Der Junior Eurovision Song Contest 2020 findet wieder in Polen statt

Nachdem Viki Gabor im vergangenen Jahr den Junior Eurovision Song Contest in Gliwice mit „Superhero“ gewonnen hat, wird der diesjährige JESC erneut in Polen stattfinden. Dies wurde heute Vormittag bekanntgegeben.

Bereits zum 18. Mal wird der Junior Eurovision Song Contest in diesem Jahr ausgetragen werden. Der polnische Rundfunksender TVP wird die Austragung erneut übernehmen, nachdem das Land im Vorjahr den Wettbewerb erneut gewann. Wann der Wettbewerb stattfinden wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Auch der Austragungsort steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.

In den vergangenen Jahren fand das Finale immer gegen Ende November statt, somit ist auch in diesem Jahr davon auszugehen, dass ein ähnlicher Zeitraum für die Austragung gewählt wird.

In einem auf dem offiziellen YouTube-Kanals des Junior Eurovision Song Contest veröffentlichten Video werden Aufnahmen des letztjährigen Contests in Gliwice gezeigt. EBU-Supervisor Jon Ola Sand sagte zu der Ankündigung: „Wir sind sehr erfreut, dass TVP einmal mehr Geschichte schreiben wird mit dem Junior Eurovision Song Contest 2020. Das letztjährige Event in Gliwice hat neue Maßstäbe für den Wettbewerb gesetzt. Die atemberaubende Produktion hat den Contest auf ein neues Level gebracht und wir sind sehr glücklich, dieses Jahr erneut mit dem Team von TVP zusammenzuarbeiten.“

Jacek Kurski, Präsident des polnischen Rundfunksenders TVP, sagte zudem: „Das polnische Fernsehen ist sehr geehrt, sich wieder auf dieses wundervolle Abenteuer einzulassen und dieses globale Event zu organisieren. Der Junior Eurovision Song Contest ist außerdem wichtig, weil er jungen Künstlern eine Plattform gibt, ihre wundervollen Talente dem Publikum in ganz Europe zu präsentieren. Ich bin stolz darauf, dass TVP zu ihrem Erfolg beitragen kann.“

Nach aktuellem Stand haben sieben Länder ihre Teilnahme bereits bestätigt:

  • Georgien
  • Irland
  • Italien
  • Niederlande
  • Polen (Gastgeber)
  • Spanien
  • Ukraine

Ob Deutschland am diesjährigen Contest teilnehmen wird, steht derzeit noch nicht fest. Eine deutsche Delegation observierte allerdings den letzten Wettbewerb in Gliwice – wie Ende Dezember bestätigt wurde, handelte es sich hierbei um Vertreter des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals KiKA. Das somit vorhandene Interesse lässt vermuten, dass Deutschland möglicherweise in diesem Jahr sein Debüt feiern könnte.

In der Vergangenheit hat ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber schon häufiger die Bereitschaft signalisiert, in den Eurovisons-Kinderwettbewerb einzusteigen. Es ist auch ein offenes Geheimnis, dass er den KiKA und dessen Sendung „Dein Song“ als Kooperationspartner gewinnen wollte. Bei „Dein Song“ treten junge Songwriter mit der Unterstützung von prominenten Paten gegeneinander an und am Ende wird der „Songwriter des Jahres“ gekürt.

Freut Ihr euch, dass Polen auch in diesem Jahr den Junior Eurovision Song Contest austragen wird? Und würdet Ihr eine Teilnahme Deutschlands unterstützen?


15 Kommentare

  1. Dass Polen den JESC wieder ausrichtet, ist eine gute Sache. Das Votingverfahren muss aber bitte dringend wieder überdacht werden.

    Darüber, ob Deutschland am JESC teilnehmen sollte, kann man trefflich streiten. Wenn, dann bitte nicht mit dem von mir hoch geschätzten „Dein Song“, sondern mit einem eigenen Verfahren, da „Dein Song“ – nicht falsch verstehen – viel zu wertvolle Kompositionen mit oft bewunderswert raffinierten Texten der Kinder hervorbringt, die klar auf den nationalen Musikgenuss abzielen. Für den ESC bräuchte man einen eigenen Wettbewerb, der vom Ansatz her eher das Beste aus „Dein Song“ und sowas wie The Voice Kids verbindet.

