ECG-Clubtreffen am 10. Oktober 2026 mit ikonischen ESC-Stars wie Elisabeth Andreassen und KEIINO

Das diesjährige Clubtreffen des Eurovision Club Germany am 10. Oktober 2026 im Kölner Gloria verspricht ein Meilenstein des im letzten Jahr stolze 25 Jahre alt gewordenen Clubs zu werden. Das zumindest lassen die ersten beiden Stargäste erwarten, die der Fanclub veröffentlicht hat. Beide kommen aus Norwegen und beide sind Legenden in der ESC-Welt – aus unterschiedlichen Jahrzehnten aka Generationen: ESC-Siegerin 1985 Elisabeth Andreassen und die Televoting-Sieger 2019 KEIINO.

Liebes ECG-Tean, Congratulations zu diesen Künstler-Recruitments. Das ist ganz großes Kino. Zwei Ikonen der norwegischen ESC-Geschichte an einem Abend in Köln zu versammeln, ist magisch. We love you! Wir hoffen sehr, dass es Euch auch gelingt, dass die beiden Acts nicht nur hintereinander auf der Bühne performen, sondern auch miteinander. Ansatzpunkte im Reportoire beider Interpret*innen gibt es jede Menge.

Jenseits der Stargäste erwartet die Besucher des Clubtreffens viel Vertrautes. Gefeiert wird wieder im Kölner Kultvenue „Gloria“ – das ist seit gefühlt zwei Jahrzehnten gesetzt. Souverän und kurzweilig moderiert wird die schöne Gala wieder von Bernd Ochs – und das bereits zum achten Mal. Neben den Auftritten der Künstler*innen ist wieder mit viel Parodien und einem der legendären Mini-Musical zu rechnen, Impressionen früherer Auftritte finden sich auf der ECG-Website. Den Abend beschließen wird wieder DJ Ohrmeister, seit zwei Jahrzehnten eine populäre DJ-Institution in der ESC Bubble, der auch in Wien wieder mehrere Sets aufgelegt hat. Wir erwarten DJ-Ohrmeister-typisch einen individuellen Mix aus Hot Hits und Kuriositäten (vergessene Perlen und VE-Tracks, die an vielen zuweilen unberechtigterweise vorbeigegangen sind).

Und dann wird es auch noch einen dritten Act geben. Die Erwartungshaltung, die der ESC diesbezüglich schürt, ist groß, denn mit Elisabeth „Bettan“ Andreassen und KEIINO sind im Gloria zwei ultimative Fan-Lieblinge am Start. KEIINO bestehen aus der Sängerin Alexandra Rotan, dem Sänger Tom Hugo Hermansen und dem Rapper und Joik-Spezialisten Fred Buljo. Beim ESC 2019 in Tel Aviv entfachten KEIINO heftig die Jury-vs.-Televoting-Diskussion. Denn sie gewannen sensationell das Televoting in Europa. Aber da „Spirit in the sky“ bei den Juries nur auf Platz 15 rangierte, reichte es insgesamt „nur“ für Platz 6.

Zweimal noch versuchten KEIINO, das norwegische Ticket für den ESC zu bekommen, wurden aber jeweils „nur“ Zweite im norwegischen Melodi Grand Prix Finale. Sie werden in Köln allerdings sicher ihre Vize-Erfolgstitel „Monument“ (2021) und „Damdiggida“ (2024) im Gepäck haben.

Und dann ist da Elisabeth Andreasson!!!! Bettan!!!! Mir fallen gar nicht genug Superlative ein. It doesn’t get any better. Strictly by the book ist Bettans größter Erfolg der erste (von bislang drei) ESC-Siegertiteln für Norwegen, 1985 gemeinsam mit Hanne Krogh mit dem Skandi-Schlager „La det swinge“ unter dem Namen Bobbysocks. Ihr ESC Siegertitel bringt bis heute jede Schlagerbar in Oslo, Kopenhagen oder Stockholm zum Einstürzen. (Eine deutsche Coverversion gibt es übrigens von Mary Roos.)

