A Dal wird nicht mehr als Vorentscheid genutzt – Nimmt Ungarn am ESC 2020 teil?

Erste Probe Ungarn Joci Papai Az En Apam ESC 2019 2
Foto: Anders Putting

Wird Ungarn am Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam teilnehmen? Diese Frage bleibt nach wie vor unbeantwortet. Was aber jetzt schon klar ist: Das bisherige Vorentscheidungsformat A Dal wird zwar im kommenden Jahr wieder stattfinden, aber nicht über den Song und/oder den ungarischen Vertreter beim ESC entscheiden.

Damit müssen wohl auch wir Fans uns von einer liebgewonnenen Vorentscheidungstradition trennen. A Dal hat Jahr für Jahr mit einem spannenden Stil-Mix überzeugt und sich so von manch anderen Vorentscheidungen abgesetzt. Nicht zuletzt deshalb wurden die ungarischen Beiträge auch immer wieder gern für unseren Second Chance Contest ausgewählt. Da die Musikshow weiterhin stattfinden soll, kann man sie natürlich auch aus dem deutschsprachigen Raum weiter verfolgen – im ESC-Kontext wird A Dal aber keine Rolle mehr spielen.

Wohin die ESC-Reise für Ungarn überhaupt geht, ist noch unklar. Bislang gibt es keine offizielle Aussage dazu, ob das Land überhaupt am ESC 2020 teilnehmen wird. Wir hoffen natürlich, dass das der Fall ist und dann ist die große Frage, wie der ungarische Beitrag für Rotterdam wohl ausgewählt werden wird. Intern? Oder wird ein anderes Format etabliert?

In diesem Jahr konnte sich der ungarische ESC-Rückkehrer Joci Pápai (Aufmacherbild) mit „Az én apám“ nicht für das Finale qualifizieren. Zwei Jahre zuvor hatte er mit „Origo“ allerdings einen hervorragenden 8. Platz belegt. Im Jahr dazwischen landeten die Rocker von AWS am Ende zwar nur auf Platz 21, dass sie sich mit ihrem nicht gerade sehr ESC-konformen Song „Viszlát nyár“ überhaupt für das Finale qualifiziert haben, kann durchaus als Erfolg gewertet werden. Überhaupt ist Ungarn ESC-Bilanz sehr positiv, zwischen 2011 und 2018 hat sich das Land jedes Jahr für das große Finale qualifiziert. Ein möglicher Rückzug kann also wohl kaum mit Erfolglosigkeit begründet werden. Aber: Noch ist es ja zum Glück nicht soweit und wir werden Euch hier natürlich weiter auf dem Laufenden halten.



27 Kommentare

  1. Das ist eine traurige Nachricht. Damit reduzieren sich die Beiträge für das Lesergame nächstes Jahr erheblich und ich finde die Entscheidung schwer nachvollziehbar.

  2. Das wäre aber sehr schade, würde Ungarn nicht am ESC teilnehmen. Ihre Beiträge haben mir meistens gut gefallen, waren eine echte Bereicherung.

  3. Wahrscheinlich gefällt es den ungarn bzw. hrn. orban bei der ebu genau so wenig wie bei der eu. Von daher eigentlich konsequent wenn sie nicht dabei sind. Wie wärs mit einem contest mit der türkei, russland, aserbaischan und kasachstan? Sozusagen der sssc, der schurkenstaaten song contest.

  4. Och nö. Einer meiner liebsten Vorentscheide wird also dieses Jahr keiner sein, das finde ich mehr als nur schade 🙁. Wie ich v.a. die letzten beiden Jahre hier immer mitgefiebert habe. Dann kann man wohl davon ausgehen, dass Ungarn 2020 nicht dabei sein wird, kann mir nicht vorstellen, dass hier eine andere Art von VE oder eine interne Auswahl stattfindet, warum auch?

  5. Schade – für mich eines der besten ESC-Länder des letzten Jahrzehnts. Auch in den Jahren, in denen ich den ungarischen Beitrag nicht mochte, haben sie konstant Qualität geliefert.

  6. Es wäre wirklich schade wenn Ungarn nicht teilnehmen würde. Neben Norwegen, Italien und den Niederlanden gehört es zu meinen liebsten Ländern der vergangenen zehn Jahre.

  7. Das musikalische Angebot war erfreulicherweise recht vielseitig und die Künstler hatten von Sendung zu Sendung die Möglichkeit ihre Acts auch Performance-mäßig zu über arbeiten .
    Das Format der Auswahlsendungen war allerdings schon grenzwertig . Das Voting war umständlich und die Kommentare derJuroren, die versuchten, ihre Schützlinge durch zu winken, waren viel zu lang.
    Da kann man wirklich nur auf ein kompakteres Auswahlformat hoffen.

