Das war das Fanclubtreffen 2021 des Eurovision Club Germany

Nach einem Jahr Corona-Pause wollte der EC Germany am Samstag an seine lange Tradition anknüpfen und hatte ESC-Stars, Mitglieder und Freunde zum beliebten Fanclubtreffen in Köln eingeladen. Und auch wenn Pandemie-bedingt weniger Besucher zugelassen waren als in den Vorjahren, waren diese und die Stars gleichermaßen motiviert – und am Ende auch begeistert.

Ab dem Nachmittag füllte sich das Gloria Theater, wobei der Einlass dieses Mal etwas länger dauerte. Denn die Veranstalter führten das Fanclubtreffen als 2G+ Event durch. Diese Vorsichtsmaßnahme bestätigte sich im Nachhinein als richtig. Denn wie der Verein berichtete, war mindestens ein Besucher am Nachmittag positiv getestet worden und blieb somit dem Event fern.

Kurz nach 17:30 Uhr begann das Programm. Der Vorstand des EC Germany ließ sich auch dieses Mal nicht lumpen. Wie in den Vorjahren eröffnete er die Show. Dabei wurde nicht nur der aktuelle ESC-Sieger persifliert (unteres Foto; die Fotos stammen von Bloggerin Berenike), sondern die besten italienischen Beiträge der ESC-Geschichte wurden in einem großartigen Medley auf die Bühne gebracht (dabei auch Il Volo auf dem oberen Foto). Zusammengehalten wurde das von einem herrlich gelangweilt vorgelesenen Text der Vorständin Elvira Greiß. Schon mit diesem Intro war den meisten klar, dass das Fanclubtreffen nichts von seiner Leichtigkeit, seinem Humor und seiner – nunja, das auch – Nerdigkeit verloren hatte.

Nach dem Medley begrüßte Moderator Bernd Ochs die Gäste und sang auch selbst. Auf die diesjährigen ESC-Beiträge „Amen“ und „Øve os på hinanden“ präsentierte er einen neuen deutschen Text. Der saß nicht in jedem Moment, was Bernd aber sympathisch zu nehmen wusste. Auch sein folgender „Jahresrückblick“ – etwa in der Art wie der Stand-Up-Teil bei einer Late Night Show – war kurzweilig und ließ kein wichtiges oder auch lustig-abwegiges Detail aus. So weiß der Autor dieser Zeilen nun auch, dass 2023 ein Joy-Fleming-Musical auf der Bundesgartenschau in Mannheim seine Premiere feiern soll.

Das Organisationsteam des Fanclubtreffens hatte sich für das Programm teilweise vom Eurovision Weekend, das vor einem Monat in Stuttgart stattgefunden hatte, inspirieren lassen und von dort Gäste nach Köln geholt. Als erstes kam das Duo Call Me Survivor auf die Bühne, das in Stuttgart beim Fanvision Contest für Deutschland angetreten war. Florian und Tim sangen u.a. ihre deutsch-englische Version des Melodifestivalen-Beitrags „In and Out of Love“. Außerdem war auch noch Daniel Amard zu erleben, der u.a. „Voilà“ sang.

Nachdem 2019 das gemeinsame Singen von ESC-Songs positiv aufgenommen worden war, folgte nun ein Allsang zum deutschen Beitrag von 1983, „Rücksicht“. Anschließend gab es ein erstes Musical: Séverine und Lys Assia erinnerten sich in einer Seniorenresidenz bei reichlich Alkohol an ihre großen Erfolge. Wie in der Vergangenheit hatten Lu (Ludwig) Wenzel und Peter Bergner offenbar wieder einen LKW voller Requisiten nach Köln gebracht, um die Zuschauer/innen sowohl musikalisch als auch inszenatorisch immer wieder zu überraschen.

Vor der Pause war dann der zweite Stuttgart-Import auf der Bühne zu erleben: Der DSDS-Sieger von 2009, Daniel Schuhmacher, kann nicht nur toll singen, sondern ist auch großer ESC-Fan – und weiß, wie man die Fans musikalisch begeistern kann. So umfasste sein Set ESC-Hits wie „Violent Thing“, „Too late for love“, „Alcohol You“, „Sound of Silence“ und „El Diablo“ – zum Teil in ganz individuellen Versionen dargeboten. Außerdem sang er seinen eigenen Song „Hypnotized“ und berichtete, dass er sich natürlich schon für den deutschen ESC-Vorentscheid im nächsten Jahr beworben habe.