Bereits 1982 durfte Bettan erste ESC-Erfahrungen machen: Gemeinsam mit Kikki Danielsson (vor der sich der Autor dieser Zeilen auch schon in mehreren Stücken verbeugt hat) erzielte Bettan unter dem originellen Namen Chips einen guten achten Platz beim ESC in Harrogate, wo Nicole bekanntlich den ersten ESC für den Frieden und für Deutschland erfolgreich vollendete. Kikkis und Bettans „Dag efter dag“ ist wie „Let det swinge“ ein Schlagerstandard in Skandinavien geworden.

1994 wurde Elisabeth Andreasson im Duett mit Jan Werner Danielsen sogar Sechsplazierte für ihre norwegische Heimat, aber ihr herausragender (ESC)-Hit folgte 1996 als Solokünstlerin. Mit „I evighet“ landete sie in Oslo auf dem undankbaren zweiten Platz. Ihre sphärische und hymnische Ballade hat anschließend Musikgeschichte geschrieben und ist einer der größten in ihrer Heimat Norwegen produzierten Hits geworden – und es bis heute geblieben. Ich weiß nicht, ob es angemessen rüberkommt: Für den Autor dieser Zeilen ist „I evighet“ einer der schönsten ESC-Songs ever ever ever – ein Kunstwerk. Und ich freue mich sehr, dass ich das hier schreiben darf, um die Gen Z liebevoll zu lehren, dass es auch schon coole ESC-Tracks vor Guildo Horn oder Lena gab.

Mit vier Beiträgen im ESC-Finale ist Bettan übrigens die Interpretin mit den häufigsten (Final-)Einsätzen. Nur Lyss Assia (vier Finalsongs in drei Jahren), Peter, Sue & Marc sowie der Belgien Fud Leclerc waren genauso oft dabei. Valentina Monetta kommt auch auf vier ESC-Teilnahmen, aber nur einmal schaffte sie den Finaleinzug.

Elisabeth Andreasson blieb dem ESC immer harmonisch verbunden. Es würde hier den Rahmen sprengen, alle ihre VE-Teilnahmen in Norwegen und Schweden und ähnliche Auftritte auf Bühnen mit ESC-Bezug aufzuzählen. Nur eins noch: Erst 2025 versuchten es Bobbysocks – 40 Jahre nach dem „Let det swinge“ Erfolg – noch einmal beim Melodi Grand Prix. Mit „Joyful“ wurden sie Dritte und es wäre zu wünschen, wenn wir den Song auch in Köln noch einmal hören.

Fragt sich abschließend, wer der dritte Act sein wird, der mysteriös mit „tba“ in der ECG-Website-Ankündigung angedeutet wird. Lieber ECG, bleibt Eurem Konzept treu und konzentriert Euch auf den Norden. Hier gibt es als Inspiration noch einmal das legendäre Sweden vs. Norway Medley aus dem Melodifestivalen-Finale 2010:

Denn Elisabeth Andreasson kommt selbstverständlich auch in diesem grandiosen Medley vor – im Songduell mit Hanne Krogh (ihrer Duettpartnerin beim Bobbysocks-Sieg) und our very own Kikki Danielsson (ab Minute 7:00) sowie Anna Charlotte „Lotta“ Engberg (war siebenmal beim Mello im Portfolio und hat Schweden 1987 beim ESC vertreten).

P.S.: Noch ein P.S. mit Bezug auf 2015. In Amsterdam waren Bobbysocks in diesem Jahr die Stargäste beim Eurovision-In-Concert-Gig (damals noch im Melkweg). Auf der After Show Party im Vondelpark-Pavillion hatten Freund Janni (zwischen Hanne und Bettan) und ich die Ehre, mit Bobbysocks einige Gin Tonics zu sharen. Was soll ich sagen?! Es waren die besten Gin Tonics meines Lebens und wir haben dafür sogar den Auftritt von Monz Zelmerlöw auf der Main Stage im Vondelpark-Venue sausen lassen… La det swinge!

Was meint Ihr? Sehen wir uns im Gloria? Fahrt Ihr zum ECG-Clubtreffen in Köln? Tickets für den 10. Oktober 2026 gibt es hier. Worauf freut Ihr Euch besonders? Wer könnte der noch mysteriöse, dritte Act sein? Die Veranstalter bemühen sich um einen Interpreten aus der ESC Class of 2026, um die Crowd zu verjüngen. Wen wünscht Ihr Euch aus der Gegenwart? Lasst es uns in den Kommentaren wissen. 



