American-Song-Contest-Star Enisa sollte für Montenegro zum ESC 2023 nach Liverpool

Quelle: Instagram – @iamenisa

Doppelte Enttäuschung für alle Montenegro-Fans beim ESC: Das Land hatte eigentlich bereits den Act für Liverpool 2023 auserkoren – und scheiterte dann wohl an der Finanzierung des Projekts. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Balkanland nicht beim kommenden ESC starten wird. Einen Tag später verblüfft American-Song-Contest-Kandidatin Enisa auf Twitter die Fans und vermeldet, dass sie eigentlich das Land ihrer Vorfahren in Liverpool vertreten sollte.

Übereinstimmend mit dem Statement des montenegrinischen Fernsehens sagt auch sie, dass schlichtweg keine ausreichenden finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden konnten, um ihre Teilnahme zu bezahlen. Wie erwähnt hat Enisa bei der ersten Ausgabe des ASC mitgemacht und trat für den Staat New York an. Mit dem Lied „Green Light“ schaffte es Enisa bis ins zweite Halbfinale der Show, verpasste jedoch dann klar den Einzug ins große Finale.

Enisas Eltern sind ethnische Albaner aus dem montenegrinischem Tuzi. Vor ihrer ASC-Teilnahme hatte sie sich unter anderem mit ihrem Lied „Count My Blessings“ einen Namen gemacht. Aber auch andere Songs waren erfolgreich auf YouTube, Streaming-Plattformen oder etwa TikTok. Ihr Stil vereint Balkan-Pop mit amerikanischen RnB-Einflüssen.

Die 26-Jährige ist wohl prädestiniert dafür, Montenegro oder Albanien beim ESC zu vertreten. Am 2. September veröffentlichte die Künstlerin die Single „Zoom“. Vielleicht ja das für den Wettbewerb vorgesehene Lied? Naja, kann man sich eigentlich noch für FiK 2022 in Albanien bewerben?

Was haltet Ihr von Enisa? Wäre sie eine gute Wahl für Montenegro gewesen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!


19 Kommentare

  1. Doppelt bitter für Montenegro: Das wäre DIE Chance für das so traditionelle Land mal etwas Modernes zum ESC zu schicken und eine ganz andere Seite zu zeigen.

  2. Entschuldigt, falls dies jetzt ne blöde Frage sein sollte, aber schaut man nicht vorher, ob die Finanzen passen, bevor man sich den Act aussucht?

    • @Marina Nichts zu entschuldigen, aber ich vermute mal, dass es sich hier schon um eine längere Abmachung hält (mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate), als man noch nicht mit den Finanzplanung für nächste Jahr begonnen hatte.
      Es könnte aber auch sein, dass eine Teilnahme noch bis vor ein paar Wochen geplant war, die Kosten für das kleine Land dann aber so explodiert sind, dass man die Reißleine ziehen musste (ähnlich wie bei Nordmazedonien).

      • Hi Jofan, danke für deine Erklärung. Du hast natürlich Recht, soweit habe ich da gestern Abend gar nicht gedacht, dass es so, wie du es geschrieben hast, abgelaufen sein könnte.
        Das ist natürlich sehr schade für alle Beteiligten.
        Da kann man nur allen Ländern, die aufgrund finanzieller Engpässe aussetzen müssen, die Daumen drücken, dass sie eine Lösung für die kommenden Jahre finden. ❤

  3. Ob die Zuschauerzahlen im Land wirklich signifikant steigen, wenn man einen im eigenen Land total unbekannten Act intern zum ESC schickt? 🤔 Anders lohnt es sich doch für den kleinen Sender nicht, wenn die Einschaltquoten und daraus resultierenden Werbeeinnahmen des Senders nicht hoch sind, oder?

  4. „It’s been a busy day of #Eurovision and #JuniorEurovision news.“ – so hat es Eurovoix heute Abend getwittert. Und das waren nicht nur die Absagen, sondern auch Neuigkeiten zu den VE’s in Belgien (es soll sieben Teilnehmer:innen mit je zwei Songs geben) und San Marino (402 Bewerbungen) sowie ein Revamp des ukrainischen JESC-Beitrags: https://eurovoix.com/2022/10/14/ukraine-revamp-junior-eurovision/

    Als ich letzteres gelesen habe, dachte ich wieder an den unterlegenen Song zurück (https://youtu.be/BdBZd3eGXe4). Ob dieser auch ein Revamp bekommen hätte (oder vielleicht noch bekommt, auch ohne gewonnen zu haben)? Oder ob man den Sieger doch noch nicht gut genug fand? Ein Revamp kann vieles bedeuten, aber in der Ukraine gab es das die letzten Jahre nicht. Gut, es sind auch andere Umstände als die letzten Jahre. Aber ich hoffe natürlich auch, dass der Song dadurch nicht schlechter wird. Und vielleicht auch die „Sofia & DJ Polinka“-Fraktion überzeugt…

    „It’s been a busy day“ – für ESC-kompakt gilt das freilich auch.

