TV-Kritik „Europe Shine a Light“: Bankrotterklärung des TV-Abendshow-Landes

Langweilig und redundant, zwei Wochen hinter dem Lebensgefühl der Menschen und ausufernder Westeuropa-Fokus. Europe Shine a Light, die gesamteuropäische Ersatzshow für den, dem Corona-Virus zum Opfer gefallenen Eurovision Song Contest 2020 hat auf erschreckende Weise gezeigt, wie uninspiriert und egozentriert eine Fernsehsendung werden kann, wenn ihr die eigentliche Programm-Idee als Liederwettbewerb abhanden gekommen ist.

Die kurze Ersatz-ESC-Saison 2020 im deutschen Fernsehen hat selbst hartgesottenen Fans das eine oder andere Mal Sitzfleisch und Durchhaltevermögen abverlangt. Meine persönliche Negativ-Top-4:

Platz 4: Die fünf oder waren es doch nur vier Schnelldurchläufe beim deutschen ESC-Finale in der Elbphilharmonie

Platz 3: Die Werbepausen und Produktplatzierungen beim #FreeESC

Platz 2: Die diversen Probleme des deutschen Halbfinales im World Wide Wohnzimmer

Platz 1: Das Sendungkonzept von Europe Shine a Light

Die zwei Stunden – waren es wirklich nur zwei Stunden? – von Europe Shine a Light fühlten sich an wie zwei ESC-Finalshows mit Überlänge hintereinander. Der gutgemeinte Versuch, alle 41 Acts in der Sendung zu ehren, war das, was Gutgemeintes meistens ist – das genaue Gegenteil. Es war vorhersehbar und aufgrund der immer gleichen Statements zur Corona-Krise traurig ermüdend.

Dass die offenbar live zugeschalteten ESC-Interviewpartner, die ehrfurchtsvoll gesiezt wurden, dann auch gleich wieder mit denselben Corona-Fragen malträtiert wurden, war für sie und die Zuschauer gleichermaßen eine Zumutung. Dabei hieß es immer, dass man doch mit der Musik und der Show die Leute davon ablenken wollte. Pustekuchen.

Erschwerend kam hinzu, dass die Videoeinspieler in der Show – und davon gab es gefühlt Hunderte – gezwungenermaßen schon vor ein, zwei, drei oder vier Wochen aufgenommen worden waren. Zu diesem Zeitpunkt war das Lebensgefühl durch Corona ein ganz anderes. Mittlerweile sind selbst in Spanien und Italien die ersten Lockerungsstufen schon ein paar Tage alt. Die Leute schauen nach vorn, machen Pläne. Und dann kommt die ESC-Ersatzshow und tut so, als wären wir alle noch in der tiefsten Quarantäne. Wieso war die Sendung dann überhaupt live?!

Ein inhaltliches Manko – und zwar ein erhebliches – war darüber hinaus die geradezu peinliche Westeuropa-Fokussierung der Special Guests. Als deutscher TV-Zuschauer habe ich mich geschämt für so viel Ost-Europa-Ignoranz bei einer internationalen Fernsehsendung der EBU.

Ja, es gab ein Video von Marija Šerifović. Weiter als bis auf den Balkan hat man sich mit der Sendung aber nicht getraut. Und nein, der kurze Gruß von Sergey Lazarev fängt das nicht auf. Warum mussten Gali Atari und Måns Zelmerlöw, die nun ja gerade erst im letzten Jahr große Auftritte im ESC-Finale hatten, schon wieder einen Einzelact bekommen? Warum zum 10.000 Mal Johnny Logan? Warum sämtliche niederländische ESC-Sieger, die noch leben und nicht bei drei auf den Bäumen waren? Und welchen Narren haben eigentlich alle an Graham Norton gefressen, der exakt nichts zu sagen hatte und das nicht einmal lustig.

Bei dieser Pleite können der NDR und die ARD Stefan Raab vermutlich gar nicht genug danken. Er hat sie mit seiner Gegenprogrammierung des #FreeESC dazu gedrängt, eine eigene ESC-Show auf die Beine zu stellen und Europe Shine a Light erst mit – Dank Überziehung – mehr als einer Stunde Verzögerung ab 22:15 Uhr auszustrahlen. Für die gebotene Show war das eigentlich fast immer noch zu früh.

Eine vertane Chance, die einmal mehr zeigt, dass die niederländischen Fernsehsender und die EBU mit der übereilten Absage des ESC ohne eine offene Diskussion über alternative Modelle – wie eben die des schwedischen Fernsehens oder der ARD – sich und allen beteiligten Nationen keinen Gefallen getan haben. Man kann nur inständig hoffen, dass sie die Zeit bis zum ESC 2021 sinnvoll nutzen und uns dann ein besseres Programm servieren.