    Umgekehrt kann ich mir einen „Vorentscheid“ (!) mit Elementen von „Dein Song“ durchaus für die Auswahl zum erwachsenen deutschen Eurovisionsbeitrag vorstellen. Da bekommt man Musik so schön in ihrer Entstehungsweise mit, was auch dem Publikum auch eine Chance zur Bindung gibt. (Im Gegensatz zum jetzigen Verfahren, wo man die Bindung nachträglich aufbauen muss. Das kann im Glücksfall mal klappen, häufig aber auch nicht…)

    • Das Abstimmungssystem in seiner aktuellen Form ist sicherlich überdenkbar und bietet genug Stoff für einen separaten Artikel. Persönlich glaube ich zwar nicht, dass Deutschland in diesem Jahr debütieren wird (solche Observationen gab es schon und so wirklich traue ich dem ganzen leider nicht), aber es wäre wünschenswert.

      Deine Anmerkungen zu „Dein Song“ kann ich nachvollziehen, ich denke auch nicht, dass es sinnvoll wäre, dass eins zu eins zu übernehmen. Aber wer weiß, wie es tatsächlich laufen würden, wenn Deutschland eines Tages teilnehmen wird!

    • Ich mag diesen Kiddy-ESC überhaupt nicht. Kleine Mädchen sehen wie singende Lolitas aus und kleine Jungs wie Payboys. Ich kann gut verstehen, dass die skandin. Länder nicht dabei sind.

      • In den vergangenen Jahren – nachdem der Wettbewerb einige Jahre ins Straucheln geriet und mehr und mehr Teilnehmer verlor – gelang die Wende, und dies, so finde ich, auch qualitativ! Da sind mittlerweile einige Songs dabei, die ich besser gelungen und umgesetzt finde, als beim Adult ESC! Für so Leute wie Destiny das perfekte Sprungbrett!

  2. Weißrussland (JESC 2018) und Polen (JESC 2019) haben eines aufgezeigt – der „Kinderwettbewerb“ wie ihn manche Menschen abwertend bezeichnen hat sich etabliert und findet auf dem gleichen Niveau wie der ESC statt. Bühnen, Größe der Hallen, Moderation und auch die Lieder können gut mit denen der Erwachsenen mithalten. Ich sage nur North Macedonia JESC 2019 – Mila Moskov – Fire oder Marija Spasovska – Doma bzw. 2016 Italien Fiamma Boccia – Cara Mamma. Ich würde mir eine Zusammenarbeit zwischen The Voice und dem KiKa wünschen mit einer eigenen Show, um unseren Beitag und das Lied zu finden. Bin auch auf Island und Schottland gespannt, die gerne debütieren würden.

  3. Noch etwas am Rande zu San Marino – laut italienischen Berichten wird der Zwergstaat dieses Jahr von Senhit vertreten. Das Lied wurde angeblich zwar schon im März in italienisch veröffentlicht – aber das war ja bei Jamala damals auch so und wurde nicht bestraft.

    • Jamala hat „1944“ (in einer nach anderen Version als beim ESC) aber nur bei einem Konzert gesungen. Hier haben wir aber eine kommerzielle Veröffentlichung deutlich vor dem Stichtag. Ich denke eher, dass der Song letztes Jahr im Rennen war und letztlich Serhat unterlegen ist.

      • na da gibt es auch andere meinungen zu – das war konzert aber eine radio? oder TV-event vom mai 2015 eines kleineren privatsenders – man hat damals argumentiert,daß die reichweite sehr gering war und das daher noch ok ist.
        das originalvideo wurde im vorfeld des ESC 2016 natürlich schnell gelöscht,daher ist beim verlinkten wiederhochgeladenen video der zeitstempel falsch (ich habe das video damals mit dem original mai 2015 zeitstempel gesehen.) – der siegertitel mit der fußbodenshow klingt glatt wie ein reamp zu dem song hier.
        alles schnee von gestern aber hier wurde auch politik gemacht und die ukraine hat aus diversen gründen eine extrawurst bekommen.

      • Naja, das kann man sehen wie man will; Fakt ist aber auch, dass es mit „Requiem“ 2017 und „Arcade“ letztes Jahr genau den gleichen Fall gab und da mit Sicherheit keine politischen Seilschaften die Teilnahme ermöglicht haben.
        Es wurde ja 2013 (damals waren ja ganze drei Songs des deutschen Vorentscheids betroffen) seitens der EBU kommuniziert, dass man die Regel in Zukunft so auslegen wird, dass eine kommerzielle Veröffentlichung vor dem 1. September nach wie vor verboten ist, man bei Videomitschnitten von Auftritten bei geringer Klickzahl allerdings ein Auge zudrückt. Danach wären heute also „Born in Byelorussia“ und „Der Star“ legitim gewesen, „Hör den Kindern einfach zu“ allerdings immer noch nicht.

