American Song Contest: Christer Björkman macht NBC für Misserfolg verantwortlich – Zweite Staffel ist aber möglich

Im letzten Jahr hat uns der American Song Contest die Zeit zwischen den ESC-Vorentscheidungen und den Shows in Turin verkürzt. Der Wettbewerb, den am Ende AleXa aus Oklahoma gewonnen hatte, litt von Beginn an unter schwachen Einschaltquoten. Von bereits schwachen 2,9 Millionen Zuschauer/innen zum Start waren beim Finale noch 1,9 Millionen dabei.

Dabei hatte der austragende Sender NBC für den amerikanischen ESC-Ableger erfahrene schwedische TV-Macher ins Boot geholt, unter ihnen Christer Björkman, der das Melodifestivalen 20 Jahre lang extrem erfolgreich geführt hatte. Dieser machte nun in einem Gespräch im Podcast „Tv-fabriken“ den Sender für den Misserfolg der Show verantwortlich: „Ich kann mich sehr aufregen, wenn ich an all die Faktoren denke, die sie mit dem Programm nicht umsetzen konnten.“

Konkret kritisiert er die Kommunikationspolitik für die Sendung und die Wahl des Startdatums:

Ich kann nicht kontrollieren, wie der Kanal es schafft, die Botschaft zu verbreiten und wie er es schafft, Wissen über dieses Programm zu verbreiten. Da kann ich nicht viel machen. Das ist wirklich eine Frage, die sie beantworten müssen. Sind sie damit zufrieden, wie sie die Botschaft verbreitet haben? Nein, ich denke nicht. Sind sie mit den Zuschauerzahlen zufrieden? Nein, das glaube ich auch nicht. Sind sie froh, dass sie die Show um vier Wochen verlegt haben, damit sie am selben Startdatum wie „Idol“ landen? Nein, ich glaube auch nicht, dass sie damit zufrieden sind.“

Wie Aftonbladet schreibt, sind seit der Ausstrahlung der Show verschiedene Führungskräfte bei NBC ausgetauscht worden. Auch die vier schwedischen TV-Experten haben jetzt andere Ansprechpartner beim Sender. Denen haben sie einen Vorschlag für eine neue Staffel präsentiert. Nun geht es in die Verhandlungen. „Es ist wie immer: es geht ums Geld“, so Björkman. Er selbst schätzt die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Saison mit „50/50“ ein.

Wie eine zweite Staffel des American Song Contest aussehen könnte, blieb erwartungsgemäß unklar. Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden.


38 Kommentare

  1. Jaja, es sind einmal wieder die Anderen schuld! Vielleicht hat Björkman und seine Entourage auch Fehler gemacht und geben es nicht zu?

  2. Die Show ist gescheitert, weil die Songs alle gleich waren und es keinerlei Diversität gab, die entscheidend für den ESC ist. Und die USA sind halt einfach null divers.

  3. Ich kann mich ohnehin nur wundern, dass man in den USA ernsthaft schwedische Unterstützung braucht, um eine vernünftige Show auf die Reihe zu bringen in einem Land mit einer derart großen und wichtigen Unterhaltungsindustrie. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens der Relaunch vom OTI Festival besser läuft.

  4. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass der ASC lange Bestand haben wird. Weiss auch nicht, fand das Konzept jetzt auch nicht so interessant. Die Songs, die ich so mitbekommen habe, ähnelten sich irgendwie. Ist ja auch klar: Der ESC lebt ja auch von den verschiedenen Sprachen, unterschiedlichen Kulturen. Nun leben in den USA ja auch verschiedene Kulturen. Aber das kam mMn nicht wirklich zum Ausdruck.
    Schön hätte ich einen amerikanischen Contest gefunden, der den ganzen Doppelkontinent einschließt, aber dann bestünde natürlich die Gefahr, dass die USA, nicht als Sieger vom Platz geht.😉

    • Sehr guter Kommentar, Gaby! Stimme ich voll uns ganz zu. Die USA hätte sehr viel Diversität zu bieten, die leider null zum Ausdruck kam. Da haben selbst die zusätzlichen Regionen Puerto Rico und die anderen Inseln nichts gebracht.
      Chance vertan und ich denke, dass es zu keiner 2. Staffel mehr kommt. Das Finale mit knapp 2 Mio Zuschauern..? Das wäre ja sogar für den deutschen Vorentscheid ne schlechte Quote…

  5. Björkman leidet dank seines ESC-Status offensichtlich an Cäsarenwahn, wenn er glaubt, dass er NBC dazu bringen kann, die gescheiterte Sendung wiederzubeleben. Klang für mich etwas wie eine nur-Musik Version von America’s got talent. Allgemein wundert mich, dass Leute diese ganzen Casting-Shows (ASC fischt zumindest in ähnlichen Gewässern) immer noch gucken.

    • Natürlich gibt es keine Fortsetzung, eigentlich war das ganze Vorhaben schon DOA. Es hat null Begeisterung oder gar Interesse generiert, sogar unter deiner und meiner Zielgruppe, den Twentysomethings..

      • @Dina – Twentysomething? Sooo alt bist Du schon? Happy New Year!