Für alle TV-Masochisten: Europe Shine a Light in voller Länge 


97 Kommentare

  1. Ich hab es genau so empfunden. Ich schau gerade noch mal EUROPE, SHINE A LIGHT auf YouTube und muss sagen, ohne Waldorf und Statler lässt sich die Sendung besser ertragen.

  2. Bester Moment des Abends: Conchita betont im Interview, dass sie nun auch zu Hause bleiben müsse, während sie parallel in Köln im Studio vor sich hin moderiert. 😂

  3. „Warum sämtliche niederländische ESC-Sieger, die noch leben und nicht bei drei auf den Bäumen waren?“ 😂😂😂
    Aber Du nennst schon valide Kritikpunkte, keine Frage.

  4. Bisschen sehr hart diese Kritik. Aber es stimmt schon: Shine a light war langatmig, steif und humorlos. Die schönen Momente kann man an einer Hand abzählen. Molitva und Ein bisschen Frieden zählten sicher dazu.

  5. Auch wieder so nen total frustrierter und verbitterter Kommentar. Das ist keine Kritik…. das ist reines Rumgezicke. Das aus Osteuropa nur so wenig kam, das dürfte wohl 99,9% der Zuschauer gar nicht aufgefallen sein.

  6. Ja, beides hatte seine Schwächen (ich gucke Pro 7 nicht), aber erst wird rumgeheult, dass der ESC ausfällt, dann versuchen die etwas und jetzt wird darauf rumgehackt? Es war an manchen Stellen durchaus berührend. Alle Künstler hatten die selbe Zeit, und nicht alle sind Philosophen so ist das nunmal. Offenbar wäre es, diesem Kommentar nach, wohl doch besser gewesen, den ESC ersatzlos zu streichen.

    • Sehr geehrter Herr Peters –

      Das Erste hat bereits am Tag der Absage des ESC gesagt, dass wir am 16. Mai ein alternatives ESC-Programm auf den Sender bringen werden. Dass wir unter Corona-Bedingungen nicht sofort die Elbphilharmonie als Veranstaltungsort benennen konnten (anstatt in ein leer stehendes TV-Studio zu gehen), dürfte auch für Außenstehende nachvollziehbar sein. Also bitte nicht die Reihenfolge der Ereignisse durcheinander bringen.

      Gruß

      TS

    • Kann diese verheerende Kritik null nachvollziehen. Ich war tief berührt von den Bildern der leeren Plätze in ganz Europa, den Einspielern und Botschaften der Teilnehmer. Dem Duett von Ilse de Lange und Michael Schulte. Den klugen und warmen Worten von ABBA-Björn. Molitva war auch ein Gänsehaut-Moment. Dass man angesichts der Pandemie besser zuhause bleibt, daran hat sich ja trotz Lockerungen nix geändert. Wo ist also das Problem? Verstehe ich nicht.

      Liebes ESC-Kompakt-Team, ihr seid großartig, aber bitte stellt keine Kommentare mehr online, wenn sie wie dieser hier offenbar nur das Ziel verfolgen, persönlichen Frust loszuwerden. Gerade in den heutigen Zeiten finde ich Polemik zum Kotzen. Echt mega unprofessionell.

  7. Ich sehe es genauso wie DouzePoints. ‚Uninspiriert‘ war es und das ist nun wirklich das Letzte, was einen guten ESC-Act (und sei es eine Ersatz-Sendung) auszeichnet.
    Und auch der unbedingte Zwang eine Message auszudrücken war eher eine Belastung, als eine Bereicherung.

    Das Highlight des TV-Abends war für mich definitiv die Ausstrahlung des 2010er-Finales. Und das nicht einmal wegen Lenas Sieg, sondern weil erst dann echtes ESC-Gefühl aufkam und ein Jahrgang wiederentdeckt werden konnte. 🙂

    Fazit: Das Durchführen einer Corona-Version des ESC 2020 mit aus ganz Europa zugeschalteten Auftritten und einem Glow-Flashmob durch Europas Wohnzimmer wäre die schönere und tatsächlich Europa verbindendere Variante gewesen!