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12 Comments
Matty
Matty
3 Stunden zuvor

Zwei Ikonen des ESC geben sich die Ehre und ich bin mal gespannt, wer noch seine Aufwartung machen wird? Max Mutzke wäre toll!

Andi
Andi
3 Stunden zuvor

Karten sind gekauft 😀

Euroklaus
Euroklaus
3 Stunden zuvor

Kleine Korrektur: Valentina Monetta war nur einmal im Finale (dreimal ’nur‘ im Semi), dafür kommt Lys Assia auf vier Finaleinsätze (und das in drei Jahren)

benegigs
benegigs
2 Stunden zuvor

Ach wie gerne ich dorthin fahren würde. KEiiNO will ich schon lange sehen. Habe aber für den 10.10. schon ein Tickets für das Käärijää-Konzert in Hamburg – also eher ein Luxusproblem 😀

Alex John
Alex John
2 Stunden zuvor

Frage mich bis heute was NRK im Jahr 1996 geraucht hat, um auf die Idee zu kommen, so eine monströs abweisende, eiskalte Bühne ins Osloer Spektrum zu packen.
Es sieht aus wie abgewrackte Schaufelradbagger im Kohlebergwerk.
Die Lichttechnik hat es aber einigermaßen geschafft, bei I Evighet und The Voice eine stimmige Atmosphäre zu schaffen.
I Evighet fand ich schön, aber Irland hat verdient gewonnen.

Alex John
Alex John
1 Stunde zuvor
Reply to  Peter

Kompromiss: Einigen wir uns auf die Siegerin der Herzen, Gina G?😉

Sash
Sash
1 Stunde zuvor
Reply to  Peter

Und warum hab ich jetzt Nocturne von Secret Garden als Ohrwurm? ☺️

Andi
Andi
1 Stunde zuvor
Reply to  Alex John

Gerne hätte Schweden gewinnen dürfen. Oder sogar Polen. Wobei das wäre dann wohl doch zu dramatisch gewesen.

sam1
sam1
1 Stunde zuvor

Apropos Fanclubs.

Hier der Hinweis, dass man noch bis zum 30.06.2026 beim Deutschen Vorentscheid für den OGAE Song Contest 2026 abstimmen kann:

https://conteste.ecgermany.de/hit26-finale/

Ich habe ja schon längst abgestimmt. Meine Punkte habe ich ja letztens schon in den Kommentaren bei ESC Kompakt gepostet.

Last edited 1 Stunde zuvor by sam1
Aufrechtgehn
Aufrechtgehn
1 Stunde zuvor

Auch wenn ich jetzt riskierte, dass der von mir sehr geschätzte Peter mich künftig nicht mehr mit dem Arsch anguckt: aber bei mir rangiert ‚I Evighet‘ ganz weit vorne in der Liste der tödlich langweiligsten ESC-Songs, getoppt allerdings noch von ihrem ‚Duett‘. Was natürlich nicht heißen soll, dass ich mich nicht auf Bettan freue: ‚La det swinge‘ ist halt ein Superkracher!

Ebenfalls widersprechen muss ich bei dem Tipp, auch noch für den dritten Act gen Nordeuropa zu schauen – wenn ich mir für das Clubtreffen etwas wünschen darf, dann viel, viel mehr Balkan und Südeuropa (auch bei der ESC-Disco)! Wenn’s ein aktueller Teilnehmer für Köln sein sollte, wäre mein Herzenswunsch natürlich der superknuffige Akylas, aber der dürfte zu viel kosten. Die maltesische Fönwelle wäre auch gut, oder wie wär’s mit der montenegrinischen Halloweenhexe?

Ist aber auch egal, nach Köln fahre ich nicht wegen der Stargäste, sondern wegen des liebevoll handgestrickten Rahmenprogramms und dem Wiedersehen mit all meinen Liebsten. (Und ich hoffe, Peter gehört trotzdem noch dazu)