ARD-Programmdirektorin: Wenn Deutschland nicht den ESC gewinnt, wird Kooperation mit Raab beendet

Inga Leschek, Stefan Raab, Christine Strobl – Foto: Raab ENTERTAINMENT/ Willi Weber

Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl (Aufmacherbild rechts) hat in einem Interview mit der Hörzu bestätigt, dass man beim Eurovision Song Contest 2025 auf Sieg setzt. Nur dieser würde eine Partnerschaft rechtfertigen, wie wir sie in diesem Jahr zwischen der ARD, RTL und Raab Entertainment erleben. Sollte der bzw. die Siegerin der deutschen Vorentscheidung Chefsache ESC 2025 – Wer singt für Deutschland? nicht den ESC gewinnen, werde die Kooperation auf Eis gelegt, so die öffentlich-rechtliche Programmfrau. Damit könnte es bereits 2026 wieder ein komplett neues ESC-Vorentscheidungsformat in Deutschland geben.

Für die ARD gilt bei der Kooperation mit RTL und Stefan Raab: Alles oder nichts. Nur wenn Deutschland am 17. Mai in Basel siegreich vom Platz geht, hat die Zusammenarbeit der drei Partner die Chance auf eine Fortsetzung im Jahr 2026. Ansonsten bleibt die neue Vorentscheidung Chefsache ESC 2025 – Wer singt für Deutschland? eine Eintagsfliege.

Wie DWDL.de, die wir an dieser Stelle zitieren, mit Berufung auf die Fernsehzeitschrift Hörzu meldet, hat die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl diesbezüglich eine klare Ansage gemacht. Sie antwortete auf die Frage, ob das deutsche Vorentscheid-Konzept für den Eurovision Song Contest, also die Kooperation von der ARD mit RTL und Stefan Raab, wieder auf Eis gelegt wird, wenn Deutschland nicht gewinnt:

„Absolut. Unser Ziel ist und bleibt der Sieg. Wir denken nicht darüber nach, was passiert, wenn es nicht klappt. Ich bin zuversichtlich, dass die Partnerschaft funktioniert. Nichts weniger als der Sieg rechtfertigt eine solche Zusammenarbeit.“

Dieser Optimismus im Hinblick auf die deutsche Vorentscheidung und das Abschneiden beim ESC wurde auch bereits bei der Pressekonferenz am 31. Oktober in Berlin verbreitet. Alle Partner – ARD, RTL und Raab – erwarteten einen Erfolg und setzen auf nicht weniger als den Sieg in Basel.

Zum aktuellen Zeitpunkt wissen wir recht wenig über den Stand der Entwicklungen bei Chefsache ESC 2025 – Wer singt für Deutschland? Fest steht aktuell nur, dass die Verantwortlichen aus den 3.281 bei Raab Entertainment eingegangenen Bewerbungen mittlerweile eine Longlist erstellt haben. Alle anderen Interessenten müssten in dieser Woche eine Absage erhalten haben. Es ist davon auszugehen, dass nun interne Vorort-Castings stattfinden, bevor dann die 24 Teilnehmer*innen der Vorentscheidung bekanntgegeben werden.

Die ersten beiden Vorrunden von Chefsache ESC 2025 laufen am 14. und 15. Februar auf RTL. Am 22. Februar gibt es dann ebenfalls auf RTL ein Halbfinale mit ca. 14 Acts. Das Finale wird am 1. März live in der ARD übertragen. An diesem Tag steht dann auch fest, wer Deutschland beim ESC in Basel vertreten wird. Wir gehen davon aus, dass dann auch der Song klar ist.

Wie bewertest Du das Statement der ARD-Programmdirektorin? Glaubst Du an einen deutschen Erfolg in Basel und eine Fortsetzung von Chefsache ESC in nächsten Jahr? Lass es uns in den Kommentaren wissen. 



