
Während sich Nationen wie Italien, die Ukraine oder Schweden beim ESC so gut wie nie einen Misserfolg erlauben, gibt es auch die Länder, die es beinahe jedes Jahr schwer haben, einen guten Platz zu erreichen. Zumindest in den vergangenen drei Ausgaben gehörte zu diesen Kandidaten auch Aserbaidschan. Der einstige Erfolgsgarant schwächelt – doch es scheint vielversprechende Talente im Land zu geben, die das Ruder 2025 herumreißen wollen.
Aysel
Bereits bei der zweiten Teilnahme am ESC schaffte es das Land im Kaukasus mit Aysel & Arash direkt aufs Treppchen. Der Beitrag „Always“ gehört noch heute zu den pro Monat am meisten geklickten Performances auf dem offiziellen Eurovision-YouTube-Kanal. Diese aserbaidschanischen Erfolge gehören allerdings der Vergangenheit an, was unter anderem auch Fahree dieses Jahr in Malmö erleben musste. Er schied gemeinsam mit Ilkin Dovlatov im Halbfinale aus. Dennoch will er es 2025 wieder beim ESC versuchen – zumindest als Songwriter.
Zurück zu Aysel: Sie befindet sich, laut mehreren Berichten, unter den Bewerber:innen für den ESC in Basel. Damit würde sie es 16 Jahre nach ihrer ersten Teilnahme noch einmal wagen, am Wettbewerb teilzunehmen. Die Sängerin selbst hat diese Gerüchte zwar noch nicht bestätigt, doch selbst der größte ESC-Blog in Aserbaidschan 12xal hat nun berichtet, dass es Aysel laut vertraulichen Quellen wieder probiert.
Dabei scheint man sich auch auf die Aussagen von Nurlana Jafarova zu beziehen. Sie ist ab 2025 neue Delegationsleiterin in Aserbaidschan und bestätigte in einer TV-Show bereits, dass sich unter den 154 eingereichten Songs auch Nummern von sehr „bekannten Gesichtern der nationalen Musikszene“ befinden würden. Wie genau der aserbaidschanische Beitrag für Basel gewählt wird, ist allerdings noch immer nicht klar. Aktuell werden die Einsendungen bereits von einer Jury bewertet.
Alizade
Auf die Bezeichnung „bekannte Gesichter“ würde auch Rapperin Alizade passen. Sie zählt zu den aktuell gefragtesten Musikerinnen des Landes und feiert sogar internationale Erfolge. So kommt es auch, dass ihre Songs auf Spotify bis zu 111 Millionen Streams (Stand: Oktober 2024) haben! Mit ESC-2011-Siegerin Nigar Jamal (aka Nikki) hat Alizade sogar eine bekannte Supporterin, wenn es um eine potenzielle Teilnahme in Basel geht. Die Rapperin selbst äußerte sich zum ESC wie folgt:
„Wenn Twerken [auf der Bühne] erlaubt ist, werde ich Aserbaidschan gerne vertreten.“
Die Erfolgsgeschichte von Alizade ist jedenfalls spannend: Die 23-Jährige soll in Russland geboren worden sein, jedoch spricht sie selbst ungern über ihre Vergangenheit. Ihre Eltern sind zwar aserbaidschanischer Herkunft, doch die Musikerin spricht auch Russisch und Türkisch. Letzteres liegt daran, dass sie mittlerweile in Istanbul lebt und von hier aus auch ihre Musikkarriere verfolgt, die natürlich bis nach Aserbaidschan reicht.
Ihr Erfolg in der neuen Wahlheimat könnte auch damit zu tun haben, dass sie in ihren Songs meistens auf Türkisch singt/rappt (siehe oben) und mit mehreren türkischen Künstlern zusammenarbeitet. Zu Alizades größten Erfolgen gehören die Songs mit Bege, einem Rapper und YouTuber aus der Türkei. Aber auch mit Rap-Größen aus Russland veröffentlichte sie bereits Musik. Ihr Mix aus Rap, zartem Gesang und Trap-Elementen würde definitiv etwas Neues beim ESC darstellen.
Wie könnte es Aserbaidschan nächstes Jahr wieder ins ESC-Finale schaffen? Könntest Du Dir einen türkisch-russisch-aserbaidschanischen Rapsong in Basel beim ESC vorstellen? Lass es uns in den Kommentaren wissen.
