SWR veröffentlicht weitere Reichweiten für „Das deutsche Finale 2026“ und spricht von „bester Einschaltquote seit 2002“

Bild: SWR/EBU

Wie wir bereits am Sonntagmorgen meldeten, hat das Das deutsche Finale 2026 am Samstagabend im Durchschnitt insgesamt 3,651 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland erreicht. Das waren weniger als 2025, als 3,683 Mio. die Sendung verfolgten. Beim Vergleich der Einschaltquote, also dem Marktanteil der Sendung lag der Wert wie berichtet bei 18,1%. Das ist laut SWR-Pressemeldung der höchste Wert seit 2002. In dieser teilt der Sender auch noch weitere Daten für die 14-29-Jährigen Nutzer mit sowie zu den Abrufen der Live-Streams.

Als wir gestern morgen die TV-Reichweiten von Das deutsche Finale 2026 meldeten, lag noch keine Pressemeldung des SWR dazu vor. Daher griffen wir auf die allgemein zugänglichen Zahlen zurück, die u.a. von DWDL.de und Quotenmeter.de veröffentlicht werden. Dort fehlen manche Detailangaben, etwa die zu den sehr jungen Zuschauer*innen. Außerdem sind da auch nicht die Abrufe der Streams in der ARD Mediathek direkt dabei. Der Vollständigkeit halber liefern wir diese nun auf Basis der gestern vom SWR veröffentlichten Pressemeldung nach.

Als produzierender Sender ist es nachvollziehbar, dass der SWR dabei besonders große Erfolge in den Vordergrund stellt. Diese hat er beim Marktanteil gefunden, landläufig auch Einschaltquote genannt. Das ist der Anteil der Zuschauer*innen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dieser Wert bezieht sich also nur auf die Menschen, die tatsächlich zu der Zeit lineares Fernsehen nutzten. Wer stattdessen am Samstagabend Netflix oder HBO Max auf seinem Fernseher gestreamt hat, fällt nicht in die Auswertung. Manchmal ist es aber auch so, dass an besonders heißen Tagen viele Menschen abends draußen sind und gar nicht fernsehen. Dann ist es entsprechend leichter, einen höheren Marktanteil mit einer TV-Sendung zu erreichen, obwohl insgesamt weniger Menschen zugeschaut haben. Über die letzten Jahre sind immer mehr Zuschauer vom linearen Fernsehen zu Streamingdiensten abgewandert. Daher ist es immer leichter geworden, auch mit niedrigeren absoluten Reichweitenzahlen akzeptable Marktanteile zu generieren.

Dieses Phänomen traf am Samstagabend auch zu: Obwohl Das deutsche Finale 2026 absolut 32.000 Zuschauer*innen weniger erreicht hat als Chefsache ESC 2025 im letzten Jahr, lag der Marktanteil der Sendung vorgestern bei 18,1% und im Vorjahr nur bei 16,7%. Der SWR ist auf dieser Basis durch die Werte für frühere deutsche ESC-Vorentscheide gegangen und hat erst 2002 einen höheren gefunden als den nun generierten. Das liest sich doch phänomenal in Artikel-Überschriften.

Ergebnis Google-Suche „Einschaltquote das deutsche Finale“ – Screenshot am 2. März 2026 um 8:45 Uhr

Allerdings: Im Jahr 2010 wurde bei der Castingshow Unser Star für Oslo die spätere ESC-Siegerin Lena gefunden. Einen richtigen Hype gab es damals um sie noch nicht. Beim Finale am Freitag, den 12. März 2010 waren im Durchschnitt insgesamt 4,5 Mio. Menschen dabei, also etwa 800.000 mehr als jetzt bei Das deutsche Finale 2026. Der Marktanteil lag damals aber „nur“ bei 14,6%.

Gehen wir noch weiter zurück in das Jahr 2001 mit dem Vorentscheid mit Michelle, Zlatko und Rudolph Moshammer. Die Sendung hatte am 2. März 2001 insgesamt 9,1 Mio. Fernsehzuschauer und erreichte damit einen Marktanteil von 27,4%. Damals schauten also 33,2 Mio. Personen zur selben Zeit lineares Fernsehen. Am Samstagabend als Das deutsche Finale 2026 lief, waren es nur 20,4 Mio. Menschen. Es ist also alles relativ.

In der SWR-Pressemeldung finden sich ergänzend zu unserem Bericht auch noch neue Werte zu den ganz jungen Zuschauer*innen. In dieser Zielgruppe verfolgten 323.000 Personen die Show aus Berlin. Das entspricht einem sehr guten Marktanteil von 40,9%. Absolut waren aber lediglich 2.000 Menschen in der Altersgruppe mehr dabei als im Vorjahr, wobei das nicht die Schwankungsbreite durch potenzielle Messfehler berücksichtigt. Der Marktanteil in der Zielgruppe lag letztes Jahr bei 37%, jetzt also 4%-Punkte höher.

Die Nutzung des TV-Livestreams von Das Erste während Das deutsche Finale 2026 generierte in diesem Jahr „rund 700.000 Abrufe“. Im letzten Jahr lag der Wert für Das Erste und ONE zusammengenommen bei 708.000 Abrufen. Während im letzten Jahr bei eurovision.de 26.000 Abrufe dazukamen, waren es in diesem Jahr beim „Event-Livestream zum Finale“ 211.000 Abrufe.



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