  5. Das ist natürlich sehr traurig für die schon ausgewählte Künstlerin.😢
    Ich verstehe auch nicht warum die EBU bei solchen finanzschwachen Ländern nicht finanziell ein wenig aushilft. Es mag vielleicht schon eine kleine Summe reichen, damit z.B. Künstler wie Enisa zumindest die Teilnahmegebühr aufbringen können. Wenn das so weiter geht, bleiben irgendwann nur noch die Big5, Österreich, Schweiz und die skandinavischen Länder (die ich musikalisch sehr schätze) übrig. Aber wie heißt das alte Sprichwort: „Geld regiert die Welt!“ Und wer keines hat verschwindet sang und klanglos in den Nebeln von Norwegen.

    • Irland, Belgien, Niederlande wären wohl auch noch dabei. Aber es wäre in der Tat sehr schade, der ESC lebt ja auch von der kulturellen Vielfalt.

  6. Der ESC 2023 wird ohnehin ein etwas anderer sein als die Jahre zuvor. Weltpolitische Ereignisse wie der russische Angriffskrieg lassen den mittlerweile zur „Selbstlüge“ gewordenen Grundsatz, dass der ESC angeblich UNPOLITISCH sei, nicht mehr aufrecht erhalten.

    Wenn jetzt schon mit den drei abgesagten Länder wie Mazedonien u.s.w. auch der EBU deutlich geworden sein müsste, dass das Gewinnstreben der EBU dabei ist die Musik und Völkerverständigung zu überrollen, dann ist das jetzt eine sehr gute Gelegenheit für die EBU – und allen voran Martin Österdahl – manche Klauseln in der Satzung der EBU der heutigen Zeit anzupassen. Und zwar so, dass ein moderner technischer Zeitgeist, ein Demokratieverständnis und die finanzielle Förderung einer musikalischen Vielfalt Hand in Hand gehen. Das funktioniert nach meinem Verständnis nämlich sehr gut. Ich hoffe inständig, dass es dabei NICHT am Willen der EBU scheitert.

    Schade für die Künstlerin aus Mazedonien. Hier wurde einem musikalischen Talent, weil das Gewinnstreben der EBU überhand genommen hat, die Chance ihres künstlerischen Lebens genommen. 🙁

  7. Wenn…dann…hätte…eigentlich…aber…
    Die ganze Story wirkt wie an den Haaren herbeigezogen. Da will eine Person ordentlich PR für sich machen. Aufgebauschtes Bla-Bla!

  8. Jetzt habe ich der coolen Autos und des Privatjets wegen mal die Videos angeklickt. Für die Latino-Vibes sollte sie mal einen passablen Hüftschwung einüben, passt sonst irgendwie nicht.

  9. Dann stimmte es also doch. Meine Kollegin ist gebürtig aus Montenegro und hat mir vor ein paar Wochen erzählt, dass wohl eine Sängerin für das Land zum ESC fahren soll, die schon beim amerikanischen „ESC“ dabei war. Ich hab das für Gerüchte und Gerede gehalten und nicht weiter beachtet, aber was soll ich sagen: Die Familie meiner Kollegin lebt in Tuzi. Klar, dass sich das dann schnell in dem Dorf herumerzählt hat, aus dem Enisas Familie stammt.
    Sehr schade für Enisa und auch für Montenegro.

  10. Also momentmal irgendeine Künstlerin vom ASC hätte für Montenegro starten sollen. Und die hätte dann teuer von den USA nach Montenegro fliegen müssen, die Reisekosten hätte bestimmt der Sender übernehmen müssen. Warum hat man dann nicht einen Künstler aus Montenegro angefragt? Warum musste es eine aus den USA sein, die bis auf die Vorfahren nix mit dem Land zu tun hatte? Manchmal verstehe ich die Sender und ihr Gebahren absolut nicht.

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