  8. Europe Shine A Light war ein Versuch, doch noch irgendwie was auf die Beine zu stellen. Ich weiß nur nicht, ob es die Macher/EBU ehrt oder nicht. Leider komme ich zum Schluss, eher das Zweite.
    Denn ich empfand den Kontrast schon sehr extrem: Die diesjährigen Teilnehmer werden mit kurzen Schnipseln ihrer Beiträge abgespeist. Sollte Sinn der Show u.a. gewesen sein, die Lieder auch in anderen Ländern bekannt zu machen, sie zu promoten, ist das missglückt – in diesen paar Sekunden für einen Beitrag ist dies nicht möglich. Hingegen die alten Songs bekamen ihre volle Zeit, wurden teils sehr liebevoll in Szene gesetzt. Deutlicher hätte die EBU nicht zeigen können, dass sie den Jahrgang 2020 schnell verloren gegeben hat. Schade, wenn man drüber nachdenkt, richtig ärgerlich.

  9. Diesen Artikel kann ich jetzt nicht nachvollziehen. OK, die Moderatoren waren äußerst schlecht und ohne jeden Witz. Herr Smit war noch peinlicher als in den Silbereisen-Shows, die Ulknudel Edsilia überraschend farblos.
    Aber sonst gab es ein paar sehr schöne Momente. Zum Beispiel Molitva in den Straßen Belgrads oder das herrliche Ein bisschen Frieden (unglaublich gutes Deutsch von Ilse!). Und dass alle zusammen Love shine a light gesungen haben, war ein Gänsehautmoment.
    Dennoch natürlich in keinster Weise ein Ersatz für unseren geliebten ESC….

  10. Bin ganz auf der Wellenlänge von Douze Point. Es war sehr bemüht und hatte den Charme von Schnipselansammlungen „Best of ESC“, eine Sendung auf die man verzichten hätte können. Alles wirkte wie aus der Konserve. Aber jetzt ist diese unsägliche Saison 2020 vorbei und ich hoffe auf einen ESC 2021, egal ob mit oder ohne Publikum aber mit Votings und einem Sieger. Dank Elphi und ESC 2010 hatte man gestern kurz den Siegermoment und somit die Möglichkeit einen Abschluss des Jahrgangs zu finden.

  11. Ich bin jetzt froh, ist die „saison“vorbei und dies jahr gibts auch keine ped. Ich (wir) habe mich so extrem über die schöneberger aufgeregt, mir ist grad die lust komplett vergangen.

    • Schöneberger und Urban waren für mich die Hauptgründe, daß ich mich vorab für die Konkurrenz entschieden habe.

    • Interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind. Ich fand Frau Schöneberger gestern ausgesprochen sympathisch. Ich fand sie bei so mancher VE weitaus nerviger.

  12. Doch, etwas nehm ich von gestern abend mit. Pro7 hat der ebu gezeigt, wie man auch in corona zeiten eine musikalisch ziemlich hochwertige show macht. Über das voting hüllen wir mal den mantel des schweigens. Mein absolutes highlight des abends……der astronaut. Fabelhaft.

  13. Zur Quotenlage übrigens: Man kann in beiden Lagern des Abends zufrieden sein. In Unterföhring und Köln-Mülheim wird man sich aber zurecht über den Sieg in der Zielgruppe freuen. Herrn Schreiber wird es aber natürlich ärgern, das jährliche Feigenblatt für die Unterhaltung von Jungen im Ersten in dem Maße nicht erzielt zu haben. Da war auch die funk&Co-Vorlage (wenn man’s gesehen hat: naheliegenderweise) keine echte Hilfe…

    siehe z.B. https://m.dwdl.de/a/77685

  14. Ich fand den Abend wohltuend sachlich, elegant und feierlich und kein bisschen steif. Wenn ich frustriert war, dann eigentlich nur warum man nicht auf diese Art und Weise den ganzen Contest als Videoschaltung organisiert hat. Was ich am wenigsten vermisst habe, waren die Fahnen schwenkenden kreischen Eurovisions-Tucken.

    • „Ein offensichtlich unglücklicher junger mann der froh ist, wenn auch nur irgendjemand für ihn anruft“ während die blöde kuh alles andere in den himmel lobt? Ne, da hört meine spassgrenze auf. Die ist gür mich tv-mäsdig gestorben

  15. So schlimm fand ich das jetzt nicht. Trotz der zwei Sendungen auf ARD und Pro7 merkt man aber das nichts den ESC ersetzen kann. Habe vorhin mal die Free ESC Show auf Pro7 nochmal geschaut und muss sagen das war recht durchschnittliches Niveau und die Moderation von Conchita und Steven waren teilweise zum fremdschämen…

  16. Im Prinzip ist die Kritik ja berechtigt, aber übertrieben, Besonders die Durchhalteparolen, immer wieder und wieder, haben genervt.

    Was ist denn so falsch, wenn die ESC-Interviewpartner ehrfurchtsvoll gesiezt werden, wie es so süffisant heißt?