  4. Das Votingverfahren muss dringend überarbeitet werden! Besonders die Funktion, dass jeder für sein eigenes Land abstimmen darf! Sonst ist Polen dieses Jahr, sofern Deutschland nicht teilnimmt, wieder der Sieger! 2018 lag Polen nach Jury-Voting auf Platz 7 und nach dem Publikum bzw. Online-Voting auf Platz 1! Können Jury und Publikum mit so großem Abstand unterschiedlicher Meinung sein? Letztes Jahr, 2019, waren sich Publikum und Jury ja fast einig, aber die hohe Punkteanzahl, welche Polen im Online-Voting, im Vergleich zu den anderen Ländern, bekommen hat, sollte vielleicht doch jedem stutzig machen, welcher dieses aktuelle Votingverfahren für das Publikumvoting noch begrüßt!
    Ich hoffe, dass sich die EBU von Digame (welche für das Online-Voting-System verantwortlich sind) mal ein paar Statistiken geben lassen, wer von welchem Land für welches Land abgestimmt hat! Wobei man dort natürlich auch Proxys verwenden kann…leider!

    Ansonsten hat TVP letztes Jahr natürlich eine gute Show abgeliefert! Das Logo war Klasse! Ein Drachen als Logo, das passt zum Herbst! Die Bühne von Giorgos Stylianou-Matsis war ein Meisterwerk! Simpel und elegant! Mal schauen ob er dieses Jahr auch wieder das Stagedesign macht! Auch der Common Song (Share the Joy) von Gromee war klasse!
    Nur eine Kleinigkeit: Ich finde, dass man die deutliche Einblendung während eines Songs, rechts unten im Eck, welches Land gerade singt, nicht unbedingt braucht. Mir ist da lieber, wenn dies ein bisschen minimalistischer gehalten wird, so wie beim ESC und den vorigen JESC’s!
    Ausrichter dieses Jahr wird wohl vermutlich, laut verschiedenen Medienberichten, Krakau mit der Tauron Arena sein!
    Aber eines würde ich gerne wissen wollen! Im Dezember/Januar hat Jacek Kurski angedeutet, dass viele, am JESC teilnehmende Länder, nicht damit glücklich sind, dass TVP erneut Ausrichter des JESC wird! Mich würde schon interessieren, ob man sich jetzt da, was immer das Problem auch war, geeinigt hat, oder hat sich dies im Sande verlaufen?
    Und, da wir in Deutschland ja auf den YouTube-Livestream angewiesen waren, habe ich auch hier etwas festgestellt: Ich empfand dass die Bildqualität, zumindest in den ersten paar Minuten des JESC im letzten Jahr, auch bei der Qualitätseinstellung HD, nicht sehr gut war!

    Ich weiß jetzt nicht, ob Alexandra Wolflast,und Christian Blenker neben dem ESC auch für die anderen EBU-Wettbewerbe, und somit auch für eine mögliche Teilnahme am JESC, verantwortlich sind! Aber wenn dem so ist, so wäre es zumindest verständlich, weshalb letztes Jahr eine deutsche Delegation vor Ort war. Neues Team, neue Meinung zum JESC, sozusagen!
    Ich hoffe der NDR/KiKA gibt grünes Licht für den diesjährigen JESC! Und falls das aktuelle Publikum Voting-System erhalten bleibt, was ich nicht hoffe, ist die Chance groß, dass Deutschland sehr weit vorne abschneidet bzw. sogar gewinnt! Allerdings müsste die ARD dafür den JESC, so wie es TVP auch macht, nicht im Kindersender (KiKA) oder einem anderen kleineren Kanal (One/NDR) ausstrahlen, sondern schon im Ersten!

  5. Die Show im Vorjahr war zwar gut produziert, dennoch eine schlechte Idee den Wettbewerb wieder in Polen statt finden zu lassen. Die Veranstalter nicht das geringste Interesse haben, das Votingsystem zu ändern, da man genau weiß, dass man davon profitiert. Bedeutet leider, dass Polen auch in Zukunft trotz katastrophalem Live-Gesang einen Sieg nach dem anderen holen wird.

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