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Slizade wäre mal was Neues und einen Vrsuch wert. Aysel wäre aber auch beim ESC willkommen.
Hier ein Video mit Vorschlägen, wer für Aserbaidschan beim ESC nächstes Jahr antreten könnte:
https://youtu.be/qwd3_WZHBg4?si=fImgEKC4L4bHA7FX
Ich hätte nichts gegen Rap auf der ESC Bühne zu hören. Ich höre Rap sehr gerne und wenn es ein türkisch-russisch-aserbaidschanischer Rapsong ist. Why Not 🤷. Allerdings würde ich mich freuen wenn es wieder eine Produktion Made in Azerbaijan ist. Auch wenn das Konzept bei den letzten beiden Ausgaben nicht geklappt hat.
Stylingpolizei!!!
Wenn Aserbaidschan meint, dass sie eine Rapperin, die dann doch ein Twerkbreak auf der Bühne machen will, schicken zu wollen, dann sollen sie das tun. Es gibt bestimmt eine Zielgruppe dafür, zu der ich definitiv nicht gehöre. Rap höre ich sogut wie selten, nur wenige Ausnahmen und nur ein paar Songs wie Eminem, Macklemore, Apache, Fantas. Ansonsten höre ich eher mehr Sprechgesang (Ulkrap). Früher gab es auch mal Non-Raps Version, dass waren noch Zeiten.
Klingt für meinen Geschmack schon mal spannender als die Beiträge der letzten 2 Jahre, die ich mir grob gesagt erst schön hören musste, weil ich höchstens einzelne Elemente davon mochte. 😬
OT: Niederlande sind in 2025 in Basel dabei.
Dieses Mal kam die Nachricht vorzeitig über die Zeitung Het Parool nach draußen.
Und falls Joost Klein ein 2. Chance bekommt: der wird ein maßgeschneidertes Vertrag von Avrotros bekommen, damit er sich vorbildlich und professionell verhaltet. Aber alles der Reihe nach …
(Wenn es einen besseren Song gibt, wird der Sänger / die Sängerin NL vertreten)
Joost Klein muss nicht unbedingt am Wettbewerb selbst teilnehmen. Er könnte z.B. auch als Interval-Act beim kommenden ESC dabei sein.
Übersetzung teilweise mittels KI. Heute Arbeitstag, habe nicht so viel Zeit es selbst zu machen. Quelle: Het Parool 21.10.24
Die Niederlande werden 2025 erneut am Eurovision Song Contest teilnehmen. Quellen berichten Het Parool, dass die Unstimmigkeiten zwischen der niederländischen Delegation und dem Veranstalter EBU bis auf einige letzte Details beigelegt seien. Joost Klein scheint der Favorit für eine zweite Chance zu sein.
Die Beratungen, die Vertreter des Senders Avrotros und des Dachverbandes NPO mit der European Broadcasting Union (EBU) in den vergangenen Monaten führten, zeigten Ergebnisse. Es müssen noch einige Fältchen ausgebügelt werden, aber es scheint eine ausreichende Grundlage für die niederländische Delegation zu geben, nächstes Jahr einen Künstler dorthin zu schicken, wenn der Eurovision Song Contest in Basel, Schweiz, stattfindet. Quellen hinter den Kulissen des Festivals bestätigen dies gegenüber Het Parool.
Die Teilnahme der Niederlande war nach der desaströsen Ausgabe mit Joost Klein und seinem Europapa ernsthaft gefährdet. Klein wurde schließlich disqualifiziert, nachdem er hinter den Kulissen ein Fehlverhalten begangen hatte, bei dem er angeblich einen Mitarbeiter der Organisation bedroht hatte.
Obwohl Klein bereits einige Tage vor dem berüchtigten Vorfall nach dem Halbfinale von der Organisation zu einer Verhaltensverbesserung aufgefordert worden war, empfand das niederländische Team die Disqualifikation von Anfang an als unverhältnismäßig. Nach Angaben des Senders Avrotros war der Vorfall, bei dem eine schwedische Kamerafrau nach einer „drohenden Bewegung“ Kleins ihre Kamera fallen ließ und von der Drohung berichtete, praktisch unbedeutend.
Als die Strafverfolgung von Klein in Schweden eingestellt wurde, fühlte sich der Sender Avrotros in dieser Ansicht bestärkt. Auch der Sender stellte wie andere Länder Forderungen nach einer Reform des Festivals.