  17. Bei Mir und meinen Mitguckern kamen die Sendungen in der ARD gut an.
    Sicherlich waren die Schnelldurchläufe nervig und Tagesschau und Wort zum Sonntag unpassend, aber trotzdem war der Kern gut.

    Europe Shine a Light war meiner Meinung nach sehr schön. Sicherlich kann man ein paar im Artikel genannten Kritikpunkten zustimmen, trotzdem war der Gesamteindruck auch hier positiv.

  18. Mich hat „Europe Shine A Light“ auch nicht wirklich abgeholt. Das war alles eine Nummer zu steif, staatstragend und mit viel zu viel Pathos aufgeladen. Netta mit einer Ballade, Duncan mit einer Ballade, Mans mit einer Ballade, Michael Schulte mit einer Ballade, dazwischen bedeutungsschwangere Video-Statements … als wäre es ein Begräbnis für den plötzlich verstorbenen ESC. Gerade in anstrengenden Zeiten wie diesen hätte ein bisschen mehr Lockerheit, Augenzwinkern und Entertainment für viel mehr ESC-Feeling gesorgt. Liebe EBU, bitte von solchen Trauergottesdiensten in Zukunft abzusehen.

  19. Habe gestern Pro Sieben geguckt, mich hinterher aber auch über die Performance des „Supersongs“ von Herrn Milanov informiert. Sorry, kreuzigt mich: Da ist mir Helge Schneider um Lichtjahre lieber. Das war Entertainment par excellence !

    Der „spanische“ Sieger eher nicht mein Ding, typischer Radiomainstream eben. Gil und Oonagh würden dem ESC auch gut tun.

  20. Sicher sind einige Kritikpunkte nicht unberechtigt an der EBU Sendung – die Durchalteparolen der Künster waren überflüssig. Dennoch empfand ich die Sendung als gut inszeniert, durchaus kurzweilig genug um am Ball zu bleiben, und war persönlich eher positiv überrascht. Da war ein bisschen Glanz, da war ein bisschen Musik, ehemalige Stars… Daumen hoch. Die ARD Sendung empfand ich als solide, aber am Ende doch langatmig.

  21. Der Artikel gibt auch meine Stimmung wieder, die ich während „Europe shine a light“ hatte: Pantomschmerz!

    Der Fokus lag zu sehr auf Corona und war eben nicht der angekündigte „tribute to the songs and artists“. Damit kann man auch nicht von einem echten Ersatzprogramm für eine Musikshow sprechen. Corona-Berichte aus Europa kann man sich täglich auf allen Programmen anschauen. Und da kommen auch die Erlebnisse der Menschen und ihr Umgang mit der Krise vor. Das gestrige Format war daher schon im Ansatz nicht geeignet, über den Ausfall des diesjährigen Wettbewerbs hinwegzutrösten. Da hätte man auch zum 1000. Mal die skurrilsten Auftritte zeigen können.

    Irritierend finde ich, dass man dem Schreiber des Artikels in den Kommentaren Unprofessionalität und Gezicke vorwirft. Der Blog dient dem Meinungsaustausch. Und damit sind auch die Meinungen der Blogger gemeint! Wieso soll sich da jemand professionell zurückhalten müssen? Es hat doch jeder die Möglichkeit zum Widerspruch.

    • Da muss ich zustimmen, die leeren Plätze haben mich eher deprimiert. Dagegen fand ich die Sendung aus der Elbphilharmonie, trotz fehlendem Publikum sehr erfrischend. Vor allem, weil man den Fokus mehr auf die (aktuellen) Künstler gerichtet hat.

  22. Hallo,

    Ich kann die Kritik inhaltlich und punktuell verstehen, nach vollziehen und zustimmen.

    Vielleicht waren nicht die östlichen TV-Sender mit ihren Künstlern bereit aktiv mitzumachen, wir wissen es nicht.

    Zwei Stunden haben viele Menschen die Ersatz-Show verfolgt. Ich habe mir die Freiheit genommen und habe einfach umgeschaltet bzw. nach dem Zappen mein TV ausgeschaltet und mich intensiv mit meinen Gästen (Freunden) unterhalten.

    Die desolate Performance von Ben Dolic hat mich zu tiefst getroffen. Ich muss mir den Auftritt nochmal anschauen, aber hier ist von meinem Meisterchoreograf alles falsch gemacht worden was ging, z.B. dem Publikum zeigt man niemals den Rücken. Naja… ich schweife ab von der „Shine a Light“-Show.

