Tel Aviv Calling (4): Das ist die Shalva Band, der Pausenact für das zweite ESC-Halbfinale

Shalva Band ESC 2019 Eurovision Jerusalem Tel Aviv Pausenact Semi 2 (2)

Während heute Abend im zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contest 2019 abgestimmt werden darf, wird ein ganz besonderer Pausenact auf der Bühne stehen. Die Shalva Band galt als großer Favorit, Israel beim diesjährigen ESC zu vertreten, zog sich dann aber aus dem Wettbewerb „The Next Star“ zurück, weil die Hälfte der Band Mitglieder gläubig ist und deshalb wegen des Sabbat nicht das volle ESC-Programm hätte mitmachen können. Es ist daher eine schöne Geste des Senders KAN, die Band als Intervall-Act einzuladen.

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Aber auch die Geschichte der Band ist besonders. „Shalva“ ist nämlich eigentlich eine Einrichtung für die Pflege und Inklusion von Menschen mit Behinderung in Jerusalem. 1990 von Malki und Kalman Samuels gegründet, die mit Yossi selbst einen behinderten Sohn haben, für den sie keine passenden Unterstützungsangebote finden konnten, ist Shalva immer weiter gewachsen und mittlerweile eine riesige Einrichtung. Es gibt einen großen Spielplatz, einen Kindergarten, ein Schwimmbad, eine Sporthalle, medizinische Angebote, Übernachtungsplätze, vieles mehr – und eben auch ein Musikzimmer.

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Hier hat sich vor über 13 Jahren die Shalva Band gegründet – eigentlich erstmal ein Nebenprodukt des Musiktherapieangebotes von Shalva. Doch die Band wurde erst in Jerusalem, später auch in Israel und teilweise sogar weltweit immer bekannter. Spätestens seit ihrem Auftritt bei „The Next Star“ sind sie richtige Berühmtheiten.

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Wir konnten Anael Khalifa, Tal Kima, Dina Samte, Yair Vamberg, Yossef Ovadia, Guy Maman und Sara Samuels auf einer Pressereise im April in Jerusalem kennen lernen und vor allem hören. Nur der musikalische Leiter Shai Ben Shushan konnte nicht dabei sein. Abgesehen davon, dass die Band im anschließenden Gespräch super sympathisch war, ist es schon ein bewegender Moment, wenn man nicht weiß, was einen erwartet und die Band dann zu spielen beginnt. Vor allem der Gesang von Anael und die Glockenklänge von Tal am Mark Tree machen die Musik extrem leicht zugänglich und berührend. Dazu kommt noch, dass man der Band einfach anmerkt, wie viel Spaß sie auf der Bühne hat.

Im Gespräch mit den Bandmitgliedern wurde deutlich, wie schwierig ihnen die Entscheidung gegen die mögliche Teilnahme am ESC gefallen ist. Aber sie sagen eben auch, dass es ihnen wichtiger gewesen sei, als Band zusammenzubleiben als weiter an der Show teilzunehmen. Es ist schön, dass die Shalva Band sich nun trotzdem noch einem großen Publikum präsentieren und so ein – wie es die Bandmitglieder ausdrücken – Zeichen für Gleichheit setzen kann.

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Offenlegung: Diese Pressereise wurde organisiert und finanziert von der Europe Israel Press Association (EIPA).

Bisher erschienen:

Tel Aviv Calling (1): Anreise, Einreise und erste Eindrücke in Israel
Tel Aviv Calling (2): Die Vorbereitungen für den ESC 2019 in Israel
Tel Aviv Calling (3): Pressegespräch mit Kobi Marimi



8 Kommentare

  1. Eine nette pr. -aktion. Das der esc am samstag stattfindet, konnte ja keiner wissen. Ich finde das eine wunderbare sache mit diesen kombos, das gibts glaub mittlerweile fast überall. Aber für den esc eher nicht, sah man ja zuletzt mit pertti kurikan nimipäivät

  2. Also wenn die Niederlande nicht gewinnt dann ist das die größte Quotenfarce aller Zeiten. Die werden allesamt immer kleiner (nur noch bei 2,1 im Schnitt) und die siegchance immer höher… so einen klaren Buchmacher Favoriten gab es schon länger nicht mehr

      • Hat sich eigentlich 2017 zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem 2. Semi auch schon der Portugiesische Sieg in den Quoten angebahnt?

      • @Maximilian Ja, tatsächlich schon. Es wussten irgendwie alle: Entweder Bulgarien oder Portugal. Die beiden haben sich während der letzten Tage immer an der Spitze der Wetten abgewechselt. Jedoch war Portugal schon die ganze Saison über in den Wetten auf Platz 5 oder so.

    • Auf der anderen Seite haben sich die Buchmacher aber auch geirrt. Die sahen beim ersten Halbfinale Ungarn, Belgien ubd Portugal im Finale und es kam am Ende anders.

      Bei ULfI lagen die beim Gewinner ebenfalls total daneben. Der mit den schwächsten und nicht mit den besten Quoten lag vorne und beim rumänischen Vorentscheid lag Laura Bretan permanent auf Platz Eins bei den Buchmachern und mußte sich mit dem zweiten Platz begnügen.

    • Jau das stimmt Francesco wurde auch Mega gehyped…Unterschied zu diesem jahr: Niederlande darf auch gerne gewinnen und wird es wohl auch. Italien war mir damals klar das das kein Sieger ist

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