
Was in den vergangenen Tagen nur nach und nach bruchstückhaft an die Öffentlichkeit gekommen ist, ist nun traurige Gewissheit: Die Bühne in Turin wird bis zu den Live-Shows in der kommenden Woche nicht so einsatzfähig sein, wie es der Öffentlichkeit bei der Präsentation im vergangenen Februar in Aussicht gestellt und wie es vor allem den einzelnen Delegationen im Vorfeld zugesagt wurde (Blogger Max nennt das „Bühnen-Gate“). Die Konsequenz daraus ist, dass zahlreiche Delegationen ihre Inszenierungen beim Eurovision Song Contest 2022 kurzfristig ändern mussten bzw. müssen.
Ganz konkret geht es darum: Die kinetische Sonne auf der Bühne besteht aus mehreren Bögen. Diese sind auf der einen Seite mit Scheinwerfern bestückt und auf der anderen Seite mit Leuchtdioden, die zusammengenommen dann zu einem großen LED-Bildschirm werden. In der Theorie sollten nun alle Delegationen entscheiden können, ob bei der jeweiligen Performance die Scheinwerfer-Seite oder die LED-Wand zum Einsatz kommen soll. Außerdem sollte es sogar die Möglichkeit geben, dass sich die Bögen während der Auftritte bewegen.
Bei den technischen Proben in der vergangenen Woche soll sich allerdings herausgestellt haben, dass die verbauten Motoren durch einen Schaden nicht ausreichend Kraft haben, die einzelnen Bögen zwischen den Auftritten rechtzeitig in eine neue Position zu bringen. Außerdem ist stellenweise auch zu hören, dass die Angst bestanden habe, die Motoren durch die ständigen Bewegungen noch weiter in Mitleidenschaft zu ziehen, so dass dann eventuell gar nichts mehr gegangen wäre. Deshalb hat der ausrichtende italienische Sender RAI entschieden, aus der kinetischen Sonne eine einfache Sonne zu machen und die LED-Seite überhaupt nicht zum Einsatz zu bringen. Diese Entscheidung wurde dann wohl am Donnerstag an die Delegationen kommuniziert.
Gegenüber dem dänischen Rundfunkanbieter DR hat die in diesen Tagen sehr wortkarge EBU (kein Vergleich etwa zu den regelmäßigen Corona-Updates im vergangenen Jahr) mittlerweile folgendes Statement abgegeben:
„Während der technischen Tests in Turin hatte das Produktionsteam Probleme damit, wie lange es dauert, die ‚Sonne‘ in der Zeit zwischen den verschiedenen Auftritten auf verschiedene Positionen einzustellen. Zusammen mit dem Gastgebersender RAI wurde daher entschieden, dass die Sonne während aller 40 Songs in der gleichen Position bleiben wird, um einen fairen Wettbewerb für alle teilnehmenden Länder zu gewährleisten.“
Wie „fair“ es nun allerdings ist, dass die Länder, die den LED-Screen verwenden wollten, ihre Inszenierung nun innerhalb weniger Tage komplett ändern mussten, sei dahingestellt. Allerdings hört man, dass wohl die meisten Länder ohnehin die Scheinwerfer genutzt hätten und es außerdem einfacher sei, ein Lichtkonzept zu entwickeln bzw. zu programmieren als in kürzester Zeit einen sinnvollen LED-Content zu kreieren. Im Endeffekt wird nun aber bei allen Auftritten eine mehr oder weniger dunkle Sonne im Hintergrund zu sehen sein, die einen Großteil der LED-Wand im Hintergrund verdeckt.
Eine andere mögliche Lösung macht gerade auf Twitter die Runde: Man könne doch einfach die Startreihenfolge so ändern, dass zuerst alle Länder auftreten, die die eine Seite der Sonne nutzen wollen, und dann alle Länder, bei denen die andere Seite zu sehen sein soll. Schwer vorstellbar, dass die Veranstalter hier so viel Flexibilität zeigen und ihre Entscheidung revidieren.
Zahlreiche Delegationen haben erst mit zeitlicher Verzögerung öffentlich gemacht, dass sie von dem Bühnen-Problem betroffen sind – bekanntgeworden ist die Einschränkung überhaupt erst durch eine Verlautbarung der litauischen Delegation zum Probenstart am vergangenen Samstag. Wir haben bei den Delegationen aus den deutschsprachigen Ländern nachgefragt, wie sie von den kurzfristigen Änderungen betroffen sind.