Aufgrund der strengen Regeln und der unnachgiebigen Haltung der EBU hätte in der sogenannten „Blase“ der Delegationen eine unsichere Atmosphäre geherrscht, da die Teilnehmer nur vor den Kameras der Organisation und den Mitarbeitern der verschiedenen anderen Delegationen fliehen konnten in ihrer engen Umkleidekabine. Vor allem Vertreter des israelischen Senders KAN sollen sich einschüchternd verhalten haben.
Klein, unterstützt von der niederländischen Delegation, wandte sich vor allem gegen die große Menge an Social-Media-Inhalten, die die EBU erzwinge. Diese Verbissenheit ist letztendlich bei der Disqualifikation gegen ihn eingesetzt worden, argumentierte das niederländische Team. Und so hätte ein relativ kleiner Vorfall zum Ausschluss geführt. Fast ein Jahr Arbeit und viele Feierlichkeiten rund um das Festival in den Niederlanden waren auf einen Schlag vorbei. Die niederländische Delegation verließ Malmö voller Wut.
Um sicherzustellen, dass ein solches Szenario nicht noch einmal passieren kann, forderten die Niederländer eine offizielle Entschuldigung und Änderungen. Es sieht so aus, als würde die Entschuldigung bei diesem Pitch nicht an die Öffentlichkeit kommen; Die EBU bleibt bei ihrer Lesart, dass die nach internen Regeln gemessene Disqualifikation gerechtfertigt war. Doch es gibt Versprechungen zur Sicherheit der Teilnehmer. Die EBU wird zusätzliche Maßnahmen ergreifen, unter anderem im Bereich der Privatsphäre im Delegationsbereich hinter der Bühne.
Mit dem Briten Martin Green wurde zudem ein neuer Festivalleiter ernannt. Er wird als Puffer zwischen den Delegationsleitern und dem wenig geliebten Chef des Eurovision-Zirkus, dem Schweden Martin Österdahl, fungieren. Mit diesem Paket können die Avrotros und die NPO so leben, wie es jetzt aussieht.
Mit dem neuen Teilnehmer muss sich Avrotros beeilen. Der Vorbereitungsprozess eines Künstlers dauert mindestens sechs Monate. Eine endgültige Version des Liedes muss spätestens am 1. März 2025 im Besitz der Organisation sein. Deshalb ist ein neues Auswahlverfahren mit offenen Einreichungs- und Auswahlrunden keine Selbstverständlichkeit. Voraussichtlich werden potenzielle Teilnehmer direkt angesprochen. Auch ein früherer Bericht von RTL, dass der Sender Avrotros bereits mit dem in diesem Jahr disqualifizierten Joost Klein gesprochen habe, wurde gegenüber Het Parool von Quellen bestätigt.
Klein hätte sogar eine erhebliche Chance, tatsächlich ausgewählt zu werden. Einerseits, weil das niederländische Team der Meinung ist, dass ihm die Möglichkeit gegeben werden sollte, seinen Job zu Ende zu bringen, und andererseits, weil andere Künstler wie Davina Michelle zögern, im nächsten Jahr mitzumachen. Auch der Sender Avrotros würde Kleins zweite Teilnahme als Bestätigung dafür sehen, dass Klein im Mai zu Unrecht nach Hause geschickt wurde. Die EBU kann Klein nicht aufgrund ihrer eigenen Vorschriften ablehnen.
Dennoch hat der niederländische Sender Avrotros weiterhin Bedenken wegen Kleins unberechenbarem Verhalten. Wenn der Sänger wirklich noch einmal in den Eurovision-Zirkus will, muss er versprechen, dieses Mal wie ein Model-Profi aufzutreten.
Das erste Halbfinale der Ausgabe in Basel findet am Dienstag, 13. Mai, statt.
Über den Autor: Stefan Raatgever ist Medien- und Musikjournalist der Zeitung Het Parool. Er schreibt über Fernsehen, Radio und Streaming, aber auch über Popkonzerte, Musiktrends und neue Alben. Er ist auch einer der Rezensenten der Han-Lips-Rubrik für Fernsehsendungen.
„Der Vorbereitungsprozess eines Künstlers dauert mindestens sechs Monate. Eine endgültige Version des Liedes muss spätestens am 1. März 2025 im Besitz der Organisation sein.“
Das sollte man mal dem NDR verraten…
Dafür reichen meine Mathekenntnisse, um zu erkennen, dass es bis März 2025 für den deutschen Beitrag jetzt knapp wird.