Nach der üblichen Pause zum Abendessen ging es pünktlich um 20:15 Uhr weiter. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Vereinspräsidenten Michael Sonneck waren wieder Peter und Lu zu erleben – dieses Mal als ukrainische Reinigungsfachkräfte, die zu „SHUM“ anständig über die Bühne feudelten.

Der Verein hatte auch die deutsche Head of Delegation zum Fanclubtreffen nach Köln eingeladen, um über die Vorbereitungen zur ESC-Vorentscheidung 2022 zu berichten. Leider konnte Alexandra Wolfslast nicht vor Ort sein, versprach aber ihr Kommen im nächsten Jahr und hatte ein Video aufgenommen, in dem sie viele Fragen beantwortete. Ganz so viel Neues war dabei nicht zu erfahren, außer dass noch etliches im Fluss sei. Selbst die Anzahl der Teilnehmer/innen an der Vorentscheidung könne noch zwischen drei und sieben schwanken.

Danach war es Zeit für den ersten internationalen Act. Die Schwedin Anna Sahlene, die 2002 für Estland am Eurovision Song Contest teilgenommen hatte, wusste ebenso wie zuvor Daniel Schuhmacher, was das Fan-Herz begehrt: nämlich ESC-Songs. Zusammen mit ihrer Schwester Beata sang sie ihre Mello-Beiträge „This Woman“ und „Killing Me Tenderly“. Da sie 1999 im Background von Charlotte Nielsen „Take Me To Your Heaven“ gesungen hatte, präsentierte sie auch diesen Song. Spätestens da hielt es viele nicht mehr auf ihre Plätzen. Doch damit nicht genug. Als Fan-Pleaser folgten „Love Shine a Light“, „My Number One“ und „Mata Hari“ (bei dem sie den Text ablesen musste, aber alle Einsätze hinbekam). Zum Abschluss war dann natürlich noch ihr ESC-Beitrag „Runaway“ zu erleben. Anna kam auch ins Plaudern und berichtete, dass Dana International bei der Siegerehrung in Israel hingefallen sei, weil ihr ein schwedischer Kollege auf den Rock getreten war. Außerdem ließ sie die Zuschauer im Saal ihre super-spontane und teilweise absurd-komische Teilnahme am Eesti Laul 2002 miterleben.

„Mata Hari“ war im Anschluss noch diverse Male zu hören. Denn die stand im Mittelpunkt des richtigen Musicals, bei dem sich eine Spionin im Auftrag von Martin Österdahl auf die Spur des Drogenmissbrauchs beim ESC machte. Schließlich seien nur so manche ESC-Auftritte zu erklären. Zum Beweis wurden anschließend einige Parodien vom Fanclubtreffen gezeigt – die waren überzeugend und ließen kein Auge vor Lachen trocken.

Als zweiter ESC-Star kam dann Ireen Sheer auf die Bühne, der man ihre 72 Lenze weder ansah noch anhörte. Sie freute sich sichtlich, das erste Mal seit 19 Monaten wieder auftreten zu können – und dann auch noch intensiv gefeiert zu werden. Sie begann ihr Set mit einem Medley. Danach folgte dann bereits der deutsche ESC-Beitrag „Feuer“ – dieser wie viele andere Hits in einer neugemischten, zum Teil etwas discostampfigen Version. Weiter ging es mit „Mein allergrößter Fehler“, „Goodbye Mama“, einem Rock‘n‘Roll-Medley, dem „Tennessee Waltz“, „Und heut Abend hab ich Kopfweh“, „Ach lass mich noch einmal“ sowie „Bye Bye I Love You“. Auch Ireen erzählte ein paar Erinnerungen von ihren ESC-Teilnahmen.

Nach der Auslosung eines Preises (Sieger war Jens aus Hannover) ging es mit dem letzten Act weiter. THE ROOP waren aus Litauen nach Köln gekommen – mit Sound/Licht-Techniker und ihren zitronengelben Bühnenoutfits. Nach den Vorlagen von Anna Sahlene und Ireen Sheer hatten sie fast durchgehend ein stehendes und tanzendes Publikum vor sich. Das wussten sie aber auch zu begeistern. Zum einen waren sie der erste Act in 20 Jahren Fanclubtreffen, der nicht mit Halbplayback, sondern vollständig live auftrat. Außerdem banden sie die Zuschauer/innen in ihre Choreographien ein und ließen sie viele Dance-Moves mitmachen. Bei Songs wie „Dance With Your Hands“ bietet sich das natürlich an. Abräumer waren dann zum Schluss natürlich die beiden ESC-Beiträge „On Fire“ und „Discoteque“. Die spielten sie sogar noch einmal in einem Mix als Zugabe.