Ein ausführliches Statement hat uns der Schweizer Head of Delegation Yves Schifferle zukommen lassen:
„Ende letzter Woche hat die EBU, bzw. RAI informiert, dass das zentrale Bühnenelement, die sogenannte Kinetic Sun, auf Grund von technischen Probleme nur eingeschränkt funktionsfähig ist. Unter anderem werden nicht alle LED-Elemente der Sonne zur Verfügung stehen. Diese LED-Elemente waren ein zentraler Bestandteil unseres Stagings. Unser Creativ Team rund um Sacha Jean-Baptiste musste kurzfristig das Staging anpassen. Wir sind aber überzeugt, dass auch das überarbeitete Staging unseren Vorstellungen entsprechen wird und dem Song und Marius gerecht werden wird. Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle an unser Content-Team und die Kolleginnen und Kollegen von RAI für ihren Einsatz!“
Zu diesem Thema hat sich Yves Schifferle heute Morgen auch in der Radiosendung „Morgengast“ in SRF 1 geäußert:
„Da hat kurz das Herz aufgehört zu schlagen. Wir hatten natürlich den ganzen Auftritt, die ganze Performance schon minutiös geplant gehabt mit dem zentralen Bühnenelement. D.h. es hat bei uns jetzt Nachtschichten gegeben.“
Die deutsche und die österreichische Delegation sind dagegen weniger von den Auswirkungen betroffen. Vom ORF heißt es:
„Bei unserer Inszenierung musste nichts geändert werden und wir waren von den Problemen auch nicht betroffen. Es läuft alles wie geplant!“
Die deutsche Delegation wird erst morgen nach Turin reisen, Malik Harris stand noch nicht auf der Probenbühne und deshalb kann der NDR die Lage aus der Ferne noch nicht konkret einschätzen – zeigt sich aber optimistisch:
„Wir sind aber zuversichtlich, dass die deutsche Inszenierung ohne Probleme umgesetzt werden kann.“
Es kann übrigens gut sein, dass wir die kinetische Sonne beim ESC doch noch im Einsatz erleben. Die Veranstalter planen laut italienischen Medienberichten, sie bei einem oder mehreren Pausen- bzw. Eröffnungsacts zum Einsatz zu bringen. Spätestens nächste Woche wissen wir dann mehr.
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Typisch Italien. 1 Jahr Zeit gehabt, die Bühne funktionsfähig zu gestalten und sie kriegen es nicht hin. Ein einmaliger Vorgang.
Tja und der NDR kann noch nix sagen… weil sie nix geplant haben
Werden warscheinlich völlig überraschend auf der Bühne stehen und nicht wissen was zu tun ist….
Das ist doch vollkommener Blödsinn. Der Auftritt ist schon mehrere Male mit stand ins geprobt worden
Du hast recht und ich meine Ruhe
Naja, man sollte schon wissen, ob man mit der LED-Seite oder mit den Strahlern arbeitet…
Genau darum geht’s…
Hätten der NDR od wer auch immer einen sorgfältigen und mit längerem vorlauf geübten Auftritt geplant und einstudiert, würde man anders antworten…
Und mit der Antwort scheint es eher auf einen negatives stage rauszulaufen…
Ich zumindest wüsste was ich mache plane geübt und gestaltet habe…
Was daran ist jetzt typisch Italien?
Ernst gemeinte Frage?
Dass italienische Motoren (oder allgemein Technik) nicht so zuverlässig sind war doch Jahrzehnte lang der bewährteste Spruch aller Autoverkäufer
Na ja, passiert halt. Da erinnere ich mich doch an den ESC 2011 in Düsseldorf, wo bei den ersten paar Acts die Kommentatoren nicht zu hören waren.😉
Gedacht habe ich exakt dasselbe, aber darf man das überhaupt denken? Also, das ist ja mindestens, wenn nicht auch, und überhaupt, das geht ja gar nicht😉.
Ich weiß schon, warum ich mir keinen ESC auf italienischem Boden anschaue. Da ist mir viel zu viel „Spontaneität“ drin. Aber schön, dass die gelernten Automatismen wie „aber dennoch vielen Dank“, „wir glauben daran, dass“ oder mein Favorit und heimlicher Klassiker „also, vorhin hat‘s noch funktioniert“ schon greifen.
#NotMyESC2022
Oh Mann. Für die betroffenen Beiträge tut mir das echt leid.
Und kleines Detail, was ich persönlich damit auch in Zusammenhang bringe (kann mir keinen anderen Grund vorstellen): Litauen ist Stand jetzt von Rang 32 vor Probenbeginn seit heute Nacht auf Rang 38 abgestürzt …
An all diejenigen, die jetzt beginnen ihr Italien-Bashing auszuleben, als gäbe es kein Morgen mehr könnten mal darüber nachdenken, wieviel bezugnehmend auf die Bühnentechnik wahrscheinlich beim ESC in Düsseldorf 2011, beim ESC in Stockholm 2016 oder beim ESC in Tel Aviv bis zum allerletzten Moment auf der Kippe stand. Nur da wurde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Mantel des Schweigens darüber gehüllt.
