
Lange Zeit war es unklar, ob Polen am kommenden Eurovision Song Contest teilnehmen wird. Erst vor wenigen Tagen bestätigte der Sender TVP offiziell, in Wien 2026 dabei zu sein. Dennoch hatten zahlreiche Acts ihr Interesse schon vor besagter Bestätigung verkündet. Seit unserem letzten Überblick der polnischen ESC-Interessent*innen hat sich einiges getan und wir werfen heute einen aktualisierten Blick auf potenzielle Acts, die Polen in Wien vertreten könnten.
Es wäre relativ ungewöhnlich gewesen, wenn sich der Sender TVP vom Wettbewerb zurückgezogen hätte, denn in den letzten Jahren schaffte es Polen (zumindest im Televoting) immer wieder in die Top Ten beim ESC. Auch der neu gestaltete Vorentscheid Wielki Finał Polskich Kwalifikacji, der 2025 seine Premiere feierte, kam in Fankreisen überdurchschnittlich gut an. Die dortige Siegerin Justyna Steczkowska zog in Basel anschließend mit „GAJA“ easy ins ESC-Finale ein.
Getrieben von diesem guten Ergebnis, dem neu strukturierten Sender und einem professionell-organisierten Vorentscheid scheinen polnische Musikschaffende 2026 engagierter zu sein, als je zuvor. Eine Teilnahme am Vorentscheid kann sich beispielsweise die Band Lunaria vorstellen. Das Trio gab kürzlich sogar ganz selbstbewusst an, beim ESC einen Platz „auf dem Podium“ holen zu wollen.
Lunaria wollen den Song „Rzeka“ (siehe unten) einreichen, welcher Folk, House-Elemente und Pop vereint, was ein modernes Polen wiederspiegeln soll. Das Herren-Trio hat jedoch verraten, die Resonanz der Fans zunächst abzuwarten und sich bei positivem Feedback zu bewerben. Nach tagelangem Anteasen und viel Social-Media-Marketing wurde der potenzielle Vorentscheid-Song inzwischen veröffentlicht und scheint gut anzukommen.
Ähnlich motiviert ist auch die Sängerin Kaeyra. Die US-Amerikanerin hat polnische Eltern und ist daher mit dem ESC vertraut, für den sie jedoch den perfekten Song haben möchte, bevor sie sich bewirbt. Kaeyra nahm bereits erfolgreich an der Castingshow American Idol und an der US-amerikanischen Version von Das Supertalent teil. Auch mit dem polnischen ESC-Vertreter von 2018, dem DJ Gromee, veröffentlichte die Sängerin bereits Musik.
Dank eines besonders großen Online-Following sorgt aber vor allem die Bewerbung des polnischen TikTokers Przemek Kucyk für Aufsehen. Er ist in seiner Heimat schon länger für skurile Videos und Comedy-Content bekannt. Insbesondere in der ESC-Woche produziert er massenhaft Content, der auf den Wettbewerb zugeschnitten ist und unterhält damit alleine auf Tik Tok über zwei Millionen Follower*innen. Vor einigen Wochen veröffentlichte er dann die Nummer „Polska Gurom“ (siehe unten).
Ein Musikvideo, das sich (auch) um den ESC dreht, ist in Przemek Kucyks Repertoire zunächst nichts besonderes, doch diese Nummer ist anders als seine vorherigen: Sie soll ihn selbst zum ESC nach Wien führen! Auf die Idee zu „Polska Gurom“ und dem zugehörigen Musikvideo kam der TikToker durch Sloweniens Klemen, der vor seiner ESC-Teilnahme mit Videos und Content über bekannte Politiker*innen und den ESC auffiel.
Sollte Przemek Kucyk das ESC-Ticket gewinnen, möchte er den (René-Miller-Gedächtnis-)Felsen aus dem Musikvideo und ein „typisch polnisches Element“ mit auf die Bühne nach Wien bringen. Przemek Kucyk könnte, anders als es zunächst scheint, allen anderen Kandidat*innen tatsächlich gefährlich werden. Nicht nur haben Tommy Cash und Joost Klein bewiesen, dass humorvolle „Showacts“ beim ESC aktuell gut abschneiden, auch Polens Vorentscheid-Regeln spielen Przemek in die Karten. Alleine das Publikum entscheidet am 14. Februar, wer das Ticket nach Wien erhält!
Noch ist aber natürlich nichts entschieden, denn beispielsweise die Sängerin Bryska hat erst kürzlich ihren Hut in den Ring geworfen. Sie glaubt, den perfekten Song zu haben, um für Polen beim ESC ins Rennen zu gehen, weshalb sie sich beim Sender TVP ebenfalls bewerben will. Zumindest höchstwahrscheinlich – die Sängerin ließ nämlich durchklingen, sich „angesichts der Ereignisse in diesem Jahr“ noch etwas unschlüssig zu sein.
Bryska hatte sich bereits um das ESC-Ticket 2024 beworben, welches intern an Luna vergeben wurde. Mit der damals eingereichten Nummer „Obca“ (siehe oben) feierte Bryska anschließend große Streaming-Erfolge in ihrer Heimat. Sie hat zudem bereits mit dem deutschen DJ-Duo YouNotUs zusammengearbeitet und die polnische Version des Radiohits „Samba“ veröffentlicht.
Zu guter Letzt die neueste Interessensbekundung: Auch Adrian Makar will zum polnischen ESC-Vorentscheid. Er wurde durch seinen Sieg bei der polnischen Version von Das Supertalent bekannt und hat jetzt verraten, sich mit der Ballade „Between Heaven And Me“ beim Sender TVP beworben zu haben. In der Nummer geht es um den Verlust eines geliebten Menschen, mit dem sich Adrian immer noch verbunden fühlt. Diese Geschichte will er im Vorentscheid auch visuell darstellen, indem es aussehen soll, als schwebe er zwischen Himmel und Erde.
Wie klingen die Vorentscheid-Interessent*innen aus Polen für Dich? Wen würdest Du gerne auf der ESC-Bühne als polnischen Act sehen? Lass gerne Deine Meinung da.
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