Aserbaidschans Beitrag für den ESC 2022: „Fade To Black“ von Nadir Rustamli

Foto: eurovision.tv

Als letzter noch ausstehender Beitrag des ESC 2022 ist heute der aserbaidschanische Song „Fade To Black“ von Nadir Rustamli veröffentlicht worden. Der 22-Jährige gewann erst vor wenigen Wochen die dortige Ausgabe von The Voice und wurde im Februar als Vertreter Aserbaidschans verkündet.

Nadir kam in den letzten Monaten schon in Berührung mit dem Eurovision Song Contest. Bei The Voice wurde er nämlich von Eldar („Ell“) Qasimov gecoacht, der 2011 als Teil des Duos Ell & Nikki in Düsseldorf mit „Running Scared“ für Aserbaidschan den Wettbewerb gewann. Nach seiner Schulzeit ging es für Nadir zunächst an die Uni, wo er Teil der Band Sunrise wurde. Jetzt darf der 22-Jährige, der in der Castingshow bereits seine gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellte, mit dem Song „Fade To Black“ nach Turin.

Der Song ist komplett in englischer Sprache und beginnt mit einem Pianointro. Nadir ist vor einem Indoor-Swimmingpool zu sehen, die Kamera ist dabei vor allem auf sein Gesicht fokussiert. Im Pre-Chorus beginnt sich die Pianomelodie zu entwickeln, ein Hauch traditioneller Instrumentation ist ebenfalls zu hören. Im Fokus steht jedoch der Gesang. Im Refrain fährt die Instrumentation wieder zurück und besinnt sich auf die Klaviermelodie. Dann geht der Song kurz in einen kraftvolleren Part über, ehe die zweite Strophe folgt. Im zweiten Refrain setzt ein dezenter Beat ein, der dem Song mehr Tempo verleiht. „Fade To Black“ entwickelt sich dann zu einer imposanten Ballade, bei der Nadir gegen Ende sein gesamtes Stimmvolumen unter Beweis stellt, ehe der Song ähnlich leise endet, wie er anfangs begonnen hat.

An „Fade to Black“ hat neben Andreas Stone Johansson, Anderz Wrethov und Thomas Stengaard übrigens auch der Deutsche Sebastian Schub mitgeschrieben, der 2018 im Workshop für die deutsche Vorentscheidung war. Gut möglich also, dass das Lied in einem deutschen Songwriting Camp entstanden ist.

Mit „Fade To Black“ tritt Nadir Rustamli für Aserbaidschan in der ersten Hälfte des zweiten Halbfinals am 12. Mai an. In diesem Halbfinale ist auch Deutschland stimmberechtigt.

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131 Kommentare

  1. Schade das „aufrechtgehn.de“ nicht mehr weiter geführt wird.
    Das ist ein wirklich herber Verlust.
    Fande seine Art immer genial.

    • Schade allemal, aber zuletzt bekam ich bei der Lektüre auch schon gelegentlich das Gefühl, dass die Begeisterung nicht mehr so da ist und ich habe großen Respekt davor, wenn jemand solche Situationen erkennt und irgendwann auch die Konsequenzen zieht. Wäre aber wirklich schön, wenn das Werk zugänglich bleibt und wer weiß – vielleicht kommt mit ein bisschen Abstand (und neuen Impulsen vom Contest) irgendwann auch die Lust zurück, darüber zu schreiben.

      Also dann Adieu, ich mach dir keine Szene.

    • Selbstredend ein enormer Verlust für die deutsche ESC-Bubble. Mich hat Oliver (neben den Texten auf der EC-Germany-Seite) mit seinen Retrospektiven vor ca. 15/16 Jahren in die Historie des ESC eingeführt. Gestehen muss ich allerdings auch, dass ich die Seite in den letzten Jahren merklich weniger angesteuert habe, weil mich seine gerne mal opportunistische Haltung zu den Juries eigentlich von Anfang an gestört hat und der zwischen den Zeilen hervorspringende Frust darüber, dass die Trash-Jahre des ESC endgültig vorbei waren.immer deutlicher wurde.
      Aber es gehört, wie andere schon schrieben, viel dazu, eine solche schleichende Entfremdung selbst zu registrieren und mit Konsequenz den Schlussstrich zu ziehen, bevor man zu einer Art Terry Wogan in der Schlussphase geworden wäre.
      Großen Respekt dafür! Vielleicht liest man sich ja doch irgendwann irgendwo mal wieder…

  2. Ich mags!
    Den Typen find ich super, die Stimme mag ich auch und ich steh total auf Dramaballaden.
    „Fade To Black“ ist aber auch kein Gewinnersong. Also bleibt es wohl bei Ukraine oder vll. noch Schweden als ESC-Sieger.