Die Italiener (m/w/d) stehen halt offen und ehrlich zu ihren Mängel. Das ist doch sympathisch. Und Achtung Standardsatz von mir: Deswegen lieben wir Italien ja alle so sehr.
Das wird trotzdem der beste ESC aller Zeiten 🙂
Nein, das ist nicht liebenswert.
Und nein, WIR lieben nicht alle Italien so sehr.
Der beste ESC… hüstel, dazu schweigen wir lieber.
@Timo1986
Du betreibst doch ganz schön viel Schönrederei.
Mit der beweglichen Sonne fällt das einzige Merkmal der Bühne weg, wodurch es jetzt so aussieht wie jedes x-beliebige TV-Studio in Italien, mit einem Wasserrohrbruch unter der Bühne und einem riesigen schwarzen Klotz in der Mitte, der den LED-Screen zu 60% versperrt. Optisch werden die Shows aller Voraussicht nach kein Leckerbissen werden, obwohl RAI versuchen wird so selten wie möglich auf den schwarzen Klotz zu schwenken und sich so aus der Affäre zu ziehen.
Dass die EBU nun aber noch behauptet, der Wettbewerb sei dadurch fair nichts zu unternehmen ist die Kirsche auf der Sahnetorte. Was ist denn daran fair, wenn Delegation ein teilweise 3 Monate lang perfektioniertes Bühnenbild von einer Nacht auf die andere verwerfen müssen.
Als einzige logische Konsequenz müssen Köpfe rollen und ich hoffe doch sehr, dass man Florian Wieder zurückholt.
Und dann? Auch mit Florian Wieder-Stages gab es 2018 und 2019 Probleme oder nicht umgesetzte, aber geplante Elemente (Bewegliche „Rippen“ in 2018, bewegliches Dreiecks-Dach 2019). Die Technik war 2018 auch verbaut, in StandIn-Videos sieht man, das sie funktionierten – offenbar aber zu langsam. Also exakt das gleiche Problem wie heute. Lösung: es gab keine bewegliche Rippen mehr. Hat niemanden wirklich interessiert. Aber weils Italien ist und Italien-Bashing angesagt ist, ist‘s jetzt ganz furchtbar. Naja. 🙄
@derTeHa
Genau Italien-Bashing ist gerade richtig angesagt, deswegen kommt der Song in der Community auch sooo schlecht an und fürs Sanremo interessiert sich ja auch niemand. Geschweige denn, dass jemals irgendjemand mal nach Italien reisen würde – so ein unbeliebtes Land.😉
@derTeHa: Es ist eben NICHT exakt das gleiche Problem wie heute, weil die Stages 2018 und 2019 dennoch im wesentlichen funktioniert haben. Die von Dir beschriebenen Szenarien machen einen Riesenunterschied zu einem dunklen Halbkreis, wo eigentlich LEDs sein sollen!
Die haben doch noch eine Woche Zeit und die Bühne steht nicht erst seit gestern. Wenn etwas nicht klappt, sollte man machen, dass es klappt. Das ist peinlich.
Nächstes Jahr also wieder Florian Wieder für die Bühne nehmen.
Könnte man nicht bei FIAT Turin um technische Unterstützung bitten oder ist das zu riskant ?😏
Jedenfalls werden sich die Bühnenszenarien wiederholen. Da waren die ESC-Bühnen in den 70er Jahren abwechslungsreicher !
Wenn ich ehrlich sein soll, gefallen mir Lichteffekte sowieso besser als diese übertriebenen LED-Sequenzen.
Mit Licht kann man auch schon sehr schöne Effekte erzielen.🙂
+1. Kann die Rufe nach dem LED-Screen nicht ganz verstehen. Dann gäbs gar keine Lichter mehr auf Künstler:innen-Höhe. Das würde erst langweilig aussehen…
Danke, Gaby, Du sprichst mir aus der Seele.
DANKE! Genauso sehe ich das auch. Man sieht auf vielen Probenbildern, was für grandiose Effekte mit den zahlreichen Scheinwerfern geschaffen werden können, während manch ein LED Content in den letzten Jahren einfach nur billig, einfallslos und langweilig wirkte. Scheinwerfer werden leider immer noch viel zu sehr unterschätzt, da sie einen Auftritt bzw eine Show erst wirklich lebendig machen. Lissabon 2018 war in meinen Augen ein perfektes Beispiel dafür, dass es eben auch ohne LED Screen geht.
War doch eine Frage der Zeit bis ein Ausrichter mit einem seiner speaktakuläten Bühnenplänen auf die Schnauze fällt.