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Jofan
Jofan
1 Jahr zuvor

Dieses Ziel grundsätzlich (intern!) auszurufen, ist ja gar nicht falsch und auch gut, um Motivation zu haben. Deshalb muss man der Aussage gar nicht zwangsläufig Arroganz vorwerfen, auch wenn es natürlich schon ziemlich überheblich ist.
Viel schlimmer finde ich dagegen, dass a) suggeriert wird, nur der Platz 1 wäre ein Gewinn und alles ab Platz 2 seien Verlierer und b) dadurch ein enormer – und vor allem unnötiger – Druck auf den teilnehmenden Act für Deutschland ausgeübt wird. Der Shitstorm ist also schon vorprogrammiert und bei der nun bereits zur Tage gebrachten Großkotzigkeit wäre es nur folgerichtig, sich dann auch als Frau Strobl schützend vor den/die Künstler*in zu stellen, anstatt dann wieder die arme Frau Wolfslast zu schicken, die den Hunden zum Fraß vorgeworfen wird.

Last edited 1 Jahr zuvor by Jofan
DestinyHope
DestinyHope
1 Jahr zuvor

Glaube der ARD Verantwortlichen 100%, dass sie Raab zutraut einen siegfähigen Song rauszufischen. Bin mir ebenso sicher, dass Raab auch an sich selbst den Anspruch hat einen Sieger-Song „erhören und antizipieren“ zu können. Würd mich auch nicht wundern, wenn er schon konkrete Leute im Auge hat. Zweifeln aber darf man, dass ein Siegsong kommen wird. Unmöglich ist es aber nicht. Kann man schaffen. So gigantisch ist die Konkurrenz beim ESC doch gar nicht. Der deutsche VE Siegersong muss halt zu den max 5 Songs gehören, die Siegaussicht haben werden. Schafft das Italien nicht jedes Jahr? Die kochen auch nur mit Wasser. Die deutschen VE Voter sind leider für die passende erfolgversprechendste Songauswahl vielleicht die grösste „Gefahr“.

ECD534
ECD534
1 Jahr zuvor
Reply to  DestinyHope

Der Unterschied zwischen Italiens und Deutschlands Vorentscheid: Italiens Vorentscheid ist älter als der ESC (war sogar Vorbild für den ESC) und deren Songauswahl wird von Experten getroffen. Das ist das starke an Sanremo.

Die Auswahl von Deutschland wurde bisher immer von Leute aus dem Radiobereich getroffen, deswegen läuft das so schrecklich für Deutschland in den letzten Jahren.

Rinemi
Rinemi
1 Jahr zuvor

Schön und gut, Raab hat schon für den ein oder anderen Sieger beim ESC gesorgt, aber siehe zb letztes Jahr wo der Favorit schlecht hin nicht genommen wurde weil er nicht mainstream genug war. Man sollte sich einfach mal richtig damit beschäftigen was die Leute wollen oder sich raus halten.
Wenn ein Song nicht Radiofähig ist kann das ja nichts werden wir bspw Hard Rock Halleluja von Lordi, dann sollte man wirklich lieber das spielen was sich so anhört wie alles andere statt Elektrik Callboy. Ich habe schon vor Jahren gedacht, das die Verantwortlichen gar nicht mehr gewinnen wollen und lieber einfach musikproduzenten wären die den mainstream bedienen wollen statt einmal im jahr zu zeigen das wir auch anders können.
Ob das jetzt ein Erfolg wird, viele mögen dran glauben, aber ich denke wir bekommen mit Raab wahrscheinlich besser weg, aber den Sieg glaube ich nicht.

Manuel
Manuel
1 Jahr zuvor

Wie wäre es wenn Deutschland aufhört den ESC zu finanzieren, dann müsste sich Deutschland genau wie die anderen Länder qualifieren

BlueQuest
BlueQuest
1 Jahr zuvor
Reply to  Manuel

Wie soll dass denn gehen? Erstens ist Deutschland 🇩🇪 fest im finale, weil wir Zuschauer lastig sind und dem ESC ein Land im Finale fehlen würde, welches ein größeren Anteil an den Zuschauerzahlen hat. Deshalb gibt es halt die sogenannten „Big5“ da diese Länder den Großteil des Publikums ausmacht.