    Ich hake nun von abgesagten ESC mit seiner Ersatzshow 2020 ab, schüttele mich kräftig und freue mich auf den 65. Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam – Open up 😉

    Nilsilaus

    • Was bin ich froh, daß noch mehrere Fans es so locker sehen können. Meine Welt ist gestern auch nicht untergegangen und ich konnte mich intensiv um unsere neuen Haustiere kümmern Am Nachmittag habe ich mir den ESC 1978 (auf Videocassette mit einem Fernsehgerät aus dieser Zeit !) angeguckt und es sehr genossen. Das war damals das erste Mal für mich…..

    • Ben Dolics Auftritt war definitiv verbesserungswürdig, aber ich finde da muss man auch realistisch bleiben. Ich kann mir zum Beispiel überhaupt nicht vorstellen, dass wir in Rotterdam auch so oft seinen Rücken gesehen hätten. Da sollte es doch auch diese durchlässige LED-Wand oder so geben die man mit Sicherheit anders eingebaut hätte? Und man hätte ja auch mehrere Proben auf der Bühne gehabt.

  23. Ich reihe mich ein in die Schlange derjenigen, die von der obigen harschen Kritik an Shine a light doch eher überrascht sind. OK, ich hatte nicht viel erwartet, aber dann fand ich die Show nach der aufdringlichen Schöneberger-Moderation (wie’s aussieht, werde ich wohl in diesem Leben einfach nicht mehr ihr Fan werden… 🙂 wohltuend, ruhig – und alle Acts bekamen ihren Raum. Ich fand sogar: Eine solche Show, bei der die einzelnen Künstler auch mal mehr zu Wort kommen, wäre doch eine gute Idee für den Freitagabend zwischen zweitem Semi und Grand Final.

  24. „Begräbnis für den plötzlich verstorbenen ESC“, das trifft die Atmosphäre der Sendung leider sehr gut, obwohl es dabei ein paar schöne Momente gab (vor allem Ilse und Michael haben mich ziemlich berührt, das hätte ich voher gar nicht erwartet).
    Was sich mir auch nicht recht erschlossen hat, ist dieses Durchhecheln der Beiträge. Das mag zwar gut gemeint gewesen sein, allerdings auch wenig durchdacht. An wen hat sich das denn nun gerichtet? Der Fan kannte alle Songs sowieso in- und auswendig und den unbedarfte Zuschauer erschlägt man doch mit Snippets am laufenden Band. Mit „Würdigung“ hatte das jedenfalls wenig zu tun; Thomas Schreiber lag da mit seiner Kritik nicht ganz falsch. Der WWW-Ansatz von letzter Woche mag zwar sperriger gewesen sein, war aber wenigstens konsequent.

  25. Guten Morgen, also ich hab mich ja vorab sehr über das Alternativprogramm gefreut. Die „Show“ aus der Elphi war… nun ja…. recht leer. Also menschenleer war ja klar – aber leider eben von Schnelldurchläufen abgesehen recht emotionslos und inhaltsleer. Leider.

    Was mich am meisten bewegt hat, war der leider recht missglückte Auftritt von Ben Dolic. Guter Song aber leider eine Choreo bei der kein Funken überspringt, die Kamera nicht mitmacht, Ben verloren umherschreitet und das Styling ihn wie ein Mittelstufenschüler aussehen lässt… sehr schade….

  26. Da bin ich heilfroh, daß ich gestern Abend den Free-ESC gesehen habe! Von „Europe shine a light“ nur den Schluß gesehen und das war auch das Beste an der ganzen Show. Die 41 Songs in nur zwei Stunden Sendezeit unterzubringen war eine schlechte Idee, da wären drei besser gewesen.

    Was die Kritik im Artikel betrifft, stimme ich Douze Points uneingeschränkt zu und ich bin überzeugt, hätte er den Liveblog zu „Europe shine a light“ gemacht, wäre er nicht sehr glücklich darüber gewesen. Dennoch wäre es ein Highlight geworden, was man von Berenikes Leistung nicht behaupten kann.

  27. Douze Points hat vollkommen recht (und es ja quasi vorhergesehen). Die ganze Sendung war leider viel zu sehr auf die Corona-Situation – und das auch noch von vor vier Wochen – ausgerichtet und fühlte sich total unpassend an. Als Ehrung des Jahrgangs geht das definitiv auch nicht durch, wenn die Vergangenheit viel mehr Raum einnimmt. Es gab zwar schöne Momente, aber das Konzept war nicht gut. Die Moderatoren konnten auch wenig zeigen.

  28. Ich frage mich sowieso, warum den diesjährigen Songs nicht mehr zeit eingeräumt wurde.
    Nichts gegen Måns und Co, aber diese Zeit hätte man den diesjährigen Künstlern besser überlassen.
    ….und als am Schluss alle das Siegerlied anstimmten war für mich klar, das unser Ben eventuell noch ein paar Stunden Unterricht bei einem Gesangscoach nehmen sollte.
    Vielleicht waren aber auch meine Sinne nicht mehr so aufnahmefähig, wer weiss.