Aus meiner Sicht würde eine große Bühne (mit Satelliten) und eine LED-Wand auch ausreichen.
Muss man denn jedes Jahr versuchen das Rad neu zu erfinden?
Und der Aspekt „Nachhaltigkeit“ wäre an der Stelle auch zu hinterfragen. Kann mir nicht vorstellen, dass so eine ESC-Bühne nach den Shows noch groß gebraucht wird.
Manchmal ist weniger doch mehr.
Habe mal gelesen, dass man die 2015er Bühne komplett wiederverwertet hat.
Ich frage mich, wie die Designerin reagiert hat, als sie davon erfahren hat.
Ich erinnere mich, als der deutsche Kommentator 1991 sagte, das Wort Chaos könnte aus Italien stammen..
Hoffentlich kann das Drehelement während der Shows genutzt werden, ist schon ein Hingucker.
@stefanohh:
„Ich erinnere mich, als der deutsche Kommentator 1991 sagte, das Wort Chaos könnte aus Italien stammen.“
Ich glaube das war Max Schautzer..
Stimmt, das hätte ich nicht mehr gewusst 🙂
Das ist für viele Teams wirklich eine heftige Sache. Vor allem weil die nun ein großer Screen fehlt der die Songs unterstützen kann. Auf den Fotos der WRS Probe sieht man den verdeckten Schriftzug. Wenn es stimmt, dass der deutsche Act nicht betroffen ist, war wohl keine Fotoshow geplant…
Auf Wiwibloggs (man spricht dort vom „statischen schwarzen Regenbogen des Todes“) gibt es eine Klickstrecke mit Bildern von Stefans Probe. Selbst in den Nahaufnahmen sind die riesigen schwarzen Bögen aus jedem Winkel sehr dominant. Wenn der Eindruck nicht täuscht, wird die Bühne schwer nach 80er-Jahre-ESC-Bühne aussehen – nur eben düster und dadurch trist.
Ich verstehe auch nicht so ganz, warum man dann nicht wenigstens permanent die LED-Seite zeigt. So könnte man ja zumindest den riesigen „Zensurbalken“ im Bühnenbild verhindern.
Dann fehlt halt auf der anderen Seite ein großes Teil des Lichtkonzepts.
Eine Riesenfrechheit gegenüber den Delegationen, dass man ihnen erst kurz vor den Proben Bescheid gibt.
Kann mir den Schock einiger Produktionsteams richtig vorstellen, als sie diese Hiobsbotschaft erhielten.
Und nun alle Planungen und Proben der letzten Wochen über den Haufen werfen müssen.
Aber wie kann dieser Defekt denn bitte erst so spät auffallen?
Ich denke, so ein Bühnenelement wird ja nicht von einem Tag auf den anderen entwickelt, geliefert und getestet.
Die einfachste Lösung wäre in der Tat, dass man die Startreihenfolge einfach so anpasst, dass die Länder mit LED in der ersten Hälfte starten, und jene mit Scheinwerfer in der zweiten. (oder umgekehrt)
Dann könnte man auch von Chancengleichheit sprechen.
Schande!
Klar kann ich erst urteilen, wenn ich die TV Bilder sehe aber ich finde es schon sehr schlimm. Und dann so kurzfristig informieren.
Man sieht ja bspw. auf den neusten Probe Bildern von Rumänien, dass das Hola mi bebe nur halb zu lesen ist. Nun gut sie haben jetzt noch eine Woche um alles zu Glätten.
Geschickter waren da Länder wie Zypern (und wahrscheinlich Schweden). Ich denke nächstes Jahr sehen wir mehr Probs, zur Sicherheit vieler Künstler.
Also bei den heutigen Proben merkt man schon recht deutlich, dass vieles nicht so geplant war. Zumindest bezweifle ich stark, dass man bei Rumänien lediglich „Hoi Rébé“ stehen sollte. Ich kann nicht so wirklich nachvollziehen, dass bei den Stand-Ins alles funktioniert haben soll und plötzlich bei den Proben nicht mehr. Und immerhin hat man noch eine Woche Zeit für die Reparatur (und das ist bereits der vierte Probentag). Dass man kaum Informationen bislang bekommen hat, zeigt aber auch nur einmal mehr, wie beschissen dieses Jahr die Kommunikation seitens der EBU ist. Da dringt ja fast beim NDR mehr durch…
Deutschland wird das egal sein – man überlegt sich ja eh erst vor Ort, was man auf dem Backdrop projeziert oder kommt mit eilig runtergeladenen Stock-Fotos (Sisters) an…
Komisch jedes Land hat das mit der Bühne besser hingekriegt als Italien und nein Timo das ist nicht liebevoll, das ist einfach nur stümperhaft. Man hatte ein ganzes Jahr Zeit gehabt, eine funktionierende Bühne zu erstellen und heraus kommt Murks. Unfair gegenüber den Startern.