Zweitens ist unser Beitrag ein solidarischer Anteil am Wettbewerb. Ohne den Beitrag könnte der Wettbewerb so nicht stattfinden oder die kleineren Länder/TV-Sender sich eine Teilnahme nicht leisten . Wir müssen uns immer bewusst sein, dass wir ein Land mit über 80 Millionen Einwohnern sind und mehr leisten können als 🇪🇪 Estland mit ca. 1,3 Millionen Menschen.

Aber ich stimme zu. An dem System muss gearbeitet werden. Wie zum Beispiel eine gerechtere Punkteverteilung. Denn die Endtabelle spiegelt meist nicht wieder wie Europa insgesamt gewählt hat. Eher nur die Top 10 jedes Landes aber der Rest fällt weg und wird nicht beachtet.
Aufschlussreicher und gerechter würde ich ein System finden, in dem zu sehen ist, wo welcher Song am Ende gelandet ist. Also zum Beispiel auch der 26. ein Punkt bekommt und der 1. dann 26.Punkte und am Ende besser zu sehen ist. Welcher Song wirklich nicht gemocht wurde .

ESC1994
ESC1994
1 Jahr zuvor
Reply to  BlueQuest

Wo ein Song am Ende landet kann man jetzt schon gucken, einfach auf die Seite des ESC klicken und bei den Ergebnissen schauen auf welchem Land Song X in Land Y gelandet ist. Finde es auch nicht ungerecht dass man erst eine gewissen Hürde überspringen muss um Punkte zu bekommen.

ECD534
ECD534
1 Jahr zuvor
Reply to  BlueQuest

Also eine maximale Punktzahl von 1.900 Punkten muss jetzt nicht unbedingt sein, zumal einige Länder dann statt ner 26 nur ne 25 vergeben könnten.

Susanne
Susanne
1 Jahr zuvor

Das ist einfach nur bekloppt so ein Statement zu geben!! Wo bleibt da die“ olympische Idee von “ Dabei sein ist alles“, der Spaß, die Leichtigkeit, die Freude bei der Janze?? Das ist nur Druck!! Einen zweiten, dritten … Platz zu bejubeln wäre auch toll ….und mit Blick auf die Vergangenheit ein Erfolg!!

Leben am Limit
Leben am Limit
1 Jahr zuvor

Raab ist Geschichte. Die Kooperation hätte so nie stattfinden dürfen, ist aber ein Versuch Wert. So wie es in den letzten Jahren aussieht bleibt Deutschland im unteren Mittelfeld. ESC ist zu Politisch geworden. In meinen Augen ist auch diese Art Unterhaltung vollkommen überholt.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
1 Jahr zuvor
Reply to  Leben am Limit

Solange die Quote gut ist, kann man wohl kaum von überholt sprechen. Und wo kommen eigentlich Du und die anderen User her, die hier ab und zu auftauchen, um coram publico zu verkünden, wie grässlich sie den ESC finden. Wohnen die alle in der selben Botfarm zwischen Sankt Petersburg und Moskau?

Malge1985
Malge1985
1 Jahr zuvor

Es gibt übrigens in der Schweiz auch ein Moskau als Stadtteil. 🤓

https://de.wikipedia.org/wiki/Moskau_SH

Diese schweizer Stadt hatte als deutschen Namen St. Petersburg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bourg-Saint-Pierre

Last edited 1 Jahr zuvor by Malge1985
ECD534
ECD534
1 Jahr zuvor
Reply to  Leben am Limit

Wenn du den ESC als überholt ansiehst, warum kommentierst du hier?