      • LOL… die üblichen – mehr Sport, weniger Currywurst. Du? Weniger fried corn dogs auf dem State Fair?

      • Jaa, weniger fried corn dogs, dafür mehr double-fried Twinkies und nur noch 5 Funnel Cakes pro Besuch. 😂 Ich bin jetzt nicht so weit weg vom Meer, da muss ich mich zügeln.

    • Twinkies, ob double-fried oder not – ugh. Nicht mehr so weit weg vom Meer – haste MO den Rücken kehren können?

      • Ja, thanks heavens. Ich bin nach Greg und Erich bei einem weiteren Rep gelandet, einem Deiner Favorites. Any guesses?
        Bist Du noch in SH?

      • Hmmm, es gibt so viele Favorites… Cawthorn ist ja inzwischen weg vom Fenster und in Florida (Miami oder FTL fragt man sich)… Wieder TX mit Ted?

      • PS @Dina – immer noch in SH. Mir nicht sicher, ob das so ganz schlau ist; das emotionale Sortieren wird nicht einfacher, wenn man mittendrin ist.

      • Same (gerrymandering) corner..
        Closeted wie Cawthorn, not easy on the eyes though.. es ist unser Lieblings-Baptist, luscious Lindsey 😜

      • Ach ja, I feel ya. 🧡
        Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst sofern das möglich ist. Vielleicht würde auch ein Kurztrip am Atlantik Dich auf andere Gedanken bringen. Ab April habe ich freie Bude & Drinks for Twentysomethings 😘

      • Graham brrr… Küste soll in SC immerhin schön sein. Und Charleston ist schön, ein Hauch von New Orleans.
        Als nächster Stop dann MS oder AL?

      • Nee, Florida oder Frankfurt, da zum Verwechseln ähnlich LOL
        Die Küste ist auch wunderschön. Ich war am Wochenende da. War kaum jemand am Strand, die Sonne schien und das Meer roch so schön. Those fleeting moments…

      • @Dina – danke, das wäre tatsächlich mal toll, wir, Drinks und Atlantik(nähe)! Bis April sollte ich auf jeden Fall hier durch sein, es bremst einne ja bei allen möglichen Sachen aus.

  6. Ich habe es im letzten Jahr -nachdem einige Folgen vom „American Song Contest“ ausgestrahlt wurden- bereits geschrieben, dass man den ASC nicht wie eine weitere Musikshow „behandeln“ muss/soll, sondern eher wie ein Sportevent! Vor allem für die Qualifikationsrunden wäre dies wichtig:
    Wenn die US-Sender Sportevents, z.B. College Football, übertragen findet nämlich immer eine regionale Splittung statt. Da zeigt z.B. NBC New York ein „College Football“-Spiel aus New York, während NBC Los Angeles zur gleichen Zeit ein „College Football“-Spiel aus Los Angeles zeigt oder -falls es gerade in Los Angeles kein Sportevent gibt- währenddessen die Wiederholung der Folge von einer Serie.
    So eine Splittung braucht man auch beim „American Song Contest“ für die Qualifikationsrunden, dass man die Qualifikationsrunde für New York auch nur in New York ausstrahlt und die für Los Angeles auch nur in Los Angeles. Falls sich in Los Angeles wirklich jemand für die Qualifikationsrunde in New York interessieren sollte, so gibt es die Möglichkeit natürlich hier dafür einen Livestream zur Verfügung zu stellen. Dies würde dann den Vorentscheiden beim ESC auch am nähesten kommen! Man könnte die Qualifikationsrunden außerdem fürs erste auch etwas kleiner aber dafür regionaler, gestalten und anstatt, dass das nationale NBC für die Künstlerauswahl zuständig ist, sollten dies die regionalen NBC-Anstalten -wie eben z.B. NBC New York, sein. Dann findet die Künstlerauswahl für New York dann auch wirklich in einer Location in New York statt und nicht alles, so wie es im letzten Jahr der Fall war, in den Universal Studios in Hollywood. Die Qualifikationsrunden müssten dann auch nicht zwangsweise in der Primetime sein, sondern könnten dann z.B. auch Sonntag nachmittags stattfinden, aber nicht im Herbst, da hier immer die NFL-Saison ist und sich die meisten Menschen in den USA dann eher für ein NFL-Spiel interessieren anstatt für einen Musikwettbewerb wie den „American Song Contest“.

  7. Der ASC ist und bleibt eine Schnapsidee, bei den US-amerikanischen Sehgewohnheiten und einem Selbstverständnis einer vor Patriotismus strotzenden Nation, die immer noch glaubt, im Zentrum der Welt zu sein, das kann nichts werden.
    Ob das jetzt musikalisch abwechslungsreich war oder nicht, ist da schon fast zweitrangig.
    Am Ende hat Amerika gewonnen und man hat sich dauerbeklatscht.

    Das Schöne ist ja, daß der ESC dank des Einflusses der Schweden bzw. Skandinavier auch auf dem besten Weg zu einer undurchsichtigen Miniplayshow zu werden, bei der dann auch noch die „richtigen Lieder mit den richtigen Botschaften“ gewinnen werden.
    2023 wird es zeigen, ob der Witz von 2022 sich wiederholen wird.