Man hat irgendwie schon seitdem 15. März angefangen die Bühne zu bauen.
Es ist sehr Schade, dass das vorgesehene Bühnenkonzept nicht so aufgeht wie erhofft. Es hätte auch ein anderes oder mehrere Elemente wie zum Beispiel die riesengroße LED-Wand treffen können. Aber wie heißt es doch so schön:
The Show must go on.
Puh, optimistisch wie ich normalerweise bin… das ist ein Fehler, der schwer zu entschuldigen ist. Ich kann die Entscheidung auch nicht ganz nachvollziehen, die schwarze Seite im Standard zu nutzen. Man hätte doch bei den Acts, die die schwarze Seite nutzen wollten, einen entsprechenden digitalen Inhalt auf der LED-Wand im Vordergrund platzieren können. Dann wären die „Scheinwerfer“-Effekte zwar nicht so gut oder minimal gewesen… aber ich denke das wäre das kleinere Übel gegenüber einem LED-Leinwand-Inhalt, der komplett keinen Sinn mehr ergibt, wenn die zentralen 60% verdeckt sind. Wirklich sehr schade für alle Delegationen, die damit geplant hatten. Da verpufft viel Arbeit im Nichts.
Schon Mist, wenn das entscheidende und auch einzige Bühnenelement nicht funktioniert. Da wird sich manch einer in den Hintern beiden, sich für dieses Konzept entschieden zu haben… und peinlich für die Designerin…2023 also wieder Wieder.
Obwohl…. in Lissabon sollten sich die Rückwand-Elemente ursprünglich auch (wellenartig?) bewegen. Man hat dann beim Aufbau festgestellt, daß sie zu schwer waren, hat es nicht in den Griff bekommen und die Funktion dann weggelassen.
Technische Probleme wird es mit Sicherheit auch bei anderen ESCs gegeben haben, nur wurden sie entweder rechtzeitig ausgebügelt oder waren nicht so entscheidend für die Gesamtwirkung der Bühne, wie es hier der Fall ist. Für die Show kommt es einer Katastrophe gleich, da bestimmt einiges auf Grund und mit den Möglichkeiten der Kinetic Sun geplant war. Da mussten wohl nicht nur die Delegationen umplanen.
Mal sehen, welche Auswirkungen das auch auf das Kamerakonzept hat… viele Totalen um den LED-Content überhaupt ins Bild zu bekommen? Spielen wir dann such den Künstler, da er ja dann unter Lichtstrahlen verschwindet.
Sollten Sie das wider Erwarten noch in den Griff kriegen, können Sie die Sonne eh nur rund um die Auftritte nutzen. Man kann ja kaum jetzt mit Light-Show proben, um dann kurzfristig wieder zum Originalkonzept zurückzukehren.
Italien hat wirklich kein glückliches Händchen bei der Ausrichtung des ESC.
Also, mal ehrlich, von Chancengleichheit kann hier beim besten Willen keine Rede sein. Die Bilder vom rumänischen Auftritt sprechen da eine ganz andere Sprache.
Wenn man die Bühne nicht repariert bekommt, braucht man eine wirklich EXZELLENTE Kameraführung, ansonsten wird das für die eine oder andere Delegation eine eher unerfreuliche Angelegenheit 🙁 Das kann sehr wohl über Weiterkommen oder Hängenbleiben entscheiden. Die mangelhafte Informationspolitik der EBU tut ein Übriges.
Wie kann es sein, dass das erst jetzt aufgefallen ist und es keine Möglichkeit mehr gibt, das zu fixen?
Finde die vorgeschlagene Lösung, die Platzierungen danach neu zu ordnen auch nicht optimal, aber das wäre zumindest „fairer“, als einfach nur eine Seite zu nutzen ohne Rücksicht auf die Performances.
Ist schon echt peinlich. Zudem finde ich es sehr schade. Das Element wäre so cool gewesen in Aktion. Durch die ineinander drehenden Ringe wäre immer eine neue Sicht und verschiedene Lichteffekte entstanden. So wirkt es jetzt sehr statisch und unflexibel. Ich wäre auch als Künstler sauer wenn ich darauf gesetzt hätte.
Das haben die italiener doch absichtlich gemacht, nur damit marius nicht gewinnt)))
Im ernst, was wäre eine veranstaltung in italien ohne chaos und turbulenzen? Das gehört dort zum guten ton.
Oje, 1991 wiederholt sich nun doch.