Gegen 23:45 Uhr kam der Showteil zu seinem Ende. Beim großen Finale sangen alle noch einmal „Insieme“ (Aufmacherbild). Damit konnte dann der Partyteil beginnen. DJ Ohrmeister hatte schon frühzeitig Position am DJ-Pult bezogen und begeisterte die Tanzwütigen mit großen Hits, Vorentscheid-Perlen und Remixen. Wünsche konnten Corona-konform über seine Social-Media-Kanäle eingereicht werden. Tief in der Nacht ging ein großartiger Abend zu Ende. Dem EC Germany und allen Beteiligten gebührt dafür großer Dank und Anerkennung.

Der Termin für das nächste Fanclubtreffen des Eurovision Clubs Germany wurde auch schon bekanntgegeben: am 19. November 2022 soll es im Kölner Gloria wieder rund gehen. Wer nicht so lange will, kann sich den 22. Januar groß in seinem Kalender eintragen: Da wird das Fanclubtreffen des OGAE Germany in München stattfinden. Als Stargäste sind dafür bereits Wencke Myhre und Emilija Kokić annonciert.


17 Kommentare

    • Wenn ich das erste Bild mit der Mannigfaltigkeit sehe, hätte das Event auch „Clubtreffen der Haarlosen“ sein können, wo Haarbesitzer geduldet wurden 🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣

    • Nun ist Wencke seit über 40 Jahren im deutschen Showgeschäft tätig und ihr wisst immer noch nicht wie sie geschrieben wird.
      Also , sie heißt : Wencke MyHre.

      • Ich nehme das mal als Kompliment, dass wir ansonsten keine Rechtschreibfehler oder Tippdreher im Text hatten, dass der hier so negativ aufgefasst wird

      • Ich finde es nicht so schlimm das der Name nicht korrekt geschrieben wurde solange der nicht mit Möhre veralbert wird

  1. Ich mach mal wieder ein Off-Topic:
    Gestern bzw. zu deutscher Zeit heute früh fanden die diesjährigen „American Music Awards“, kurz AMA, im Microsoft Theater in Los Angeles statt. Dort traten Måneskin mit „Beggin“ auf und waren mit dem selben Song außerdem in der Kategorie „Favorite Trending Song“ nominiert. Den Preis konnten sie aber nicht mit nach Hause nehmen, denn in dieser Kategorie gewann Megan Thee Stallion mit ihrem Song „Body“.

    Außerdem trat bei den AMA auch noch Zoes Wees mit ihrem Song „Girls Like Us“ auf, welchen sie erst vor rund zwei Wochen auch bei „Wetten, dass…?“ gesungen hat. Diesen Song haben Ricardo Muñoz und Patrick Salmy mitgeschrieben, welche ebenfalls den diesjährigen deutschen JESC-Song mitgeschrieben haben.
    Im Gegensatz zu Måneskin war Zoe bei den AMA nicht nominiert.

    Hier findet ihr die Red Carpet Fotos u. a. mit Zoe Wees (Foto 14) und Måneskin (Foto 19):
    https://www.vogue.com/slideshow/american-music-awards-2021-fashion-red-carpet

    Hier das Red Carpet Interview mit Måneskin:

    • hey,der siegersong also der mit vielen großen hintern hat bei 1.51 einen echten pornomoment – 1080p + kleinste geschwindigkeit einstellen – den pikanten einblick (sekundenbruchteil) hat mal leicht geblurrt. 🤡
      vielleicht hat man aber auch nur textil raffiniert geblurrt.🤣

  2. Nachdem 2019 das gemeinsame Singen von ESC-Songs positiv aufgenommen worden war

    Fürs Mitsingen ist Köln immer der richtige Ort… 😉

    Danke für den Bericht!

  3. >>Selbst die Anzahl der Teilnehmer/innen an der Vorentscheidung könne noch zwischen drei und sieben schwanken.<< Sind da jetzt schon so schlechte Beiträge dabei, dass man tatsächlich auch nur 3 Acts in Erwägung zieht? 😀

  4. Danke für den tollen Bericht. Das einzige was mir fehlt sind die Selfies. Ich finde es immer so schön wenn man die Blogger mit Stars oder Normalos zusammen sieht oder auch gerne nur Blogger, so wie beim Zeppelinbericht. Das macht dann so einen Beticht noch authentischer😉😊

  5. Ich war einige Jahre bei dem Clubtreffen im Kölner Gloria. Über den Vorstand könnte man(n) Bände schreiben 🤣🤣🤣🤣

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.