kann. Der Text ist wenig konkret und lässt deshalb viel Raum für Interpretationen. Handelt es sich um eine Person, die ein Doppelleben führt? Geht es um eine Person, die ab und zu aus ihrem gut bürgerlichen Leben ausbrechen muss? Alles denkbare Lesarten. Die Person tanzt jedenfalls auf dem schmalen Grad zwischen zwei Welten, spielt mit dem Feuer und läuft ständig Gefahr, dass das dünne Eis bricht.
ESSYLA tritt mit „Dancing on the Ice“ für Belgien im ersten ESC-Halbfinale am 12. Mai 2026 in der zweiten Hälfte an.
Der Check
Song: 4/5 Punkten
Stimme: 3,5/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 2,5/5 Punkten
Bennet: Beim ersten Hören hat der Song mich nicht erreicht. Mit jedem weiteren Hören höre ich ihn mir schön. Das liegt aber weniger an dem Text als mehr an der Melodie. 7 Punkte
Benny: Irgendwo zwischen Billie Eilish und Aly Ryan. Ein relativ moderner Track, der mit seiner Spannung zwischen Strophe und Refrain auch ziemlich interessant ist. Außerdem ist der Instrumental-Refrain eingängig. Allein: So richtig kann ich mir die Inszenierung in Wien noch nicht vorstellen, ESSYLA zeigt uns im Video auch nicht wirklich viel Bewegungsfreude. Bleibt also erstmal eine Wundertüte, aber musikalisch gefällt mir das. 8 Punkte
Giulia: Die Strophen erinnern mich an Lorde und ein bisschen an Billie Eilish. Die Parts klingen recht modern. Der Refrain ist allerdings kraftlos und langweilig. Das größte Problem ist, dass die Sängerin im Video ein wenig lustlos wirkt. 4 Punkte
Laureen: Irgendwie kann ich hier weder sonderlich viel Kritik äußern, aber Lob habe ich eben auch nicht. Der Song ist irgendwie „egal“. Mit dem Mid-Tempo-Beitrag und der Metapher „Dancing on the Ice“ werde ich einfach nicht warm (ha ha ha) und spüre keine emotionale Verbindung. Es fehlt das gewisse Etwas. Vielleicht geht Belgien es nach der Techno-Nummer von Red Sebastian im letzten Jahr nun vorsichtiger an? 5 Punkte
Peter: Fällt in meine Kategorie „geht so“. Der Intro-Groove ist stark, der Sound eingängig, aber wenig innovativ. Skippe ich nicht weg, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es viele solcher vergleichbarer Popdance-Nummern schon gibt, die besser sind. Hier braucht es eine starke und stimmige Inszenierung. 7 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Berenike: 8 Punkte
- Douze Points: 7 Punkte
- Manu: 3 Punkte
- Marcel: 3 Punkte
- Max: 7 Punkte
- Rick: 8 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 67/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Dancing on the Ice“ auf Platz 28.
Wie schneidet der belgische Beitrag "Dancing on the Ice“ von ESSYLA ab?
- Bleibt im Halbfinale hängen (51%, 356 Votes)
- Platz 16-20 (17%, 118 Votes)
- Platz 21-25 (16%, 115 Votes)
- Platz 11-15 (8%, 58 Votes)
- Platz 6-10 (4%, 30 Votes)
- Top 5 (3%, 22 Votes)
Total Voters: 699
Bisher erschienene Songchecks:
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
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Belgien macht gerade interessante Zeiten beim ESC durch. Bei Gustaph 2023 wurde noch ein klares Aus im Halbfinale prognostiziert und am Ende kam er in die Top 10, während man in den zwei vergangenen Jahren zum erweiterten Favoritenkreis zählte und beide Male komplett verkackte.
Dieses Jahr ist man wohl weder Favorit noch wird man sonderlich weit kommen. Das Lied an sich ist nicht schlecht, man kann es gut hören, aber es wirkt alles etwas kalt und steril (ähnlich wie Schweden gestern) und auch die Sängerin strahlt eine gewisse Kälte aus, die beim Publikum nicht ankommen wird. Zumal es stärkere Uptempo-Lieder gibt, während das im Midtempo-Sumpf versinkt. Vielleicht überraschen uns die Belgier ja mit einer grandiosen Inszenierung, aber aus der Erfahrung heraus sprechend bin ich da sehr skeptisch. Man munkelt ja, dass Essyla nur ein Notnagel für den Sender war, und so wirkt es auch etwas…
Prognose: Halbfinale 12/15 (50%)*
Meinung: Platz 25/35 (5 Punkte)
*mir fällt erst jetzt auf, dass alle meine vorhergesagten NQs in der zweiten Hälfte sind. 2024 hätte es ja fast geklappt, dass sich alle Acts aus der ersten Hälfte qualifizieren, mal sehen, ob es dieses Mal tatsächlich passiert.