  29. So hart würde ich mit der Sendung jetzt nicht ins Gericht gehen. Und ich habe mich auch gefragt, warum denn jetzt schon wieder Johnny Logan eine Bühne geboten werden muss. Es sollte doch um die Acts 2020 gehen. Ich hatte den Eindruck, sie wurden zur Nebensache degradiert. Schade.
    Ich muss ehrlich zugeben, das ganze Konzept von der ARD hat mir doch wesentlich besser gefallen, trotz offensichtlicher Mängeln, beim „World Whide Wohnzimmper“. (Da wäre es wahrscheinlich besser gewesen, die Titel auf zwei Sendungen zu verteilen, war wohl in der Kürze der Zeit nicht möglich. Schwamm drüber). Aber die Sendung aus der Elbphilharmonie hat vieles wettgemacht, meiner Meinung nach.🙂

  30. Ich kann nichts an der Kritik nachvollziehen. Die Show war für mich perfekt, schön, berührend und abwechslungsreich. Alle Songs und Künstler haben Platz gefunden und die zusätzlichen Beiträge waren wunderschön. Besser hätte man es kaum machen können.

  31. „Shine A Light“ war einfach extrem altbacken. So gern ich mich auch mit der ESC-Geschichte beschäftige – aber mit dem drölfzigsten Abba/Johnny-Logan-Tribute holt man einfach keine jungen Leute mehr ab. Und in diesem „Grand Prix de la Eurovision“-Stil war die ganze Sendung gehalten. Mit 2020 hatte das sehr wenig zu tun, aber die älteren ESC-Fans können noch mal in Erinnerungen schwelgen… Was ja auch ok ist, ich sehe mir gerne auch immer die Best-Of-Sendungen an, aber eben nicht am ESC-Abend.

    • Weißt du, wie schwer es ist jemanden von ABBA vor die Kameras zu bekommen????? Und dann in einer Sendung zum ESC. Da war von den vieren seit 1974 niemand mehr persönlich. Das ist eine ganz große Leistung.

      Aber Danke für dein Verständnis für uns Alten, dass wir noch einmal in Erinnerungen schwelgen durften.

    • Gegenpositiom von mir: Ich bezeichne mich gerne als „Grand Prix“-Fan, gerade wegen der Moderationen. Die hatten meist mehr Klasse als viele bei ESC.
      Dennoch hat mich dieses „Europe shine a light“-Format nicht sonderlich interessiert.

  32. Ich finde, Europe Shine a light war irgendwie nett, aber nett ist ja der kleine Bruder von meist negativ besetzten Adjektiven. Bei den Werbepausen zum #FreeESC habe ich ins Erste umgeschaltet, dann auch später in der „Halbzeitpause“ der Pro7-Sendung. In der ersten Werbepause war übrigens auch der Auftritt von Ben Dolic – der Auftritt war höflich gesagt noch ausbaufähig, gerade vom seinem Gesang. Auch wenn er seiner supermegahohe Spezialnote gut getroffen hat.

    Zurück zum Thema: Gerade die Clips, die von den Acts meist selbst vor Webcams erstellt worden sind, waren ja sehr sehr ähnlich. Außer Tom Leeb, weil im Grundprinzip das gleiche Gerede, aber auf französisch. In der Tat ist Osteuropa sehr kurz geworden, dafür war Israel sehr dominant (Gali Atari singt nochmal Hallelujah, Netta darf etwas aus ihrem Corona-Lifestyle erzählen und ihr neues Liedchen singen). Dafür wurden alle osteuropäischen Sieger außer Marija Serifovic geschnitten. Ich verlange nicht, dass alle jetzt anfangen, plötzlich Rock me von 1989 zu singen. Aber man hätte durchaus auch deren Sieger, Zweitplatzierte und sonstigen erfolgreichen Teilnehmer irgendwie auftauchen lassen. Eine Auswahl an Beispielen: Brainstorm/Prata Vetra gibt es ja noch, Dima Bilan, Poli Genova, Mikolas Josef, von mir aus auch Edyta Gorniak. Und als kleinen Gag noch Sertab Erener für die türkischen Eurovision-Fans. Alles verpasste Chancen! Mindestens einer von den oben genannten hätte bestimmt Zeit gehabt. Ansonsten… Gut, dass man nicht alle Songs in voller Länge laufen ließ, ansonsten wäre das ausgeufert.