Jacqob'99 🎗 Senza Pietà 💪
Jacqob'99 🎗 Senza Pietà 💪
1 Jahr zuvor

Muss ich mich jetzt wirklich dafür interessieren, was Christine Strobl von sich gibt? (By the way: noch nie von ihr gehört – hätte auf eine österreichische Skirennläuferin getippt.) Fiel mir jedenfalls schon bei Frau Wolfsschlucht immer schwer … 🙉

Selke
Selke
1 Jahr zuvor

Wenn da genau solche Songs wie die letzten Jahre dabei sind dann wird das eher der letzte Platz

Pènèlopè-Sabine
Pènèlopè-Sabine
1 Jahr zuvor

😂😂😂😂😂😂😂

Rheez
Rheez
1 Jahr zuvor

Die Ambition, unbedingt gewinnen zu wollen, überrascht mich von Seiten deutscher ESC-Verantwortlicher, weckt aber vorsichtig Erwartungen und ist denke ich nicht verkehrt.

Mit dem Ziel kann es eventuell durch Raabs Konzept wirklich wieder ein guter Top 10 Platz werden bis hin zum 1. Platz – ausschließen würde ich das zumindest nicht.

Die Gesamtaussage, dass der 1. Platz aber quasi der einzig akzeptable Ausgang wäre, finde ich wiederum enorm irritierend.
Wenn es also „nur“ ein ach so schlimmer zweiter Platz oder neunter werden sollte, muss man sich also gleich wieder von diesem Konzept verabschieden und zurück zum erfolgreichen Bottom 1-3 Konzept?

Oder habe ich irgendwas ganz anderes verpasst, dass es andere (viel)versprechende Konzepte gibt?

Last edited 1 Jahr zuvor by Rheez
Pasquale
Pasquale
1 Jahr zuvor

Wenn wir im Mittelfeld landen wäre es schon ein Erfolg. Sieg ist immer gut, aber die ARD hat in den vergangenen Jahren jetzt auch kein Erfolgskurs. Immerhin ist Raab erfolgreicher bei allen Teilnahmen als die ARD in all den anderen letzten 30 Jahren

Luis
Luis
1 Jahr zuvor

dan Tschüß 👋

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
1 Jahr zuvor

Also in der Printausgabe der Hörzu steht der oben zitierte Satz nicht, falls ich ihn nicht überlesen habe. Dort liest sich die Stelle sinngemäß eher so: Man sei diese Kooperation eingegangen, um auf Sieg zu spielen, denn hinten landen hätte man auch alleine gekonnt. Über mögliche weitere Zusammenarbeit ist nichts abgedruckt. Aber wahrscheinlich ist das komplette Interview dort auch nur in Auszügen wiedergegeben.

Na ja, warten wir erst einmal den Vorentscheid ab und sehen dann weiter.

Thorsten Völkers
Thorsten Völkers
1 Jahr zuvor

Was ist das für ein Quatsch? Der NDR sollte es jedes Jahr mit Raab machen. Ein Sieg beim ESC ist immer schwierig, weil die Konkurrenz immer groß ist. Raab hat immer Topp 10 Platzierungen errungen, welche die Verantwortlichen beim NDR alleine fast nie geschafft haben. Ziemlich arrogant, NDR!

Mareike Kaa
Mareike Kaa
1 Jahr zuvor

Naja, ich glaube eher, dass Raab das nur dieses eine Jahr machen will. Und dass RTL wohl nicht bei einer Fortsetzung mitspielen würde, wenn die Quoten mau sind. Kann mir nicht vorstellen, dass die sich (jetzt schon) für ein mehrjähriges ESC-Projekt verpflichtet haben.

Lola
Lola
1 Jahr zuvor

Ich habe mich länger nicht hier blicken lassen… bin bei nix auf dem aktuellen Stand. Aber diese Nachricht holt mich hervor, also sorry, what…. Größenwahnsinn. Lack gesoffen? Bin sprachlos über so viel Arroganz 🤡

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[…] Kooperation zwischen ARD, RTL und Stefan Raab ist eine strategische Allianz, die unterschiedlichen Motiven […]