  8. Na so richtig vermissen würde ich Ungarn nicht. Die Beiträge die beim A Dal als Gewinner hervorgegangen sind, waren dann beim ESC ja auch nicht wirklich erfolgreich. 2018 Platz 21, 2019 raus im Semi. Also ich kann verstehen das Ungarn einen anderen Weg sucht, um den ESC-Beitrag zu finden. Wenn sie denn überhaupt suchen. Wenn schon, ein Konkurrent weniger für Deutschland, wenn sie nicht teilnehmen.

  9. Das ist sehr sehr schade und bitter für den ESC als Ganzes. Es steht zu befürchten, dass die Ungarn das Ausscheiden von Joci dieses Jahr als Aufhänger nehmen, um sich von einem politisch ungeliebten Wettbewerb (Stichwort „Open Up“) zu verabschieden. Die Argumentation, warum die ESC-Teilnahme beim A Dal wegfällt ist jedenfalls reichlich verquer und durchaus nationalistisch angehaucht.

  10. Das ist wirklich schade. Aber mal abwarten. Vielleicht gibt es ja eine interessante Direktnominierung. Scheint ja der neue Trend.
    Mich beschleicht auch das Gefühl das es in Deutschland diesmal auch eine direkte Nominierung gibt. Es gibt ja überhaupt keine Infos zu einer VE und wir haben schon fast November.

    • Durchaus möglich, dass der NDR diesmal den Künstler/in direkt nominiert. Fänd ich auch okay, wenn nicht gerade wieder so ein Produkt wie „Alex sings, Oscar swings“ dabei herauskommt. Sollte man vielleicht echte Fachleute ranlassen, meinetwegen ein ESC-Panel.
      Aber ich kann mir schon wieder lebhaft vorstellen, dass dann wieder irgendwelche Medien, denen der ESC bisher auch eher schnuppe war, einen Skandal wittern. Wie damals bei Xavier Naidoo, jetzt mal
      unabhängig davon, ob an dem Vorwurf gegen ihn etwas dran war (kann ich nicht beurteilen, aber speziell das Blättchen mit den vier Buchstaben freut sich über jede Sensationsmeldung). Klar, auch schlechte Presse weckt Interesse. Aber das wird den NDR doch eher abschrecken. Off Topic, sorry.

  11. Ich glaub irgendwie das die schmollen, weil sie im Halbfinale rausgeflogen sind, dieses Jahr.
    Ich fand es unverdient und schade um einen der besten Vorentscheid beim Esc.

  12. Ich verstehe nicht, warum hier so sehr gemutmaßt wird, dass Ungarn nicht am ESC teilnimmt.
    Es steht doch nur fest, dass A Dal nicht mehr durchgeführt wird.🤔

  13. Ich verstehe die Grabesstimmung nicht. Niemand, der wirklich etwas damit zu tun hat, hat verkündet, dass Ungarn nicht am ESC teilnehmen wird. Abwarten ist da sicherlich die bessere Herangehensweise.

  14. Finde jetzt auch nicht, wo das ein eindeutiger Fingerzeig für eine (Nicht-)Teilnahme am ESC sein soll. Interne Auswahl wäre natürlich schon auch enttäuschend, aber solange man A Dal noch sehen kann, ist es ja nur halb so schlimm.

    Wenn sich allerdings rausstellen sollte, dass Ungarn sich zurückzieht – aber auch nur dann – wäre politischen Spekualtionen (vgl. Türkei) natürlich Tür und Tor geöffnet. Und schon wandert der Blick nach Polen …..

  15. Die Veranstalter von A DAL werden die Reißleine gezogen haben. Das Niveau der Beiträge wurde in den letzten Jahren immer schlechter. In diesem Jahr war diese Veranstaltung praktisch ein Totalausfall. Offensichtlich erwarten die Veranstalter, wenn dieses Format nix mehr mit dem ESC zu tun hat, wieder ein besseres Niveau.

    • Hast Du dafür auch eine Informationsquelle? Ungarn würde nicht das erste Mal auf eine Teilnahme am ESC verzichtet. Zuletzt war das 2010, nachdem das Land schon 2008 und 2009 nicht ins Finale kam. Zuvor hatte Ungarn von 2000 – 2004 und dann noch einmal 2006 gefehlt und 1999 mußte das Land aussetzen, weil es im Jahr davor schlecht abschnitt.

      • Ich kann leider mit meinem Handy keine Links kopieren oder bin vielleicht einfach zu blöd, die Funktion zu entdecken
        Das hier ist aus einer Antwort des Senders auf Nachrmfrage von ESCToday (Quelle Artikel von ESCToday):
        Instead of taking part in the Eurovision Song Contest in 2020, we will support the valuable productions created by the talents of Hungarian pop music directly.

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