Ich würde das Ganze jetzt nicht auf die Bühnendesigner abwälzen. Zum einen sind für die technische Umsetzung der Pläne ja auch noch andere Leute zuständig und zum anderen scheint in der ursprünglichen Planung und wohl auch während des Aufbaus noch alles funktioniert zu haben. Jedenfalls glaube ich beim besten Willen nicht, dass man die Bühne schon in dem Wissen angefangen hat zu bauen, dass das zentrale Element am Ende sowieso nicht funktionieren wird.
Trotzdem ist es natürlich ein ziemliches Dilemma für alle Seiten und es wird wohl auch dazu führen, dass wir in den nächsten Jahren wieder ziemliche Nummer-Sicher-Bühnen ohne große technische Innovationen sehen werden, um das Risiko eines (Teil-)Ausfalls so gut es geht zu minimieren.
Das Problem darin ist, dass sich ja nicht nur die Halbringe bewegen, sondern diese auch mit Vollringen auf dem Boden verbunden sind, also jeder Bogen auf einem Ring steht. Einfach anschieben geht da leider nicht. Abgesehen davon waren ja nicht nur statische Szenen geplant sondern auch welche, in denen sich alle sieben Bögen unterschiedlich bewegen. Das dann so mit den Kameras aufzunehmen, dass KEIN Helfer zu sehen ist, ist also unmöglich.
Warum werden die Elemente nicht einfach von Mitarbeitern vor jedem Auftritt an die richtige Stelle geschoben? Dann wäre zumindest etwas Abwechslung drin. Dann benötigt man doch keine Motoren. 1984 hat man ja auch mit Seilzügen gearbeitet und es vor jedem Auftritt geändert. Einfach mal 40 Jahre die Zeit zurück drehen….
Genau. Beim Glücksrad hat damals Maren Gilzer die Buchstaben auch per Hand umgedreht. Wo ein Wille ist…
Och nö, das darf doch nicht wahr sein. Da haben wir mal endlich keine ewig gleichaussende statische Florian Wieder Bühne und dann sowas. Ich verstehe nicht wieso was passieren kann und man nicht alles in Bewegung setzt um noch irgendeine andere Lösung zu finden, als einfach gar nichts zu tun.
Wieso nicht einfach den untersten Bogen einmalig herumdrehen und den Künstlern damit eine immerhin vergrößerte LED-Wand im Vordergrund des verdeckten großen Screen bieten?
Das sollen Designer und kreative Leute sein die dieses Shows planen? Ich glaube eher nicht.
Interessante Lösung, allerdings in der kurzen Zeit auch nicht optimal. Dann wären nicht nur die Delegationen, die die LED-Wand genutzt haben, betroffen, sondern alle.
Aber genau das haben sie doch gemacht: der innerste Teil der Sonne, der somit aber kein Bogen, sondern ein Halbkreis ist, ist umgedreht und zeigt LED-Inhalte. Kann man auf fast allen Bildern sehen.
Wie lautet ein bekanntes Sprichwort: Der Teufel steckt im Detail! Deutschland nennt sich immer Exportweltmeister, was allerdings schon lange nicht mehr so ist. Vielleicht hätte man hier die Gastgeber mit funktionstüchtigen Motoren zur Hand gehen können?
Tja, wenn man einen ferrari möchte aber monetär nur ein fiat drinliegt.
Nun, Fehler passieren halt, wobei das für die teilnehmenden Acts schon blöd ist. Verstehe ja auch, wenn sie ärgerlich sind. Aber meine Güte, sind ja alles auch nur Menschen.😉
Vielleicht sollte man mal diesen „Gigantismus“ ein wenig überdenken, man versucht sich gegenseitig jedes Jahr zu übertreffen, und noch eine technische Raffinesse mehr, die kaputt gehen kann.
Manchmal ist weniger mehr (Klugsch.-Modus aus🤓)
Hast ja Recht, aber eben darum geht es der EBU doch auch ein ganzes Stück weit: eine Leistungsschau des technisch machbaren, um neue Standards zu setzen.
Der ESC sollte „fairerweise“ verschoben werden. Scherz!
Die EBU wirkt auf mich immer mehr wie ein dunkler bürokratischer Korridor. Einfach nur noch gruselig.
Oder die Designer mit den Technikern? Immer so simpel ist es nicht…
Sind an der Show nicht wieder niederländische Leute beteiligt. Zumindest der eine Mann für die Startreihenfolge war doch wieder der Niederländer aus 2021? Ob die was damit zu tun haben, dass die Bühne nicht klappt? Außerdem hätte sich die Designerin ja vorher denken können, wie schwierig ein sich drehendes Element auf der Bühne sein muss oder hat sie ihren Job verfehlt? Selbst ich weiß so was und ich hab nicht mal studiert.
Verstehe, ehrlich gesagt, den Zusammenhang nicht. Was haben denn die Niederländer damit zu tun?
