Die Alben der ESC-Stars 2019 (2): Paenda – Evolution II

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Kurz vor ihrer Abreise nach Tel Aviv hat die österreichische ESC-Teilnehmerin Paenda am gestrigen Freitag ihr neues Album „Evolution II“ veröffentlicht. „Sehr viel poppiger“, „gradliniger und melodiöser“ sollte das Nachfolgewerk im Vergleich zu ihrem letztjährigen Debütalbum „Evolution I“ sein. Und tatsächlich ist das Album genau das: Ein elektronisches Popalbum, das sich am Mainstream orientiert, aber doch immer dann, wenn man es sich als Hörer gerade zu gemütlich machen will, von den bekannten Mustern abweicht. Paenda hat „Evolutuion II“ selbst produziert und scheint es zu genießen, ihre Zuhörer immer wieder vor kleine akustische Herausforderungen zu stellen.

Besonders auffällig ist, dass die Instrumentierung immer wieder Richtung R’n’B und Hip-Hop gelenkt wird, was die Lieder kraftvoller wirken lässt. Ein gutes Beispiel dafür ist bereits die Eröffnungsnummer „I Like The Way you Hate Me“: Elektronische, melodiöse Strophen, die dann aber in einen beatgetriebenen, hip-hop-artigen Refrain münden. Dieses Muster lässt sich auch noch in weiteren Songs erkennen, etwa dem empfehlenswerten „Wavebreaker“.

Wie von Paenda bereits im Interview mit uns angekündigt, ist ihr ESC-Wettbewerbsbeitrag „Limits“ die einzige Ballade auf dem Album. Der Rest wirkt rund, wie aus einem Guss – und „Limits“ bietet dem Hörer eine Pause von der Kraft und Energie des restlichen Albums und ist deshalb auch folgerichtig als fünfter von zehn Songs in der Mitte des Albums eingeordnet.

Die Stilwechsel, Brüche und auch die anspruchsvolle Produktion machen „Evolution II“ zu einem Album, für das man sich Zeit nehmen muss. Nur wenn man aktiv zuhört, erschließen sich die Songstrukturen und die Melodien bleiben im Ohr. Dann ist das Album ein ganz hervorragendes zweites Album, das sehr modern ist, ohne sich anzubiedern und auch eine gelungene Weiterentwicklung zu „Evolution I“ darstellt. Unbedingt Hörempfehlung!

„Evolution II“ ist ab sofort auf allen gängigen Download- und Streamingportalen erhältlich (z.B. hier im iTunes-Store und bei Apple Music).

Bleibt nur noch die spannende Frage: Welchen der Albumsongs hatte Paenda wohl ursprünglich beim ORF für den ESC eingereicht?



7 Kommentare

  1. Der eigentlich beim ORF eingereichte Song ist am Album. Er ist aber sehr stark abgeändert bzw gemainstreamt worden und ist somit mit der ursprünglichen Version nicht mehr vergleichbar. Allfällige Vergleichsdiskussionen sind somit nicht sinnvoll. Daher derzeit voller Fokus auf Limits. Das Album gefällt mir auch sehr gut. Ich freue mich, Pænda als Künstlerin kennengelernt zu haben.

  2. Hammer! <3
    Aber Leute, ich habe heute noch mehr neue Musik gecastet (verregneter Samstag lol) und nachdem ich den neuen Song von Taylor Swift mit klasse Musikvideo gesehen habe, wurde mir ein anderer Song von ihr aus 2013 vorgeschlagen und wie hieß der? "22"!!! 😀 😀

  3. Benny, du hast mit deiner Besprechung recht, dass die Refrains stark beatlastig sind, Für mich ist das aber die Schwäche an den Songs, das Mystische der Strophen verschwindet hinter dem modernen und damit auch recht eintönigen Beat. Ist ja leider heute häufig so, ein Hip-Hop Beat ist nun mal monoton, die Leute mögen es aber weil er so leicht tanzbar ist. So gesehen vielleicht die „falsche“ Auswahl des ORF, die anderen Songs scheinen doch viel leichter konsumierbar zu sein. Ich bin froh dass es Limits wurde, andererseits wenn es nicht ins Finale kommt, dann ist es eh egal.

  4. Mir gefallen ein paar Songs richtig gut. Aber es ist richtig, dass man sich dafür Zeit nehmen muss, um reinzukommen. Insofern ist es nicht jedermanns Sache. Das klingt schon kommerzieller als Evolution 1, aber immer noch recht weit von Mainstream entfernt. Paenda ist eine tolle, unabhängige Künstlerin, die sicher noch einen schönen Weg vor sich hat, egal was beim ESC rauskommt. Eine gute Wahl des ORF, wäre schön wenn sich der NDR ein Beispiel nehmen würde, schaut aber nicht so aus….

  5. Ich denke, daß sie beim ORF den Titel „Wavebreaker“ eingereicht hat. Dieser wäre auch die bessere Wahl gewesen, um ins Finale zu kommen.

  6. Wow also das Album ist wirklich super geworden und ich höre es heute schon rauf und runter. Ich finde nach wie vor, dass Limits vermutlich die beste Wahl für diesen Jahrgang ist, ansonsten würde ich persönlich „So Loud“ noch sehr passend finden.

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