    Eine allgemeine Position hätte ich noch: Die nationalen Sendeanstalten sollten verpflichtet werden, diese Lieder auf ihren Pop-Sendern in die Rotation mit aufzunehmen. Einfach, damit die Promotion trotzdem irgendwie gewährleistet ist. Damit Ben Dolic auch irgendwo mal außerhalb von YouFM (hr) läuft.

  33. Ich kann die starke Kritik an der EBU Sendung nicht nachvollziehen.Ich war sehr positiv beeindruckt und so manches Mal zu Tränen gerührt gestern Abend.Es war für mich eine sehr gelungenes Ersatzprogramm für den ESC.Es kommt natürlich immer auf die Erwartungen an,die man selbst hat.Für mich hatte der Abend etwas historisches.Ich finde auch nicht,dass die Künstler zu wenig geehrt wurden.Man muss sich ja immer wieder vor Augen halten,warum dieser ESC abgesagt werden musste.
    Die Sendund aus der Elphi hat uns prima unterhalten.Enttäuscht waren wir nur von Bens Auftritt und dass die Isländer nicht die Original Version gebracht haben.Litauen war der verdiente Sieger,Italien hätten wir gerne weiter oben gesehen.
    In der Nacht haben wir uns dann noch den free ESC angeschaut.Als ESC hardcore fans,war es für uns genau die richtige Entscheidung,diese Reihenfolge zu wählen.Die NDR und EBU Shows hhatten die Gänsehautmomente,die Pro7 Show war auch gute Unterhaltung a la Raab Modus und wir würden uns auch freuen,wenn das Format in den nächsten Jahren fortgesetzt wird(natürlich nicht am ESC Termin).Aber alles,was gestern Abend in der ARD lief,hatte einfach mehr Stil.
    Für uns war es gestern Abend/Nacht das perfekte ESC Ersatzprogramm.

  34. Dass ich das mal sage: Douze Points, ich stimme Deinem Kommentar umfänglich zu.

    Ergänzend wäre noch hinzuzufügen:
    – die EBU hat keine (neuen) Ideen; hier wurde eindeutig der alte Quark geehrt und nicht der Jahrgang 2020
    – die gesamte EBU-Sendung war an Gefühlsduselei unerträglich deprimierend; die einzelnen guten Momente konnte man an drei Fingern abzählen
    – die Dominanz der Immergleichen steht der europäischen Idee mehr als im Wege: Schweden, Israel, Irland, Schweden vertreten durch die üblichen Verdächtigen, immer und immer wieder in Dauerrotation
    – die Sendungen des NDR versuchten sich an einer Eigenständigkeit, an der sie sich dann letztendlich verschluckten; irgendwelche Youtuber als sog. Moderatoren, dilettantische Tonübertragungen und dann Barbara S. als ihre eigene Karikatur, kreischend und ichbezogen, nach Aufmerksamkeit haschend
    – der vielgelobte deutsche Retortenbeitrag entpuppte sich als das, was er war: heiße, dünne Luft; bei allem Patriotismus, aber dieses Nichts einer Inszenierung hatte schon sehr starke Levina-Vibes, garniert mit Jamie-Lee-Versprechungen und zu vielen Ann-Sophie-Rückengedächtnis-Szenen
    – tja, und Raab? Der hat seinen Stiefel durchgezogen, den Mainstream bedient und mehr den wirklichen ESC geehrt, als er selber zugeben wird.

    Etwas wozu die EBU und der NDR leider nicht mehr in der Lage sind.

    • Das deutsche Liedchen hast Du (leider) treffend beschrieben, das teile ich voll und ganz. Nur bei einigen Fans ist diese Meinung extrem unbeliebt…..

  35. Ich habe von Europe shine a light nur den Anfang und das Ende gesehen. Das hat mir gereicht. Hatte nicht das Gefühl, viel verpasst zu haben.

  36. Ich hab ja nur wenig von der ARD gesehen gestern.
    Gesehen habe ich Ben Dolic in der Elphi. Das war leider gar nicht mal so gut. Das wäre in Rotterdam über Platz 15 nicht hinausgekommen.

    Gesehen habe ich Michale Schulte in der Elphi. Dazu muss ich nix sagen. Ich bin eh befangen. Gehört hab ich ihn teilweise dann als Kommentar in der EBU-Nummer. Das hat er sehr gut gemacht.
    Gesehen habe ich sein „Ein bisschen Frieden“-Duett mit Ilse, welches sogar von Ralph Siegel in den sozialen Netzwerken gelobt wurde, sehr überschwänglich.

    Und ich habe „Love shine a light“ gesehen und gehört und fand das sehr stark.