  8. Tja Christer, die USA ist nicht Schweden. Diese bittere Pille muss du schlucken. Bevor du die US-Amerikaner kritisierst, fass du dich lieber selbst an die Nase. Meine amerikanischen Freunde fanden den ASC saumäßig schlecht. Eine evtl. weitere Ausgabe tun die sich nicht mehr an.

  9. Die Idee eines Song-Contest ist nach wie vor gut. Man muss sich überlegen, was man genau will: Einen Wettbewerb, dann braucht es aber auch Künstler, mit denen man mitfiebern kann, da ist es in Europa mit den Nationen leichter als in den USA mit den Staaten. Oder eine große Show, das geht dann auch mit Playback und möglichst vielen Songs, die ähnlich wie die aktuelle Popmusik klingen.
    Natürlich war auch die Umsetzung schlecht, besonders weil immer nur zwei +1 aus den Vorrunden weiter kamen, damit war es dann im Finale langweilig, weil nur der Mainstream es schaffte. Hier könnten – wie schon genannt – regionale Ausscheidungen weiter helfen, man braucht ja nicht alle Staaten, es reichen 10-15 Regionen und dann hätte man auch ein schönes Grand Final. Ich hoffe man versucht es nochmal, vielleicht rein amerikanisch und schmeißt Schweden aus der Planung raus.
    Ich fand des ASC teilweise recht unterhaltsam.

  10. Ich frage mich sowieso, warum die USA den Rat von Christer Björkmann braucht, um eine Show wie den ASC zu stemmen. Die USA hat die Show praktisch erfunden. Es stellt sich mir auch die Frage braucht die USA wirklich eine Show wie den ASC? Soviel ich weiß gab es die Ergebnisse nie live in der Show, sondern erst später. Damit wurde dem ASC schon viel von der Spannung genommen, die den ESC ausmacht. Musikalisch war es auch nicht gerade der Weisheit letzter Schluß. Warum man im 21. Jahrhundert es nicht schafft, die Endergebnisse live in der Sendung zu verkünden erschließt sich mir nicht .

    • Weil sie vier Zeitzonen unter einen Hut bringen müssen? Wir ignorieren hier ja immer fröhlich, dass der ESC in Aserbaidschan um Mitternacht beginnt. Aber so wäre es in New York, wenn die Show um 20 Uhr in L.A. beginnen würde. Auch nicht so cool.

  11. Ein Kumpel von mir hat von Anfang an hier öfters geschrieben, dass der US-Abklatsch „ASC“ nichts wird. Da waren die meisten derer die hier schreiben Feuer und Flamme und unaufhaltsam von Kritik und Vedenken, und jetzt verdrehen sie sich bis es wieder so passt wie es gerade gefällt. Kein Rückgrat.

    • Da sind deine Erwartungen aber anders als meine. Ich erinnere mich – zu Beginn zumindest – an eine sehr überschaubare Anzahl an Kommentatoren, von denen große Teile entweder neutral bis leicht positiv oder radikal dagegen waren. Diejenigen, die den ASC als neues Highlight der ESC-Welt sahen waren auch da schon damals in der klaren Minderheit.

      • „Erwartungen“ ist natürlich Quatsch – ich meinte „Erinnerungen“. Ist wohl noch zu früh gewesen vorhin. 🙂

      • „Wenn die LAUS einmal im Pelz sitzt, so ist sie schwer wieder herauszubringen“. 😉

  12. Kann den Gedanken von NBC ja durchaus verstehen, dass man gerne einen amerikanischen ESC hätte, aber dabei vergessen die Amis (und Björkman) dass der ESC ja auch mal klein angefangen hat und organisch gewachsen ist bis zu seiner heutigen Größe. Am Ende tragen auch die regionalen Auswahlverfahren zu einer stärken Identifikation der Zuschauer mit dem „eigenen“ Song bei (zumindest im positiven Fall). Und die mittlerweile erreicht Größe und Professionalität (bzgl. Hallen, Bühnen etc.) sowie die Tradition tragen natürlich Ihres dazu bei, dass der ESC DER Event der europäischen Populär-Musik ist.

    Der Wettbewerb bei NBC dagegen war einfach nur ein Musik-Wettbewerb auf Sparflamme, in dem 50+X Lieder per Jury bewertet wurden und einen Sieger ergeben sollten. Warum Leute in Georgia aber mit dem Song aus Georgia sympathisieren sollten, weiß wohl auch bei NBC keiner.

    Kurzum: Jedes Großevent braucht einen Gründungsmythos oder zumindest einen großen Bedarf, weil eine ganze Branche dahintersteht und es pusht. Wenn man das nicht hat, muss man halt klein Anfang und über lange Zeit entwickeln. Und bei den spektakulären Versprechungen von NBC war wohl klar, dass es darum nicht ging. Entsprechend kann der Misserfolg nicht wirklich überraschend kommen – außer man heißt Christer Björkman und will einen schwarzen Peter verteilen.

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