Ein Niederlaendisches Team steht dem RAI-Team bei der Organisation und der Regie bei.
Bloss…. wie ich verstanden habe, sie sind nicht fuer technische Fragen verantwoertlich.
https://www.instagram.com/p/CZJ8pBlouGR/?utm_source=ig_embed&ig_rid=bc0ac0d8-3183-4d2a-8e2e-88e74ff08667
@italojeck
Danke für die Info.🙂
Für mich sieht das jetzt aus wie eine riesige halbe Vinylplatte. Ist doch auch was charmantes
Um ehrlich zu sein, die Bilder gefallen mir gut, wird bestimmt eine schöne Show, auch ohne rotierende Sonne (oder was auch immer).😉
Du bist ein Glas halb voll-Typ, Thilo mit Bobby. Wills Du Dich nicht als Blogger bewerben?
Erstmal danke an die Blogger für die wie immer ausführliche Recherche. So eine gute Beschreibung des Problems wie hier habe ich auch noch nirgendwo anders gelesen.
Ich glaube, man kann hier niemandem so wirklich die Schuld dafür geben, wenn die Motoren einen Schaden haben (höchstens dem, der sie eingekauft hat). Und wenn das Problem drei Tage vorher auftritt, dann ist es halt auch nicht mehr lösbar, weil man dafür ja scheinbar die ganze Bühne wieder auseinandernehmen müsste. Für die Acts mit LED-Screen ist es halt der absolute Super-GAU, die Seite mit den Lichtern sieht allerdings in den meisten Fällen auch richtig gut aus, das Lichtdesign ist echt mega dieses Jahr.
Ich werde mir die Vorfreude jedenfalls nicht nehmen lassen und es bleibt ja noch die Hoffnung auf Katja Epstein…
Schade, wird aber sicher trotzdem eine coole Show. Gerade in Zeiten wie diesen, sollten wir wissen, was wirklich wichtig ist. Da scheint mir so ein Problem ganz besonders marginal….
Außerdem finde ich solche Äußerungen wie „typisch Italien“ besonders beschämend.
Ich habe auf ET auch so etwas wie „typisch Italien“ geschrieben, aber wenn ich das sage, ist es ein Kompliment. Ich mag die Feier der perfekten Oberfläche, zu der weite Teile unserer Kultur verkommen sind, überhaupt nicht.
Mir ist das alles persönlich egal, weil ich während der Auftritte ohnehin immer die Augen schließe, um mich auf die Musik und die stimmliche Ausführung zu konzentrieren, aber für einige Delegationen ist das natürlich trotzdem blöd.
Eine aufgefächerte Bühne fände ich am besten, das gibt mehr räumliche Tiefe.
Den verdeckten LED Screen finde ich sogar ganz gut, in Düsseldorf wurde man ja von den Graphiken im XXXL-Format geradezu erschlagen.
Blöd für die Länder mit anderen Planungen ist es natürlich trotzdem.
Die Lightshow wird dafür grandios wenn man sich die Bilder egal welchen Landes ansieht
Wisst Ihr, was ich daran am problematischsten finde? Das erzeugt bei den betroffenen Delegationen im allgemeinen und bei den betroffenen Künstlern eine Menge Unsicherheit. Können wir wirklich davon ausgehen, dass die in der Situation genauso 100% oder 150% geben können wie mit dem eigentlich geplanten Hintergrund? Das hier schönzureden löst das Problem nicht.
Ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Der Großteil der Länder hätte ohnedies die Sonne mit den Scheinwerfern genutzt. Die würden das nicht tun, wenn es unmöglich aussehen würde. Jetzt machen das eben alle Länder. Sicherlich ist das unangenehm und peinlich, aber wir werden trotzdem schöne Auftritte sehen.
Für Albanien ist im Gegensatz zur Bühne die Sonne wieder aufgegangen: Auf Instagram wurde gerade per Livestream bestätigt, dass man am Auftritt nichts verändern muss! Die Fotos zur Probe wurden wohl tatsächlich proaktiv entfernt, weil man insbesondere in Hinblick auf die Familienfreundlichkeit besagte Handgeste im Schritt nicht zeigen wollte. Man hat sich die Probe aber nochmal gemeinsam angeschaut und festgestellt, dass sich die Szene in Realgeschwindigkeit nicht in Richtung 18+ bewegt und der Auftritt deshalb wie geplant umgesetzt werden kann.
Warum man im Vorfeld von offizieller Seite so ein Drama entstehen lassen musste, werd ich allerdings trotzdem nicht verstehen…
Um es mal etwas kurz und knapp zu sagen: So wie man das dem Artikel entnehmen haben die Motoren, welche die Bögen der Sonne immer hin und her bewegen, durch einen Schaden bzw. Defekt, nicht genug Kraft diese rechtzeitig zwischen den Auftritten (also während die Postcards laufen) zu bewegen um in die richtige Position für das Staging des nächsten Songs zu bringen, sondern es dauert länger!