  3. Es wurde oben schon geschrieben und es geht mir ähnlich, finde de Song auch nicht originell und leider schon der dritte Song dies Jahr der ganz oder passagenweise in der Struktur an Arcade erinnert, aber nicht an das Original herankommt. Beim Hören warte ich dann immer auf die Stelle, wo der Song in Duncans „Ooh-ooh-ooh“ überleitet.

    Dies Jahr fehlt mir die Kreativität im Wettbewerb. 2/3 oder mehr der Songs orientieren sich an Konzepten einzelner oder mehrerer erfolgreicher Songs und das finde ich schade, auch wenn es im musikalischen Bereich schon vieles gibt, sind meines Erachtens die Möglichkeiten Noten, Tönen, Instrumente, Beats etc. einzusetzen noch lange nicht erschöpft.

    Ich liebe den ESC gerade wegen seiner musikalischen Vielfalt und hoffe, dass es in den kommenden Jahren nicht darauf hinausläuft, dass immer nur die gleichen Muster auftauchen, sondern wieder mehr Mut zu Außergewöhnlichem wie in den vergangenen Jahren gezeigt wird.

  4. Erreicht mich leider überhaupt nicht, wäre mMn auch als Musical-Nummer nicht zwingend das Zugpferd. Nichtsdestotrotz wird das mit der richtigen Inszenierung sicher genügend Punkte fürs Finale sammeln.

  5. Aha, mindestens das zweite Video heuer, wo sich jemand selbst begegnet…

    Nadir hat eine tolle Stimme, aber halt eine Ballade aus dem Baukasten. Wers mag…
    Zur Abwechslung trägt der Schwarzblendensong jetzt nicht gerade bei.

  6. eine traurige Ballade gesungen von einem hübschen Typen?
    Originell… haben wir dieses Jahr def noch nicht genug von ; )

  7. Keine Ahnung, warum Aserbaidschan gerade diesen Song ausgesucht hat; Stengaards Track-Record ist inzwischen ja eher durchwachsen, aber man hat anscheinend generell die deutschen Restbestände geplündert, offenbar war wohl auch einer von Sandros Songs im Rennen.
    Nadir scheint ja ein lockerer, lustiger Typ zu sein, da hätte ihm (und dem Jahrgang) ein fluffiger Uptempo-Song eventuell besser gestanden. „Fade to Black“ scheint mir ähnlich wie „River“ nur auf Stimmen-Präsentation hin komponiert zu sein, wirkt dabei aber zumindest wie „aus einem Guss“ und nicht so zusammengeklöppelt-verkrampft wie der polnische Song. Besonders eingängig ist er aber nicht geworden und ein Refrain fehlt gleich ganz. Ins Finale wird er kommen, aber spätestens da laufen dann Polen, AZE, Australien und die Schweiz Gefahr, sich völlig zu kannibalisieren.

    • Ich verstehe nicht so ganz, warum hier mehrmals die Schweiz in die gleiche Schublade gesteckt wird, sehe da musikalisch deutlich mehr Nähe zum letztjährigen Beitrag Portugals (was Boys Do Cry meiner bescheidenen Meinung nach auch eher zum Vorteil gereicht).

      • Die Scheiz hebt sich vom Sound ein wenig von den anderen ab, da hast du schon recht, aber der Act an sich schlägt schon in dieselbe Kerbe („Solo-Mann singt zurückgenommenen, zeitlosen, nachdenklich-melancholischen Song mit (mehr oder weniger) Steigerung“). Mit der Inszenierung lässt sich natürlich noch mehr Unterscheidbarkeit herstellen; wenn sie da auch ähnliche Ansätze verfolgen, wird es wirklich eng.

  8. Hmm. Einer dieser potenziellen Pinkelpausen-Beiträge, bei denen man weder im Guten, noch im Schlechten etwas verpasst. Rein musikalisch sähe ich das nicht sicher im Finale, aber da wird Präsident Aliyev natürlich schon für sorgen.

    Wenn ich überlege, wie furios Aserbaidschan damals mit dieser Engel-/Teufel-Nummer anfing, ist es echt schade, wie belanglos viele Beiträge danach waren. Bis auf „Skeletons“, „Truth“ und „X my Heart“ konnte ich auch keinem mehr wirklich viel abgewinnen.

  9. Achso… Das im Ende des Videos ist der Sänger selbst..? Dachte, das wär ein anderer Mann und wir hätten (zum ersten Mal) einen direkten LGBTIQ-Bezug aus Aserbaidschan…
    Schade, aber der Sänger selbst strahlt ja schon Gay-Vibes aus… Also zu dem würd ich nicht nein sagen 🙂
    Der Song ist so naja – gibt Besseres, aber auch Schlechteres

  10. Ist dann neben Australien und Polen schon die dritte Dramaqueen im zweiten Semi….. Castingshowsieger singt Schwedensong, wie kreativ…

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