„Wie könnte es Aserbaidschan nächstes Jahr wieder ins ESC-Finale schaffen? Könntest Du Dir einen türkisch-russisch-aserbaidschanischen Rapsong in Basel beim ESC vorstellen?“
Nachdem Olly Alexander sein Gay-Groupsex-Feuerwerk der schlimmsten Art auf der ESC Bühne abgefeuert hat, da würde mich das „Twerken“ von Alizade auch nicht mehr schocken. Ob ich das dann mag, das steht auf einem anderen Blatt.Ich bin allerdings immer noch der Meinung, dass es sich beim ESC um eine Familienshow handelt und man auf solche Sachen dann eher verzichten sollte.
Zustimmung !
‚Hallo, darf ich mich vorstellen?
Ich bin die Always-Aysel!‘
☺️
Sie darf es gerne wieder probieren.
Gerne auch die ‚X my Heart‘-Aisel.
Alizade ist eher TikTok-tauglich, langweilt mich. Dagegen gefällt mir die Stimme von Aysel Teymurzadeh besser. Qual der Wahl …
Nö, wenn der Song gut ist, schafft man diese erste Hörde locker. Egal wer singt oder rapt. Oder ewig piepst.
In den letzten Jahren war Aserbaidschan doch sehr konservativ (Ballade/60er Sound/traditionell) unterwegs. Ich denke sie sollten sich um etwas modernere Klänge bemühen. Alizade scheint da zu passen.
Ich habe mir für 10 Sekunden Alizade angehört. Länger ging nicht. Bitte nicht schicken.
Bitte, liebe Azeris, ruft bei Jimmy Joker Thörnfeldt an – das garantiert dann doch endlich wieder die Finalteilnahme
Das Aufmacherbild ist mal was anderes,als zum wiederholten Male Joost.
Ich freue mich schon auf die vielen weiteren Joost- Artikel bei ESC- Kompakt. Benny & Co wissen eben wie man den Laden am Laufen hält durch die zahlreichen Pro und Contra Joost- Kommentare. Zwischendurch kann man auch Artikel über die möglichen 1000 Mello- Teilnehmer reinstecken.
Hab mal in ein paar von Alizades Liedern reingehört und obwohl das nicht unbedingt in meine Musikrichtung geht, find ich sie doch ganz cool
Twerken ist sicher erlaubt nur hiess es früher “ woki mit deim popo“.
DWDL berichtet gerade exklusiv was sehr interessantes zum deutschen ESC-Vorentscheid 2025:
https://www.dwdl.de/nachrichten/100108/weg_frei_fuer_raab_bildergarten_ist_raus_beim_escvorentscheid/
Sie sagen was in Kürze, hoffentlich wir mal das heisst diese Woche 😊😊.
Entweder macht da ein anderer Sender mit oder doch Intern.
Ich freue mich immer über landestypische Beiträge und für mich waren die letzten ESC-Auftritte aus Aserbaidschan eigentlich ganz ordentlich. Ob jetzt Rap typisch für das Land des Feuers ist, weiß ich nicht. Aber Gesang in türkisch-russischer Sprache klingt schon mal spannend, vielleicht ein Duo?
Bitte Alizade 🙏🙏🙏
Sooooo gut! 🔥
Mit Rap auf Türkisch hätte Aserbaidschan das Finale wohl schon jetzt sicher. Und so ganz schlecht liest sich das auch nicht.
Warum das denn?? Dieses Gerücht mit der türkischen Diaspora die angeblich so oft für Aserbaidschan anruft soltle doch wirklich schon oft genug wiederlegt worden sein.
Wenn Aserbaidschan auch noch auf Türkisch singt? Ich bitte dich …
Die türkische Diaspora hat sich mit dem Land vom ESC verabschiedet. Da hat nicht mal die sehr traditionelle und teilweise auf Aserbaidschanisch (nah mit Türkisch verwandt) gesungene Nummer daran was geändert, gerade mal Platz 13 im deutschen Voting im Semi dieses Jahr.
Alizade kommt aus Afghanistan und nicht aus Russland 🙂
Der türkische Sänger Edis Görgülü würde zusammen mit Alizade Aserbaidschan gerne beim ESC in Basel 2025 vertreten. Sein aktueller Song heißt „Azar Azar“ (Schrittweise):