Das die Motoren jetzt einen Schaden haben kann man aber Italien bzw. RAI jetzt nicht -so wie es einige Kommentatoren hier andeuten- mangelnde Planung vorwerfen. Wenn die Motoren defekt sind, dann hat dies nichts mit mangelnder Planung zu tun!
Es ist natürlich ärgerlich, vor allem für das Produktionsteam und der Bühnendesignerin, welche an diesem Bühnenkonzept bestimmt lange gefeilt haben, aber peinlich muss es ihnen nicht sein!
Hier haben wir halt jetzt einen klassischen „Vorführeffekt“! 😉
In der Annahme, dass es logistisch nicht möglich sein wird, würde ich trotzdem gerne mal einwerfen, ob man nicht darüber nachdenken kann, die Sonne zu entfernen. Ohne Funktion ist sie einfach deplatziert und macht andere Bühnenebilder auch nahezu unmöglich, wie man ja bei WRS oder Stefan gesehen hat.
Wenn man das könnte, könnte man auch die Motoren tauschen.
Sie ist ja trotzdem nicht ohne Funktion, sondern vollgepackt mit Scheinwerfern und anderen Lichtern!
„Ach, Italien“ wolllte ich schon schreiben, aber dann ist heute nachmittag mein Zug von Bremen nach Hannover ausgefallen, so dass ich Auto fahren musste, was ich eigentlich vermeiden wollte. Kurzum: Deutschland kann auch nicht viel besser organisieren; das war vielleicht mal.
Eben, deshalb brauchen wir auch gar nicht so die Nase zu rümpfen.
Wieso dreht man alles nicht ein mal um und macht LED für alle? Dann gibt’s eben keine Sonne.
Kommen wir einmal zu etwas Erfreulichem! Die RAI hat heute offiziell die Termine für das Sanremo-Festival im nächsten Jahr bekanntgegeben! Die 73. Ausgabe des Festivals findet vom 7. bis 11. Februar 2023 statt:
https://eurovoix.com/2022/05/03/%f0%9f%87%ae%f0%9f%87%b9-italy-festival-di-sanremo-2023-dates-announced/
Drei Teilnehmerplätze gehen an die Vertreter des in diesem Jahr stattfindenden Sanremo Giovani, dessen Finale am 12. Dezember 2022 über die Bühne geht. Der Start der Bewerbungsphase für Sanremo Giovani beginnt am 12. Mai 2022 ab 18 Uhr MEZ und endet am 12. Oktober um 18 Uhr MEZ. Die Teilnehmer dürfen zwischen 16 und 29 Jahren jung sein.
Wenn die panne nicht während der liveshow passiert, ist alles i.o.
https://youtu.be/y0rHAnEyYf8
Mmh, Gabriela Amgarten, mein erster „Celebrity“-Crush mit etwa 9 oder 10 😀 Danke für die alte Erinnerung, Rainer.
Persönlich brauche ich die LEDs jetzt nicht, aber es ist natürlich eine Blamage. Für und macht es sicher eh keinen Unterschied: Es wurde ja schon gesagt, dass es mehr oder minder der VE-Auftritt bleiben wird, also in Schlabberklamotten zwischen den Instrumenten hin- und herhopsen.
Schade.
Aber ganz ehrlich: Shit happens.
Kannst du auch Bildung und Know-How zu Themen vorweisen, oder hälst du dich nur mit Klischees und debilen Floskeln übers Wasser kommunikativ.
Du bist der lebende Beweis, wieso es mit Kartoffeln schwer ist – 0 Points kommen nicht von irgendweo her.
Als Italiener würde ich mich in Grund und Boden schämen – man hörte letztes Jahr noch Stimmen „wir machen das selbst mit der Bühne – wir brauchen dazu keinen Deutschen Florian Wieder – dessen Bühnenentwürfe sind langweilig“ ……ja, das kann sein …..aber wenigstens funktioniert die Bühne zu 100 % liebe Italiener.
In einem Kommentar (weiter oben) wurde vorgeschlagen Hilfe beim Technikteam von FIAT zu suchen wegen der Motoren …….was soll denn dabei herauskommen ….jeder weiß doch, für was der Name FIAT steht (Fehler In Allen Teilen).
Der ESC ist ein ganz besonderer Moment im Jahr – aber so bleibt er in negativer Erinnerung. Naja, warten wir es ab.
Oder man sucht sich Hilfe bei Mercedes, aber dann fällt die Bühne womöglich beim drehen um…ich sag nur „Elchtest“ 😛