    DPs Kritik ist möglicherweise berechtigt, ich kann das in Gänze so nicht nachvollziehen. Ich möchte auch schwer hoffen, dass er in all den Stunden, die er geguckt hat, wenigstens eine Minute lang sowas wie Spaß hatte. Es klingt zwar nicht so in seinem Kommentar, aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

    • Stimme Dir weitestgehend zu. Nur muss Michael Schulte noch lernen, sich an die Zeiten zu halten, in denen er kommentieren darf.Er hat wirklich in jeden Song reingequatscht, den er kommentiert hat.

  37. Haben uns gestern für die ARD entschieden und werden den FreeESC heute online und mit weniger Werbung nachholen.
    An der Ersatzsendung muss man besonders die Struktur bemängeln, ausserdem finde ich es auch nicht einleuchtend warum so etwas wie das uralte Halleluja (und letztes Jahr schon performte) ausgegraben werden muss. Da hätte man auch den Künstler aus diesem Jahr mehr Raum geben können.

    Was mich auch stört ist der offensichtliche Live Fake. Klar in Deutschland war es eh nicht Live aber das Interview mit Schulte kann ja nicht Live gewesen sein, auch nicht bei der internationalen Ausstrahlung. Warum sollte man dann glaube das irgendetwas davon live war. (Und warum musste man das überhaupt behaupten?)

    Die einzige Wirklich schöne Idee war das zusammen gesunge Lied am Schluss. Das war für gemacht und könnte gerne zu einer wiederkehren Tradition im Finale werden.

  38. Ja, es stimmt, es war schon wieder Mans Zelmerlöw, es war schon wieder Johnny Logan. Ja, es war zwei oder drei Wochen zurück, was den Corona-Stand angeht, aber es ist echt extrem nervig, dass immer überall alles schlecht gemacht wird. Die Sendung war insgesamt trotzdem gut. Wieso regt sich jetzt jeder auf, dass die Songs nur kurz vorgestellt wurden ? Das war doch jetzt wirklich über Wochen klar. Dass das den Songs nicht gerecht würde, war doch auch lange klar.
    Wieso regt man sich darüber auf, dass zweimal hintereinander Gali Atari dabei war? Wo war die denn die ganzen Jahre vor 2019? Ich hab sie nicht gesehen. Seid lieber froh, dass nicht schon wieder Verka Serduchka dabei war. Die/der nervt nämlich wirklich schon seit Jahren. Gut, Mans Zelmerlöw hätte ich auch nicht nochmal gebraucht.
    Diese Kritiken hier von einzelnen Leuten, weil es ihnen persönlich nicht gefallen hat, erinnert etwas an die Verschwörungstheoretiker, die die Corona-Maßnahmen nicht tolerieren.
    Zur Raab-Show: Die Ideen sind gut, aber Nico Santos mit einem Lied, das im Radio rauf und runter läuft…was eine Überraschung, dass er gewinnt !

  39. Ja, an allen Kritikpunkten von @DP ist irgendwie was dran. Trotzdem war es eine berührende Show, und x-mal besser als eine Show aus der leeren ElPhi (was für ein deprimierender Anblick), einem schlechten Auftritt von Ben Dolic (der seitdem imho nicht 2021 wieder antreten braucht), einem völlig verhunztem Auftritt der Isländer und offenbar so wenig Televotern,dass gefühlte 20 Scnelldurchläufe nötig waren, bis man ein Ergebnis hatte. Die EBU-Show hat deutlich mehr ESC-Feeling aufkommen lassen, absolut peinlich war nur die suuuper Idee, das deutsche Publikum Punkte für Ben verteilen zu lassen.Wahrscheinlich brauchte Digame noch ein paar Einnahmen. Diese vernichtende Kritik ist jedenfalls nicht angebracht.

  40. Jeder konnte ja gestern schauen was ihm persönlich besser taugt. Wenn ich jetzt gerade die teilweisen „stutenbissigen“ Kommentare der von Pro7 „Nurmalkurzumschalter“ lese, ist das noch sehr amüsant.Ich weiß nicht wie die Erwartungen bei beiden Sendungen bei jeden Einzelnen hier waren, darum von mir nur ein – ich hoffe doch ihr hatte Alle etwas Spaß egal bei welchem Programm.
    Ich persönlich (bzw. unser Haushalt ) fand die Sendung -Europe shine a light- in keinster Weise zu lang. Wir hatten einfach keine allzugroße Erwartung an diese Show und fanden „Motliva“ zum Beispiel richtig stark. Wichtig war den Produzenten ja eher die Message der einzelnen Künstler – ob nun glaubhaft oder nicht, als deren wertungsfreie Musik.Aber übertrieben lang war es wirklich nicht.

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