Ist bei mir genauso….
ich kann mit dem Song irgendwie nix anfangen, ich fürchte Halbfinal Aus
OT:
Jetzt sind auch die Wettquoten für Semi 2 raus.
https://eurovisionworld.com/odds/eurovision-semi-final-2-winner
Was hatte wir hier auf ESC kompakt vor ca. einem halben Jahr nicht alle für Hoffnungen in Bezug auf Belgien und dem ESC in Wien:
Loïc Nottet tritt für Belgien beim ESC 2026 an. 😀
Und nun ?
Ich finde den ESC-Beitrag aus Belgien dieses Jahr so dermaßen langweilig, dass mir nicht mal ein passendes Statement dazu einfällt. 😀
Na ja, dann tritt Loïc Nottet für Belgien eben beim ESC 2027 in Neapel an. 😀
Soviel ich gelesen habe, wollte er nicht mitmachen weil israel dabei ist. Darum kann ich auch die nächsten jahre gerne auf ihn verzichten.
Ich auch !
Ich mag „Dancing on the Ice“ ganz gern und er ist einer der Songs, den ich in der Studioversion noch mit am häufigsten höre. Bezüglich der Live-Performance und des Stagings bin ich aber noch relativ skeptisch. Vielleicht vollbringt Belgien hier doch noch ein Wunder und zaubert ein tolles Staging aus dem Hut. Wenn nicht wird es sicherlich schwer mit der Final-Qualifikation.
Der diesjährige belgische Beitrag gehört zu einer Reihe von Songs, wo mir Teile gefallen, aber im Gesamteindruck mich dann doch nicht vollends überzeugen. Immer wenn ich mir „Dancing On The ICE“ anhöre möchte ich es mögen. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier zuviel gewollt wurde. Da wird kunstvoller Elektropop geboten, der aber irgendwie ESC-gerecht konventionell daher kommen muss. ESSYLAs Stimme ist nicht schlecht, aber jetzt auch nicht der Oberkracher. Dazu dann noch das doch recht spröde Auftreten….schwierig. Der volle Beat und die Stellen die ich mag summieren sich noch auf 6,9/10 Punkten auf.
Mein Ranking:
Semi 1:
1. Linda Lampenius x Pete Parkkonen – Liekinheitin 🇫🇮
5. LELEK – Andromeda 🇭🇷
6. FELICIA – My System 🇸🇪
7. Bandidos do Cante – Rosa 🇵🇹
8. Bzikebi – On Replay 🇬🇪
9. ESSYLA – Dancing On The Ice 🇧🇪
10. Akylas – Ferto 🇬🇷
——————————————
13. Satoshi – Viva, Moldova! 🇲🇩
Finale (Gesamtranking):
3. Linda Lampenius x Pete Parkkonen – Liekinheitin 🇫🇮
11. LELEK – Andromeda 🇭🇷
14. FELICIA – My System 🇸🇪
15. Bandidos do Cante – Rosa 🇵🇹
19. Bzikebi – On Replay 🇬🇪
20. ESSYLA – Dancing On The Ice 🇧🇪
24. Akylas – Ferto 🇬🇷 (insgesamt Platz 26)
—————————————
33. Satoshi – Viva, Moldova! 🇲🇩
Mein Tipp:
Irgendwie fehlt mir die Phantasie, dass sich dieser Beitrag fürs Finale qualifizieren wird. Es gibt zu viele Beiträge, die im Uptempo-Bereich angesiedelt sind und die meisten davon sorgen mit unterschiedlichen Elementen für Aufmerksamkeit (z.B. Finnland, Schweden oder Griechenland). Sowas fehlt hier einfach und daher fürchte ich die dritte Nichtqualifikation für unsere westlichen Nachbarn in Folge.
Kann mich kurz fassen: Ich sag, was Gerd sagt 👍🏻🥂
Höre den Song ganz gerne, nur halt wirklich die brave Version von Red Sebastian.
Könnte schwer werden ,mit dem Finale.
Aber drücke die Daumen ☘️
Naja, ich mach’s wie Peter und skippe wenigstens nicht.
Der Sound gefällt mir, hat man aber auch schon hundertmal gehört. Und das Besondere fehlt eben auch.
Die Dance-Tracks in diesem Jahr sind wirklich nicht schlecht fürs Abzappeln, aber wer steht beim ESC zuhause vorm Sofa und zappelt? Und daher: Nä, auch nix. Der nächste bitte!
Hm, ist tatsächlich einer meiner Favoriten in diesem Jahrgang und könnte, wenn es nach mir ginge, ganz nach vorne. Wie es aussieht, stehe ich da ganz alleine da.
ein merkwürdiger song,welchen ich immer noch nicht so recht einschätzen kann – spontan kommt der gedanke semiaus aber das glaube ich dann erst am semitag.
das semi zu überstehen ist schon eine herausforderung aber im finale sehe ich das werk dann auf platz 11-15 (getippt).
könnte nämlich ein heimlicher jury(pop)schmeichler sein.
es wird viel von der stageshow abhängen und da sind die belgier echt gefordert.
ich finde den song jetzt nicht so pralle aber im direkten vergleich mit z.b. der öden nummer aus dänemark finde ich ihn dann ok.
Erinnert wirklich an Lorde, habe ich direkt beim ersten Hören bemerkt. Hatte Lorde was damit zu tun?
Carey Mulligan kannte ich ja bisher als britische Schauspielerin, aber wenn Boy George für San Marino antritt, kann sie auch für Belgien…
Moooment, nochmal:
Endlich mal ein schwedischer Mainstreambeitrag, der mir gefällt…
Moooment, nochmal:
Gerade das, was die meisten hier kritisieren, gefällt mir an Song und Sängerin: sie will keine klassische Schönheit sein und ist natürlich kühl und distanziert, das passt ja gerade zum Song.
Nein, das Lied erfindet das Rad nicht neu, aber das tut kein einziger der diesjährigen 35 Songs. Immerhin ist er an Kompositionen aus dem 21. Jahrhundert angelehnt, das sind ca. 30 Songs dieses Jahr nicht (ist bei manchen gut, bei anderen schlecht).
Zählt nicht zu meinen Favoriten, schafft es aber in meine Top Ten.
Klar hängt viel von der Inszenierung ab, aber wegen des berüchtigten Belgienproblems diesbezüglich könnte es knapp mit dem Finale werden.
Der Wunschvaterdesgedankens tippt auf Platz 20-25.
Den Refrain habe ich mir so langsam schön gehört. Aber sonst erreicht mich der Song nicht. Sollte er ins Finale kommen wird er nicht besser abschneiden als Platz 21-25
Ich habe mit „scheidet aus“ abgestimmt, irgendjemanden muß es ja treffen.
Nun gut, bei der Inszenierung steht bislang ein Fragezeichen. Musikalisch ist es so la la, hat aber durchaus Höhen und Tiefen zu bieten. Thematisch auf der Höhe der Zeit. Bloggerin Laureen hat es durchaus treffend formuliert.
Ich werte mal mit 5,5 von 12 Punkten und Platz 22 von 35.
Mentissa nahm vergangenes Jahr am belgischen ESC-Vorentscheid teil und ihr neuer Song heißt „Les Enfants Difficiles“:
Hier der Liveauftritt von Essyla bei Eurovision in Concert:
Kate Ryan vertrat Belgien vor 20 Jahren beim ESC und zusammen mit Blasterjaxx hat sie nun ihren Song „Désenchantée“, mit dem sie vor 24 Jahren in Deutschland einen Top-Ten-Hit landete, in ein neues Gewand gepackt:
Essyla covert den Gewinnersong des ESC von 1965 von France Gall:
https://youtu.be/Rfo5QwjVc1Q?is=z3QgZVv3QomTBftc
Premiere ist heute um 18 Uhr.
Jelle van Dael nahm vergangenes Jahr am nationalen Vorentscheid Eurosong teil und ihr neuer Song heißt „Kleuren in de regen“:
Tom Dice vertrat Belgien vor 16 Jahren beim ESC und sein neuer Song heißt „Done, So Long, Goodbye“:
Heute hat die Sängerin Jelle van Dael Geburtstag. Sie nahm vergangenes Jahr am belgischen ESC-Vorentscheid teil und mit „Kleuren in de regen“ diese Woche einen neuen Song veröffentlicht. Sie wird 36 Jahre jung.